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Ein Klassentreffen nach 35 Jahren ...

Garcias Retrospektive: FAST TIMES AT RIDGEMONT HIGH

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© Capelight Pictures

Als Einstimmung und für die musikalische Untermalung des folgenden Artikels empfehle ich – sofern man auf Hintergrundgedudel während des Lesens steht – das Album „Beauty And The Beat“ von The Go-Go’s um Frontfrau Belinda Carlisle, die solo solche wunderschönen Lieder wie „Heaven Is A Place On Earth“ und „Circle In The Sun“ rausgehauen hat, zu hören. Der Song „We Got The Beat“ bildet den musikalischen Auftakt für die erste Szene aus „Fast Times At Ridgemont High“, Amy Heckerlings Debütfilm aus dem Jahr 1982. Cameron Crowe schrieb das Drehbuch, welches auf seinem gleichnamigen Roman basiert. Als Journalist für das "Rolling Stone"-Magazin drückte er 1979 noch einmal für ein Jahr die Schulbank, um ein Porträt der amerikanischen Jugend zu entwerfen. Heraus kam seine true story, welche am 15. September 1981 erschien und die Vorlage für „Fast Times…“ bilden sollte. Noch bevor das ursprünglich mit „Stairway To Heaven: A Year In High School“ betitelte Buch erschien, sicherte sich Universal Studios bereits die Rechte am Film und gab den Kinostart für Sommer 1982 bekannt.

Um die Authentizität zu wahren, verpflichtete man Crowe ebenfalls für den Posten des Drehbuchautors. Der Beginn einer Karriere, in deren Verlauf Werke wie „Vanilla Sky“ (2001), „Jerry Maguire“ (1996) und der mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnete „Almost Famous“ (2000) folgen sollten. Auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur schickte man das Skript auch an David Lynch, der zu jener Zeit mit „Eraserhead“ (1977) und „Der Elefantenmensch“ („The Elephant Man“, 1980) den Grundstein seines filmischen Schaffens legte. Die glorreiche Idee, mit dem Stoff an den Meister des Surrealen heranzutreten, stammte vom damaligen Universal Pictures-Präsidenten Thom Mount, der für diese Entscheidung ein Denkmal verdient hätte. Es wäre äußerst interessant, zu sehen, was Lynch aus der Geschichte gemacht hätte. Immerhin fand er das Drehbuch „funny“, verzichtete aber letztlich, da es nicht sein Metier war, er sich zu diesem Zeitpunkt auf einem anderen Pfad sah und am Anfang einer langwierigen Vorproduktion seiner Adaption von „Dune – Der Wüstenplanet“ („Dune“, 1984) steckte. Schlussendlich ging der Auftrag an die 27-jährige Uni-Absolventin Amy Heckerling (die „Eraserhead“ liebt). Das hard knock life in der Bronx, wo sie aufgewachsen ist, sollte ihr bei der anstehenden Produktion zugute kommen, da diese alles andere als reibungslos verlief.

Wie üblich durchlief das Skript vor Drehbeginn mehrere Phasen, bis der letzte Entwurf stand, für den Heckerling und Crowe gemeinsam verantwortlich zeichneten. Nicht nur Crowes persönliche Erfahrungen, auch die der Regisseurin flossen in die Handlung ein. Während die beiden die Sache voller Elan angingen, waren die Entscheidungsträger und Geldgeber scheinbar nicht mehr ganz so überzeugt von dem Vorhaben. Das Studio erwartete einen nostalgischen Ansatz wie es bei George Lucas‘ „American Graffiti“ (1973) der Fall war und es benötigte eine überzeugende Argumentation Heckerlings, die Daseinberechtigung des Films und den Weg, den er einschlagen sollte, zu untermauern. Das Budget wurde mit $4.500.000 entsprechend kleingehalten. So blieb es den Machern verwährt, große Namen zu engagieren. Also besetzte man unbekannte Gesichter und Schauspieler mit geringem Marktwert.

Ihre Namen waren Sean Penn, Jennifer Jason Leigh, Nicolas Coppola, Forest Whitaker, Phoebe Cates, Judge Reinhold und Eric Stoltz. Der „unsung hero“, wie ihn Penn später lobend nannte, war hierbei Casting Director Don Philips. Er stellte eine Besetzung zusammen, die sich heutzutage wie das Who-is-who der A- und B-Film-Riege liest. Andere Schauspieler wie Ally Sheedy („Breakfast Club“, „St. Elmo’s Fire“, beide 1985), Meg Tilly („Der große Frust“, „Psycho II“, beide 1983) und Ralph Macchio („The Outsiders“, 1983, „Karate Kid“, 1984) sprachen ebenfalls vor, bekamen aber keine Rolle. Letzterer war bereits zu teuer. Ob Nicolas Coppola, den meisten heute als Nicolas Cage bekannt, damals mit seinen 17 Jahren die Rolle bekommen hätte, wenn er sich nicht älter gemacht hätte, bleibt fraglich. Mit seiner Lüge hätte er es fast zur Hauptrolle geschafft. Philips sah ihn als perfekte Besetzung für die Rolle des Bradley Hamilton, der letztendlich von Judge Reinhold verkörpert wurde. Auch Amy Heckerling konnte den Wunsch nachvollziehen, entschied sich am Ende jedoch dagegen, da er zu unerfahren, zu unschuldig, einfach noch nicht bereit war. Reinholds marginaler Vorteil war es, dass er damals mit der Assistentin Heckerlings eine Wohnung teilte, welche wiederum über die der Regisseurin lag. Man kannte sich und arbeitete auf gute Nachbarschaft. Eric Stoltz‘ Einfluss war zu jener Zeit noch nicht ganz so groß, sonst hätte es seine damalige Mitbewohnerin Ally Sheedy eventuell doch in den Film geschafft.

Der größte Wurf gelang dem Team allerdings mit dem 21-jährigen Sean Penn. Eigentlich für die Rolle des Mark Ratner (Brian Backer) vorgesehen, war Penn Feuer und Flamme für Jeff Spicoli. Sein Enthusiasmus überzeugte Heckerling, Crowe und Philips und verschaffte ihm letztendlich die Rolle, die rückblickend so gar nicht in mein Bild des abgeklärten, politisch engagierten Charakterdarstellers passt. Auch Eric Stoltz und Anthony Edwards sprachen als Spicoli vor. An Penn kamen sie nicht heran, aber aufgrund ihrer überzeugenden Leistung engagierte man sie als seine Surfer Dudes und bekam ein berauschendes Dreiergespann, das nicht mehr braucht, als ein paar „tasty waves and a cool buzz“.

Die Dreharbeiten begannen am 2. November 1981, gedreht wurde hauptsächlich an Locations in Los Angeles. Die ‚Ridgemont Mall‘, in der Stacy (Leigh) und Linda (Cates) im Film arbeiten, bot ein kontrollierbares Set für Heckerling, die, wie sie sagt, unter Agoraphobie leidet, um an einem öffentlichen Ort mit vielen Menschen arbeiten zu können. Die Dreharbeiten in der Sherman Oaks Galleria, welche für die Innenaufnahmen diente, fanden außerhalb der Öffnungszeiten statt. Einige Läden setzten ihren Betrieb dennoch fort, um die Crew mit Essen zu versorgen. Für die Außenaufnahmen nutzte man die Kulisse der Santa Monica Place Mall, welche heute geschlossen ist. Jennifer Jason Leigh arbeitete tatsächlich in dem Pizzaladen, in dem auch ihre Figur arbeitet.

Judge Reinhold alias Bradley Hamilton arbeitet anfangs ebenfalls in einer Pizzeria, wird gefeuert, arbeitet dann in einem Restaurant, in dem er ein Piratenoutfit als Arbeitsuniform tragen muss, um letztendlich in einem Lebensmittelladen seine Brötchen zu verdienen. Zu allem Überfluss wird er dort auch noch von einem bewaffneten Kleinkriminellen (James Russo aus „Django Unchained“, 2012, und „Donnie Brasco“, 1997) bedroht, weiß sich aber zu wehren. Schaut man genau hin in der Szene, in der er den Gauner überwältigt, sieht man, dass die Szene vorwärts und rückwärts abgespielt wird, um fehlendes Material zu kompensieren. Doch eine Szene mit ihm schießt den meisten Zuschauern in den Kopf wie das Blut in den Genitalbereich. Neben Spicoli ist sie das Aushängeschild des Films: Die berühmte Pool-Szene, in der Phoebe Cates ihre Brüste entblößt – in Zeitlupe selbstverständlich. Das Grundstück, auf dem der feuchte Traum gedreht wurde, gehörte einem alten Ehepärchen, das wohl nicht wusste, was für ein Schweinkram in ihrem Garten fabriziert wird. Ob sie den Film jemals gesehen haben, ist nicht bekannt. Um die Szene, in der Bradley bei der Vorstellung einer nackten Linda onaniert, überzeugend spielen zu können, nutzte Reinhold einen Dildo, um die Masturbations-Gestik zu simulieren.

Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war Phoebe Cates ein gefragtes Model und eine große Nummer besonders in Japan. „Fast Times…“ sollte ein Schritt sein, sich als Schauspielerin zu etablieren. Auf ihre Frage, wie gut die Szene war, antwortete Frauenversteher Crowe: „Fantastisch, du bist ein tolles Model!“. Braucht es mehr Bestätigung der schauspielerischen Qualitäten?

So lustig diese Anekdote für beide heute ist, so problematisch war die gezeigte Nacktheit damals für die Produzenten. Man betrachtete die Darstellung minderjähriger Teenager, auch wenn sie – bis auf Nicolas Cage – von volljährigen Schauspielern verkörpert wurden, mit kritischen Augen. Besonders der intime Moment zwischen Stacy und Mike (Robert Romanus) sollte zum Problem werden. Da man in einer früheren Schnittfassung seinen Penis sah, erteilte die MPAA dem Film ein finanziell schädigendes X-Rating (1990 in ‚NC-17‘ umbenannt), was in etwa unserer FSK18-Freigabe entspricht. Dies hätte zur Folge gehabt, dass die von einem renommierten Major-Studio produzierte Teenager-Komödie vorwiegend in schmierigen Kinos laufen würde, die vorwiegend Sex- und Exploitationfilme im Programm haben. Die Erteilung der Freigabe führte sogar soweit, dass man den sowieso schon als sicheren Flop abgestempelten Film fast nicht ausgewertet hätte. Also bearbeitete man besagte Szene, sodass der Penis nicht mehr zu sehen war und bekam das gewünschte R-Rating. Jennifer Jason Leighs nackter Körper blieb hingegen unangetastet. Die Begründung: „The male organ is aggressive“.

Für Regisseurin Heckerling war es ein kleiner Erfolg, wenn auch mit Zugeständnissen. Da waren sie wieder, die fehlgerichteten Erwartungen der Produzenten. Nicht selten musste sich Heckerling einer Diskussion aussetzen, in der sie erläutern musste, dass der Film keine plumpe „Teenies feiern den ganzen Sommer am Pool und haben Spaß“-Klamotte sei, sondern eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich natürlich neben Parties, Rumhängen, Amüsieren auch den existenziellen, ernsten Themen des Erwachsenwerdens widmet. Stattdessen wollte man es gerne lustiger, nicht so ernst. Man wollte es sexy, aber nicht pornographisch. Heckerlings und Crowes Glück war es, dass der Film mehr oder weniger stiefmütterlich behandelt wurde. Wenig Budget, keine Stars und ein Dasein unter dem Radar des Studios, das wichtige Big-Budget-Produktionen überwachen musste, gewährten der Crew eine gewisse Narrenfreiheit. Trotzdem war der Film ein wirtschaftliches Risiko und Amy Heckerlings erste abendfüllende Bewährungsprobe, die hin und wieder einer Prüfung unterzogen wurde. Also schickte das Studio John Landis für einen Tag ans Set. Der Regisseur, der Universal Pictures mit „American Werwolf“ („An American Werwolf in London“, 1981) und „Blues Brothers“ (1980) zwei gefeierte, zum Kult avancierte Klassiker schenkte und mit „Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd“ („National Lampoon’s Animal House“, 1978) sein Gespür für zielgruppenorientierten, zotigen Humor bewies, sollte die Lage vor Ort bewerten und einschätzen, ob die junge Amy alles im Griff hat. Sein Fazit, als er zu seinen Auftraggebern zurückkehrte: „She’s doing great!“

Und dann gab es ja noch Sean Penn, aufgrund seiner hervorragenden Arbeit am Set auch „Sean De Niro“ genannt, der mit Spicoli die Blaupause für spätere Leinwand- und „Generation X“-Ikonen wie Wayne & Garth aus „Wayne’s World“ (1992) und Bill & Ted entwarf. Auf die Frage, wie es war, mit Sean Penn zu arbeiten, antwortet Heckerling immer mit: „Ich weiß es nicht, ich habe mit Jeff Spicoli gearbeitet.“ Die Produzenten waren so angetan von der Figur, dass sie ein Sequel (so etwas wie „Spicoli goes to college“) in Betracht zogen, in dem der Surfer im Fokus der Geschichte steht. Zudem wollten sie, ungeachtet des Erzählflusses, mehr Szenen mit ihm in den Film integrieren. Sowohl Heckerling, Crowe als auch Penn verweigerten dies. Nicht jeder war dem Sunny Boy wohlgesonnen. Einige Statisten in der Tanzszene in der ‚Ridgemont High School‘ hatten ein Problem mit Penn und drohten, ihn zu verprügeln – wozu es nicht kam. Und wenn doch, dann hätte Penn zumindest eine wertvolle Erfahrung in seine Rolle in dem ein Jahr später folgenden „Bad Boys“ einbringen können.

Der Sänger der Band, die während des Tanzes auftritt, ist der Ex-Ehemann von Heckerling. Sie hätte wissen müssen, dass die Musik, die sie spielten, kein gutes Zeichen war. Sie hasste fast jeden Track, den es im Film zu hören gibt. Unglücklicherweise hatte sie auf diesen Umstand keinen Einfluss, genau wie Crowe, der seine Wurzeln im Musikjournalismus hat. Ein paar kleine Erfolge konnten dennoch erzielt werden. Crowe pflegte aufgrund seiner Vergangenheit guten Kontakt zu den Herren von Led Zeppelin. Die Rocklegenden, die bekannt dafür sind, sehr wählerisch bei der Freigabe ihrer Lizenzen zu sein, erlaubten die Nutzung ihres Songs „Kashmir“. Zudem konnten Heckerling und Crowe sich die Rechte am Eröffnungssong „We Got The Beat“ von The Go-Go’s (die du vielleicht gerade noch hörst) sichern. Darüber hinaus verfügt der Film über keine eigene Komposition. Wollte man auf komponierte Musik zurückgreifen, so bediente man sich im Universal-Katalog bei vorhandenen Stücken, die im ursprünglich dafür vorgesehenen Film keine Verwendung fanden. Ein Umstand, der Heckerling rückblickend am meisten stört. Wenn es etwas ist, was sie ändern könnte, dann wäre es die Musik. Statt Stevie Nicks lieber die Dead Kennedys, statt Tom Petty lieber Bruce Springsteen (dessen jüngere Schwester Pamela einen kurzen Auftritt im Film als Cheerleaderin hat).

Die Dreharbeiten endeten nach acht Wochen am 28. Dezember 1981. Das Ende des Films – die Läden schließen, es wird dunkel auf den Straßen – wurde wesentlich beeinflusst von Martin Scorseses „Hexenkessel“ („Mean Streets“, 1973).

„Fast Times At Ridgemont High“ lief am 13. August 1982 in den USA in 498 Sälen, vorrangig in Los Angeles und New York, an und spielte am ersten Wochenende $2.545.674 ein. Seine zwei größten Konkurrenten waren „Und wieder ist Freitag der 13.“ („Friday the 13th Part 3“), den Paramount mit stolzen 1.079 Kopien ins Rennen schickte, und „Krieg der Sterne“ („Star Wars“, 1977) in der Wiederaufführung mit 1.070 Kopien. Das Ergebnis war zweifellos für alle Beteiligten eine Überraschung wie Erleichterung. Das Studio und die Produzenten – die besonders kreativ darin waren, bei Testscreenings und Previews ihre Abwesenheit zu erklären – freuten sich über einen vielversprechenden Erfolg am Box Office und Heckerlings Ängste vor der Konkurrenz – dem thematisch ähnlichen und enorm erfolgreichen „Porky’s“ (1981) sowie den ebenfalls parallel angelaufenen „Pink Floyd: The Wall“, den die Rockfans innerhalb der Zielgruppe bevorzugen könnten – waren unbegründet.

Filmkritiker Roger Ebert war indes kein Fan des Films, wie er in seiner Review deutlich machte:

„The whole movie is a failure of taste, tone, and nerve — the waste of a good cast on erratic, offensive material that hasn’t been thought through, or maybe even thought about.“

Aufgrund des großen Erfolgs startete Universal den Film am 3. September landesweit in 713 Sälen. Am Ende seiner Auswertung spielte die Komödie $27.092.880 in den USA ein. Somit fand eine turbulente Produktion ein würdiges Ende, das alle Beteiligten zufriedenstellte und ihnen mehrere Türen in Hollywood öffnete. Amy Heckerling drehte später gefeierte Komödienhits wie „Hilfe, die Amis kommen“ („European Vacation“, 1985), „Clueless“ (1995) und mit „Kuck mal wer da spricht!“ („Look Who’s Talking“, 1989) den erfolgreichsten Film ihrer Karriere. Cameron Crowe lernte seine zukünftige Ex-Frau Nancy Wilson kennen, welche eine kleine Rolle im Film spielt, und machte sich einen Namen als angesehener Drehbuchautor und Regisseur. Phoebe Cates spielte zwei Jahre später noch einmal an der Seite von Judge Reinhold in Joe Dantes „Gremlins“ (1984) und der Fortsetzung von 1990. Reinhold wiederum steigerte seinen Bekanntheitsgrad mit „Beverly Hills Cop“ (1984), bei dem Amy Heckerlings zukünftiger Ex-Freund Martin Brest Regie führte, der wiederum einen Gastauftritt in „Fast Times…“ als Dr. Miller aus dem ‚Handcock(!) Hospital‘ hat. Eric Stoltz wurde fast zu Marty McFly und karikierte seine Rolle des Stoners Bud in Tarantinos „Pulp Fiction“ (1994) mit Bademantel statt Badehose und Heroin aus dem Erzgebirge statt Marihuana aus Kalifornien. Anthony Edwards landete in der Stammbesetzung von „Emergency Room“ („ER“, 1994 – 2009), Amanda Wyss wurde das erste Opfer Freddy Kruegers in „Nightmare – Mörderische Träume“ („A Nightmare on Elm Street„, 1984). Über Forest Whitaker, Nicolas Cage, Jennifer Jason Leigh und Sean Penn braucht man wohl keine Worte verlieren. Letzterer, und das sollte nicht vergessen werden, bekam sein Date mit Springsteens Schwester Pamela! Und Universal Pictures hatte einen weiteren Eintrag in ihrem Repertoire an unvergesslichen Teenagerfilmen. Auf „American Graffiti“, „Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd“ und „Ich glaub‘ ich steh‘ im Wald“ folgten John-Hughes-Produktionen wie „Das darf man nur als Erwachsener“ („Sixteen Candles“, 1984) und „Breakfast Club“, Richard Linklaters „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ („Dazed And Confused“, 1993) sowie die extrem erfolgreichen „American Pie“-Filme (1999 – 2012).

Auf dem US-Heimkinomarkt erzielte der Film einen Umsatz von $16.000.000, wozu die Nacktszene mit Phoebe Cates sicher einen großen Teil beitrug. Als die VHS erschien, beklagten die Videothekenbetreiber, dass an dieser Stelle die Abnutzungserscheinungen der Kassette am größten waren.

Dem Überraschungserfolg folgte vier Jahre später eine TV-Serie mit dem simplen Titel „Fast Times“, die an den Erfolg ihrer filmischen Vorlage – trotz des heutigen Frauenschwarms Patrick Dempsey – nicht anknüpfen konnte und nach sieben Episoden eingestellt wurde. Drei Folgen inszenierte Amy Heckerling.

https://www.youtube.com/watch?v=vMghEkZ-KEE

In Deutschland kam der Film am 16. Dezember 1982 in die Kinos und verbuchte laut insidekino.de nur 160.000 Besucher. Zudem verpasste der Verleih UIP ihm den grandiosen Titel „Ich glaub‘ ich steh‘ im Wald“, welcher dem Originaltitel natürlich fast 1:1 entspricht. Damit gesellt sich der Film hierzulande zur illustren Runde von Filmen wie den bereits erwähnten „Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd“, „Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch!“ („Stripes“, 1981) und, mein Favorit, „Ich glaub‘ mein Straps funkt SOS“ („National Lampoon’s Class Reunion“, 1982).

Im Kino und auf VHS noch mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen, vergab die FSK bei der Neuprüfung für die DVD-Auswertung eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Nun feiert der in Deutschland immer noch und zu Unrecht relativ unbekannte Film dank Capelight Pictures seine verdiente Blu-ray-Premiere. Das Klassentreffen und Schwelgen in Erinnerungen kann also von nun an hochauflösend genossen werden, sodass man sich fühlt, als wäre man dabei – bei den letzten Tagen im Leben einer Gruppe sympathischer Knallköpfe, Träumer und ganz normaler Jugendlicher, wie du und ich sie vielleicht waren. Die Erinnerungen gibt es ab sofort in physischer Form unter anderem zu kaufen und bieten darüber hinaus einen Audiokommentar von Amy Heckerling und Cameron Crowe, die Dokumentation „Zurück zur Ridgemont High“ und den Trailer.


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