Heath Ledger als Joker
© Warner Bros. Pictures
Vor etwas mehr als einem Jahr starb Heath Ledger an einem Medikamenten-Cocktail: unbeabsichtigt. Er wurde 28 Jahre alt und galt als eines der großen australischen Talente. Er hatte in der US-Filmmetropole Fuß gefasst und von ihm war noch viel zu erwarten. In The Dark Knight hat er es bewiesen: Sein Bösewicht Joker muss sich nicht vor dem großen Jack Nicholson verstrecken, der 20 Jahre vor ihm die gleiche Rolle gespielt hat. Sein Joker bringt das ganze System der Bosheit ins Wanken: Vor ihm hatte das Böse immer einen Grund. Es wollte Reichtum und Macht, Schönheit und Ruhm, Anerkennung und Teilhabe von der Gemeinschaft. Es schuf seine Regeln, um sein Ziel zu erreichen.
Bei dem Joker von The Dark Knight ist es etwas anders. Er bringt das herkömmlichem Muster zum Wanken, zerstört das Gleichgewicht von Gut und Böse. Gerade seine Lässigkeit stürzt das System ins Chaos. Er ist der Bösewicht des letzten Jahres, verstörend, erschreckend, bedrohlich, skrupellos, destruktiv, unberechenbar, anarchistisch, diabolisch. Kein anderer Schurke reicht in diesem Kinojahr an ihn heran, auch wenn er aus dem viel bekannteren Universen von James Bond, Indiana Jones, Iron Man & Co. stammen sollte. Er hat es all seinen unzähligen Kollegen aus der Filmgeschichte gezeigt: Er ist ein Bösewicht per excellence.
Es scheint wahrscheinlich, dass Heath Ledger für seinen Joker den Oscar als Bester Nebendarsteller erhält; dies wollen Millionen Fans und wahrscheinlich auch die Mitglieder der Academy. Vielleicht hatte Robert Downey Jr. in Tropic Thunder mehr Gelächter auf seiner Seite, vielleicht war Josh Brolin als Mörder von Milk etwas näher an der Realität, vielleicht war Philip Seymour Hoffman in Glaubensfrage überzeugender, vielleicht war Michael Shannon in Zeiten des Aufruhrs konzentrierter: Das mag alles sein, ist aber letztlich nicht entscheidet. Heath Ledger wird wohl den Oscar erhalten, weil die Academy einen Schauspieler ehren will, der schon viel geleistet hat und noch etwas Großes hätte werden können. Am Bösewicht des Jahres kommt auch die Academy nicht vorbei.
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Ines Walk (Ines Walk) 2009/02/20 08:45:00
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Nun, nach allem was man liest und hört ist Ledger der eindeutige Favorit. Ich selbst bin unschlüssig. Ledger ist schon außergewöhnlich gut in der Rolle (meiner Meinung nach seine allerbeste überhaupt!). Aber es gibt da noch Michael Shannon, der mich bei "In Zeiten des Aufruhrs" lachend aus dem Kinosessel gerissen hat. Und es gibt noch einen bombastischen Philip Seymour Hoffman, der den ganzen Film "Glaubensfrage" dominiert hat. Ich würde den Oscar aber auf jeden Fall Ledgers Tochter gönnen! Das wäre schon am ehesten Hollywood. Die lassen sich diese tränenrührende Szene nicht entgehen, wenn einer der Verwandten mit der Tochter auf dem Arm den Oscar entgegen nimmt...
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