Hat das Christentum die Menschheit um 1000 Jahre zurückgeworfen?Bearbeiten

Veröffentlicht am 15.03.2010, 13:25

Sieben Goyas hat Alejandro Amenábars 50 Millionen Euro teure Produktion abgeräumt, jetzt läuft der Streifen mit Rachel Weisz auch in den deutschen Kinos – und stellt eine provokante These auf.

Hypatia entwickelt eine Theorie Hypatia entwickelt eine Theorie © Tobis

Dass sich die Erde um die Sonne dreht, weiß man spätestens seit Kopernikus. Aber dass bereits 1.000 Jahre zuvor in der Spätantike römische Wissenschaftler den Geheimnissen des Sonnensystems längst auf die Spur gekommen waren, ist den meisten sicher unbekannt. Regisseur Alejandro Amenábar, dessen Drama Das Meer in mir vor fünf Jahren den Oscar gewann, zeigt in seinem neuen Film Agora – Die Säulen des Himmels exemplarisch an der Zerstörung der Bibliothek von Alexandria im 4. Jahrhundert wie das aufstrebende Christentum dogmatisch die wissenschaftlichen Erkenntnisse antiker Forscher, die nicht in das christliche Weltbild passten, bekämpfte und systematisch vernichtete.

Im Zentrum des monumentalen Epos steht dabei die Philosophentochter und frühe Astronomin Hypatia, die sich bereits damals als Frau einen Status als Gelehrte und Ratgeberin der herrschenden Statthalter von Alexandria errungen hatte und bereit war, für ihre freiheitlichen Ideale zu kämpfen. Die Hauptrolle spielt Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz.

“Es hat mich sehr verwirrt, dass es noch keine Filme über Hypatia gab vor Agora”, so Alejandro Amenábar in einem Interview. “Es macht mich sehr traurig, dass solch eine große Geschichte fast unentdeckt geblieben wäre”. Und weiter: “Dass die Geschichte verborgen blieb, zeigt uns, wie dumm wir manchmal sind. Denn dass die gleiche Entdeckung erst 1000 Jahre später von Galileo Galilei gemacht wurde, ist schon sehr verhaltend.”

Und Rachel Weisz meint über ihre Rolle der Hypatia:” Sie ist sehr vernarrt, leidenschaftlich und besessen von den Wissenschaften ihrer Zeit und eine wundervolle Lehrerin, sie ist beeindruckend”. Dass ihre Forschungsergebnisse nicht zu ihrer Zeit veröffentlicht und gewürdigt worden sind, ist zu einem großen Teil der christlichen Religion geschuldet, die die Gleichstellung der Frau als Gotteslästerung ansah.

Wie Rachel Weisz die Rolle der Hypatia interpretiert, seht ihr hier:

Wo Agora – Die Säulen des Himmels läuft, erfährst du in unserem Kinoprogramm und im Tobis Filmclub.

Und wer noch nicht unsere Video-Umfrage gesehen hat:


Molerngoth (Robert Miehe)

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Kommentare

über Hat das Christentum die Menschheit um 1000 Jahre zurückgeworfen?
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Ischtar

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Tja.. dass die Kirche bisweilen jegliches wissenschaftliche Denken verboten hat, ist ja nicht so richtig neu ;)
Glaube das Problem liegt aber nicht ausschließlich in der Kirche- das ist irgendwie immer so ne Machtsache- sobald ein Volk an der Macht war, hat es statt vom Wissen der Besiegten zu lernen quasi "auf null" angefangen .. und das hat die Kirche eben auch..

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J0J0

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Die Kirche/Christenheit ist aber kein "Volk". ;-)
Und selbst da wäre ich vorsichtig. Die Tatsache, dass es in Kultur, Wissen und Wissenschaften sehr viel Rückgriffe auf ältere Kulturen gibt und damals schon gab, zeigt schon, dass keineswegs immer wieder "bei Null" angefangen wird. Nicht mal im "dunklen" Mittelalter war das so... das Wissen um die Kugelgestalt der Erde etwa hat sich, entgegen der populären Meinung, von der Antike übers Mittelalter bis heute gehalten. Und es gibt noch viel mehr solche Beispiele.


Ischtar

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Okay, auf null vielleicht nicht, aber es ist vieles an Wissen einfach verlorengegangen und erst Jahrhunderte später wieder von anderen Menschen entdeckt worden.. was die alten Kulturen der Ägypter, Mesopotamier, Maya und Inka alles schon an Medizin und Technik hatten, davon hätten sich die Römer wohl ein Scheibchen abschneiden können.. und die im Mittelalter erst recht.. Kanalsysteme für Abwasser gab es bereits im alten Orient und trotzdem saßen die Leute viel später noch in Bretterhütten mit Herzchen drauf und ließen ihre Exkremente hinabfallen.. Damals gab es sogar schon Gehirnoperationen (die vielleicht nicht immer glücklich verlaufen sind, aber später wurde es lange Zeit nicht einmal mehr versucht..)


chriskaps

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Wirft uns das Christentum nicht aktuell um 1000 Jahre zurück? Sodom und Gomorrah was sich gerade abspielt...

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Ischtar

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vielleicht wird s ja auch mal wieder Zeit für ne Sintflut ;)


Narrisch

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Die Auslegung und der Missbrauch der christlichen Religion hat die Menschheit zurückgeworfen. Fast tausend Jahre Dunkelheit, Intoleranz, Hass und Mord. Was wohl passiert wäre, wenn die Römer sich reformiert hätten und nicht untergegangen wären....

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Ischtar

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böse Zungen sagen, die Römer sind doch noch an der Macht- es heißt doch nicht umsonst römisch-katholische Kirche und das Oberhaupt sitzt in Italien ;)


Narrisch

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ich meinte nicht die römer die ihre zahlreichen götter abgeschafft haben.. sondern die römer die orgien gefeirt haben und tausend götter hatten -)


dAShEIKO

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Gibts noch keinen Erzbischof oder Theologen, der sich empört hat darüber?
...ach neee... die sind ja grad alle mit Avatar, Shutter Island und Alvin & die Chipmunks beschäftigt. Und überhaupt: Nach 1000 Jahren totschweigen wird man doch jetzt keine schlafenden Hunde wecken. Also Frauen weiter an den Herd *satiremodus aus*

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doctorgonzo

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Christentum ist eben auch nur eine Religion und als solche schränkt sie ja schon per Definition das eigenständige Denken ein, ist also eine permanente Entwicklungsbremse... Aus dem einfachen Grund, dass Religion immer Einfluss bedeutet und damit Macht und zwar einfache Macht, denn leichter als durch Glaube kann man Macht kaum erlangen und das macht das Ganze so anfällig für Missbrauch.

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Tytus

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Sehr gut gesagt, man muss sich nur mit der Geschichte verschiedener Religionen ansehen, egal wie positiv diese angefangen haben, am ende waren sie wieder Mittel zum Zweck ;)

Bibel treuen Christen empfehle ich, sich mit der Entstehungsgeschichte der Bibel zu beschäftigen.


okami6

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Man könnte auch fragen: "Welche Religion hat die Menschheit nicht zurückgeworfen?" oder "Welche Religion behindert nicht den Fortschritt?" Die Angst, wie falsch die Religionen durch unwiederlegbare Erkenntnisse an Einfluß verlieren könnten, ist schon immer da gewesen. Der Mensch muß offen für neues sein und sollte akzeptieren, daß man heutzutage einfach mehr weiß als vor 1000 Jahren. Ganz ohne Frage, ohne den religiösen Einfluß wären wir schon weiter, aber Tolerenz ist das wichtigste. Schließlich war Kopernikus auch ein Mann der katholischen Kirche. :)

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alanger

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dann sind sich ja wieder alle einig: religion = böse. das es ohne diverse religionen die wichtigsten kulturellen errungenschaften der menschheit nicht gegeben hätte ist egal.

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alanger

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schon mal was von da vinci, dante, bach, raffael, händel, pontelli, der bergpredigt, dem lied salomo, michelangelo, mozart, der akropolis, dem mayatempeln, petra, angkor wat.... gehört? nee? schade. und wenn du grade die schrift erwähnst...
ich lass es lieber. dein sandwich maker ist aber sicher auch eine große kulturelle errungenschaft.


Kris

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Also, da bin ich doch glatt mal alangers Meinung! Religion = böse, das ist ganz schön simpel und stimmt so nun mal einfach nicht!
Aber Monogamie ist natürlich generell pfui bäh!


BigDi

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Setzt doch bitte nicht "Christentum" und "christliche/katholische Kirche" gleich. Das tut ja fast schon weh. Und ich glaube, die Kirche als Machrstruktur hat sich einige weitaus größere Verbrechen zu Lasten kommen lassen, als das Verschweigen von astronomischen Tatsachen. Jedoch hat sich die chrsitliche Kirche mittlerweile sehr nett der modernen Zeit angepasst, was man von einigen anderen (und teils sehr prätentiös ausgelegten) Religionen nicht gerade behaupten kann...

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Tytus

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nicht der glaube ist ein Problem, sondern wenn dieser zum Dogma wird!

was viele nicht wissen die Grundzüge der Differenzial und Integral Rechnung waren denn Griechen schon bekannt, Archimedes hat sich schon damals damit beschäftigt.
Diese ist aber die Grundlage aller Ingenieure und somit ein Grundstein des Fortschritts.

nebenbei haben auch Christen auch die letzten Spuren der Agyptischen Zivilisation zerstört!

Die waren früher viel fortschritlicher als man es heute glaubt.

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xtheunknown

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ich mache mich auch immer wieder gerne über religionen lustig, zumindest über buch und dogmatische. aber christentum ist nunmal nicht das gleiche wie kirche, die ja erst über 300 jahre später entstanden ist und dem was sie heute bei uns ist nämlich kindergarten, altenheim etc. das christentum alleine hat wahrscheinlich schon ein paar tausend verschiedene glaubensrichtungen hervorgebracht. da sollte man schon differenzieren, dann kann man auch gezielter spässe machen.

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