Spiderman
© Marvel / Sony Pictures
Hollywood gehen die Ideen aus – diese Interpretation drängt sich auf, wenn wir die aktuelle Welle von Remakes, Reboots oder „Reimaginings“, so die neuste Wortkreation der Produktionsfirmen, betrachten. Alle drei Begriffe bezeichnen eine Neuverfilmung eines bereits verfilmten Stoffes. Während ein Remake sich für gewöhnlich an einem einzelnen Original bedient und dessen Geschichte mehr oder weniger detailgetreu nacherzählt, meint ein Reboot den “Neustart” einer Reihe, der durchaus häufig Änderungen in der Geschichte mit sich bringt. Mit “Reimagining” wollen die Produzenten die Eigenständigkeit eines Remakes oder Reboots betonen, letztlich bezeichnet der Begriff aber kein eigenes, neues Phänomen. Wie wir es auch nennen wollen: Derzeit werden mehr Filme dieser Art produziert als je zuvor. Von Nightmare – Mörderische Träume über Planet der Affen bis zu den Fantastic Four: Immer mehr Franchises werden einer Verjüngungskur unterworfen, was in einigen Fällen, in denen die Originale erst wenige Jahre alt sind, schon recht bizarr wirkt.
Reboots als Erfolgsgaranten
Schauen wir allerdings auf einige Kassenschlager der vergangenen Jahre, so ist der Trend zum Reboot wenig überraschend: Batman Begins von Christopher Nolan war ein großer Erfolg, der vom Nachfolger The Dark Knight noch übertroffen wurde. Auch Star Trek von J.J. Abrams konnte an der Kinokasse punkten. Diese Beispiele zeichnen sich allerdings dadurch aus, dass sie dem jeweiligen Franchise tatsächlich etwas Neues hinzufügten. Die Batman-Filme von Christopher Nolan sind sicherlich ein Fortschritt gegenüber bestenfalls unfreiwillig komischen Versuchen wie Batman & Robin von 1997 und auch Star Trek mag an Komplexität nicht an die alten Filme und Serien heranreichen, war aber dennoch ein äußerst unterhaltsamer Science-Fiction-Film.
Ausschlachten einer bekannten Marke
Im besten Fall können Reboots und Remakes neue Generationen von Filmfans an eine interessante Geschichte heranführen oder einer spannenden, aber schwach umgesetzten Idee eine „zweite Chance“ geben. Allzu oft werden sie allerdings bloß dazu genutzt, mit einer etablierten Marke erneut Erfolge zu feiern, ohne an das Original heranzureichen, anstatt einen kreativen Neuansatz zu verfolgen. Remakes ziehen zur Freude der Studios oft die Fans des Originals erneut in die Kinos – und sei es nur, weil sie sehen wollen, was die Studios aus „ihren“ Filmen gemacht haben. Ein Reboot ist häufig ein Weg, ein erfolgreiches Franchise weiterzuführen, obwohl entweder für eine Fortsetzungen die Ideen fehlen oder aber die Beteiligten zu hohe Ansprüche stellen. Solche Ansätze werden von vielen Fans mit großer Skepsis betrachtet.
Das Remake Fame beispielsweise wird von vielen Seiten kritisiert, ein bloßer Abklatsch des Originals ohne Seele zu sein. Ein Beispiel für ein aktuelles Reboot einer erfolgreichen und eigentlich noch jungen Reihe ist Spider-Man. Zwar war der dritte Teil für viele Fans eine herbe Enttäuschung und mit Marc Webb ist die Wahl auf einen neuen, durchaus interessanten Regisseur gefallen. Aber bedenken wir, dass Spider-Man 3 erst 2007 in die Kinos kam, wirkt diese Entscheidung doch ein bisschen fragwürdig.
Profit steht über Kreativität
Ist es nun ein Mangel an Kreativität oder einfach fehlender Mut, wenn Studios statt auf neue Ideen auf etablierte Marken setzen? Der Trend zum Reboot ist jedenfalls nicht zu übersehen. Allzu oft steht der kommerzielle über dem künstlerischen Aspekt, immer weniger wird auf kreative Ideen und neue, aber eben auch risikoreichere Geschichten gesetzt – das macht die Filmkultur überraschungsarm und damit langweilig. Mit nahezu jedem neuen Remake wächst der Unmut der Fans und es bleibt abzuwarten, wie lange die großen Studios mit dieser Methode noch Profit machen können.
Was meint ihr zu diesem Trend? Freut ihr euch über Reboots, da so liebgewonnene, aber eigentlich auserzählte Reihen trotzdem fortgeführt werden können, oder sollten die Produktionschefs es zumindest bei noch immer aktuellen Filmen wie Spider-Man bei den Originalen belassen? Was sind für euch die besten, was die schlimmsten Remakes und Reboots?
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HerrLehmann (Sebastian Moitzheim) 2010/02/10 08:50:00
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Kommentare
über Hollywood im Reboot-Wahn
Kommentar schreibenDerFilmeKenner 2010/02/11 16:27:26
Kommentar löschenSich darüber zu beschweren bringt nichts, da die Studios keinen Grund haben, mit Re... aufzuhören.
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Troublemaster 2010/02/11 10:51:24
Kommentar löschenAlso ich finde ein Reboot von Spiderman völlig unnötig. Die verfilmungen hätten nicht besser sein können. Auserdem sind mehr Fans daran interessiert wie es weitergeht, als an einem Reboot, der darüber hinaus auch noch eine Low-Budget Tennie-Romanze werden soll.
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Seife 2010/02/10 23:03:39
Kommentar löschenSolange die Filme eine Qualität wie "The Dark Knight" haben, schaue ich mir das doch gerne an. Nur ist die Schwemme an Helden irgendwann belastend. Von Hell Boy bis Spiderman, von Catwoman bis Watchmen - irgendwann ist es genug und vor allen Dingen zu viel Schlechtes dabei.
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Afrin Alburu 2010/02/10 23:08:57
Antwort löschenAber doch auch viel Gutes! Hellboy - Top! Spider-Man - Flop! Catwoman - Flop! Watchmen - Top! =)
Tytus 2010/02/10 17:01:26
Kommentar löschenhoffentlich gibt es mal ein Reboot von Hollywood ;-D
für mich sind die meisten der Rebbot Filme sehr enttäuschend :(
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Mr. Goodkat 2010/02/10 16:10:21
Kommentar löschenIch freue mich über jedes Remake oder jeden Reboot der NICHT verfilmt wird.
Die Profitgier der Hollywoodstudios geht mir langsam auf den Senkel; immer dieser fast schon zwanghaften Neuverfilmungen von "älteren" Filmen die in der Vergangenheit Erfolg hatten. Das ist echt traurig. Ich hoffe mit der Zeit boykottieren Filmfans solche Filme und die Studios lassen dann davon ab.
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pseudonym42 2010/02/10 16:03:55
Kommentar löschenDas Ärgerlichste an Remakes wurde hier garnicht erwähnt:
Es gibt einen erfolgreichen nicht-Amerikanischen Film. Hollywood verdient da natürlich nichts dran. Also kaufen sie die Rechte und machen ein Remake oder versuchen mit der Idee geld zu verdienen. So zum Beispiel beim französichen 'Taxi'. Die Amerikanische Filmindustrie schiebt 'New York Taxi' hinterher.
Oder der österreichische Film 'Funny Games', wieder nichts drann verdient, verdammt! Also produzieren wir 'Funny Games US'
Und da mag jetzt jemand sagen: Re<irgendwas> kann einen künstlerischen Ansatz verfolgen. Zuerst sollte man sehen ob der Film Industriell oder künstlerisch produziert wurde. Das erkennt man meist am Bekanntheitsgrad der Schauspieler und am Produktionsland. Ich kenne nicht ein gutes Remake. Aber ich kenne ja auch nur Amerikanische.
Für die echten Originale die im kommerziellen Erfolg oft hinter ihren mist-Kopien zurückbleiben ist so etwas ein Schlag ins Gesicht. Für die Kinobesucher ist es ein Betrug und eine bodenlose Frechheit, die sie meist garnicht mitbekommen.
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nevbelethien 2010/02/10 16:49:55
Antwort löschenWenn ich ergänzen darf: [Rec] - Quarantäne, Ringu (?) - The Ring... etc. Stimme dir da voll und ganz zu!
Afrin Alburu 2010/02/10 23:08:06
Antwort löschenDie Deutschen machen das aber genau so, viel öfter und die haben in 90% der Fälle nicht mal eigene gute Filme.
Ok4no 2010/02/10 15:59:29
Kommentar löschenDer höhe Punkt wird Titanic 2 sein
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Afrin Alburu 2010/02/10 13:11:36
Kommentar löschenIch hab' rein gar nichts dagegen, dass Stoff den ich interessant finde neu verfilmt wird und wie das heißt ist mir eigentlich gnadenlos egal - bei Spider-Man, DareDevil und so manch anderem Comichelden bin ich sogar Feuer und Flamme, weil ich die so genannten Originale ziemlich mies fand... und wenn etwas das ich gut fand neu interpretiert wird, dann muss das auch nicht zwingend schlecht sein. Dass die Marken ausgeschlachtet werden, ist natürlich irgendwie schade, weil's nur ums Kohle scheffeln geht und weniger darum einen guten Film zu machen, aber das ist ein einfachen Prinzip von Angebot und Nachfrage und so lange das Publikum noch gewillt ist, sich die Neuinterpretationen anzusehen, wird es sie auch geben - auch wenn es tatsächlich lächerlich ist eine Film-"Serie" alle paar Jahre zu rebooten.
Das wichtigste Pro-Argument bezüglich der Reboots ist aber der schlichte Fakt, dass es zB Batman Comics seit den 20ern gibt und da seitdem jährlich Reboots erscheinen, neue Serien hier, neue Mini-Serien da, neue Specials dort, neue Alternative Universes daneben (alles von verschiedenen Autoren) und da beschweren sich auch die einen und der Rest duldet es oder mag es gar - man sollte sich als Fan einer Figur, eines Franchises oder eines Szenarios eben die Versionen rauspicken die einem gefallen und bei Skepsis rennt man eben nicht gleich ins Kino! Fertig ist der Lack!
Die könnten zB mal noch Blade rebooten, das wäre kool! Und wo wir gerade bei Untoten sind - ist nicht jeder neue Zombiefilm ein Reboot?
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xtheunknown 2010/02/10 14:43:10
Antwort löscheneigentlich richtig, aber man muss die geschichte nicht immer von vorne neu erzählen. ein anderer spiderman von und mit anderen leuten fänd ich ok. aber reboot heist für mich auch die entstehung nochmal erzählen und das muss nicht sein.
Afrin Alburu 2010/02/10 23:06:11
Antwort löschenDas stimmt... die Enstehung ist halt oft mit das Wichtigste an den Helden, aber du hast Recht, jedes Mal erzählen müsste man das eigentlich nicht. Naja, vielleicht liest das ja irgendjemand von den Rebootern und nimmt es sich zu herzen ;D
Oberlaender 2010/02/10 12:09:02
Kommentar löschenIch hoffe ja, dass Terminator 2 auf 3D getrimmt wird. :-D
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xtheunknown 2010/02/10 11:44:13
Kommentar löschendas schlimme ist ja das hollywood neuerdings auch noch meint die reboots müsten düsterer werden. nicht das ich was dagegen hätte, im gegenteil, aber in hollywood spache bedeutet das wir drehen jetzt in jeder szene das licht runter.
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manitu17 2010/02/10 11:12:35
Kommentar löschendas ist doch wie mit Saw. Der erste Teil war noch einigermaßen Innovativ, aber seit dem Dritten wird nur noch krampfhaft eine Story an den Haaren herbeigezogen, ohne Logik oder Sinn, nur, um weitermetzeln zu können.
Richtg sauer werd ich erst, wenns n Reboot zu die Verurteilten gibt:D
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okami6 2010/02/10 12:30:11
Antwort löschenMal den Teufel nicht an die Wand. :)
Jeder halbintelligente Regisseur wird allerdings einräumen müssen, daß man die Verurteilten an keiner Stelle verbessern kann.
manitu17 2010/02/11 10:31:39
Antwort löschenHmm.... ich würde sagen ein "Regisseur", Kaliber "Uwe Boll" würds sogar versuchen...
okami6 2010/02/11 13:27:47
Antwort löschenEin Kaliber "Uwe Boll" würde vermutlich nicht mal verstehen, was die Verurteilten so besonders macht. Allein der Gedanke bringt schlaflose Nächte....
manitu17 2010/02/11 17:23:01
Antwort löschenoder hmm... mal sehn... American Beauty 2: Im reich der Toten :D
...ich glaub ich hör auf, sonst setzt ich meinenen Atheismus noch aufs spiel, und Bitte "Gott" um "Erlösung von dem Üboll"xD
Prestigeww 2010/02/10 09:18:57
Kommentar löschenReboots an sich sind ja nichts schlechtes, denn schließlich ist fast jeder James-Bond-Film ein solches. Aber die Studios scheinen sich zu denken: Hey, warum Geld in einen innovativen Film stecken, der auch vor den Baum gehen kann, wenn es genug Deppen da draußen gibt, die auch dann noch in den nächsten Spiderman rennen würden, wenn "Spidy" nur zwei Stunden lang gegen seine Darmprobleme kämpft. Eine Filmreihe sollte nicht krampfhaft fortgesetzt werden, nur weil sie erfolgreich ist.
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manitu17 2010/02/10 11:08:45
Antwort löschenSpider Man 9: Die Rükkehr des Diabolischen Doktor Durchfalls...
Prestigeww 2010/02/10 11:27:21
Antwort löschenOT: Spider Man 9: The secret Diarrheas of Peter Parker.
Ines Walk 2010/02/10 09:16:28
Kommentar löschenÜber Star Trek habe ich mich überraschender Weise gefreut. Aber das war auch an der Zeit. Wenn jetzt nach schon drei Jahren Reboots kommen, dann wird es irgendwann langweilig.
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