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Hasen, Überflieger und die Atombombe

ITFS Teil 4

In this corner of the World - Leider etwas enttäuschend
© Tokyo Theatres K.K.
In this corner of the World - Leider etwas enttäuschend

Und wieder ging es mit dem Wettbewerb los. Zunächst mit "We're Human After All", darin geht es um einen Trickfilm Hasen und Fuchs. Ist der Hase zunächst der Gejagte, kommt schon bald ein Jäger hinzu und beide sind in Gefahr. Als der Hase in Gefangenschaft gerät, rettet der Fuchs ihn aber. Der Jäger macht jedoch bald wieder Jagd auf die beiden und schließlich hat der Hase die Wahl zu fliehen und den Fuchs zurückzulassen oder ihm nun zu helfen. Ich glaube wir alle wissen wie er sich entscheidet. Ein netter Trickfilm, der es weiß den Zuschauer zu packen. Eine weitere nette Geschichte ist "Kukuschka" in diesem verfolgt ein Vogel die Sonne und findet dabei ein Küken, welches ihm folgt. Nach einigen Versuchen ihn anderen Vögeln unterzuschieben, nimmt er sich schließlich des Kükens an. Sehr Gut war "Last Call". Hier trifft eine Katze auf ihren Ex-Partner, einen Hund (allte Tiere sind anthropomorph), während der Sicherheitskontrolle auf einem Flughafen. Dabei wird sehr menschlich darauf eingegangen, wie Missverständnisse und scheinbar kleine Fehler große Auswirkungen haben können. "A Fistful of Girolles" hingegen war einfach nur meh. Wenig überzeugend war auch "Nachtstück". Trotz sehr guter Animation, Modellen und Regie, blieb dieser Kurzfilm uninteressant. "Silence" hingegen war wieder um einiges besser, nahm sich aber auch wieder recht viel Zeit um den deutlichen Punkt in die Köpfe des Zuschauers zu hämmern. Trotzdem noch ganz gut. "Alphonse Gest Lost" war dann wieder ein leichterer und witzigerer und zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben des Titelhelden, welcher sich in Missverständnisse verstrickt.

Danach ging es weiter mit den Tricks for Kids und "OH Hiss!". Darin geht es um ein Murmeltier, welches nicht pfeifen kann und deshalb ausgeschlossen wird von den anderen Murmeltieren, diese dann aber retten kann. Danach gab es wieder "Kukuschka" und dann "Aport". Ein kurzer aber netter Film über drei ballspielende Hunde. Danach gab es den interessanten und, ähem, ungewöhnlichen "Amanda". Darin ist ein Mädchen unterwegs im Wald und trifft plötzlich einen Troll der sie auffrisst. Doch im Troll kann Amanda diesen überlisten und sich schließlich befreien. "Charlie's Buck Teeth", erzählt von einem Jungen mit riesigen Zähnen, welcher auf der Suche nach seinem Schal Abenteuer erlebt. Als er zurück kommt zu den anderen Kindern, erzählt er von seinen Abenteuern und wird von ihnen gefeiert. Wieder ernst und deprimierend ging es mit "When I Hear The Birds Sing", darin ging es um das Leben von fünf Kindern, während der Wahl in der Elfenbeinküste 2010. Tragisch, aber auch mit Hoffnung werden die Berichte der Kinder wiedergegeben.

Anschließend gab es mit "Die Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper" einen deutschen Spielfilm. Darin ging es um einen einen Spatz, welcher von Storchen aufgezogen wird. Es gibt einige wirklich gute Animationen, Modelle und Texturen, teilweise sieht man aber auch ein paar mal deutlich, dass es hier kein Hollywood Budget gab. Allerdings hat mich die Story an manchen Stellen verloren und viele Elemente hat man schon (meist besser) in Disney Filmen gesehen. Etwas genervt haben mich die Internet Anspielungen. Ohne diese würde ich den Film vielleicht noch manchen Leuten empfehlen, aber diese Witz wurden zu oft gebracht und haben sich in die Länge gezogen. Und es gibt einfach viele bessere Alternativen als diesen Film. Schlecht würde ich es aber trotzdem nicht nennen, wahrscheinlich eher mittelmäßig oder durchschnittlich.

Leider musste ich an diesem Tag wieder nach hause und musste früher gehen. Also war der letzte Film für mich an diesem Tag "In This Corner Of The World". Darin ging es um eine Frau, welche um die Zeit des Zweiten Weltkrieges lebt und man erhält einen Einblick in ihr Leben davor und danach, aber der Fokus wird auf die Zeit des Krieges gelegt. Zuvor wurde noch darauf hingewiesen, dass es sich hier um einen preisgekrönten Film handelt, welcher den japanischen Oscar in der Kategorie Zeichentrickfilm gewonnen hat. Leider muss ich aber sagen, das ich den Film nicht sonderlich toll fand. Er war nicht schlecht, aber definitiv nichts für mich und hätte ich ihn zu Hause gesehen so hätte ich wohl umgeschaltet. Der Stil war einfach, die Story erinnerte an "Ethel & Ernest" (vielleicht konnte mich der Film deshalb nicht überzeugen, da ich schon etwas ähnliches und hervorragendes gesehen habe), hatte aber die Frau im Fokus. Es gab witzige Momente, allerdings war die Frau arg blöde, durch den einfachen Stil wird es spätestens während des Krieges schwer ein paar der Männer auseinander zu halten und da es recht viele Personen gab, war es auch schwer sich alle Namen zu merken. Außerdem waren die Charaktere und die Geschichte teilweise etwas unausgeglichen. So gibt es eine nette Situation in der unsere Hauptperson ein kleines, verwahrlostes Mädchen trifft und dann sieht man plötzlich einen Rückblick, in dem das Mädchen mit der Mutter unterwegs war und diese dann von einer Bombe zerfetzt wurde. Das Mädchen bleibt bei der sterbenden und dann toten Mutter. Diese ziemlich furchtbare und tragische Szene passt aber nicht so ganz zum Rest, vor allem aufgrund der expliziten Darstellung der Verletzung (Gewalt und Blut wurden kaum im Film gezeigt, auch wenn es traurige Szenen gab und diese Szene wirkte auch noch unnötig, da es eine Rückblende war). Ich hatte mir einfach etwas mehr erhofft, aber ich kann sehen warum anderen der Film gefallen könnte.

Damit Endete dieser Tag für mich und damit leider auch das Festival. Zwar wollte ich noch zum letzten Tag zurück, doch mein Kollege wollte nicht und so blieb ich auch zu Hause. Trotzdem war es wieder ein gelungenes Festival und ich hoffe ich kann nächstes Jahr wieder zu Gast in Stuttgart sein.

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