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Kasachstan will Rache für Borat

ueberbelichtet (Aljoscha Grabowski), Veröffentlicht am 10.08.2010, 11:29

Mit Borat hatte Sacha Baron Cohen 2006 die autoritäre Regierung in Kasachstan ganz schön verärgert. Mit der Komödie Mein Bruder Borat will das zentralasiatische Land der Welt zeigen, was Kasachstan wirklich zu bieten hat und sich nebenbei an dem britischen Komiker rächen.

Nicht jeder fand Borat lustig Nicht jeder fand Borat lustig © 20th Century Fox

Wenn wir dem Film Borat Glauben schenken dürfen, ist Kasachstan ein rückständiges, kleines Land in Zentralasien, in dem Prostitution und Kriminalität an der Tagesordnung sind und in dem die Einwohner ein etwas zu enges Verhältnis zu ihren Haustieren haben. Wir haben damals viel gelacht, aber wir waren uns auch bewusst, dass uns der britische Komiker Sacha Baron Cohen da eine arg überspitzte Version Kasachstans zeigt.

Die Kasachen selbst fanden Borat weniger lustig. Gekränkt in ihrem Nationalstolz verbot die autoritäre kasachische Regierung den Film, Präsident Nursultan Nasarbajew soll sogar vor lauter Wut beim damaligen britischen Premierminister Tony Blair angerufen haben.

In der Mockumentary Borat reiste 2006 ein fiktiver kasachischer TV-Moderator (Sacha Baron Cohen) mit seinem Assistenten in die USA, um alles über die dortigen Sitten und Gebräuche in Erfahrung zu bringen. Der Film zielte hauptsächlich darauf ab, dem amerikanischen Volk in satirischer Form einen Spiegel vorzuhalten, Kasachstan nahm Sacha Baron Cohen dabei eigentlich nur nebenbei aufs Korn.

Das ist vielen Kasachen aber egal gewesen. Als etwas verspätete Antwort auf Borat plant der kasachische Regisseur Erkin Rakischew nun den Film Mein Bruder Borat. Darin soll ein Amerikaner nach Kasachstan reisen, um sich persönlich davon zu überzeugen, ob es dort wirklich so schlimm ist, wie Borat es darstellt. Dabei trifft der neugierige Tourist Borats Bruder, der ihn in das wahre Heimatdorf des TV-Reporters führt. Und das liegt gar nicht in Kasachstan sondern in England.

Das klingt nach einer echten Retourkutsche, die da im Frühjahr 2011 in unsere Kinos kommt. Über den Sinn dieser Aktion brauchen wir wohl nicht zu diskutieren. Sacha Baron Cohen wird sich sicher wie ein kleines Kind über die inofizielle Borat Fortsetzung freuen, ihn werden Erkin Rakischew und seine verärgerten Landsleute damit also sicher nicht auf die Palme bringen können. Im besten Fall wird auch Mein Bruder Borat ein Komödienhighlight und dann hätten wir alle gewonnen.


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Kommentare

über Kasachstan will Rache für Borat


Delter

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Für mich überschreitet der Film Borat einfach die sprichwörtliche "Grenze des guten Geschmacks".
Kritische, konstruktive Filme sagen mir zu, nur denke ich dass bei Cohen nicht mehr die Kritik und der Wille nach Veränderung und Verbesserung im Vordergrund stehen, sondern das reine Spektakel.
Der Kerl ist meiner Meinung nach schlicht niveaulos und versucht das mit Wiederholungen der Gesellschaftkritik von vorgestern zu kaschieren.

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FordFairlane

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Fand Borat schon nicht lustig, war nicht mein Humor! Und das USA etwas seltsam ist wissen wir alle. Aber was kasa.... jetzt machen will isz quatsch

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Eneb

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Spannende Geschichte. Ich hoffe mal auch, dass es ein unterhaltsamer Film wird. Das wäre einer der positivsten Wege zu zeigen, dass Kasachstan garnicht so rückständig ist.

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asscobra

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Der Tourist trifft Borats Bruder? Bilo??? Wer hat den denn aus seinem Kafig gelassen?

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