Kino-Reboot: Buffy ohne Joss WhedonBearbeiten

Veröffentlicht am 27.05.2009, 15:40

Buffy – The Vampire Slayer kehrt zurück ins Kino – allerdings völlig anders, als die Fans sie lieben und ohne Mitwirkung ihres geistigen Ziehvaters!

Buffy als Actionheldin? Buffy als Actionheldin?

Die Zahl der Menschen, die die Serie alleine auf Grund ihres Namens nicht anschauten, ist Legion. Buffy – The Vampire Slayer Buffy, was für ein unglaublich dämlicher, alberner, schlicht nicht ernst zu nehmender Name. Ein Mädchen, das Buffy heißt und gegen Vampire und Dämonen kämpft. Wie cheesy ist das denn? Und wieso lieben so viele Menschen die Serie abgöttisch?

Der Titel ist ein guter Hinweis. Denn er ist nur auf den ersten Blick dumm. Auf den zweiten enthüllt er genau die Art von Humor und Doppelbödigkeit, die ihren Macher Joss Whedon auszeichnet. Natürlich ist sich Wheadon der Ironie bewusst, wenn er einen Namen wählt, der mit dem Klischee “blöd, blond und große Hupen” verbunden ist. Einen Namen der zu einem kichernden, dummen modernen Cheerleader passt. Und dann der Zusatz – “the Vampire Slayer” – eine dem klassischen Fantasy-Kanon entstammende Wortschöpfung, die mit tapferen, getriebenen und heldenhaften Protagonisten wie Van Helsing verknüpft wird.

Die Serie besaß genau diese Stärke, sie war in einer realen Welt angesiedelt, sie nahm ihre jugendlichen Figuren ernst und verfügte gleichzeitig über einen erwachseneren, ironischen, popreferenziellen Background der sie in ihrer Sprache und Erzählstruktur von anderen Teenie- aber auch Fantasy-Serien abhob.

Unter der Führung von Joss Wheadon erschuf eine talentierte Autorencrew das Buffyverse, eine komplexe Welt in der tieftraurige Episoden wie THE BODY (vielleicht das Beste was im TV je zum Thema Schock und Trauerverarbeitung gedreht wurde) neben humorvollen und überdrehten Musical-Fantasien wie ONCE AGAIN WITH FEELING und garstigem Horror wie HUSH möglich waren. Buffy schaffte es die Figuren über das hanebüchene Fantasy-Setting zu transzendieren, mitreißende, mutige, witzige und originelle Geschichten zu erzählen.

Wenige Serien (Star Trek und Die Simpsons vielleicht mal ausgenommen) haben sich zudem einer derartigen Beliebtheit bei Sozial- und Medien-Wissenschaftlern erfreut. Die Buffy-Studies haben ihren eigenen kleinen Platz im wissenschaftlichen Kosmos, ob es nun um die vermittelten post-feministischen Frauenfiguren der Serie geht, die Vor- und Nachteile selbst gewählter Familienstrukturen, den Umgang mit heiklen Themen wie Schuld und Vergeltung oder schlicht “Fernsehen als Kunstform”. Verdientermaßen gab es dafür mehrere Emmys, Saturn-Awards und eine Auszeichnung mit der renommierten SF-Auszeichnung HUGO.

Buffy hat viel bewirkt und viel verdankte die Serie dabei neben Autoren und Schauspielern natürlich auch Joss Wheadon. Dabei war der Vampirjägerin anfänglich nicht viel Glück beschieden. Ihr erster Auftritt war ein wenig erinnernswerter, nicht im TV sondern im Kino: Buffy, der Vampirkiller gedreht von Fran Rubel Kuzui, die Wheadons Konzept nicht wirklich verstanden hatte und den Titel zu wörtlich nahm. Eine blubberige, alberne Teen-Horror-Komödie an der bestenfalls erinnernswert ist, dass der ehmalige Kindershow-Star PeeWee Hermann, alias Paul Reubens, hier erstmal einen Bösewicht gab (nachdem er vorher seine Karriere gehörig ruiniert hatte, weil man ihn in autoerotischen Handlungen vertieft in einem Pornokino ertappt hatte).

Ein Wunder eigentlich, dass Buffy nach diesem Start einige Jahre später im TV noch eine zweite Chance erhielt und dort endlich ihr wahres Potential entfalten durfte. Selbst die nach Ende der 7. Staffel veröffentlichten Comic-Alben, die eine direkte Fortsetzung der Serie darstellen, schafften es das Niveau der Serie zu halten und heimsten ebenfalls Lobpreisungen und Auszeichnungen ein.

Es verwundert nicht, dass ein so lukrativer Franchise natürlich Begehrlichkeiten weckt. So auch die von Fran Rubel Kuzui, die seit dem ersten Film noch Rechte an der Buffy-Figur besitzt und auch die Serien Buffy und Angel mitproduzierte. Sie hat jetzt angekündig Buffy zurück ins Kino zu bringen – auf den ersten Blick keine so schlechte Idee, denn die Serie endete mit einem Knall der die ideale Grundlage für einen spektakulären Film bieten würde.

Damit wird es jedoch nichts, denn Frau Kuzui ließ heute verlauten, sie plane einen Reboot, der düster und Event-Kino-kompatibel sein werde und mit der Serie nichts zu tun haben soll. Weder die bekannten Figuren werden vorkommen, noch wird Joss Wheadon mit dem Film irgendwas zu tun haben. Es soll eine komplett revampte Buffy geben, die nichts mit der von Sarah Michelle Gellar über sieben jahre verkörpten Figur zu tun haben wird.

Seit The Dark Knight, Star Trek und James Bond – Casino Royale haben diese Reboots ja Konjunktur und die Stichworte “Dunkel” und “Edgy” werden gerne verwendet um zu kaschieren, dass man lediglich mit der Kamera herumwackelt und die Charaktere zu austauschbaren Action-Dummies ohne ihre typischen Stärken und Schwächen werden lässt. Und wie Buffy noch “dunkler” werden soll, ist in Anbetracht der extrem düsteren Serie, keine banale Frage.

Das Fan-Echo ist zurecht negativ. Warum sollte auch die Regisseurin die den völlig banalen Film gedreht hat und ansonsten nichts erwähnenswertes in ihrer Regie-Vita vorzuweisen hat, tatsächlich einen guten Streifen abliefern. Und was könnte das Kino einer “neuen Buffy” hinzufügen außer pompöser Explosionen, CGI-Tricks und platten Teenie-Scherzen, wie wir sie zuletzt bei Star Trek ertragen durften. Oh und natürlich eine Menge romantischem Geschmiere, wie es seit Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen) wieder schwer in Mode ist.

Produziert werden soll das ganze von Vertigo Entertainment, die sich auf Remakes spezialisiert haben und bereits für die US-Fassungen diverser Asia-Schocker zuständig waren. Klingt nach einem simplen Cash-In, auf das ich nicht wirklich scharf bin.

Wird Zeit sich mal wieder die Serie anzusehen. Oder den Zeichentrick-Piloten. Oder sich auf die zweite Staffel von Joss Wheadons Dollhouse zu freuen. Oder sich nochmal Doctor Horribles Sing-a-long Blog anzuschauen.

Die Möglichkeiten sind unendlich…


Batzman (Oliver Lysiak)

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alanger

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klasse batzman! endlich bricht mal jemand eine lanze für diese GRANDIOSE serie.
bei dem film bin ich (als erklärter buffy-fan) mehr als skeptisch.

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Liam Quinn

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Ach ich liebe diese Serie. Will gar nicht wissen wie oft ich die einzelnen Episoden damals rauf und runter geguckt habe. Buffy hatte alles was das Herz begehrt. Ich habe ja immer mal wieder darauf gehofft das die Serie auf irgendeiner Weise weitergeht. Aber ohne Joss Whedon wird das nichts. Da bin ich mir sicher, denn er ist das Herz und die Seele.

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nurleben

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Oder Firefly zu schauen. Oder Serenity zu schauen :D :). Ich behaupte mal, Firefly kann mit Buffy mithalten, wenn man sich vorstellt, wie vielschichtig es in der 7. Staffel wäre :). Und die Pilotfolge hat mich mehr in den Bann gezogen als die von Buffy ...

Eh, aber danke für den Artikel. Da kommt wirklich rüber, wie sehr du die Serie magst :). Das der Film scheiße wird, is schonmal programmiert ...

Ich will Buffy auch irgendwann mal gucken, muss ja auch nich mit Staffel 1 anfangen :D ...

@Buffy-Fans: Was wär denn ein guter Einstiegspunkt, wo man noch nich allzuviel verpasst hat und das etwas ganze weniger Trashig und Cheesig, schon etwas gereift ist und mehr in die Tiefe geht?

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nurleben

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Danke erstmal :),
am besten ich schau zuerst mal in Season 2 rein und wenn ich mich dann immer noch nich mit anfreunden kann, halt mit Season 3. Die 2. könnte ich dann ja später noch out of order schauen, wenn mir die Charas mehr ans Herz gewachsen sind :).
Bin mal gespannt, ob mir die Serie dann doch gefällt ...


nurleben

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Hab jetzt mal in die 2. Staffel reingeschaut. Ist doch schon wesentlich zugänglicher :).

Dialoge und Charas sind auf jeden Fall interessant. Meine Lieblingsfigur ist der datingnervöse Lehrer/Mentor :).

An die Grusel- und Schockmomente muss ich mich aber noch gewöhnen :D.


Fatzenbolt

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hm buffy hat mich irgendwie nie so überzeugt (hab aber auch nur einzelne episoden gesehen)... mal schaun wie der film wird.

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DonSiggi

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Es wird schwierig den Geist der Serie einzufangen, waren immerhin sieben Staffeln, von denen die erste und letzte nicht gerade überragend waren. Wobei die erste noch immerhin den Vorteil der Einführung und Entwicklung hatte.

Ich tippe auf ein simples, etwas mehr auf Horror gehendes Remake des Kinofilms in der Hoffnung, das die Leute durch den Titel ins Kino rennen.

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slayerapitz

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Es heißt nich ONCE AGAIN WITH FEELING sondern ONCE MORE WITH FEELING!!!!
Das ist ein Fehler, auf den man hinweisen muss, weil sogar das Titellied dieser Folge so heißt.

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