Kitsch statt Horror in Peter Jacksons In meinem Himmel Bearbeiten
Veröffentlicht am 25.11.2009, 11:30
Vor einigen Jahren ließ Peter Jackson im dritten Teil der Herr der Ringe-Saga den König zurückkehren, gestern beugte er das Haupt vor dem Prince of Wales. Anlässlich einer Vorführung von In meinem Himmel in London kamen neben etlichen Stars und Sternchen auch Prinz Charles samt Camilla Parker-Bowles zum Leicester Square. Am Tag danach liefern die britischen Zeitungen neben ausgiebiger Berichterstattung vom roten Teppich auch ersten Rezensionen der Verfilmung von Alice Sebolds Bestseller.
Hier sind erste Pressestimmen zu In meinem Himmel
Kirk Honeycutt vom Hollywood Reporter lobt vor allem die schauspielerische Leistung von Saoirse Ronan, die der Klebstoff sei, der die Geschichte zusammenhalte. Am Ende spart Honeycutt nicht mit Kritik: “Es war von vornherein klar, dass sich die Geschichte nicht leicht verfilmen lässt. Peter Jackson und sein Team verwenden dieselben Figuren und viele der selben Begebenheiten, aber erzählen eine grundsätzlich andere Geschichte. Dieser fehlt zwar nicht die Spannung, der Humor und die fesselnden Details. Aber sie ist gleichzeitig einen einfachere, plakativere Erzählung, die die Freude und das Herzleid des Originals vermissen lässt.”
Xan Brooks vom Guardian gibt In meinem Himmel 2 von 5 Sternen. Er kritisiert vor allem, dass der Film die Buchvorlage verharmlose – entfallen sei beispielsweise eine Szene, in der Susies Eltern ein abgetrenntes Körperteil ihrer Tochter finden. Die visuelle Gestaltung des Himmels hingegen wirke wie purer Kitsch, weshalb Brooks seine Rezension mit den Worten schließt: “Peter Jackson richtet sich mit abgewandten Augen auf und versprüht süßliches Parfüm nach links und rechts.”
Auch Mike Goodridge (Screen Daily) ist mit der Adaption nicht zufrieden: “Die lang erwartete Verfilmung von Alice Sebolds Bestseller durch Peter Jackson wurde teilweise hervorragend umgesetzt, teilweise frustrierend unrund. Sebolds ein Leben umspannende Geschichte – sie spielt zur Hälfte im Himmel, zur Hälfte auf der Erde und wird aus der Ich-Perspektive eines Mädchens erzählt – galt schon immer als schwer adaptierbar; Peter Jackson findet keinen guten Erzählfluss für das Werk. Einzelne Sequenzen und kreative Entscheidungen sind hingegen goldrichtig.”
Mittlerweile existiert auch ein deutscher Trailer zu In meinem Himmel:
Die 14jährige Susie (Saoirse Ronan) wird ermordet. Damit beginnt die Geschichte. Der Film folgt ihr, wie sie die Welt nach dem Tode erkundet und ihre Hinterbliebenen beobachtet. Mitunter gelingt es ihr einzugreifen, aber nur ihr Vater und ihr Bruder können sie sehen. Weder die Polizei, noch ihr Vater (Mark Wahlberg) sollen eine Spur oder ihre Leiche finden. Susie bleibt verschwunden, und mit der Zeit müssen sich ihre Eltern damit abfinden, sie nie wiederzusehen. Nur Susie weiß, dass sie von einem Nachbarn (Stanley Tucci) vergewaltigt und ermordet wurde. Wird sie einen Weg finden, ihre Familie zu erreichen und weiteres Unheil zu verhindern?
In meinem Himmel läuft am 21. Januar 2010 in den deutschen Kinos an.
Malu (Martin Lukas) 2009/11/25 11:30:00
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Kommentare
über Kitsch statt Horror in Peter Jacksons In meinem Himmel
Kommentar schreibenLMSMDK 2009/11/25 19:44:49
Kommentar löschenEgal ob Kitsch, egal ob Horror, diesen Film muss ich mir unbedingt anschauen.
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Ukri 2009/11/26 19:52:38
Kommentar löschenMir EGAL, was die ganzen Kritiker da sagen.Ich finde die Handlung sehr interessant, weil ich sowas in der Richtung noch nie gesehen habe.Und kitschige Filme können auch sehr traurig und mitfühlend sein.
Dass er viele CGI-Effekte integriert hat, stört mich überhaupt nicht.Wenn es schön und umwerfend aussieht, und zum Ganzen passt, kann da von mir aus so viel CGI sein, wie in Transformers 1 und 2 zusammen.
Also ich bleibe gespannt.
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Ich habe den Roman gelesen und erinnere mich auch an keine Szene, wo die Eltern ein abgetrenntes Körperteil ihrer Tochter finden. Wenn dem so war, ist es nicht so relevant, dass es unbedingt in den Film mit rein muss. Wichtig ist ja, dass die Trauer und der Schmerz gut rüberkommen, darüber ein Kind zu verlieren und keine Leiche zu haben, durch die man das Ganze verarbeiten kann.
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Bandrix 2009/11/25 17:20:41
Antwort löschenGoldrichtig!
KitKat 2009/11/26 00:52:25
Antwort löschenIch habe das Buch gerade erst vor ein paar Tagen ausgelesen. Die Eltern finden kein Körperteil, das ist richtig, aber der Hund der Nachbarn findet einen Ellbogen. Ich nehme mal an, dass das damit gemeint war.