Klassentreffen - Spannender UnsinnBearbeiten

Veröffentlicht am 11.01.2010, 07:32

Das Kölner-Team in der Midlife-Crisis. Ein Klassentreffen mit dem alten Abijahrgang sorgte bei Ballauf für heftige Selbstzweifel. Ganz nebenbei geriet er in einem Tatort, bei dem die Wahrscheinlichtkeit gerade Urlaub genommen hatte, auch noch unter Mordverdacht.

Ballauf als Mörder seines ehemaligen Klassenkameraden? Ballauf als Mörder seines ehemaligen Klassenkameraden? © ARD / WDR

Zuschauer, die viel Wert auf eine logische Geschichte legen, hatten gestern Abend wahrscheinlich nicht viel Freude am Tatort – Klassentreffen. Denn die Story um Kommissar Ballauf (Klaus J. Behrendt) der beim Besuch des titelgebenden Klassentreffens in einen Mordfall stolpert, erforderte schon zwei zugedrückte Augen, wenn er wirklich Spaß machen sollte. Ballauf geriet dabei nicht nur ins Visier der ermittelnden Kollegen, sondern stellte obendrein fest, dass der Mordfall mit einem anderen Fall aus Köln zusammenhängt, in dem sein Partner Schenk (Dietmar Bär) gerade ermittelt.

>Foto-Show: die Bilder zum Tatort : Klassentreffen

Nicht nur diese Zufälle wirkten reichlich erzwungen, auch die vielen Plotwendungen mit den mehrfachen Auflösungen strapazierten die Glaubwürdigkeit des Falls. Wenn am Ende die Korruption im Bau- und Stiftungs-Millieu enthüllt war, die Assistentin und die Geliebte als Mörderinnen überführt wurden, erinnerte das Ganze durchaus an einen Agatha Christie-Krimi.

Wer es allerdings schaffte sich auf das unwahrscheinliche Ganze einzulassen, bekam einen wie immer gut gespielten und unterhaltsamen Tatort geliefert, dessen Stärken in der Dynamik des Teams und den genüsslich ausgespielten Spannungen zwischen Ballauf, Schenk und Kollegin Lüttgenjohann) lagen. Und so hanebüchen auch die Zufälle waren, die die Fäden des Falls zusammentrieben, so genau beobachtet waren die Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Ballaufs scheue Annäherung an die ehemalige Freundin Katja (glaubhaft gespielt von Karoline Eichhorn), die gespannte Atmosphäre beim Klassentreffen selbst, auf dem gestandene Männer wieder in die Rollen zurückfallen, die sie längst überwunden glaubten. Die Konfrontation mit einem halb gelebten Leben, die auch Ballauf zwingt Zwischenbilanz zu ziehen, sich zu fragen, was er geschafft und welche Chancen er verpasst hat.

Das war bisweilen etwas plakativ und in seiner Schlußsymbolik auch nicht eben subtil, warf aber dennoch ein recht erhellendes Licht auf die Figur des Kommissars, der auch in den Augen der Zuschauer nur als Ermittler existiert und dessen Privatleben ein depremierendes Bild abgibt. Hier ähnelt Ballauf nicht zufällig dem Kollegen Schimanski, der ebenfalls als einsamer alter Wolf sein Dasein fristet.

Mit den Figuren und dem bekannten Ensemble schaffte der Tatort – Klassentreffen schließlich einen versöhnlichen Ausklang, der trotz der konstruierten Geschichte zu gefallen wusste.

Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hat euch der Tatort – Klassentreffen gefallen? War er spannend oder zu verworren? Glaubwürdig oder langweilig? Wir sind gespannt auf eure Kommentare und Bewertungen


Batzman (Oliver Lysiak)

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Kommentare

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Chacko

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Schließe mich im Großen und Ganzen dem Kommentar-Schreiber an, mit dem Unterschied, dass es die charakterlichen, zwischenmenschlichen Pointen der Protagonisten nicht mehr herausreißen konnten. Der Plot war insgesamt langweilig, vorhersehbar und bieder. Die "Auflösung" hat mich am Ende nicht mal mehr interessiert. Schade, denn das Thema (Lebensbilanzen, Eitelkeiten, Schein und Sein einer Ehe u.v.m.) hätte viel (mehr) hergegeben.

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clememsbarono

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...ich bin seit einigen Jahren ein großer FAN der skandinavischen Krimis geworden. Trotzdem gucke ich ab und wann mal hier und da herein. Gestern hat mich sehr gestört, dass manche SchauspielerInnen, die bereits in anderen Tatorten andere Rollen spielen durften, dabei waren?! Allein diese Tatsache stört mich ungemein!

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steffyF

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...unglaubwürdig, langweilig!

Es ging dabei hauptsächlich um ein Thema "Ruhr 2010" dazu sollte eine Geschichte konstruiert werden *gaehn*

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berliner bär

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So langsam aber sicher fallen mir die persönlichen Kabbeleien zwischen den Kriminalisten auf den Wecker (vor allem bei den Kölnern und den Münchnern). Es ist immer das Gleiche. Ansonsten kann ich der o.g. Kritik nur zustimmen - habe ziemlich gegähnt.

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diekritische

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Ich habe nicht viel erwartet und es war auch dadurch nicht enttäuschend. Ziemlich lahm das Ganze und zu viele Verknüpfungen, die letztendlich nicht überraschen.
Also kann ich nur dem Kritik-Artikel oben zustimmen.

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4bis5

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Der beste Tatort bisher!

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nadel

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Das Thema ist es wert, aufgegriffen zu werden.
Ihnhalt des Buches- überladen. Da kann ma gut 3 Serien daraus machen.
Schauspieler wie immer gut bis brilliant.
Regie und Kamera herauszuheben
Der Blick hinter die Kulissen ist es, der diesen Tatort sehenswert macht, ja sogar aufschlussreich.

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rofrie

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Die ständigen persönlichen Geschichten der Kommisare nerven. Wann endlich gibt es einen Tatort, bei dem zielstrebig und mit spannendem Ablauf allein das Verbrechen und dessen Aufklärung gezeigt wird ?

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Klaudandus

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Mir gefallen "Ballauf" und "Schenk" immer sehr gut. Das beste Duo ist
natürlich "Boerne" und "Thiel" :-)>
(Stuttgart und Leipzig is abartig schlecht).

Aber es stimmt schon, dieses hin und her, gestern beim "Klassentreffen", war
des guten schon etwas zuviel und nach Logik und Realismus muss man gar nicht
erst fragen...

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Kani

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Dito, aber am schlechtesten ist Frankfurt und Berlin.
Stuttgart und Leipzig finde ich klasse, auch Saarbrücken.


maba1

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Saarbrücken klasse?
Als alter Saarländer reicht man Lokalpatriotismus hier bei weitem nicht aus...


Billy Jenkins

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Dieser und andere Tatorthandlungen sind an Schwachsinn nicht mehr zu toppen.

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monalisa

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Hat mit Krimi nicht viel zu tun.Eher Beziehungskiste oder Selbstfindung und davon gibt`s weissgott
schon genug. Wo bleiben die richtig guten spannenden Krimis??????
Da können wir uns mal ne Scheibe an Wallander oder anderen skandinavischen
Filmen abschneiden.Ansonsten............gähn!!!!

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Filmbold

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Die heutigen "Tatorte" werden immer dämlicher. Was waren der verblichene "Kommissar" oder "Derrick" noch spannend. Heute sind die "Rosenheim-Cops" im ZDF fast Kult mit Witz und Handlung. Dagegen ist "Tatort" das Sonntagsabend-Sandmännchen für Erwachsene.

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Holländer65

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anstatt immer nur alles zu kritisieren,solltet ihr vielleicht mal darüber nachdenken,wie man das verbessern kann.es hat doch sicherlich jeder in seinem leben schon einmal ein erlebnis gehabt,das man mit ein wenig phantasie in eine gute story mit guter handlung verändern kann.

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Kani

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Ich fand, daß der Tatort sehr abwechslungsreich war, die Sympathie der Charaktere wie immer bestechend, wenngleich es schon spannendere gab. Aber Ballauf sollte allmählich was festes bekommen.
Und wie ich gehört habe, kommt Schimmi ja nächstes Jahr in einem Fall auch dazu. Das wär der Oberhammer, denn neben den Münsteranern gehören Ballauf und Schenk zu meinen Lieblingskommissaren.

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maba1

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Einfach nur schlecht.

Hier übrigens ein probates Mittel, um den Mörder beim Tatort bereits wenige Sekunden nach seinem ersten Auftritt zu identifizieren:

Der Mörder ist i.d.R. eine maximal mittelverdächtige Person, die zwischen der 18. und 25., selten bis zur 30.Minute, öfter beiläufig, erstmals in Szene gesetzt wird.

Der erste Auftritt muss nicht extrem unbedarft sein, allerdings darf die Person i.d.R. auch nicht direkt durch ein offensichtliches Motiv verdächtig sein.
Obige Regel befolgend, kommen meist eh nur 1-2 Personen in Betracht.
Der Mörder wird beim ersten Auftritt meist alleine vorgestellt oder ihm gebührt zumindest die "Hauptrolle" in der Szene.

Probiert es mal aus, einfach beim ersten neuen Charakter ab ca. der 20. Minute, auf den obige Kriterien zutreffen, laut "Mörder" schreien - Trefferwahrscheinlichkeit 75%!!

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