Heute im TV

Kontroverses Regiedebut von Vincent Gallo

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, das Portemonnaie leer und die Blase voll, sucht Billy Brown (Vincent Gallo) nach einer Toilette um sich endlich zu erleichtern. In einem Stepptanz-Studio wird er fündig, verfängt sich am Telefon mit seiner Mutter jedoch in einem unangenehmen Lügenkonstrukt. Da er, anders als behauptet, kein erfolgreicher und verheirateter Geschäftsmann ist, kidnappt er kurzerhand die Tanzschülerin Layla (Christina Ricci), um sie seinen Eltern als seine Ehefrau vorzustellen. Aus der Fake-Beziehung wird allmählich ernst, als sich Layla tatsächlich in Billy verliebt. Dieser hat jedoch eigene Dämonen, mit denen er fertig werden muss.

Buffalo ’66 ist von Vincent Gallo nahezu im Alleingang realisiert worden. Neben der Hauptrolle und der Regie, übernahm er auch die Komposition des Soundtracks und schrieb das Drehbuch. Wie bei allen seiner zum Teil scharf kritisierten Filme, konnte er so sicher gehen, dass Buffalo ’66 ganz seiner Ansicht von Form und Inhalt entspricht.

Der Film balanciert zwischen der Tragik eines Charakters, der zu keinerlei Nähe fähig ist und subtil komischen Momenten. Christina Ricci als Layla überzeugt schauspielerisch genauso wie Gallo selbst. Buffalo ’66 spaltet jedoch die Kritiker. Die eine Hälfte sieht den Film als eine ehrliche, wenn auch eigentümliche Perle des Indie-Films. Die andere Hälfte verurteilt ihn als Egomanie eines Regisseurs, der nicht so gut ist, wie er glaubt. Buffalo ’66 ist auf jeden Fall einen Blick Wert. Denn so schnell wird eine breite Öffentlichkeit keinen Film von Vincent Gallo mehr sehen. Aus den teils harten Kritiken seiner späteren Filme Brown Bunny und Promises Written in Water hat er die Konsequenz gezogen, nie wieder einen Film zu veröffentlichen. Bisher hat er Recht behalten.

Was: Buffalo ’66
Wann: 20.15 Uhr
Wo: zdf.kultur

Themen:

Deine Meinung zum Artikel Kontroverses Regiedebut von Vincent Gallo

lädt ...