Nach Alkohol- & Drogensucht

Lars von Trier will nüchtern keine Filme mehr machen

Lars von Trier am Set zu The Boss of it All
© Zentropa Productions
Lars von Trier am Set zu The Boss of it All

"Jeden Tag eine Flasche Wodka." Bei seinem ersten offiziellen Interview nach seinem Nazi-Eklat vor drei Jahren in Cannes bricht Lars von Trier mit einem schockierenden Geständnis sein öffentliches Schweigen. Gegenüber der Zeitung Politiken offenbarte der dänische Filmemacher, dass er jahrelang unter einer starken Alkohol- und Drogensucht litt und seine Filme nahezu ausschließlich im Rausch zu Papier brachte. Doch damit nicht genug, denn der Regisseur könne sich derzeit kaum vorstellen, im nüchternen Zustand jemals wieder ein (kreatives) Filmprojekt auf die Beine zu stellen. (via The Hollywood Reporter)

Im Augenblick ist von Trier nach eigenen Angaben clean und besucht regelmäßig Treffen der Anonymen Alkoholiker, um mit seiner Sucht umzugehen. Doch noch vor ein paar Jahren benötigte der Regisseur solcher Filme wie Melancholia oder Antichrist täglich eine Flasche Wodka, um in die für ihn nötige "Parallelwelt" einzutreten und in dieser kreativ arbeiten zu können. Demnach hat er beinahe alle seine Filme unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen geschrieben. So entstand beispielsweise sein Drama Dogville während eines intensiven Drogen-Exzesses innerhalb von nur zwölf Tagen. Im Gegensatz dazu benötigte von Trier für das Drehbuch zu Nymphomaniac ganze 18 Monate - und das im nüchternen Zustand. Seine Gedanken darüber äußert er wie folgt:

Ich weiß nicht, ob ich noch mehr Filme machen kann und das beunruhigt mich. Es gibt keine kreative Ausdrucksform mit einem künstlerischem Wert, die von einem ehemaligen Alkohol- oder Drogensüchtigen geschaffen wurde. Wer zum Teufel würde sich mit einem Rolling Stone ohne Schnaps oder mit einem Jimi Hendrix ohne Heroin herumschlagen wollen?

Ob Lars von Trier das Filmemachen nun wirklich endgültig an den Nagel hängt, steht natürlich noch nicht fest. Erst vor wenigen Monaten wurde bekannt gegeben, dass der Regisseur mit dem Gedanken eines "trierschen" Actionfilms spiele. Auch wenn die Realisation seines nächsten Projekts höchstwahrscheinlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als sein Zwölf-Tage-Dogville-Sprint, ist die Filmkarriere des Regisseurs womöglich doch noch nicht abzuschreiben.

Was haltet ihr von dem Geständnis von Lars von Trier?

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