David Fincher präsentiert uns einen Nippel
guggenheim (Nils Pape), Veröffentlicht am 09.06.2011, 09:40
Die Neuauflage des skandinavischen Thrillererfolgs Verblendung kommt immer näher. Den Trailer des Films, bei dem David Fincher Regie führt, konnten wir euch schon zeigen, erste Bilder ebenso. Jetzt ist ein neues Plakat erschienen, das sich eigentlich nur ein ganz klein wenig vom ersten Poster unterscheidet. Aber eben diese Kleinigkeit könnte hohe Wellen schlagen. Während auf dem zuerst erschienenen Plakat der Nippel der rechten Brust noch gekonnt abgedeckt war, ist ebendiese Brustwarze von Hauptdarstellerin Rooney Mara nun zu sehen.
Nun werden die meisten von euch wohl sagen: Na und? Ist doch nur ein Nippel. Kein Grund, hier den Aufstand zu proben. Und wir können euch entgegen: Ja, da habt ihr recht.
In Europa wird wohl niemand wegen der Brustwarze von Rooney Mara einen schweren Schock erleiden. In den USA ist das jedoch ein vorprogrammierter Skandal. Wir erinnern nur an den Super Bowl vor ein paar Jahren, als Justin Timberlake ganz „zufällig“ den sternverzierten Nippel von Janet Jackson freilegte. Nipplegate war geboren und Live-Sendungen werden seitdem in den USA mit einigen Sekunden Zeitverzögerung ausgestrahlt, damit auch ja niemand jemals wieder etwas so Schlimmes und Diabolisches zu sehen bekommt.
Das Blöde an der Sache ist aber eigentlich nicht der Nippel an sich, sondern die Darstellung der Lisbeth Salander. Das Poster und die Bilder machen den Eindruck, als ob sie ein durch und durch sexuelles Wesen wäre, einzig ihr Körper wird fokussiert. Diese forcierte Callgirl-Attitüde wird aber nicht der Vorlage von Stieg Larsson gerecht. Den Bildern nach zu urteilen, wird aus einer Frau ein Objekt. Dadurch werden wohl einige öfters ins Kino gehen, mit einem Rucksack voller Taschentücher, aber der Kern der Geschichte wurde leider nicht erkannt.
Was feststeht ist, dass David Fincher ein Fuchs ist. Schon von Anfang an hat er darauf bestanden, dass Rooney Mara auf dem Poster zu Verblendung entblößt gezeigt wird. Eine Brustwarze als Werbung, das gibt es auch nicht oft. Ach ja, für alle, die es noch nicht bemerkt haben: Daniel Craig ist auch auf dem Plakat.
Was haltet ihr von dem Brustwarzen-Poster?
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Kommentare
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Real. Thu, 09 Jun 2011 17:34:18 -0000
Kommentar löschenFinde das poster allgemein schlecht, Nippel hin oder her ...
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bahcsas Thu, 09 Jun 2011 13:54:11 -0000
Kommentar löschenSo ein Poster will ich beim nächsten Film von Scarlett Johansson sehen.
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Punk Thu, 09 Jun 2011 13:13:52 -0000
Kommentar löschenAuwaka, das neue Nippelgate.
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anakyn Thu, 09 Jun 2011 12:18:59 -0000
Kommentar löschengott, wie lahm. die dame find ich äußerst unsexuell, nippel hin oder her. da finde ich die uns bekannte noomi rapace als lisbeth aber 3 x heißer.
viel dümmer und irreführender finde ich die werbezeile "evil shall with evil be expelled". dazu die beiden darsteller, die schlimm nach goth-porno aussehen! das wird dem roman und den charakteren nicht gerecht.
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daweed Thu, 09 Jun 2011 12:09:56 -0000
Kommentar löschenpufaxx Thu, 09 Jun 2011 12:08:13 -0000
Kommentar löschenKeine blutüberströmte Leiche ist so furchtbar und verdirbt die Jugend so sehr wie ein Nippel. Sehe ich ganz genau so.
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rav_bralor Thu, 09 Jun 2011 12:05:59 -0000
Kommentar löschenIch hatte mich jetzt schon auf Fincher's Brustwarzen gefreut und wurde derbe enttäuscht. Bitte keine zweideutigen Blogüberschriften mehr.
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Muffin Man Thu, 09 Jun 2011 11:38:46 -0000
Kommentar löschenAls Plakat für den nächsten "James Bond" wäre das furios.
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teakeeper Thu, 09 Jun 2011 11:23:30 -0000
Kommentar löschenSieht aus wie ein Gruftie-Porno.
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micromachine Thu, 09 Jun 2011 10:55:05 -0000
Kommentar löschenWarum hat die arme Frau denn oben nix an?
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JesusQuintana Thu, 09 Jun 2011 10:15:38 -0000
Kommentar löschenalso wer geht mit taschentüchern rein, die frauen oder die männer?
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Bradbury Thu, 09 Jun 2011 09:57:42 -0000
Kommentar löschenDer Absatz hier steigert meine Neugier auf den Film:
"Das Poster und die Bilder machen den Eindruck, als ob sie ein durch und durch sexuelles Wesen wäre, einzig ihr Körper wird fokussiert. Diese forcierte Callgirl-Attitüde wird aber nicht der Vorlage von Stieg Larsson gerecht."
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fluxberg Thu, 09 Jun 2011 09:02:26 -0000
Kommentar löschen"Dadurch werden wohl einige öfters ins Kino gehen, mit einem Rucksack voller Taschentücher ..."
Liebe Redaktion - WTF!?
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guggenheim Thu, 09 Jun 2011 10:19:23 -0000
Antwort löschenBitte im Kontext lesen! Die Kampagne macht z.Z. einfach den Eindruck, als ob sie rein auf die Triebe mancher Leute ausgerichtet ist.
guggenheim Thu, 09 Jun 2011 10:23:07 -0000
Antwort löschenReduziert halt nur die Figur & die Story...
teakeeper Thu, 09 Jun 2011 11:22:38 -0000
Antwort löschenIch hab erstmal gedacht "Warum sollten die denn alle weinen?"
...
Filmkenner77 Thu, 09 Jun 2011 08:38:45 -0000
Kommentar löschenIn Amerika muss sich Fincher dafür vermutlich setzen gehen, während im Nachmittagsprogramm Leuten der Kopf weggeballert wird. In Europa kann man mit dem Poster aber noch nicht einmal die Nonnen im Stift schocken.
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crusty Thu, 09 Jun 2011 08:23:58 -0000
Kommentar löschenIch mag Brustwarzenpiercings bei Frauen. Finde das Poster ansprechend :)
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eXonic Thu, 09 Jun 2011 08:23:44 -0000
Kommentar löschenDas doofe Piercing versaut mir alles.
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CarrionFairy Thu, 09 Jun 2011 08:13:56 -0000
Kommentar löschenS K A N D A L!!!
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ash-williams Thu, 09 Jun 2011 10:27:48 -0000
Antwort löschenNur in Amerika...die U.S.A könnten mal einen guten Porno in der Prime-Time gebrauchen!!! Würde ihnen sicherlich gut tuen!
Anavrin Thu, 09 Jun 2011 08:01:11 -0000
Kommentar löschenNa wenigstens sind sie echt. Und eins muss man dem Cast lassen, die beiden kommen der Vorlage erstaunlich nahe. Samt steinerner Miene und Brustumfang. Und ich glaub nich, dass der Film in irgend einer Weise als W-Vorlage dienen wird, dafür ist der Stoff zu hart. Zudem ist die Reduzierung der Salander auf ein sexuelles Objekt, nicht wirklich abwägig. Schliesslich behandelt der erste Teil sehr intensiv die Folgen ihrer körperlichen Ausnutzung. Das wird mit dem Plakat gestochen aber auch gleichzeitig auf ein interpretierbares Niveau gezogen, durch den den schützenden Arm von Craig. Für den Grundgehalt des Films ist das Plakat gelungen. Aber für Nichtkenner erweckt es den Eindruck eines düsteren Erotikfilms. Der Beigeschmack bleibt schon irgendwie. Hollywood halt.
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Sigrun Thu, 09 Jun 2011 08:56:20 -0000
Antwort löschenSchlüssige Interpretation! Muss gestehen, ich hab das Buch nicht zu Ende gelesen, den schwedischen Film (in der Kinofassung) aber komplett gesehen. War immerhin schon mal besser als das Buch. Mal schauen, wie hoch der Hollywood-Faktor in der Fincher-Adaption letztlich ist.
johnboy1979 Thu, 09 Jun 2011 08:00:37 -0000
Kommentar löschenDas Poster sieht richtig fincheresk aus. Seine Filme fokussieren ja oft den Körper, aber nicht in einer billigen ausbeuterische Art, sondern die Körperlichkeit ist einfach ein wichtiger Punkt des Erzählens bei Fincher (siehe Alien³ - Sieben - Fight Club). Außerdem soll Fincher das Buch nicht nur abfilmen, sondern auch interpretieren, wie er es bei Fight Club auch getan hat, so dass der Autor sogar selbst meinte, dass ihm der Film besser gefalle als sein Buch.
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lil.weeze Thu, 09 Jun 2011 13:31:33 -0000
Antwort löschenGanz richtig. Außerdem würde ich nicht von einem Plakat (was eine reine Werbemaßnahme ist) auf die letztendliche Umsetzung schließen.
holden_copperfield Thu, 09 Jun 2011 07:58:50 -0000
Kommentar löschenHat hier jemand Nippel gesagt?
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holden_copperfield Thu, 09 Jun 2011 07:59:22 -0000
Antwort löschenIch vergebe dafür jedenfalls keinen Boner Of The Year Award!
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"Den Bildern nach zu urteilen, wird aus einer Frau ein Objekt."
Wieso wird eine Frau automatisch zum Objekt, wenn man ihre Brüste sieht?!
Der Film heißt zwar Verblendung, aber deswegen muss man doch nicht gleich wegen dem Plakat die Ansichten einer A. Schwarzer übernehmen.
Ich finde das Poster trifft den Charakter von Lisbeth ziemlich genau: stark, zäh aber verletzbar, autonom, gegen gesellschaftliche Konvention.
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