Alleinerziehende Mutter ohne Zeit für ein Liebesleben, intelligente Ermittlerin in einem von Männern geprägten Umfeld – Charlotte Lindholm war noch nie eine Polizistin zum Schmusen und Schmunzeln. Die Lindholm-Reihe gilt seit Jahren bereits als Garant für solide Krimis mit weiblichem Touch. Dies wurde auch gestern wieder unter Beweis gestellt, als sich Maria Furtwängler in Braunschweig mit einem Serienkiller, Voyeurismus und Gaffertum auseinandersetzen musste. Wenig Persönliches, keine Romantik und Komödie – der Tatort: Es wird Trauer sein und Schmerz kam ungeschnörkelt und spannend daher.
Foto-Show: die Bilder zum “Tatort”
Starrköpfig, steinhart und unterkühlt – so kennt der Zuschauer die Ermittlerin Charlotte Lindholm, die gestern in ihrem 15. Fall gegen einen Serienmörder vorgehen musste. Wie seine Vorgänger bewahrte auch Regisseur Friedemann Fromm die Distanz zur einzelgängerischen Kommissarin und führte so eine Reihe fort, die nur selten ins Private oder Komödiantische geht und oft als Spiegel gesellschaftlicher Phänomene dient. Wer die große Blondine jedoch genau aus diesen Gründen schätzt, erlebte einen außerordentlich solide inszenierten, spannenden Kriminalfall mit gestochener Sozialkritik.
Ihr Chef schickte sie in ein männerdominiertes Revier, weil dort “die Fähigkeiten einer Frau benötigt” würden. Lindholm traf dort jedoch nicht nur auf Zustimmung, ihre Methoden wurden von einem konservativ ermittelnden Kollegen auch brutal abgelehnt. Doch wie immer verdankte sie es ihrem eigenen Kalkül, den Fall zu lösen: Alle Opfer befanden sich an Neujahr auf der Autobahn und verhinderten als “Gaffer, dass die Rettungswagen rechtzeitig zu einer eingeklemmten Verletzten vordringen konnten, die daraufhin starb. Ihr zurückgelassener, verzweifelter Ehemann begang daraufhin die Abrechnungsserie mit den Unfallzeugen.
Astrid Paprotta, die 2005 den deutschen Krimipreis erhielt, schrieb das Drehbuch zum Brauschweiger Fall, welches die Grundlage für einen Tatort der besseren Sorte lieferte. Packende Dialoge verband sie mit einer spannend gehaltenen Handlung und einer Prise Sozialkritik, die sich einem sehr realen Problem annahm: den allerorts existierenden Voyeurismus in der gläsernen Gesellschaft. Die Figur der Charlotte Lindholm wurde hingegen kaum weiterentwickelt. Eine angedeutete Liebesgeschichte ließen die Macher offen – eventuell taucht Entwickler Kai Bergmann) im nächsten NDR-Tatort wieder auf.
Und was meint ihr: Hat euch der Tatort: Es wird Trauer sein und Schmerz gefallen?
annaberlin (Anna Sita Zinn) 2009/11/16 07:00:00
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über Maria Furtwängler gegen die Gaffer
Kommentar schreibenbecehegy 2009/11/16 09:22:47
Kommentar löschenLeider es war wieder nichts diese Frau ist einfach nicht geeignet als Komissarin.Durcheinender und kein Übersicht um was es geht .Nächstemal bitte nicht bzw ich sehe Sie nicht mehr an.Schwach ung und unbrauchbar als Unterhaltung.Kein Hintegrund Motiv usw.
danke es ist genung
mfg
szabo
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damokles 2009/11/16 09:46:44
Kommentar löschen"mit weiblichem Touch [...] Starrköpfig, steinhart und unterkühlt" - ein richtig weibliches Superweib ;)
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CarrieHo 2009/11/16 10:19:11
Kommentar löschenEin wirklich toller Tatort ! Spannend die Motivsuche, Kommissarin Lindholmm zeigt am Schluß viel Empathie, der Täter ein Opfer, er hatte nix mehr zu verlieren. Wunderbar gespielt, vor allem die Szene mit den Karikaturen, das war richtig fies, dieses Lachen ...Ich dachte mir da schon was, aber es blieb trotzdem spannend, ich schlafe immer ein, wenn ich meine zu wissen, wer der Mörder ist !!!
Auch die subtile Erotik zwischen dem Braunschweiger Kommissar Kai Bergmann u.Charlotte Lindholm läßt auf mehr hoffen, vielleicht dauert es genauso lange wie bei den Kielern, bis sie sich finden, das gibt doch eine besondere Würze
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Backs 2009/11/16 11:13:24
Kommentar löschenIch fand den Tatort richtig gut...
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Oosabachbad 2009/11/17 08:57:54
Kommentar löschenSie ist eine tolle Schauspielerin und zeigt sich aber eher zu ruhig.Es dürfte noch etwas in ihre Rollen wie bei den Tatorten des SWR eingebaut werden.
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Die ersten zwei Drittel des Tatorts haben mir einigermaßen gut gefallen, da ich die Idee des Snipers klasse fand und das Ganze bis dahin auch wirklich spannend inszeniert war.
Ein wenig gestört haben mich allerdings die völlig überzeichneten Charaktere und vor allen Dingen, das die Folge im letzten Drittel zu sehr ins unrealistische gekippt ist.
Hart an der Grenze (wenn auch gerade noch akzeptabel) war da, wie Charlotte sich vom Täter an dessen Haustür mit der Tasche außer Gefecht setzten ließ.
Absolut unerträglich war jedoch, als sie von einem schnell herannahenden Auto frontal angefahren wurde, einfach aufstand und weiterlief, als ob nichts gewesen wäre.
Außerdem dieser Unsinn, dass sie einfach mal so in die Wohnung des Verdächtigen einzubrechen versuchte bzw. sich mit dem Schlüssel der Nachbarin (die sie dann zur 'Wohnungsbegehung' gleich mit nahm) Zugang verschaffte (wohlgemerkt ohne Durchsuchungsbeschluss).
Außerdem mag ich es nicht, wenn einem die Sozialkritik derart plump versucht wird unterzujubeln.
Daher nur 4/10 für diesen Tatort.
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