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Martin Scorsese – Lebende Regie-Legende

Beeblebrox (Matthias Hopf), Veröffentlicht am 17.11.2012, 08:50

Heute feiert Martin Scorsese seinen 70. Geburtstag. Ein Kind des Kinos, das nach wie vor im Filmgeschehen präsent ist, es verändert und nicht zuletzt auch mit dem ein oder anderem Meisterwerk geprägt hat. Wir gratulieren!

Martin Scorsese & Hugo Cabret Martin Scorsese & Hugo Cabret © Paramount

Wer ist er eigentlich, dieser Martin Scorsese (Departed – Unter Feinden)? Sein Name fällt stets, wenn es um die alljährliche Oscarverleihung geht, regelmäßig wird ein Filmprojekt angekündigt und darüber hinaus erscheinen besagte Werke auch in unregelmäßigen Abständen im Kino. Außerdem fallen bei seiner Erwähnung im Gespräch sofort Filmtitel wie Taxi Driver oder GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia, die nicht zuletzt als prägende Meisterwerke in die Filmgeschichte eingegangen sind. Die langjährige Zusammenarbeit mit Cutterin Thelma Schoonmaker ist ebenso zur Hollywood-Legende avanciert und dennoch gibt es von Martin Scorsese mehr zu erzählen als nur Lobhudeleien und feierliche Abgesänge auf sein Schaffen. So ist immer wieder faszinierend, wie sich seine Filme im Lauf der Jahre entwickelt haben, welche Themen er variierend aufgreift und natürlich von welchen Figuren die Welten eines Martin Scorseses bevölkert sind.

Martin Scorsese – Lebende Regie-Legende (13 Bilder)

Kantige Männer & der amerikanische Traum
You talkin’ to me? entgegnet Robert De Niro seinem eigenem Selbst im Spiegel und deutet mit bestimmender Geste auf den Mann, der sich Travis Brickle nennt. Er ist ein Außenseiter, kann sich nicht in die Gesellschaft einfügen und selbst beim Versuch eines entsprechenden Vorhabens scheitert er. Dennoch zeichnet vorhandene Moral sowie eigensinniges Sozialempfinden die Figur aus – selbst wenn diese ebenso nur von Außenstehenden der Gesellschaft erkannt wird. Ein wahrer Antiheld sozusagen. Doch nicht erst in Taxi Driver verkörperte De Niro einen von Martin Scorseses typischen Protagonisten. Schon in Hexenkessel – dem ersten Gangsterfilm und Durchbruch des Regisseurs – war Robert De Niro als Kleinkrimineller in Aktion zu erleben, wie er sich zwischen halbstarkem Mannsein und idealisierter Selbstverwirklichung versucht, eine Scheibe vom amerikanischen Traum abzuschneiden.

Dieser Prototyp von Protagonist, der unwirsch handelt, stets das Geschäft im Sinn hat und sich darüber hinaus – aus welchem Grund auch immer – nicht anpassen will, sondern konsequent seinen eigenen Weg geht, ist später ebenfalls in Martin Scorseses Filmographie wiederzufinden. Egal ob Robert De Niro diesen Part in Wie ein wilder Stier sowie GoodFellas verfolgt oder später auch Leonardo DiCaprio in Aviator die Rolle eines von Komplexen und Genialität Getriebenen mimt: Strahlende Helden bekommen wir nicht zu Gesicht. Dieses Merkmal grenzte auch Martin Scorseses Werke vom gleichzeitig aufkommenden Blockbuster-Kino der New Hollywood-Ära ab. Während dort größtenteils eine perfekte Identifikationsfigur in Stellung gebracht wird, entlarvt der Filmemacher seine Figuren, untersucht deren menschliche Abgründe und hat trotzdem – im Gegensatz zu vielen anderen Filmschaffenden – diese Zeit mit Erfolg überlebt.


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