Mehr Geld für Flops made in Hollywood
guggenheim (Nils Pape), Veröffentlicht am 13.10.2012, 08:55
Geld für die Filmwelt
© UPI/moviepilot
Fritzchen hat sein Taschengeld bekommen und geht Süßigkeiten einkaufen. Die ganze Kohle haut Fritzchen dafür auf den Kopf, kauft sich Bonbons, Schokolade und Kaugummi. Das Geld ist weg und Fritzchen traurig. Pech gehabt? Nur dann, wenn Fritzchen keinen Rettungsschirm findet, unter den es schlüpfen kann. Der saniert Fritzchen in kurzer Zeit und bietet ihm die Möglichkeit, wieder ganz viele Süßigkeiten zu kaufen. Nicht nur Fritzchen möchte sich auf fremde Kosten mit ungesundem Zeug versorgen, sondern auch Hollywood.
Die in der Traumfabrik kursierende Idee, Steuergelder und eine Monopolisierung als eine Art Rettungsschirm für die Filmindustrie zuzulassen, ist diesmal der Aufreger der Woche.
Flop-Finanzierung
Battleship: ca. 200 Millionen Dollar Budget
John Carter – Zwischen zwei Welten: ca. 250 Millionen Dollar Budget
Dark Shadows: ca. 150 Millionen Dollar Budget
Unglaubliche Summen wurden für die vermeintlichen Blockbuster-Hits aufgebracht, doch die Ergebnisse fielen bescheiden aus. Keiner dieser Filme konnte die Erwartungen erfüllen, die Studios in Hollywood sind ob der hohen Ausgaben und der in Relation gesetzten Einnahmen enttäuscht. Da ist das Rumgeheule naturgemäß groß. Industrien neigen jedoch dazu, nicht nur in ihr imaginäres Taschentuch zu schnäuzen und dann weiterzumachen, sondern gleich Schreckensszenarien aufzuzeigen: Die (US-)Filmwirtschaft steht vor dem Untergang, Hunderttausende Arbeitsplätze drohen wegzubrechen, nirgendwo auf der Welt wird es mehr Blockbuster im Kino zu sehen geben! Um diese grauenhafte Entwicklung aufzuhalten, sollen die Geldverbrenner ihre filmischen Millionengräber nun auch noch finanziert bekommen, und zwar – wie sollte es anders sein – von den Steuerzahlern. Und wenn schon über Möglichkeiten nachgedacht wird, wie die horrenden Summen für überdimensionierte Filme zusammengekratzt werden können, wieso nicht gleich versuchen ein Gesetz zu kippen, das seit über 60 Jahren eine vollständige Monopolisierung verhindert? Hollywood liegt zwar immer noch in den wirtschaftsliberalen USA, dennoch nehmen die dort ansässigen Produzenten nur zu gerne öffentliche Gelder. Staatliche Filmförderung gibt es auch in den Staaten, alleine Kalifornien schüttet jährlich 100 Millionen Dollar für diverse Projekte aus, in zahlreichen weiteren Bundesstaaten gibt es ebenso finanzielle Unterstützung. Anders als in Europa wird die Förderung jedoch nicht gezielt vergeben, sondern per Lotterie verteilt! Dass die Filme mitnichten für mehr Arbeitsplätze oder Steuereinnahmen in den USA sorgen, da sie häufig anderswo auf der Welt gedreht werden, versteht sich von selbst. Egal, irgendwoher muss ja das Geld für Monsterproduktionen kommen, deren Misserfolg ein Fünfjähriger vorhersehen kann.
Nur Blockbuster, keine Geheimtipps
Um noch mehr Dollars für diese Projekte zu generieren, hat Chris Silbermann, Präsident der Talentagentur ICM (Klienten sind unter anderen Samuel L. Jackson, Al Pacino und Christoph Waltz), vorgeschlagen, das als United States v. Paramount Pictures bekannte Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs aufzuheben. Bis 1948 hatten die Studios in Hollywood noch ihre eigenen Kinos, die Verwertung eines Films lag vollkommen in ihrer Hand. Der Erfolg einer Produktion war garantiert – ein Mangel an Vielfalt jedoch ebenso. Das Urteil räumte den Kinobetreibern Wahlfreiheit ein, das Verwertungsmonopol war durchbrochen – auch wenn die großen Studios natürlich immer noch das Sagen hatten. Nur wurden die Gewinne anders aufgeteilt. Üblicherweise bekommt der Produzent zuerst sein Geld, er hat schließlich auch mehr zu verlieren. So weit, so in Ordnung. Allerdings ist die Verteilung der Einnahmen gestaffelt. Das heißt, dass das Studio in der ersten Woche, in der der Film läuft, 90 Prozent der Gewinne an den Kinokassen kriegt, in Woche 2 dann 80 Prozent und so weiter. Die Folge ist klar: Besonders zum Kinostart sollen die Leute sich den Film angucken, denn dadurch bekommt das Studio die meisten Moneten. Geheimtipps sind nicht einträglich, Blockbuster, Remakes und Comic-Verfilmungen – also alles, was stark beworben wird und eh schon einen hohen Bekanntheitsgrad aufweist – dagegen sehr. Da in den Sommermonaten potenziell die meisten Zuschauer ins Kino gehen und somit die Chance auf eine super erste Woche besser ist, wurden einfach alle Blockbuster innerhalb weniger Wochen gezeigt.
Volle Kontrolle
Die Industrie hat sich durch diese Schwemme an Großproduktionen selber das Wasser abgegraben. Anstatt aber zur Besinnung zu kommen und die Ausgaben zurückzufahren, soll nun das Urteil gekippt werden, damit die Studios in ihren eigenen Kinos betreiben können. Das Argument: ohne den Gewinndruck steigt auch die Vielfalt. Natürlich, keine Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und erhöht die Kreativität…
Dass im Jahr zuvor Rekordgewinne eingefahren wurden und es diesmal eine kleine, selbstverschuldete Flaute gab, erwähnt allerdings niemand. Und dass die Einnahmen, wenn nicht nur die Sommermonate sondern das gesamte Jahr betrachtet wird, sogar gestiegen sind, scheint auch irrelevant. Von den stetig steigenden Erlösen aus Downloads, DVDs und TV-Auswertungen soll gar nicht erst angefangen werden. Ach ja, das auch noch: Außerhalb der USA klingeln die Kassen lauter als je zuvor. Aber die Zeit war eben günstig, mal einen Vorstoß zu wagen, um die Finanzierung eines Systems zu sichern, das die Schraube schon längst überdreht hat. Irgendwer wird schon einen Rettungsschirm aufspannen, unter den die Chefverschwender Hollywoods sich verkriechen und weiter herumfuhrwerken können.
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Kommentare
über Mehr Geld für Flops made in Hollywood
Mein Senf Sun, 14 Oct 2012 11:02:49 -0000
Kommentar löschenIch verstehe nicht so ganz, warum es ein staatlicher Rettungsschirm sein soll, dass Studios wieder ihre eigenen Kinos vertreiben dürfen.
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joseph_tura Sat, 13 Oct 2012 20:27:35 -0000
Kommentar löschenWorüber tatsächlich zu reden wäre, ist der fehlende Mittelbau: Entweder werden Blockbuster mit wahnwitzig hohen Produktionsbudgets hergestellt, oder kleine Horrorfilmchen und bescheidene Arthouse-Produktionen, die sich für zirka fünf Mio. Dollar realisieren lassen. Drehbuchautoren und Regissuere, die für ihr Projekt 20 oder 30 Mio. Dollar benötigen, haben seit Jahren zunehmend Schwierigkeiten, Produzenten zu finden. Das ist die wahre Kreativverarmung in Hollywood. Dass sogar jemand wie Woody Allen in den letzten Jahren auf europäische Geldgeber angewiesen war, ist kein Zufall.
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crab1973 Sat, 13 Oct 2012 22:14:55 -0000
Antwort löschenIch empfehle Dir die arte Doku "Made in Hollywood" in der ein Produzent ausführlich auf die 20-30 Mio. Dollar Produktionen eingeht und erkärt warum (angeblich) diese Produktionen das höchste finanzielle Risiko in Hollywood darstellen.
Rukus Sat, 13 Oct 2012 18:04:43 -0000
Kommentar löschenWieso finde ich illegale Downloads auf einmal unglaublich sympathisch?
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FumerTue Sun, 14 Oct 2012 09:55:13 -0000
Antwort löschenIch persönlich finde sie auch legitim, wenn man sich die Filme, falls sie einem gefallen, im Nachhinein dann auf DVD zulegt! So verhindert man Fehlkäufe und die Filmindustrie profitiert eher davon, dass ich mir ja immer noch Filme kaufe, von denen ich ohne Downloads noch nie gehört hätte^^
Rukus Sun, 14 Oct 2012 10:51:01 -0000
Antwort löschenSo weit würde ich wohl nicht gehen, aber wenn die ach so gebeutelte Filmindustrie scheffelt, wie nichts Gutes, und dann von wirklich gebeutelten Staat Geld haben will, ist das schon nicht mehr nur zynisch. Und das Totschlagargument, dass Jobs auf dem Spiel stehen, sollte denen höchst peinlich sein. Man braucht keine 100 Mios für gute Effekte und ob ein Schauspieler 20 Mios an Gage braucht, wage ich auch zu bezweifeln. In Europa dreht man gute Filme für weniger als das, was ein "Superstar" allein abkassiert. Wenn die Studios dann auch noch ihre Monopol-Kinos hätten, gäbe es für die Kleinen noch weniger Chancen. Armes Hollywood, hier und da verdirbt Geld halt tatsächlich den Charakter!
crab1973 Sun, 14 Oct 2012 11:51:14 -0000
Antwort löschenIch glaube gar nicht, dass die "Filmindustrie" soviel Geld durch die Downloads verliert. Die Studien die regelmäßig veröffentlicht werden hinken ja an allen Ecken und Kanten und es gilt, wie immer, der alte Regelsatz: Traue keiner Studie, die du nicht selber manipuliert hast.
Allein schon deshalb, weil diese Studien immer davon ausgehen, dass alle die sich einen Film downloaden, bei der Nicht Möglichkeit des downloadens, ins Kino gegeangen wären was definitiv Blödsinn ist und vielleicht auf 20% der Downloader zutrifft. Wenn überhaupt.
Das eigentliche Problem der sogenannten Filmindustrie ist, dass es gar keine pure Filmindustrie mehr gibt.
Da werden die 2Mrd. Dollar Gewinn aus z.B. "Avatar" mitnichten in neue Filme gesteckt, sondern es wird irgendeine andere marode Abteilung aufgepäppelt. Meinetwegen Waschmaschinen, Mikrowellen oder Surround Anlagen.
Das spart Steuern und man kann der Welt immer vormachen, dass es einem ja soooo schlecht geht.
Alles Augenwischerei.
morlock Sun, 14 Oct 2012 14:34:04 -0000
Antwort löschenWenn alle ihre Filme nur noch runterladen ohne zu bezahlen, macht die Industrie natürlich beträchtliche Verluste.
Von nix kommt nix, vielleicht mal mit den einfachsten Grundlagen der Ökonomie auseinandersetzen, wenn man schon nicht von selber drauf kommt.
Für diese Erkenntnis braucht es auch keine Studien.
Natürlich habe ich auch schon DVDs und CDs kopiert, aber alles im privaten Rahmen von Bekannten und Verwandten.
Kostenlose Downloads für alle zu verlangen ist schon ganz schön dummdreist.
Rukus Sun, 14 Oct 2012 14:43:58 -0000
Antwort löschenMein Reden! Wenn ein Schüler 10 Filme im Monat saugt, würde das bedeuten, dass er alternativ ca. 80 Euro ins Kino getragen hätte. Wer bitte verbrät sein komplettes Taschengeld nur im Kino? Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Durch die regelrechte Bombardierung mit Blockbustern, neuen Computerspielen und Musikalben, von Büchern, Freibadbesuchen, Handygebühren und sonstigen Kostenfaktoren mal ganz abgesehen, muss sich jeder, nicht nur Jugendliche, genau überlegen, wofür man sein Geld ausgibt. DVDs leihen und im Idealfall gemeinsam gucken, ist deutlich günstiger, als ins Kino zu gehen. 5 Euro Leihgebühr klingen irgendwie besser, als 5 Kinokarten zu 8-10 Euro, oder? Und, wenn dann auch noch die Qualität nicht stimmt ... tja, dann zahl ich zumindest umso weniger gerne den fetten Preis an der Kinokasse. Mittlerweile seh ich mir wirklich nur noch sehr wenige Filme im Kino an. Dieses Jahr wird es nur Der Hobbit werden. Alles andere liefern die kleinen Silberlinge. Von dem gesparten Geld hab ich mir z.B. Bücher und die Babylon 5 Serien-Box gekauft. Ich habs satt, mich von den Studios verarschen zu lassen. Im Kino krieg ich ja eh nur die verkürzte Form eines Films zu sehen. Ein paar Monate später gibt es dann mehr Material für weniger Geld. Und wie die Werbung so schön sagt: Ich bin doch nicht blöd! ;)
FumerTue Sun, 14 Oct 2012 15:26:15 -0000
Antwort löschen@Rukus und crab1973; Meine Rede!
@morlok: Keiner sagt, dass Filme ab sofort NUR NOCH runtergeladen werden, dann hättest du recht.
Jetzt mal ne nicht allzu komplizierte aber intelligentere ökonomische Schlussfolgerung:
Person A schaut sich 20 Filme pro Monat halblegal übers Internet an. Von seinem monatlichen Budget gibt er 20 Euro für DVDs, BluRays oder Kinobesuche aus, für 20 Filme würde das nie langen. Von den 20 gesehenen Filmen findet er 10 so richtig geil, dass er sich vornimmt, sie auf seine "To-Buy-List" zu setzen. Er wird sie früher oder später, wenn die Zeit gekommen sein wird, also käuflich auf DVD erwerben. Bei 3 weiteren der 20 Filme ist er froh, dass er kein Geld in sie investiert hat, da sonst die Filmindustrie noch das Gefühl haben könnte, dass Person A den Film gemocht hat, weil sie ja schließlich schon wieder eine Disc mehr vom Film verkauft hat. Folge wäre, dass die Industrie bald darauf einen ähnlich schlechten Film produziert. Dann erzählt Person A noch seinem ganzen Freundeskreis, wie hammermäßig geil die 10 Filme waren, die er so toll fand. Zwei Wochen später steht Person F, ein guter Freund von Person A im Media-Markt und entdeckt zufällig einen der zehn Filme. Da fallen ihm die Worte seines Freundes ein, wie hammermäßig geil der Film sei. Also beschließt er kurzerhand, die DVD zu kaufen.
Weder Person A, noch Person F, noch ein paar weitere Leute aus deren Freundeskreisen, hätten den Film übrigens gesehen, wenn Person A nicht schlechten Gewissens einen Film heruntergeladen hätte.
So schaut's nämlich aus!
Und das Argument mit den Arbeitsplätzen ist ja wohl der Höhepunkt des Lächerlichen! Davon abgesehen, dass nicht erwiesen ist, wieviel der Filmeinnahmen in Arbeitsplätze investiert werden: Wenn ich meine Filme streame, hab ich halt mehr Geld für Süßigkeiten und dadurch werden in der Süßigkeitenindustrie neue Arbeitsplätze geschaffen. "Vielleicht mal mit den einfachsten Grundlagen der Ökonomie auseinandersetzen, wenn man schon nicht von selber drauf kommt. Für diese Erkenntnis braucht es auch keine Studien. "
crab1973 Sun, 14 Oct 2012 15:53:27 -0000
Antwort löschenIch will mich hier gar nicht auf eine Pro - Contra Stream/Download Diskussion einlassen.
Ich glaube durch meinen Kommentar wird auch jedem, halbwegs, denkenden Menschen klar, dass es mir darum nicht geht.
Ich habe hier letztens gelesen, dass ein Blockbuster das 2,5 fache seines Budgets einspielen muss um Gewinn zu erwirtschaften.
Warum?
Da werden dann immer irgendwelche ominösen Werbungsksten etc. aufgeführt. Werden diese Zahlen transparent gemacht? Nein.
Wenn also ein Multi Nationales Unternehmen (und nichts weiter sind die Produktionsfirmen mittlerweile), welches wahrscheinlich so um die 50 Unternehmensfelder hat seine Gewinne (so fehlen bei den Einnahmen in schönster Regelmäßigkeit die DVD/BR Einnahmen) und echten Kosten nicht transparent macht, warum sollte ich dann deren Verlustangaben trauen?
Hat Warner, Fox oder sonst wer jemals angegeben oder zugegeben wieviel Geld die im US Immobilienmarkt 2008 in den Sand gesetzt haben? Nein.
Ich habe nur gesagt, dass ich deren Zahlen nicht traue und erst Recht nicht glaube.
Hoffe ich habe meinen Standpunkt jetzt klar genug dargestellt.
Rukus Sun, 14 Oct 2012 15:59:49 -0000
Antwort löschenIrgendwo hab ich mal gelesen, wieso diese Gewinn-Verlust-Rechnung so unlogisch wirkt. Ein normal denkender Mensch sagt sich, dass alles, was über die Produktionskosten hinaus an Einnahmen erwirtschaftet wird (abzgl. Steuern natürlich) der Gewinn eines Films ist. Aber so rechnet man natürlich nicht ... wäre ja zu einfach. Ich krieg das nicht mehr so richtig zusammen, aber da werden dann ganz merkwürdige Rechnungen aufgestellt, was Produzenten, Co-Produzenten und sonst wer zu bekommen hat. Würde ein normales Unternehmen so rechnen, wäre es wohl recht schnell pleite, und es hätte mit ziemlicher Sicherheit in kürzester Zeit die Steuerfahnder im Haus.
morlock Mon, 15 Oct 2012 10:08:25 -0000
Antwort löschenDie Industrie verdient sich dumm und dusselig und das Geld wird m.M.n. auch nicht gerecht verteilt.
Die Gagen für manche Schauspieler sind geradezu dekadent.
Johnny Depp soll für den nächsten Fluch der Karibik glaube ich über 70 Mio. $ kriegen.
Aber das geht uns nix an, wie die mit ihren Gewinnen umgehen.
Das gibt einem noch lange nicht das Recht Filme illegal runterzuladen.
Und sympathisch ist mir an so einem asozialen Verhalten auch nix.
Das eigentliche Problem sehe ich beim illegalen Uploaden, der Wurzel des Übels.
Wenn jemand einen Film illegal hochlädt und dieser von tausenden runtergeladen wird, gehen der Industrie tausende potenzielle Käufer verloren.
Das ist natürlich schlimmer, als wenn ich in den Laden gehen würde und 'ne DVD klauen würde(was auch nur dumme Assis machen würden).
Der natürlich rein hypothetische Schaden ist immens und ich verstehe nicht, warum nicht gegen die Uploader härter vorgegangen wird.
Die Anbieter machen nix dagegen, obwohl man Uploader schnell ausfindig machen kann.
Einfach mal an den Richtigen ein Exempel statuieren, dann würde sich das leicht eindämmen lassen.
Und wenn die Preise für DVDs und CDs moderater wären, würde ich auch mehr kaufen.
Eine weitere legale Alternative sind Videotheken.
crab1973 Mon, 15 Oct 2012 10:58:02 -0000
Antwort löschen@morlock: Mir geht es immer noch nicht um irgendwelchen Down- oder Uploader, sondern um den Artikel über Dir.
Du schreibst, dass es uns nichts angeht was die mit ihren Gewinnen machen. Ich sage: Oh doch!
Die wollen nämlich an die Steuergelder der Amerikaner und bevor an sowas überhaupt zu denken, ist sollen die gefälligst ihre Zahlen transparent machen und beweisen wie schlecht es ihnen wirklich geht.
Sorry, alles andere ist diese typische Angela Merkel Einstellung.
Das ist genau dasselbe wie einer, in finanzielle Schwierigkeiten geratenen, Bank Milliarden (Steuer) Euros in den zu Arsch schieben ohne das die belegen muss a) wofür sie das Geld verwendet und b) durch welche Misswirtschaft sie überhaupt in diese Schwierigkeiten gekommen ist.
Wer öffentliche Gelder als Rettungsschirm will, soll gefälligst auch seine Zahlen öffentlich machen.
Rukus Mon, 15 Oct 2012 11:11:07 -0000
Antwort löschenUnd das wollen die Filmfirmen nicht, weil dann heraus käme, dass sie weit mehr Kohle haben, als gut für sie ist ... ;)
Den Download eines Film kann man in meinen Augen übrigens nicht mit einem physischen Diebstahl im Laden vergleichen. Ein Verlust entsteht beim Download nur dann, wenn der Download anstelle eines CD-, DVD-, BluRay- oder Kinoticket-Kaufs bzw. einer Ausleihe erfolgt. Wer denkt, dass ein Film, der 1 Million Mal herunter geladen wird, ohne diese Downloads 1 Million Mal mehr verkauft oder im Kino geguckt worden wäre, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
crab1973 Mon, 15 Oct 2012 12:30:45 -0000
Antwort löschenWie gesagt, dass Download/Stream Thema will ich gar nicht so sehr durchkaspern, da es ja auch, in diesem Fall, am Artikel vorbei geht. Das soll meinetwegen jeder mit seinem Gewissen klarmachen.
Interessant ist hierbei höchstens für mich, dass die Gewinneinbrüche (wenn es denn welche gibt) immer hübsch auf die Streamer, bzw. Downloader geschoben werden, ohne eine wirklich große Masse an Menschen miteinzurechen.
Nämlich die Millionen Menschen (zu denen ich mich auch zähle) die nicht illegal downloaden und trotzdem immer weniger ins Kino gehen und das hat ganz einfache Gründe:
1. Die Filme werden immer schlechter und der Eintritt trotzdem immer teurer.
2. Die modernen Multiplexkinos verströmen den Charme eines ALDI Markts. Wenn ich es mir genau überlege, hat ein ALDI Markt sogar mehr Charme. Da kriegt wenigstens was für sein Geld.
3. Dummdreiste Kiddies nerven die ganze Zeit über mit ihrem Gesabbel und iPhone Hantiere.
Und dafür soll ich 9 - 12 Euro Eintritt zahlen? Da wähle ich die einzige Waffe, die ich als Konsument habe:
Ich verweigere mich dem Konsum.
Rukus Mon, 15 Oct 2012 15:31:59 -0000
Antwort löschenOhne plärrende Gören und blendende Smartphone-Displays ist es mit Kumpels daheim in der Tat irgendwie angenehmer. ;)
morlock Mon, 15 Oct 2012 16:46:54 -0000
Antwort löschenDurch die reine Kinoverwertung macht die Industrie nur Gewinn, wenn ein Film deutlich mehr einspielt als er gekostet hat.
Längst nicht jede teure Produktion wird zum Blockbuster.
Die Verwertung auf DVD ist sehr wichtig für die Industrie und ich möchte auf handfeste Datenträger ungern verzichten.
Wenn man den Eindruck hat, dass die Qualität nachläßt ist das bis zu einem gewissen Punkt subjektiv.
Die meisten Filme der letzten Jahre fand ich auch nicht besonders, aber das rechtfertigt keine illegalen Downloads.
Wenn die ganze Industrie in der Krise steckt mag das viele Gründe haben.
Das ist viel zu komplex um das nur auf Downloads zu reduzieren und die allgemeine schlechte Wirtschaftslage wird auch was damit zu tun haben.
Sich einzubilden es gäbe alles nur für lau ist dabei nicht gerade hilfreich.
crab1973 Mon, 15 Oct 2012 21:03:24 -0000
Antwort löschen@morlock: Entweder kannst oder willst Du nicht verstehen, dass ich hier von was völlig anderem spreche. Du redest hier komplett am Thema vorbei und ich habe auch keine Lust mehr meinen Standpunkt noch deutlicher zu machen, den habe ich deutlich genug gemacht.
"Sich einzubilden es gäbe alles nur für lau ist dabei nicht gerade hilfreich."
Das hat hier auch kein Mensch behauptet.
Bin raus und das Häkchen auch.
FumerTue Mon, 15 Oct 2012 21:42:16 -0000
Antwort löschenBevor auch ich mich verabschiede wollte ich nur erwähnt haben, dass es ohnehin zwei Paar Stiefel sind: Das Downloaden und die Finanzprobleme in Hollywood. Das eine hat mit dem anderen so viel zu tun, wie Michael Bay mit Arthouse.
Wenn ein Unternehmen pleite geht, käme keiner auf die Idee, zu sagen, das läge an den vielen Diebstählen... dann gilt auch die Firmenpolitik und/oder die Produktpalette als das Problem!
Rukus Mon, 15 Oct 2012 23:05:58 -0000
Antwort löschenHmmm ... Michael Bay und Arthouse hatte ich bisher eigentlich immer quasi synonym verstanden ... ;p
crab1973 Sat, 13 Oct 2012 17:39:20 -0000
Kommentar löschen"Die (US-)Filmwirtschaft steht vor dem Untergang, Hunderttausende Arbeitsplätze drohen wegzubrechen, nirgendwo auf der Welt wird es mehr Blockbuster im Kino zu sehen geben!"
Na bitte! Diese Welt könnte doch noch ein schöner Ort zum leben werden.
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HaudenLukas Sat, 13 Oct 2012 17:14:51 -0000
Kommentar löschenSchöner Kommentar...Einer der besten den, ich hier bisher gelesen habe!
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Narrisch Sat, 13 Oct 2012 14:18:36 -0000
Kommentar löschenIch sehe das Problem nicht. Das sich der eine oder andere Blockbuster nicht rechnet war schon immer so. Da gibts eben ein paar die Jammern und sich verkalkuliert haben. Und? Dann kommt wer ander nach. War schon immer so, wird immer so sein, Hollywoods Untergang ist das jedenfalls nicht. Avengers ist Hollwood, genauso wie Loopers, To Rome with Love, Brave und Driver, um nur ein paar Titel aus diesem Jahr zu nennen. Das Ende Hollywoods kann ich hier nicht erkennen. Stattdessen erkenne ich Vielfalt. Dabei habe ich das dutzend Arthouse Filme die im Speckgürtel Hollywoods 2011/2012 produziert wurden noch gar nicht genannt. Wie überall gibts gute Jahre und schlechte Jahre, das die letzte Jahre nicht ganz so verklärt werden wie die goldenen 80er wird man in 20 Jahren anders sehen.
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HulktopF Sat, 13 Oct 2012 12:13:47 -0000
Kommentar löschenes wird immer blockuster geben.
regisseure autoren makeupeffecktgestalter werden dann von anderen ländern angeworben und können sich dort warscheinlich besser entfalten als in hollywood.
es ist doch nur so, dass hollywood um seine stellung in der filmlandschaft bangt,was unnütz ist, denn weder die inhalte, noch die substanz der letzten filme lassen einen daran lauben dass sie den noch innehaben. in meinen augen ist hollywood seit dein 2000ern tot: athmosphärische bilder, tiefere storys waren größtenteils nie hollywoods ding, aber früher haben sie filme geschaffen die immer in einem punkt geglänzt haben: ob nun in indipendence day mit humor und guten effeckten, oder in braveheart mit brachialer gewalt und gutem script, es wurden früher filme produziert die unterschiedliche menschen ansprechen sollten.
und heute... wird versucht jeden in den film zu locken,was das material aufweicht und unbrauchbar für JEDEN macht. hollywood hat verlernt was es bedeutet genres zu produzieren, sich an dessen regeln zu halten und dementsprechend das genre neu zu erfinden. heute muss es nur gut aussehen, mehr nicht...
hollywood ist jetzt nurnoch wie jemand der vor einem fotoalbum sitzt was voll ist, und sich an kein foto erinnert. es wird nurnoch im großen stil in inhalte gepumpt die laut irgendwelchen zahlenjonglierern eine hohe gewinnspanne prophezeihen.
dass gerade diese falsch liegen, sollten sich die produzenten mal genau ansehen, dass sie mal wieder lockerer werden und endlich solide kost abliefern, sonst laufen die babariastudios (ohne witz, ninja assasin, cloud atlas, die wurden dort gedreht), chinesische, japanische, britische und indische studios hollywood den rang ab.
sie sind schon kurz davor.
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NBCTerminator Sun, 14 Oct 2012 02:23:23 -0000
Antwort löschenWahrscheinlich der treffendste Kommentar dazu, zu dem es nichts mehr hinzuzufügen gibt.
crab1973 Sun, 14 Oct 2012 12:16:35 -0000
Antwort löschenNicht zu vergessen, dass Europa (bzw. Frankreich) mit canal+ mittlerweile einen unglaublich finanzstarken Sponsor hat, der auch dem experimentellen sehr aufgeschlossen gegenübersteht.
Deep Thought Sat, 13 Oct 2012 12:10:00 -0000
Kommentar löschenGroßartig geschriebener Artikel! Weiter so!
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BlueSquirrel Sat, 13 Oct 2012 10:34:00 -0000
Kommentar löschenFinde auch, dass Guggi vor ner Weile hier etwas nachgelassen hat, aber all dies "wusste ich ja eh schon" oder "wach auf und willkommen in der Realität" immerzu find ich langsam zum Gähnen. Ändert einfach den Namen der Kolumne. Der scheint immens wichtig zu sein.
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Smoover Sat, 13 Oct 2012 10:07:04 -0000
Kommentar löschenImmerhin wurde das Geld richtig genutzt bei Battleship und sah wesentlich besser aus und hörte sich auch besser an als der Actionmüll der vorher in den Kinos lief.
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HulktopF Sat, 13 Oct 2012 11:57:19 -0000
Antwort löschendas war aber auch alles. in allen anderen punkten war der film ne katastrophe.
Bob Loblaw Sat, 13 Oct 2012 17:13:06 -0000
Antwort löschenMir hat noch der Veteran gefallen, der keine Beine mehr hat... das habe ich in noch keinem Blockbuster gesehen.
Ausserdem spielt Rihanna mit <3
Da gibt es einige schlechtere Blockbuster !!
NBCTerminator Sun, 14 Oct 2012 02:25:13 -0000
Antwort löschenNaja, aber im Jahr 2012 scheint mir "Battleship" ein heißer Anwärter auf den schlechtesten Blockbuster.
butch cool Sat, 13 Oct 2012 09:24:52 -0000
Kommentar löschenMein Aufreger: MP fängt an Artikel zu splitten und veröffentlicht immer mehr Vagina-Penis-Klatsch&Tratsch-Gedöns-News die niemanden interessieren und hier nichts zu suchen haben.
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Rukus Sat, 13 Oct 2012 18:03:43 -0000
Antwort löschenJapp, das Gesplitte geht mir auch gepflegt auf den Sack. Die zweite Seite les ich i.d.R. nur noch, wenn mich das Thema wirklich interessiert. Likes oder Kommentare spar ich mir da auch. Ich will das nicht unnötig unterstützen.
Tytus Sat, 13 Oct 2012 09:07:15 -0000
Kommentar löschenIm Westen nichts neues sollte eigentlich der Artikel heißen :D
Das die Studios die aktuelle Situation in denn USA ausnutzen wollen ist eigentlich verständlich und das das mimim genutzt wird um Gesetze auszuhebeln auch nix neues.
Aber die vorstellung ist eigentlich ganz Interessant, was würde passieren wenn Hollywood unterginge, ich vermute gar nichts :D
wo bedarf ist wird es auch Anbieter geben
" Geld. Wer hat es, woher krieg ich es, wo ist es überhaupt? "
also bei uns nimmt es grad denn Umweg über Griechenland zu denn Gläubigern ( Banken &Co) und da wirds dann Verbrannt :D
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HulktopF Sat, 13 Oct 2012 12:15:10 -0000
Antwort löschendie parallelen zum ESM sind hier mal geschickt genutzt worden xD
Weiterführendes zum Artikel ?
Orlindo alias goodspeed liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme. Er studierte Animation/VFX und betreibt mit ANIch einen eigenen Blog zum Thema. Im Aufreger der Woche lässt er sich über skurrile, unfassbare oder schlicht traurige News aus der Filmwelt aus. Wenn euch ein Aufregerthema auf der Seele brennt, dann meldet euch bei ihm.






Ein netter Bericht, auch wenn ich gerne mehr Zahlen gehabt hätte.
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