Jahresrückblick 2012

Mein Lieblingsschauspieler 2012 - Bryan Cranston

Bryan Cranston
© Sony
Bryan Cranston

Es hat ein wenig gedauert, bis Bryan Cranston den endgültigen Durchbruch geschafft hat. Viele Rollen in Fernsehserien und Gastauftritte in Sitcoms hat es gebraucht, bis er in der ersten Reihe angekommen ist, zumindest im Fernsehen. Dort spielt er seit 2008 in Breaking Bad den an Krebs erkrankten Chemielehrer Walter White und erhielt dafür zwischen 2008 und 2010 dreimal den Emmy als bester Darsteller in Folge. (Emmys.com)

Bryan Cranston spielt die Wandlung eines Durchschnittsmenschen zu einem rücksichtslosen Kriminellen mit Bravour und trägt die schwarzhumorige Serie mit seiner Präsenz fast im Alleingang. Als todgeweihter Krebspatient im Endstadium, der anfängt, die dreckige Droge Meth zu kochen, um vom Erlös seine Familie finanziell abzusichern, hat seine Rolle auch so viele Facetten und Extreme, wie sie es sich ein Schauspieler mit dem Kaliber von Bryan Cranston nur wünschen kann.

Mein Lieblingsschauspieler 2012 - Bryan Cranston (10 Bilder)

Meine erste Begegnung mit Bryan Cranston fand allerdings im nachmittäglichen Fernsehprogramm statt. Die Serie Malcolm mittendrin war mir zwar immer ein wenig zu drastisch auf den Ekelfaktor gebürstet, dennoch habe ich stetig seltener weggezappt. Das lag vor allem an dem herrlich verzweifelten Familienvater Hal, dem seine Kinder pausenlos auf der Nase herumgetanzt haben. Bei aller Übertreibung und schrillen Überzeichnung eines außer Kontrolle geratenen Familienlebens führte der Kampf des kleinen Mannes aus der Vorstadt um ein wenig Würde etwas Anrührendes mit sich. Bryan Cranston gelang es, seiner Figur etwas Wahrhaftiges zu verleihen, ohne die Komik zu vernachlässigen. Er holte aus der eigentlich recht schablonenhaft gezeichneten Figur so viele Nuancen heraus, dass es bei jeder Episode etwas Neues zu entdecken gab. Besonders schön ist es ihm immer gelungen, seine gelegentlichen Rückzuge aus der Verantwortung als Familienvater zu spielen. Es hat mir immer gefallen, Hal bei seinen Ausschweifungen zu beobachten, denn Bryan Cranston spielte die Freude seines Charakters über ein paar freie Stunden, lächerliche Inline-Skates oder ein Minigolfspiel-Marathon äußerst ansteckend und nachvollziehbar. Am Ende habe ich die Serie geliebt, vor allem Dank ihres Hauptdarstellers.

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Zwischendurch hat mich Bryan Cranston immer wieder in seinen kurzen, aber prägnanten Kurzauftriten in weiteren Sitcoms amüsiert. Er war Teds unfähiger Vorgesetzter in How I Met Your Mother und der unfassbar nervige Nachbar von Doug und Carrie in King of Queens. Beide Rollen waren spaßig anzusehen, dennoch emfand ich es als schade, den Schauspieler nicht in einer großen Rolle bewundern zu können, in der er hätte wirklich glänzen können. Dies änderte sich dann bekanntlich im Jahr 2008 mit der Serie Breaking Bad, die glücklicherweise auf Arte auch bei uns im TV zu sehen war.

In diesem Jahr war Bryan Cranston auch auf der Kinoleinwand zu sehen, und das gleich mehrfach. Er spielte den CIA- Agenten Jack O’Donnell im viel gelobten Politdrama Argo und sorgte mit dafür, dass das Politdrama der bislang beste Film von Schauspieler und Regisseur Ben Affleck wurde. Auch in Total Recall war Bryan Cranston mit von der Partie, ebenso wie im düsteren Thriller Drive von Nicolas Winding Refn, der die Rolle des Gangsters Shannon mit dem Schauspieler gemeinsam entwickelt hat. Dieser dankte es seinem Regisseur mit einer weiteren überragenden Performance.

So sehr die verschiedenen Kinorollen die Wandlungsfähigkeit von Bryan Cranston unterstreichen, musste sich der Schauspieler aus Kalifornien einmal mehr auf der großen Leinwand mit der zweiten Geige begnügen. Daher ist meine heutige Huldigung an Bryan Cranston auch ein Wunsch an das kommende Jahr, denn da möchte ich den Schauspieler endlich mal in einer tragenden Hauptrolle im Kino sehen.

Was haltet ihr von Bryan Cranston? Und welcher Schauspieler hat euch in diesem Jahr überzeugt?

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