Meta in the Woods & der selbstclevere Horrorfilm
Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 12.09.2012, 08:50
The Cabin in the Woods
© Universum Film
In den hiesigen Rezensionen zu den derzeit im Kino laufenden Filmen The Expendables 2 und The Cabin in the Woods fällt immer wieder ein bestimmter Begriff. Beide sind gekennzeichnet von einem selbstbezogenen Humor, einem Hang zur ironischen Brechung und einem verlockendem Spiel mit dem Wissen um sich selbst. Filmkritiker und –Fans bezeichnen solche und andere Strategien heute gern als Meta. Der Begriff ist alles andere als neu, erlebte im Zusammenhang mit Filmrezeption zuletzt jedoch eine Entwicklung vom mehr oder weniger konkreten Fachwort zum allgemeingültigen Jargon. Spätestens seit Filme nicht mehr nur postmodern gedreht, sondern auch postmodern geschaut werden, scheint der Durst eines entsprechenden Publikums nach einem Text jenseits des Textes unstillbar. Diesem Publikum kann und will niemand mehr erzählen, wie eine Gruppe halblanger College-Teens ein grauenhaftes Wochenende in einer Waldhütte durchlebt. Es sei denn, die Gruppe rückt unwissend ins Zentrum eines multimedialen Voyeurismus, von dem aus Geschicke gelenkt und Klischees geboren werden. Die hinter Mauern und Glasscheiben hockenden Kontrolleure des Geschehens im buchstäblich doppelbödigen The Cabin in the Woods scheinen wie Verbündete der Kinozuschauer: Sie wissen um die Regeln des Horrors und sie konstruieren sie entsprechend, ehe alles aus dem Ruder und damit auch wieder zurück zum amüsierten Kinopublikum läuft. Denn diesem darf am Ende nicht vermittelt werden, weniger clever als der Film zu sein.
The Cabin in the Woods ist das aktuellste Beispiel eines Horrorfilmkonstrukts, das seine Metalesart bereits auf dem Präsentierteller serviert. Der Film kreist so lange um die eigene Doppelbödigkeit und sein ausgestelltes Spiel mit mehrfach gebrochenen Standardsituationen des Genres, seinen Archetypen und Funktionsprinzipien, bis sich das Metakonzept vollends verselbständigt hat. Er nimmt seine Rezeption bereits ein ganzes Stück vorweg, und folglich tippen sich die Profis und Fans die Finger wund im Suchen nach Deutung, wo es eigentlich schon gar nichts mehr zu deuten gibt. The Cabin in the Woods ist eben ein Horrorfilm für Bescheidwissende, für solche, die Horror nicht mehr affektiv, sondern bestenfalls selbstclever erleben können. Damit ist er nicht allein, aber 15 Jahre nach Scream – Schrei! und erst recht nach Scream 3, dem so schrecklich verkannten Meisterwerk des metatextuellen Irrsinns, auch alles andere als originell. Im Gegensatz zur Genreblaupause von Wes Craven lässt sich der Genreulk aus dem Hause Joss Whedon und Drew Goddard jedoch auch nur noch als solcher begreifen. Der ständigen Gegenwart von Spiel und Spaß, dem Bewusstsein eines übergeordneten Horrorfilms von und für Kenner, ist das reine Trotzdem-Gruseln ausgetrieben. So etwas kann dann nur in eine beispiellose Monstersause münden, die ihr verschenktes Potenzial auf den letzten Metern immerhin erfolgreich zum Gaga-Happening ausdehnt.
In der Verselbständigung der Hinweise und Andeutungen, gar nicht einmal der konkreten Zitate, liegt immer auch die Gefahr der Willkür. Wenn The Cabin in the Woods der langweilige Versuch eines Metahorrorfilms für die zu spät gekommene Generation postmoderner Genrefreaks ist, dann ist der momentan auf dem Fantasy Filmfest laufende Detention – Nachsitzen kann tödlich sein deren bitteres Konzentrat. Unentwegt palavern die jugendlichen Protagonisten darin über Filme und Teenagermoden, nehmen Genretrends hops und manövrieren sich von einem phantastischen Element zum nächsten. Ein großes buntes, alle Nerven massakrierendes Nerd-Kauderwelsch für Assoziationsgestörte, die im Warten auf den nächsten kapierten Metawitz keine Minute mehr still sitzen können. Eine gedankenlose Kreuz-und-Quer-Bilderflut, die den Metabegriff irgendwie filmisch zu adaptieren und fassen versucht. Und so unsauber er in der Regel genutzt wird, so wahllos vereint Detention auch dessen Verbindungen und führt geradewegs zu seinem eigenen Widerspruch: Auf welcher jenseitigen Ebene soll ein Text noch liegen, der ausschließlich sich selbst und seine Metaidentität als einziges Prinzip thematisiert?
Die Nutzung des Meta-Begriffes als grobes Schlagwort ist da vielleicht sogar konsequent. Im Umgang mit ihm scheint das Konkrete dem Allgemeinen gewichen, Meta meint oft auch einfach nur noch clever, tiefgründig, doppelbödig. The Cabin in the Woods, Detention und andere in der eigenen Suppe der Wahllosigkeit schwimmende Filme erschweren einen differenzierten Zugang zu ihren Konzepten. Saubere Abgrenzungen (die sogenannte Metadiegese und Metalepse, Selbstreferenzialität und Intertextualität, die interessante Unterscheidung im englischsprachigen Raum zwischen metafiction und metafilm) sind bei ihnen kaum noch möglich. Ganz schnell ist stattdessen oft die Rede von der Dekonstruktion, auch wenn sich die neueren “post-postmodernen” Genrefilme mit ihrem ständigem Bewusstsein, als Filme nur innerhalb anderer Filme existieren zu können und dies auch entsprechend kenntlich machen zu müssen, eher an der Konstruktion einer aufs große Augenzwinkern abzielenden Selbstcleverness beteiligen. Im DVD-Audiokommentar zum allerersten Scream-Film erzählt Autor Kevin Williamson interessanterweise, dass er nie gewusst habe, was Meta eigentlich sei und was der Begriff überhaupt bedeuten solle. Vielleicht ist Scream nicht zuletzt genau deshalb der bis heute beste Metahorrorfilm – und alles danach nur fahle Schläue.
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Kommentare
über Meta in the Woods & der selbstclevere Horrorfilm
NiceFlavour Thu, 13 Sep 2012 12:04:28 -0000
Kommentar löscheneeeey tut mir leid -.-' aber ich habs jetzt auch mal gegoogelt aber irgendwie steht mein Gehirn grade auf Durchzug.. kann mir bitte jemand anhand eines einfachen beispiels erklären was dieses Meta sein soll? dann würde ich vllt diesen etwas sehr geschwollen geschriebenen Artikel auch verstehen...
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s5anbeut Sat, 29 Sep 2012 19:46:33 -0000
Antwort löschenalso ein metatext zum beispiel ist ein text über texte =)
also ist ein meta-horrorfilm ein horrorfilm über horrorfilme ...
NiceFlavour Sat, 29 Sep 2012 21:53:27 -0000
Antwort löschenaaachsooo.. oh mann :) ist ja an sich total einfach zu verstehen ^^ danke!
jacker Thu, 13 Sep 2012 09:23:29 -0000
Kommentar löschenIch mach mich wohl mal schlau was dieses 'meta' ist.
Die Position eines Zweitsubstituenten am Benzolring wohl nicht...
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CJ1203 Wed, 12 Sep 2012 23:09:38 -0000
Kommentar löschenDen einzigen Vorwurf, den man The Cabin in the Woods machen kann, ist jener, dass der Film die Probleme eines Genres - meiner Ansicht nach zu Recht - schonungslos offenlegt, ohne allerdings selbst Initivative zu dessen Neugestaltung zu ergreifen. Letztendlich geht es hier um den Anspruch an einen Streifen, der "the horror movie to end all horror movies" sein will. Und leider, ein Horror-Movie ist es nicht - Meta-Ebene hin oder her.
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Sigrun Wed, 12 Sep 2012 20:18:17 -0000
Kommentar löschen@Mr.Vega: Lies doch mal ein bisschen Derrida, das hilft bestimmt :)
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Norriz Wed, 12 Sep 2012 19:47:04 -0000
Kommentar löschenCitW ist sicherlich kein besonders tiefgründiger Film.
Sollte er als so einer konzipiert sein, hat er vielleicht versagt;
"Meta" oder nicht, Spass macht er.
Das unterscheidet ihn zumindest von vielen Vertretern seines Genres...
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Stormbringer Wed, 12 Sep 2012 15:49:41 -0000
Kommentar löschenDer Mann kann so viel schreiben und dabei nichts sagen. Cabin ist wesentlich mehr als reine Verulkung des Genres und der Filme oder Liebelei mit der eigenen Genialität.
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Mattes Teschabai Wed, 12 Sep 2012 15:44:13 -0000
Kommentar löschenCabin In The Woods ging doch den herrlichen Schritt weiter, als nur eine reine Referenz-Party zu sein. Die steuernden Wissenschaftler und ihr zynisches Horror-Gelaber - die stehen für eine verkopfte, blutleere, postmoderne Horror-Nerd-Generation. In Cabin in The Woods wird diese Generation ja eben überwunden, zugunsten einer ganz anderen Geschichte. Das Gruselkino wird den "alten Göttern" zurückgegeben, im Abspann läuft Nine Inch Nails, die Welt geht unter, alles auf Neuanfang. Cabin In The Woods habe ich als Ende des postmodernen Horrors verstanden.
http://www.wlfilms.de/post/30578869391/the-cabin-in-the-woods-von-drew-goddard
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DeDavid Wed, 12 Sep 2012 13:03:52 -0000
Kommentar löschenCABIN IN THE WOODS --> Okay, aber overhyped.
CABIN FEVER --> Großartig!
CABIN FEVER 2 --> Das etwas enttäuschende Sequel
SCREAM 3 --> Über jeden Zweifel erhaben. Die eigentlich konsequentere Fortsetzung von SCREAM.
Ich hoffe, alle Unklarheiten sind beseitigt. :)
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Hitmanski Wed, 12 Sep 2012 12:41:20 -0000
Kommentar löschenCABIN wird von den Leuten gut gefunden, die SCREAM 3 scheiße und SCREAM nur wegen dem Regelkatalog-Aufzählen vorm Fernseher gut finden.
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Punsha Wed, 12 Sep 2012 12:45:19 -0000
Antwort löschenAber Vince fand ihn, der Bewertung zu urteilen, doch auch recht gut. :)
mylakai Wed, 12 Sep 2012 12:46:12 -0000
Antwort löschenOder von Leuten die sich einfach mal gerne unterhalten lassen ohne immer gleich drüber nachdenken zu müssen wie gut der Film gegenüber anderen abschneidet.
PS: Finde JEDEN Scream Teil doof.
Mr Vincent Vega Wed, 12 Sep 2012 13:13:00 -0000
Antwort löschenPunsha, die 6 Punkte gab's nur für das letzte Drittel, weil: awesome.
Joeyjoejoe17 Wed, 12 Sep 2012 13:58:17 -0000
Antwort löschenIch finde Cabin UND Scream 3 richtig gut. These widerlegt :)
the gaffer Wed, 12 Sep 2012 15:17:32 -0000
Antwort löschenFilme kritisieren über die Leute, die sie gucken, machen nur Leute, die Filme kritisieren, in dem sie die Leute kritisieren, die sie gucken. Denkt mal drüber nach!
Benner Wed, 12 Sep 2012 15:39:44 -0000
Antwort löschenScream 3 ist super, Cabin in the Woods gerade noch Mittemaß aufgrund des Endes.
Hitmanski Wed, 12 Sep 2012 18:05:24 -0000
Antwort löschenMan kann keinem Film sein Publikum vorwerfen (macht ja hier auch keiner), aber es ist doch auffällig, wie eben jene Kino-Kalauer, die auch dem letzten Zuschauer das Gefühl von Genrekenntnis und Überlegenheit geben (und dafür dann gerne mit Schlagworten wie "meta" und "postmodern" gepriesen werden) gemeinhin Zuspruch finden, während Werke wie SCREAM 3 oder auch MY SOUL TO TAKE, die vom Publikum eben tatsächlich Reflexion und Kenntnis verlangen, verrissen werden. Insofern ist CABIN wirklich der passende Film für diesen seltsamen Trend und Zeitgeist.
lieber_tee Wed, 12 Sep 2012 22:50:57 -0000
Antwort löschenAch her-je, wenn mir mal jemand ohne Überheblichkeit und mit einer sinnvollen Argumentation klar machen könnte was an S3 und MSTT so grenzgenial sein soll. Vielleicht sind sie es sogar aber für den normalsterblichen Zuschauer, wie ich es bin, erschließt mich das einfach nicht. Es hat eine Spur von Arroganz zu texten das TATSÄCHLICHE Reflexion und Kenntnis notwendig ist um diese Filme so ultra-meta-mega-mässig zu finden. Ich hab es echt versucht, diese Filme unter Horror-cineastischen-Meta-Aspekten zu betrachten, da es ja von soooo viele herausgeschrieben wird. Aber bin ich da doch zu schlicht. An mangelnder Kenntnis kann es (bei mir) in Bezug zum Genre nicht liegen. Da funktionieren andere Filme (z.B. Cabin) besser. Die sind nicht übermäßig tiefsinnig, muss ja auch nicht sein, sie funktionieren in ihre Absicht aber erschließbarer als oben genannte Filme.
Moncineo Thu, 13 Sep 2012 09:04:05 -0000
Antwort löschenAls ich damals nach den ersten zehn Minuten von "The Sixth Sense" das angepriesene "Hammerende" vorhersagen konnte (und darauf bin ich ganz und gar nicht stolz) habe ich gemerkt, dass ich beim Rezipieren zu sehr mitdenke. Seitdem schalte ich bei Filmen mit angeblichem Aha-Effekt den Kopf aus und genieße einfach nur die Show. Gerade bei "Cabin" hat das wieder wunderbar funktioniert, der meiner Ansicht nach in erster Instanz nur ein Spaßfilm sein will. Meta? Who cares? Dann kann man auch gleich über die etymologisch-soziologische Bedeutung von Blondinenwitzen diskutieren. Und jetzt kommt´s: Auch ich breche eine Lanze für Scream 3 ...wegen des Spaßfaktors. Hat den Fortsetzungswahn Hollywoods überaus selbstironisch reflektiert: Jeder Charakter bekommt sein (schlechtes) Rollenpendant an die Hand. Großartig.
arues Fri, 21 Dec 2012 09:27:11 -0000
Antwort löschen@ lieber Tee: Was zur Hölle meinst du mit MSTT? Dieses Abkürzen ist doch widerlich!
lieber_tee Fri, 21 Dec 2012 10:11:55 -0000
Antwort löschenMY SOUL TO TAKE. Mag diese Abkürzungen auch nicht, war aber diesmal zu faul zum ausschreiben...:)
Tautou Wed, 12 Sep 2012 12:20:19 -0000
Kommentar löschenWie immer sauber herausgearbeitet, Herr Mr. Vincent Vega. Darauf stoße ich mit einem Glas Metaxa an.
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mylakai Wed, 12 Sep 2012 11:47:22 -0000
Kommentar löschenSelten so einen Reis gelesen.
Schaue seit Anbeginn meiner Lebenszeit Horrorfilme und bin auch daneben ein großer Filmfan. Nur dieses "hochtragende" und "intellektuelle" Geschwafel was in dieser Kolumne an den Tag gelegt wird ist ja wirklich nicht mehr verständlich.
Ich habe den Film sehr genossen und "voll Meta" fand ich in dem Film nix. Es wird eben ab und zu der ein oder andere Film auf den Arm genommen aber gleich so eine Diskussion mit rein zu bringen finde ich völligst übertrieben.
Wie wärs denn mal zur Abwechslung das Gehirn beim nächsten mal an der Kasse abzugeben und solch einen Streifen einfach mal zu genießen???
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arues Fri, 21 Dec 2012 09:28:30 -0000
Antwort löschenNa ja, wenn du den Film nicht Meta fandest, hast du wohl doch keine Ahnung.
Bango Wed, 12 Sep 2012 11:41:59 -0000
Kommentar löschenHey Vincent, du bist doch bestimmt einer von denen, die sich selbst gerne reden hören oder wie in diesem Fall sich selbst gerne schreiben lesen... oO oder so ähnlich? Das du ein Crack in Fachbegriffen und Fremdwörtern bist haben wir mittlerweile verstanden! ^^
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Harrigan Wed, 12 Sep 2012 20:37:29 -0000
Antwort löschenUnd dass im Internet gefühlte 99% nicht zwischen dass und das unterscheiden können ist sehr erstaunlich.
Bango Thu, 13 Sep 2012 08:19:50 -0000
Antwort löschen@Harrigan - Und das findest du wirklich erstaunlich? Ich geh jetzt einfach mal davon aus dassss du mit den 99% im Internet, 1. User und 2. Deutsche gemeint hast. Dann macht deine Aussage auch Sinn!
funisteinstahlbad Fri, 14 Sep 2012 01:52:07 -0000
Antwort löschen@ Bango - das ändert wohl nichts an dem Fehler. ; ) Und wenn, dann ist die Aussage sinnvoll. ; ) Nichts für ungut.
Gruß - Robert
kadmon Wed, 12 Sep 2012 10:37:04 -0000
Kommentar löschenOch je, warum trifft diese Metadiskussion jetzt ausgerechnet Cabin in the Woods? Ja, der Film ist nicht so schlau wie er gerne sein will, aber man kann ihn auch einfach nur als Spassfilm zum Bier trinken verstehen und dann macht er tatsächlich auch einfach nur Spass. Mir jedenfalls mehr als der überironisierte Meta-Action Trash der letzten Jahre wie etwa Machete, Piranha 3d und co. Scream und Tarantino haben das ganze schon in den 90ern eingeleutet und unter allen Nachahmern sind 1000 bessere Beispiele für misslungene Versuche zu finden als Cabin in the Woods. Wie gesagt, ein interessantes Thema das leider den falschen Film getroffen hat, denn was Cabin in the Woods zum Glück trotz allen nicht sein will ist Trash, der bei den anderen Vertretern eh nur gekünstelt und bescheuert wirkt, denn den Detailverliebtheiten und Referenzen merkt man jedenfalls auch den Respekt vor den Originalen an, was den anderen komplett abgeht.
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Hendrik Wed, 12 Sep 2012 10:04:24 -0000
Kommentar löschen"Diesem Publikum kann und will niemand mehr erzählen, wie eine Gruppe halblanger College-Teens ein grauenhaftes Wochenende in einer Waldhütte durchlebt." Ach, mir hätte das schon 1974 keiner erzählen brauchen wenn ich da schon gelebt hätte. Diesem unseligen Genre kann man nur mit Humor (und wenn er leicht von oben herab ist: Umso besser!) begegnen.
Gruseln kann ich mich trotzdem bei Filmen wenn sie es wollen und gut gemacht sind. Zwei jüngere Beispiele: LIVID und THE WOMAN IN BLACK
(Ich komme gerade zu dem Schluss, das ich gar nicht zur Zielgruppe dieses Textes gehöre, auch wenn ich TCITW klasse fand!)
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Tomalak Wed, 12 Sep 2012 10:02:15 -0000
Kommentar löschenJoss Whedon ist ja wohl nur der geilste typ in Hollywood. du hast keine Ahnung, guck Dir mal Serenity oder so an. Das ist besser als Star Wars.
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xTimmaex Wed, 12 Sep 2012 09:51:45 -0000
Kommentar löschenCabin In The Woods = Bisher bester Film des Jahres. Ich hatte seit Four Lions nicht mehr so viel Spaß im Kino. Ich habe ihn jetzt 4 mal gesehen und hatte nicht einmal das Gefühl, dass er eine intellektuelle Abhandlung über das Horrorgenre sein will, sondern sich viel mehr als Komödie ansieht. Die Anspielungen beziehen sich nie direkt auf bestimmt Filme, sondern Dinge, die jeder, der 5 Standardslasher gesehen hat, verstehen kann. Damit ist er ein Insiderwitz, der aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausschließt.
Aber der werte Verfasser dieser Rubrik ist eh zu schlau für Comedy des 21. Jahrhunderts.
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Tomalak Wed, 12 Sep 2012 10:09:22 -0000
Antwort löschenBei Cabin... muss man eben auch mal mitdenken. Das finde ich gut.
Edward Nigma Wed, 12 Sep 2012 13:44:13 -0000
Antwort löschen"Die Anspielungen beziehen sich nie direkt auf bestimmt Filme?" Aber hallo, tun sie doch... Oder willst du mir erzählen, dass du nicht "Tanz der Teufel" oder die Kreissägen-Version von Pinhead im Film wiedergefunden hast? Nur so als Beispiel... Aber auf jeden Fall ein super Film!
Hartigan85 Wed, 12 Sep 2012 09:23:51 -0000
Kommentar löschenDu machst diesen Film nieder und bezeichnest Scream 3 gleichzeitig als Meisterwerk? Sorry, dich kann ich nicht mehr Ernst nehmen...
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Joeyjoejoe17 Wed, 12 Sep 2012 09:26:16 -0000
Antwort löschenScream 3 wird ja auch sträflich unterbewertet^^
Hartigan85 Wed, 12 Sep 2012 09:29:53 -0000
Antwort löschenÄhm...nö. Ich hab ihn mal gerade angemessen bewertet mit 3 Punkten, vielleicht auch noch zu gnädig. Ziemliche Gurke und Tiefpunkt der Reihe :-)
Mr Vincent Vega Wed, 12 Sep 2012 09:38:31 -0000
Antwort löschenDer bislang größte missverstandene Film des neuen Jahrtausends.
Joeyjoejoe17 Wed, 12 Sep 2012 09:59:00 -0000
Antwort löschenBin da so ziemlich beim Vega. Wer die ersten beiden Teile mochte, kann den dritten eigentlich nicht schlecht finden, schließlich werden die eigens aufgestellten Regeln nur konsequent umgesetzt und überspitzt dargestellt.
Haschbeutel Wed, 12 Sep 2012 10:08:58 -0000
Antwort löschenOh Gott, ich bin d'accord mit Vega. Weil SCREAM 3 ist wirklich hoffnungslos missverstanden und der Beste Teil der Quadrologie.
Joeyjoejoe17 Wed, 12 Sep 2012 10:11:55 -0000
Antwort löschenEs ist auf jeden Fall der unterhaltsamste.
Jason Born Wed, 12 Sep 2012 10:50:13 -0000
Antwort löschenSchließe mich Hartigan an. Scream 1 ist super, S2 ist okay, S3 ist auch für mich einfach nur... Mist. Mit S4 ging es wieder Aufwärts.
Jenny von T Wed, 12 Sep 2012 10:55:31 -0000
Antwort löschenOch nö, bitte nicht schon wieder die "Vega-findet-Film-xy-toll-also-hat-er-schon-per-se-keine-Ahnung-von-irgendetwas"-Masche. Wie wär's stattdessen mal mit Gegenargumenten?
Hartigan85 Wed, 12 Sep 2012 19:19:03 -0000
Antwort löschen@Jason: Sehe ich auch so, den vierten Teil hab ich allerdings noch nicht gesehen, aber schon gehört, dass es mit diesem wieder aufwärts gehen soll...
@Jenny: Warum Gegenargumente? Mittlerweile sollte doch wohl jedem klar sein, dass diese Rubrik einzig und allein zur Provokation dient. Es gibt so viele verdammt schlechte Horrorfilme, welche immer nach demselben Schema verlaufen, egal ob damals in den 70er Jahren oder heute. Aber wenn dann mal ein Film erscheint, der sich selbst nicht ernst nimmt und eine originelle, interessante Story zu bieten hat, den die meisten Leute dann auch verdientermaßen mögen, muss man den dann wieder auseinanderpflücken. Das dient einzig und allein zur Provokation, damit genau eine solche Diskussion entsteht, wie wir sie gerade führen.
Pfizze Sun, 16 Sep 2012 13:27:02 -0000
Antwort löschenVega hat den Film wohl kaum "zerpflückt" (abgesehen davon hat er ihn auch mit 6 Punkten bewertet), sondern ein durchaus interessantes und nicht unwichtiges Thema angeschnitten. Provokativ ist das ja wohl nicht.
phoenix409 Wed, 12 Sep 2012 09:09:09 -0000
Kommentar löschenIch hab grad drei Marmeladenbrote gegessen.
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gumulze Wed, 12 Sep 2012 09:00:57 -0000
Kommentar löschen"Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehn der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus."
-Franz Kafka-
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lindaisonfire Wed, 12 Sep 2012 14:43:11 -0000
Antwort löschenHui, weil du Kafka zitiert hast ein ganz großes < 3 !
gumulze Fri, 14 Sep 2012 10:07:58 -0000
Antwort löschenCool, dann zitiere ich mich jetzt mal selbst:
"Besten Dank & wanna be friends"?
-gumulze
Mr Vincent Vega Fri, 14 Sep 2012 13:22:07 -0000
Antwort löschenUnd da soll noch mal einer sagen, meine Kolumne würde die Menschen nicht zusammen bringen!
Master-Exploder Wed, 12 Sep 2012 08:56:05 -0000
Kommentar löschenda bin ich mit dir einer Meinung: das Produkt ist ein missgestaltete, meta-sureale Skulptur, die sich hübsch auf der Fensterbank macht, aber keine tiefere Deutung erlaubt. Allerdings finde ich heute Filme-Künstler und auch anderer Medien sehr mutig und achtungsvoll, die eine Vielzahl von Klassikern zusammen mashen um eine neues Produkt zu schaffen. Ich hab gerade keine Ahnung ob sie sich auf eine Welle von Anzeigen und Rechtssteits gefasst machen müssen, die "Idee aus anderen Werken" kopiert zu haben. Wo bleibt da noch die Künstlerische Freiheit?
Wenn sich schon Die Warhol Foundation und Velvet Underground um die Illustration der Banane an den Hals gehen, glaube ich wirklich die Welt geht vor die Hunde.
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MartinNolan Wed, 12 Sep 2012 08:48:16 -0000
Kommentar löschenEs ist nun mal viel einfacher Bekanntes zu persiflieren, als beispielsweise einem Genre neues Lebens einzuhauchen, Grenzen zu durchbrechen und neue Pfade einzuschlagen. Denn natürlich hat der gemeine Zuschauer meist schon viel gesehen und da bedarf es eben etwas Neuem, etwas was nicht bloß auf gewaltige Bilder abzielt, die lediglich Klischees vermitteln. Nein! Es wird Zeit, dass sich Autoren, wie Regisseure ein Herz fassen und sich trauen etwas Eigenes zu kreieren. Zugegeben müssen hierbei auch die auf Erfolg gerichteten Produzenten mitziehen. Doch auch diesen Menschen müsste allmählich klar werden, dass diese Form von Film, die Mr Vincent Vega hier anprangert, keine Zukunft hat.
Ich bin mir auch bewusst, dass so etwas immer leichter gesagt ist als getan. Doch wäre es eben gerade deshalb umso intellektueller sich damit zu beschäftigen, als solche Filme mit Metaebenen auszustatten!
Im Übrigen schöner Text, Mr Vega!
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Bob Loblaw Wed, 12 Sep 2012 08:03:16 -0000
Kommentar löschenTolle Kolumne, Herr Vega !
Auch mich stört es, dass man viele Filme heutzutage nur noch intellektuell, aber nicht mehr emotional anschauen kann. Die Filme verkommen oft zu einer Art Rätsel-/Quiz-aufgabe, die vom Zuschauer gelöst werden soll... natürlich ist diese Aufgabe so einfach gehalten, dass am Ende auch alle zufrieden sind und sich entsprechend schlau fühlen.
Aber ich kann mir schon vorstellen, dass sich viele Drehbuchautoren dieser Problematik bewusst sind. Aber was sollen die denn auch anderes machen, in einer Zeit wo schon jeder alles gesehen hat.... Naja... mal abwarten.
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Mattes Teschabai Wed, 12 Sep 2012 16:00:03 -0000
Antwort löschenGenau das fand ich toll an Cabin - die Meta-Ebene ist keine, weil sie eben emotional in den Plot eingebunden wird. Egal, ob du Hellraiser und Co. gesehen hast. Die verschiedenen Monster werden an ihren psychologischen oder anthropologischen oder sonstwelchen Ursprüngen gepackt und dramaturgisch in den Film engebaut. Nicht als bloße Anspielung, sondern als Teil der Handlung. Das habe ich nicht als Rtelraten, sondern schönes Storytelling vestanden.
Bob Loblaw Thu, 13 Sep 2012 07:11:25 -0000
Antwort löschen@Mattes: Ich muss gestehen, dass ich Cabin noch gar nicht gesehen habe, und dass mein Text eher allgemein mein Problem mit einen Teil der heutigen Filmlandschaft beschreiben sollte (inspiriert von Vegas Kolumne) ...
Deine Beschreibung zu Cabin klingt aber ganz spannend !! :)
Mattes Teschabai Thu, 13 Sep 2012 17:09:43 -0000
Antwort löschenOh... ja schau ihn dir an. ich finde, dass er im Rahmen von "Probleme mit Zitate-Kino" sehr interessant ist.
BigDi Wed, 12 Sep 2012 07:45:23 -0000
Kommentar löschenEin paar Filmzitate und -referenzen in den Dialogen machen eben noch keine Selbstreflexivität. Schön.
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Jenny von T Wed, 12 Sep 2012 07:19:08 -0000
Kommentar löschenDAN-KE. Wenn Horrorfilm-scriptwriter dieser Tage versuchen, besonders schlau zu sein, geht das in 99% aller Fälle gnadenlos nach hinten los. Man denke z.B. auch an MARTYRS, der sich zwar nicht an Metaebenen erprobt, dafür aber auf unfassbar lachhafte Art und Weise versucht, sich in - als (ich hasse das Wort!) "Mindfuck" eingekleidete - philosophische Dimensionen zu hieven. Dann doch lieber Klischees Klischees sein lassen anstatt die Oberlehrerkeule auszupacken, wenn man sie einfach nicht beherrscht. Diejenigen Filme, die diese Klischees, über welchen THE CABIN IN THE WOODS ach so souverän zu thronen vorgibt, vor langer Zeit mitbegründet haben, hatten nämlich wenigstens noch einen gewissen Charme.
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nilswachter Thu, 13 Sep 2012 20:34:06 -0000
Antwort löschenMartyrs ist der primitivste Dreck, den ich je gesehen habe. Das als intelligent zu bezeichnen, wie es einige machen, ist ein Hohn. Ich sag mir auch immer wieder: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Horror kann so gut sein, wenn er nicht noch in eine pseudophilosophisch-tiefgründige Metaebene, die keine ist, inkorporiert. Stimme dir voll und ganz zu, Jenny.
Weiterführendes zum Artikel ?
Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.






Schöner Text, Vega. Und was hier geschrieben steht, gilt bei weitem nicht nur für das Horrorgenre, sondern kann auch auf andere, ach so komplexe Werke angewandt werden.
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Schofferhofer Mon, 17 Sep 2012 06:40:03 -0000
Antwort löschenz.B. Breaking Bad?
nilswachter Tue, 09 Oct 2012 21:50:58 -0000
Antwort löschenBreaking Bad hat durchaus einen Subtext, der sich bei genauerer Betrachtung erschliessen lässt. Vielleicht nicht durchgehend aber die Geschichte von Walter White lässt sich gut als Parabel über den Reiz von Macht und die Gefangennahme von ihr verstehen. Gerade in der fünften Staffel wird deutlich, dass es nicht um Geld, sondern um das Imperium geht. Um die Beherrschung des Marktes und letztlich um Macht. Macht in der Beziehung, Macht im Business und die Serie zeigt auch, wie diese Dynamiken eine Person verändern können. Wer meint in Breaking Bad gehe es nur ums Drogen vertikken, hat die Serie entweder nicht, oder nur marginal verstanden. Ausserdem schlägt BB keine Lesart vor, wie dies bei Cabin durchaus der Fall ist.