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Mit Haus und Kind sowie zwei Frauen hat es Stefan Kurt nicht einfach
Veröffentlicht am 07.10.2009, 09:00
Die Geschichte, die in dem ARD-Film Haus und Kind heute Abend um 20.15 Uhr erzählt wird, ist alt: ein Mann hat zwei Frauen. Aber was Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und Regisseur Andreas Kleinert daraus machen, ist durchaus sehenswert. Erzählt wird von Bernd Neubauer (Stefan Kurt), Professor der Neuen Deutschen Geschichte, der mit seiner Frau Lena (Marie Bäumer) ein Haus haben will und mit seiner Freundin Melanie (Stephanie Schönfeld) ein Kind. So verwickelt er sich im Sommer und Winter zwischen Berlin und der Ostsee in die alte Geschichte: Was macht ein Mann mit zwei Frauen? Oder besser: Was machen zwei Frauen mit einem Mann? Die Anstrengungen, denen sich Bernd Neubauer zuversichtlich aussetzt, um zwei Adressen zu bedienen, bringen ihn in komische Lagen. Oder in verzweifelte. Es scheint, nicht der Professor leistet sich eine Kellnerin, sondern sie leistet sich ihn. Es scheint, er ist auch zu Hause entbehrlich. Zum Schluss haben Bernd und Lena ein Haus auf dem Land erworben, aber Else Maschke (Gudrun Ritter), die dort seit ihrer Kindheit wohnte, hat ihren Lebensabend verloren. Melanie erwartet ein Kind und auch Lena ist schwanger. Ein gnädiges Ende wird gebraucht, doch gibt es das?
Selten hat Christoph Keil von der Süddeutschen Zeitung einen solch präzisen Film über Frauen, Männer und die freundliche Feigheit der Liebe gesehen. Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase “hat schon sehr genau hingesehen und die Verlogenheit in Beziehungen als bipolares Kräftefeld beschrieben mit dem einen, der betrügt, und der anderen, die sich betrügen lässt. Denn so einfach, dass einer die Schuld trägt, ist es ja doch fast nie. ... So wie Andreas Kleinert die freundliche Rücksichtslosigkeit der so schönen Eheleute inszeniert, verwandelt sich Haus und Kind in einen französischen Sommerfilm, in dem geredet und geredet wird und die großen Fragen banale oder keine Antworten bekommen.”
Trotz der alten Geschichte, die Haus und Frau aufwärmt, lobt Susanne Manasterni im Westen den Film. “Ein Mann zwischen zwei Frauen. Das Thema ist nicht neu. Regisseur Andreas Kleinert aber gelingt in dem melancholischen Film Haus und Kind der Spagat zwischen ernstzunehmendem Drama und sarkastischer Komödie.” Geradezu begeistert ist ihr Kollege Lars von der Gönna ebenfalls im Westen. “Andreas Kleinert hat aus Wolfgang Kohlhaase s Drehbuch einen Film gemacht, der die Grausamkeiten zwischen Mann und Frau beängstigend gelassen beschreibt. Wie sich das falsche Leben ins richtige einschleicht, wie aus dem großen Glück ein herzlos gemischtes Doppel wird, wenn die Gelegenheit nur günstig ist, das erzählt Kleinert in wunderbar komponierten Dramoletten. Haus und Kind ist ein intimer Film aus unausgesprochener Trauer, gehauchter Komik und stets leicht verspäteten kleinen Bosheiten.”
Haus und Kind läuft heute Abend um 20.15 Uhr in der ARD. Wenn Ihr wissen wollt, was sonst noch so auf dem Bildschirm zu sehen ist: Schaut doch in unser Fernsehprogramm.
Cribber (Crib Ber) 2009/10/07 09:00:00
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