Rabenschwarzer Humor in Louise Hires a Contract KillerBearbeiten

Veröffentlicht am 24.09.2009, 08:58

Der Film zur Wirtschaftskrise ist derart abgedreht, dass Nachahmung nicht empfohlen wird. Aber ein Gang ins Kino lohnt auf alle Fälle für all jene, die Schwarzhumoriges mögen.

Louise Hires a Contract Killer Louise Hires a Contract Killer © Kool Distributation

Die beiden belgischen Regisseur Gustave de Kervern und Benoît Delépine sind schon mit dem Roadmovie Aaltra überaus positiv aufgefallen. Dort hatten sie von zwei skurrilen Typen erzählt, die sich mit einem Traktor auf eine Reise durch Europa machen. Auch in Louise Hires a Contract Killer gibt es viele Reisen, dieses Mal macht sich ein Underdog-Duo auf, um einen Fabrikchef zur Verantwortung zu ziehen, der mit dem Geld der Belegschaft abgehauen ist. Wie im wahren Leben also …

Rache ist cool, findet Philipp Lichterbeck im Tagesspiegel. “Bonnie und Clyde waren sexy und tragisch, die Natural Born Killers stilsicher und hirnlos. Michel und Louise sind transsexuell, ungepflegt und ohne Hoffnung. Und das zärtlichste Killerpärchen der Filmgeschichte. Denn ihr Antrieb ist nicht die Sucht nach Aufmerksamkeit und Ruhm, sondern das Verlangen nach Gerechtigkeit. Und die Angst vorm nackten Elend … Den Regisseuren Gustave de Kervern und Benoît Delépine ist etwas höchst Seltenes gelungen: Sie überdrehen ein ernstes Thema so vollkommen, dass sein Kern wieder sichtbar wird. Alles ist so unwahrscheinlich und auch die kleinste Nebenrolle so schrullig gestaltet, dass man dem Film alles abnimmt.”

Vieles hat Cristina Nord von der taz in Louise Hires a Contract Killer entdeckt: “Kindlicher Übermut, anarchischer Eigensinn, Deadpan-Komik und ein Hang zum Hackepeter bilden die Grundpfeiler dieser schwarzen Komödie, die die Kehrseite neoliberalen Wirtschaftens in groben Strichen zeichnet und als Gegenwehr Handfeuerwaffen vorschlägt.”

Die grandiose Anarcho-Komödie Louise Hires a Contract Killer feuert laut Maike Schultz von der Berliner Zeitung Lachsalven auf die weltweiten Profitgeier ab. “Wie wenig greifbar die Täter in diesem globalisierten System sind, zeigt die schier endlose Odyssee der Verfolger. Egal, wen Louise und Michel auch ins Visier nehmen, der wahre Verantwortliche sitzt immer auf einem anderen Chefsessel, wurde bereits von den Aktionären abgewählt oder entpuppt sich gar als Briefkastenfirma im Steuerparadies Jersey. Die erste Idee zu dieser genialen Tour de Force – die man unbedingt bis nach dem Abspann verfolgen sollte – hatten die Regisseure bereits 2003, als Lehman Brothers noch als sichere Anlagebank galt.”

Louise Hires a Contract Killer läuft ab heute in unseren Kinos. Wen Ihr wissen wollt, wo er zu sehen ist, dann schaut doch in unser Kinoprogramm. Hier gibt es schon mal den Trailer:


Cribber (Crib Ber)

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Fatzenbolt

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Uff ich glaub das ist mir dann doch ein Tick zu avantgardistisch...

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Kris

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Wow, immerhin treibt der Film auch die Kritiker zu Höchstleistungen an, was die Wortspielereine, Metaphern und Vergleiche angeht.

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