Teil 2 von 2 Recap 1 - American Horror Story - Staffel 2
Vom Haus in die Anstalt
Sprechstunde mal anders in Briarcliff Manor
© FX
Während sich die Macher von American Horror Story in ihrer ersten Staffel nur auf eine Familie bzw. ein Haus konzentrierten, erweitern sie in Asylum Setting und Protagonisten ihrer Geschichte auf eine komplette Nervenheilanstalt. Der Anspruch dieses Projekts wirkt viel komplexer, als das der ersten Staffel, doch das Grundkonzept bleibt dasselbe: Der Horror ist stets an einen Ort gebunden und sobald jemand mit diesem Ort in Berührung kommt, ist sein Leben verflucht. In der ersten Staffel musste sich die Familie Harmon mit ehemaligen – toten – Bewohnern ihres Traumhauses herum schlagen. Im ambitionierteren Asylum dagegen bekommen wir es mit zwielichtigen Ärzten, im Wald hausenden (noch unbekannten) Monstern, Serienkillern und Aliens (?!) zu tun. Darüber hinaus setzt die Staffel ihren Fokus nicht nur auf eine Familie, sondern auf die Schicksale verschiedener Insassen der Anstalt. Ob nun Schwester Jude, die den Geheimnissen des Dr. Ardens auf den Grund gehen möchte, Reporterin Lana Winters, die gegen ihren Willen in Briarcliff festgehalten wird oder die beiden unschuldigen (zumindest nach ihrem Verständnis) Patienten Kit und Grace: Noch ist nicht klar, ob und auf was die Serienschöpfer Ryan Murphy und Brad Falchuk den Fokus der zweiten Staffel setzen wollen. Liegt das Überangebot an Handlungssträngen vielleicht daran, dass sich Murphy und Falchuk im Gegensatz zur ersten Staffel viel Zeit für ihr Skript gelassen und es mehrmals überarbeitet haben? Sicherlich, denn die beiden wollen dem Erfolg der ersten Staffel noch eines drauf setzen. Ob ihnen das mit Asylum gelingt, bleibt noch abzuwarten. Welcome to Briarcliff macht auf jeden Fall schon einen schaurig-schönen Eindruck.
Der Matrix-Gedächtnis-Preis: …versteckt sich heute im Hals eines Patienten. Als der diabolische Dr. Arden gerade im Begriff ist Kit ‘Bloody Face’ Walkers um ein paar Hundert Gramm Gehirnmasse zu erleichtern, entdeckt er eine Verhärtung in dessen Hals. Den Arzt in ihm überkommt sofort die Schnibbel-Wut und so zückt er zugleich das Skalpellmesser. Doch was er vor findet, ist nicht etwa eine tumoröse Wucherung, sondern ein eingepflanzter Chip, der sich, sobald aus dem warmen Körper entfernt, augenblicklich in ein Cyberinsekt verwandelt und auf Krawall gebürstet zum Angriff übergeht. Damit hat der Herr Doktor wohl nicht gerechnet.
Horror-Klischee der Woche: Wo eine Horrorgeschichte, da sind auch oft die Klischees nicht weit. So verhält es sich leider (oder zum Glück?) auch mit American Horror Story. Ob nun, um den Zuschauer in vorläufiger Sicherheit zu wiegen oder um das Genre auf die Schippe zu nehmen: Immer wieder schmücken mehr oder minder ausgeprägte Klischees die einzelnen Folgen. In Welcome to Briarcliff bedient sich Leo (Adam Levine) ziemlich zum Anfang der Episode eines wahren Klassikers: den Arm in eine unheimliche Öffnung stecken. Um seine Freundin zu beeindrucken, reckt er seinen Arm durch einen breiten Schlitz, der zu einer ehemaligen Zelle gehört. Nachdem er seine holde Maid zuerst mit einem vorgetäuschten Angriff zu erschrecken versucht, vergeht ihm schon bald das Lachen. Denn schwuppdiwupp wird der Spaßvogel um eine Gliedmaße erleichtert und kann sich somit zum Richard-Kimble-Verdächtigenkreis zählen. Hat dir deine Mutti denn nicht gesagt, dass du deine dürren Ärmchen nicht in jede Ritze stecken sollst?
Neue Geheimnisse, neue Vermutungen
Eines der vielen mysteriösen Geheimnisse dieser Folge ist wohl die große Frage, was sich denn für unheimliche Gestalten im Wald nahe der Anstalt verbergen. Schwester Mary (Lily Rabe) bekommt von Dr. Arden den Auftrag, mit neuen Eimern Fleisch in das Waldstück zu gehen, weil “die” wieder etwas zu Essen brauchen. Handelt es sich etwa um die/dasselbe Wesen, das einst in der Zelle voller Kratzer an den Wänden hauste? Möglicherweise ein missglücktes Experiment des Doktors oder eine ausgestoßene Missgeburt? Auf die Antwort werden wir sicherlich noch einige Episoden warten müssen. Genau wie auf die Frage, ob Kit verrückt ist oder wirklich von unbekannten Wesen angriffen wurde.
Zitat des Tages: Mental illnis is the fashionable explanation for sin. (Schwester Jude)
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- Teil 2: Vom Haus in die Anstalt
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Kommentare
über Recap 1 - American Horror Story - Staffel 2
nz2004 Fri, 19 Oct 2012 17:24:01 -0000
Kommentar löschenWar maßlos enttäuscht.
Während mich Staffel 1 mit der ersten Folge sehr gefesselt hat und ich unbedingt Antworten wollte, hat mich der Auftakt von Staffel 2 fast gelangweilt.
Mir fehlt absolut die Identifizierung so wie die Familie bei Staffel 1. Und dieser Alien-Quatsch kann doch wohl nicht ernst gemeint sein...
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Raccoon Fri, 19 Oct 2012 18:29:55 -0000
Antwort löschenHast du diese Staffel denn jetzt völlig aufgegeben?
Imagination Fri, 19 Oct 2012 10:53:50 -0000
Kommentar löschenHoffentlich versauen sie die Sache um die Aliens oder was auch immer nicht, bitte nicht zu überdreht. Ansonsten ein guter Auftakt zu einer Staffel, die eigentlich nur gut werden kann, weil die Location perfekt zur Serie passt.
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Miami Twice Fri, 19 Oct 2012 09:39:54 -0000
Kommentar löschenToller Recap - mir hat Folge 1 gut gefallen, bin gespannt in welche Richtung sich die Staffel weiter entwickelt, sieht ja sehr nach Thema "Alien" aus.
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Raccoon Fri, 19 Oct 2012 09:41:41 -0000
Antwort löschenOder Kit ist einfach nur verrückt...ich bin auch gespannt. Bei AHS muss man ja auf alles gefasst sein^^
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Ab hier gibt's Spoiler und so ...
War ja jetzt auch schon direkt irgendwie alles dabei - Religiöse Fanatiker, Monster, Psycho-Killer, Folter aller Art und, ähm, Aliens ... Ja, das ist wohl dem 60er-Jahre-Setting verschuldet, was soll's. Finde ich tendenziell eher uncool, aber mal sehn, was sie draus machen.
Dass das unsympathische Pärchen am Anfang (War das der Maroon-5-Typ?) direkt mal dem Bloody-Face-Killer begegnet ist find ich ja grundsätzlich interessant.
Die versprochene "Sexyness" wird fast ein bisschen weit getrieben - Bis jetzt hatten irgendwie schon alle mit irgendjemandem Sex, kann das sein?
Extrem viel Gesellschaftskritik diesmal - Rassismus, Homophobie (als Druckmittel um jemanden widerrechtlich in einer puren Folteranstalt zu behalten - heftiger Einfall) Religiosität, Zustände in Phsychiatrien der 60er Jahre, der Widerstreit zwischen Religion und Wissenschaft, wenn ich richtig gesehen habe kommen da auch noch Nazi-Plots auf uns zu und die Aliens gibt's ja auch noch - Reichlich viel Sprengstoff, den sie da in der ersten Folge schon gelegt haben.
Ich fand's super.
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