Schweiger ist beleidigt Bearbeiten

Veröffentlicht am 21.01.2008, 09:54

Til Schweiger tritt aus Protest aus der Deutscher Filmakademie aus.

Til Schweiger in Keinohrhasen Til Schweiger in Keinohrhasen © 2007 Warner Bros. Ent.

Til Schweiger ist beleidigt. Da sein Film Keinohrhasen nicht auf der Vorauswahl-Liste für den Deutschen Filmpreis aufgetaucht ist, tritt der Regisseur, Produzent und Schauspieler aus der Deutscher Filmakademie aus. Erbost kommentiert er, dass dort ja nur Werke nominiert seien, die “keine Sau kennt”. Seine Keinohrhasen haben mittlerweile 3,5 Millionen Menschen gesehen und wenn er das Kassenergebnis nimmt, dann hat er natürlich recht … wahrscheinlich kommen 10 der Vorab-Nominierten gemeinsam auf seine Besucherzahlen. Aber der Akademie-Chef Stefan Arndt widerspricht der ganzen Sache und meint, Melderegularien seien nicht eingehalten worden.

Wie auch immer: Wir stellen uns vor, Regisseur Michael Bay verlässt unter publikumswirksamem Protest die American Academy, weil sein Actionkracher Transformers nicht auf der Nominierungsliste für die Oscars erscheint, was relativ wahrscheinlich ist, obwohl der Film mittlerweile auf Platz 19 der Besten Filme aller Zeiten steht. Oder David Lynch tritt aus der Academy aus, weil seine Hauptdarstellerin Laura Dern keine Beachtung bei der Nominierung 2007 findet. Der durchgeknallte Regisseur aber lässt sich was besseres einfallen: Er läuft medienwirksam mit einer Kuh über den Hollywood Boulevard und macht darauf aufmerksam, dass mit der American Academy etwas nicht stimmt. Vielleicht sollte sich Til Schweiger von dieser Art Humor etwas abschneiden: Hasen ohne Ohren könnten ja über die Berliner Linden huschen und mit Witz und Charme darauf verweisen, dass etwas faul ist in der Deutschen Academy.

Das fanden übrigens bereits einige Filmemacher vor ihm. Sie sind mit den Vergabemechanismen nicht einverstanden und kritisieren, dass Subventionsempfänger ihre Subventionskuchen selbst an sich verteilen. Til Schweiger entgehen immerhin einige Tausende von Euro, wenn er nicht zu den Nominierten und den späteren Siegern zählt. Insgesamt schenken sich die Akademiemitglieder ca. 3 Millionen Euro. Christian Petzold ist gar nicht erst in die Akademie eingetreten, während Fatih Akin 2006 wieder austrat. Hans Weingartner wendete sich gegen das “Massenabstimmungsverfahren” und schlug vor, der Akademie die Preismillionen zu entziehen. Andres Veiel gar wirft der Deutschen Filmakademie vor, als Vertretung der deutschen Filmbranche versagt zu haben. Nun reiht sich also auch der Erfolgsverwöhnte Til Schweiger in die Kritikerliste ein.


Ines Walk (Ines Walk)

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Tobi

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Oh man, der Schweiger wieder...

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Wombat

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Eine Nominierung wäre schon drin gewesen. Dann muss er jetzt eben wieder internationale Filme drehen, um so ein wenig über die Landesgrenzen hinaus nach Preisen zu spähen.

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Iroas

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Filmpreise zeigen keinen Erfolg von Filmen. Gute Filme zeichnen sich durch Nachhaltigkeit aus - das Publikum will sie immer wieder sehen, immer wieder von ihnen reden und immer wieder von ihnen träumen.
Als Beispiel sei nur mal "Citizen Kane" genannt - Oroson Wells Meisterwerk bekamm "nur" einen Oscar - und zählt heute zu den bedeutsamsten Filme aller Zeiten - eine Liste solcher "Filme" wäre endlos lang.

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Batzman

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Stimmt :) Es gibt auch genügend oscarprämierte Filme, die gepflegt in Vergessenheit gerieten.

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