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Stars kämpfen für die Mobbing-Doku Bully

guggenheim (Nils P.), Veröffentlicht am 31.03.2012, 08:50

Wer viel liest, stößt automatisch auf reichlich Gründe zum Aufregen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich bei der Fülle etwas rauszupicken. Wenn ein Thema, das einem richtig die Galle hochkommen lässt, aber seit Wochen durch die Presselandschaft geistert, muss es einmal angesprochen werden.

Der Kampf gegen das R-Rating Der Kampf gegen das R-Rating © The Weinstein Company/Buena Vista International/moviepilot

Was gäbe es nicht wieder für Gründe, sich richtig aufzuregen. Der aus Quotengeilheit gewählte rassistische Titel des neuesten Sat.1 Abfalls beispielsweise. Eine solche Produktion gucken wir aber nicht mit dem Arsch an, sie hat die ganze Aufmerksamkeit einfach nicht verdient. Viel wichtiger ist die Auflehnung gegenüber der MPAA, die mal wieder demonstriert hat, wie verschoben ihre Altersempfehlungsgrundlagen sind.

Die Anti-Mobbing-Dokumentation Harte Schule, in der ein paar Schimpfworte vorkommen, steht im Mittelpunkt beim Aufreger der Woche.

Schimpf und Schande
Seit Wochen wird über den von Lee Hirsch gedrehten Film Harte Schule diskutiert, weil die Motion Picture Association of America der Doku ein R-Rating verpasst hat. Die Empfehlung lautet somit, dass Jugendliche unter 17 Jahren den Film nur in Begleitung Erwachsener sehen sollten. Aber warum dieses harte Rating? Zeigt Harte Schule etwa Sexszenen? Oder brutale Kriegsverbrechen? Nein, nichts davon. Der Film handelt von Mobbing in Schulen, weswegen das ein oder andere Schimpfwort vorkommt. Und das betrachtet die MPAA als extrem gefährdend. Dass eine Dokumentation, die sich mit Verleumdung auseinandersetzt, auch einige unfeine Wörter beinhalten muss, scheint für das Rating-Syndikat kein hinreichender Grund zu sein, die eigene Entscheidung zu überdenken. Regisseur Lee Hirsch und Produzent Harvey Weinstein weigerten sich, dennoch die Schere anzulegen, um doch noch ein PG-13 zu bekommen. Stattdessen bringen sie den Film konsequenterweise ohne Rating ins Kino.

Prominente Unterstützung
Ein solches Vorgehen bringt erfahrungsgemäß einige Schwierigkeiten mit sich, da die großen Lichtspielhäuser nur bewertete Filme zeigen. Harte Schule hat jedoch einen großen Vorteil: zahlreiche Stars wie Meryl Streep, Johnny Depp oder Justin Bieber haben sich gegen die unverhältnismäßige Einstufung ausgesprochen, zumal diese verhindert, dass das eigentliche Zielpublikum den Film anguckt. Die prominenten Unterstützer könnten dafür sorgen, dass die Kinobetreiber der restriktiven Politik der MPAA die kalte Schulter zeigen. Es wäre ein Schritt hin zur realistischeren Bewertung von Filmen. Dass „schmutzige Wörter“ ähnlich kritisch bewertet werden wie Gewalt, entbehrt jeglicher Logik. Der düstere Fantasy-Actionfilm Zorn der Titanen hat beispielsweise ein PG-13-Rating bekommen, die zotige Komödie American Pie – Das Klassentreffen ist mit einem R versehen worden. Eine Unverhältnismäßigkeit in Reinkultur.

Scheinwelt vs. Realität
Dass ein Dokumentarfilm, der ein immens wichtiges Thema behandelt und eine Realität abbildet, in der – auch wenn es die Altersfreigabewürfler der MPAA nicht wahrhaben wollen – Schimpfworte nun mal vorkommen, ein solches Rating bekommt, zeigt überdeutlich, wie ernst solche Empfehlungen genommen werden sollten. Die zuständigen Personen achten ganz offensichtlich mehr darauf, dass eine Scheinwelt aufrecht erhalten wird, als dass sie sich mit dem eigentlichen Sinn eines solchen Films auseinandersetzen. Oder wie es Katy Butler, die die Petition für eine niedrigere Freigabe initiiert hat, ausdrückte: „Die MPAA sagt, sie behält das R-Rating bei, solange diese Sprache nicht entfernt wird. Aber nichts, abgesehen von Bildung und Enthüllung, kann sie aus den Hallen und Spielplätzen von Schulen entfernen, wo gemobbte Schüler sie jeden Tag hören.“

Es gilt zu hoffen, dass auch andere Filmemacher den Mut besitzen, sich von der Rating-Diktatur zu befreien und dabei Unterstützung von Stars und Kinobetreiben bekommen. Es kann nicht sein, dass ein solch ungleiches Maß bei Bewertungen angelegt wird.


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NiceFlavour

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Filmrating an sich finde ich eine gute Idee, aber das hier ist echt übertrieben.

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FumerTue

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Was juckt denn mich hier in Deutschland das? Sind halt Amis... Solange die das bei uns nicht machen (und das werden sie nicht; bei uns wird schon teilweise in FSK-6-Filmen geflucht), geht mir das anal vorbei!

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mikemacbean

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Ich wünsche mir manchmal ich lebte in den USA. Dann wüsste ich, wogegen ich kämpfen kann, dann könnte ich gezielt Kultur erschaffen, die sich gegen soetwas auflehnt. In Deutschland sind wir da leider unheimlich freiheitlich und beengend offen.

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Mr.Film

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Jeder Schüler sollte den Film zu sehen bekommen. Vielleicht würde sich dann wenigstens ein kleines bisschen ändern.

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Bella9107

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So typisch: Die Augen vor der Realität verschließen!

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NewFilmkonsument

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Typisch Republikaner.


Rukus

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Das erinnert mich irgendwie an den "Skandal", den Oswalt Kolle vor Jahrzehnten bei uns ausgelöst hat ...

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marty-f

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Ich sag es jedes Mal und dass hier ist nun der Beweis für mich, das sogenannte Filmrating ist der größte Dreck den man sich vorstellen kann, zumal es immer die falschen sind die darunter leiden müssen, in dem Fall die Macher dieses films, der wohl kaum schlimmer ist als der urchschnittliche grenzdebile Actionfilm oder die Leute die bis spät abendswach bleiben um sich 'nen Film ab 18 anzugucken, der aber nur in einer verstümmelten Fassung läuft wegen angeblich zu junger Zuschauer, deren Eltern eigentlich die Pflicht haben dafür zu sorgen, dass sie sich etwas altersgemäßes angucken.

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doctorgonzo

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Ähnlich wie den Vertretern der FSK täte es sicher auch der MPAA recht gut, wenn sie hin und wieder aus ihrem Elfenbeinturm herauskämen und eine Dosis der schrecklichen Realität zu schnüffeln bekommen würden.

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Brennegan

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Kleiner Hinweis für die MPAA, um weniger Aufwand bei der Bewertung von Filmen zu haben: Stellt euch eine Maschine hin, die nach Fluchwörtern sucht und lasst sie anstelle von Menschen das Rating anhand statistischer Werte ermitteln ... das Ergebnis könnte nämlich zumindest nicht dümmer ausfallen als es dieses Beipsiel zeigt.

Dafür wären aber die Hohlköpfe der MPAA zumindest dazu gezwungen, sich mal mit wirklichen Problemen des Lebens auseinander zu setzen ... zum Beispiel der Realtität!

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Rukus

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Was uns dazu führt, das Babys nicht gesäugt werden dürfen und Frauen beim Sex gefälligst einen BH tragen. Äh ... Moment ... in amerikanischen Filmen zeigen Frauen keine Nippel und es werden unzähligen Leute abgeballert ... Die These bedarf einer genaueren Untersuchung. Ich werd das mal im Selbstversuch testen. Ein großes Opfer für Wissenschaft und Menschheit!


Brennegan

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Ein großes Opfer :D Fühle dich geehrt :)


Limenator

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Hoffe der Film kommt nach Deutschland/Österreich/Schweiz!!!

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RaZer

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Wirklich lächerlich, aber in Deutschland herrscht doch genau das andere Extrem. Hier darf soviel geflucht werden wie will, hauptsache es fließt kein Tropfen Blut. Unverhältnismäßig sind diese Freigabemechanismen alle, damit habe ich mich schon lange abgefunden. Und dass diese Institutionen, egal in welchem Teil der Erde, von absoluter Erkenntnisresistenz befallen sind, dürfte mittlerweile auch hinreichend bekannt sein. Ein Kampf gegen Windmühlen.

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RaZer

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Ein paar Ausreißer gibt es immer, das stimmt schon.


RX1

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Schimpfwörter sollten meiner Meinung nach komplett unbeachtet bleiben, wie es in Deutschland ja größtenteils auch ist.