Tanzfilme - Herzschmerz, Rebellen & Millionen
Raccoon (Jana Schubert), Veröffentlicht am 05.06.2012, 08:50
Das Remake zum 80er Kultfilm Fame
© Warner
Ballerinas strecken ihr Bein für einen Wettbewerb, der draufgängerische Rebell macht seinen Salto, um die zugeknöpfte Gesellschaft zu öffnen und das Mädchen von nebenan schwingt für mehr Anerkennung ihre Hüften. Tanzfilme haben schon immer das Kinopublikum fasziniert. Jede Generation hatte dabei ihre eigenen Helden. In den achtziger Jahren waren es vor allem die Underdogs oder Rebellen, die mit ihrem Tanz die Welt ein Stückchen besser machen wollten oder einfach um mehr Anerkennung in der Gesellschaft kämpften. Filme wie Footloose oder Dirty Dancing zogen Millionen in die Kinos und ließen anschließend die Tanzstudios überquellen. Seit einigen Jahren erleben wir nun ein enormes Tanzfilm-Revival: Überall schießen die Filme, in denen Jugendliche für ihren Traum kämpfen, aus dem Boden und scheinen trotz erheblichen Mangels an inhalticher Tiefe die Kinosäle zu füllen. Doch warum genau ist das so? Wie können Aufgüsse vom Aufguss immer noch Millionen von Menschen in die Kinos ziehen und ihr Produktionsbudget ums mehrfache einspielen?
Mit kleinen (Tanz)Schritten zum Erfolg
Nach dem Erfolg des Tanzfilms in den Achtzigern blieb es ein Jahrzehnt später vergleichsweise ruhig um das rhythmische Genre. Erst Anfang der 2000er Jahre deutete sich eine neue Welle der wackelnden Hintern an. Mit dem Überraschungserfolg Save the Last Dance bekam das Genre eine Frischzellenkur verpasst. Nun tanzten junge Menschen zwar in lässigen Klamotten zu Black Music-Klängen, doch das Grundgerüst war immer noch dasselbe. Die moderne Mischung stellte sich als gewaltiger kommerzieller Erfolg heraus. Bei einem Produktionsbudget von 13 Millionen Dollar spielte der Film weltweit das Zehnfache wieder ein. Die Studios hatten wieder Blut geleckt. Von der Hochzeit der Tanzfilme sind wir allerdings noch etwas entfernt.
Ein paar Jahre später konnte das Genre des Tanzfilms endgültig sein Comeback feiern. 2006 kam mit Step Up ein weiterer sensationeller Erfolg in die Kinos. Ähnlich wie Save the Last Dance fünf Jahre zuvor, spielte auch Step Up, mit dem damals noch unbekannten Channing Tatum, sein Produktionsbudget um ein Vielfache wieder ein und löste damit eine wahre Welle der Tanzfilme aus. Bereits ein Jahr später erschien Stomp the Yard in den Kinos und konnte durchaus an den finanziellen Erfolg von Step Up anknüpfen, dessen Sequel auch nicht lange auf sich warten ließ. Auch Remakes von kultigen Tanzfilmen der Achtziger Jahre fanden ihren Weg zurück auf die große Leindwand. So erstrahlten Fame und Footloose im neuen Gewand und konnten ebenfalls erhebliche Erfolge verzeichnen. Die Story war bei allen Filme immer noch die selbe von damals, nur Look und Setting hatten sich geändert. Außerdem gerieten jetzt viel mehr Street- und Breakdance in den Fokus der Tanzfilme.
Außen hui, innen pfui
Grundsätzlich behandeln Tanzfilme stets die gleichen Themen. Ein Paar oder eine Gruppe von jungen Leuten muss die Aufnahme in eine angesagte Tanzschule schaffen, sich in einem Wettkampf gegen eine rivalisierende Gruppe oder der Gesellschaft gegenüber beweisen oder sich gegen selbige durch ihren heißen Hüftschwung auflehnen. Gespickt sind die Geschichten wie gewöhnlich mit einer ordentlichen Portion Herzschmerz und Dramatik, um die jungen Mädchen in den Kinosälen mitzureißen. Ein einfach gestricktes Genre also, doch das ist keineswegs Zufall. Die Menschen schauen sich nicht Tanzfilme an, um die Intentionen und Gefühlswelten der Protagonisten zu ergründen oder zu hinterfragen. Es geht einzig und allein um die Schauwerte, die dieses Genre zu bieten hat. Ausgeklügelte Choreografien ausgetanzt von attraktiven Akteuren und stimmungsvolle Musik sollen den Zuschauer unterhalten und zum Mitwackeln animieren, nicht mehr und nicht weniger. Perfektioniert wird diese Vorgehensweise noch durch die 3D-Revolution, die die optischen Vorzüge eines Tanzfilmes heraus stellt. Wie kein anderes Genre weiß es der Tanzfilm, die 3D-Technik für sich zu nutzen. Hat der Zuschauer bei einem anderen Blockbuster oft das Gefühl, nur Betrachter einer etwas realeren Welt zu sein, wird er in einem Tanzfilm direkt ins Geschehen gezogen. Wie bei dem ersten Genrefilm in 3D, StreetDance, bewegen sich die Tänzer auf den Zuschauer zu und dieser tanzt mit, taucht völlig in die Szenerie ein. Da mögen wir von der inhaltslosen Story halten, was wir wollen. Doch technisch gesehen spielt der 3D-Effekt bei Tanzfilmen ganz vorne mit.
Nicht die Stars machen die Filme, die Filme machen die Stars
Das Gute für den Geldbeutel der Tanzfilme ist, dass sie ohne jegliche Stars auskommen. Viel mehr noch erschaffen sie eher die Stars von Morgen, wie wir es anhand von Filmen wie Honey (Jessica Alba) und Step Up (Channing Tatum) beobachten konnten. Mit unbekannteren, doch dafür umso attraktiveren Schauspielern lassen sich die Produktionskosten vergleichsweise niedrig halten, so dass die Filme einen enormen Gewinn einspielen können. Es ist ein bewährtes Rezept und die Studios täten gut daran, nichts zu verändern. Schneller, schöner und ausgefallener müssen die Choreografien sein, die uns die jungen Schauspieler darbieten. Und je weniger Textil und je mehr Wasser dabei im Spiel sind, desto besser.
Derzeit befinden wir uns noch in einer Hochphase des Genres, doch auch das könnte schon bald wieder abklingen, um in ein paar Jahrzehnten wieder ein Revival zu erleben. Diese Woche könnt ihr euch bei Street Dance 2 3D selber von der Technik der Tanzfilme überzeugen.
Was haltet ihr von dem Strickmuster des Tanzgenres? Schaffen die Produzenten es, auch euch ins Kino zu locken?
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Kommentare
über Tanzfilme - Herzschmerz, Rebellen & Millionen
>MARVEL< Wed, 06 Jun 2012 01:03:24 -0000
Kommentar löschen"Derzeit befinden wir uns noch in einer Hochphase des Genres, doch auch das könnte schon bald wieder abklingen"
Das können wir nur hoffen. :P
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dAShEIKO Tue, 05 Jun 2012 19:26:19 -0000
Kommentar löschengibt es einen tanzfilm nach flashdance?
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Schloøpselcki Tue, 05 Jun 2012 17:37:49 -0000
Kommentar löschenTanzfilme sind mir zuwider
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pentafuchs Tue, 05 Jun 2012 15:24:05 -0000
Kommentar löschenbei einem tanzfilm erwarte ich ehrlich gesagt gar keine handlung. für mich gehts da rein ums tanzen und mehr auch nicht
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ToruSmiles Tue, 05 Jun 2012 14:13:39 -0000
Kommentar löschenDer Text trifft es ziemlich gut. Muss jeder selbst entscheiden, ob er es mag oder nicht. Wer gern tanzt, schaut auch gern zu :)
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Mein Senf Tue, 05 Jun 2012 13:24:10 -0000
Kommentar löschenIrgendwie mag ich Tanzfilme...aber ich mag auch Slasher. Beide sind total formelhaft, vorhersehbar, klischeebeladen, anspruchslos und ausschließlich um die entscheidenen Tanz- bzw. Tötungssequenzen gestrickt. Wenn man die Tötungsszenen gegen die Tanzszenen tauscht, sind sie eigentlich ziemlich gleich.
Und es gibt weitere Parallelen.Beide richten sich primär an ein Geschlecht, beide dienen unbekannten Nachwuchsdarstellern als Karrieresprungbrett, beide hatten eine erste Boomphase, die Ende der 70er begann und Mitte der 80er endete. Und beide hatten diesen einen Film, der das Genre knapp 10 Jahre später revolutionierte bzw. aus der Versenkung holte. Was "Scream" 1996 im Slashergenre" vollbrachte, leistete "Save the last dance" 2001 fürs den Tanzporno.
Seitdem leben Tanzfilme inhaltlich vor allem von dem Romeo-und-Julia-Faktor. Sprich: Mann und Frau aus unterschiedlichen sozialen Schichten, verfeindeten Clan bzw. Crews etc. die durch unterschiedliche Tanzstile repräsentiert werden, verlieben sich ineinander. Letztendlich können sie die Widerstände, die ihrer Liebe im Weg sehen, nur überwinden, indem sie ihre unterschiedlichen Stile kombinieren und daraus etwas gänzlich Neues schaffen. Erst der Tanz baut Brücken und überwindet Gegensätze. Diese grenzgeniale, weil simple Formel hat "Save The Last Dance" vorgegeben und diese Formel wird seitdem von beinahe jedem Tanzfilm nur geringfügig variiert und weiter perfektioniert.
Mich wundert nur, dass das Publikum bis heute dermaßen darauf abfährt. Überdauerte der Slasherboom im Kino (als Indikator für finanzielle Zugkraft) nur jeweils eine halbe Dekade, spült der Tanzfilm seit nunmehr über zehn Jahren immer neue Produktionen mit praktisch der gleichen Story ins Kino - Ende offen.
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doctorgonzo Tue, 05 Jun 2012 13:21:42 -0000
Kommentar löschenDie Tanzfilme fürs Massenpublikum haben sich nie sonderlich unterschieden. Ob "Dirty Dancing" oder "Step Up" und wie sie alles heißen mögen....
Bei dem einen oder anderen war mit viel Glück vielleicht mal ein richtiger Charakter unter den rekrutierten Hüpfern und Beckenschwingern, aber auch das war eher unbeabsichtigt. Dazu gab es markante Outfits (Vorliebe: Textilsparen bei den Damen), bombastische (vorwiegend bombastisch blöde) musikalische Untermalung, gepaart mit Dialogen und Geschichten, bei denen sich van Gogh eher das zweite Ohr auch noch abgeschnitten hätte, als diese zu hören.
Kurzum: "Ein einfach gestricktes Genre" für die seichte Unterhaltung eines filmtechnisch vornehmlich einfach gestrickten Publikums, so zumindest meine Erfahrungen im privaten Umfeld.
Beispiel: Diejenigen, die in meinem Dunstkreis auf "Dirty Dancing" abfahren, fahren meist auch auf "Titanic", "Keinohrhasen", "Transformers" oder "O.C. California" ab....
Fazit: ein beinahe ausschließlich furchtbares Genre.
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Mein Senf Tue, 05 Jun 2012 13:33:35 -0000
Antwort löschenOha, das ist mal krasses Schubladendenken. O.C. hast du aber offenbar nie wirkich verfolgt oder? Definitiv eine der qualitativ besten, weil subversivsten, dialogstärksten und schauspielersch stärksten Teenagerserien, die jemals gedreht worden ist.
doctorgonzo Tue, 05 Jun 2012 14:06:20 -0000
Antwort löschenAlso, so eine Schublade füllt sich ja nicht von allein. Wenn Deine Erfahrungen in Deinem Umfeld andere sind, bitte. Was ich von "O.C. California" erleben durfte/musste, hat mich nicht dazu verleitet, mir staffelweise DVDs davon zu kaufen. Vielleicht ist mir ja durch mein, wenn überhaupt sporadisches Verfolgen der Serie das Subversive der Sache entgangen. Aber schauspielerisch und vom Unterhaltungswert war da nie etwas besonderes festzustellen. Und nur, weil Du diese Serie für stark hältst, musst Du nicht gleich von definitiv sprechen. Denn das wäre strenggenommen auch Schubladendenken.
>MARVEL< Wed, 06 Jun 2012 01:00:17 -0000
Antwort löschenAch, der Herr Doctor spricht mir mal wieder aus der Seele. :)
Sinister Kid Tue, 05 Jun 2012 12:00:50 -0000
Kommentar löschenIch liebe Tanzfilme! Mag sein, dass die häufig nach einem romantisch-schnulzigen Strickmuster gemacht sind, aber wenn jemand gut tanzen kann (und sei es im Film auch 'nur' der Stuntman) sieht das einfach geil aus. So wie auch in Flashdance, den ich hier nicht unerwähnt wissen will! Mich hebt das regelmäßig vom Kinosessel. Danach will man sich doch am liebsten direkt der nächsten Tanzgruppe anschließen und mitrocken!
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Markbln Tue, 05 Jun 2012 11:59:30 -0000
Kommentar löschenMan kann doch nicht von Tanzfilm sprechen und "Saturday Night Fever" nicht nennen.
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Kängufant Tue, 05 Jun 2012 12:36:28 -0000
Antwort löschenOh, und ich war schon etwas perplex, daß Flashdance nicht auftauchte - aber der Punkt ist besser! :)
Raccoon Tue, 05 Jun 2012 12:50:04 -0000
Antwort löschenEs gibt einfach unzählige Tanzfilme und einen 2000-Wörter-Text hätte sich wohl niemand mehr durchgelesen^^. Außerdem ging es ja auch eher um die neuzeitliche Verwurstung des Genres. Saturday Night Fever und Flashdance hatten dagegen ja noch Stil ;)
Markbln Tue, 05 Jun 2012 16:06:20 -0000
Antwort löschenNaja, im Introtext steht "Wir gehen dem Phänomen Tanzfilm auf den Grund" das hat der Artikel leider nicht getan.
Wenns um neuerliche Verwurstung gehen soll, ist das was anderes, stimmt. Dann hätte ich das mangels Desinteresse erst gar nicht gelesen.
deevaudee Tue, 05 Jun 2012 10:59:59 -0000
Kommentar löschenIch halte solche Filme oftmals total unnütz!!! Meist soll unterschwellig nur ein Hip Hop gemixtes Album verkaufsfördernd verjubelt werden. Also das ist missbrauch... Früher, war Radio zum Musik HÖREN, und das Fernsehen zum Filme SCHAUEN da. Manche Grundideen taugten noch was. Längere Musikvideos mit gesprochenen Teilen, brauch man echt nicht. Auch wenn Musik und Film, und Film und Musik oft stark verbunden sind. Sollte jede Sparte für sich bleiben. Klares NEIN zu jeder Art Tanz-und Musikfilm!
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>MARVEL< Wed, 06 Jun 2012 01:01:51 -0000
Antwort löschenAlso... ich mag keine Tanzfilme... absolut nicht. Aber ein Nein zu Musikfilmen? Hast du jemals Blues Brothers gesehen??
deevaudee Wed, 06 Jun 2012 14:13:37 -0000
Antwort löschenEs ist einfach nicht mein Genre. Ansatzweise hab ich ihn gesehen, aber abgeschaltet, weil ich mit sowas nicht warm werde. Weils auch nicht meine Musik ist. Ich sage nicht, ich mag gar keine Musik, im Gegenteil, es gibt epochale Filmmusik. Aber prinipiell lehne ich Tanz und Musikfilme ab. Lediglich Cry Baby und Showgirls befinden sich in meinem Repertoire, aber dann hört es auch schon auf.
Anton Chigurh Tue, 05 Jun 2012 10:47:57 -0000
Kommentar löschenIch finde Tanzfilme sind einfach sinnlos und unnötig.
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Audreyfan Tue, 05 Jun 2012 09:51:03 -0000
Kommentar löschenDie neuen Tanzfilme mag ich gar nicht. Sie besitzen einfach nicht den Charme von Dirty Dancing und Co...
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movie.max Tue, 05 Jun 2012 09:10:15 -0000
Kommentar löschenBei Einheitsbrei wie 'Step Up' oder ähnlichem kommt mir das würgen. Technisch gibt es meistens wenig zu meckern, die Choreos sind ansehnlich. Aber das Geld, was dafür flöten geht, ohne jeglichen filmischen Anspruch zu erfüllen... Da schmerzt mir die Seele, wenn ich weiß, wie viele ambitionierte Filmprojekte auf eine Finanzstütze warten.
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Martin Jurgeluks Tue, 05 Jun 2012 08:56:22 -0000
Kommentar löschenWenn Tanzfilm dann Street Style oder You Got Served im Original. Absolute Tanzperformance vom feinsten
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stuforcedyou Tue, 05 Jun 2012 08:49:45 -0000
Kommentar löschenIch hab das Gefühl, dass es in jeder Dekade ein Tanzfilm-Script gibt, welches dann für jeden neuen Tanzfilm etwas ummodelliert wird.
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doctorgonzo Tue, 05 Jun 2012 12:41:34 -0000
Antwort löschenNicht eins pro Dekade. Eins für alle. Das wird nur an die sozialen Maßstäbe angeglichen.
Kleinman Tue, 05 Jun 2012 07:41:46 -0000
Kommentar löschenDer schönste Tanzfilm ist meiner Meinung nach "Le Bal - Der Tanzpalast" von Ettore Scola. Obwohl ohne Dialoge und eigentlich auch ohne Handlung ist, wird der komischerweise trotzdem nie langweilig. Und es hat nichts mit dem Teenie-Kram zu tun, also sehr empfehlenswert.
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RoosterCogburn Tue, 05 Jun 2012 07:10:42 -0000
Kommentar löschenWarum ist eigentlich Footloose (1984) von der FSK ab 12 empfohlen und Footloose (2011) ab 6?
Wollte ich nur mal in den Raum stellen. Die Antwort dieser Frage interressiert mich genauso wie das Strickmuster des Tanzgenres ;)
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Raccoon Tue, 05 Jun 2012 07:17:33 -0000
Antwort löschenIch habe das Gefühl, du bist nicht mit vollem Ernst bei der Sache^^
Kängufant Tue, 05 Jun 2012 07:41:16 -0000
Antwort löschenAus dem gleichen Grund, warum Hildegard Knefs 3-Sekunden-Nackedei nur ab 18 war: wtf
Im Ernst, ich nehme an, der Aufruf zur Rebellion gegen Erwachsene wird nicht mehr ganz so argwöhnisch beäugt, nachdem 1984 dann doch nicht Horden von adoleszenten Dörflern zu Hard-Hip-Rock-Schlagern tanzend die Provinz lahmgelegt haben. Vielleicht hat sich die Erwartungshaltung geändert, und man hofft mittlerweile, daß sie NUR tanzen :)
Weiterführendes zum Artikel ?
Werft einen Blick in unser Kinoprogramm, wenn ihr wissen wollt, ob einer der Filme in eurem Lieblingskino läuft.






Also, zunächst einmal gab es schon vor den 80ern Tanzfilme und, wenn es schon keine direkten Tanzfilme waren wie "save the last dance" oder "dirty dancing", so waren es zumindest Musicalproduktionen, in denen die Musik und der Tanz im Vordergrund standen (siehe beispielsweise Filme mit Fred Astaire). Die Ursprünge der Karriere von John Travolta liegen im Tanzfilmgenre und damit in den 70er Jahren (siehe Staying alive). Um den Film "Saturday Night Fever" entwickelte sich schon damals ein Hype und in den Tanzschulen wurde neben den normalen Gesellschaftstänzen auch eine Choreografie aus dem Film mit der bekannten Pose gelehrt.
Das Tanzfilme immer platt sein müssen, was die Handlung angeht, ist ebenfalls nicht so einseitig zu beantworten. "Black Swan" ist alles andere als flach. Zwar ist es, das gebe ich zu, kein Tanzfilm im klassischen Sinne, aber er schafft zu der Musik von Tschaikovskys "Schwanensee" eine Brücke zwischen Tanzfilm und Psychothriller. Tanz ist weit mehr als das Bewegen im Rhythmus einer Musik. Es geht -vor allem im Ballett- auch um das Darstellen einer bestimmten Rolle und bisweilen auch um eine Identifikation mit derselben. "Black Swan" pointiert dies auf famose Weise.
Ein weiteres Beispiel für die Vielschichtigkeit des Verwendens von Tanz im Filmwesen ist die Serie "The LXD - Legion of the extraordinary dancers". Hier vermischen sich in einem sehr interessanten Erzählstil die Genres Tanzfilm (auch in tragisch-dramatischer Form) und Fantasy. Die Darsteller der Serie haben die Gabe, ihre Tanzfähigkeiten in eine Energie umzusetzen, die sie auch kämperisch einsetzen können, was sie nutzen, um sich für den (einmal mehr) ultimativen Kampf Gut gegen Böse zu wappnen. Die Serie ist in Kapitel unterteilt und nach kurzer verbaler Einleitung wird die Handlung weitestgehend nur getanzt. Hierbei kommen oft Hip-Hop- und Breakdance-Elemente zum Einsatz, gleichsam aber auch viele andere Tanzrichtungen und Unterarten der bereits genannten Tanzarten.
Das Genre des Tanzfilms ist somit bei weitem nicht mehr so trivial, wie es einst war, bzw. wie es popcornkinomäßig noch auf die Leinwand gebracht wird, und befindet sich im Wandel.
Zuletzt sei erwähnt, dass die Cineplexx-Kinos in Abständen auch Aufzeichnungen zeigen, die auf ein spezielles Publikum abgestimmt sind. Hierbei handelt es sich um für das Kino aufgenommene Opernaufführungen, unter die sich auch Ballettstücke gemischt haben.
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