Trailer als andere Art der Videospieladaption
freakingmuse (Rae Grimm), Veröffentlicht am 17.07.2012, 08:50
Connor Kenway im Live Action Trailer von Assassin's Creed III
© Ubisoft
Hollywood infiltriert die Videospielindustrie. Nicht nur was die Inszenierung angeht und die oft berühmten Stimmen, die sich hinter den animierten Figuren verbergen, auch filmische Trailer verdrängen mehr und mehr ihre klassischen Mitstreiter. Anstatt auf Gameplay-Eindrücke und Grafik setzen Publisher auf große Gefühle und Atmosphäre.
Immer mehr Videospieltrailer können weniger als Werbung und dafür schon als eigenständiges Werk gesehen werden. Es sind Videos, die eher so wirken, als sollten sie Teil eines oder gar ein eigener Film sein. Diese Art der Vermarktung wirft die Frage auf, ob solche Videospieltrailer wirklich noch als schlichtes Werbemittel gesehen werden können, oder ob es sich schon um eine eigenständige Art der Adaption handelt.
Schönes, cineastisches CGI
Filmische Trailer gibt es im Spielebereich wie Sand am Meer. Sie orientieren sich in ihrer Darstellung nicht am eigentlichen Spielgeschehen, sondern vielmehr wage am Handlungskern und vor allem der Atmosphäre, die vermittelt werden soll. Ein gutes Beispiel ist der erste Trailer des Tomb Raider-Reboots, der in beeindruckenden Bildern den Beginn von Lara Crofts Wiedergeburt zeigt oder der von Materialschlachtexperte Michael Bay erstellte Trailer zu Need for Speed: The Run. Einer der besten und schlechtesten Videospieltrailer des vergangenen Jahres ist ohne Zweifel der von Dead Island. Die Gänsehaut erzeugende Atmosphäre und Erzählstruktur schlugen hohe Wellen und ließen die Erwartungshaltung für das tropische Zombie-RPG so in solch unerwartete Höhen schießen, dass Lionsgate sich schnell die Filmrechte am Spiel selbst sicherte. Der Titel hingegen blieb hinter den Erwartungen zurück. Das lag vor allem daran, dass nichts von dem beklemmenden Drama, das im Kurzfilm zu sehen war, auch auf das Spiel übertragen wurde, das sich als relativ klassisches RPG mit Zombies herausstellte. Egal wie fantastisch der Trailer gewesen sein mag, letztlich war es für Deep Silver ein Schuss ins Knie, wenn wir uns die mäßige Reaktion von Kritikern und Spielern ansehen. Eine Fortsetzung kommt natürlich trotzdem. Unter ähnlichen, wenn auch nicht ganz so drastischen, Umständen musste auch der Mad World Trailer von Gears of War leiden. Er kam ins Kreuzfeuer der Kritik, da der Ton, den das kurze Video versprach, nichts mehr mit der Stimmung des Spiels zu tun hatte, das letztlich aber immerhin auf andere Art beeindruckte. Beide Trailer zeigten zu gut, dass ein beeindruckender, cineastischer Trailer letztlich nicht immer gut für ein Spiel sein muss.
Film ab – Kurzfilme als Trailer
Manchen Publishern reicht es nicht, einen simplen Trailer zu veröffentlichen. Sie gehen gleich aufs Ganze und präsentieren komplette Kurzfilme. Diesen Weg gingen unter anderem Activision mit Prototype 2 oder Bethesda mit ihrem fast fünfminütige Video zu Disonored: Die Maske des Zorns. Für den Ego-Shooter Metro: The Last Light präsentiert THQ ebenfalls einen stimmungsvollen, postapokalyptischen Kurzfilm, an dem nicht nur Gamer ihre Freude haben dürften. Auffällig ist, dass diese Art des Trailers häufig auf ihrem narrativen Höhepunkt stoppt und ausblendet. Die entscheidende Actionszene findet nie statt. Außer vielleicht im Kopf des Zuschauers oder späteren Käufers, der allerdings im Spiel meist vergeblich nach der entsprechenden Szene sucht.
Wer braucht schon Computer?
Kurzfilmtrailer sind oft gleichzeitig Live Action Trailer und lange keine Seltenheit mehr. Es lässt sich fast sagen, dass sie bei AAA-Titeln zur Regel geworden sind, denn kaum ein großes Spiel kommt ohne sie aus. Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, Schauspieler zu engagieren und teilweise fast hollywoodreife Inszenierungen hinzulegen, wie uns Metro, Sleeping Dogs oder Skyrim zeigen. Auch wenn sie durchaus beeindruckend aussehen, so bringen Live Action Trailer für Gamer einige Probleme mit sich. Nicht nur, dass sie nichts über Grafik und Spielmechanik aussagen, oft sind sie völlig losgelöst von Handlung des beworbenen Titels. Zuletzt konnten wir das gut bei Assassin’s Creed IIIs Rise beobachten. In pompösen Bildern bestätigte er erneut das, was uns schon die Spielverpackung verrät: Die Handlung findet während des amerikanischen Bürgerkrieges in Neuengland statt. Danke dafür.
Live Action Trailer sollen vor allem Emotionen wecken und Atmosphäre vermitteln oder, wie die The Veteran & the N00b-Reihe mit Sam Worthington und Jonah Hill, das Spielgefühl eines Titels wie Call of Duty: Modern Warfare 3 herüberbringen. Das mag schön und gut sein, allerdings wecken sie häufig eher das Verlangen, den entsprechenden Film zu sehen und nicht, das Spiel zu spielen, über das wir hinterher noch immer kaum etwas wissen.
Die Grenzen zwischen cineastischem Trailer, Live Action Trailer und Kurzfilm sind fließend. Sie alle erzählen eigene Geschichten, die teilweise komplett losgelöst sind von den Spielen, die sie bewerben sollen. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Ebenso wie die Tatsache, dass es sich bei diesen Trailern nur um einen von vielen handelt, die ein Publisher aus Werbegründen veröffentlicht. Interessant ist aber, dass sie zum großen Teil völlig ohne Hintergrundwissen oder Kenntnis der Spiele funktionieren, so wie auch ihre großen Geschwister, die wir im Kino finden können. Und genau das macht sie letztlich zu einer ganz eigenen Art der Adaption.
Was glaubt ihr? Handelt es sich bei cineastischen und Live Action Trailern um pompöse Werbung oder schon um eigene Mini-Adaptionen?
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Kommentare
über Trailer als andere Art der Videospieladaption
ThadMiller Tue, 17 Jul 2012 21:01:09 -0000
Kommentar löschenMeiner Meinung nach kleine Kunstwerke.
Wie zb. auch:
http://www.gametrailers.com/e3/videos/f9t0sr/e3-2012--debut-trailer
*Gänsehauterzeugend*... was meint ihr?
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WhatTheFudge Tue, 17 Jul 2012 16:43:10 -0000
Kommentar löschenne mischung aus beidem fänd ich gut! die cineastischen trailer gehen mir irgenwo auf die nerven weil die eben immer viel epischer ist als das spiel. die anfänge im spiel sind dann meistens so aber früher oder später ist einfach die luft raus. fürnen teaser find ich das cineastische okay aber der eigentliche trailer sollte einem echt das gameplay und die möglichkeiten zeigen. die ac trailer sind natürlich alle mega geil aber als ich dann das erste mal gespielt habe, war ich schon ein wenig ernüchtert.
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Hagindor Tue, 17 Jul 2012 15:30:29 -0000
Kommentar löschenSolange die Trailer nicht zu fest vom Spiel abweichen gefallen sie mir wirklich gut. Wenn ich etwas genaues über Gameplay usw. wissen will suche ich sowieso nach Let's Plays oder Reviews. Allein mit einem In-Game Trailers kann ich meistens sowieso nicht viel anfangen.
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the gaffer Tue, 17 Jul 2012 15:06:23 -0000
Kommentar löschenDie Assassin's Creed Trailer fand ich bisher immer großartig (z.B. der hier: http://www.youtube.com/watch?v=4K39UWxdm0U), aber der für AC III mit seinem öden Schlachtgetümmel hat mich total abgeturnt (ich kauf mir's natürlich trotzdem).
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fabfrey89 Tue, 17 Jul 2012 14:15:29 -0000
Kommentar löschenMein absoluter Lieblings- Live Action Trailer ist definitiv der von Arkham City. Vor allem bei der Anfangsszene kann man kaum zwischen Computer und Realität vergleichen
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Movieking Tue, 17 Jul 2012 11:47:41 -0000
Kommentar löschender hitman trailer ist auch vergessen worden cineastischer gehts nicht
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freakingmuse Tue, 17 Jul 2012 15:47:58 -0000
Antwort löschenNicht vergessen, aber ich konnte nur eine Hand voll nennen. Daher habe ich mich auch von ein paar meiner persönlichen Lieblinge trennen müssen...
Aber welchen Hitman-Trailer meinst du? Und welchen Hitman-Teil? Absolution? Den mit den Nonnen?
Movieking Wed, 18 Jul 2012 00:03:37 -0000
Antwort löschendann nehm ich alles zurück sonst ein sehr cooler beitrag ich meinte die ersten trailer mit der frau unter der dusche und der e3 trailer
aber der mit den nonnen war auch mal extraklasse xD
Martinmartin Tue, 17 Jul 2012 11:37:29 -0000
Kommentar löschenAn sich sind mir In-Game Trailer lieber, da sie schon viel über den Look und die Atmosphäre eines Spieles aussagen können. Damals zu "Shadow of the Colossus" habe ich beispielsweise jeden noch so kleinen Trailerschnipsel aufgesogen, und das Endprodukt war dann genau was ich erwartet hatte - großartig.
Aber CGI- oder Live-Action Trailer können auch gut gemacht sein. Bei der Skyrim-Ankündigung bekam ich mit Einsetzen der Musik jedenfalls Gänsehaut. Der erste, den ich bewusst wahrnahm war wohl Final Fantasy VIII - noch auf der PS1, aber schon sehr "cineastisch".
http://www.youtube.com/watch?v=IaFLvLarKxU
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stinkepete Tue, 17 Jul 2012 11:23:35 -0000
Kommentar löschenIch finde Dead Island trotzdem sehr geil. Der Trailer zeigt doch letztlich ziemlich genau den Spielinhalt: Der nackte (Nah)kampf ums Überleben, keine Schusswaffen, kein Geballer, kein Platz für Weicheier :) ... ich finde das Spiel großartig.
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PeacefulWarrior Tue, 17 Jul 2012 11:05:32 -0000
Kommentar löschenDer Trailer von Halo 4 wurde vollkommen vergessen. Auch ein kleines Meisterwerk wenn ihr mich fragt.
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freakingmuse Tue, 17 Jul 2012 15:46:41 -0000
Antwort löschenNicht vergessen, aber ich konnte nur eine Hand voll nennen. Daher habe ich mich auch von ein paar meiner persönlichen Lieblinge trennen müssen...
Brennegan Tue, 17 Jul 2012 10:37:17 -0000
Kommentar löschenDas Problem ist, dass die Trailer immer größer werden, während die Spiele selbst immer mehr durch schlauchige Leveldesigns und Überscriptung glänzen ... nach den doch eher herben Enttäuschungen der letzten Zeit bringen mich da auch die besten Trailer nicht zum blinden Kauf.
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sebastian.boehler Tue, 17 Jul 2012 09:46:49 -0000
Kommentar löschenEiner der wohl beeindruckendsten Trailer, die ich je gesehen habe, ist wohl der von "Assassin's Creed - Revelations".
Leider war das gesamte Spiel dahinter nicht wirklich der Bringer...
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ProsperDune Tue, 17 Jul 2012 08:53:14 -0000
Kommentar löschenWenn ein Trailer beeindruckend und ziemlich gut ist, dann steckt ganz sicher ein kommerzielles Interesse dahinter. Ein Produktionsstudio verbrät doch nicht einen Batzen Geld für eine filmische Adaption des Spiels, sondern einfach nur, um möglichst sehr viel mehr Geld wieder einzuspielen. Je eindrucksvoller der Trailer, desto mehr Käufer.
Außerdem gefällt mir der Trend nicht. Wenn es nach den Geldsäcken geht, soll jedes Spiel zu einem interaktiven Trailer oder besser gesagt Film werden, damit man nach ein paar Stunden schon fertiggespielt hat und nochmal 50 Euro fürs nächste Spiel ausgibt. Darum werden große Produktionen auch immer "zugänglicher", man soll das Spiel ja möglichst schnell in einem Rutsch durchhaben.
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BigDi Tue, 17 Jul 2012 07:36:35 -0000
Kommentar löschenDie Real-Live-Trailer zu "Human Revolution", sprich die Werbeclips sowie der Antiwerbeclip, sage ich jetzt mal, fand ich ganz herausragend. Hatte zwar nichts mit dem Spiel als "Spiel" zu tun, hat einem aber einen guten Ausblick auf die politische und soziale Situation geliefert (teils einen besseren als im Spiel). Mehr davon, bitte.
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kampfgnomus Tue, 17 Jul 2012 08:25:58 -0000
Antwort löschenDa stimm ich dir zu! Allgemein waren die Human Revolution Trailer ziemlich genial
Commentator Tue, 17 Jul 2012 07:28:51 -0000
Kommentar löschenMeist sind die Trailer von Spielen überaus genial. Wie aber bei Filmen sagen Trailer oft nichts übers Spiel aus. Ich wünsche mir, dass die Industrien weniger Grips in Trailer und mehr Grips in das tatsächliche Produkt stecken.
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Bandrix Tue, 17 Jul 2012 07:22:48 -0000
Kommentar löschenKlasse ist auch der Trailer zum Star Wars - Onlinespiel. Hatte aber so auch nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun.
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mitcharts Tue, 17 Jul 2012 07:07:52 -0000
Kommentar löschenSchöner Ausflug in das Trailer-Allerlei der Videospieleindustrie.
Bitte mehr davon.
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Michael Bay
Beteiligt an 37 Filmen (als Regisseur, Produzent, Akteur und Ausführender Produzent) und 1 Serien
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Rae Grimm hat eine Vorliebe für bewegte Bilder. Deshalb schreibt sie in Screeenplay über Videospiele, Filme und darüber, was sie gemeinsam haben. Oder eben nicht. Wenn sie nicht gerade Controller malträtiert, dann schreibt sie für IGN Deutschland oder twittert über Kaffee und Zombies. Wenn ihr Fragen, Vorschläge oder Kritik für sie habt, dann freut sie sich sehr – euer Sandwich macht ihr euch aber gefälligst selber.





Bisschen schwach der Artikel, mir fehlen da erwähnenswerte Videos wie von Red Dead Redemption, Alan Wake oder Halo.
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