Über die Nachhaltigkeit moderner Kinofilme
guggenheim (Nils Pape), Veröffentlicht am 17.10.2012, 08:50
The Cabin in the Woods: Ein nachhaltiger Film
© Universum Film
Dumpf ist Trumpf
Seit es die Computertechnik den Filmemachern erlaubt, riesige Kampfroboter aus dem All durch amerikanische Großstädte wüten oder einen Superhelden-Verein eine Alieninvasion mit möglichst viel Kollateralschaden verhindern zu lassen, werden die Zuschauer mit möglichst überwältigenden CGI-Grafiken bombardiert. Dass dabei alles Andere auf der Strecke bleibt, ist oftmals gar nicht so offensichtlich, ist man doch für den Moment durch das bunte und überladene Bildspektakel abgelenkt. Während es dem einen Film an Story mangelt, fehlt es dem anderen an markanten Charakteren. Macht ja nix! Sieht zumindest geil aus und unterhält. Dabei werden dem Zuschauer Nebensächlichkeiten wie Geschichte, Figurenzeichnung und Tiefgang so wohlproportioniert in den Mund gelegt, dass dieser gar keine andere Wahl hat, als zu schlucken. Bei vielen bleibt lediglich ein fader Nachgeschmack. Dem Zuschauer Lust auf einen Nachschlag zu verschaffen, gelingt nur wenigen Blockbustern. Denn: Was haben Marvel’s The Avengers und Avatar – Aufbruch nach Pandora außer ihrer augenbetäubenden Bildgewalt sonst zu bieten, das einem im Gedächtnis bleibt?
Denken? Aber mit Vergnügen!
Zum Glück gibt es auch Leckerbissen: Kürzlich kam der Horrorfilm The Cabin in the Woods in die deutschen Kinos. Während Kritiker den Film von durchschnittlich bis bravourös aufnahmen, sind die Reihen der Zuschauer gespalten: Von „größter Scheiß“ bis „geniale Filmidee“ ist so ziemlich alles vertreten. Liest man die eine oder andere Rezension hier auf Moviepilot, so kommt man zu dem Schluss, dass zumindest die Negativrezensenten den Film augenscheinlich nicht verstanden haben. Ich will diesen Leuten keine mangelnde Intelligenz unterstellen, Gott bewahre. Leider sind das die Auswüchse des Popcorn-Kinos. Während Materialschlachten mit Außerirdischen unsere Augen bis zum Orgasmus befriedigen, bleibt das Gehirn auf der Strecke. Selbiges Organ ist bei Filmen, die Denken und Hinterfragen verlangen, überfordert. Ist ja klar: schließlich will man bei The Cabin in the Woods unterhalten und bestenfalls gegruselt werden, denn das verspricht der Trailer. Wenn der Film dann aber aus den horrortypischen Angeln gehoben und auf eine andere Ebene gehievt wird, sehen viele Zuschauer den Wald vor lauter Bäumen nicht – und das vor allem, weil einige ihn nicht sehen wollen. Bedenkt man allerdings verschiedene Faktoren oder lässt zumindest den Film am Ende Revue passieren, merkt man, dass mehr in der Hütte steckt, als man vor dem Intro erahnen mag.
Mindesthaltbarkeitsdatum
The Cabin in the Woods ist natürlich nur ein Film von mehreren, die durch ihre Nachhaltigkeit bestechen. Wobei „Nachhaltigkeit“ nur ein Überbegriff ist, der sich in viele Komponenten aufdröseln lässt. Dass einem ein guter Streifen im Kopf bleibt und einen befriedigt im Kinosessel zurücklässt, muss nicht ausschließlich an einer wohldurchdachten Story liegen. Es können auch vielschichtige Charaktere wie in The Dark Knight, eine Interpretationsmöglichkeit zum Ende wie in Inception oder auch nur eine gute Grundidee oder eine prägnante Szene wie die Selbstentbindung in Prometheus – Dunkle Zeichen sein. Eine dieser Zutaten reicht meist aus, um den Nährwert eines Filmes und seinen Wiederschauwert immens zu erhöhen. Zeitgleich sind die oben genannten Blockbuster auch bildgewaltig, was zusätzlich für sie spricht. Dadurch, dass die Filmstudios aber lieber auf modernste Technik und mächtiges Krachbumm setzen, anstatt ihre Produktionen mit den obengenannten Gewürzen zu verfeinern, werden die kostspieligsten Filme meist einfach nur verschlungen. Im Umkehrschluss spricht natürlich nichts dagegen, sich ab und an cineastisches Fast Food reinzuziehen, aber es schmeckt sicherlich besser, wenn der Film ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum hat.
Vorschau: Nächste Woche gibt’s eine Serien-"Ent"fehlung!
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Kommentare
über Über die Nachhaltigkeit moderner Kinofilme
RobinliebtFilme Wed, 17 Oct 2012 16:00:46 -0000
Kommentar löschenkann mich dem Kommentar leider nicht anschließen, Cabin in the Woods fand ich sehr unglücklich, auch wenn man mir damit mangelnde Intelligenz vorwerfen kann ;)
Aber wenn man einen Horrorfilm erwartet, und der Trailer einem auch noch einen verspricht, dann bezahlt man ja auch dafür einen zu sehen, oder?
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lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 18:25:40 -0000
Antwort löschenIst ja auch ein Horrorfilm. Halt einer der das Genre abstrahiert...
Emilio Arnau Wed, 17 Oct 2012 15:00:39 -0000
Kommentar löschenThe Cabin in the Woods scheint ein interessanter Film zu sein; kann ich diesen Artikel lesen, ohne zu viel über die Handlung oder mögliche Twists zu erfahren?
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butch cool Wed, 17 Oct 2012 15:31:59 -0000
Antwort löschenAlso vom Inhalt wird eigentlich nichts verraten, lediglich das er etwas "anders" ist.
Joeyjoejoe17 Wed, 17 Oct 2012 14:28:08 -0000
Kommentar löschenWer sich nur mit Blockbusterkino beschäftigt, ist selbst schuld, wenn er oftmals enttäuscht wird. Deshalb ein Hoch auf die vielen tollen Independentproduktionen aus aller Welt, und ein angemessenes Konsumverhältnis aus kleinen und großen Filmen.
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Narrisch Wed, 17 Oct 2012 12:29:10 -0000
Kommentar löschenDas sehe ich nicht so. Mir fallen einige Dinge zu Avatar ein die diesen Film abseits der Special Effects im Gedächtnis halten. Aber dann machen wir wieder ein neues wöchtentliches Moviepilot Avatar Bashing auf und darauf habe ich mittlerweile keinen Bock mehr, also beschränke ich mich auf Avengers.
Die Spezial Effekte von Avengers sind schickes Beiwerk, für einen Superheldenfilm natürlich auch wichtig, diese sind aber nicht die eigentliche Ursache für den großen Erfolg dieses Films. Vielmehr ist es die Zeichnung der Figuren, teils für einen Blockbuster mit erstaunlicher Tiefe, das Zusammenspiel der Figuren untereinander und der mitunter sehr clevere Humor. Zugegeben in der deutschen Synchro geht davon etwas verloren aber es lohnt sich schon nur für die "I am a god" Nummer am Schluss diesen Film zu sehen. Avengers ist großartige, humorvolle Unterhaltung, eine der besten Superheldenfilme die bisher gedreht wurden und zeichnet sich vor allem durch eine Seele aus und genau das is der Unterschied zu Schund wie Battleship.
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doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 12:14:07 -0000
Kommentar löschenInteressantes Statement, das ich weitestgehend unterstützen kann. Der Trend allerdings ist leider nicht neu, schwingt sich aber zu neuen Gipfeln auf. Für mich hat das nicht unbedingt etwas mit dem klassischen Verstehen zu tun. Schon weil es bei vielen Filmen verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt, die den Verstand zum Spielen herausfordern.
Es ist natürlich immer blöd, am Ende zu sagen, "Du hast nix verstanden", aber es muss oder sollte legitim sein, den Vorwurf in den Raum zu werfen, dass es nicht unbedingt von Geist zeugt, sich von Filmen permanent nur beflimmern zu lassen und viel mehr bietet nun mal das Gros aktueller Kinofilme nicht. Meistens sind es Randproduktionen, die mal mehr vom Zuschauer forden, als sich bloß eine Kinokarte zu kaufen.
Und ich für meinen Teil könnte nie wirklich Spaß an einem Film haben, der meinen Verstand nicht kitzeln kann. Das kann durch verschiedenste Punkte sein. Dialoge, Figuren, Setting, Musik, Kostüme, Verweise und und und.
Wer von uns kann denn schon wirklich vom Verstehen eines Filmes reden? Schließlich wissen wir nicht, was in Köpfen von Regisseuren, Produzenten und Drehbuchverzapfern vorgeht. Bei manchen sicherlich nur Rauschen, aber trotzdem können wir nur interpretieren oder uns an das halten, was die Macher an Botschaft propagieren. Kubrick hat mal über "2001" gesagt "Ihn zu verstehen, hieße, ihn zu entzaubern", aber das heißt ja glücklicherweise nicht, dass sich unser Geist im Kino schlafen legen soll. Den Verstand in einen Energiesparmodus schicken kann man auch günstiger als mit einer Kinokarte. Angeblich gibt es sogar vergnüglichere Möglichkeiten.
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jacker Wed, 17 Oct 2012 11:30:47 -0000
Kommentar löschenIch kann weder dauerhaft Mainstream, noch dauerhaft 'anspruchsvolles' sehen. Das muss sich einfach die Balance halten.
Hab ich richtig Lust nen Film in mich aufzusaugen und zu reflektieren, oder will ich einfach mal etwas passiver Zusehen?
Letzteres ist nicht verwerflich, wird mir aber auf Dauer zu platt (genauso wie andersrum auf Dauer der Kopf raucht, oder Depression ausbricht).
Was ich nicht verstehe sind die Kreise die eins mit dem anderen vergleichen und dann je nach persönlicher Präferenz wahlweise sämtliche Blockbuster ('hohl, platt, ...') oder sämtliches 'Nachdenk-Kino' ('langweilig, passiert ja nichts') mit Extremst-Wertungen von 0-3 Punkten abstrafen.
Man kann ja schließlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ;)
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Rukus Wed, 17 Oct 2012 12:16:38 -0000
Antwort löschenDa bin ich ja froh, dass Battleship UND Lost Highway bei mir Hassfilme sind. Analyze That! :D
jacker Wed, 17 Oct 2012 12:45:03 -0000
Antwort löschenHmmm.. "Battleship" kenne ich noch nicht, aber bei "Lost Highway" kann ich soviel analyzen: mit surreal verdrehtem bzw. nicht-logischem kannst du wenig anfangen. Oder bist wenig empfänglich für das von Lynch ausgelöste, auf Urängsten basierende schaudern. Oder warst sauer, dass nur einmal was explodiert?!
Auf jeden Fall hast du dann aus den, aus deiner Sicht angebrachten, 3-4 Punkten (ärgerlich-uninteressant) nochmal eine schön aneckende 'ihr Lynch-Fanboys geht mir mit eurem in den Himmel gelobe sowas von auf den Sack'-Bewertung gemacht :P
Rukus Wed, 17 Oct 2012 12:51:07 -0000
Antwort löschenNaja, fast. Geschaudert hats mich nur, weil ich den Film so grausig schlecht fand. Was die Logik anbelangt, stimme ich dir weitestgehend zu. Da allerdings der einzige Pluspunkt, den ich dem Film irgendwie gutschreiben kann, Rammstein waren, gab es für mich nicht wirklich Spielraum oberhalb der 0.0. *gg*
Vor meiner Bewertung hab ich übrigens auch nur einen "Fanboy" des Films erlebt, um dem hab ich das Unvergnügen zu verdanken.
Apropos Explosion ... mich wundert, dass die Kamera beim Dreh nicht aus Protest von selbst explodiert ist. ;p
jacker Wed, 17 Oct 2012 13:06:26 -0000
Antwort löschenIch bin übrigens trotz Fanboy-dasein einer der Lynch-Anhänger die es vollstens verstehen, dass nicht jeder etwas damit anfangen kann.
Bei simpler Degradierung des ganzen als 'schlecht' sehe ich aber rot, denn auch wenn es bei dir nicht funktioniert hat kann ein Werk was bei Heerscharen von Leuten so extreme Emotionen hervorruft schonmal nicht einfach schlecht sein.
Ich bin da sehr vorsichtig im Umgang mit den viel zu allegmeinen Klassifizierungen gut/schlecht!
Aber, das wird zur Grundsatzdiskussion wenn ich von 'gut' und 'schlecht' bei Filmen anfange.
Kunst ist nicht messbar, eine Mathe-Klausur kann ich gut oder schlecht abschließen, richtig oder falsch gibt es im Film nicht!
Rukus Wed, 17 Oct 2012 13:19:15 -0000
Antwort löschenDas kannst du so sehen. Ich für meinen Teil finde "schlecht" bzw. "schlecht gefallen" durchaus treffend, wenn ein Film mich absolut nicht angesprochen hat, und wenn das einzige Ergebnis des Sehens war, dass ich total entnervt war.
jacker Wed, 17 Oct 2012 13:25:55 -0000
Antwort löschenZwischen 'schlecht' vs 'schlecht gefallen' liegt aber genau der entscheidende Unterschied, nämlich (mehr oder weniger) objektives vs subjektives Urteil!
Aber man muss auch die Freiheit haben wenn ein Film einen nur aufregt ohne jegliche Objektivität mit dem Knüppel drauf zu hauen, daher sei dir dein Hassfilm gegönnt!
Bei Lieblings- bzw. Hassfilmen wird es in der Regel ja eh irrational ;)
C_C Wed, 17 Oct 2012 10:23:33 -0000
Kommentar löschenkenne den Film Cabin noch nciht, werd ihn mir aber geben. Verstehe nicht, wieso er nicht verstanden wird, der Trailer zeigt doch schon, daß hier was ... anderes läuft als zunächst anzunehmen ist.
Anyway, dein Text spricht mir aus der Seele, auch wenn er zu zahm formuliert ist.
Ich denke, es wird langsam zeit, daß man wieder sagen darf: "hey, du hast den Film nicht verstanden, einfach weil du eben DOOF bist!"
Mangelnde Reflektionsfähigkeit und auch -willigkeit muß nicht immer mit dem Deckmantel des politisch korrekten Neusprechs entschärft werden.
Dumm bleibt dumm. Auch unter Gutmenschen.
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Stormbringer Wed, 17 Oct 2012 10:33:15 -0000
Antwort löschenKommt leider nicht gut an, wenn man dem einen oder anderen Dummheit unterstellt. Deswegen ist der Text auch so "zahm". ;)
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 11:13:15 -0000
Antwort löschenGerade bei "Cabin..." ist recht wichtig einen gewissen amerikanischen Autor (nicht King) zu kennen, damit man das Ende richtig geniessen kann.
Und wenn jemand diesen Autor und sein Werk nicht kennt unsterstelle ich ihm jetzt keine Dummheit. Höchstens mangelndes Basiswissen.
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 11:20:58 -0000
Antwort löschenSchicke ich Dir per PN. Denn wenn man den Autor kennt (und das glaube ich bei C_C) spoiler ich quasi schon viel zuviel und verrate in welche Richtung es geht und das möchte ich nicht. :)
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 11:30:41 -0000
Antwort löschenNaja... es kann ja auch Leute geben, die eine Film, bzw. dessen Konzept verstehen und trotzdem blöd finden. ;)
Oder denkt ihr, wenn jetzt jemand z.B. Avatar nicht mag, dass er ihn dann nicht verstanden hat ??
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 11:33:45 -0000
Antwort löschen@Bob: Das ist sicherlich richtig, wäre dann allerdings eher eine Geschmacksfrage. Über den lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 11:47:02 -0000
Antwort löschen@crab.... Du hat recht... mein Kommentar war eher zu C_C und Stormbringer, ob man jetzt sagen kann "Wenn Euch der Film nicht gefällt, dann habt ihr ihn wohl nicht verstanden".... deinen Kommentar hatte ich noch gar nicht gelesen.
Ein interessantes Beispiel ist noch Prometheus... Da fand ich das Konzept und die Ideen extrem spannend und habe vor und nach dem Film auch noch einiges dazu gelesen... aber ich fand den Film einfach nicht so gut (also nicht vom Inhalt, sondern filmtechnisch/bzw. die Art wie er seine Geschichte erzählt).
Also man kann einen Film sogar verstehen, und das verstandene kann einem gefallen, aber der Film gefällt einem dann vielleicht doch nicht. :D
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 12:09:36 -0000
Antwort löschen@Bob:"Wenn Euch der Film nicht gefällt, dann habt ihr ihn wohl nicht verstanden" (Taucht der Satz irgendwo so auf?) ist natürlich als Aussage genauso daneben und nichts weiter als beleidigtes Fanboy Gehabe.
Genauso wie umgekehrt:"Boah Ey! Wattn Scheißfilm!" 0 Punkte
Hassfilm.
Ich denke mal, dass Mitglieder wie Du oder andere, die einen Film verstehen aber nicht mögen, auch durchaus in der Lage sind dazu einen differentzierten Kommentar zu schreiben. Oftmals sind das sogar mit die lesenswerten, da sie sich dem Thema, bzw. Film, von einer anderen Warte aus nähern und interessante Denkansätze enthalten.
Btw.: Ich bin auch durchaus in der Lage, die Filme von z.B. Lars von Trier zu verstehen. Mögen muss ich sie deshalb noch lange nicht. :)
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 12:48:02 -0000
Antwort löschen@crab
Ich beziehe mich auf folgende Stelle im Artikel:
"kommt man zu dem Schluss, dass zumindest die Negativrezensenten den Film augenscheinlich nicht verstanden haben"
Daraus hab ich, ein bisschen polemisch "Wenn Euch der Film nicht gefällt, dann habt ihr ihn wohl nicht verstanden" abgeleitet und ein bisschen kritisiert.
Ansonsten ist natürlich alles richtig, was Du schreibst.
C_C Wed, 17 Oct 2012 17:08:21 -0000
Antwort löschenan sich ist das Problem ja anders gelagert. EINE Wertung für einen Film, dessen Qualität von x verschiedenen Theman abhängt, die zunächst nix miteinander zu tun haben, ist einfach zu wenig.
Kann man das nicht aufeilen?
Story, Darsteller, Kameraarbeit (wen's interessiert), Adaption, blablabla...
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 17:43:32 -0000
Antwort löschenIm Prinzip hast Du recht. Ich befürchte aber, dass eine so genaue Aufteilung den MP Algorythmus komplett in die Knie zwingen würde. :)
Ich nutze persönlich die Kommentar Funktion um auf die Feinheiten einzugehen, bzw. zu begründen, wie sich meine Wertung zusammengesetzt hat und wie ich jetzt auf meine Puktzahl gekommen bin. Mag es aber auch, dass diese Kommentar Funktion so frei gestaltet ist, dass ich auch andere Sachen einbauen kann. Einen gemeinsamen Nenner wird man wohl nie finden. Ich habe schon meine Probleme damit Filme überhaupt zu bewerten. Man stelle sich vor einer spaziert so durch eine Kunsthalle: Acht, Sieben, gerade mal vier... ;)
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 18:11:45 -0000
Antwort löschen@C_C
Naja... ich denke, das sollte man nicht erzwingen. Dann wird alles so kompliziert. Ich fühle mich bei manchen Themen auch nicht kompetent, bzw. einige Punkte interessieren mich nicht... das will ich dann auch nicht bewerten.
Manche Leute machen das ja auch in ihren Kritiken und geben dann am Ende eine Gesamtnote. Oder in Zeitschriften sieht man oft Punkte für Humor, Action, Anspruch etc. Ich finde das aber irgenwie sehr technisch. Auch denke ich, dass man nur "schlechte" Filme so bewerten kann, da ein guter Film immer mehr ist, als die Summe seiner Teilaspekte.
Mich interessieren auf MP eher die persönlichen Meinungen. Jedem ist ja etwas anderes wichtig und das ist gut so... und auf ihrem Gebiet kennen sich die Leute auch am besten aus.
Und wenn einen selbst ein Aspekt besonders interessiert, sucht man sich halt die passenden Kommentare aus.
Genau so lese ich auch nur die guten Kritiken, wenn ich mich auf einen Film freue. :DDD
Und die Bewertung mit einer einzigen Zahl finde ich immer witzig, da man dort ja versucht, völlig unterschiedliche Filme auf einen Nenner zu bringen. Wenn mich z.B. jemand fragt, wie ich "Das Schweigen" von Bergman finde, könnte ich sagen: Nicht so gut wie "Transformers", aber besser als "the Rock" :DD
@crab:
Ich denke für den Algorithmus wäre es einfach, das zu verarbeiten, aber den Benutzern wäre das zu viel.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 18:27:54 -0000
Antwort löschenP.S. @crab
Ich glaube das Vergleichen der Filme untereinander (durch eine einzige Bewertung) ist tatsächlich die beste Methode und passt gut zu deinem Kunsthallenbeispiel. Auch dort würde man ja am ehesten sagen Dieses Bild gefällt mir besser als das da drüben... die beiden Bilder hier gefallen mir gleich gut.
Aber bei einem Bild das Motiv, die Farbwahl, die Pinselführung und vielleicht noch die Aussage getrennt zu bewerten wäre doch doof. Das ist doch meistens untrennbar miteinander verbunden.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 18:42:51 -0000
Antwort löschenJa, es zeugt aber von differenziertem Denken, sozialer Kompetenz und Intelligenz wenn jemand formulieren kann warum er einen Film, das Bild und den Menschen oder eine Sache usw. gut oder schlecht findet. Nur zu sagen, 1 Punkt weil scheiße finde ich echt arm!
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 18:52:12 -0000
Antwort löschenNa klar... wenn die persönlich Meinung + Argumente noch dazu kommen ist das natürlich perfekt. :)
Aber wenn es nur um Benotung durch Zahlen geht, finde ich eine einzelne Gesamtwertung besser, als Noten für jeden einzelnen Aspekt.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 18:55:38 -0000
Antwort löschenIch wünsche mir, das es noch mehr Piloten gibt die das in einem sinnvollen Text formulieren können. Die Nur-Punkte-Vergabe finde ich grob zur Orientierung o.k.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 19:08:06 -0000
Antwort löschenAber man findet doch zu den meisten Filmen auch ein paar längere und interessant Kritiken (z.B. von dir)... so schlecht sieht das doch hier gar nicht aus.
Oft ist es ja sogar so, dass durch die vielen Kritiken schon alles abgedeckt ist, und man deshalb auch gar keine weiter Kritik schreiben will. (+ Kritiken schreiben finde ich ganz schön schwierig).
P.S. Wegen der Wichtigkeit guter Kritiken sind wir uns glaube ich hier auch einig. Es ging am Ende der Diskussion ja um C_C's Vorschlag, die Punktevergabe in Teilnoten/Aspekte aufzuteilen.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 19:20:44 -0000
Antwort löschenIst schon o.k.
Ich mag meine Dashboardies auch sehr gerne...:)
Aufsplitten in Teilnoten ohne Begründung interessiert mich auch nicht. Noten finde ich aber eh scheiße und dienen höchstens, wie schon gesagt, zur groben Orientierung
butch cool Wed, 17 Oct 2012 20:39:51 -0000
Antwort löschenMan könnte das Niveau auch schon anheben, wenn man als Kommentare unter Filmen Ein- und Zweizeiler verbieten würde. Wie oft ich in letzter Zeit "..." , "nett" , "schlecht" oder "total süß" lesen musste will ich gar nicht nachzählen -.-*
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 20:44:40 -0000
Antwort löschenUnendlich oft im Forum diskutiert, nicht von MP gewünscht, nicht jeder schafft mehr als drei Worte. Leider...
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 20:45:34 -0000
Antwort löschen@butch: Ich finde solche Kommentare auch nicht wirklich prickelnd, aber genauso wird es genug Leute geben, die meine langen Kommentare nicht schätzen.
Da halt ich es halt mit der freien Meinungsäußerung. Auch Leute mit einer dämlichen Meinung haben ein Recht darauf. Man braucht es ja nicht lesen. ;)
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 20:50:25 -0000
Antwort löschenRichtig, ich verstehe nur einfach nicht warum sie sich noch die Mühe machen solche Ein-Wort-Sätze zu schreiben wenn es doch den Bewertungs-Button gib? Was bring solch eine Action?
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 20:53:32 -0000
Antwort löschenKeine Ahnung. Da must Du wohl die Leute fragen, die solche Kommentare schreiben. Vielleicht kriegste ja eine "Drei Worte Antwort". :)
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 20:58:37 -0000
Antwort löschenEhrlich, das habe ich in meiner Not und Naivität schon versucht. Ich habe Kein-Wort-Antworten bekommen...:)
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 21:03:20 -0000
Antwort löschenEs gibt aber hier auch Leute, die können richtig geile "Ein Satz Kritiken" schreiben.
VisitorQ zu irgendeinem Asylum Streifen (vergessen welcher):
"Mhmm... Das war fast sowas wie richtiger Film." (1,5 Punkte)
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 21:06:34 -0000
Antwort löschenVisitor ist über jede Kritik erhaben. Stalker macht das auch. Du übrigens auch. Das ist raffiniert. Nicht die Anzahl der Worte sondern die Auswahl der Worte heben diese minimal Sätze ins geniale. So etwas liebe ich.
crab1973 Wed, 17 Oct 2012 21:12:11 -0000
Antwort löschenDankeschön. Da fehlte eben natürlich ein "ein". hihi...
Ich glaube, dass schönste was ich je in dem Bereich gelesen habe war einer im Netz, der alle drei Teile von "Herr der Ringe" in einem Satz zusammengefasst hat.
"Kleine Leute geraten in große Schwierigkeiten, beim Versuch gestohlenen Schmuck wieder loszuwerden."
Ganz große Kunst. :)
Hanno Jones Wed, 17 Oct 2012 10:16:52 -0000
Kommentar löschenmich hat "The Cabin in the Woods" genauso gepackt =)
und auch ansonsten spricht der artikel mir aus der seele ... aber bei allem "Transformers", "Battleship" und "The Avengers" gebashe, dem ich mich im großen und ganzen mit freuden anschließe ... wenn wir ganz ehrlich sind, dann lassen wir uns alle gerne mal berieseln und es ist gut, dass es auch solche filme gibt!
die werten herren in ehren - aber durch Kubrik, Lynch, von Trier und wie sie nicht alle heißen allein, wäre ich bestimmt nicht zum filmfreund geworden!
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jacker Wed, 17 Oct 2012 11:27:59 -0000
Antwort löschenIst so.
Es muss sich einfach die Wage halten!
Rukus Wed, 17 Oct 2012 10:08:14 -0000
Kommentar löschenWieso sollten die Filme intelligenter sein, als die Studiobosse? ;p
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A.V. Wed, 17 Oct 2012 10:55:34 -0000
Antwort löschenDie Studiobosse sind zumindest gewinnorientiert sehr intelligent. Mit immer der gleichen Scheiße ein Heidengeld machen, ein Traum!
Rukus Wed, 17 Oct 2012 11:42:36 -0000
Antwort löschenNicht wirklich. Intelligent wäre es, wenn man "diversifiziert". Ganze Zielgruppen werden komplett ignoriert, und deren Geld damit auch. Es wird auf den schnellen Dollar geschaut, statt mit einem soliden Konzept zu arbeiten. Statt viele Leute häufig ins Kino zu locken, wird mit verfehlten Strategien gearbeitet. Ich nenne das eher dumm.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 18:47:27 -0000
Antwort löschenGeschickt ist eher die Marketing-Abteilung die Scheiße wie Gold glänzen läßt, ob das ein Zeichen von "Intelligenz" ist bezweifle ich auch. Ebenso die Zuschauer die darauf hereinfallen...
A.V. Wed, 17 Oct 2012 19:08:13 -0000
Antwort löschenViele Leute häufig ins Kino zu locken ist kein planbares Ziel. Die Filmliebhaber gehen immer, aber die gewinnbringende Masse sind Gelegenheitskinogänger, die nach dem nächstgrößeren Blockbuster suchen. Intelligent kann man natürlich verschieden definieren, ich wollte nur darauf hinaus, dass das Erfolgsrezept im Moment funktioniert, so schade das manchmal ist...
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 19:22:43 -0000
Antwort löschenJa, ich bin auch z.Z. schockiert wie gut diese "Erfolgsrezepte" funktionieren.
Rukus Wed, 17 Oct 2012 19:54:26 -0000
Antwort löschenDa fragt man sich, ob der Anspruch so niedrig ist, oder die Leute es noch nicht gelernt haben ... ;)
Tina Scheidt Wed, 17 Oct 2012 08:22:30 -0000
Kommentar löschenEin sehr gut geschriebener Artikel der genau das ausdrückt, was ich schon sehr lange empfinde. Und mir wurde Lust auf einen neuen Film geweckt. Ich bin echt neugierig auf den Film!
Dankeschön für diesen Artikel!
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butch cool Wed, 17 Oct 2012 08:09:39 -0000
Kommentar löschenSorry, aber das ist das schlechteste, plumpeste und auf MP nervigste Argument, das man hier bringen kann: Man bewertet einen Film (wie CITW) schlecht, weil man ihn nicht verstanden hat.
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doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 09:45:41 -0000
Antwort löschenDas war sicherlich mehr als möglichst augenscheinlichstes Beispiel gedacht. Aber mal abseits aller Diplomatie: Es gibt genügend Dumpfnüsse, die einen Film schlecht bewerten, weil dieser Film eben erfordert, dass man seinen Verstand beim Ansehen des Filmes nutzt. Beispiele gibt es dafür genug.
Rukus Wed, 17 Oct 2012 10:10:08 -0000
Antwort löschenKann ich so unterschreiben, Doc. Andererseits kann einem aber auch der noch so intelligenteste und tiefsinnigste Streifen tierisch auf die nicht ganz so dumpfen Nüsse gehen. ;)
doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 10:54:49 -0000
Antwort löschenKlar, Filme sind in erster Linie Unterhaltung, aber ganz ohne Verstand funktioniert Unterhaltung nun mal nicht. Vorausgesetzt beim Nutzer ist einer vorhanden und nutzbar.
morlock Wed, 17 Oct 2012 11:25:56 -0000
Antwort löschenEs gibt jede Menge Dumpfnüsse, die meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und das Einzige was von denen kommt ist: "Du hast den Film nicht verstanden".
Die raffen selber gar nix, unterstellen anderen aber keine Ahnung zu haben und sind dabei völlig argumentationslos.
Das nervt.
Ich behaupte mal, das ist zu 90% der Fall, wenn das berüchtigte "Du hast den Film nicht verstanden" kommt.
Filme wie Inception, TDK und Prometheus erfordern nicht mehr Verstand als Avatar oder Avengers.
Nicht wenige Fans dieser Filme gehören zu dieser Kategorie besserwisserische Dumpfnuss, die ihren Lieblingsstreifen vehement und weitestgehend argumentationslos verteidigen.
Wer es wagt den Film zu kritisieren, ist dann halt einfach nur doof.
Kindergarten.
Sind alles Filme, die bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.
jacker Wed, 17 Oct 2012 11:35:32 -0000
Antwort löschen"TDK", "Inception" und "Prometheus" sind auch nicht als 'Verstand erfordernd', sondern als Beispiele für Filme die trotz Mainstream-Bombast zumindest das Potential haben länger in Erinnerung zu bleiben weil sie in den Augen des Autors zumindest interessante Denkanstöße geben.
Allerdings gebe ich dir Recht, dass 'Nachdenk-Kino' ganz anders aussieht!
Rukus Wed, 17 Oct 2012 11:38:59 -0000
Antwort löschenMir werfen auch gern mal Leute vor, ich hätte Lost Highway und Co. nicht verstanden. Trotzdem find ich den Streifen besch***. Und mal ehrlich, wieso sollte ich tiefgründig über einen Film nachgrübeln, der mit beim Gucken auf den Sack gegangen ist? ;)
jacker Wed, 17 Oct 2012 11:48:57 -0000
Antwort löschenWenn die Motivation zum Grübeln nicht beim Schauen automatisch kommt, gibt es da keinen Grund zu ;)
Aber ist halt schon eine Frage dessen WAS man von Film erwartet, bzw. wie Film für einen funktioniert.
Handlungs- oder Stimmungsorientiert?!
Je nachdem fallen einfach komplette Filme schon mal raus!
doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 11:57:07 -0000
Antwort löschenOkay: Also ganz langsam. Ich rede ganz bewußt nicht vom Verstehen, sondern vom Verstand. Ein Film, der den Verstand fordert, kann diesen ja auf verschiedene Weisen fordern. Auch ohne klassisches Verstehen kann ein Film ja gewisse Ansprüche an den Kopf stellen und so dafür sorgen, dass der Verstand selbst mehr Beschäftigung hat, als nur auf Lichtblitze und platte Schlüsselreize (Titten?!) zu reagieren.
doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 12:12:34 -0000
Antwort löschenJa, aber ein Film ohne Handlung versaut mir im Grunde schon die Stimmung.
jacker Wed, 17 Oct 2012 12:49:10 -0000
Antwort löschenAber welcher Film hat wirklich absolut keine Handlung?
Sogar "Praxis Dr. hasenbein" oder "Limits Of Control" haben irgendwo eine simple Handlung..
Ich meinte einfach den Unterschied zwischen Filmen die primär auf eine starke/nachvollziehbare/verschachtelte Story setzen und Filmen die dort weniger den Fokus setzen, sondern die Möglichkeiten des Mediums in verschiedene Richtungen ausschöpfen/erkunden und eher assoziativ Stimmungen hervorrufen.
BlueSquirrel Wed, 17 Oct 2012 13:08:12 -0000
Antwort löschenNaja, Doc. Ich weiß nicht. Manchmal ist eine Zigarre einfach eine Zigarre.
doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 14:21:42 -0000
Antwort löschenUnd ich wollte gerade davon anfangen, dass auch Zigarren ihre Unterschiede haben....
Rukus Wed, 17 Oct 2012 19:55:10 -0000
Antwort löschenNaja, soll ja nen Unterschied machen, ob die hand- oder fußgerollt sind. ;p
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 07:59:14 -0000
Kommentar löschenInteressanter Artikel.
Grundsätzlich ist, glaube ich, das Problem dass es in den letzten Jahren zu viele dieser generischen Blockbuster gab, die oft auch zu schnell produziert wurden und in die auch zu Geld reingepumpt wurde. Aber da sich die "Flops" mittlerweile häufen (John Carter, Cowboy vs Aliens, Green Lantern, Battleship) , kann es ja sein, dass sich die ganze Sache in 1 oder 2 Jahren von selbst reguliert.
Die "Nachhaltigkeit" zu definieren ist ja gar nicht so einfach und setzt sich, wie im Artikel beschrieben aus sehr unterschiedliche Faktoren zusammen. Ich glaube auch, dass man erst ein paar Jahre später wirklich feststellen kann, ob der jeweilige Film nachhaltig war.
Dann spielen wohl auch noch persönliche Prägungen eine Rolle.
Ich erinnere mich z.B. noch einigermassen gut an "Avatar", aber nicht mehr so gut an "Dark Knight"(obwohl ich den für "intelligenter" halte). "Avengers" war eine tolle Spassbombe, die bei mir aber nach dem Kinobesuch ziemlich schnell verpuffte (vielen Leuten ging es da aber bestimmt anders), während ich mich z.B. an "Transformers" noch ständig gerne erinnere (auch das geht ja nicht jedem so). Oder z.B. auch an "Fluch der Karibik".
Oder man denke mal an ein paar "nachhaltige" (wie ich finde) Filme aus den 80ern, z.B. "Stirb langsam" oder "Lethal Weapon". Die sind weder intelligent, vielschichtig, noch haben sie gute Grundideen. Aber was war es denn dann, was die Filme so "nachhaltig" gemacht hat. Wurden die besser inszeniert... wurde sich mehr Zeit gelassen... waren die Charaktere so einfach, dass man ihnen dadurch näher kam... war es wichtig, dass "gut" und "böse" noch klar definiert waren ??
Vielleicht werden heute die Figuren einfach zu schnell umrissen und dann geht es sofort zur nächsten Szene. Vielleicht sind die Charaktere heute auch zu komplex oder auch zu ambivalent... Oder auch die ganze Handlung ist so komplex und hat so viele Wendungen, dass man sie nicht mehr erfasst (das hat mich z.B. an den "Pirates" Fortsetzungen genervt)
Im Gegensatz zum Schreiber des Artikels "denke" ich nämlich nicht so gerne beim Filmschauen, da mich das davon ablenkt, einen emotionalen Link mit dem Film herzustellen.
;)
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doctorgonzo Wed, 17 Oct 2012 09:51:32 -0000
Antwort löschenAlso dass die Charaktere heute zu komplex sind, glaube ich eindeutig nicht. Sie sind zu platt, aber man versucht, ihnen einen tiefsinnigen Anstrich zu geben, was aufgesetzt und langweilig wirkt. "Die Hard" oder "Lethal Weapon" hatten zwar einfache Charaktere, aber man gab diesen den Raum, auch Charaktere zu sein und nicht bloß eine abgelesene Rollenbeschreibung, das machte nicht nur die Rolle glaubwürdiger, sondern auch deren Verkörperung.
jacker Wed, 17 Oct 2012 11:41:07 -0000
Antwort löschenWas gonzo sagt!
Zu komplex sind die auf keinen Fall heutzutage, meist wird nur Fassade gezeigt, nur leider nicht als Stilmittel sondern aufgrund von fehlender Charakterzeichnung.
Letztens ist es mir ganz bewusst aufgefallen, habe "The Deer Hunter" angefangen (wurde aber leider nach ca. 30 min. unterbrochen) und war völlig baff, dass man damals erst mal ne halbe Stunde die Figuren KENNENLERNEN konnte.
Einblicke in den Charakter, Bindung aufbauen..
Heute sind die Charakter in Blockbustern meist nach 5 min eingeführt und dann ist Abfahrt!
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 13:00:30 -0000
Antwort löschenDeer Hunter ist ja eigentlich ein viel zu gutes Beispiel :)
Ich meine jetzt zum Beispiel die (nach Stormbringer) "vielschichtigen" Charaktere aus "Dark Knight".
Die sind halt alle auch ein bisschen wischiwaschi ... bin ich jetzt gut ?... bin ich ein Held ? ... bin ich böse ? ... ist mir alles egal ? ... oder doch ein Held ? ... ach, ich bin depressiv
Und am Ende kümmert mich die Figur als Zuschauer nicht mehr.
Das ist wohl auch der tiefsinnige Anstrich, von dem Gonzo spricht.
Aber irgendwie wollen die Leute ja solche Figuren... Dark Knight hat viele Fans... Und beinahe jeder fährt auf den Nazijäger von Christoph Walz in "Basterds" ab.
Aber ich glaube ja sowieso, dass man auch denkwürdige Figuren eher durch Natürlichkeit und Authentizität erschafft, als durch aufgesetzte psychologische Tiefe.
Die originellste Filmfigur bei der letzten 5 Jahre ist für mich die rothaarige Natalya Rudakova in Transporter 3... Die Frau ist keine Schauspielerin und ein bisschen schräg. Wohl gerade deshalb war sie sehr natürlich, und angenehm unkonvetionell. Dadurch war ihr Charakter ohne längere Einführung sehr gut und sehr schnell definiert und sie hat im Prinzip den ganzen (zu) professionell runtergedrehten Film gerettet.
Und wenn ihr jetzt mal die Kritiken zu Transporter 3 lest, da kommt ihr eigentlich nur Hass entgegen... und das ist so traurig.
Die Leute verdienen es wohl einfach nicht besser...
jacker Wed, 17 Oct 2012 13:29:16 -0000
Antwort löschenOb von dir oben genannte Beispiele aus den guten alten 80ern natürlich der Definition 'natürlich' und 'authentisch' gehorchen sei dahin gestellt ;)
Zu den Charakteren:
Ich weiß nicht welches Schema die Leute sehen wollen?!
Vielleicht welche in denen sie das sehen was se gerne wären?
Könnte ein Grund dafür sein, dass eine Nicht-Schauspielerin (wie in deinem Besipiel) zu wenig unerreichbaren Zauber vermittelt um als Figur akzeptiert zu werden.
Interessantes Thema ;)
Und dass die Charaktere in "TDK" vielschichtig sind würde ich so nicht formulieren (werde es im anstehenden Batman-Triple-Feature Ende des Jahres mal analysieren), aber Vielschichtigkeit muss auch erstmal definiert werden.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 14:18:27 -0000
Antwort löschenZu den 80er passt "authentisch" nicht... ich habe wieder zu viele Dinge gleichzeitig im Kopf.
Ich habe halt am Ende überlegt, welche Figuren mir heute gefallen und warum... Und da kam mir die Frau aus Transporter 3 in den Sinn... Sie erinnert mich sogar ein bisschen an Poppy aus Happy-go-Lucky... die ist ähnlich, allerdings kommt die Natürlichkeit durch die Schauspielkunst von Sally Hawkins... diese fröhliche Figur nervt aber auch viele Leute...
Die Figuren haben zumindest für mich eine positive, natürliche Komplexität.
Jetzt wieder zurück zu 80er vs 2010er:
Das mit dem vielschichtig bei Batman hab ich ja nur aus dem Text übernommen.Vielleicht ist ja auch ambivalent besser... die Figuren sind halt alle "grau" und nicht "schwarz" oder "weiss"... Da fehlen die echten Helden... und die Figuren haben auch nie Angst... Für mich macht es das schwierig. Genau so haben mich, wenn ich darüber nachdenke, alle Figuren aus Inglorious Basterds kalt gelassen.
Im Gegensatz dazu habe ich bei "James Ryan" voll mitgefühlt, weil Spielberg ja auch immer sehr emotional inszeniert. Tarantino und Nolan sind da ja absichtlich (zu?) cool, um nicht in die Kitsch-Ecke zu kommen und dabei bleiben die Figuren halt auf Distanz. Das Tarantino es auch besser kann sieht man in Jacky Brown (Robert Forster + Pam Grier)
Aber auch Spielberg hatte im neuen Indiana Jones zwei dieser ambivalenten Figuren gebracht, die für mich nicht funktionierten: John Hurt und Ray Winstone (vielleicht auch Cate Blachet, die nicht böse genug war) Also selbst er steht unter dem Einfluss dieses Trends !!
Zwischenfazit: Shia LaBeouf > Christoph Walz :DDD
Avatar ist ja interessanterweise bei den Charakteren und der Story angenehm altmodisch, ( beinahe 80er ). Aber auch da hagelt es Kritik. Vielleicht fehlte dort einfach jemand wie Private Hudson ("Game Over Man")
jacker Wed, 17 Oct 2012 14:40:43 -0000
Antwort löschenDeine ganzen Beispiele muss man auch erstmal alle auf dem Plan haben (Obwohl ich von dir genannte Beispiele wie "avatar" und "indy 4" wesentlich besser als der Durchschnitt aufgenommen habe)..
Dennoch ist der 80er = schwarz/weiss und 10er = grau Vergleich sehr stimmig und beschreibt das was heute so präsentiert wird ganz gut. Ich glaube die echten Helden hatten viele auch einfach über und heute wird, weil ja alles schon mal da war, automatisch ein höheres, oft fehlgedeutetes maß an Komplexität erwartet.
Mir persönlich gefällt diese Ambivalenz sofern Sie in nachvollziehbarem Maß eingesetzt ist. Diese schwarz/weiss Charaktere handeln mir oft zu plakativ. Du jast aber recht, der angstfreie Mensch existiert, nicht insofern dürfte diese menschliche Seite gern mehr in moderne Charaktere einfließen!
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 15:09:56 -0000
Antwort löschenIch glaube, Du hast es 100% auf den Punkt gebracht...
Ich denke, dass sich diese "Probleme" von selber regulieren. Es gibt immer Bedürfnisse, z.B. nach Helden, und gleichzeitig Zuschauer, die immer abgeklärter sind.
Und ich glaube auch nicht, dass die Qualität der Filme heutzutage immer schlechter wird. Vielleicht sind die Zuschauer sogar anspruchsvoller als vor 20 Jahren. Es ist sicherlich spannend, was gerade passiert. Das ganze Post- und Meta-, die veränderten Wahrnehmungsgewohnheiten usw... und wie die Filmemacher darauf reagieren.
Oft bekommt man ja gar nicht richtig mit, wie sich die aktuelle Filmlandschaft verändert und ob sich etwas bedeutendes tut. Das wird meistens erst 10 Jahre später klar, wenn man zurückblickt.
jacker Wed, 17 Oct 2012 15:46:50 -0000
Antwort löschenRichtig, mit etwas Abstand sieht man manches viel, viel klarer, vor Allem das Gesamtbild!
Mit der Qualität, das sehe ich ähnlich! Von 'früher war alles besser' Mentalität halte ich generell absolut nichts. Viele sehen halt nur das was von früher bis heute gehalten hat, jedoch nicht die 95 belanglosen Prozent, die auch früher schon drumrum gekleistert waren.
Man musste, muss und wird auch immer die Perlen aus dem großen Haufen Murmeln heraussuchen müssen. Da können wir dann heute sogar froh sein, sowas wie MP gab es vor 30 Jahren noch nicht ;)
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 18:52:29 -0000
Antwort löschenHeute werden die Geschichten nicht durch komplexe Charaktere vorangetrieben sondern von komplexen Spezial-Effekten...:)
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 18:55:28 -0000
Antwort löschenGenau das war auch die (berechtigte) Kritik an "Krieg der Sterne" von 1977.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 19:14:37 -0000
Antwort löschenNe, auch hier wird die Geschichte durch Charaktere (ihre Motivation) vorangetrieben und nicht durch die Effekte, finde ich.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 19:32:22 -0000
Antwort löschen@tee Auf jeden Fall...
aber es ist halt nicht so einfach:
- Die Motivationen/Charaktere in Star Wars ja nicht komplex. (was ja gut ist)
- Und in Avatar wird die Story ja auch durch die Charaktere vorangetrieben und nicht durch Effekte.
- In Transformers vielleicht eher durch die Effekte. ( wie in keinem anderen Film !! )
- Und die Handlung/Charaktere (und vieles mehr) in den neuen Star Wars Filmen sind komplexer als in den alten ( dadurch scheitern sie ja unter anderem )
Bei "Imperium schlägt zurück" haben wir alles.
- Die Charaktere und ihre Beziehungen werden vertieft, was ja auch sehr stark ist.
- Die Story ist kaum vorhanden
- Der Film wird durch eine Aneinandereihung von Schauplätzen und den damit verbundenen Effekten bestimmt, und mit Sicherheit nicht durch eine wichtige Handlung oder Charaktermotivationen.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 19:46:25 -0000
Antwort löschenIch kontere:
Star War 1977: Nur weil sie schlicht gezeichnet sind, sind sie nicht komplex (Natürlich nur im Rahmen eines Märchens)
Avatar mag ich gerne, auch die Figuren (die die Story vorantreiben) und schlichte Geschichte, sie bleibt in den Effekten eingebettet.
Transi 2/3 sind so üble Beispiele, die ich meinte.
In den neueren Star Wars Filmen sind die Figuren im Prinzip sehr interessant, Lucas hat nur verlernt sie in eine vernünftige Geschichte einzubetten...
und das "Imperium ist so ein Zwischending was die Figuren weiter entwickelt, keinen Abschluss sucht und eher deshalb so aneinandergereiht wirkt.
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 20:08:37 -0000
Antwort löschen@Tee: Genau... im Prinzip verstehen wir uns ja...
Ich denke halt, die Beispiele zeigen, dass es mal so und mal so ist, und auch das gewisse Trends schon damals angefangen haben.
Deshalb war mir dein erster Kommentar hier ein bisschen zu pauschal.
Mir fällt noch Battleship als interessantes Beispiel ein. Sicherlich kein Meisterwerk... aber da ist mir z.B. der beinamputierte Veteran in Erinnerung geblieben... mehr als alles andere (naja... bis auf Rihanna <3 ). Dieser Veteran war eine Hauptfigur und wurde tatsächlich von eine beinamputiertem Veteran gespielt. So etwas authentisches fand ich bei so einem künstlichen Film extrem stark. Hätte ich nie erwartet.
Ich bin irgenwie beim aktuellen Kino ein bisschen auf der Sinnsuche... Ich finde z.B. auch dass die Effekte, wie in Transformers (1+2) eine neue Kunstform sind, die den Film tragen können. Das gilt natürlich nur für ein paar Filme. Ich finde Bay aber z.B. viel faszinierender als Nolan... Das ist aber schwierig zu formulieren und finde auch nicht so viele Texte im Internet, die sich positiv mit Bay auseinandersetzen ;). Das heisst aber, selbst wenn die Effekte heute manchmal wichtiger sind, als die Figuren, könnte es immer noch interessantes Kino geben.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 20:29:32 -0000
Antwort löschenJa ich generalisiere zunächst oft um zu provozieren, hoffe dann auf eine gehaltvolle Diskussion, so wie mit dir.
Hm, was positives zu Bay, hm,hm,hm,hmmdjfjhhH... Ich empfinde den Strolch Bay als einen Sargnagel für das moderne Kino... Vielleicht findest du mal einen Artikel, der mir an seinen Stil positiv heranpirschen lässt.
Mit dem Battleship-Behinderten-Beispiel kann ich wenig anfangen. Zu wissen das der Typ echt war, macht die Intention des Films bei mir noch schlimmer...
Pures Effektkino und deshalb interessant...Interessant, fallen dir da Beispiele ein?
Bob Loblaw Wed, 17 Oct 2012 22:10:01 -0000
Antwort löschenNoch zu Battleship... die negative Aussage wird durch den Vetaranen natürlich verstärkt... trotzdem bekommt der Film, künsterisch gesehen, eine interessante Konsistenz durch die Mischung aus sehr realem und extrem künslichem.
Naja... so viele grosse Effektfilme gibt es da natürlich nicht... und dann ist es ja noch schwer zu sagen, ab wann etwas pures Effekt-Kino ist.
Die beiden Regisseure die mir in diesem Bereich am besten gefallen sind Michael Bay und Zack Snyder... vor allem weil sie (nach meinem Gefühl) irgendwie auch sehr lässig und selbstverständlich mit der ganzen Technologie, den Effekten und den Riesenbudgets umgehen.
Bay sticht natürlich heraus durch seine Schamlosigkeit und dass er bei der Werbe-Ästhetik wirklich bis an die Grenzen geht... die anderen versuchen ja alle, ihn nachzumachen und schaffen das nicht.
Snyder versucht vielleicht am stärksten in dieser ganzen Game-Ästhetik einen eigenen Ausdruck zu finden.
Und die Transformers-Filme stehen für mich an erster Stelle. Gerade die Choreographie der Transformationen finde ich unglaublich und ich kenne eigentlich nichts vergleichbares. Gleichzeitig ist es noch so inszeniert, dass man ein gutes Gefühl für den Masstab und die Haptik und die Materialität der Transformers bekommt. Das allein finde ich künstlerisch so stark, dass es Transformers z.B. über jeden Marvel Film erhebt.
Als Film an sich finde ich den ersten Teil auch in anderen Aspekten sehr sehr gut... 2 und 3 sind in der Beziehung aber schlechter.
Und im Gegensatz zu Avatar ist Transformers konzeptionell schlüssig, da technologiebegeisterte Leute einen Film machen über Techno-Fetisch-Objekte (Autos, Kampfhubschrauber), die sich in grössere Techno-Fetisch-Objekte ( Roboter mit Raketenwerfern ) verwandeln. Konsequenter geht es nicht.
Bei Avatar hingegen machen technologiebegeisterte Filmemacher einen Film mit dem Motto "zurück zu Natur". Das ist doch irgendwie falsch.
The Island ist natürlich auch super, aber das ist ja kein reines Effekte-Kino.
Einen toller Kontrast zu diesen HighTech-Helden ist für dann z.B. Michel Gondry, der ab seine Art ja auch sehr effektlastig ist, aber eher so eine Art Garagen-Regisseur.
lieber_tee Wed, 17 Oct 2012 22:53:02 -0000
Antwort löschenInteressante Denke hast du.
Im Kern, wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um den Fetisch des Künstlichen bei dir.
Bei Battelship kann ich dir da wenig folgen, da die Kombination aus dem Realen und Fiktiven kein Sinn für mich in dem Film bringt.
Bei Bay schon eher, da so gesehen seine Filme in sich konsequent wirken. Der erste Transi hat mir gut gefallen. Das liegt aber eher an dem kindlich-naiven Spielberg-Spielzeug-Wesen, was der Film für mich noch hat. Das geht in den weiteren Teilen verloren, wegen Bays Kriegs-Waffen-starrender Humorlosigkeit, gepaart mit unübersichtlicher Montage und Null-Erzähl-Kunst.
Der Zack-Bumm-Peng-Zack ist ein interessanter Regisseur: Der ist noch hemmungsloser und noch weniger reflektierender als Kaputt-Bay. Der haut Bilder wie ein kleiner, naiver Comic-Boy heraus, ohne sich über seine Ästhetik irgendwelche Gedanken zu machen, wie sie wahrgenommen werden könnte.
Beide, BAY und SNYDER sind so gesehen infantile Jungens, die Film benutzen um im Sandkasten Türmchen zu bauen, um sie dann kaputt zu machen. Vielleicht ist das ein Ansatz den ich sogar mögen könnte, letztlich ist er mir aber auch zu schlicht-doof.
Dieser Technik-Fetisch wird von Bay in den Transformer-Filmen wirklich konsequent ausgelebt. Da kann man ihm fast Respekt zollen. Cameron hatte schon immer Technik/ Fortschritt vs. Natur/ Menschlichkeit zum Thema. In Avatar ebenfalls, er versucht die naturalistischer Technik-Ästhetik mit einer Natur-Öko-Botschaft sowohl im formalen auch im inhaltlichen anzugleichen, ein Gleichgewicht zu schaffen. Schafft er nur bedingt, wirkt aber menschlicher als Bay und Snyder.
Übe Bays Island fällt mir nicht soviel ein, typischer Film von dem Typen, alles kalt-synthetisch, ein Baukasten aus 946349264 Genre-Filmen. Naja...
Und Gonrdy verfolgt durch seine Pappmaché-Miniuaturen-Bilder eine anderen naive Künstlichkeit in den Film zu bringen. Mit dem Unterschied, das ihm die Menschen ganz, ganz wichtig sind und er sie nie aus den Augen lässt...
Kannst du mir eigentlich noch folgen...?
Bob Loblaw Thu, 18 Oct 2012 08:55:45 -0000
Antwort löschenNa klar kann ich dir folgen... besser als meinen eigenen Texten.
Der Vergleich mit den Jungs im Sandkasten ist super... Michel Gondry und Wes Anderson (der ist für mich auch so ein "Bastler") sind die schüchternen Jungs mit Brille, während Bay + Snyder die Bullies sind, die auch mal gerne ein paar Sandburgen kaputtmachen und draufpinkeln :DD
Dass Bay auch gut inszenieren, erzählen und Emotionen aufbauen kann, sieht man aber (finde ich) in der ersten Hälfte von Transformers 1 (der Kennenlernphase) und in der ersten Hälfte von The Island (die aussieht wie eine Mischung aus THX1138 und Shampoo-Werbung). In diesen Momenten ähnelt er ein bisschen(seinem Mentor ??) Spielberg, kommt aber nicht an ihn heran. Witzig ist ja, dass er selbst mal gesagt hat, er mag die erste Hälfte von Island nicht.
Die immer dichter werdenden Actionszenen (vor allem gegen Ende der Filme) haben meine Sehgewohnheiten schon sehr überfordert. Aber mit ein bisschen Übung gewöhnt man sich daran.
Dass Snyder nachdenkt und reflektiert, da bin ich mir sehr sicher. Nur macht er das eben auf seine Art... "Sucker Punch" hat er sich ja z.B. alleine. Und es gibt ja einige prominente Moviepiloten, die dem Film eine enorme Tiefe attestiert haben. Ich entdecke ja bei Sucker Punch sehr viele Parallelen zu Suspiria (dem Style-Over-Substance Film schlechthin). Wobei SuckerPunch da aber etwas mehr Substanz hat.
Und mit dem schlicht-doof muss man halt zurechtkommen (wollen). Mir sind Bay/Snyder mit ihrem Fokus auf die Technik und ihrer eigenen Handschrift aber oft lieber als die Marvel Filme (oder der neue Star Trek... uarghh), die zwar ein bisschen mehr Story/Charakterzeichnung haben, aber im Prinzip zum 1000sten mal die gleiche Geschichte und die gleichen Figuren bringen... dann lieber gar keine Story :)
So eine ähnliche Diskussion gab es neulich mal zu Fast and Furious und Resident Evil... Auch dort fand ich es konsequent, dass sie zugunsten von Rythmus und Bewegung fast ganz auf die Handlung verzichten.
Ich will auch nochmal unterstreichen, dass ich Bay/Snyder vor allem mit diesen Filmen vergleiche und natürlich nicht mit den Coen-Brüdern oder so.
Cameron und auch Spielberg sind ja die alten Meister, die auch heute noch höchste Qualität abliefern. Und bei ihnen steht traditionsgemäss die Menschlichkeit viel mehr im Vordergrund. Vor allem Spielberg mag ich ja noch lieber als Bay/Snyder, dafür sind Bay/Snyder ein bisschen frischer und zeitgemässer.
Und natürlich wäre es fatal, wenn jetzt jeder nur noch Bay-Filme machen würde. Aber da müssen wir keine Angst haben... Es gibt ja auch immer wieder Blockbuster mit wunderschön erzählten Geschichten ("Planet der Affen: Prevolution", "Hunger Games")
Und natürlich das ganze Autorenkino, die alten Meister usw. usw.
doctorgonzo Thu, 18 Oct 2012 09:10:21 -0000
Antwort löschenGehe ich ein Stück weit mit, allerdings beweisen mir Cameron und Spielberg in den letzten knapp 20 Jahren, dass sie entweder einiges verlernt haben oder aber ganz bewußt etwas an ihrer bis dato bewährten und großartigen Machart verändert haben.
Bob Loblaw Thu, 18 Oct 2012 09:29:36 -0000
Antwort löschenIch finde Spielberg nach wie vor sehr gut... zwar nicht immer, aber wenn er einen guten film macht, dann ist der so gut wie früher.
Und man muss ihm hoch anrechnen, dass er immer wieder (stilistisch oder inhaltlich) etwas neues ausprobiert und auch Risiken eingeht.
Das Problem sind bei ihm eher, dass sich das Publikum gegenüber den 80ern verändert hat, das ihm heute gerne kitschigkeit vorwirft, was es in den 80ern bei dem gleichen Stil nicht gemacht hätte.
Camerons Filme haben ein bisschen den Biss verloren. Trotzdem ist ein Kunststück zweimal hintereinander den Nerv der Zuschauer so genau zu treffen und den erfolgreichsten Film aller Zeiten zu machen. Also auch, wenn er einiges verlernt hat, hat er dafür gelernt, wie man finanziellen Erfolg hat... und zwar mehr als jeder andere Regisseur auf der Welt.
doctorgonzo Thu, 18 Oct 2012 11:04:49 -0000
Antwort löschenDen umsatzstärksten Film. Erfolg ist eine Kosten/Nutzen Rechnung.
jacker Thu, 18 Oct 2012 11:13:16 -0000
Antwort löschenSeit den 80ern hat sich ja auch einiges getan und der Zeitgeist ist ein völlig anderer. Man referiert ja höchstens noch an die alten Zeiten in Form von 'Retro'-Stilistik (ob nun in Mode, Film, Musik ist egal), aber es wird dem 2012er Produkt immer der moderne Schliff mit aufgegeben. Im Optimalfall fusioniert Retro/Neo zu was wirklich neuem. Fehlt der neue Anteil ist eben doch NUR 80er.
Ich bin aber mit Spielberg nicht so vertraut, daher kann ich nicht einschätzen inwiefern er sein Ding so wie früher macht?!
Zu Cameron: Die Frage ist doch inwiefern sich das Publikum bewusst ist, dass das wirklich ihr Nerv ist, bzw. was überhaupt der eigene Nerv ist.
Richtig angelegt entscheidet heute leider oft die größe des Promo-Budgets darüber wie viele Nerven denn nun getroffen werden.
Und da ist Cameron neben Nolan nunmal ganz weit vorne mit dabei was die Marketing-Ausschlachtung bereits im Vorfeld betraf.
Dazu kam, dass (da bin ich mir sicher) mindestens 70% aus gespanntem Interesse an der 3D Technologie ins Kino gepilgert sind!
Bob Loblaw Thu, 18 Oct 2012 11:57:45 -0000
Antwort löschenSpielbergs Filme sind (und waren) halt von der Stimmung her eher optimistisch und gefühlsbetont. Und das kommt bei den Nolan/ Fincher/ Tarantino Fans nicht immer so gut an.
Ansonsten ist er ja von Stil her schon up to date und probiert auch, wie gesagt, vieles aus. Von daher ist er bestimmt nicht retro ( ausser wenn er Lust dazu hat ).
Viel mehr Mühe hab ich mit der Entwicklung von Scorsese, seit er mit diCaprio befreundet ist... :(
Bei Cameron geb ich dir in allem recht. Dennoch hat er da meinen Respekt. Schau dir mal den Abstand zu den anderen Blockbustern bei Boxxofficemojo an. Vor allem Titanic war damals ein Phänomen. die Zuschauerzahlen war nicht nur in den ersten 2 Wochen sehr hoch (so ist es normalerweise) sondern sie blieben Wochenlang auf einem extrem hohen Niveau.
Ausserdem find ich es cool, dass Cameron taucht :D. Aber mir persönlich gefallen seine alten Filme bis Abyss auch besser...
jacker Thu, 25 Oct 2012 22:52:58 -0000
Antwort löschen@ Bob; Jetzt habe ich gerade die "Transporter" Reihe abgeschlossen und abgesehen davon, dass ich sowieso gerade äüßerst positiv überrascht bin (normalerweise sehen Punkteverteilungen vom guten Teil 1 bis zu 3 bei mir meist so 8 -> 5 -> 1 aus), kann ich absolut nachvollziehen was du bezüglich Valentina meintest ;)
Besser hätte man die Rolle nicht (nicht-)spielen können!
dAShEIKO Wed, 17 Oct 2012 07:42:35 -0000
Kommentar löschenJa was sag ich denn immer...?
Stormbringer bringts auf den Storm...ähm Punkt.^^
Das Perfide daran ist, dass solche Filme ja nach Konsumentenverhalten produziert werden. Heißt: Je mehr sich von platter Action berieseln lassen, umso mehr Filme dieser Art werden auf uns losgelassen. Und um so weniger Herzblut investieren Produktionsfirmen in anspruchsvolles Kino.
Aber die Vergangenheit lehrt uns, dass der Markt teils extremen Schwankungen unterliegt. Vor über 15 Jahren fand man Comicverfilmungen noch nicht wirklich interessant. Und so bleibt die Hoffnung, dass auch wieder eine Zeit für großartige Geschichten mit Charakteren auf uns zukommt und die Typen in den Spondexanzügen wieder in den Kinderkanal abtauchen.
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ncstarbuck Wed, 17 Oct 2012 07:27:52 -0000
Kommentar löschenLooper! Ich mein... da war doch alles drin. Und so... anders. Und es funktioniert! Zumindest für mich :-) Sehr zu empfehlen: Rian Johnsons Podcast mit den Slashfilmcast-Jungs.
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Es ist ein Erfolg, wenn der Zuschauer nach einem Film sich mit ihm beschäftigt, auseinandersetzt, diskutiert. Dann ist er schon "nachhaltig".
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