Viel hat sich schon getan beim Oscar-Tippspiel, denn 638 Menschen haben ihren Tipp bereits abgegeben. Am Sonntag werden wir euch den Zwischenstand präsentieren. Beim Tippspiel geht es aber nur darum, wer mit der größten Wahrscheinlichkeit gewinnt. Ihr müsst euch in die Köpfe der Academy-Jury des Oscar 2012 hineinversetzen. Hier ist das anders. Hier sollt ihr eure tatsächliche Meinung zu den nominierten Konkurrenten abgeben.
Ein absoluter Oscar-Neuankömmling, ja, sogar ein Neuling auf der internationalen Filmbühne an sich ist Michel Hazanavicius. Mit seinem Film The Artist traf er die Academy mitten ins Herz und holte sich mit der Hommage an die Welt des Stummfilms Stimmen beim Oscar 2012. Hunderte liebevolle Details und Referenzen an die Filmwelt springen aus The Artist hervor, die harmonisch zusammengefügt wurden. Vorher ist Michel Hazanavicius mit OSS 117 – Der Spion, der sich liebte und OSS 117 – Er selbst ist sich genug! aufgefallen, bei denen er schon Jean Dujardin und Bérénice Bejo zusammenspielen ließ. Mit letzterer ist er verheiratet, ersteren pflegt er seit OSS 117 in seinen Filmen zu verwenden. Für seine Regie bei The Artist gewann er zahlreiche Kritikerpreise und den Preis der Kategorie Bester Film bei den Directors Guild of America Awards. Alexander Payne hingegen fiel schon länger international mit Election, About Schmidt und Sideways auf. Letzterer bescherte ihm bereits einen Oscar und dieses Jahr könnte es mit The Descendants wieder soweit sein. Sein humoristisch-kontemplatives Familiendrama hat die Kritiker auf seiner Seite, Obwohl er bei weniger Kritikerzirkeln als Bester Regisseur nominiert ist, als seine Kollegen, dürfte ihm sein eigenwilliger, individueller Humor eine Chance einbringen.
Votet für die Beste Regie beim Oscar! (6 Bilder)
Der mehrfach Oscar-Ignorierte Martin Scorsese wurde zwar bereits 2006 mit seinem Sieg für Departed: Unter Feinden beschwichtigt, ist aber immer noch überreif für eine weitere Ehrung. Tatsächlich könnte es dieses Mal wieder klappen, denn für Hugo Cabret schlug er andere Töne an. Nostalgisch verarbeteitete er die Romanvorlage von Brian Selznick und gab dem Film eine Meta-Ebene: Die Einführung der Filmtechnik innerhalb der Handlung geht einher mit der vielfach gelobten Verwendung von 3D in Hugo Cabret. Aber auch sonst strotzt Hugo Cabret vor Details und Nostalgie, was die Kritiker und auch das National Board of Review wieder einmal von den Regiequalitäten des Martin Scorsese überzeugte. Woody Allen sich bereits 1978 einen Regie-Oscar für Der Stadtneurotiker. Dieses Jahr ist er mit Midnight in Paris im Rennen, einem typischen Woody Allen -Film, der sich ebenfalls die Nostalgie zum Thema macht. Fast ein wenig surreal wirkt die Zeitreise des Nostalgikers Gil (Owen Wilson), sie bleibt aber dennoch, wie für Woody Allen typisch, fast nahtlos ein selbstverständlicher Teil der Welt des Films. Die größte Stärke für die Award Season war das Drehbuch (ebenfalls Woody Allen), aber auch einige Regiepreise und -nominierungen gab es.
Zuguterletzt folgt Terrence Malick mit seiner abstrakt-kreationistischen Augenoffenbarung The Tree of Life. Für Der schmale Grat gewann er 1998 zuletzt einen Oscar. Von einigen für seine doch sehr christliche Ausrichtung in diesem Spätwerk kritisiert, ist die Fähigkeit des Filmemachers auch in The Tree of Life mehr als sichtbar. Selbst, wer Malicks Auffassung vom Leben nicht teilt, dürfte beim Anschauen des Films in irgendeiner Weise berührt worden sein. Oder auch nicht. In jedem Fall könnt ihr eure Meinung hier kundtun.
quadzar (Malte Heckelen) 2012/02/17 08:50:00
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Kommentare
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Kommentar schreibenmannypenny 2012/02/24 15:08:23
Kommentar löschenleider geht das nicht, denn lars von trier ist nicht nominiert
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floii 2012/02/18 05:07:15
Kommentar löschenhab bis dato nur einen der aktuell laufenden filme der oben genannten regisseure gesehen :(
martin scorsese für hugo cabret? der hats nicht mal für departed verdient. aber ich wäre für ein oscar für sein lebenswerk einverstanden ;D
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Limenator 2012/02/17 23:31:11
Kommentar löschenScorsese #1? So gern ich ihn mag, ein Regisseur der vor ein paar Jahren gerade einen Goldbuben für Departed eingeheimst hat, wird dieses Jahr schlecht einen für seinen (zugegeben herzerwärmenden) Kinderfilm bekommen...
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NewFilmkonsument 2012/02/17 20:41:29
Kommentar löschenKorrektur: Terrence Malick hat noch KEINEN Oscar gewonnen. "Der schmale Grat" ging leer aus.
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Jenny von T 2012/02/17 16:43:49
Kommentar löschenMalick liegt bei der Abstimmung bedenklich nahe dran an Scorsese. Ich behalte mir vor, mich öffentlich von der Moviepilot-Community zu distanzieren.
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movie.max 2012/02/17 14:31:19
Kommentar löschenNicolas Winding Refn hätte gewinnen müssen!
Regie heißt nämlich auch, aus einem mittelmäßigen Drehbuch etwas großartiges zu schaffen! Und das hat er getan. Jedenfalls so, wie kein anderer dieses Jahr.
Ansonsten wären meine Favoriten gewesen: Terrence Malick und David Fincher
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Benjamin Barker 2012/02/17 14:30:25
Kommentar löschenBin ganz stark für Allen, aber das ist ja leider eher ein Wunschdenken... Scorseses und Hazanavicius' Werke habe ich noch nicht gesehen, aber da sie kaum schlimmer sein können als die grauenhaften Beiträge der anderen Beiden, wäre ich auch mit ihnen einverstanden.
Imo 'n ganz ganz schwacher Jahrgang diesmal..
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sweetForgiveness 2012/02/17 14:27:28
Kommentar löschen"Beste Regie" und "Bester Film" hängen bei den Oscars ja oft zusammen...
Daher ergibt sich das Problem. "The Artist" ist für mich der Anwärter für "Bester Film" verdient aber nicht in der Kategorie "Beste Regie" einen Preis, denn dieser geht ganz klar an Scorsese und sein fantastisches Prachtstück "Hugo" und auch wenn mich dieser Film bezaubert hat reicht es nicht ganz um sich an "The Artist" vorbei zu mogeln. Für mich also wohl eine der spannendsten Kategorien dieses Jahr.
Entweder einen unverdienten Doppelsieg für "The Artist" oder ein wunderschönes augeteiltes aber Oscar-untypisches Hand-in-Hand gehen mit den zwei Homagen an das Kino.
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J!GS4W 2012/02/17 14:06:40
Kommentar löschenIch denke Michel Hazanavicius wird den Oscar bekommen. Woody Allen gewinnt dafür den Preis für's beste Originaldrehbuch. Die anderen drei Filme, Hugo, Descendants, un Baum waren allesamt nicht so gut, bzw. teils auch so scheiße, dass man sie nicht mit einem Oscar für die beste Regie auszeichnen sollte.
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DerDude_ 2012/02/17 13:39:18
Kommentar löschenAm meisten hätte es Nicolas Winding Refn verdient. Selten sieht man einen so Audio/Visuellen Film wie "Drive". Da das aber nicht geht ,geht meine Stimme an Terrence Malick ,allein dafür das er in "The Tree of Life" aus jedem Shot das absolute Maximum an Schönheit rausgeholt hat ,seien es auch nur Aufzugfahrten.
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xTimmaex 2012/02/17 13:11:21
Kommentar löschenWenn Refn, McQueen und Alfredson nicht nominiert sind, dann bleibt mir wohl nur Malick als viertbester. Aber das letzte Jahr, wo ich beim Regie-Oscar der gleichen Meinung wie die Academy bin, ist 1975 (Forman, Cuckoo's Nest).
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movie.max 2012/02/17 14:13:35
Antwort löschenJackson hat den Goldjungen für seine Herrn der Ringe auch verdient. Auch wenn die Filme nicht durchweg knallen, so hat er da wirklich großes geleistet.
dumas 2012/02/17 13:02:29
Kommentar löschenKanns immer noch nicht fassen, dass Lars Von Trier mit dem besten Film des Jahres für kein einziges stinkiges Goldmännchen nominiert ist. Schande über die Academy!
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Joeyjoejoe17 2012/02/17 13:17:01
Antwort löschenIn meinen Augen nicht DER beste, aber definitiv einer der besten des letzten Jahres!
mannypenny 2012/02/24 15:06:04
Antwort löschenjaaa, genau meine meinung, absolute schweinerei.melancholia stellt zb.so einen special effect schinken wie hugo total in den schatten
Kleinman 2012/02/17 12:15:25
Kommentar löschenKleine Korrekturen:
"39,90" ist nicht von Hazanavicius, sondern von Jan Kounen.
Und Woody Allen hat nur einen Regie-Oscar für "Der Stadtneurotiker", und zwei Drehbüch-Oscars für nochmal "Der Stadtneurotiker" und "Hannah und ihre Schwestern".
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FilmFreeza 2012/02/17 11:04:05
Kommentar löschenNe schwierige Wahl, aber die Regie bei The Tree of Life war grandios, deshalb Malick
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SoulReaver 2012/02/17 10:53:49
Kommentar löschenIch würd mich besonders für Malick oder Allen freuen. Scorsese hat sowieso immer einen verdient, aber es wird wohl Hazanavicius.
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Sigmund 2012/02/17 09:41:27
Kommentar löschenHm, jeder der Genannten hat in seiner Laufbahn schon wesentlich interessantere Werke abgeliefert (Hazanavicius mal ausgenommen). Bei Scorsese und Malick lässt sich sogar die Meinung vertreten, es sei deren jeweils schwächste Regiearbeit überhaupt.
Also bin ich für Woody Allen, auch weil er das seltenste Genre der Filmwelt hochhält: die intelligente Komödie.
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Le Samourai 2012/02/17 09:40:13
Kommentar löschenWirklich alle, nur nicht Hazanavicius. Der wirds aber unter Garantie werden, da die Academy äußerst selten Bester Film & Regie aufteilt.
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Andy Dufresne 2012/02/17 09:20:36
Kommentar löschenIch glaub zwar nicht dran,ich hoffe es ganz stark und ich hab bei der Oscareinschätzungssache hier auf MP auch auf ihn gesetzt: Malick (endlich!)!!!
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Andy Dufresne 2012/02/17 10:16:58
Antwort löschenSo wird es sein.
Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt und ich hab ja,wie oben schon erwähnt, Malick hier im Gewinnspiel getippt, so als mein eigener Versuch einer Butterfly-Effect-selffullfillingprophecy sozusagen...:D









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