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Was ist Kunst und was ist Pseudokunst?

guggenheim (Nils Pape), Veröffentlicht am 08.08.2012, 08:50

Filme, Schauspieler, Regisseure, Genres – es gibt zahlreiche Themen, zu denen die moviepilot-User etwas zu sagen haben. S.Bendix hat für seinen Text allerdings etwas Grundsätzlicheres gewählt.

Robert Pattinson in Cosmopolis Robert Pattinson in Cosmopolis © Entertainment One

Seit geraumer Zeit fällt mir im Bereich sowohl der professionellen als auch Amateur-Filmkritik ein Trend auf: Der Trend zur Nutzung der Begrifflichkeiten „Pseudokunst“ und „Pseudointellektualität“ in Bezug auf nahezu alles, das mittels gängiger Determinationen nicht erfasst werden kann; damit einhergehend die implizite Gleichsetzung der Begriffe „Forderung“ und „Überforderung“, der Unwille, sich irritieren zu lassen sowie eine scheinbar klare Definition davon, was denn nun „echt“ und was nur „gewollt“, also „Pseudo“ ist.

Die Frage könnte nun lauten: Wer bestimmt, was Kunst ist und was Pseudokunst? Dringlicher scheint für mich aber die Frage zu sein: Wenn alles Pseudokunst ist, was ist dann noch Kunst? Wenn es keine Irritation mehr gäbe, würde das Medium Film dann nicht auf der Stelle treten?

Zunächst ein kleiner Exkurs zum Thema „Filmkunst“ bzw. der Wahrnehmung des Mediums Film als Kunstform: Im Gegensatz zu anderen narrativen und darstellenden Kunstformen der letzten Jahrhunderte, allen voran die Literatur und die Malerei (und mit beiden verbindet der Film zweifelsfrei eine enge Verwandtschaft), ist es dem relativ jungen Medium Film nie gänzlich gelungen, auch in der Breite als „Kunstform“ wahrgenommen bzw. akzeptiert zu werden; oder so: Wer sich für Literatur und Malerei interessiert, dem haftet automatisch der Ruch des Intellektuellen an. Wer sich für Filme interessiert, der will vermutlich unterhalten werden. Was sicher damit zusammenhängt, dass es der Film aufgrund seiner Mehrdimensionalität – der Zusammensetzung aus narrativen, visuellen, akustischen und darstellenden Aspekten – schon immer leichter hatte, entsprechend genutzt zu werden; hinzu kommt das Moment der Gemeinsamkeit, des Zusammenseins im Kino: Bis zu 200 Menschen können gleichzeitig am selben Werk teilhaben, Abend für Abend. Anders als ein Theaterstück, das von seiner Unwiederholbarkeit lebt, überregional und grenzübergreifend. Damit war der Film von Anfang an das perfekte Massenmedium; und in dieser Funktion schon früh ein Opfer der Vorstellungen davon, was ein Film zu „leisten“ hat – und was besser nicht.

Zum Vergleich: Niemand würde am Buch als Kunstform zweifeln, weil eben die „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer Bücher sind. Und ebenso würde niemand Marcel Prousts siebenbändiges Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ dafür kritisieren, dass es sich erlaubt, abzuschweifen und frei zu assoziieren (und dazu einlädt); eine Qualität, die der Literatur an sich inhärent ist (sich vom „Plot“ zu entfernen, den Roten Faden so zu benutzen, wie er gedacht war: Als verbindendes Element, zu dem man ab und an zurückkehrt), im Film meist aber nicht erwünscht. Ein anderer Vergleich: Ein gemaltes Bild gilt längst nicht mehr nur dann als „künstlerisch wertvoll“, wenn es wahlweise eine Waldlandschaft oder eine Obstschale zeigt. Vielmehr gilt diese Vorstellung als hoffnungslos anachronistisch und obsolet.

Was mich dabei verwundert: Die Stärkung der Wahrnehmung des Films als ausschließliches Entertainment-Objekt rührt längst nicht mehr nur vom Gelegenheits-Kinogänger her, sondern auch vom Cineasten selbst. Ein paar Beispiele aus jüngerer Zeit: Die „Faust“-Adaption von Aleksandr Sokurov; ein kühnes und eigenwilliges Werk, das sich zu seiner übergroßen Vorlage würdevoll verhält, ihr gleichzeitig aber mit dem nötigen Mangel an Respekt begegnet, um sie von dem hinderlichen Dogma der „Unantastbarkeit“ zu befreien (so legt er Mephistopheles Sätze in den Mund, die Goethe ursprünglich Dr. Faust sprechen ließ). Vielleicht die erste relevante „Faust“-Verfilmung seit Murnaus Stummfilm von 1926; aber eben auch: Assoziationsreich, schwierig, in knapp zwei Stunden so wenig linear wie ein zweihundert Seiten umfassender Roman. Prädikat: „Pseudokunst“.

Ein weiteres Beispiel: David Cronenbergs Cosmopolis. Einerseits vielleicht die Definition einer „werkgetreuen Adaption“ (ganze Dialogpassagen wurden wortwörtlich übernommen), andererseits nicht weniger fordernd. Während die Vorlage von Don DeLillo fast einhellig gerühmt wurde, findet die Verfilmung von David Cronenberg kaum Freunde. Rezipienten des Films bemängeln all das, was Rezipienten des Romans 2003 noch euphorisch stimmte – allen voran die Dialoge. „Pseudointellektuell“ sei die verbale Assoziationskette über das Wesen des Kapitalismus, den Zusammenbruch des westlichen Systems, die Unmöglichkeit der Kommunikation angesichts verfallender Sicherheit und Zukunftsangst – durchdekliniert an der Figur des Multimilliardärs Eric Packer (der mit voller Absicht als „Symbolfigur“ angelegt ist), der in seiner Luxuslimousine, in deren Innenraum sich ein Großteil des Films abspielt, zum Friseur fährt und durch das Sicherheitsglas der Wagenfenster den Untergang beobachtet. Wer diesem Szenario mit den üblichen Bewertungs und -Anforderungsschemata begegnet und hofft, der Film werde mit zunehmender Spielzeit „vielleicht noch spannender“, wird freilich enttäuscht; dabei muss man Cosmopolis natürlich nicht für einen guten Film halten – und doch ist er einer der wenigen dieser Tage, die dazu in der Lage sind, neue Räume zu eröffnen.

Ein letztes Beispiel: Lars von Triers Melancholia. Ein Film über den Untergang der Erde durch die Kollision mit dem titelgebenden fiktiven Planeten. Für viele, die den Film sahen, war er de facto schon nach acht Minuten vorbei – in jenem Moment, in dem Lars von Trier vermeintlich „das Ende verriet“, indem er die Kollision bereits während des achtminütigen, von Richard Wagners „Tristan & Isolde“-Prelude untermalten Prologs (einer der atemberaubendsten Kinomomente, die überhaupt vorstellbar sind; von so manchem für „Pseudokunst“ gehalten) zeigte. Eine bewusste Entscheidung von Triers, um eben jene vorgefertigten Rezeptionsmuster zu durchbrechen: In einem Interview wies er zu Recht darauf hin, dass sich doch auch einige Millionen Kinozuschauer den neuen James-Bond-Film ansehen würden – obwohl doch klar sei, dass er, James Bond, am Ende überlebt. Entscheidend sei dabei das „wie“, nicht das „ob“. Das Vorausschicken des Ausgangs als Versuch, einen eigenen Rahmen für die Sichtung zu schaffen – die Spannung und das Interesse aus dem zu ziehen, was man sieht und nicht aus dem, was noch gezeigt werden könnte. Hinzu kam ein sehr literarischer Kniff in der Inszenierung: Die konkrete Einteilung in zwei Filmhälften, von denen die erste ausschließlich der Vertiefung der Figuren dient und noch nicht im Geringsten auf die kommende Apokalypse verweist. Darauf mochte sich so mancher nur ungern einlassen; „Pseudokunst!“, wurde proklamiert. Und für diese Herangehensweise gibt es unzählige weitere Beispiele. Selbst der fünffache Oscargewinner The Artist wurde „Pseudokunst“ genannt – allein aufgrund der Tatsache, dass sich hier ein Regisseur im 21. Jahrhundert auf eine Erzählform besinnt, die Anfang des 20. Jahrhunderts überhaupt erst den Beginn der „Ära Film“ einläutete und deshalb als längst überholt gilt: Den Stummfilm.

Wirft man einen Blick auf den Rezensionsfundus der Cinema, erwiesenermaßen „Deutschlands meistgelesene Filmzeitschrift“, wird nur allzu transparent, dass die professionelle Filmkritik durchaus ihren Teil zu diesem Dilemma beiträgt. Natürlich gilt dies nicht für die professionelle Filmkritik schlechthin; einem Abonnenten des Filmmagazins „Schnitt“ jedoch kann bereits im Voraus ein gewisser Grad an Aufgeschlossenheit attestiert werden, da jene Zeitschrift durch die Behandlung eher abseitiger Themen sowie zum Teil sehr ausführlicher, gern essayistisch gehaltener Artikel bereits eine entsprechende Zielgruppe adressiert. Die Cinema hingegen, dank ihrer Popularität ein Zentralorgan der hiesigen Filmrezeption, macht immer wieder vor, wie das geht: Einem vermeintlich oder tatsächlich „schwierigen“ Film eine weitergehende Betrachtung zu verwehren, Adjektive wie „deprimierend“ oder eben „schwierig“ per se negativ zu konnotieren und sie dadurch zu stigmatisieren. So wurden viele – zumindest vom Schreiber dieser Zeilen – für interessant und außergewöhnlich befundene Filme der letzten Jahre mittels zumeist eher schlichter Argumente und auf stark begrenztem Raum mit einem Quer oder Abwärtsdaumen abqualifiziert: Cosmopolis überfordere den Zuschauer intellektuell, Faust-2 sei eine bedeutungsschwere Klassikeradaption, die es nicht schaffe, „den spröden Text für jüngere Zuschauer zu erschließen“. Melancholia wiederum wurde nach der obligatorischen Abhandlung des Nazi-Skandals von Cannes „(…) als Film für anstrengend genug“ befunden – das „mystische Trauerspiel“ ziehe sich über gefühlte fünf Stunden, die schönen Bilder führten in ein „ästhetisches Nirwana“. „Dazu wackelt ewig die Handkamera, am Ende ist Dunkelheit“. Schlussempfehlung nach wenigen Zeilen: Wer noch nicht depressiv sei, es aber gern werden würde, der solle sich doch Melancholia ansehen. Mit Antichrist wiederum habe sich Lars von Trier keinen Gefallen getan, da er „verkopft“ und „symbolüberfrachtet“ sei.

There Will Be Blood hingegen komme „ziemlich sperrig daher“, sei „leider etwas überlang“ und „ein Film ohne emotionales Zentrum“. Godards Film Socialisme sei – wie überhaupt all seine Werke „seit Jahrzehnten“ – ein Film, den „niemand mehr versteht“, „dadaistisches Gestammel eines durchgeknallten Intellektuellen“. Daumen nach unten. Ulrich Seidls Import/Export bringe den Zuschauer – ebenso wie dessen Protagonisten – zum Seufzen. 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage wird aufgrund seiner „Ästhetik des Kunstlosen“ als „verspäteter Dogma-Film“ bezeichnet (wenngleich er auch diversen Regeln des „Dogma ’95“-Manifests eklatant widerspricht), der nur Verdruss auslöse, Bertoluccis Die Träumer sei ein „pseudo-tiefsinniges Drama über jungfräulichen Sex“.

Diese Liste ließe sich beliebig fortführen – doch allein an diesen wenigen und willkürlich ausgewählten Beispielen lassen sich die Konventionen und widersprüchlichen Maßstäbe ablesen, die symptomatisch für die mehrheitliche Negation des Begriffes „Filmkunst“ stehen. Ein Film wie Antichrist entsteht selbstverständlich nicht aus dem Bauch – wie könnte man ihn also für seine „Kopflastigkeit“ kritisieren? Ist die Feststellung der intellektuellen Überforderung des Zuschauers durch Cosmopolis, überspitzt ausgedrückt, nicht eine infame Unterstellung? (Und selbst wenn: Weshalb sollte dies aussagekräftig in Bezug auf die filmische Qualität von Cosmopolis sein? Weil er den Intellekt „fordert“?) Warum sollte eine filmische Adaption die zu Grunde liegende klassische Vorlage „den jüngeren Zuschauern nahebringen“, wenn dies doch offensichtlich nicht deren Intention ist? Und: Darf ein Film, der sich primär mit der Symptomatik und den Auswirkungen einer Depression auseinandersetzt, nicht auch ein wenig deprimieren?

Was mich selbst betrifft: Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, irgendjemandem meine Sichtweise auf das Medium bzw. die Kunstform Film aufzudrängen. Auch jedweder Elitarismus ist mir fern. Mein Anliegen besteht darin, es dem Film ein wenig mehr zu ermöglichen, sich als Kunstform emanzipieren zu können – denn darauf hat er ebenso ein Anrecht wie die Zuschauer auf dessen beständige Funktionalität als Unterhaltungsmedium. Die Zeit der großen Revolutionen ist vorbei, im Kleinen gibt es sie aber immer noch: Filme, die irritieren, provozieren, verunsichern, herausfordern, abstrahieren, den Horizont erweitern, neue Sichtweisen eröffnen. Mit vielen davon lohnt sich gerade deshalb eine nähere Beschäftigung; dies gilt auch (oder gerade) für diverse Filme aus der Vergangenheit. Wenn nachfolgende Generationen von Kinogängern schließlich, sagen wir, einen Film von Luis Buñuel zum „Pseudokunstwerk“ ernennen, weil er „keine richtige Geschichte erzählt“, hat die Filmkunst vielleicht verloren, bevor sie überhaupt außerhalb einer Nische wahrgenommen werden konnte.


Vorschau: Nächstes Mal steht der Aufstieg einer Firma im Mittelpunkt.


Dieser Text stammt von unserem User S.Bendix. Wenn ihr die Moviepilot Speakers’ Corner auch nutzen möchtet, dann werft zuerst einen kurzen Blick auf die Regeln und schickt anschließend euren Text an ines[@]moviepilot.de


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Kommentare

über Was ist Kunst und was ist Pseudokunst?


Max Cady

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also mir gefällt dieser kommentar überhaupt nicht. man hätte das auch um die hälfte kürzen können und hätte immer noch die aussage haben können, dass man sich schwierige oder experimentelle filme angucken soll und diese kunst sind. "Niemand würde am Buch als Kunstform zweifeln, weil eben die „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer Bücher sind."
natürlich gibt es leute die diese propaganda als trivialliteratur sehen und ihr die kunstform absprechen. also bücher wie twilight, die tribute von panem oder shades of grey.
" Ein gemaltes Bild gilt längst nicht mehr nur dann als „künstlerisch wertvoll“, wenn es wahlweise eine Waldlandschaft oder eine Obstschale zeigt. Vielmehr gilt diese Vorstellung als hoffnungslos anachronistisch und obsolet." was ist mit den fotorealistischen naturdarstellungen von gerhard richter? der zweifellos einer der renommiertesten künstler unserer zeit ist. da käme wohl niemand auf die idee das als überflüssig oder veraltet zu bezeichnen.
"Die Zeit der großen Revolutionen ist vorbei, im Kleinen gibt es sie aber immer noch". ich finde es sehr betrüblich das der autor so denkt. wo hat er das aufgeschnappt? vielleicht francis fukuyama "das ende der geschichte".ich kann autoren nennen die es anders sehen. allen voran slavoj zizek, howard zinn, chantall mouffe. ich finde also diese aussagen viel zu oberflächlich und unkritisch.

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jimmey11

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Was bitte haben die über 'There Will Be Blood' gesagt? Mistkerle!

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karma-karman

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Also ich konnte mit DeLillos "Cosmopolis" wirklich nichts anfangen... Meiner Meinung nach ein total überbewertetes Buch.

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Cameron

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Absolut fantastischer Artikel! Genau das ist es, was moviepilot braucht! Vielen Dank.

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jacker

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Text einer der besten (sowohl inhaltlich als auch sprachlich) ist die ich hier bis jetzt gelesen habe!
Großartige Beispiele wurden gewählt und die kernaussage teile ich uneingeschränkt!

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Dox

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Kann mal jemand solche Artikel der letzten Wochen an duffy schicken? So langsam kann sich der Alte doch mal wieder blicken lassen hier.

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Snowfall

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WORD!

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Joeyjoejoe17

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Einer der besten Texte, die ich in der Corner bisher lesen durfte!

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Bloodmind

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Ein sehr guter, interessanter Artikel, der auch noch durch ein sehr hohes sprachliches Niveau glänzt - Bitte mehr davon!

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S.Bendix

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Dankeschön! Ein weiterer Text ist in Arbeit.


xTimmaex

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Spoilerphobia ist die weitverbreitetste Krankheit unter modernen Filmfans. Wenn sie wissen, was in einem Film passiert, hat er anscheinend keinen Wert mehr.

Filme werden mehr konsumiert als gefühlt oder bewusst wahrgenommen, was durch die immer größere Verfügbarkeit (Kino.to oder auch legales Streaming) nur noch verstärkt wird. Das ganze ist auch nicht generationenbezogen, denn ich sehe es bei jungen "ADS-Opfern" genauso wie bei älteren "CSI/Reality-TV-Konsumenten".

Unsere Medienkultur besteht in erster Linie darin, einen bestimmten "Unterhaltungslevel" dauerhaft aufrecht zu erhalten (vor allem das Fernsehen, die wohl folgenschwerste Erfindung des 20. Jahrhunderts). Wir leben praktisch nur noch an der Oberfläche und rennen wie ein Heroinjunkie von einem Fix zum nächsten. Wenn ein Film dann auf einmal einen auf Metadon macht und nur ein schwächer wirkendes Imitat ist, das versucht uns von der Kurzweiligkeitsdroge ab und wieder zu Besinnung, Ruhe und Konzentration zu bringen, müssen wir dagegen rebellieren, schließlich würden wir ohne Ablenkung realisieren, was aus der Menschheit geworden ist und das ist ohne Zynismus schwer zu ertragen. Da bleiben wir lieber auf Droge und machen uns über die lustig, die sich dauernd über alles Gedanken machen, denn die haben ja schließlich keinen Spaß mehr am Leben. Die Oberfläche ist doch so einfach, warum sollte man sie je verlassen?

Film ist DIE Kunstform unserer Zeit und sie kann viel mehr als einfach nur schnell 2 Stunden totzuschlagen.

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Narrisch

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Mit tut der Kopf vom denken weh.

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Filmkenner77

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Sehr guter Text. Ich bin ja ein Stammleser der Cinema, aber ich muss auch zugeben, dass die einen Hang dazu haben, vor allem Blockbuster-Produktionen in der Regel deutlich besser zu bewerten als Arthouse-Kino.

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BaltiCineManiac

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Mit das Beste, was ich hier seit Langem gelesen habe!

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dAJaro

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Armer S.Bendix =(


xTimmaex

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Oh, guggi postet die Dinger nur. :) Dann Respekt an Mr. Bendix! Einer der besten Texte die ich hier je gelesen hab.


mikadoapache

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finde den artikel etwas an der realität vorbei - das medium film hat sich schon längst als kunstform etabliert, eigentlich schon seit den 20er jahren, und wird auch mehrheitlich so wahrgenommen, beweise dafür gibts genug - nur das zeilenfüllende Geschwafel von WC-Magazinen wie Cinema is halt keiner davon - da wären als gegenüber zumindest paar unabhängige quellen für filmkritiken interessant gewesen - insofern auch ziemlich einseitiger artikel

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S.Bendix

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In den 20er Jahren war der Film gerade dabei, sich von seinem Image als "Jahrmarkts-Attraktion für die Unterschicht" zu befreien. Zu dieser Zeit war die Diskussion, sofern es sie denn gab, grundsätzlicher, weil der Film als Medium (als Kunstform erst recht) noch in den Kinderschuhen steckte; zumindest als solches muss er sich heute nicht mehr etablieren. Die Cinema habe ich bewusst gewählt, weil sie die meisten Menschen erreicht - und man darf, WC-Magazin hin oder her, davon ausgehen, dass der Kauf einer CINEMA-Ausgabe zumindest ein gewisses Grundinteresse am Medium Film voraussetzt. Und unter diesem Gesichtspunkt habe ich auch meinen Text geschrieben: Natürlich wird der Film als Kunstform wahrgenommen. Von bestimmten Rezipienten, die sich auf eine bestimmte Art und Weise mit ihm auseinandersetzen. Nicht aber in der Breite.


mikadoapache

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ok dann haben wir verschiedene wahrnehmungen - imo wird film als kunstform sehr wohl in der breite wahrgenommen, es gibt jedes jahr hunderte von filmfestivals und jeder film, der nur in den verdacht kommt, künstlerisch ansprechend zu sein, wird auch dem entsprechend beworben - im tv sowie kino,dvd gleichermassen
und cinema sehe ich in sachen filmkritik einfach als ungeeignet an - dir kritiken sind gekauft, nicht objektiv, nicht unabhängig - ich schätze mal die meisten kaufen sich cinema nur wegen der rahmendaten - erscheinungsdatum, handlung, cast, bilder


Sumsi79

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Toller Text, Danke dafür!

Im Übrigen, viele Kritiker und welche die es werden wollen, sind geradezu besessen davon Logiklöcher in Filmen auszumachen, das kann mitunter ganz schön nerven. Viele Filme haben aber gar nicht den Anspruch eine wissenschaftliche Abhandlung über ein bestimmtes Thema zu sein, sondern wollen nur etwas darstellen. Emotionen, die äußere Form oder auch nur eine bestimmte Aussage, die rüberkommen soll, stehen im Vordergrund.

Wen interessiert da schon wie der Planet "Melancholia" in unser Sonnensystem gekommen ist oder wie es Batman von einem Ort zum anderen geschafft hat? Kunst muss nicht logisch sein.

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lieber_tee

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http://www.moviepilot.de/news/tyrannei-der-logik-oder-die-fantasielosen-nerds-116179


S.Bendix

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Danke und gerne!

Den Rest unterschreibe ich gänzlich. Eine höchst unangenehme und kontraproduktive Eigenart, dieser Logik-Fanatismus; ständig die Logik eines Films zu hinterfragen bedeutet, eine der charakteristischsten, fundamentalsten Eigenschaften des Kinos - nämlich, überhaupt nicht logisch (oder "realistisch") sein zu müssen - ins Gegenteil zu verkehren und sie einer negativen Neubewertung zu unterziehen. Das Kino schafft sich seine eigene Logik; wer das nicht mag, kann das Kino nicht mögen.

Ein amerikanischer Filmkritiker sprach einst Francois Truffaut auf dessen Vorliebe für den in den USA seinerzeit verpönten Alfred Hitchcock an, speziell auf "Das Fenster zum Hof". "Sie mögen "Rear Window", weil Sie New York nicht kennen, weil Sie Greenwich Village nicht kennen". Truffaut antwortete: "Rear Window' ist kein Film über Greenwich Village, sondern ein Film über das Kino, und ich kenne das Kino."

Dies lässt sich problemlos auch auf den ewigen Logik-Diskurs anwenden.


FredFuchs

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Wertvollster und gleichzeitig interessantester Beitrag den ich bisher auf MP gesehen habe !!Die breite denunzierung zur reinen Unterhaltung ist einerseits foerderlich, gleichzeitig aber auch das groesste Problem, dass das Medium plagt - sehr diskussionswuerdig und ueberaus facettenreich, hier wunderbar angeschnitten.

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S.Bendix

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Vielen Dank!
Ich verstehe nur nicht, in welcher Hinsicht eine Denunzierung überhaupt förderlich sein könnte - außer für den Denunzianten?


Markbln

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Kritiker sind meist verhinderte Künstler, das weiß jeder. Deshalb machen ihnen Verrisse mehr Spaß als Lobhudeleien.

Teile des Artikels sind jedoch auch rein subjektiv (besonders um Herrn von Trier herum).
Ich zum Beispiel halte die zitierten Szenen nur für (schönen) Kitsch, würde mir aber nicht anmaßen, es "Pseduokunst" zu nennen. Dein Argument, "Die konkrete Einteilung in zwei Filmhälften, von denen die erste ausschließlich der Vertiefung der Figuren dient und noch nicht im Geringsten auf die kommende Apokalypse verweist. Darauf mochte sich so mancher nur ungern einlassen" sehe ich ebenfalls anders. Der Mangel an klugen Dialogen und Glaubwürdigkeit der Personen ist ein elementares Manko, das für viele "Melancholia" nicht wirklich zu einem großen Werk macht.

"Pseudokunst" wird häufig genauso eingesezt wie "Meisterwerk", beides zeugt oft nur von Hilflosgkeit der Kritiker.
Insgesamt aber interessante Reflexion und sehr schön, einen so gut strukturierten und formulierten Text hier zu lesen.

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Markbln

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Thats the point! Ich habe schon oft aus Verrissen für mich gelesen: Wow, das muss ich sehen. Ich erinnere mich gerade an "Starship Troopers" der damals allen Ernstes bei der dummern deutschen Kritik als "faschistoid" abgekanzelt wurde. Was für ein Spaß!


Markbln

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@bendix
aber sicher hat er was mit deinen Reibungspunkten zu tun, denn du hältst den Kritikern des Films ja schon vor, "darauf mochte sich so mancher nur ungern einlassen", auf das Konzept von Triers. Und ich sage, die Idee ist nicht so spektakulär oder neu, dass sie das magere Script ausgleichen könnte. Der überwältigende vuisuelle Eindruck bleibt bei mir am ehesten hängen. Immerhin - nicht schlecht für die Kunstform Film.


Yvonne_Kol

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Großartiger, eloquenter Artikel der einem aber auch auf schmerzliche Weise vor Augen führt, dass "intellektuelle" Themen bei Moviepilot verstärkt von MP-Usern übernommen werden müssen, während sich die Redaktion zunehmend darum bemüht mit ihren Beiträgen dem Mainstream-Geschmack gerecht zu werden...

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Kubrick_obscura

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Neben "Pseudo" gibt es auch noch die schwammige Formulierung "prätentiös". Genauso nervig!

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Geralt von Riva

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Prätentiös klingt aber cool.


Punsha

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Niemand wird mich um das Wort bringen, wenn mir der Godard wieder auf die Eier geht.


SiameseAlex

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Sehr eloquent! Sehr gut recherchiert und überdacht!

Allerdings zeigt das Zurückrudern im letzten Absatz auch unweigerlich die Schwächen auf solchem Terrain: Sobald man selbst eine Festlegung in eine Richtung trifft und ein Machwerk kritisiert (sei es positiv oder negativ oder wertungsfrei [was es nicht gibt, da in der Auswahl der Kriterien bereits eine Wertung steckt]), spricht man selbst dem Film als Ganzes einen Willen zu. Der in diesem Text verwendete Sinn von »Pseudo« als »Gewollt« lässt sich dann ohne weiteres auch auf den eigenen Text projezieren.

Aber so ist das nunmal, leider. Ich würde »Pseudo« eher versuchen als »Inkonsequenz« zu fassen - auf welcher Ebene auch immer. Dadurch erhält man Zugang zu Werken allgemein und kann im Text beschreiben, was man denn als konsequent empfunden hat und wie man es letztlich bewerten will.

Aber zu deinem Stil: TopTopTop! Fesselnder Text vor allem!

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S.Bendix

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Du sprichst etwas Wichtiges an, wovon ich hoffte, dass es niemandem auffällt. Das, was du als "Zurückrudern" interpretierst, war als diplomatischer Endpunkt gedacht, um die Basis für eine konstruktive Diskussion zu schaffen und Kommentare der Art "Muss ich mich jetzt entschuldigen, weil ich den Film XY nicht mochte?" zu vermeiden. Trotzdem verwässert der Schlussteil letztlich Form und Aussage, worüber ich mich schon seit Tagen insgeheim ein wenig ärgere.
Dennoch vielen Dank!


Tyler__Durden

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Im Artikel sagst du es schon sehr gut. Film ist eben durch seien Vereinnahmung von vielen anderen Kunstformen unglaublich populär geworden bei jeglichen Klassen. Dies ist dann eben auch das Problem. Nicht etwas das es von Zeit zu Zeit zu einer Industrie geworden ist in welcher ganz legitim versucht wird zuallererst einmal Geld zu machen und nicht Kunst sondern die Tatsache das sich die (filmischen) Techniken welche sich über die Jahre hinweg in dieser Industrie zur Norm entwickelt haben, nun auch beim kollektiv zur Norm der gesamten Kunstform Film geworden ist. Die Auswirkungen davon sind dann eben solche Reaktionen. Und solche Worte. Die Tatsche das "pseudo-xy" ein haltloses Kriterium ist und nicht selten dann auch ohne Argumente als end-of-it all Wort ausgeführt wird macht das alle dann natürlich noch nerviger. Ist nicht schön, sollte man aber als Zuschauer der noch etwas Respekt vor dem bewegten Bild hat so weit es geht Ignorieren. Solche Leute tun der Form nur weh.

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Tyler__Durden

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Hast mich falsch verstanden. Respekt heißt hier nicht "alles zu loben" oder unreflektiert stehen zu lassen. Man kann es immer noch doof finden. Nur sollte man nicht sofort Mutmaßungen aufgrund einer negativ gestimmten Erfahrung anstellen und sofort jeglichen Wert des Werkes durch die Benutzung der oben genannten Wörter verneinen. Denn genau tun diese meiner Ansicht nach. Verstanden?


SiameseAlex

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Ja, besser! Danke!


aberaber

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Sehr guter Artikel!
Ich habe allerdings manchmal das Gefühl, etwas muss nur langweilig, anstrengend und unverständlich genug sein und schon ist es große Kunst...
Einen Menschen zu unterhalten ist sehr viel schwieriger, als ihn zu langweilen.;-)

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S.Bendix

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Nein. Aber bei entsprechender Aufgeschlossenheit kann es passieren, dass ein Film plötzlich gar nicht mehr anstrengend und langweilig ist.


BigDi

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Schön. Wobei man gerade bei "Antichrist" darüber streiten könnte, ob der nicht über weite Strecken tatsächlich "aus dem Bauch" entstanden ist, was aber nichts daran ändert, dass der Film einer ganz tiefen Auseinandersetzung seitens des Zuschauers bedarf.

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Jenny von T

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Genau das dachte ich mir beim Lesen des Artikels auch. ANTICHRIST ist für mich eigentlich der Inbegriff eines intuitiven und eben überhaupt nicht verkopften Films.


Punsha

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Fantastischer Text und bester Artikel der Corner bisher!
Nur lebt eben besonders Kunst davon, dass man sie subjektiv betrachtet. Also verzeih mir, dass ich mit "Melancholia" genauso wenig anfangen kann wie mit Godard.

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Punsha

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Hihi. Auf die Frage hab ich ehrlich gesagt gewartet. Hab letztens noch "Außer Atem" und "Alphaville" gesehen, bin mir aber über die Bewertung aus ich denke dir bekannten Gründen noch im Unklaren.


fkfilmkritik

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"Ausser Atem" fand ich überraschend zugänglich und schön, wenn auch Jump-Cuts und Handkamera freilich etwas gewöhnungsbedürftig sind. :)


Iamthesword

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Ich habe selber jahrelang die Cinema gelesen und habe aus den von dir genannten Gründen damit aufgehört......

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Filmromantikerin

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Sehr interessantes Thema, über das man endlos diskutieren könnte!
Aber bei Büchern und Malerei ist es m. M. n. doch auch genauso. Bei Malerei gibt es oft genug Diskussionen mit Aussagen à la "Das soll Kunst sein?! Das könnte doch ein Dreijähriger malen!" oder es gibt auch z. B. Bücher (vorwiegend aus dem Bereich der Belletristik), die eigentlich nur dazu da sind, so vielen Menschen wie möglich, die vielleicht auch sonst nie ein Buch in die Hand nehmen würden, eine leichte Urlaubslektüre zu bieten.
"Mein Anliegen besteht darin, es dem Film ein wenig mehr zu ermöglichen, sich als Kunstform emanzipieren zu können – denn darauf hat er ebenso ein Anrecht wie die Zuschauer auf dessen beständige Funktionalität als Unterhaltungsmedium." - Da bin ich ganz deiner Meinung!
Das hat mich letztes Semester sehr gefreut, als wir im Studium in einem Wahlfach Literaturverfilmungen besprochen hatten und dabei aber Buch und Film jeweils als eigenständiges Werk auf gleicher Ebene analysiert hatten und ich hoffe, dass sich das weiter herumspricht, dass es spannend sein kann, einen Film mal aus einer anderen Perspektive als der der "bloßen" Unterhaltung zu betrachten.

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Filmromantikerin

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Naja, das sehe ich alles etwas optimistischer ^^ Z. B. habe ich in der Schule einige gute Filme entdeckt, die ich heute noch gern ansehe und mich störte es überhaupt nicht, sie mit meinen Schulkollegen zusammen anzusehen (natürlich gibt es auch genügend Beispiele, die deine Meinung bestätigen, allerdings haben wir öfters auch ohne jeden Zusammenhang zum Unterricht einen Film angesehen und das waren meistens die besten ^^).
Und das mit dem Kurs meinte ich eigentlich auch positiv, denn ich habe dadurch das Gefühl, dass Film als Kunstform langsam, aber doch immer mehr etwas ernster genommen wird, zumindest im wissenschaftlichen Bereich. Ich hatte ja erwähnt, dass wir die Filme auch als unabhängiges Werk zu der literarischen Vorlage und nicht als bloße Umsetzung dieser mit Augenmerk auch auf die filmischen Elemente wie Licht/Schatten, Raum, Schnitt usw. besprochen hatten und das ist m. M. n. in einem Germanistik-Studium, wo die Sprache und Literatur im Vordergrund stehen, momentan nicht zwangsläufig zu erwarten. Und im Zuge der Intermedialiät, unter dem Thema auch der Kurs stand, haben Literatur, Malerei und Film schon immer gegenseitig aufeinander Bezug genommen und das finde ich gerade spannend, weil für mich stehen alle drei auf einer Ebene und ich persönlich stelle keines über das andere. Inzwischen gibt es auch soviel ich weiß, eigene Studienrichtungen und Hochschulen, allein für den Film, nur leider halt noch zu selten. Das es noch ein langer Weg ist, da stimme ich dir definitiv zu, aber wie du sagst, waren Bücher und die Malerei nun mal vorher da. Die ersten Schritte sind ja doch m. M. n., eine neue Kunstform mit alt-bekannten in Beziehung zu stellen, um sie auf dieser Ebene den Leuten vertrauter zu machen. Ich hatte mir vor diesem Kurs noch nie so viele Gedanken über den Aufbau in Verbindung mit der Intention eines Filmes Gedanken gemacht und kenne mich zumindest ein wenig besser mit Begriffen aus, mit denen ich vorher nicht viel anfangen konnte.


S.Bendix

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Oh, das habe ich auch so verstanden - die Sache mit dem Kurs. Ich sprach in Abgrenzung von deinem Positiv-Beispiel von meiner negativen Wahrnehmung, die ich mir in meiner Schulzeit aneignete und aus Erzählungen heraus. Wie du es beschrieben hast, klingt es annähernd so, wie es weit öfter sein müsste. (Oder wie es zum Teil bereits ist? Wie gesagt, meine Erfahrungen sind einige Jahre alt).
Natürlich ist es sinnvoll, den Film mit anderen - älteren - Kunstformen in Beziehung zu setzen; das tat ich ja ebenfalls in meinem Text. Ich stelle ebenfalls keine davon über die jeweils andere, bloß setze ich mich für den Film mehr ein, weil dies schon genug andere für die Literatur, die Malerei oder das Theater tun bzw. getan haben.
Aber danke für den kleinen Einblick in dein Germanistik-Studium von einem, der schon seit geraumer Zeit darüber nachdenkt. ;)


freekland

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Das Lesen war ein Genuss. Vielen Dank. Bitte mehr davon.

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S.Bendix

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Danke auch an dich!


FranklinFlyer

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Guter Text!

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Martinmartin

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Wenn ich einen Film so überhaupt nicht verstehe (Inland Empire oder Antichrist als Beispiele, die mich eher ratlos zurücklassen) konzentriere ich mich lieber auf Aspekte, die ich nachvollziehen kann und vielleicht durchaus gelungen finde. Dieses "es könnte ja auch gut sein?" will nie ganz aus dem Hinterkopf verschwinden. Filmkritik ist immer subjektiv, keine Frage, aber eine festgefahrene, persönliche Interpretation geht da nochmal einen Schritt weiter und ist (meiner Erfahung nach) selten ein hilfreicher Wegweiser für andere (wofür ja auch moviepilot und sein Wertungssystem gedacht ist).
Bevor man also "Pseudo" brüllt, sollte man sich immer erst selbst hinterfragen.

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morlock

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Den Begriff Pseudokunst lehne ich ab.
Für mich sind so ziemlich alle Filme irgendwie Kunst.
Man muss aber natürlich zwischen hoher und weniger hoher Filmkunst unterscheiden.
Pseudointellektuell bedeutet für mich etwas völlig anderes.
Nämlich dann, wenn im Kern völlig anspruchslose Unterhaltungsfilme versuchen besonders geistreich zu wirken.

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Markbln

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Also sowas wie PROMETHEUS zum Beispiel.


morlock

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Das scheint mir etwas zu hoch gegriffen.
Intellektuell bedeuted ja hochgebildet und Prometheus soll ja kein intellektuelles Kino sein.
Pseudotiefgründig fände ich passender.


Audreyfan

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DAS musste mal gesagt werden :)
Am meisten hat mir ja die Stelle mit den Filmzeitschriften gefallen, weil ich mich selber (zumindest seit ich mich auch für künstleriche Filme interessiere) oft über deren "Kritiken" aufreg.
Der Text ist echt gut geschrieben, danke dafür :)

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Mac_C_Tiro

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Die Bewertungen und Kritiken von "Blättern" wie "Cinema" sind gar nichts im Vergleich zu denen diverser Fersehzeitschriften finde ich^^


Audreyfan

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Oje, damit fang ich erst gar nicht an^^ die Kritiken von denen überles ich mitlerweile, sonst krieg ich irgendwann einen Herzinfarkt :P


dAShEIKO

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Kunst liegt... bekannter Maßen ...im Auge des Betrachters.
UND! Kunst kennt keine Maßstäbe. Deshalb bleibt vielen Sportlern der Zugang zur Kunst verwehrt. Weil sie immer alles in einem Wettstreit sehen müssen. Übrig bleibt nur die Kunst für sich in gute und schlechte abzulegen um dann mit einem anderen Individuum vorzüglich darüber zu streiten.

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mellowtree

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wollte den artikel erst nicht lesen, weil ich der ewigen und aussichtslosen diskussion um den begriff kunst überdrüssig bin... aber dann war es doch nicht so schlimm sondern kompakt, fundiert, pragmatisch, gut :)

ich behaupte dass sich kunst nicht objektiv definieren läßt, und deshalb jede diskussion die kunst zum gegenstand hat ins leere laufen muß. ein netter zeitvertreib für den der gerne diskutiert aber zeitverschwendung für den der sich von kommunikation erkentnisse oder entscheidungen erwartet.

für das große publikum - vertreten etwa durch cinema - ist filmkunst die kunst auf allen ebenen zu funktionieren und etwas zu bieten, wobei narration und unterhaltung als die natürliche und wesentliche grundlage des mediums betrachtet werden auf der sich dann die abstrakteren konzeptionellen ebenen auftürmen. pseudo-kunst ist hier oft das fehlen dieser grundlage. eine durchaus nachvollziehbare haltung. und dennoch: das alles spielt sich in undefinierbaren subjektiven sphären ab.

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morlock

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Kunstfilme müssen überhaupt nicht unterhalten.^^


mellowtree

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da bin ich versucht zu fragen, ob die sogenannte kunst die nicht auf einem konkreteren fundament ruht überhaupt auf das sehr konkrete leben verweist und noch etwas mit uns zu tun hat, oder ob sie dann nicht ungeerdet wie eine wolke im leeren raum schwebt und von der beliebigkeit des windes bestimmt ist ... ;)


xtheunknown

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ein wichtiges thema, danke für den artikel.

cronenberg hat mal gesagt das er es interessant findet wie andere seine filme interpretieren. also auch wen sie völlig von seiner meinung abweichen. so stelle ich mir den umgang mit kunst vor. das ist das was ich an moviepilot (und auch twitter) so mag. sich mal eben verschiedene meinungen anschauen und um einen überblick über ein thema bzw. film zu bekommen.

zu pseudointellektuel fällt mir, mal wieder, nolan ein. "dies ist ein traum und weil das ein traum ist..." man stelle sich vor auf der mona lisa würde stehen wer die frau ist und was das lächeln bedeutet.

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Baumkopf Holzfaust

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Ich denke, die Fähigkeit der Kunstadaption, -rezeption und -identifikation ist in jeder Kunstform direkt abhängig vom Vorwissen des Rezipienten. Dies zum einem in Bezug auf Kenntnis anderer, insbesonderer vorhergegangener Werke, zum anderem aber auch in Bezug auf die Techniken der Metakommunikation. Hier ist der Film - im Gegensatz zu Bild oder Buch - in der komfortablen Situation ein sehr weites Feld beackern zu können und sich prinzipiell jedem intellektuellen Zugang zu öffnen. Dies ist der "Pakt mit dem Zuschauer": Das Publikum des Films ist in der Regel nicht elitär, sondern universell und wirklich gute Filme erheben den Anspruch inter-intellektuell rezipierbar zu sein.

Dennoch ist die Frage: Wann ist Film Kunst und wann ist er "Bloße" Unterhaltung? Dem müsste man aber erst einmal die Frage voraus schicken, was "Kunst" überhaupt ist. Und darüber sind schon Doktoranden gescheitert.

Ich denke, es reduziert sich auf eine Frage: Entwickelt das Werk die Kultur weiter oder wiederholt es bereits bekanntes? Werden neue Wege gegangen und diese auch sinnvoll begründet oder wird nur bekanntes willkürlich variiert?

Die Kultur der einen Generation wird zum Humus der Kultur der folgenden. Keine Generation produziert ihre Kunst in ein Vakuum, sondern aus jedem neu geschaffenem Werk lässt sich wie aus einem Genom die Tradition der vorangegangenen Kunst ablesen - Sei es durch Variation, Adaption, Kombination oder Kontrastierung.

Diese aber identifizieren und entsprechend dechiffrieren zu können impliziert eine Öffnung zu der gewählten Kunstform. Einen "Avatar" kritisieren zu wollen, ohne das Werk Camerons zu kennen, ohne die Strukturen der Geschichte zu kennen und ohne ähnlich thematisierte Werke zu kennen reduziert die Kompetenz auf ein vergleichsweise geringes Niveau.

Am Beispiel "Avatar" wird aber die inter-intellektuelle Rezipierbarkeit des Mediums "Film" deutlich. Er funktioniert für einen 11 jährigen Sonderschüler und für einen 60 jährigen Literaturprofessor. Jedesmal auf eine andere Weise aber dass er für beide Zielgruppen rezipierbar ist, steht außer Frage. Ist dies auch ein Merkmal von Kunst? Ich denke schon.

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Bob Loblaw

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Toller Kommentar, Baumkopf Holzfaust !! Da stimme ich zu !
Auch das prima, dass Du Avatar als Beispiel genommen hast. Filme die universell rezipierbar sind, bekommen oft zu wenig Respekt aus Kritikerkreisen.

Trotzdem finde ich, das auch "schwierige" und "elitäre" Filme ihre Daseinsberechtigung haben. Dort braucht es halt einfach ein bisschen Übung und Geduld... Der erste Bergman-Film ist noch anstregend. Aber ab dem dritten Film, oder so, hat man sich an den Stil gewöhnt und wird mit einem einzigartigen Film-Erlebnis für die investierte Mühe belohnt!


Selcarnor

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Ja, Schande über mich, ich habe auch mal den Begriff >Pseudokunst< verwendet. Zuletzt für >The Tree of Life<.
Doch, wenn ich jetzt mal ehrlich zu mir selbst bin, war es nur eine Umschreibung für >ich konnte mich nicht in die Handlung hineinversetzen bzw. sie hat mich nicht gekümmert<. Ist vermutlich meistens so.

Wie schon gesagt: Kunst liegt bei einem selbst. Einer meiner Lieblingsfilme zum Beispiel: >Walhalla Rising<. Da sprechen auch viele von Pseudokunst, doch ich sehe darin ein tiefschichtiges Meisterwerk, das mein Leben bereichert hat... um es mal zusammengepresst auszudrücken.

Bin ich deswegen dumm oder primitiv? Möglicherwiese, wenn andere unbedingt darauf bestehen. Aber für mich persöhnlich war der Film einfach Kunst und das kann mir keiner ausreden.

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Philisiphie

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Spitze ich wollte gerade schreiben, dass doch "Tree of life" in dem Artikel fehlt!

Ich persönlich hab "Walhalla Rising" noch noch hier liegen da ich Mads Mikkelsen sehr mag. Aber hab ihm aus dem Grund noch nicht gesehen weil ich befürchte, dass ich ihn danach nicht mehr mag! :)


Selcarnor

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Das ist natürlich immer ein ärgerlicher Zwiespalt. Ich werfe einfach immer Blu-Rays oder DVDs so schnell wie möglich nach dem Kauf in den Player, damit solche Gedanken nicht Überhand nehmen.


Mac_C_Tiro

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Ein sehr gut recherchierter Artikel, Kompliment! Denoch denke ich das die darin vertretene Ansicht etwas zu negativ ist. Erstmal ist es für mich mit "Cinema" wie mit der Bildzeitung, keiner den ich ernstnehme liest sowas. Außerdem ist trotz eines feststellbaren "Gleichklangs" in der Filmkritik die Individualität lange nicht so tot wie hier dargestellt. Kunst liegt auch weiterhin im Auge des Betrachters. Auch oder sogar gerade in der Herrschar der "Amateurkritiker" finden sich unterschiedlichste Rezensionen und Bewertungen zu ein und demselben Machwerk. Für mich persönlich stehen die Bewertungen respektierter Bekannter in der Community oder meinem privaten Umfeld ohnehin in weit höherem Kurs als die Meinung sogenannter "Experten" deren verkopfte und auf altbackenen Erfahrungen und Kriterien beruhende Beurteilungen mich nie sonderlich beeindrucken. Entscheidend ist doch die Frage woran man es fest macht, das oder ob das Medium Film als "echte" Kunstform anerkannt wird. Beobachtet man die Filmszene national wie international in den letzten 30 Jahren ist für mich ein deutlicher Trend hin zu mehr Anerkennung für den Film als Kunst deutlich zu erkennen. Anzeichen sind u.a. die Einrichtung verschiedenster regionaler, nationaler und transnationaler Filmfestspiele, die Gewichtung der Filmkunst in den jeweiligen Fachbereichen namhafter Universitäten im In- und Ausland und die gezielte Förderung filmischer oder filmnaher Projekte durch staatliche Gremien und/oder private Unternehmen. Für mich persönlich steht die Filmkunst der Literatur oder Malerei in nichts nach, jedes für sich ist eine wichtige Ausdrucksform mit ganz eigenen Schwächen aber auch Stärken.

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Filmsuechtiger

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Ganz ganz toll und leider sehr wahr.

Hinzufügen würde ich gerne noch wollen, dass Rezipienten viel zu selten Demut vor einem Film zeigen und statt ein Werk zu kritisieren, zunächst sich selbst hinterfragen.

Jedermann schreibt so gerne "pseudointellektuelles, wirres Machwerk", aber kaum jemand schreibt "Ich befürchte, ich habe den Film nicht verstanden." oder "Ich war in der falschen Stimmung/hatte eine falsche Erwartungshaltung/habe zu wenig Ahnung vom Thema."

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BigDi

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Und wenn dann einer darauf meint "Ich glaube, du hast den Film nicht verstanden", gibt's riesigen Stress und keiner hat Geburtstag.


SiameseAlex

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Ja!


martin89

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Daumen hoch. Habe dem nichts mehr hinzuzufügen.

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