Dieser Tage weiß man als Kinofan nicht, was das Richtige wäre: Eine Kinokarte für die heiß ersehnte Comicverfilmung Watchmen – Die Wächter zu lösen oder nicht? Bei der Beurteilung der Filme hört man die gesamte Bandbreite von “tierisch langweilig” bis “supergeil”. Als ich dann heute den Artikel “5 Gründe, weshalb Du Watchmen nicht sehen solltest” las, steigerte sich die Verunsicherung ins Unermessliche. Filmfreund Christopher Cambell schreibt so im Spout Blog über seine vehemente Antihaltung: “Wenn Du nach dem Lesen immer noch entschlossen bist, drei Stunden deiner Zeit mit diesem fülligen, wiedergekäuten, irrelevanten, lächerlichen und unausweichlich enttäuschenden Superheldenkino zu verschwenden, haben wir wohl keine andere Wahl als dich als gehirnloses Schaf zu bezeichnen, was es verdient, getäuscht zu werden.”
Was sagt man dazu. Die 5 Gründe stellen sich in dem Artikel wie folgt dar:
1. Getreue Adaptionen von Comics sind überflüssig
Dieses Argument bezieht sich darauf, dass in den Augen des Schreiberlings der Film zu nah am Comic bleibt und sich Zack Snyder keine künsterlische Freiheit nahm, ergo den Mut hatte, um sein eigenes Kunstwerk aus der Basis des Comics zu erschaffen. Bereits Sin City war unnötig, da der Film nur Shot-to-Shots aus dem Comic übernahm.
2. Es gibt schon so viele satirische und das Comicgenre untergrabende Verfilmungen
Wieso sollte jemand Watchmen sehen wollen, wenn die Stellung zum Genre im Vergleich zu hancock-2, Iron Man, Die Unglaublichen – The Incredibles oder Die Super Ex nichts Neues bringt?
3. Watchmen hat keinerlei zeitgenössische Bedeutung
In der Zeit der Veröffentlichung des Comics kam Watchmen einer Revolution des Superheldengenres gleich, dekonstruierte die Erzählweise des Comics und stellte zeitgenössische politische Entwicklungen in Frage. Der Film hätte dies anpassen müssen, indem zum Beispiel Präsident Bush statt Nixon genannt wird oder der Irakkrieg statt des Vietnamkriegs. Dies ist nicht geschehen, der Film entbehrt jeglicher politischen Brisanz der Welt im zweiten Jahrtausend.
4. Was im Comic Realismus war, ist im Film lächerlich
Die Erzähltechniken und der Zeichenstil des Comics stand unter dem Prinzip des Realismus, wohingegen der Film überstilisiert eher den Batmanfilmen eines Joel Schumacher gleichkommt. Dies wirkt lächerlich.
5. Falsche Zielgruppe: Man kann nur enttäuscht sein
Dass die wahren Comicfans enttäuscht sein würden, war klar. Die einen finden den Film zu genau an der Vorlage, andere sehen ihn zu weit davon entfernt. Die Warner-Bros.-Marketingabteilung gab Millionen aus, um Fans zu ködern. Sie hätten besser damit getan, das breite Mainstream-Publikum (welches hancock-2 mochte?) anzuvisieren. So bleibt nur ein schaler Nachgeschmack im Mund für den wahren Fan.
Auch wenn ich nicht alle Argumente des erbosten Fans (hier nachzulesen) nachvollziehen kann: Nicht allen scheint der Film gefallen zu haben. Die Kommentare auf moviepilot sind ebenso uneindeutig.
Was meint ihr? Langweilig oder gelungene Verfilmung?
annaberlin (Anna Sita Zinn) 2009/03/05 16:23:00
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Kommentare
über Watchmen entzweit Fans: Unnötig oder gelungen?
Kommentar schreibenSonse 2009/03/05 16:53:35
Kommentar löschenIch kuck ihn mir frühestens am Wochenende an, insofern urteile ich noch nicht.
Punkt 2 und Punkt 3 von Herrn Campbell kann ich jedoch auch ohne den Film gesehen zu haben widersprechen.
Zu 2: Viele dieser Filme/Stories haben sich (bewusst) bei "Watchmen" bedient und nicht umgekehrt. "The Incredibles" haben ja sogar ihren "No capes!"-Gag hier geklaut, äh... zitiert. Der Graphic Novel kann nichts dafür, dass die Studios bisher unfähig waren ihn zu bändigen und die dennoch unvermeidliche Verfilmung somit später kommt als so manche Epigonen.
Zu 3: Solche nachträglich eingebauten Aktualitätsbezüge hasse ich meist inbrünstig, in diesem Fall wäre es genauso. Bsp. Nicht dass ich über "Der Vorleser" urteilen könnte (habe bisher weder Buch gelesen, noch den Film gesehen), aber wollen wir davon nicht eine zeitgemäßere Adaption? Die weibliche Hauptfigur könnte ja Guantanamo-Häftlinge gequält haben, weil sie das Geld brauchte (Wirtschaftskrise und so...) und wie konnte der nun Volljährige Liebhaber (am besten noch irgendeiner gequälten Abstammung) das nur ahnen... Bullshit? Richtig. ;-)
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Sonse 2009/03/05 17:02:28
Kommentar löschen@Batzman: Hättest du es besser gefunden, wenn Nixon durch Bush ersetzt worden wäre und das Ganze in die heutige Zeit transportiert? Ist es nicht interessanter die Geschichte als das zu sehen was sie ist, eine Reaktion auf die Zeit ihrer Entstehung? Wenn man da in irgendeiner Form Parallelen zu heute sieht, ist das doch völlig in Ordnung, aber die kann ja jeder selbst hineininterpretieren.
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Wombat 2009/03/05 17:10:38
Kommentar löschenIch finde die Kritikpunkte eher akademisch. Nah an der Comic-Vorlage zu bleiben schadet meinem Kinogang überhaupt nicht, wenn sich für mich als Watchmen-Neuling eine neue Geschichte, ein neue visuelle Welt erschließt.
Dass es dem Film an zeitgenössischer Bedeutung fehle und die Brisanz des Kalten Krieges verpufft wäre, empfinde ich ebenso als übertrieben. Der dargestellte Konflikt ist nachvollziehbar und auch mit unseren heutigen politischen Situationen vergleichbar.
Der Vorwurf des fehlenden Realismus ist in meinen Augen genauso überzogen.
Der Film hat seine Schwächen, die liegen aber mit Sicherheit in der Dramaturgie und in den Dialogen und weniger in seiner Bedeutung für seine Fangruppe oder seinen politischen Anspielungen.
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Wombat 2009/03/05 17:16:00
Kommentar löschen@Gegenwartsbezug: Die Anspielung "Wer würde schon einen Cowboy im Weißen Haus haben wollen" offenbart ein wenig Bezug, meine ich.
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Chrisetoph 2009/03/05 20:04:19
Kommentar löschenAlso für mich zählt keines der genannten Argumente. Ich war auf gut Glück in der Watchmen-Vorpremiere und wurde (in Unkenntnis der Vorlage und ohne bestimmte Erwartungshaltung) eigentlich nicht enttäuscht. Nicht perfekt, aber auf jeden Fall sehenswert. In punkto Gegenwartsbezug kann ich Sonse nur zustimmen: Ohne billige Aufgesetztheit ist das quasi nicht möglich. Der Stil des Films ist hervorragend, und auch den zynischen Blick auf das Superhelden-Genre unter dem Motto "Who watches watchmen" hab ich so noch nicht wirklich gesehen. Mit Hancock hat das ganze jedenfalls rein gar nichts zu tun.
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Cinefact 2009/03/06 00:49:48
Kommentar löschenIch liebe Möchtegern Kritiker wie diesen Christopher Cambell. Der Film ist sehenswert, basta. Ob er der Vorlage getreu wird oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen ( meiner Ansicht nach sind sowohl der Comic als auch der Film ähnlich, aber zwei unabhängige Erlebnisse). Die Kritikpunkte sind nicht wirklick ernst zu nehmen. Un mir scheint der Rezendent ist einer von den Typen die Filme ( die ihm gefallen) entweder über den Klee loben oder (wenn er den Film nicht mag) verteufeln und irgendwelche lächerliche Kritiken schreiben, bzw. Punkte aufzählen, die den Film einfach nur zerreißen sollen. Naja, wie auch immer, ich denke der Erfolg wir dem Film recht geben. Er mag nicht unbedingt der Überflieger sein, aber die oben genannten Kritikpunkte sind einfach nur lächerlich und haltlos.(und das soll weder gegen Annaberlin noch gegen unsren fünf Filmfreunde Batzman gehen, sondern ich kritisiere hier allein die schwache Kritik von Christopher Cambell.
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denise 2009/03/06 06:56:17
Kommentar löschenFür mich (habe Buch gelesen, Film steht noch aus) hören sich diese 5 Punkte auch nach Erbsenzählerei an und hält mich keineswegs vom Gucken des Films ab.
Ich sehe das wie Cincefact: Buch und Film sind immer zwei verschiedene Dinge. Sicherlich ist eine reine Bebilderung eines Romans/Comics weniger interessant als eine eigenständige Darlegung (egal wie nah am Original) des Themas, aber überflüssig sind eher solche Kritiken denn die Filme selbst.
Was beide gemeinsam haben, ist die einzigartige Weise, das abgelutschte Thema Superhelden anzugehen. Ich denke auch, dass man uns Zuschauern (auch der Generation Stankewitz) zutrauen dürfte, den Gegenwartsbezug selbständig herzustellen - wer das nicht kann, dem dürfte das aber auch nicht fehlen...
Das Beste an solchen Kritiken ist wohl, dass hier mal wieder auf qualitativ hochwertiger Ebene Schwung in die Bude kommt und wir komische Hühner, Blutsauger und 12-jährige Jungens wieder aus den Hitlisten und beliebtesten Themen rausbefördern können. ;))
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Sucki 2009/03/06 11:11:24
Kommentar löschenJa, da haben wir doch schon mal wieder ein knaller aus der ecke.. wie dumm die amis wieder sind... ein kleiner dicker typ der in der letzen ecke eines cafe´s sitzt und seine kritik äußert über ein film den er im geheimen geil findet.. aber weil er keine freunde hat mit dem er den film gucken konnte fängt er lieber immer mehr und mehr an diesen film mies zu reden..
sein dummer fehler nur ist der, dass er dieses comic wohl nie gelesen hat weil sonst wüsste er ja was ihn 3 std erwartet. daher schon mal 100 "vollidioten" punkte.
aber gehen wir mal seine punkte durch.
1. Getreue Adaptionen von Comics sind überflüssig
Diesen Punkt teile ich schon mal gar nicht,
ein comic ist nur mehr und mehr ein Storyboard und mehr nicht.. was zack geschaffen hat mit seinem team hat schon in der umsetzung schon viel freies
weil er selber das comic liebt und selbst das ende umgeschrieben hat was nun um längen besser ist als das comic ende mit der Alien Rasse.
2. Es gibt schon so viele satirische und das Comicgenre untergrabende Verfilmungen
ja und..?? es gibt auch 1000 mal das gleiche ich scheiß anderen filmen... jede Romanze geht gleich aus.. jeder Horror Film läuft auf das gleiche hinaus..
und Comic ist wenn immer auf seine art und weiße Fiktiv darum F*** Y** Mr.Cambell
3. Watchmen hat keinerlei zeitgenössische Bedeutung
Stimmt. Daher ist Frost/Nixon auch überflüssig. wäre dieser Film mal div Jahre früher gekommen.
Was hier richtig gemacht wurde, dass die Geschichte eben nicht modern gestaltet wurde.. es ging um den konflikt damals und davon lebte das Comic genau wie die Soziale Kritik das man was Riskieren muss auch wenn Menschen Sterben musste aber so ein Krieg Verhindert wurde..
daher wieder mal 100 ich habe nix verstanden Punkte an Mr. Campell
4. Was im Comic Realismus war, ist im Film lächerlich
auch hier wieder.. halten sie am besten die Fresse..
Der Film ist weder Bunt noch Grell sondern endlich ein Film der so sehr 80er aussieht wie man es sich gewünscht hätte.
5. Falsche Zielgruppe: Man kann nur enttäuscht sein
Das ist vielleicht das einzige was vielleicht stimmt.. Der Film lebt von Dialogen und Leute die nur Action wollen werden Enttäuscht sein weil es halt kein Action Film ist..
aber es gibt ja noch Leute die eben das mal wieder wollen..
ich war froh ein guten Dialog Film zusehen der Stimmig ist.
Fazit..
Mr. Campell ist ein Hirnloses Schaf und ein Trauriges Würstchen noch dazu..
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Batzman 2009/03/06 11:48:41
Kommentar löschen@Sucki
Jetzt mal ganz ruhig eine Tüte atmen, dann gehts auch wieder ;)
Ich teile die Kritikpunkte nicht in ihrer Härte, aber grade die mangelnde Interpretation und den fehlenden eigenen Stil kann man (besseres Ende hin oder her) kaum ignorieren. 300 war eine sklavische Adaption, die sich die Schwächen der Vorlage zu eigen machte und Watchmen ist ebenso dicht am Comic, nur das die Vorlage eben um Meilen besser ist.
Dennoch wirds spätestens beim nächsten Film mal Zeit, dass Snyder beweist, dass er auch irgendwas eigenständiges schaffen kann und sich nicht nur auf etablierten Werken ausruht.
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Sucki 2009/03/06 14:12:46
Kommentar löschenBatzman.. also wenn ist das ganze mit ein wenig ironie zu genießen..
300 ist und bleibt auch ein mieser Film..aber auch wenn er hier wieder das gleiche macht.. ein werk adaptieren können wir auch gleich auf andere los gehen und sie verurteilen..
Tarantino.. ist der meister der Kopien.. A von Japanischen Filme und B von sich selber.. ich gucke schon keine Filme mehr von ihm weil es immer der gleiche Rotz ist..
naja egal.
Und nun da hat Zack vielleicht nicht sein eigenen Stil.. OK aber besser kein eigenen Stil als ein geiles Comic Beschissen wiedergeben..
da gucke ich mir lieber ein Lieblings Comic 1:1 in bewegtenbildern an..
Sonst haben wir am ende so ein Dreck wie
Fantastic 4 , The Incredible Hulk , Spiderman 3 oder oder...
Lieber Kopieren als Verhunzen.. daher bin ich der meinung er hat es genau Richtig gemacht.. oder stell dir mal vor.. ein Uwe Boll, Roland Emmerich, Steven Spielberg hätte diesen Film gemacht..
dann lieber Zack.
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Batzman 2009/03/06 15:01:54
Kommentar löschenklar lieber Watchmen als Spider-Man und Hulk oder Fanta4 - ich denk ja auch, das er einen recht guten job gemacht hat. dennoch würde mich schon auch eine eigensinnige interpretation von watchmen interessieren, wie sie vielleicht alfonso cuaron oder terry gilliam abgeliefert hätten...
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Sucki 2009/03/06 15:33:55
Kommentar löschenaber dann wäre es nicht mehr mehr "watchman" gewesen... daher finde ich wenn man sich sowas schon vornimmt dann bitte 1:1 .. sonst wird es schnell müll
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,611703,00.html
sehr gutes interview über watchman..
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Die Thesen sind zum Teil nachvollziehbar, grade was die zu sehr an der Vorlage klebende Adaption und die fehlende Aktualisierung des politischen Kontexts angeht. Natürlich ist die auf die Reagan/Thatcher-Ära gemünzte Kritik des Comics heute ein wenig nostalgisch und lange nicht mehr so gewagt und bissig wie zum Erscheinen der Vorlage.
Die Vergleiche mit anderen Superhelden-Komödien a la "Die Unglaublichen" oder "Hancock" greifen jedoch zu kurz, denn denen geht es bestenfalls um eine liebevolle Veralberung des Genres. In Watchmen steht die Dekonstruktion, ja die Destruktion der Superhelden im Mittelpunkt. Es geht nicht darum, das die abgewirtschafteten Superhelden einen tollen Neuanfang bekommen und ihre Probleme geregelt bekommen, sondern um die These das Superhelden überflüssig sind und die Watchmen generell der Menschheit eher schaden als nutzen. Und diese Radikalität findet sich in den netteren Komödien so gar nicht...
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