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DVD » Drehbuch gut, Musik mangelhaft

Wie die DVD unsere Serienkultur beeinflusst

Veröffentlicht am 20.11.2009, 17:00

Die Zeit, in der Menschen ihre Lieblingsserie nur im Fernsehen verfolgten, ist endgültig vorbei. Längst haben die Gewinne aus DVD-Verkäufen die Einnahmen durch Werbung überholt. Das hat Vorteile, aber auch Schattenseiten.

Big Bang Theory - Als Nische geplanter Überraschungserfolg - Bild 2426784 Big Bang Theory - Als Nische geplanter Überraschungserfolg © Warner Bros. Television

Was waren das für Zeiten, damals, als Privatsender noch die Krone der Schöpfung waren. Jeden Abend um exakt 18 Uhr musste ich vorm Fernseher sitzen. Und wenn die Welt darüber unterginge! Immer noch besser, als auch nur eine kostbare Folge der Simpsons zu verpassen und am nächsten Tag auf dem Schulhof schlecht nacherzählte Gags aus zweiter Hand zu hören.

Und heute? Alle neuen Episoden kenne ich dank diverser Quellen schon Monate vor der deutschen Ausstrahlung. Die alten Folgen sind gut gehütete DVD-Schätze. Pro-Sieben können die anderen schauen.

Die Serien-DVD als silberner Gold-Esel Bis in die Neunziger hinein war der Home-Video-Sektor noch zu vernachlässigen. Eine komplette Serienstaffel auf VHS oder gar Beta-Max? Wohl kaum. Doch dann kamen die ersten Serien-DVDs. Zuerst die thematischen Folgensammlungen der Simpsons, die wir noch aus dem VHS-Zeitalter kennen, dann komplette Staffelboxen. Mittlerweile haben Fans wie selbstverständlich eine komplette Kollektion ihrer Lieblingsserie im Regal stehen. Diese Sammler-Leidenschaft sorgt für Rekordverkäufe auch im Zeitalter von Internet und Tauschbörsen. Laut Variety erwirtschafteten Serien-DVDs bereits 2004 allein in den USA 2,2 Milliarden Dollar, für 2009 rechnen die Studios sogar mit 4,4 Milliarden Dollar.

Ohne DVD keine Serie Manchmal retten die DVD-Verkäufe sogar sterbende Serien. So geschehen etwa bei Futurama. Nachdem die Zuschauerquoten im TV im Verlauf der vierten Staffel zurückgingen, beschloss Fox die Produktion der Serie einzustellen. Doch die DVD-Boxen verkauften sich daraufhin so gut, dass Fox diesen Goldesel der Zweitverwertung doch nicht aufgeben wollte. Es folgte eine Pseudo-Staffel, die als vier Spielfilme getarnt direkt auf DVD erschien und demnächst, in 26 Einzelepisoden zerstückelt, auch im Fernsehen anläuft. Für 2010 werden sogar 26 weitere Folgen angekündigt.

Plötzlich werden auch Nischenproduktionen interessant, die sich allein durch Werbe-Einnahmen nie refinanzieren würden. Allerdings ist bei ihnen die Fanbindung umso größer und die Studios erhalten eine treue Zuschauer- und vor allem Käuferschaft. Bestes Beispiel: Flight of the Conchords. Die amerikanische Serie um neuseeländische Musiker pflegt einen absurden Anarcho-Humor, der auf das große Publikum eher abschreckend wirkt. Die Fans der Serie lieben sie deshalb umso mehr und kaufen fleißig DVDs, Bandshirts und CDs. Ohne diese Vermarktungsmöglichkeiten hätte es die Serie wohl nie gegeben. Auch Nischenserien wie The Big Bang Theory oder The IT-Crowd, die anscheinend ausschließlich für ein Geek-Publikum konzipiert wurden, zeugen vom neuen Vertrauen der Serienproduzenten in die Kaufbereitschaft der Genre-Fans. Weg von der Massenware – hin zur maßgeschneiderten Lieblingsserie, das scheint zur Zeit das große Motto zu sein.

Nie wieder verpasste Episoden Die Umstellung auf die DVD und andere prinzipiell immer verfügbare Medien ändert auch das Rezeptionsverhalten der Zuschauer: Serien kennen wir mittlerweile entweder komplett oder gar nicht. Wenn wir früher die Ausstrahlung von Episoden verpassten, konnten wir nur hoffen, durch ein “Was bisher geschah” über bereits vergangene Ereignisse aufgeklärt zu werden. Heute sind aber alle Folgen ständig verfügbar. Der Zuschauer kann auch weitgespannten Handlungsbögen problemlos folgen. Wir müssen nicht mehr quer einsteigen können. Neu ist auch, dass wir geliebte Episoden mehrmals schauen und dabei nicht auf Wiederholungen warten wollen: das Hauptargument für DVD-Käufe.

Der Aufstieg der Serienschöpfer und Drehbuchautoren Die Studios stellen sich auf diese Veränderungen ein, indem sie mehr Wert auf die Drehbücher legen. Die Serienhandlungen werden komplexer, der Wiederholungswert der Einzelepisoden wird erhöht.

Die gesteigerten Anforderungen an die Qualität der Serie erklärt auch die neue Aufmerksamkeit für eine bislang ignorierte Berufsgruppe: die Drehbuchautoren. Diese sind sich ihrer neuen Stellung durchaus bewusst, wie der Autorenstreik im Winter 2007/2008 beweist: Da die großen Gewinne nicht mehr durch die Ausstrahlung, sondern durch die Folgeverwertung erzielt werden, wollten sie auch an den DVD- und Internet-Umsätzen stärker beteiligt werden. Schließlich tragen sie zum Erfolg der neuen Medien entscheidend bei. Ändert sich das Autorenteam, geht manchmal sogar die ganze Serie zugrunde. So geschehen etwa bei Gilmore Girls: Nachdem etwa die Schöpferin der Serie, Amy Sherman-Palladino, nach 5 Staffeln aus der kreativen Verantwortung herausgedrängt wurde, ging es mit den Quoten im Sturzflug bergab, bis die Serie nach einem halbgaren Ende schließlich eingestellt wurde. Andere Stars der Branche wie Chuck Lorre, Shonda Rhimes, David Shore oder J.J. Abrams genießen ein ähnliches Prestige wie Kino-Regisseure, wenn sie nicht sogar als solche enden.

Statt dem Soundtrack unserer Jugend gibt es Fahrstuhlmusik Doch es gibt auch Schattenseiten. Vor allem die Fans älterer Serien staunen oft nicht schlecht, wenn sie eine Neuveröffentlichung auf DVD erstehen. Wenn etwa Käufer der Serie Eine schrecklich nette Familie die erste Episode starten, hören sie nicht den berühmten Klassiker “Love and Marriage” von Frank Sinatra, sondern eine seltsame Fahrstuhlmusik. Der Grund: Auch die Musikindustrie will kräftig mitverdienen. Als die Serien damals entstanden, erwarben die Studios lediglich die Lizenzen für die TV-Ausstrahlung. Jetzt brauchen sie aber neue Lizenzverträge, die auch eine Folgeverwertung auf DVD mit einschließen, und die sind richtig teuer. Existenzbedrohend wird das Ganze bei alten Serien, die von ihrem Soundtrack leben. So warten die Fans der Serie Wunderbare Jahre bis heute auf eine deutsche DVD-Veröffentlichung. In der Serie liefen ständig die großen Hits der 60er Jahre. Die Neulizenzierung für den DVD-Markt würde Millionen kosten. Aufgrund der horrenden Lizenzkosten helfen sich die Studios bei manchen Serien, indem sie die teueren Originalsongs durch billige Ramschware ersetzen. Das Problem für den Kunden ist, dass er den Schlammassel meist erst entdeckt, wenn schon alles zu spät ist. Schließlich steht auf den Verpackungen kein Hinweis “Mit besserem Bild und beschissener Musik”. Aber es bringt nichts, wenn wir uns darüber aufregen – Kollege Batzmann kann das viel besser! Wer sich weiter mit dem komplizierten Thema Musikrechte beschäftigen will, der sei auf den entsprechenden Artikel der TV-Spielfilm veriwesen.

Das Fazit: Bessere Drehbücher, mehr Mut zu Nischenproduktionen aber auch schlechtere Musik durch Lizenzstreitigkeiten. Wieder einmal ist die Musikindustrie der große Spielverderber und beweist, wie dringend ein neues internationales Lizenzrecht nötig wäre. Doch den aktuellen Aufschwung der Serien verdanken wir nicht zuletzt der guten alten DVD.

Was meint Ihr? Sicher sind Euch weitere Veränderungen in der Serienlandschaft aufgefallen. Und was wird erst das Internet bringen?


Prestigeww (Stefan Tiess)

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Kommentare

über Wie die DVD unsere Serienkultur beeinflusst

Joshdeniro

The Big Bang Theory ist eine der besten Serien seit langem

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Weltensegler

Großes Comedy-TV, einfach genial, hab jetzt auch Season 2 (O-Ton bitte ^^) fertig - ich liebe sie alle - besonders Sheldon ist so genial.


Jade

@Joshdeniro: sehe ich genauso :)


xtheunknown

ich finde das serien intelligenter und kino dümmer geworden ist. es wird zeit für einen star trek reboot im tv.

der nachteil bei der dvd ist das man nicht mehr eine woche warten muss bis es weitergeht. das war ja das besondere an serien bzw. mehrteilern wie z.b. silas. damals hat man noch alles in bewegung gesetzt um ja keine folge zu verpassen. wer wusste damals schon wann man nochmal die chance auf eine wiederholung hat.

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BigH

Der Vorteil von TV-Serien ist einfach, daß sie zwischen 13 und 26 Episoden Zeit haben, um eine Geschichte zu erzählen (und auch wenn es viele Serien mit stand alone-Episoden gibt, hat die Zahl der Serien mit längerem, durchgehenden Handlungsbogen doch deutlich zugenommen), während ein Kinofilm meist in 2 Stunden zu Potte kommen muß. Das läßt natürlich deutlich weniger Zeit für Charakterentwicklung und Handlungsaufbau. Von daher haben es Serien natürlich insgesamt einfacher, intelligente Geschichten zu erzählen.

Was einen Star Trek Reboot als Fernsehserie anbelangt - ich bin seit über 20 Jahren bekennender Trekkie, aber trotzdem glaube ich, daß es derzeit keine neue Serie geben sollte, zumindest nicht, wenn an der grundsätzlichen Struktur einer solchen Serie nicht etwas massiv gegenüber den Vorgängern geschraubt wird. Der Neubeginn im Kino war meines Erachtens der richtige Schritt, um Star Trek als Marke zumindest noch im Bewußtsein der Zuschauer zu halten. Eine neue Serie könnte angesichts des mittlerweile stark veränderten Sehgewohnheiten und starker Konkurrenz derzeit kaum revolutionär genug sein, um es wieder nach ganz oben in der Zuschauer zu schaffen.


Muxi92

Das mit den Musikrechten ist wirklich idiotisch,
was würde ich für Malcolm mittendrin auf DVD alles geben...

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stalker

@xtheunknown: Serien sind intelligenter, zumindest die amerikanischen. Liegt auch daran, dass den Drebuchautoren von Serien in den USA, ganz anders als in Deutschland, bedeutend mehr Freiheiten und Experimentierfelder bei ihrer Arbeit gestattet werden als ihren Kollegen in Hollywood.

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Weltensegler

Ich schaue vermehrt Serien, weil mir das einfach mehr gibt, als eine Handlung in ein typisches 2-Stunden-Raster zu quetschen. Serien laufen bestenfalls über mehrere Jahre, da gibt's Entwicklungen, man erlebt viele Geschichten mit einzelnen Charakteren (teils sogar verschiedene Genres innerhalb des offiziellen Serien-Genres) und vorallem gibt es viele überraschende Wendungen, womit man einfach nicht rechnet, weil man sich schlicht denkt: Ne, das wird so aufgelöst, ganz sicher. Ich hab absolut nix gegen Filme, nur werden die wirklich immer schlechter, wärend Serien einfach den Freiraum haben, mehrere Charaktere parallel und nachträglich zu entwickeln und somit eine langfristige Bindung von seitens dem Zuseher zulassen. Am besten gefällt mir immer, wenn man die Serienautoren/Produzenten im Interview hört: Die wissen was sie tun, was sie wollen, haben Pläne, die dürfen auch machen, so fern im Budget, sofern die Quote, dürfen die wohl den Großteil ihres Materials durchbringen. Ich denke mir oft, dass mir jetzt nichts mehr einfällt, was eine Serie für ~5 Staffeln im Rennen hält - und doch gelingt dies.


Potzkoten

Hab' gerade Batzman's "viel bessere" Aufregung gelesen und bin entsetzt! Darf das überhaupt sein, dass mal eben für 'nen lohnenswerteren DVD-Release einer Serie der Soundtrack durch billiges Gepopel ersetzt wird? Gerade hier ist doch die Musik das A und O!! Haben Serien denn keine Rechte?

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Chris1981

Mein erster Gedanke als ich die Überschrift des Artikels auf der Main-Page sah, war die Serie 'Wunderbare Jahre'. Leider warten wir Fans (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern weltweit) noch immer auf einen (leider wohl nie erscheinenden) DVD-Release. Eben gerade wegen der lizenz-rechtlichen Probleme hinsichtlich der Musik! Was'n Mist!
Ich kann den Artikel ansonsten nur voll und ganz unterschreiben.
Für Serien hat die DVD enorme Bereicherungen gebracht. Gerade hinsichtlich meiner absoluten Lieblingsserie 'Sopranos'. Ich kann mich noch erinnern, als ich damals Sonntag Nacht auf dem ZDF die erste Folge sah. Das war noch im letzten Jahrtausend! Der DVD sei Dank hab ich mittlerweile die komplette Serie drei Mal durch (bin gerade schon beim vierten Mal ansehen). Wäre ich auf die Fernsehausstrahlung angewiesen, würde ich das Ende der Serie wohl nicht mehr erleben.
Hinsichtlich des Autoren-Streiks muss ich zudem anmerken, dass dieser zu einem unfassbar brutalen Schnitt bei der Serie 'Breaking Bad' geführt hat. Die erste Staffel hört einfach mitten in der Geschichte auf. Sogar auf der DVD! Hoffentlich kann man da bald die zweite Staffel erwerben.

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Schlegel

Ich kann die "Musikindustrie" verstehen und finde das ok.

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Schlegel

Nenn mich naiv, aber das sind doch normale Konzerne, die normal Geld verdienen wollen, oder nicht? Immerhin wird ja auch Geld investiert. Mir ist nicht bekannt, dass die Liebe der Fans so weit geht, dass sie auf Schwarzkopien und kostenlose Downloads verzichten wollen. Musik ist doch momentan eher vogelfrei, weil jeder zu glauben scheint, dass sie auf Bäumen wächst. (Filme und Serien sind als nächstes dran, freu mich schon, eigentlich ist es ja schon soweit.) Dass sich die Fronten also verhärten, kann ich zumindest nachvollziehen. So wahnsinnig viel Ahnung hab ich aber nicht, ich lasse mich gerne von einem Gegenteil überzeugen.


nurleben

Sie wollen vor allem Geld verdienen, als gäbe es das Internet nicht. Und wenn ein Konzern alleine auf nem Song sitzt, kann er die Lizenkosten diktieren, quasimonopolistisch.

Unter normal Geld verdienen verstehe ich was anderes.

Ich finde die Konzerne sollten die Preise für in Filmen verwendete Musik nicht unendlich hoch ansetzen dürfen, schließlich gibt es nen bestimmten Song normalerweise nur bei nem bestimmten Konzern, also kann da der Wettbewerb nicht für faire Preise sorgen. Und Songs austauschen is eben Mist, weil man dann zweitklassige Musik auf den DVDs hat.

Auf Schwarzkopien verzichten Fans wohl eher aus Angst denn aus Liebe :P.

Sorry, wenn ich hier so harsch argumentiere, aber die harten Bandagen, mit denen die Medienindustrie kämpft und auf ihre Kunden einschlägt, machen mich irgendwie immer ziemlich wütend ... Du kannst ja nichts dafür.


AnselmWagner

Serien wie Big Bang Theorie sind klasse.

Ich finde aber trotz allem, dass die Drehbücher noch nicht gut genug sind. Serien lohnen sich eben nur, wenn man im Prinzip bis Season 20 drehen könnte, d.h. dass die tatsächlichen Veränderungen der Charaktere (das Wichtigste im Kino überhaupt wie ich finde) im Grunde gleich Null sind. Daran ändern auch die neuen Serien nichts. Wirklich Kunst sind Serien eben doch (noch) nicht. Ich hoffe, dass es irgendwann auch mehr solcher Serien gibt.

Bis dahin,
Anselm

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nurleben

Jo. Nichts ist nerviger als eine Serie liebzugewinnen, nur um nach ein zwei Staffeln frustiert auzuhören, weil es einfach keine Weiterentwicklung gibt und ich das obendrein nich schon früher gemerkt hab :D.


AnselmWagner

Absolut. Aber selbst so serien, die nicht "character driven" sind, kranken an dem selben Problem. Z.B. Lost ist absolut Plot orientiert. Die ganze Spannung da läuft aber auf nichts hinaus. Die Hälfte der ersten Staffel hab ich mir innerhalb einer Woche angeguckt, die zweite Hälfte dann innerhalb von zwei Tagen. Dann bin ich zu Wikipedia gegangen und hab mir die Inhaltsangabe der nächsten sechs Staffeln durchgelesen, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte mir immer das Selbe anzugucken, in dem Wissen, dass sich eh nie was ändert (und diese Inhaltsangabe hat mir dann endgültig deutlich gemacht, was für ein Schwachsinn das eigentlich ist). Und das schlimmste: Da hätte man doch wirklich was draus machen können.
Damit meine ich, dass Serien mehr sein können als bloßes entertainment (= nichts-bringendes-nichtstun). Eine Serie, die einem tatsächlich etwas gibt, sodass man nicht gleich ein schlechtes gewissen hat, wenn man den ganzen Samstag nichts anderes gemacht hat, als eine Folge nach der anderen zu gucken, eine Serie, bei der man vielleicht sogar abichtlich zögert, die nächste Folge zu sehen, weil man eben nicht "nur" wissen will "wie es weiter geht" wäre doch wirklich mal ein Genuss.
Ich will hier nicht die Serienkultur schlecht machen. Ich merke nur, dass ich kein echter Serienfan bin aus eben diesem Grund. "Gebt mir Serien, die tatsächlich inspirieren!", könnte das ganz gut zusammen fassen, was ich hier mehr schlecht als recht auszudrücken versuche. Selbst wenns ne Utopie bleiben muss.


Moviefilter

Serien und Filme sind Produkte, mit denen Geld verdient werden soll. Wenn eine bahnbrechende Serie verwirklicht wird, tun das Menschen im Hintergrund nicht (alle) aus reiner Menschen- und Kulturliebe. So entstehen ebenso "Abklatschserien" entsprechend Filmen, die ihre Plots bei anderen erfolgreichen kopiert haben. Es werden gute Serien bis zum geht nicht mehr verlängert und verbogen, um noch mehr Geld zu verdienen, ähnlich den ganzen Sequels, Prequels, Remakes, Rebots und weiß der Kuckuck. Trotzdem bin ich zum großen Teil Serienfan, weil es Spaß macht, Charaktere bei ihrer Entwicklung zu beobachten - so fern sie dies tun. Wenn die Serie im TV läuft macht es eigentlich noch mehr Spaß, weil man dann oft eine Woche fiebern muss, bis es weitergeht. Andererseits ist es natürlich ein Suchtfaktor, gleich mal ein paar Folgen hintereinander, dann die besten Szenen noch mal in anderen Sprachen zu sehen. Natürlich auch die Option eine Serie zu kaufen, die hier nicht gelaufen oder erschienen ist, hat meinen Serienhorizont erweitert.
Aber der Blick auf die DVD hat auch mein Sehverhalten verändert, denn lieblose DVD-Sets oder dieser Ärger um die Musikrechte erinnern uns immer wieder es ist ein Geschäft. Wie von Schlegel bereits erwähnt wurde, hat die Musikindustrie ein gutes Recht für ihre Forderungen, aber sie sollte sie im Rahmen halten. Habe mir durch den Einfluss von "Buffy", "Veronica Mars", "Charmed" und "Cold Case" Musik angeschafft, an der die Musikindustrie sonst nix verdient hätte. Aber trotzdem wird es "Cold Case" nie auf einer bezahlbaren DVD geben. So ist das Leben.

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