Sill Positive

Wir schauen Homeland - Staffel 3, Folge 6

Homeland
© Showtime
Homeland

Abgesehen von einer wortlosen Offenbarung, die die Fans spalten wird, im Kontext der Charakterdynamik aber vielversprechend ist, dürfte Still Positive die Liebhaber der Agententätigkeit in Homeland mehr als zufriedenstellen. Selbst die langsam zur Ruhe kommende Dana-Story fügt sich nahtlos ein ins Geschehen, das sich immer weiter weg vom klassischen Kampf gegen den Terrorismus und hin zum Geschacher unter Agenten bewegt. Obwohl Carrie (Claire Danes) hier die großen Gefahren auf sich nimmt, ist es Saul (Mandy Patinkin), der in der Begegnung mit seinem alten Bekannten Javadi (angsteinflößend ruhig: Shaun Toub) vor die größte Herausforderung gestellt wird. Wie weit lässt er sich von seinen Rachegelüsten leiten? Wie ähnlich wird er dabei seinem Gegenüber? Zündstoff genug bietet die Episode für die zweite Hälfte der Staffel, weshalb in Sachen Homeland endlich der Optimismus regieren darf.

Was passiert: Carrie wird von Javadi einem Lügendetektortest unterzogen, den sie nicht besteht. Anstatt sich von dem iranischen Geheimagenten in die Enge treiben zu lassen, übernimmt sie die Kontrolle. Durch ihr Wissen über seine Geldwäsche könnte er auf die Abschussliste seiner iranischen Kollegen landen. Das Ziel von Saul und Carrie: Javadi soll überlaufen. Als Deckung verlangt Javadi nach exklusiven Informationen, die er weitergeben kann. Dem vereinbarten Treffpunkt bleibt er allerdings fern und ermordet lieber seine Schwiegertochter und Ex-Frau, die Saul nach der iranischen Revolution in die USA gebracht hatte. (“Now I’m ready to see Saul.”)

Nach einem Großeinkauf in ihrem lokalen Drug Store und rund 31 Testversuchen ist sich Carrie langsam sicher, dass sie schwanger ist. Vielleicht macht Carrie aber auch jede Folge einen Test, bis in Staffel 8 das schockierte Cryface vorm Spiegel ausbricht. Brechen die Carrie/Quinn-Shipper dieses Planeten in Tränen aus, fragt sich die Ginger-Fraktion, ob Brody der Vater ist oder dessen jüngerer Doppelgänger, welchen Carrie kürzlich ausgeraubt hat. Ausgehend von den “Tendenzen” der Homeland-Autoren dürfen wir uns wohl auf ein Kind mit Hang zu Vitaminwasser freuen. Dana hat das Brody-Getränk schlechthin satt. Sie lässt ihren Namen ändern und überrascht die Familie mit ihrem plötzlichen Auszug, was Jessica widerwillig zulässt.

Home Sweet Home: Sofern sich die neue beste Freundin von Dana nicht als nekrophile Serienkillerin herausstellt (was durchaus wahrscheinlich ist), könnte ihr Auszug ein feiner Schlusstrich unter Danas Storyline sein. Er kommt zwar nach dem Bonnie und Clyde-Zwischenspiel etwas plötzlich, doch schließt er sinnvoll an ihren geäußerten Wunsch an, endlich leben zu wollen. Es wäre lobenswert, wenn die Autoren Danas Sehnsucht nachkommen und sie nicht wieder in ein emotionales Loch werfen. Die Abnabelung von Jess und dem armen, eigenschaftslosen Chris erscheint logisch, war ihre Mutter schließlich nie Danas Bezugsperson Nummer 1. Insbesondere nach der Erfahrung mit Leo ist es verständlich, dass sie sich jedem Abhängigkeitsverhältnis entziehen will. Da ihr Vertrauen an den entscheidenden Stellen mit Lügen beantwortet wurde, verlässt sich Dana nur auf sich selbst.

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