Die Marke Ken Loach steht für britische Sozialkritik, seitdem sich der heute 73jährige Regisseur in den 1970ern den Genres des Sozialdramas und des politischen Dokumentarfilms verschrieb. Prekariat, Gewerkschaften, Kleinkriminalität – Loach und sein Drehbuchautor Paul Laverty widmen sich dem kleinen Mann. Dies ist auch in Looking for Eric der Fall, der neunten Zusammenarbeit der beiden. Nach The Wind That Shakes The Barley und It’s a Free World hatte das Duo wohl Lust auf Lustiges und engagierten die Fußballerikone Eric Cantona.
Die Story des Films ist an und für sich schon ziemlich ungewöhnlich: Der Postbote Eric schleppt sich nur noch von Tag zu Tag. Ständig gibt es Streit mit seinen beiden minderjährigen Söhnen, zudem setzt ihm seine Ex-Frau zu, mit der er gemeinsam auf die Enkelin aufpasssen soll. Damals hat er sie verlassen, heute noch liebt er sie. Wenn sich die Probleme häufen und immer unausweichlicher scheinen, baut sich der Mittfünziger erst einmal einen Joint. So erscheint ihm dann eines Tages sein Idol Eric Cantona. Der Franzose, der einst für Manchester United spielte, der einen Kung-Fu-Tritt im Stadion anwandte, gesperrt wurde und die damalige Pressekonferenz mit den einzigen Worten verließ: “Die Möwen folgen dem Tanker, weil sie denken, dass er Sardinen geladen hat.”
Die Kritiker wirkten ja bereits in Cannes ziemlich begeistert, als sie Looking for Eric vorab sichten durften: Man verlasse den Kinosaal mit einem “Lächeln auf den Lippen”, meinte Wilfrid Exbrayat im Nouvel Observateur. 5 von 5 Sternen vergab auch Mélanie Carpentier auf Evene.fr. Es sei Loach gelungen, aus dem Fußball ein soziales Event zu machen, meint die Kritikerin. “[Loach] zeigt [den Fußball] als menschlich, großartig, sogar therapeutisch, mit einem kommunikativen Enthusiasmus, geeignet auch die Ungläubigsten zu bekehren.”
Auch die deutschen Kritiker reihten sich in das Loblied ein. So schreibt der Journalist Suchsland begeistert über die Funktion des Fußballspielers im Film: “Cantona tut das mit einer Präsenz und einem Charisma, das alles andere hier in den Schatten stellt. Eigentlich ist Looking for Eric ein langweiliger Film, allzu leichte, seichte Kost, die längst bekannte Loach-Themen unoriginell variiert und wiederholt. Durch Cantona aber wird es großes Kino.”
Hier noch einmal unser Quiz
Und der Trailer zum Film
Die Komödie Looking for Eric startet am 5. November 2009 in den deutschen Kinos.
annaberlin (Anna Sita Zinn) 2009/11/05 08:51:00
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