Béla Tarr

Beteiligt an 8 Filmen

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Béla Tarr wurde 1955 in Pécs, Ungarn geboren. Im Alter von 16 Jahren unternahm er erste Versuche als Amateurfilmer, auf die schließlich die Bela-Balasz-Filmstudios aufmerksam wurden. Diese finanzierten im Jahr 1979 seinen Film Family Nest, der vom Sozialistischen Realismus beeinflusst war. Ab seiner Fernsehadaption von Macbeth (1982), die nur aus zwei Einstellungen besteht, änderte sich dieser Stil. Béla Tarr wandte sich vom Realismus ab und zeigte sich fortan stark von Andrei Tarkovsky beeinflusst.

Charakteristisch für seine Filme wurden Schwarzweiß, abstrakte Bilder und lange Einstellungen, die nicht selten die komplette Länge einer 35-mm-Rolle (rund elf Minuten) dauern. So besteht Das Turiner Pferd in zweieinhalb Stunden aus nur 29 Einstellungen.

Alle seine Filme ab Damnation (1988) entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller László Krasznahorkai. Großes internationales Aufsehen erregte seine Verfilmung von Krasznahorkais Roman Sátántangó, ein 415-minütiger Schwarzweißfilm, an dem Tarr rund sieben Jahre lang arbeitete. Der Film ist eine äußerst wortgetreue Adaption von Krasznahorkais gleichnamigem Roman. Béla Tarr betonte stets, dass der Film genau die gleiche Zeitspanne dauert, die man benötige, um den Roman zu lesen, siebeneinhalb Stunden. Satanstango hatte seine Premiere im ‘Forum’ der Berlinale 1994 und wird seitdem von vielen Kritikern und Filmemachern in Europa und Amerika zu den wichtigsten Filmen der 1990er Jahre gerechnet.

Béla Tarr ist Gastprofessor an der dffb. Sein Film Das Turiner Pferd gewann
auf der Berlinale 2011 den Silbernen Bären. (Quelle: Basis Filmverleih)


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2 Kommentare

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DerDude_

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Sobald in einem Film nicht immer was passiert oder wenn er nicht verstanden wird heißt es immer : Neee voll der eingebildete langweilige Kunstscheiß !!!!
Ich sage : Bullshit ! Filme müssen nicht immer unterhalten. Sie müssen uns manchmal fordern und oft sogar anstrengen. Denn nur mit Mühe kann man einen Berg bezwingen, wie es Tarrs Filme oft sind. Denn wenn sie leicht zu erklimmen wären, würden wir die Berge dann schätzen ?
Das trifft nicht nur auf Bela Tarr sondern auch auf viele Regisseure zu, deren Werke viel zu unbekannt sind, nur weil sie keine Tranfrormers und Vampir Schmonzetten beinhalten.

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Jeppers Creep

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achsoo ;) naja 2 Filme sind schon was ;)


Jenny von T

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Schon "Sátántangó" allein gibt durchaus Aufschluss darüber, wie Tarr so tickt, und "Werckmeister harmóniák" ist sein, aus meiner Sicht, bester Film. Insofern darf sich DerDude diesen Kommentar hier schon erlauben.


Tyler__Durden

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Angefangen in eher dokumentarisch angehauchten Sozial- sowie Milieustudien dreht es sich bei Bela Tarr grundsätzlich, wenn man denn von seinem Genie zu sprechen beginnt, um drei essentielle Werke. Dammnation. Sátántangó. Und Die werckmeisterschen Harmonien. Angefangen mit Damnation war es hier das erste mal das Tarr es versuchte, und sogar auch wenn man mal sagen darf erreichte, uns die Welt aus seinen Augen zu präsentieren. Ungebrochen, wahrhaftig und in schwarz-weiß getunkt. Nun wurde schon viel gesagt über die Filme und dessen kosmische Menschlichkeit sowie der einzigartigen bildgestalterischen räumlichen Kohärenz (logisch weitergeleitet von Tarr aus dem Stils eines anderen Ungarn, Miklos Jansco, welchen er enorm verehrte) in welchen Achse immer die filmische Zeit Tarrs und dessen fortbestehen einem unerschrocken in die Augen starrt. Und werde ich in meiner baldigen Retrospektive auch wahrscheinlich noch einiges darüber schreiben. Doch eins sei gesagt für Jünger oder Leute mit Interesse an seinem Kino. Eine kleine Observation muss jetzt doch raus. Diese drei Filme in all ihrer atmosphärischen Brillianz und ihrem augenscheinlichem Pessimismus welcher eigentlich keiner ist, haben allesamt ein unsichtbares thematisches Bindeglied. Sie sind Gefährten auf dem selben Weg. Damnation als Verfall eines Individuums. Satantango als Verfall einer Dorfgemeinschaft. Und Werkmeisterschen Harmonien als Verfall einer Sozialen Gesellschaftsordnung. In was sie Verfallen, nun das soll mal im Unklaren gelassen werden. Nur war das bisher ein stetig, in ihrer Ausweitung, wachsender Verfall. Was nun mit dem Turiner Pferd passiert und ob es sich dazu zählen kann als Gefährte auf diesem Weg oder vielleicht doch all das relativiert und die Welt Tarrs so wie man sie als Zuschauer sieht umkrempelt, ich bin jedenfalls gespannt. Auch Jenseits all diesem anspruchsvollem Gerede einfach mal wieder einen Film zu sehen der meine Augen in seiner banalen Schönheit beglückt, entzückt und mit ihnen Tango bis in die tiefste Nacht tanzt...

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