François Truffaut - Kommentare

Beteiligt an 37 Filmen

3 Kommentare

über François Truffaut
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David "Noodles" Aaronson

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Der großartige François Truffaut wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Seit Truffaut dürfen wir uns fragen, ist Kino wichtiger als das Leben?
Zumindest macht es das Leben lebenswerter, ganz besonders wenn jemand wie Truffaut auf dem Regiestuhl sitzt. Immer mehr als andere hat er seine eigene Biographie in seine Filme eingewebt, mehr Herzblut, mehr Menschlichkeit, wie mir scheint.

Deshalb würden wir auch selbst liebend gerne das letzte Taschengeld zusammenkratzen, anderen 400 kleine Streiche spielen, in denen wir den Nachbarn Tisch und Bett wegstehlen, nur um noch einmal in den Genuss eines Truffaut Filmes zu kommen - im Kino natürlich, wo sonst?
Und wenn „Jules und Jim“ aus ist fahren wir, mit der Dame unseres Herzens, in der letzten Metro nach hause. Unterwegs wird standesgemäß noch ein Citizen Kane Plakat geklaut. Zu Hause wartet allerdings Ärger auf uns, jemand hat beim Nachbarn ein Ehebett gestohlen... Doch haben wir gelernt dass es nichts bringt wenn der Pianist erschossen wird, die Braut muss demnach kein schwarz tragen, sondern zeigt dem Pianisten stattdessen wie man(n) ein geröstetes Toastbrot in der Hand streicht, ohne dass es gleich zerbricht. Leider zieht sie auch mit ihn zusammen (daran ist sie gewiss nicht alleine schuld)! Liebe auf der Flucht sozusagen. Wohin jetzt nur?? Das gestohlene Plakat erinnert uns an den schönsten Ort der Welt. Das Kino!

Schon läuft der nächste Film des kleinen Franzosen. Und alle fragen sich: Mr. Truffaut, wie haben sie das gemacht?

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Darbon

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Auch ich beantworte die gestellte Frage um die Wichtigkeit mit "ja" - jetzt mit dem Tod von Wisława Szymborska († letzte Woche)
"Es gibt kein solches Leben,
das nicht wenigstens für einen Augenblick unsterblich wäre.
Der Tod kommt immer um diesen einen Augenblick zu spät.
Umsonst rüttelt er am Griff der unsichtbaren Tür.
Er kann, was jemand erreicht hat, nicht rückgängig machen."
Glückwunsch zum 80., Monsieur Truffaut.
Du, David, verbindest die Titel, so dass ein kleines Gedicht ensteht bei deiner Hommage. Une chambre verte, ein grünes Zimmer.

Doch knapp und hart vom Bazin-Broschüren-Leser zum "jungen Türken" David: eine Schwarmittelligenz-Sprachkulturkorrektur steht an und hier mal nicht von Wolf Schneider: Claude Jade bestreicht auf über 8000 google-Seiten, auch auf vielen deutschen, ein Butter-Toast. Das englische Wort für dieses zerbechliche Requisit in einer Sternstunde der Filmgeschichte ist hingegen das, was es ist - im Original: Biscotte - und das auch bei jedem cinephilen Nachmach-Test einzig und allein nur deshalb funktioniert: Zwieback, denn Zwieback sagen auch die Angelsachsen. Zwieback. Freue mich auf den "Gestohlene Küsse"-Montag auf Arte.

Soviel nur flux wie ein gestohlenes Affiche (wer von den einzig echten Moviepiloten hat das nicht getan?, an die Braven: schämt euch!) zum deutschen "Geraubte Küsse"-Titel.


Heiderditte

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Sein Film die amerikanische Nacht ist das beste Werk über Regisseure und ihre Probleme, das der Film hervorgebracht hat (Dicht gefolgt von 81/2)

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annaberlin

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Truffaut hat Jules und Jim gemacht, einen meiner absoluten Lieblingsfilme. Alleine dafür steht er bei mir ganz oben auf der Liste. Aber zudem gibt es in seinem Werk auch keinen einzigen schlechten Film. Von welchem Regisseur kann man so etwas behaupten? Jeder seiner Film lebt für sich und viele seiner Werke sind so bedeutend, dass sie ständig in der Filmgeschichte zitiert werden. François Truffaut ist einer der größten Regisseure des 20. Jahrhunderts.

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Schlegel

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"Liebe auf der Flucht" war aber echt nicht so besonders.


Darbon

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Er selbst mochte ihn ja auch nicht und der Film ist bei all seiner meisterhaften Montage kühl; Claude Jade fand ihn "frustrierend". Das sagte auch eine Dame um die 60, als ich "Liebe auf der Flucht" zuletzt 2008 im "Lichtblick" gesehen habe.

"Liebe auf der Flucht" hat aber bei all seinen Fehlern, die ich hier zum Großteil den exzentrischen Drehbuchideen Marie-France Pisiers zuschreibe, dennoch einige kostbare, weil persönliche Querverweise. Bei weitem nicht so gelungen wie bei "Tisch und Bett" ist François Truffaut, der "Mann, der die Frauen liebte", hier erneut dabei, sein Leben wie immer zu rekapitulieren, leider nicht so leichtfüßig wie in den früheren Doinels: Der Mann, der seine Mutter verachtungswürdig nennt (das wissen wir seit den "400 Coups" und spätestens seit seinem Brief an Claude Jades Mutter Marcelle Jorré, in dem er ausführlich sein kaputtes Frauenbild beschreibt). Wir haben Madeleine Morgenstern, von 1957 bis 1965 seine erste und letzte Ehefrau, die Tochter eines Produzenten und Förderers. Und wir haben die 19jährige Claude Jade, die dem 35jährigen sein Rettungsanker werden sollte ("Als ich Claude [1968] nach vier Jahren Einsamkeit begegnet bin, habe ich gedacht, dass ich mich dank ihrer von meiner Vergangenheit befreien könnte; schließlich werde ich nun schützen und nicht schützen müssen...") und wir haben Catherine Dorléac-"Deneuve"-Bailey, die auch nach den Vätern ihrer Söhne Vadim oder Mastroianni hätte heißen können ("Wozu die Ehe, wenn es die Scheidung gibt?").

Truffaut begab sich nach der Deneuve in psychiatrische Behandlung und wer musste trösten? Claude Jade, die er so brutal kurz vor der Trauung sitzen ließ und die über die Jahre seine enge Vertraute wurde, die er "meine dritte Tochter" nannte. Wie die echte Christine für den inzwischen falschen Antoine. Und kurz vor dem Tode - Claude lebte nun als Diplomatenfrau gerade zwischen Moskau, wo sie mit Jutkewitsch drehte, und auf Zypern - gab es dann Fanny Ardant, aber das war dann auch schon lange nach der "Liebe auf der Flucht".

Truffaut erschließt sich am besten, wenn man sein Gesamtwerk kennt und da hat die misslungene "Liebe auf der Flucht" durchaus ihren verdiensten Platz (jedenfalls immer noch weit vor "Adèle H." und "Fahrenheit 451").


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