Kommentar Numero Uno!
Da lass ich den Meister ( Schöpfer von "Heart of Darkness" das Buch aus dem später "Apocalypse Now" mutieren sollte...) doch einfach mal für sich selbst sprechen:
„Der Mensch ist ein bösartiges Tier. Seine Bösartigkeit muss organisiert werden. Das Verbrechen ist eine notwendige Bedingung der organisierten Existenz. Die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach kriminell, sonst würde sie nicht existieren. Der Egoismus rettet alles – absolut alles –, was wir hassen, was wir lieben. Und alles bleibt so, wie es ist. Ebendies ist der Grund, warum ich die extremen Anarchisten achte. ‚Ich erhoffe die allgemeine Ausrottung‘ – sehr gut. Das ist gerecht, und, mehr noch, es ist klar. Wir gehen mit Worten Kompromisse ein. Es hilft uns auch nicht weiter. Es ist wie ein Wald, in dem niemand den Weg kennt. Man ist verloren, während man noch ruft: ‚Ich bin gerettet!‘“
-Joseph Conrad: Brief an Robert Cunninghame Graham, 2. Februar 1899-
Ziemlich nihilistisches, tendenziell menschenverachtendes Menschenbild nach der Denke, der Mensch ist ein Wolf und kein gesellschaftliches Wesen. Passt schon zu seinen ausdrucksstarken Büchern, entspricht aber nicht meinen Werten.
ich fand "heart of darkness" ziemlich stark. wahnsinnig tolle atmosphäre und conrads sprachtalent ist phänomenal (hatte es auf englisch gelesen). aber ok, wenn man mal rational drüber nachdenkt, kann ich sein menschenbild auch eher weniger unterschreiben ^^
Mir geht es auch nicht darum zu sagen:So sehe ich es auch (ich sehe "Es" nicht so...), mir geht es darum: So kann man es sehen,so sah es Conrad...Und es ist ein Standpunkt den man nicht so einfach als falsch abtun kann, wie ich finde...
naja, kann man schon. das problem an dieser (aus heutiger sicht) deterministisch-biologistischen sichtweise ist, dass er sagt "die natur des menschen ist so und so" als ob es halt so feststehen würde. dabei wird das wesen des menschen aber zum großteil durch die gesellschaftlichen verhältnisse bestimmt, so dass conrads obige aussage unter bestimmten voraussetzungen als "überholt" oder sogar "falsch" gelten kann.
was aber natürlich nichts daran ändert dass der mensch unter gewissen anderen verhältnisse halt genau so ist wie oben beschrieben und seine aussage somit partiell zutrifft.
Man muss auch sehen:Das ist Gedankengut von Anno 1899...
Das sollte man nicht vergessen und nicht unterbewerten...
Der mann war Zyniker,rassistisch und vieles mehr (aus heutiger Sicht),damals machte er sich schlicht Gedanken über sich selbst,seine Umwelt und warum ist was ist...
Wichtig ist denke ich auf jeden Fall seine Gedanken seinem zeitlichen Kontext gegenüber zu stellen und nicht von heute und hier ihn "ausenanderzunehmen " ihn "entlarven" zu wollen...
Was er schreibt ist aus heutiger Sicht ganz klar einseitig und überholt,aus seiner Sicht war es wohl revolutionär...
Hier muss doch gar nicht geschlichtet werden...;) Mir ist schon klar das Andy, wenn er ein Zitat von Conrad postet, nicht die selbe Meinung haben muss. Selbst wenn, die ist ja durch aus vertretbar und tragbar (auch in heutiger Zeit). Ist, so wie ich schon geschrieben habe, halt nicht meine. Da gehe ich mehr mit Mimuschka dakor. Zudem ist der Mensch Conrad (wie auch er immer) mir weniger wichtig sondern mehr seine literarische Kraft und Wortgewalt. Und da ist er zeitlos-genial. Wenn ich Künstler und Literaten danach beurteilen würde was sie für einen Senf von sich geben und nicht nach ihrem Output könnte ich ja kaum noch etwas lesen und anschauen...;)
Existentiell sogar lieber Tee,würde ich sagen...Man muss überlegen das damals wohl höchstens 5% Menschen oder eher weniger wahrlich gebildet waren (die Chance auf Bildung überhaupt hatten...) und das Conrad ein Einzelgängertyp war (davon geh ich jetzt einfach mal aus)...Seine Gedanken waren Neuland und so etwas wie "Herz der Finsternis" war wohl eine Art (dunkles) Licht in dunkler Nacht...
Ja, anderseits kann man auch um die Jahrtausendwende andere Ansichten vertreten, die allerdings von der Einzelgänger-Vita Conrads aus auch schwer möglich waren. Er war aber mit Robert Graham befreundet. Dieser hing mit Friedrich Engels rum und war ein sozialistische Politiker. Die haben sich sicherlich heiße Diskussionen geliefert. Ihre Gemeinsamkeit war sicherlich ihre Abenteurerei...
1 Kommentare
über Joseph Conrad
Kommentar schreibenAndy Dufresne 2012/05/09 22:32:25
Kommentar löschenKommentar Numero Uno!
Da lass ich den Meister ( Schöpfer von "Heart of Darkness" das Buch aus dem später "Apocalypse Now" mutieren sollte...) doch einfach mal für sich selbst sprechen:
„Der Mensch ist ein bösartiges Tier. Seine Bösartigkeit muss organisiert werden. Das Verbrechen ist eine notwendige Bedingung der organisierten Existenz. Die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach kriminell, sonst würde sie nicht existieren. Der Egoismus rettet alles – absolut alles –, was wir hassen, was wir lieben. Und alles bleibt so, wie es ist. Ebendies ist der Grund, warum ich die extremen Anarchisten achte. ‚Ich erhoffe die allgemeine Ausrottung‘ – sehr gut. Das ist gerecht, und, mehr noch, es ist klar. Wir gehen mit Worten Kompromisse ein. Es hilft uns auch nicht weiter. Es ist wie ein Wald, in dem niemand den Weg kennt. Man ist verloren, während man noch ruft: ‚Ich bin gerettet!‘“
-Joseph Conrad: Brief an Robert Cunninghame Graham, 2. Februar 1899-
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 15 Antworten
lieber_tee 2012/05/09 22:59:36
Antwort löschenZiemlich nihilistisches, tendenziell menschenverachtendes Menschenbild nach der Denke, der Mensch ist ein Wolf und kein gesellschaftliches Wesen. Passt schon zu seinen ausdrucksstarken Büchern, entspricht aber nicht meinen Werten.
Mimuschka 2012/05/09 23:04:48
Antwort löschenich fand "heart of darkness" ziemlich stark. wahnsinnig tolle atmosphäre und conrads sprachtalent ist phänomenal (hatte es auf englisch gelesen). aber ok, wenn man mal rational drüber nachdenkt, kann ich sein menschenbild auch eher weniger unterschreiben ^^
Andy Dufresne 2012/05/09 23:08:40
Antwort löschenMir geht es auch nicht darum zu sagen:So sehe ich es auch (ich sehe "Es" nicht so...), mir geht es darum: So kann man es sehen,so sah es Conrad...Und es ist ein Standpunkt den man nicht so einfach als falsch abtun kann, wie ich finde...
Mimuschka 2012/05/09 23:14:37
Antwort löschennaja, kann man schon. das problem an dieser (aus heutiger sicht) deterministisch-biologistischen sichtweise ist, dass er sagt "die natur des menschen ist so und so" als ob es halt so feststehen würde. dabei wird das wesen des menschen aber zum großteil durch die gesellschaftlichen verhältnisse bestimmt, so dass conrads obige aussage unter bestimmten voraussetzungen als "überholt" oder sogar "falsch" gelten kann.
was aber natürlich nichts daran ändert dass der mensch unter gewissen anderen verhältnisse halt genau so ist wie oben beschrieben und seine aussage somit partiell zutrifft.
so, hoffe ich konnte etwas schlichten ^^
Andy Dufresne 2012/05/09 23:21:11
Antwort löschenMan muss auch sehen:Das ist Gedankengut von Anno 1899...
Das sollte man nicht vergessen und nicht unterbewerten...
Der mann war Zyniker,rassistisch und vieles mehr (aus heutiger Sicht),damals machte er sich schlicht Gedanken über sich selbst,seine Umwelt und warum ist was ist...
Mimuschka 2012/05/09 23:23:11
Antwort löschenja, auf jeden fall. sehe ich ja auch so. und sein literarisches werk find ich ja auch schon genial
Andy Dufresne 2012/05/09 23:23:45
Antwort löschenman sollte seine Gedanken als Möglichkeit betrachten finde ich... Als mögliche Möglichkeit,als eine Interpretation eben...
Andy Dufresne 2012/05/09 23:27:20
Antwort löschenWichtig ist denke ich auf jeden Fall seine Gedanken seinem zeitlichen Kontext gegenüber zu stellen und nicht von heute und hier ihn "ausenanderzunehmen " ihn "entlarven" zu wollen...
Was er schreibt ist aus heutiger Sicht ganz klar einseitig und überholt,aus seiner Sicht war es wohl revolutionär...
lieber_tee 2012/05/09 23:27:35
Antwort löschenHier muss doch gar nicht geschlichtet werden...;) Mir ist schon klar das Andy, wenn er ein Zitat von Conrad postet, nicht die selbe Meinung haben muss. Selbst wenn, die ist ja durch aus vertretbar und tragbar (auch in heutiger Zeit). Ist, so wie ich schon geschrieben habe, halt nicht meine. Da gehe ich mehr mit Mimuschka dakor. Zudem ist der Mensch Conrad (wie auch er immer) mir weniger wichtig sondern mehr seine literarische Kraft und Wortgewalt. Und da ist er zeitlos-genial. Wenn ich Künstler und Literaten danach beurteilen würde was sie für einen Senf von sich geben und nicht nach ihrem Output könnte ich ja kaum noch etwas lesen und anschauen...;)
lieber_tee 2012/05/09 23:28:55
Antwort löschenJa, der zeitliche Kontext ist auch wichtig, stimmt.
Andy Dufresne 2012/05/09 23:34:24
Antwort löschenExistentiell sogar lieber Tee,würde ich sagen...Man muss überlegen das damals wohl höchstens 5% Menschen oder eher weniger wahrlich gebildet waren (die Chance auf Bildung überhaupt hatten...) und das Conrad ein Einzelgängertyp war (davon geh ich jetzt einfach mal aus)...Seine Gedanken waren Neuland und so etwas wie "Herz der Finsternis" war wohl eine Art (dunkles) Licht in dunkler Nacht...
lieber_tee 2012/05/09 23:45:10
Antwort löschenJa, anderseits kann man auch um die Jahrtausendwende andere Ansichten vertreten, die allerdings von der Einzelgänger-Vita Conrads aus auch schwer möglich waren. Er war aber mit Robert Graham befreundet. Dieser hing mit Friedrich Engels rum und war ein sozialistische Politiker. Die haben sich sicherlich heiße Diskussionen geliefert. Ihre Gemeinsamkeit war sicherlich ihre Abenteurerei...
Andy Dufresne 2012/05/09 23:53:13
Antwort löschen...und sicher ein Genuss für die Beiden!:D
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lieber_tee 2012/05/10 00:08:36
Antwort löschenheute gibt es dafür MP...:))))))))))))))
Andy Dufresne 2012/05/10 00:12:49
Antwort löschenSo siehts aus, mein allerliebster Tee! :)))))))))))))))))
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