Marianne Faithfull - Kommentare

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patcharisma

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Wenn jemand eine 60's-Vergangenheit mit unschuldiger (Folk-)Musik hatte, ist man ja gerne etwas nachsichtig. Aber nicht mal das hatte die Tochter aus dem britisch reichen Bohemian-Snob-Haus - sogar ihr alter Katalog ist einfach unglaublich übel. Und das, obwohl der noch mit Hilfe des Hauses "Immediate" mit Andrew Logg Oldham kam: Diese Frau ist einfach keine Vashti Bunyan! Diese tolle Lady zog nämlich mit ihrem Planwagen mit Hund und Pferd 1969 lieber in die Hebredien-Inseln weit über Schottland, weil ihr die Stones viel zu primitiv waren, während Marianne sich von Mick Jagger v--geln lies und zur Junkie-Braut verkam. Ihr 80's-Comeback "Broken English" war für sie zwar noch ein (Punk-)Befreiungsschlag, heute dreht man nur noch genervt den Radio ab, wenn sowas wie "The Ballad Of Lucy Jordan" mit diesem keifenden Nasal-Gesang kommt.

Heute füllt Marianne mit ihren brüchigen Chansons (sie bringt natürlich vorallem so "kultige" Cover-Versionen, da kann eben nix schiefgehen) kleinere Konzert-Hallen auf, für ihr ewig verklärtes, reiches, super-intellektuelles (aber eben doch ziemlich ungebildetes) 60-Over-Akademiker-Baby-Boomer-Publikum auf, die sich vielleicht noch hoffen, dass ihnen Marianne auch mal so eine "elegante Hand" (TV-Spielfilm) anlegen würde, wie es eine Irina Palm in diesem bescheuerten Film tat. Mir wird grad schlecht.

Dank dem Netz und den tollen CD-Reissues ist es heute tatsächlich möglich, den Katalog toller 60's-Folk-Brit-Sängerinnen, wie Vashti, Judy Dyble, Bridget St.John, Shelagh McDonald oder der höllisch tollen Anne Briggs endlich zu komplementieren. Und da verzichtet ein Musik-Kenner mittlerweile herzlich gerne auf eine Marianne Faithful.

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