Niemand erzählt so ruhig und gleichzeitig spannungsgeladen. Gerade über den stillsten Momenten in seinen Filmen schwebt eine rasende Aura des Unheilvollen.
Niemand sonst kann zwei Minuten lang einen laufenden Fernseher einblenden und mich damit gleichermaßen faszinieren und foltern.
Niemand kann mich auch ohne bzw. mit nur wenig expliziter Gewaltdarstellung derart verstören.
Ich hatte vor einiger Zeit mit jemandem ein Gespräch darüber, welcher Film mich am meisten aus der Bahn geworfen, mir die schlimmsten Albträume bereitet hat und mein allererster Gedanke war "Funny Games". Damals kannte ich "Die Klavierspielerin" noch nicht. So oder so, der Preis geht an Haneke.
Kaum jemand dreht in sich stimmige und (, ja!) anspruchvolle Filme, bei denen Rollenbesetzung, Atmosphäre und Story(verlauf) derart perfekt wie Rädchen ineinandergreifen und deren Ausgang nie vorhersehbar ist.
Niemand ist so schonungslos.
Ja, vielleicht schlägt der gute Mann im Alter nun eine etwas andere Richtung ein, "Das weiße Band" lässt es zumindest vermuten - aber kann ich ihm übel nehmen, dass er sich einem etwas (wohlgemerkt, "Mainstream" ist immer noch anders) größeren - oder besser: anderen - Publikum öffnet? Es wäre ohnehin ein Meckern auf sehr hohem Niveau.
Für die einen ist Michael Haneke ein Sadist, für die anderen (und dazu zähle ich mich) der vielleicht wertvollste deutschsprachige Regisseur, den wir haben.
Stimmt eigentlich. Bei den zeitgenössischen deutschsprachigen Regisseuren würde ich nur bei Haneke mit Sicherheit sagen können, dass sein Name in einigen Jahrzehnten noch ein Begriff sein wird.
Ein Paradebeispiel für einen sich selbst überschätzenden, überholten, mit falschen Ansichten und verlorenem Händchen für das Maß der Dinge, die ihn früher auszeichneten, alten Mann.
komisch, genau das habe ich immer von lars von trier gedacht, vor allem das mit dem sadismus. aber hey, wenn "das bürgertum" nach sarumans intellektueller demaskierung schreit, lasses doch schreien. verdient hättes jedenfalls, das pack, äh, das "bürgertum".
Wo ist Haneke bitte sadistisch?
Ich habe gerade "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" gesehen, den es in der Moviepilot-Datenbank noch garnicht gibt. Der Film ist definitiv der beste aus seiner Trilogie und sollte von jedem gesehen werden!
Michael Haneke begreift das Filmemachen wirklich noch als moralische Lehrtätigkeit. Was bei den meisten Regiesseuren als Grundhaltung nerven würde, führt bei ihm verstörenden Meisterwerken.
Kontrovers bis zum Anschlag - und genau dafür liebe ich ihn. Habe damals Bennys Video total unvoreingenommen gesehen ohne irgendetwas von Haneke zu wissen und dieser Film hat bei mir ungefähr das bewirkt, was Clockwork Orange schaffte: mich noch Wochen danach einzunehmen.
6 Kommentare
über Michael Haneke
Kommentar schreibenJenny von T 2011/10/25 22:07:18
Kommentar löschenNiemand erzählt so ruhig und gleichzeitig spannungsgeladen. Gerade über den stillsten Momenten in seinen Filmen schwebt eine rasende Aura des Unheilvollen.
Niemand sonst kann zwei Minuten lang einen laufenden Fernseher einblenden und mich damit gleichermaßen faszinieren und foltern.
Niemand kann mich auch ohne bzw. mit nur wenig expliziter Gewaltdarstellung derart verstören.
Ich hatte vor einiger Zeit mit jemandem ein Gespräch darüber, welcher Film mich am meisten aus der Bahn geworfen, mir die schlimmsten Albträume bereitet hat und mein allererster Gedanke war "Funny Games". Damals kannte ich "Die Klavierspielerin" noch nicht. So oder so, der Preis geht an Haneke.
Kaum jemand dreht in sich stimmige und (, ja!) anspruchvolle Filme, bei denen Rollenbesetzung, Atmosphäre und Story(verlauf) derart perfekt wie Rädchen ineinandergreifen und deren Ausgang nie vorhersehbar ist.
Niemand ist so schonungslos.
Ja, vielleicht schlägt der gute Mann im Alter nun eine etwas andere Richtung ein, "Das weiße Band" lässt es zumindest vermuten - aber kann ich ihm übel nehmen, dass er sich einem etwas (wohlgemerkt, "Mainstream" ist immer noch anders) größeren - oder besser: anderen - Publikum öffnet? Es wäre ohnehin ein Meckern auf sehr hohem Niveau.
Für die einen ist Michael Haneke ein Sadist, für die anderen (und dazu zähle ich mich) der vielleicht wertvollste deutschsprachige Regisseur, den wir haben.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
BigDi 2011/10/25 23:04:44
Antwort löschen"Niemand ist so schonungslos." - doch, Noé. :P
Sigmund 2011/10/26 00:56:45
Antwort löschenStimmt eigentlich. Bei den zeitgenössischen deutschsprachigen Regisseuren würde ich nur bei Haneke mit Sicherheit sagen können, dass sein Name in einigen Jahrzehnten noch ein Begriff sein wird.
Jenny von T 2011/10/26 08:18:02
Antwort löschenNoé... na gut, lasse ich gelten. Aber Haneke war vorher da. ;-)
Jack_Torrance 2011/11/05 15:26:12
Antwort löschenHab bis jetzt nur "Das weiße Band" gesehen. Die von dir erwähnten Filme muss ich UNBEDINGT noch sehen...
Alle 6 Antworten zeigen
Jenny von T 2011/11/06 13:13:03
Antwort löschenDa kann ich jetzt nicht widersprechen.
alanger 2011/12/27 17:35:28
Antwort löschenjetzt ess ich erstmal ein duplo.
Artbreak Kid 2011/08/24 17:25:35
Kommentar löschenEin Paradebeispiel für einen sich selbst überschätzenden, überholten, mit falschen Ansichten und verlorenem Händchen für das Maß der Dinge, die ihn früher auszeichneten, alten Mann.
Kommentar gefällt mir 2 Antworten
doctorgonzo 2011/08/25 11:23:09
Antwort löschenKlingt, als könnte das auch bei Cameron stehen...
Artbreak Kid 2011/08/25 12:39:11
Antwort löschenJep, bei vielen Personen würde ausschließlich das Copy-Paste Verfahren genügen.
alanger 2009/05/30 15:50:55
Kommentar löschenhaneke ist ein sadistischer sack der den intellektuellen demaskierer des bürgertums gibt. leider mit erfolg, beim bürgertum.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Heavy_Metal 2009/10/11 19:12:50
Antwort löschenkomisch, genau das habe ich immer von lars von trier gedacht, vor allem das mit dem sadismus. aber hey, wenn "das bürgertum" nach sarumans intellektueller demaskierung schreit, lasses doch schreien. verdient hättes jedenfalls, das pack, äh, das "bürgertum".
alanger 2009/10/11 22:08:32
Antwort löschen*g*
Kubrick_obscura 2008/12/09 12:48:51
Kommentar löschenWo ist Haneke bitte sadistisch?
Ich habe gerade "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" gesehen, den es in der Moviepilot-Datenbank noch garnicht gibt. Der Film ist definitiv der beste aus seiner Trilogie und sollte von jedem gesehen werden!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
feininger75 2008/11/14 13:36:41
Kommentar löschenMichael Haneke begreift das Filmemachen wirklich noch als moralische Lehrtätigkeit. Was bei den meisten Regiesseuren als Grundhaltung nerven würde, führt bei ihm verstörenden Meisterwerken.
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annaberlin 2008/11/14 13:17:38
Kommentar löschenKontrovers bis zum Anschlag - und genau dafür liebe ich ihn. Habe damals Bennys Video total unvoreingenommen gesehen ohne irgendetwas von Haneke zu wissen und dieser Film hat bei mir ungefähr das bewirkt, was Clockwork Orange schaffte: mich noch Wochen danach einzunehmen.
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