Peter Ustinov war meiner Meinung ein brillanter Schauspieler, dessen Darstellungen besonders in Spartacus und Topkapi einfach großartig sind, aber auch in seiner Rolle des Nero in Quo Vadis und seiner Rolle als Hercule Poirot, ist er exzellent.
Und zum Schluss noch ein Zitat:
"Das Alibi ist wie der Kredit, wenn man beide nicht braucht, dann hat man sie."
Zitat: Ende
Auch schön: »Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: ›Das ist technisch unmöglich!‹«
Doch nicht nur als Darsteller, auch als Entertainer konnte der Mann mit der sehr internationalen Herkunft ("ich bin ethnisch sehr schmutzig und sehr stolz darauf") beeindrucken.
Als guter Beobachter mit spitzer Zunge waren Auftritte von ihm als Erzähler/Alleinunterhalter einfach herrlich.
"Sir Peter, was soll einmal auf Ihrem Grabstein stehen?"
-"Betreten des Rasens verbotern!"
Ein unendliches Repertoire an Anekdoten und Witzen, dazu eloquent, doch nie überheblich, sondern stets allzu menschlich.
Einen besseren UNICEF Botschafter könnte man sich kaum vorstellen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir seine Erzählung eines Witzes
Moskau 1965: nach jahrelangem Warten erhält ein Moskauer Jude endlich die Ausreisegenehmigung nach Israel. Er packt seine Sachen und macht sich auf den Weg.
Am Flughafen Scheremetjewo wird er von Zoll und Geheimdienst durchsucht, ebenso der Koffer. Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
"Aufmachen" befiehlt der Zöllner. Der alte Mann wickelt es aus, es ist eine kleine Büste von Lenin.
"Das ist Lenin", erklärt der Alte, zu den Beamten gewandt "hat der Welt den Kommunismus gebracht, er ist, wie Sie wissen, ein großer Held, ich will ihn allen in Israel zeigen."
Ein gutmütiges Lächeln breitet sich auf den Gesichtern der Beamten aus und man gestattet ihm, die Büste mitzunehmen.
Nach zahlreichen Stunden landet seine Maschine auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv.
Wieder sieht er sich Zöllnern und Geheimdienstlern gegenüber.
Der Koffer wird untersucht: Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
Wieder heißt es "Aufmachen!"
Der alte Mann wickelt das Paket bedächtig aus und erklärt "Das ist eine Büste von Lenin, der hat der Welt den Kommunismus gebracht, großer Schweinehund, will ich allen hier zeigen."
Die Zöllner lächeln amüsiert und der Alte darf mit seiner Habe passieren.
Draußen wird er von der Familie erwartet... Großes Umarmen, Schulterklopfen und Freudentränen sind angesagt.
Man bringt ihn zum Haus der Familie und es wird ein Festmahl aufgetischt.
Nach einem anstrengenden Tag möchte der Alte nur noch ins Bett...
Sein 15-jähriger Großneffe trägt ihm den Koffer nach oben, zeigt ihm das eigens eingerichtete Zimmer und hilft beim Auspacken.
Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
Der Junge wird neugierig und fragt. "Darf ich das aufmachen?" Es wird ihm gestattet.
Zum Vorschein kommt eine kleine Büste von Lenin.... Der Junge ruft aufgeregt "DAS IST LENIN! Von ihm habe ich in der Schule gelesen, der hat der Welt den Kommunismus gebracht, stimmts nicht, Onkel?!"
Der alte Jude sieht seinen Großneffen liebevoll an, klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter, nimmt die Büste an sich und sagt:
"Nicht ganz, mein Junge, was Du hier siehst sind 3 Kilo geschmuggeltes Gold!"
Peter Ustinov hätte auch einen Stein spielen können, der sich 90min nicht bewegt und überhaupt garnichts tut, und es wäre trotzdem herrlich anzusehen.
Neben Alec Guinness zweifelsfrei der Sir der Sirs.
Weltgewandt, kultiviert und unnachahmlich humorvoll. Einer der größten und vielseitigsten Darsteller aller Zeiten.
Ein Stück Kulturgeschichte, ob man nun von ihm oder von Julius Cäsar noch nie etwas gehört hat, man wäre gleichermaßen ein Banause.
4 Kommentare
über Peter Ustinov
Kommentar schreibenhoffman587 2011/06/04 16:34:57
Kommentar löschenPeter Ustinov war meiner Meinung ein brillanter Schauspieler, dessen Darstellungen besonders in Spartacus und Topkapi einfach großartig sind, aber auch in seiner Rolle des Nero in Quo Vadis und seiner Rolle als Hercule Poirot, ist er exzellent.
Und zum Schluss noch ein Zitat:
"Das Alibi ist wie der Kredit, wenn man beide nicht braucht, dann hat man sie."
Zitat: Ende
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Joe Gillis 2011/06/04 16:42:10
Antwort löschenAuch schön: »Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: ›Das ist technisch unmöglich!‹«
hoffman587 2011/06/04 16:44:18
Antwort löschenJa, du hast recht, das ist auch sehr gut.
doctorgonzo 2010/06/02 17:46:20
Kommentar löschenDoch nicht nur als Darsteller, auch als Entertainer konnte der Mann mit der sehr internationalen Herkunft ("ich bin ethnisch sehr schmutzig und sehr stolz darauf") beeindrucken.
Als guter Beobachter mit spitzer Zunge waren Auftritte von ihm als Erzähler/Alleinunterhalter einfach herrlich.
"Sir Peter, was soll einmal auf Ihrem Grabstein stehen?"
-"Betreten des Rasens verbotern!"
Ein unendliches Repertoire an Anekdoten und Witzen, dazu eloquent, doch nie überheblich, sondern stets allzu menschlich.
Einen besseren UNICEF Botschafter könnte man sich kaum vorstellen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir seine Erzählung eines Witzes
Moskau 1965: nach jahrelangem Warten erhält ein Moskauer Jude endlich die Ausreisegenehmigung nach Israel. Er packt seine Sachen und macht sich auf den Weg.
Am Flughafen Scheremetjewo wird er von Zoll und Geheimdienst durchsucht, ebenso der Koffer. Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
"Aufmachen" befiehlt der Zöllner. Der alte Mann wickelt es aus, es ist eine kleine Büste von Lenin.
"Das ist Lenin", erklärt der Alte, zu den Beamten gewandt "hat der Welt den Kommunismus gebracht, er ist, wie Sie wissen, ein großer Held, ich will ihn allen in Israel zeigen."
Ein gutmütiges Lächeln breitet sich auf den Gesichtern der Beamten aus und man gestattet ihm, die Büste mitzunehmen.
Nach zahlreichen Stunden landet seine Maschine auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv.
Wieder sieht er sich Zöllnern und Geheimdienstlern gegenüber.
Der Koffer wird untersucht: Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
Wieder heißt es "Aufmachen!"
Der alte Mann wickelt das Paket bedächtig aus und erklärt "Das ist eine Büste von Lenin, der hat der Welt den Kommunismus gebracht, großer Schweinehund, will ich allen hier zeigen."
Die Zöllner lächeln amüsiert und der Alte darf mit seiner Habe passieren.
Draußen wird er von der Familie erwartet... Großes Umarmen, Schulterklopfen und Freudentränen sind angesagt.
Man bringt ihn zum Haus der Familie und es wird ein Festmahl aufgetischt.
Nach einem anstrengenden Tag möchte der Alte nur noch ins Bett...
Sein 15-jähriger Großneffe trägt ihm den Koffer nach oben, zeigt ihm das eigens eingerichtete Zimmer und hilft beim Auspacken.
Socken, Hemden, Hosen und ein schweres, in Zeitungspapier gewickeltes Paket...
Der Junge wird neugierig und fragt. "Darf ich das aufmachen?" Es wird ihm gestattet.
Zum Vorschein kommt eine kleine Büste von Lenin.... Der Junge ruft aufgeregt "DAS IST LENIN! Von ihm habe ich in der Schule gelesen, der hat der Welt den Kommunismus gebracht, stimmts nicht, Onkel?!"
Der alte Jude sieht seinen Großneffen liebevoll an, klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter, nimmt die Büste an sich und sagt:
"Nicht ganz, mein Junge, was Du hier siehst sind 3 Kilo geschmuggeltes Gold!"
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
doctorgonzo 2010/06/02 17:06:39
Kommentar löschenPeter Ustinov hätte auch einen Stein spielen können, der sich 90min nicht bewegt und überhaupt garnichts tut, und es wäre trotzdem herrlich anzusehen.
Neben Alec Guinness zweifelsfrei der Sir der Sirs.
Weltgewandt, kultiviert und unnachahmlich humorvoll. Einer der größten und vielseitigsten Darsteller aller Zeiten.
Ein Stück Kulturgeschichte, ob man nun von ihm oder von Julius Cäsar noch nie etwas gehört hat, man wäre gleichermaßen ein Banause.
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Joe Gillis 2010/06/02 17:09:34
Antwort löschenJulius wer?
doctorgonzo 2010/06/02 17:11:52
Antwort löschenCäsar, der hat das Hundefutter erfunden, es aber aus Lizenzgründen anders geschrieben...
el.sombrero 2010/03/10 22:18:58
Kommentar löschenmir is aufgefallen das "Käpt’n Blackbeards Spuk-Kaschemme" von 1968 fehlt, in dem er Blackbeards Geist spielt
Kommentar gefällt mir Antworten
Deine Meinung zu Peter Ustinov
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Deine Meinung zu Peter Ustinov