Ob in seinen Filmen nun jeder, der nicht schwarz ist gleich irgendwie klischeehaft dargestellt wird oder wurde, ist für mich sekundär. Es mag Teil seines Stils sein, der mich übrigens noch nie wirklich umgehauen hat.
Wie militant sein Rassismus nun angeblich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich weiß, dass ich es in einzelnen Szenen beispielsweise schon etwas lächerlich fand, wie er gerade Italiener präsentierte, aber Scorsese hat auch nicht sonderlich viele Spitzenrollen für Schwarze geschrieben.
Peinlich waren allerdings seine Dispute mit Warner, als er das Budget für "Malcolm X" überzog und sie als böse weiße Rassisten hinstellte, obwohl sie bereits 28 Mio. in das Projekt gepumpt hatten und dann er dann mit schwarzen Großverdienern kümmerliche 5 Millionen sammelte und sich mit ihnen als Helden der schwarzen Rasse feiern ließ.
Noch blöder war allerdings, dass er Clint Eastwood bei "Flags of our Fathers" latenten Rassismus vorwarf, weil bei seiner (historisch korrekten) Mount Suribachi Szene keine Schwarzen zeigte. Jeder macht sich eben lächerlich, so gut er kann.
Aber das alles ändert nichts daran, dass ich, wenn ich Lust auf Spike und Lee habe, doch lieber zu Spike Jonze und Stan Lee, vielleicht auch zu Ang Lee, greife.
Ich bin damals bei der Lektüre der Howard Stern Biografie auf den Streit mit Warner gekommen und wußte vorher nicht, wer das eigentlich sein soll. Aber mittlerweile weiß ich, wie wenig ich bis dahin verpasst hatte. Ob er in seinen Filmen nun Schwarze, Weiße, Latinos oder Franzosen in mäßigen Geschichten verwurstet ist ja eigentlich total egal.
Keine Frage - Lee hat nicht nur einmal großartige Arbeit geleistet. Trotzdem kann man die Kontroversen bezüglich seiner teilweise überaus klischeehaften Darstellung von "Schwarz" und "Weiß" nicht außer Acht lassen. Die typischen Passagen von weißen Personen in seinen Filmen, finde ich teilweise schon sehr grenzwertig. Spike Lee lässt unter anderem den Eindruck entstehen, dass grundsätzlich die "Weißen" für alles schlechte auf der Welt verantworlich sind.
Zitat - Wikipedia:
"Lees Filmen wurde in der Vergangenheit wiederholt der Vorwurf eines "umgekehrten Rassismus" gemacht. Viele seiner Geschichten haben die Kritik an ethnisch bedingten Ungleichbehandlungen zum Thema, im Speziellen meist die Diskriminierung von Afro-Amerikanern. Kritiker werfen Lee jedoch die Neigung vor, farbige Charaktere als "den Weißen überlegen" darzustellen und in die häufig klischeehaften Darstellungen von bestimmten anderen ethnischen Gruppen eigene Vorurteile und Antipathien einzubauen. Damit würde er seine Anti-Diskriminierungs-Aussagen selbst untergraben. Besonders deutlich wäre dies in der Darstellung von Italo-Amerikanern und amerikanischen Juden."
Filme wie "25 Stunden" oder "Inside Man" haben mir bisher aber sehr gut gefallen. "Malcolm X" steht auf meiner Merkliste.
2 Kommentare
über Spike Lee
Kommentar schreibendoctorgonzo 2011/06/08 11:04:48
Kommentar löschenOb in seinen Filmen nun jeder, der nicht schwarz ist gleich irgendwie klischeehaft dargestellt wird oder wurde, ist für mich sekundär. Es mag Teil seines Stils sein, der mich übrigens noch nie wirklich umgehauen hat.
Wie militant sein Rassismus nun angeblich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich weiß, dass ich es in einzelnen Szenen beispielsweise schon etwas lächerlich fand, wie er gerade Italiener präsentierte, aber Scorsese hat auch nicht sonderlich viele Spitzenrollen für Schwarze geschrieben.
Peinlich waren allerdings seine Dispute mit Warner, als er das Budget für "Malcolm X" überzog und sie als böse weiße Rassisten hinstellte, obwohl sie bereits 28 Mio. in das Projekt gepumpt hatten und dann er dann mit schwarzen Großverdienern kümmerliche 5 Millionen sammelte und sich mit ihnen als Helden der schwarzen Rasse feiern ließ.
Noch blöder war allerdings, dass er Clint Eastwood bei "Flags of our Fathers" latenten Rassismus vorwarf, weil bei seiner (historisch korrekten) Mount Suribachi Szene keine Schwarzen zeigte. Jeder macht sich eben lächerlich, so gut er kann.
Aber das alles ändert nichts daran, dass ich, wenn ich Lust auf Spike und Lee habe, doch lieber zu Spike Jonze und Stan Lee, vielleicht auch zu Ang Lee, greife.
bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten
Sheeeeep 2011/06/08 11:12:01
Antwort löschenoder zu Li-Li Li => http://www.moviepilot.de/people/li-li-li
doctorgonzo 2011/06/08 11:19:54
Antwort löschenIch bin damals bei der Lektüre der Howard Stern Biografie auf den Streit mit Warner gekommen und wußte vorher nicht, wer das eigentlich sein soll. Aber mittlerweile weiß ich, wie wenig ich bis dahin verpasst hatte. Ob er in seinen Filmen nun Schwarze, Weiße, Latinos oder Franzosen in mäßigen Geschichten verwurstet ist ja eigentlich total egal.
euronix 2011/06/08 17:18:18
Antwort löschen"Do the right thing" ist aber wirklich kein schlechter Film.
Sheeeeep 2011/06/08 17:20:10
Antwort löschennur wegen den vielen Fucks duffy :D
doctorgonzo 2011/06/08 17:20:41
Antwort löschenGenau, alles nicht schlecht. Er hat auch ein Händchen für Akteure. Aber dieser Wow-Moment fehlt mir einfach!
Sheeeeep 2011/06/08 17:22:35
Antwort löschenhehe duffy :D Würde ich mir ja gern nochmal anschauen aber kino.to ist ja dicht :P
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Sheeeeep 2011/06/08 17:28:59
Antwort löschenDu Sack, stream ihn mal für mich :D
slangbanger! 2011/09/29 19:40:57
Antwort löschenErst jetzt gelesen. @docgonzo: Toller Kommentar.
dustyOn3 2011/06/07 17:10:03
Kommentar löschenKeine Frage - Lee hat nicht nur einmal großartige Arbeit geleistet. Trotzdem kann man die Kontroversen bezüglich seiner teilweise überaus klischeehaften Darstellung von "Schwarz" und "Weiß" nicht außer Acht lassen. Die typischen Passagen von weißen Personen in seinen Filmen, finde ich teilweise schon sehr grenzwertig. Spike Lee lässt unter anderem den Eindruck entstehen, dass grundsätzlich die "Weißen" für alles schlechte auf der Welt verantworlich sind.
Zitat - Wikipedia:
"Lees Filmen wurde in der Vergangenheit wiederholt der Vorwurf eines "umgekehrten Rassismus" gemacht. Viele seiner Geschichten haben die Kritik an ethnisch bedingten Ungleichbehandlungen zum Thema, im Speziellen meist die Diskriminierung von Afro-Amerikanern. Kritiker werfen Lee jedoch die Neigung vor, farbige Charaktere als "den Weißen überlegen" darzustellen und in die häufig klischeehaften Darstellungen von bestimmten anderen ethnischen Gruppen eigene Vorurteile und Antipathien einzubauen. Damit würde er seine Anti-Diskriminierungs-Aussagen selbst untergraben. Besonders deutlich wäre dies in der Darstellung von Italo-Amerikanern und amerikanischen Juden."
Filme wie "25 Stunden" oder "Inside Man" haben mir bisher aber sehr gut gefallen. "Malcolm X" steht auf meiner Merkliste.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
doctorgonzo 2011/06/07 17:20:05
Antwort löschenWährend des Drehs zu "Malcolm X" hat er diese Rassistenschiene mit richtig Dampf befahren...
dustyOn3 2011/06/07 17:25:07
Antwort löschenHab ich mir schon fast gedacht, bei der Beschreibung des Films.
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