Ein verrückter Dr. dessen Hand ein Eigenleben führt, ein Jugendlicher dessen einziges Licht, in einer Kaputten Welt , van Beethoven , die Gewalt und das Vergewaltigen ist , ein Man dessen Leben völlig aus der Bahn läuft als er merkt das Frauen die Gleichen Perversionen wie Männer besitzen. Das sind nur wenige der "Helden" seiner Filme, doch Kubrick schickt sie meistens nicht in den Kampf mit den Bösen sondern in den Kampf gegen sich selbst. Die Protagonisten sind den Chaos in ihren Köpfen ausgesetzt, doch sie setzen sich selten durch, denn Stanley Kubrick befriedigt den Zuschauer nicht , in Hollywood Tradition, mit einem Happy End. Zurück bleibt immer der Kalte, Zynische Blick auf die Gesellschaft , auf die ganze Welt. Die genial inszenierten Charaktere , ist nur einer der vielen Gründe warum Kubrick , der Visionär, die ganze Film Welt veränderte und auch für mich die Weise Filme zu sehen in gewisser Weise veränderte.
Abseits jeglicher Diskussionen, ob er nun der allerbeste oder doch nur einer der besten oder ob ihm seine Figuren wichtig oder egal waren: Es hat nie einen anderen Regisseur gegeben, der mit einer solchen Perfektion mit Filmmusik (ob nun eigens für den Film komponiert, aus der Musikgeschichte oder den aktuellen Charts entnommen) umgehen konnte. Die "Clockwork Orange"-Melodie, die psychedelischen Klänge in der Eröffnungsszene von "The Shining", der betörende Walzer von Schostakovitsch in "Eyes Wide Shut" oder das wunderbare "Paint It Black" am Schluss von "Full Metal Jacket" - die Kompositionen, die man in Verbindung mit Kubricks Werken bringt, wurden durch diese nicht minder ikonisch als die Werke selbst. Für mich liegt darin beinahe sein größtes Genie.
Habe schon bei "Eyes Wide Shut" das Wort "Walzer" geschrieben und wollte es nicht widerholen. ^^ Bei Kubrick ist eh relativ alles ein Meisterwerk der epischen Filmmusik. :D
Jetzt, nach der Space Odyssey, kann ich endlich sagen: es geht mir genauso. :D Wahnsinn. Und ich dachte bislang wirklich, auf diesem Gebiet wäre Tarantino ganz vorne.
Stanley Kubrick hatte seine Finger wohl bisher in jedem Genre und das erfolgreich. Seine Filme können mich immer wieder faszinieren. Zudem wurden sein Projekte, egal wie progressiv, (fast) alle ausgezeichnet. Solche Pioniere braucht das Kino. Thanks a lot!
>Stanley Kubrick< war wohl einer der größten Visionäre der Filmgeschichte, dies ist nicht von der Hand zu weisen. Ich hab mir nicht all seine Filme angesehen, aber wohl die bedeutesten:
>2001< - Hat bei mir nicht funktioniert. Fragt nicht nach, ich konnte einfach mit dem nicht anfangen.
>Uhrwerk Orange< - Der für mich beste Film von ihm. Verstörend, gute Kameraeinstellungen und eine geniale Hauptfigur.
>Shinning< - Schafft es oft, aus dem nichts heraus Horror zu ereugen. Ziemlich nervenaufrebend das Ganze und auch wieder technisch perfekt. Zwar der für mich nicht beste Horrorfilem, aber ein guter.
>Full Metal Jacket< - Ebenfalls kein gewöhnlicher Kriegsfilm, bei dem es keine großartigen Schlachtaufnahmen gibt. Hier wird auf andere, tiefere Stellen wertgelegt.
Ich verzichte darauf, jeden dieser Filme inhaltlich auseinander zu pflücken und es vermutlich auch nicht möglich.
>Stanley Kubrick< kann zwar nicht als mein Lieblingsregiesseur bennant werden (dafür waren einige Stellen in seinen Filme, doch ARG zu langezogen) und auch seine Filme werden niemals unter meinen Top 10 landen, aber dies auch nur persöhnlicher Geschmack. Der Mann hat zumindest versucht sich immer neu zu erfinden und seine Filme sind auf jeden Fall außergewöhnlich. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass jemals so einer wie er geboren wird, aber es wird noch eine ganze Weile dauern.
Es gibt schon so viele Filme zu dem Thema, dass ich mir kaum die Neuerfindung des Rads vorstellen kann. Bei aller Liebe und mit Respekt vor dem Können eines Kubrick betrachte ich eine weitere Verfilmung derzeit für überflüssig.
Ähm, was hat der Film eigentlich noch mit Kubrick zu tun? Ist ja nun nicht so, dass hier die ganze Arbeit auf Kurbicks Schultern lastete ... Napoleon ist Napoleon und Kubrick hat damit dann wohl wirklich nichts mehr zu tun!
Ja schon, aber es stellt sich doch die Frage, ob denn die ganze Vorarbeit so einfach von einem anderen Regisseur blind übernommen wird ... und dann kann man nur noch schwer von einem Kubrick-Projekt reden!
Stanley Kubrick hat dem Kino vieles gegeben: Er stellte das Sci-Fi-Genre auf den Kopf, gab dem Horrorgenre psychologische Tiefe und appellierte dabei immer an den Intellekt des Zuschauers. Er war ein Visionär, ein Genie ! Was bleibt ist Dankbarkeit für diesen Mann. Danke Mr. Kubrick für ihre grandiose Filme !
„Ich teile die Kinogeschichte in zwei Epochen - eine vor und eine nach Kubrick“
Steven Spielberg
„Gott ist tot“ schrieb die größte europäische Filmzeitschrift „Cinema“ zum Tode des amerikanischen Regisseurs im Jahre 1999 und sie war nicht die einzigste. Stanley Kubrick steht wie kein anderer Regisseur für vielschichtiges Kino, für Filme deren Wirkungen nicht nach dem Abspann aufhören, sondern ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Dabei deckt das Gesamtwerk von Kubrick fast jedes Genre ab und in jedem bedienten Genretyp setzte er Akzente, die ganze Generationen von Filmemachern und Zuschauern prägte.
Aufzuzählen wie viele überragende Szenen und Einstellungen sich im Lebenswerk von Kubrick tummeln würde dieses Lobesrede sprengen, doch die (wie ich finde) vier wichtigsten Filme von Kubrick will hier nun kurz vorstellen.
„Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“, eine herrliche Satire die trotz ihres Alters auch heute noch in den Zeiten von Terrorangst und Wüstenkrieg ihre satirische Schärfe nicht verloren hat und gekonnt und mit unverwüstlichen Witz die Politik und Machtgeilheit der Völker bloß stellt. Ein ganz großer Klassiker mit Schauspiellegende Peter Sellers der hier neben seinem Inspector Clouseaus seine beste Rolle spielte.
1968, vier Jahre nach „Dr. Seltsam“ kam dann vielleicht der Klassiker schlechthin: „2001- A Space Odyssee“, ein qualitativ wie künstlerisch hochwertiger Film der bewies das Kunst, Poesie und kommerzieller Erfolg durchaus zusammen passen. Der Film dessen Geschichte in der Steinzeit bei Affenmenschen anfängt und in einem psychedelischen Reigen aus Tönen, Farben und dimensionierten Wahrheiten sein Ende findet, lose zusammen gehalten von einem schwarzen Monolithen. „2001“ ist definitiv kein „Star Wars“. Es geht nicht um Explosionen, um Aliens und Invasoren oder um schwarze Löcher, viel mehr beinhaltet der Film dass in seinem Kern, was man als Zuschauer darin zu sehen glaubt. Es gibt viele die halten „2001“ für einen der religiösesten Filme aller Zeiten, andere finden der Film sei dass Dope- Event- Movie schlechthin und andere erfreuen sich schlicht an der schieren, unbeschreiblichen Größe des Films, denn selbst wenn Cpt. Kirk noch so viele Reisen durchs All macht, kein Film schafft es je die Größe und Kraft der Unendlichkeit des Universums so greifbar umzusetzen wie diese Weltraum Odyssee.
„2001“ ist kein Blockbuster von heute, der Film ist langatmig, kompliziert und verweigert sich konsequent den bequemen Sehgewohnheiten. Wer also mit Popcorn und Freunden einen unterhaltsamen Videoabend machen will, sollte sich lieber einen anderen Film suchen. Wer allerdings offen ist für experimentellen Mind- Kicker dessen Aussagekraft die hiesigen Formen des StudiVZ und dieser Gruppe überfordern würden, darf sich dieses definitive Meisterwerk nicht entgehen lassen, denn „2001“ ist der Beweis, dass die Größe des Weltalls und die Größe des menschlichen Geistes identisch sind.
„Kubrick und Hitchcock haben nie einen Oscar für eine ihrer Arbeiten erhalten. Aber dieser Eminem hat einen bekommen. Was bedeutet da schon ein Oscar.“
Malcom McDowell auf die Frage ob Kubrick nicht einen Oscar verdient hätte
1971 kam dann der Film, den viele Kubrick Fans als den Überfilm des Meisters feierten: „Uhrwerk Orange“. Ein kraftvolles, hypnotisierendes Werk über die Faszination der Gewalt und des Bösen. Ein Film der bis vor einigen Jahren in Groß Britannien auf dem Index stand und den viele als wuchtige, perverse Groteske ansehen, was durchaus passend ist.
Kubricks Film, rund um den jungen Gewaltfanatiker Alex (großartig: Malcolm McDowell), der mit seiner Gang das futuristische London der 70er Jahre unsicher macht und dabei auch vor Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord nicht zurückschreckt. Der essentielle Kern des Films ist die Gewalt, die seit Jahr und Tag mit der Menschheit verankert ist und Kubrick findet deutliche Bilder dafür, die kraftvoll, schmerzlich und mit der Wucht eines Dampfhammers nicht nur die Ambivalenz von Alex Leben sondern auch die der Gesellschaft vorhält und in den Zeiten in denen Menschen zum Spaß mit ihrem Handy Gewaltvideos aufzeichnen, Ministerpräsidenten mit populistischen Phrasen härtere Strafen für junge Straftäter fordern ohne sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen, ist „Uhrwerk Orange“ aktueller und schmerzlich zeitgemäßer als es einem lieb sein sollte.
Wie auch bei „2001“ würde es Zeit und Raum sprengen genauer auf dieses unsterbliche Meisterwerk einzugehen, nur so viel noch: „Uhrwerk Orange“ ist kein Film, der mit seiner Gewalt buhlt, es gibt heutzutage diverse noch härtere Filme in Sachen Gewalt, doch „Uhrwerk Orange“ geht dafür tiefer und wer dafür bereits zu abgestumpft ist, sollte sich über seinen Geisteszustand ernsthafte Gedanken machen.
So, nach mindestens zwei Filmen die nicht gerade für einen Filmabend mit Freunden geeignet sind, kommt nur ein Film der auch den Fans der heutigen so angesagten, schnelllebigen Horrorfilmen gefallen müsste: „The Shining“, die Verfilmung von Stephen Kings Kultbuch mit Jack Nicholsen in der Hauptrolle, der den Begriff Wahnsinn in diesem Film des Terrors und der Angst neue Maße verleiht.
Alleine wie die Kamera fast schwerelos durch die adretten und gespenstisch verlassenen Hotelkorridore schwebt bietet mehr Horror, mehr Spannung und mehr Atmosphäre als so mancher Hämoglobin- Schocker der letzten Zeit.
„The Shining“ ist perfektes Horrorkino. Die Spannung setzt bereits während der ersten Minute ein und gönnt dem Zuschauer keinerlei Erholungspause, denn immer wieder bringt der Film die Spannung auf eine neue Stufe. Sei es der schleichende Verfall der Realität, den Vater Jack befällt, oder das auftauchen der Zwillinge, die Sohnemann Danny plötzlich in den Hotelkorridoren im Weg stehen. „The Shining“ ist einfach sensationell spannend und der Autor dieses Textes würde lügen, wenn er hier behaupten würde dass er gut geschlafen hätte, nach dem er das erste mal diesen Horror- Klassikern gesehen hat, von denen heutige Horrorfilme wie etwa die Reihe der „Saw“ Filme noch etwas lernen können z.B. dass explizite Gewaltdarstellung nicht gleichzusetzen mit wahrem Horror ist.
Diese vier Filme von Kubrick machen deutlich welches Genie 1999 von uns gegangen ist. Selbstverständlich hat er mehr als vier Filme gemacht, obwohl Kubrick nicht gerade ein Vielfilmer war. Alleine zwischen seinem vorletzten („Full Metall Jacket“) und letzten Film („Eyes Wide Shut“) vergingen zwölf Jahre, aber da Kubrick Filme nie beim ersten mal ihre komplette faszinierende Wirkung entfalten, konnte man auch diese Durststrecke ohne Probleme überwinden. Des Weiteren festigte dies nur weiter den Mythos des Regisseurs der schon zu Lebzeiten als Legende galt. Einige Legende sind wahr, z.B. dass Kubrick fasziniert von Werbespot war und Darstellerin Shelley Long in „The Shining“ dutzende Male eine kurze Szene wiederholen ließ (Rekord im Guinness Buch!) oder dass er wegen seiner enormen Flugangst nur noch daheim in England drehte, und für Szenen in „Eyes Wide Shut“ sogar echten New Yorker Müll einfliegen ließ.
Die schönste Legende jedoch ist die, dass kein geringerer als Stanley Kubrick die Mondlandung inszeniert haben soll, dazu gibt es sogar eine hinreißende Fernsehdokumentation mit dem Titel „Kubrick, Nixon und der Mann in Mond“.
Stanley Kubrick ist der Regie-Gigant. Seine Filme waren nie so erfolgreich wie die von George Lucas oder Steven Spielberg. Er drehte auch nicht so viele Filme mit Alfred Hitchcock und seine Werke waren auch nicht so massenkompatibel wie die von Ridley und Tony Scott, aber seine Filme waren immer einzigartig. Eine Eigenschaft, die Filme zu etwas ganz besonderen macht und heutzutage zu oft vergessen wird. Gott ist tot. Stanley Kubrick unsterblich!
Die letzten Sätze fassen den Meilenstein Kubrick wunderbar zusammen. Ich hätte gerne gesehen, wie er mit den heutigen Möglichkeiten der CGI umgegangen wäre.
Nun erschienen: „Kubrick’s Napoleon – The Greatest Movie Never Made“. Im Originaldrehbuch sind angeblich Zeilen zu lesen wie: „Eindrucksvolle Darstellung der Grande Armée. Maximale Zahlen“. Oder für Joséphine: "Maximale Erotik".
Ja du bist genial, ja du bist auch einer der Besten und ja du hast es drauf wenn es um Bilder und die perfekte Musikuntermalung geht. Aber mal ehrlich, du kannst einem ganz schön auf die Nüsse gehen nach der Zeit...
Kubrick kann keine Dialoge schreiben. Grausam. Ich kann seine Filme in kurzen Abständen nicht ertragen ich muss sagen das selbst Shining schnell Kopfschmerzen auslöst. Ich mag den Film sehr doch, wenn man ihn zu oft sieht boah ne.
Doch Dialoge kann er, wenn man sich auf seine Distanziertheit einlässt. Auch Kopfschmerzen habe ich von ihm nie bekommen, obwohl "Uhrwerk Orange" dahingehend alles versucht.
Tja, die Distanziertheit wird es immer sein die das Publikum in Pro und Contra-Kubrick teilt. Für die Einen führt das Desinteresse an den Figuren zur Langeweile, die anderen sehen darin eine willkommene Abwechslung im Kino. Zumal er eben auch handwerklich ein unglaubliches Gespür hatte.
Desinteresse an den Hauptdarstellern ist meines erachtens der falsche Ansatz. Es muss alles ein schlüssiges Bild ergeben... ich denke ohne große Schauspieler währen vielen Filme den Bach runter gegangen. Kubrick schafft es dies durch Bilder, Farben und Musikuntermalung diesen fehlenden Aspekt auszugleichen schafft dadurch aber an vielen Stellen ein leere die einen zum schreien verleiten kann, denn nichts ist schlimmer als alleine dazustehen und sich verloren zu fühlen. Wenn man dann auch noch Langeweile verspürt ist alles aus.
Große Schauspieler gibt es ja in Kubricks Filmen nur er zeigt sie Kühl und mit einem analytischem Blick. Und wie cannibal schon sagte das kann einem Gefallen oder eben nicht. Mir persönlich gefallt es, da es in seinen Filmen nicht darum geht sich mit den Figuren zu identifizieren sondern ihre Aktionen und Reaktionen zu zeigen in dem er sie selbst in eine Art Raum voller Spiegel stellt in der uns als Zuschauer mehr von den Charakteren eröffnet wird wie wenn wir uns mit ihnen identifizieren denn das würde zu Sympathien führen und das wiederum würde dazu führen das wir den Wahren Charakter der Figuren nicht sehen(Nicht immer natürlich).
Aber naja das ist ja auch wieder Geschmackssache.
PS: Aber wirklich der Text könnte 1 A zu Tarantino passen. Außer das Perfekt vor Musikuntermalung müsste bei ihm weg.^^
@ Strikerth
Also ich finde schon das Kubrick immer aussergewöhnliche Schauspieler zur Verfügung hatte. Ob Malcom McDowell, Peter Sellers, Kirk Douglas, Jack Nicholson, Ryan O'Neal, oder Nicole Kidman.... das kann sich schon sehen lassen.
Wie Tyler_Durden es schon sagte: Es liegt nicht an den Darstellern, das man in Kubrick-Filmen selten mit den Figuren mitfiebert. Denn das Desinteresse an den Menschen ist zu 99% schon in den Drehbüchern verankert und obwohl Kubrick oft Dinge am Set spontan änderte, hätte er wohl nie zugelassen das ein Schauspieler seine Charaktere komplett anders interpretiert. Letztlich aber alles Ansichtssache.
@Tyler_Durden
Ich finde die Musik passt bei QT immer perfekt. Das kann er meiner Meinung nach wirklich gut.
Ich wollte nicht sagen das die Schauspieler nicht vorher und nachher zu richtigen Weltstars aufgestiegen sind, sondern das er die Größe herabgesetzt hat durch diese Distansziertheit. Ich muss mich nicht immer mit jemanden identifizieren doch einfach fasziniert von einer Figur zu sein kann doch auch reichen. So kann ich dir in jedem Tarantino eine Figur sagen die mich packt, fessselt und teilweise dazu bewegt sich an meinen Wänden oder Brust zu haben. Bei Shining ist ganz klar Jack Nicholson der Star doch ich finde seine Figur nur gut aber nicht mehr. Er hat meiner Meinung nach verpasst der Figur die tiefe zu geben, denn es gibt so viel über die Person herrauszufinden doch er hat das irgendwie zu distanziert gemacht. Ich kann es nicht ganz genau beschreiben aber ich habe den Film in den letzten Wochen mehrmals gesehen und wenn ich an den Charakter denke ... will der Funken nicht überspringen. Ich könnte dir nichtmal das Aussehen von den Hauptdarstellern bei Odysee im Weltraum sagen und den habe ich 2 mal hintereinander gesehen. Klar ist alles geschmackssache und ja man kann zu Tarantino auch einniges sagen doch ich denke Kubrick ist heute auch mal ganz interessant.
Ja, ich verstehe deine Haltung schon, nur ist meines Erachtens die Schuld nicht bei den Darstellern zu suchen sondern beim Regisseur. Und die Menschen in "2001" sind im Grunde nicht wichtig, deswegen darf man die auch vergessen.
Aber die Diskussion dreht sich momentan irgendwie im Kreis, meine abschließende Worte: Kubrick macht sehr spezielle Filme und die kann man mögen oder halt nicht.
Manche seiner Werke sind anstrengend, andere künstlerisch wertvoll. Aber was fast alle Filme von Kubrick gemein haben ist ihre Wirkung.
Er versteht es wie kein Zweiter, einen Film so zu inszinieren, dass er oft lange nachzuwirken weiß.
Sein wohl bestes Werk ist, wie ich meine "Uhrwerk Orange". Obwohl es die üblichen Laster einer Literaturverfilmung besitzt, wirkt er all dem entgegen uns zaubert ein grandioses Meisterwerk hervor, welches durch seine Unmoral und seine Optik zu glänzen versteht.
Was den Film "2001: Odyssee im Weltraum" angeht, ist dieser wohl seine ruhigstes und anstrengendstes Werk. Ich muss zugeben, dass ich es bis jetzt nicht schaffte, den Film wirklich zuende zugucken.
Dennoch fesselt er einen, auch wenn es widersprüchlich klingt.
Er war der Wegbereiter für den westlichen Neocineismus.
Stanley Kubrick, der Meister höchstpersönlich war und ist fast jedem anderen Reggeseur voraus. Einen Perfektionisten geling das unmögliche, einen nahezu Perfekten Film zu entwerfen. Eigentlich ist jeder Film in irgendeiner Weise manipulativ. Ihm gelang es immer wieder dürch seinem recht distanziertem Regiestil und seiner charakterisierten Gleichgültigkeit die fast gefühllos wirkt, die ehrlichsten Filme zu erschaffen. Ein Visionär der seiner Zeit weit voraus war und Science-Fiction Filme zeigte die heutzutage sehr dicht an der Realität herankommen.
25 Kommentare
über Stanley Kubrick
Kommentar schreibenbased_god 2012/02/08 18:21:02
Kommentar löschenDanke – Für alles!
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
the traveler 2012/01/27 17:44:27
Kommentar löschenDer Link unten hat nicht funktioniert, also nochmal :D
Wie "Shining" hätte werden können, wenn Tom Hanks Regie geführt hätte:
http://www.youtube.com/watch?v=Os6raCCmAFk
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
the traveler 2012/01/27 16:41:48
Kommentar löschenWie "Shining" hätte werden können, wenn Tom Hanks Regie geführt hätte:
http://m.youtube.com/index?desktop_uri=%2F&gl=DE#/watch?v=Os6raCCmAFk
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
fkfilmkritik 2012/01/27 17:14:35
Antwort löschenUnd hier ist die Tom Hanks Version von "The Usual Suspects": http://www.youtube.com/watch?v=56zDhXU_Hq8
;)
the traveler 2012/01/27 17:42:58
Antwort löschen:D
Cowboy&NoGuns 2012/01/17 22:31:23
Kommentar löschenEin verrückter Dr. dessen Hand ein Eigenleben führt, ein Jugendlicher dessen einziges Licht, in einer Kaputten Welt , van Beethoven , die Gewalt und das Vergewaltigen ist , ein Man dessen Leben völlig aus der Bahn läuft als er merkt das Frauen die Gleichen Perversionen wie Männer besitzen. Das sind nur wenige der "Helden" seiner Filme, doch Kubrick schickt sie meistens nicht in den Kampf mit den Bösen sondern in den Kampf gegen sich selbst. Die Protagonisten sind den Chaos in ihren Köpfen ausgesetzt, doch sie setzen sich selten durch, denn Stanley Kubrick befriedigt den Zuschauer nicht , in Hollywood Tradition, mit einem Happy End. Zurück bleibt immer der Kalte, Zynische Blick auf die Gesellschaft , auf die ganze Welt. Die genial inszenierten Charaktere , ist nur einer der vielen Gründe warum Kubrick , der Visionär, die ganze Film Welt veränderte und auch für mich die Weise Filme zu sehen in gewisser Weise veränderte.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
BigDi 2011/12/12 18:17:34
Kommentar löschenAbseits jeglicher Diskussionen, ob er nun der allerbeste oder doch nur einer der besten oder ob ihm seine Figuren wichtig oder egal waren: Es hat nie einen anderen Regisseur gegeben, der mit einer solchen Perfektion mit Filmmusik (ob nun eigens für den Film komponiert, aus der Musikgeschichte oder den aktuellen Charts entnommen) umgehen konnte. Die "Clockwork Orange"-Melodie, die psychedelischen Klänge in der Eröffnungsszene von "The Shining", der betörende Walzer von Schostakovitsch in "Eyes Wide Shut" oder das wunderbare "Paint It Black" am Schluss von "Full Metal Jacket" - die Kompositionen, die man in Verbindung mit Kubricks Werken bringt, wurden durch diese nicht minder ikonisch als die Werke selbst. Für mich liegt darin beinahe sein größtes Genie.
34 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
Bandrix 2011/12/12 18:25:55
Antwort löschenAuch wenn ich mit dem Herrn Kubrick manchmal wenig anfangen kann, hierbei hast du absolut Recht! :)
Acry 2011/12/12 18:28:46
Antwort löschenAlso ney, du hast vergessen, 2001 zu erwähnen....DAS ist doch das Meisterwerk der epischen Filmmusik ;)
BigDi 2011/12/12 18:44:48
Antwort löschenHabe schon bei "Eyes Wide Shut" das Wort "Walzer" geschrieben und wollte es nicht widerholen. ^^ Bei Kubrick ist eh relativ alles ein Meisterwerk der epischen Filmmusik. :D
Acry 2011/12/12 18:51:24
Antwort löschenJaja, jetzt versucht er sich rauszureden :P Aber für sowas gibts keine Entschuldigung^^
Alle 6 Antworten zeigen
J4KOB 2011/12/12 18:52:59
Antwort löschenOh yes!
Dox 2011/12/30 00:45:02
Antwort löschenJetzt, nach der Space Odyssey, kann ich endlich sagen: es geht mir genauso. :D Wahnsinn. Und ich dachte bislang wirklich, auf diesem Gebiet wäre Tarantino ganz vorne.
Manny Calavera 2011/11/07 21:05:37
Kommentar löschenDer größte Filmemacher aller Zeiten! Ich würde meinen rechten Fuß für einen neuen Film von ihm geben.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
J4KOB 2011/11/07 21:23:30
Antwort löschennicht so voreilig mit solchen Behauptungen :D
Am Schluss taucht doch noch ein bis dato unbekanntes Werk von ihm auf ^^
freakualizer 2011/07/19 00:27:37
Kommentar löschenStanley Kubrick hatte seine Finger wohl bisher in jedem Genre und das erfolgreich. Seine Filme können mich immer wieder faszinieren. Zudem wurden sein Projekte, egal wie progressiv, (fast) alle ausgezeichnet. Solche Pioniere braucht das Kino. Thanks a lot!
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Selcarnor 2011/07/05 14:44:19
Kommentar löschen>Stanley Kubrick< war wohl einer der größten Visionäre der Filmgeschichte, dies ist nicht von der Hand zu weisen. Ich hab mir nicht all seine Filme angesehen, aber wohl die bedeutesten:
>2001< - Hat bei mir nicht funktioniert. Fragt nicht nach, ich konnte einfach mit dem nicht anfangen.
>Uhrwerk Orange< - Der für mich beste Film von ihm. Verstörend, gute Kameraeinstellungen und eine geniale Hauptfigur.
>Shinning< - Schafft es oft, aus dem nichts heraus Horror zu ereugen. Ziemlich nervenaufrebend das Ganze und auch wieder technisch perfekt. Zwar der für mich nicht beste Horrorfilem, aber ein guter.
>Full Metal Jacket< - Ebenfalls kein gewöhnlicher Kriegsfilm, bei dem es keine großartigen Schlachtaufnahmen gibt. Hier wird auf andere, tiefere Stellen wertgelegt.
Ich verzichte darauf, jeden dieser Filme inhaltlich auseinander zu pflücken und es vermutlich auch nicht möglich.
>Stanley Kubrick< kann zwar nicht als mein Lieblingsregiesseur bennant werden (dafür waren einige Stellen in seinen Filme, doch ARG zu langezogen) und auch seine Filme werden niemals unter meinen Top 10 landen, aber dies auch nur persöhnlicher Geschmack. Der Mann hat zumindest versucht sich immer neu zu erfinden und seine Filme sind auf jeden Fall außergewöhnlich. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass jemals so einer wie er geboren wird, aber es wird noch eine ganze Weile dauern.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
hoffman587 2011/07/05 14:53:00
Antwort löschenSehr hübsch, aber welcher Horrorfilm soll denn besser sein als SHINING:)
Selcarnor 2011/07/05 15:13:33
Antwort löschenKennst du >Saune - Wash your Sins<? Hat mich unglaublich faziniert und sogar noch mehr als >Shinning<.
alanger 2011/05/24 13:37:21
Kommentar löschen"Stanley Kubricks "Napoleon" vielleicht bald im Kino"
http://snurl.com/27xbno
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten
spanky 2011/05/24 14:09:22
Antwort löschenMit Ang Lee auf dem Stuhl? "Brokeback Elba"?
dAJaro 2011/05/24 14:22:34
Antwort löschenWird bestimmt genauso eine Katastrophe wie A. I.!
Filmkenner77 2011/05/24 14:22:58
Antwort löschenEs gibt schon so viele Filme zu dem Thema, dass ich mir kaum die Neuerfindung des Rads vorstellen kann. Bei aller Liebe und mit Respekt vor dem Können eines Kubrick betrachte ich eine weitere Verfilmung derzeit für überflüssig.
doctorgonzo 2011/05/24 14:42:20
Antwort löschenDie Befürchtungen teile ich...
Brennegan 2011/05/24 21:35:01
Antwort löschenÄhm, was hat der Film eigentlich noch mit Kubrick zu tun? Ist ja nun nicht so, dass hier die ganze Arbeit auf Kurbicks Schultern lastete ... Napoleon ist Napoleon und Kubrick hat damit dann wohl wirklich nichts mehr zu tun!
alanger 2011/05/24 21:59:59
Antwort löschensein ganzez buch, und alle vorarbeit.
janissl 2011/05/24 22:34:11
Antwort löschenhttp://www.amazon.de/Stanley-Kubrick-Napoleon-greatest-movie/dp/3822830658/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1306268648&sr=1-2
Alle 9 Antworten zeigen
Brennegan 2011/05/24 22:46:54
Antwort löschenJa schon, aber es stellt sich doch die Frage, ob denn die ganze Vorarbeit so einfach von einem anderen Regisseur blind übernommen wird ... und dann kann man nur noch schwer von einem Kubrick-Projekt reden!
Filmkenner77 2011/05/25 08:47:48
Antwort löschenBei A.I. war dies aber meines Wissens nach ähnlich.
xtheunknown 2011/05/06 09:50:01
Kommentar löschenwunderbares kubrick tribute mit der musik von dead can dance
http://www.youtube.com/watch?v=UaVDM4a4nL0&hd=1
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
cine 2011/05/19 23:08:08
Antwort löschenEcht ein wunderbares Tribute Video. Danke für den Tipp.
Jack_Torrance 2011/04/09 12:28:38
Kommentar löschenStanley Kubrick hat dem Kino vieles gegeben: Er stellte das Sci-Fi-Genre auf den Kopf, gab dem Horrorgenre psychologische Tiefe und appellierte dabei immer an den Intellekt des Zuschauers. Er war ein Visionär, ein Genie ! Was bleibt ist Dankbarkeit für diesen Mann. Danke Mr. Kubrick für ihre grandiose Filme !
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
TheUntouchables 2010/12/27 09:50:16
Kommentar löschenWas ein Sigmund Freud für die Psychologie oder ein Beethoven für die Musik war, war Stanley Kubrick für den Film.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Begbie 2010/11/29 09:21:55
Kommentar löschenFür mich der beste Regisseur aller Zeiten. Keiner hat wie er in wirklich fast jedem Genre ein Meisterwerk geschaffen
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
stuforcedyou 2010/05/31 15:01:19
Kommentar löschenStanley Kubrick, eine Kurzfassung
„Ich teile die Kinogeschichte in zwei Epochen - eine vor und eine nach Kubrick“
Steven Spielberg
„Gott ist tot“ schrieb die größte europäische Filmzeitschrift „Cinema“ zum Tode des amerikanischen Regisseurs im Jahre 1999 und sie war nicht die einzigste. Stanley Kubrick steht wie kein anderer Regisseur für vielschichtiges Kino, für Filme deren Wirkungen nicht nach dem Abspann aufhören, sondern ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Dabei deckt das Gesamtwerk von Kubrick fast jedes Genre ab und in jedem bedienten Genretyp setzte er Akzente, die ganze Generationen von Filmemachern und Zuschauern prägte.
Aufzuzählen wie viele überragende Szenen und Einstellungen sich im Lebenswerk von Kubrick tummeln würde dieses Lobesrede sprengen, doch die (wie ich finde) vier wichtigsten Filme von Kubrick will hier nun kurz vorstellen.
„Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“, eine herrliche Satire die trotz ihres Alters auch heute noch in den Zeiten von Terrorangst und Wüstenkrieg ihre satirische Schärfe nicht verloren hat und gekonnt und mit unverwüstlichen Witz die Politik und Machtgeilheit der Völker bloß stellt. Ein ganz großer Klassiker mit Schauspiellegende Peter Sellers der hier neben seinem Inspector Clouseaus seine beste Rolle spielte.
1968, vier Jahre nach „Dr. Seltsam“ kam dann vielleicht der Klassiker schlechthin: „2001- A Space Odyssee“, ein qualitativ wie künstlerisch hochwertiger Film der bewies das Kunst, Poesie und kommerzieller Erfolg durchaus zusammen passen. Der Film dessen Geschichte in der Steinzeit bei Affenmenschen anfängt und in einem psychedelischen Reigen aus Tönen, Farben und dimensionierten Wahrheiten sein Ende findet, lose zusammen gehalten von einem schwarzen Monolithen. „2001“ ist definitiv kein „Star Wars“. Es geht nicht um Explosionen, um Aliens und Invasoren oder um schwarze Löcher, viel mehr beinhaltet der Film dass in seinem Kern, was man als Zuschauer darin zu sehen glaubt. Es gibt viele die halten „2001“ für einen der religiösesten Filme aller Zeiten, andere finden der Film sei dass Dope- Event- Movie schlechthin und andere erfreuen sich schlicht an der schieren, unbeschreiblichen Größe des Films, denn selbst wenn Cpt. Kirk noch so viele Reisen durchs All macht, kein Film schafft es je die Größe und Kraft der Unendlichkeit des Universums so greifbar umzusetzen wie diese Weltraum Odyssee.
„2001“ ist kein Blockbuster von heute, der Film ist langatmig, kompliziert und verweigert sich konsequent den bequemen Sehgewohnheiten. Wer also mit Popcorn und Freunden einen unterhaltsamen Videoabend machen will, sollte sich lieber einen anderen Film suchen. Wer allerdings offen ist für experimentellen Mind- Kicker dessen Aussagekraft die hiesigen Formen des StudiVZ und dieser Gruppe überfordern würden, darf sich dieses definitive Meisterwerk nicht entgehen lassen, denn „2001“ ist der Beweis, dass die Größe des Weltalls und die Größe des menschlichen Geistes identisch sind.
„Kubrick und Hitchcock haben nie einen Oscar für eine ihrer Arbeiten erhalten. Aber dieser Eminem hat einen bekommen. Was bedeutet da schon ein Oscar.“
Malcom McDowell auf die Frage ob Kubrick nicht einen Oscar verdient hätte
1971 kam dann der Film, den viele Kubrick Fans als den Überfilm des Meisters feierten: „Uhrwerk Orange“. Ein kraftvolles, hypnotisierendes Werk über die Faszination der Gewalt und des Bösen. Ein Film der bis vor einigen Jahren in Groß Britannien auf dem Index stand und den viele als wuchtige, perverse Groteske ansehen, was durchaus passend ist.
Kubricks Film, rund um den jungen Gewaltfanatiker Alex (großartig: Malcolm McDowell), der mit seiner Gang das futuristische London der 70er Jahre unsicher macht und dabei auch vor Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord nicht zurückschreckt. Der essentielle Kern des Films ist die Gewalt, die seit Jahr und Tag mit der Menschheit verankert ist und Kubrick findet deutliche Bilder dafür, die kraftvoll, schmerzlich und mit der Wucht eines Dampfhammers nicht nur die Ambivalenz von Alex Leben sondern auch die der Gesellschaft vorhält und in den Zeiten in denen Menschen zum Spaß mit ihrem Handy Gewaltvideos aufzeichnen, Ministerpräsidenten mit populistischen Phrasen härtere Strafen für junge Straftäter fordern ohne sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen, ist „Uhrwerk Orange“ aktueller und schmerzlich zeitgemäßer als es einem lieb sein sollte.
Wie auch bei „2001“ würde es Zeit und Raum sprengen genauer auf dieses unsterbliche Meisterwerk einzugehen, nur so viel noch: „Uhrwerk Orange“ ist kein Film, der mit seiner Gewalt buhlt, es gibt heutzutage diverse noch härtere Filme in Sachen Gewalt, doch „Uhrwerk Orange“ geht dafür tiefer und wer dafür bereits zu abgestumpft ist, sollte sich über seinen Geisteszustand ernsthafte Gedanken machen.
So, nach mindestens zwei Filmen die nicht gerade für einen Filmabend mit Freunden geeignet sind, kommt nur ein Film der auch den Fans der heutigen so angesagten, schnelllebigen Horrorfilmen gefallen müsste: „The Shining“, die Verfilmung von Stephen Kings Kultbuch mit Jack Nicholsen in der Hauptrolle, der den Begriff Wahnsinn in diesem Film des Terrors und der Angst neue Maße verleiht.
Alleine wie die Kamera fast schwerelos durch die adretten und gespenstisch verlassenen Hotelkorridore schwebt bietet mehr Horror, mehr Spannung und mehr Atmosphäre als so mancher Hämoglobin- Schocker der letzten Zeit.
„The Shining“ ist perfektes Horrorkino. Die Spannung setzt bereits während der ersten Minute ein und gönnt dem Zuschauer keinerlei Erholungspause, denn immer wieder bringt der Film die Spannung auf eine neue Stufe. Sei es der schleichende Verfall der Realität, den Vater Jack befällt, oder das auftauchen der Zwillinge, die Sohnemann Danny plötzlich in den Hotelkorridoren im Weg stehen. „The Shining“ ist einfach sensationell spannend und der Autor dieses Textes würde lügen, wenn er hier behaupten würde dass er gut geschlafen hätte, nach dem er das erste mal diesen Horror- Klassikern gesehen hat, von denen heutige Horrorfilme wie etwa die Reihe der „Saw“ Filme noch etwas lernen können z.B. dass explizite Gewaltdarstellung nicht gleichzusetzen mit wahrem Horror ist.
Diese vier Filme von Kubrick machen deutlich welches Genie 1999 von uns gegangen ist. Selbstverständlich hat er mehr als vier Filme gemacht, obwohl Kubrick nicht gerade ein Vielfilmer war. Alleine zwischen seinem vorletzten („Full Metall Jacket“) und letzten Film („Eyes Wide Shut“) vergingen zwölf Jahre, aber da Kubrick Filme nie beim ersten mal ihre komplette faszinierende Wirkung entfalten, konnte man auch diese Durststrecke ohne Probleme überwinden. Des Weiteren festigte dies nur weiter den Mythos des Regisseurs der schon zu Lebzeiten als Legende galt. Einige Legende sind wahr, z.B. dass Kubrick fasziniert von Werbespot war und Darstellerin Shelley Long in „The Shining“ dutzende Male eine kurze Szene wiederholen ließ (Rekord im Guinness Buch!) oder dass er wegen seiner enormen Flugangst nur noch daheim in England drehte, und für Szenen in „Eyes Wide Shut“ sogar echten New Yorker Müll einfliegen ließ.
Die schönste Legende jedoch ist die, dass kein geringerer als Stanley Kubrick die Mondlandung inszeniert haben soll, dazu gibt es sogar eine hinreißende Fernsehdokumentation mit dem Titel „Kubrick, Nixon und der Mann in Mond“.
Stanley Kubrick ist der Regie-Gigant. Seine Filme waren nie so erfolgreich wie die von George Lucas oder Steven Spielberg. Er drehte auch nicht so viele Filme mit Alfred Hitchcock und seine Werke waren auch nicht so massenkompatibel wie die von Ridley und Tony Scott, aber seine Filme waren immer einzigartig. Eine Eigenschaft, die Filme zu etwas ganz besonderen macht und heutzutage zu oft vergessen wird. Gott ist tot. Stanley Kubrick unsterblich!
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mikkean 2010/05/31 16:08:38
Antwort löschenDie letzten Sätze fassen den Meilenstein Kubrick wunderbar zusammen. Ich hätte gerne gesehen, wie er mit den heutigen Möglichkeiten der CGI umgegangen wäre.
HOoP3L 2010/05/31 20:21:00
Antwort löschensehr schön geschrieben.
Kubrick 2010/06/01 12:12:22
Antwort löschenWer zum Teufel ist Shelley Long??? Shelley Duvall!!!
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stuforcedyou 2010/06/01 12:22:26
Antwort löschenUpsala, da hat sich doch tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Tja Unfälle passieren.
Trimalchio 2011/09/14 14:04:10
Antwort löschenToller Kommentar!
Schlegel 2009/12/02 16:05:39
Kommentar löschenNun erschienen: „Kubrick’s Napoleon – The Greatest Movie Never Made“. Im Originaldrehbuch sind angeblich Zeilen zu lesen wie: „Eindrucksvolle Darstellung der Grande Armée. Maximale Zahlen“. Oder für Joséphine: "Maximale Erotik".
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Strikerth 2009/11/17 00:15:52
Kommentar löschenJa du bist genial, ja du bist auch einer der Besten und ja du hast es drauf wenn es um Bilder und die perfekte Musikuntermalung geht. Aber mal ehrlich, du kannst einem ganz schön auf die Nüsse gehen nach der Zeit...
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cannibal83 2009/11/17 00:26:11
Antwort löschenDen Text könntest du auch 1:1 über Quentin Tarantino schreiben. ;)
Strikerth 2009/11/17 00:28:49
Antwort löschenKubrick kann keine Dialoge schreiben. Grausam. Ich kann seine Filme in kurzen Abständen nicht ertragen ich muss sagen das selbst Shining schnell Kopfschmerzen auslöst. Ich mag den Film sehr doch, wenn man ihn zu oft sieht boah ne.
cannibal83 2009/11/17 00:34:47
Antwort löschenDoch Dialoge kann er, wenn man sich auf seine Distanziertheit einlässt. Auch Kopfschmerzen habe ich von ihm nie bekommen, obwohl "Uhrwerk Orange" dahingehend alles versucht.
Strikerth 2009/11/17 00:40:17
Antwort löschenGut erkannt mir Orange ;) aber diese Distanziertheit ist das was mich etwas nervt, denn vorallem bei odysee im weltraum bringt er mich zur weißglut
cannibal83 2009/11/17 00:47:15
Antwort löschenTja, die Distanziertheit wird es immer sein die das Publikum in Pro und Contra-Kubrick teilt. Für die Einen führt das Desinteresse an den Figuren zur Langeweile, die anderen sehen darin eine willkommene Abwechslung im Kino. Zumal er eben auch handwerklich ein unglaubliches Gespür hatte.
Strikerth 2009/11/17 05:57:25
Antwort löschenDesinteresse an den Hauptdarstellern ist meines erachtens der falsche Ansatz. Es muss alles ein schlüssiges Bild ergeben... ich denke ohne große Schauspieler währen vielen Filme den Bach runter gegangen. Kubrick schafft es dies durch Bilder, Farben und Musikuntermalung diesen fehlenden Aspekt auszugleichen schafft dadurch aber an vielen Stellen ein leere die einen zum schreien verleiten kann, denn nichts ist schlimmer als alleine dazustehen und sich verloren zu fühlen. Wenn man dann auch noch Langeweile verspürt ist alles aus.
Tyler__Durden 2009/11/17 07:47:18
Antwort löschenGroße Schauspieler gibt es ja in Kubricks Filmen nur er zeigt sie Kühl und mit einem analytischem Blick. Und wie cannibal schon sagte das kann einem Gefallen oder eben nicht. Mir persönlich gefallt es, da es in seinen Filmen nicht darum geht sich mit den Figuren zu identifizieren sondern ihre Aktionen und Reaktionen zu zeigen in dem er sie selbst in eine Art Raum voller Spiegel stellt in der uns als Zuschauer mehr von den Charakteren eröffnet wird wie wenn wir uns mit ihnen identifizieren denn das würde zu Sympathien führen und das wiederum würde dazu führen das wir den Wahren Charakter der Figuren nicht sehen(Nicht immer natürlich).
Aber naja das ist ja auch wieder Geschmackssache.
PS: Aber wirklich der Text könnte 1 A zu Tarantino passen. Außer das Perfekt vor Musikuntermalung müsste bei ihm weg.^^
cannibal83 2009/11/17 12:17:24
Antwort löschen@ Strikerth
Also ich finde schon das Kubrick immer aussergewöhnliche Schauspieler zur Verfügung hatte. Ob Malcom McDowell, Peter Sellers, Kirk Douglas, Jack Nicholson, Ryan O'Neal, oder Nicole Kidman.... das kann sich schon sehen lassen.
Wie Tyler_Durden es schon sagte: Es liegt nicht an den Darstellern, das man in Kubrick-Filmen selten mit den Figuren mitfiebert. Denn das Desinteresse an den Menschen ist zu 99% schon in den Drehbüchern verankert und obwohl Kubrick oft Dinge am Set spontan änderte, hätte er wohl nie zugelassen das ein Schauspieler seine Charaktere komplett anders interpretiert. Letztlich aber alles Ansichtssache.
@Tyler_Durden
Ich finde die Musik passt bei QT immer perfekt. Das kann er meiner Meinung nach wirklich gut.
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Strikerth 2009/11/17 13:07:28
Antwort löschenIch wollte nicht sagen das die Schauspieler nicht vorher und nachher zu richtigen Weltstars aufgestiegen sind, sondern das er die Größe herabgesetzt hat durch diese Distansziertheit. Ich muss mich nicht immer mit jemanden identifizieren doch einfach fasziniert von einer Figur zu sein kann doch auch reichen. So kann ich dir in jedem Tarantino eine Figur sagen die mich packt, fessselt und teilweise dazu bewegt sich an meinen Wänden oder Brust zu haben. Bei Shining ist ganz klar Jack Nicholson der Star doch ich finde seine Figur nur gut aber nicht mehr. Er hat meiner Meinung nach verpasst der Figur die tiefe zu geben, denn es gibt so viel über die Person herrauszufinden doch er hat das irgendwie zu distanziert gemacht. Ich kann es nicht ganz genau beschreiben aber ich habe den Film in den letzten Wochen mehrmals gesehen und wenn ich an den Charakter denke ... will der Funken nicht überspringen. Ich könnte dir nichtmal das Aussehen von den Hauptdarstellern bei Odysee im Weltraum sagen und den habe ich 2 mal hintereinander gesehen. Klar ist alles geschmackssache und ja man kann zu Tarantino auch einniges sagen doch ich denke Kubrick ist heute auch mal ganz interessant.
cannibal83 2009/11/17 13:18:36
Antwort löschenJa, ich verstehe deine Haltung schon, nur ist meines Erachtens die Schuld nicht bei den Darstellern zu suchen sondern beim Regisseur. Und die Menschen in "2001" sind im Grunde nicht wichtig, deswegen darf man die auch vergessen.
Aber die Diskussion dreht sich momentan irgendwie im Kreis, meine abschließende Worte: Kubrick macht sehr spezielle Filme und die kann man mögen oder halt nicht.
Fulsome. 2009/10/31 17:03:56
Kommentar löschenStanley floppt,
wo Popcorn poppt.
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Heiderditte 2009/10/22 10:45:15
Kommentar löschenUhrwerk Orange ist sein bester!!!
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JimiHendrix 2009/04/05 20:57:08
Kommentar löschenManche seiner Werke sind anstrengend, andere künstlerisch wertvoll. Aber was fast alle Filme von Kubrick gemein haben ist ihre Wirkung.
Er versteht es wie kein Zweiter, einen Film so zu inszinieren, dass er oft lange nachzuwirken weiß.
Sein wohl bestes Werk ist, wie ich meine "Uhrwerk Orange". Obwohl es die üblichen Laster einer Literaturverfilmung besitzt, wirkt er all dem entgegen uns zaubert ein grandioses Meisterwerk hervor, welches durch seine Unmoral und seine Optik zu glänzen versteht.
Was den Film "2001: Odyssee im Weltraum" angeht, ist dieser wohl seine ruhigstes und anstrengendstes Werk. Ich muss zugeben, dass ich es bis jetzt nicht schaffte, den Film wirklich zuende zugucken.
Dennoch fesselt er einen, auch wenn es widersprüchlich klingt.
Er war der Wegbereiter für den westlichen Neocineismus.
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Liam Quinn 2009/02/16 12:44:47
Kommentar löschenStanley Kubrick, der Meister höchstpersönlich war und ist fast jedem anderen Reggeseur voraus. Einen Perfektionisten geling das unmögliche, einen nahezu Perfekten Film zu entwerfen. Eigentlich ist jeder Film in irgendeiner Weise manipulativ. Ihm gelang es immer wieder dürch seinem recht distanziertem Regiestil und seiner charakterisierten Gleichgültigkeit die fast gefühllos wirkt, die ehrlichsten Filme zu erschaffen. Ein Visionär der seiner Zeit weit voraus war und Science-Fiction Filme zeigte die heutzutage sehr dicht an der Realität herankommen.
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