malick ist sowas von aus der zeit gefallen ...und das ist jetzt nicht positiv gemeint.
aber gut, er soll weiter seinen dino/müsli-quatsch machen, zwingt mich ja keinen den stuss anzuschaun.
"Tree of Life" hatte durchaus auch seine guten Seiten, aber "dino/müsli-quatsch" ist eine super Bezeichnung für all jenes, das beim Schnitt hätte rausfliegen müssen. :)
Einer der Regisseure neben David Lynch und Gaspar Noé, die wirklich alle Möglichkeiten des Mediums entfachen, um bewegende Bilder wie Kunstwerke aussehen zu lassen. Selten erlebt man so einen Bilderrausch, wie bei ihm. Selten sieht man wie Bilder, Musik. Aussagekraft und Wagemut. Schmerz und Hoffnung in einer so unglaublich mutigen, aber extrem schönen und dramaturgischen Darstellungen zu Gesicht bekommt. Das benötigt zwar etwas Sitzfleisch, aber das büßt man am Ende nie und hat das Gefühl etwas unfassbares gesehen. Das merkt man spätestens, wenn man vor der Tastatur sitzt und sitzt und einfach nicht weiß wie man erklären soll, warum man gerade erfahren hat wie Kinomagie aussehen muss.
Wenn man einen Film von Terrence Malick gesehen hat möchte man so vieles sagen. Doch kommen die richtigen Wörter nie heraus um das zu beschreiben was da gerade passiert ist. Das ganze Wesen, alles in dir und was du bist fühlt sich auf einmal so still an. Es macht auf einmal Sinn. Deshalb und nur deshalb sehe ich mir Filme überhaupt an in der Hoffnung das es noch andere Leute gibt die Kino auf so elementarer Ebene verstanden haben. Einer dieser Typen von denen man weiß das er es einfach mal komplett gerafft hat.
Interessant finde ich, welch tiefenpsychologische Bedeutung das Gras in unterschiedlicher Ausprägung (Ähren, Stengel, Garben) in jedem der Mallick'schen Filme zu spielen scheint (v.a. in "In der Glut des Südens", "Der schmale Grat" und "The New World"). Kein anderer Filmemacher setzt Gras so häufig als Stilmittel ein, bewusst oder unbewusst - welches Bild auch immer dahinter verborgen sein mag.
"Kein anderer Filmemacher setzt Gras so häufig ein ..." den eindruck hatte ich bei seinen filmen auch. aber sooo harmlos ist das zeug nicht, also besser hände weg...
denke, das Malicks Verwendung von Gras als eine Weiterführung von Walt Whitmans Motiv der Leaves of Grass verstanden werden kann. Whitman gilt ja als der große amerikanische Poet und hat in seinem Sammelband "Leaves of Grass" die Metapher der Grashalme zu DEM Symbol für die amerikanische Demokratie gemacht. Naja, kann mir gut vorstellen, dass Malick daran anknüpft, das Motiv weiterführt, hinterfragt... Hab leider noch nicht so viel von ihm gesehen, aber vor allem zu The New Word als Entdeckungsgeschichte Amerikas, passt es ja, eines der großen amerikanischen Symbole aufzugreifen und neu zu interpretieren... Nur ein paar Gedanken dazu :)
Malicks Filme sollte man sich immer zusammen mit einigen Filmen Werner Herzogs anschauen. Malick schickt seine existenziellen Helden immer in die Natur. Egal worum es in der Geschichte geht, der Grundkonflikt ist stets Mensch-Natur, Menschen die in Harmonie oder Konflikt mit ihr leben. Die Natur spielt die eigentliche Hauptrolle. Dies findet man als Thema auch bei Herzog. Doch während bei Herzog die Natur Krieg bedeutet (http://www.youtube.com/watch?v=jjjnZvtwtqA), ein Erobern (Aguirre) oder Anpassen (Grizzly Man) zum Scheitern verurteilt ist, liebkost Malick sie, selbst ihre unheilvolle Seite. Ob Melodram oder Kriegsfilm, die Kamera muss durch Felder gleiten...
Mein unmöglicher Wunsch: Irgendeine thematisch passende Geschichte finden und diese von beiden verfilmen lassen und dann als Double Feature zeigen. :)
badlands - zerschossene träume (http://www.moviepilot.de/movies/badlands-zerschossene-traeume) war ein grandioser debütfilm mit zwei herrausragenden jungschauspielern (martin sheen, sissy spacek).
days of heaven - in der glut des südens (http://www.moviepilot.de/movies/in-der-glut-des-suedens), ein traurigschönes (wunderbar bebildertes) melodram.
er kassierte noch den vorschuss für seinen nächsten (nie gedrehten film) und taucht in europa ab. 20 jahre lang.
dann der große paukenschlag: malick dreht wieder.
heraus kam: the thin red line - der schmale grat (http://www.moviepilot.de/movies/der-schmale-grat) ein geschmäcklerisches, aufgeblasenes gebräu ohne herz und verstand. über den kaum besseren the new world mag ich garnicht mehr reden.
ist das noch der malick der badlands gedreht hat?
ich glaube irgendjemand anderes hat seine identität (siehe face/off) übernommen.
tragisch.
7 Kommentare
über Terrence Malick
Kommentar schreibenalanger 2012/02/10 10:50:24
Kommentar löschenmalick ist sowas von aus der zeit gefallen ...und das ist jetzt nicht positiv gemeint.
aber gut, er soll weiter seinen dino/müsli-quatsch machen, zwingt mich ja keinen den stuss anzuschaun.
und der hat mal SOOOO toll angefangen.
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Jenny von T 2012/02/10 11:04:10
Antwort löschenUnd das Schlimmste: Jetzt wird er offensichtlich auch noch richtig produktiv! :-(
KlapTrap 2012/02/10 11:06:04
Antwort löschenPure Torschlußpanik !
Und "Dino/Müsli-Quatsch" ist wunderbar amüsant.
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phoenix409 2012/02/10 11:41:08
Antwort löschenDino/Müsli-Quatsch ist sogar so gut, dass ich das in meinen aktiven Wortschatz aufgreifen muss.
Sonse 2012/02/10 20:39:43
Antwort löschen"Tree of Life" hatte durchaus auch seine guten Seiten, aber "dino/müsli-quatsch" ist eine super Bezeichnung für all jenes, das beim Schnitt hätte rausfliegen müssen. :)
janissl 2011/12/20 00:28:14
Kommentar löschenThe golden Issl 2011 for „bringing together creationism and darwinism“ goes to Terrence ‚dinosaur jr’ Malick.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
fkfilmkritik 2011/09/11 16:40:32
Kommentar löschenEiner der Regisseure neben David Lynch und Gaspar Noé, die wirklich alle Möglichkeiten des Mediums entfachen, um bewegende Bilder wie Kunstwerke aussehen zu lassen. Selten erlebt man so einen Bilderrausch, wie bei ihm. Selten sieht man wie Bilder, Musik. Aussagekraft und Wagemut. Schmerz und Hoffnung in einer so unglaublich mutigen, aber extrem schönen und dramaturgischen Darstellungen zu Gesicht bekommt. Das benötigt zwar etwas Sitzfleisch, aber das büßt man am Ende nie und hat das Gefühl etwas unfassbares gesehen. Das merkt man spätestens, wenn man vor der Tastatur sitzt und sitzt und einfach nicht weiß wie man erklären soll, warum man gerade erfahren hat wie Kinomagie aussehen muss.
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
JohnnyKee 2011/09/11 16:49:37
Antwort löschenHab bis jetzt nur The New World gesehen und den fand ich eher dürftig. Aber das mit den Bildern stimmt schon. Die sind...schön. ^^
Ichundso 2011/09/11 16:55:34
Antwort löschenThe New World ist für Malick das, was Eyes wide shut für Kubrick ist. ;)
Terrence Malick ist ein Genie.
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Slevin Kalebra 2011/09/11 18:02:25
Antwort löschenIch tue mich oft sehr schwer damit zu glauben, das du erst 15 bist :)
fkfilmkritik 2011/09/11 18:04:59
Antwort löschenIst aber so. ;)
Tyler__Durden 2011/02/13 18:12:28
Kommentar löschenWenn man einen Film von Terrence Malick gesehen hat möchte man so vieles sagen. Doch kommen die richtigen Wörter nie heraus um das zu beschreiben was da gerade passiert ist. Das ganze Wesen, alles in dir und was du bist fühlt sich auf einmal so still an. Es macht auf einmal Sinn. Deshalb und nur deshalb sehe ich mir Filme überhaupt an in der Hoffnung das es noch andere Leute gibt die Kino auf so elementarer Ebene verstanden haben. Einer dieser Typen von denen man weiß das er es einfach mal komplett gerafft hat.
28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
phoenix409 2011/02/13 19:06:02
Antwort löschenDer Mann ist ein Poet, und "The New World" kommt bei mir bald dran, versprochen! :)
Ich_mache_Seife 2011/02/13 20:21:42
Antwort löschenWirklich wunderbare Worte zu einem der größten Magier des Kinos!
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Sigmund 2011/02/14 00:38:20
Antwort löschenja, stark!
Tyler__Durden 2011/02/14 20:57:59
Antwort löschenDanke.
@Phoenix: Mach das. Der Film ist einfach großartig.
spanky 2010/05/26 15:53:27
Kommentar löschenInteressant finde ich, welch tiefenpsychologische Bedeutung das Gras in unterschiedlicher Ausprägung (Ähren, Stengel, Garben) in jedem der Mallick'schen Filme zu spielen scheint (v.a. in "In der Glut des Südens", "Der schmale Grat" und "The New World"). Kein anderer Filmemacher setzt Gras so häufig als Stilmittel ein, bewusst oder unbewusst - welches Bild auch immer dahinter verborgen sein mag.
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alanger 2010/05/26 16:10:04
Antwort löschen"Kein anderer Filmemacher setzt Gras so häufig ein ..." den eindruck hatte ich bei seinen filmen auch. aber sooo harmlos ist das zeug nicht, also besser hände weg...
spanky 2010/05/26 16:12:16
Antwort löschenhihi, war klar, dass das kommt...
Musikpoet 2010/12/16 19:05:00
Antwort löschenso gefährlich wie Alkohol ist das zeug aber auch nicht !!!
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hermia 2011/05/23 12:43:40
Antwort löschendenke, das Malicks Verwendung von Gras als eine Weiterführung von Walt Whitmans Motiv der Leaves of Grass verstanden werden kann. Whitman gilt ja als der große amerikanische Poet und hat in seinem Sammelband "Leaves of Grass" die Metapher der Grashalme zu DEM Symbol für die amerikanische Demokratie gemacht. Naja, kann mir gut vorstellen, dass Malick daran anknüpft, das Motiv weiterführt, hinterfragt... Hab leider noch nicht so viel von ihm gesehen, aber vor allem zu The New Word als Entdeckungsgeschichte Amerikas, passt es ja, eines der großen amerikanischen Symbole aufzugreifen und neu zu interpretieren... Nur ein paar Gedanken dazu :)
spanky 2011/05/23 13:55:24
Antwort löschenLeaves of Gras kenne ich zwar, aber mir die Bedeutung dahinter nicht so geläufig. Danke für den Hinweis.
Sonse 2009/07/26 00:59:39
Kommentar löschenMalicks Filme sollte man sich immer zusammen mit einigen Filmen Werner Herzogs anschauen. Malick schickt seine existenziellen Helden immer in die Natur. Egal worum es in der Geschichte geht, der Grundkonflikt ist stets Mensch-Natur, Menschen die in Harmonie oder Konflikt mit ihr leben. Die Natur spielt die eigentliche Hauptrolle. Dies findet man als Thema auch bei Herzog. Doch während bei Herzog die Natur Krieg bedeutet (http://www.youtube.com/watch?v=jjjnZvtwtqA), ein Erobern (Aguirre) oder Anpassen (Grizzly Man) zum Scheitern verurteilt ist, liebkost Malick sie, selbst ihre unheilvolle Seite. Ob Melodram oder Kriegsfilm, die Kamera muss durch Felder gleiten...
Mein unmöglicher Wunsch: Irgendeine thematisch passende Geschichte finden und diese von beiden verfilmen lassen und dann als Double Feature zeigen. :)
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alanger 2008/10/15 01:42:15
Kommentar löschenbadlands - zerschossene träume (http://www.moviepilot.de/movies/badlands-zerschossene-traeume) war ein grandioser debütfilm mit zwei herrausragenden jungschauspielern (martin sheen, sissy spacek).
days of heaven - in der glut des südens (http://www.moviepilot.de/movies/in-der-glut-des-suedens), ein traurigschönes (wunderbar bebildertes) melodram.
er kassierte noch den vorschuss für seinen nächsten (nie gedrehten film) und taucht in europa ab. 20 jahre lang.
dann der große paukenschlag: malick dreht wieder.
heraus kam: the thin red line - der schmale grat (http://www.moviepilot.de/movies/der-schmale-grat) ein geschmäcklerisches, aufgeblasenes gebräu ohne herz und verstand. über den kaum besseren the new world mag ich garnicht mehr reden.
ist das noch der malick der badlands gedreht hat?
ich glaube irgendjemand anderes hat seine identität (siehe face/off) übernommen.
tragisch.
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