Ulrich Seidl

Beteiligt an 12 Filmen (als Regisseur, Drehbuch und Produzent)

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Ulrich Seidl
Geburtstag: 24. November 1952
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 34

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der 2001 mit Hundstage bekannt wurde.

Ulrich Seidl kam am 24. November 1952 in Wien zur Welt. Eigentlich planten seine Eltern für ihn eine Karriere als Priester, doch Ulrich Seidl entschied sich für einen anderen Weg. Er begann seine Arbeit als Filmemacher mit Kurzfilmen wie Der Ball und begann mit dem Drehen von Dokumentarfilmen. Er setzt dabei viel Wert auf Authenzität und sorgte mit seiner Arbeit über den Alltag von Models im Film Models und Tierische Liebe für Aufsehen. 2001 brachte Ulrich Seidl seinen ersten Spielfilm Hundstage auf die Leinwand. Der Episodenfilm, der im halbdokumentarischen Stil gehalten ist, wurde bei den Venediger Filmfestspielen mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Nach weiteren kleinen Produktionen wie Jesus, du weisst folgte 2007 mit Import/Export ein weiterer großer Kinofilm, der in Cannes seine Uraufführung hatte. 2012 erschienen mit Paradies: Liebe und Paradies: Glaube gleich zwei Teile von Ulrich Seidls Paradies-Trilogie. Dabei verbringen 3 Frauen, die miteinander verwandt sind, auf unterschiedliche Art ihren Urlaub. Auch hier ist wieder Seidls halbdokumentarischer Stil erkennbar. 2013 erscheint der letzte Teil der Trilogie mit Paradies: Hoffnung. (WS)


Populäre Filme

von Ulrich Seidl
Hundstage Hundstage AT 2001
Paradies: Liebe Paradies: Liebe AT/DE/FR 2012
Paradies: Glaube Paradies: Glaube AT/DE/FR 2012
Models Models AT 1999

Komplette Filmographie


News

die Ulrich Seidl erwähnen
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3 Kommentare

über Ulrich Seidl

mattxl

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John Waters gab vor ein paar Wochen zu Protokoll: "Fassbinder died, so God gave us Ulrich Seidl." Hübsches Apercu, dessen Gehalt sich allerdings zunehmend verflüchtigt, je mehr man darüber nachdenkt. Dazu sind die beiden dann doch zu unterschiedlich. Gleichwohl: Ein paar Gramm Wahrheit bleiben übrig...

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Markbln

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ups, zu früh abgeschickt.
Ich meine auch auf jeden Fall hat sich Rainer WF bis auf die Haut ausgezogen ohne Rücksicht auf Verluste - weder auf sich selbst und schon gar nicht auf die Anderen. Das macht Seidl in der Tat völlig anders. Fassbinder hat daher eine sehr viel größere Bedeutung bei mir. Nichtsdestotrotz ist Seidl mit seinen uniquen werken ein schöner Ösisolitär auf dessen jedes neue Werk ich mit Spannung warte.


mattxl

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von dieser Kruzifix-Szene war ja schon häufiger zu lesen. Nur nach Lektüre bin ich zwiegespalten: Innerlich rollten meine Augen - bisschen zu plakative Symbolik - andererseits: Religion hat sehr viel mit Selbstbefriedrigung zu tun, warum den Zuschauer da nicht brachial mit konfrontieren? We will see. In den nächsten Tagen ist Paradies-Glaube bei mir fällig... gespannt, ob wir da auf ein Stück kommen...


Jenny von T

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Seidl ist schon 'ne Marke. Seine Filme sind Gift für jene Sorte von Publikum, die in der Kunst nach größtmöglicher Zerstreuung sucht, weil die Realität ja schon grausam genug ist. Der Österreicher hält einer Gesellschaft am Abgrund schonungslos den Spiegel vor, indem er den Blick auf soziale Nischenbereiche richtet, um deren Existenz man weiß, die aber so mancher sicherheitshalber lieber weitmöglichst von sich fernhält. Dabei liegt die Brisanz nicht (nur) im Gegenstand selbst, den Seidl ins Visier nimmt, sondern vor allem im Zusammenspiel zwischen Subjekt und der Art und Weise, mit der er sich ihm nähert: Sein Stilmittel ist die dokumentarische Fiktion, wobei Seidl sich im Fortlauf seiner Karriere mehr und mehr den Möglichkeiten des "Filmischen" zu öffnen scheint ohne die Vorzüge der rein beobachtenden Perspektive zu vernachlässigen. Es ist ohnehin eine charakteristisch österreichische Gemeinheit, aber Seidl hat durch seinen Hyperrealismus vermutlich diejenige Methodik perfektioniert, den Zuschauer als gaffenden Voyeur und Opfer kalter Faszination bloßzustellen. Laienschauspiel, der Wechsel zwischen langen Einstellungen und kurzen, aber hocheffektiven Einwürfen sowie eine stets große Distanz zum Gezeigten lassen auch im Kopf des Betrachters Film und Wirklichkeit miteinander verschwimmen und man wundert sich immer wieder, wie angesichts so viel Authentizität überhaupt ein Drehbuch existieren kann – dass diese Wirklichkeit eben doch nur konstruiert ist, vergisst man sehr schnell, sobald man in Seidls nachwirkendem und insoweit natürlich durchaus manipulativem Mikrokosmos gefangen ist.
Wir sehen bei ihm eine entrückte Welt, die aus sicherer Entfernung so absurd anmutet, dass einem manchmal ein lautes Lachen entfährt, welches im nächsten Moment im Halse stecken bleibt, weil es sich in sekundenschnelle in pure Verstörung und Unglauben gewandelt hat. Wenn Seidls Filme etwas lehren, dann, dass Realität mehrdimensional und Moral rein subjektiv ist, und genau das schindet Eindruck: Die Überforderung mit der eigenen Reaktion darauf und die erzwungene Neuanordnung von Klischees. Ich kenne neben ihm jedenfalls keinen zweiten Filmemacher, der Stereotypen so unumwunden ins Gesicht schaut und ihnen dadurch den Garaus macht, wo andere sich in die künstlerischen Schranken weisen lassen.
Der Österreicher zeigt uns Einzelschicksale, die doch denselben Weg zu beschreiten scheinen, weil es keinen alternativen mehr gibt. Menschen, die eigentlich nach Liebe streben, welche sie im alltäglichen Grauen jedoch mit anderen Dingen verwechseln oder von vorneherein am falschen Ort suchen. Ob es überhaupt den richtigen Ort - das PARADIES (wer Ironie im verkettenden Titel seiner aktuellen Trilogie findet, darf sie behalten) - gibt, lässt Seidl durch bewusste Eingrenzung seines Themas bestenfalls offen, und das auch nur bei größtoptimistischer Auslegung. Es ist allerdings nicht lediglich eine wahllose Aneinanderreihung von Abgründen in Bild und Dialog, die Seidl abspult, sondern ein mit Bedacht formuliertes Konzept, das sich nach vorne bewegt, eine Dynamik entwickelt und im weiteren Sinne eine Geschichte erzählt, die in Seidl-typischer Eskalation ausartet, und dies bisweilen allein dadurch, dass er einfach nur brutal die Kamera draufhält – PARADIES: LIEBE ist hierfür das bislang imposanteste Dokument seiner Filmographie. Der letzte Eindruck vor dem Abspann eines Seidl-Films ist nicht etwa deshalb der bedrückendste, weil der Regisseur auf der Zielgeraden mit einer großen Explosion oder Katharsis auffahren würde, sondern es ist das Gefühl, in dieser Seidl-Welt nunmehr vollkommen allein zurückzubleiben - einer Welt des Drecks, fehlgeleiteter Ideale und verlorener Hoffnung. Keine »Ultrakunst«, aber Hinterhof-Poesie. Irgendjemand muss es ja machen.

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Memduman

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:-/


jollyroger

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So, nun ist aber gut, ja?! Konnte ja nicht ahnen, was ich durch mein skeptisch-verhaltenes Emoticon hier für einen Smiley Swingerclub auslösen würde..:(


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