Diese "Who wrote Shakespeare"-Debatte ist zwar äußerst spannend und vor allem amüsant, aber wenn man sich mal tiefer mit dem Thema befasst, kann man eigentlich nur zu dem Schluss gelangen, dass das alles Quatsch ist.
Ich habe mich damit u.a. im Zuge einer meiner Prüfungen befasst und keine, absolut keine von den "Anti-Stratfordians" (so nennt man diejenigen, die davon überzeugt sind, das Shakespeare nicht Shakespeare geschrieben hat) angebotene Alternative ist plausibler als die Tatsache, das wirklich Shakespeare (da gibt es zig Schreibungen des Namens, die Einzige die in Unterschriften nie verwendet wurde ist die heute gebräuchliche...) seine Dramen und Gedichte geschrieben hat.
Bedauerlicherweise fehlen von ihm eben einige wichtige Dokumente und Belege, die vermutlich 1666 verbrannt sind, und diese Lücken versuchen seit einiger Zeit viele im Wunsch mehr zu erfahren, mit Zwang zu schließen. Erstaunlich ist z.B. dass, soweit ich mich erinnere für 100-200 Jahre niemand auch nur die Autorenschaft in Zweifel zog. Und diese Mode ehrlich gesagt von ein paar *räusper* Spinnern gestartet wurde... Francis Bacon brachte, glaube ich, eine Amerikanerin mit ins Spiel, die diese fixe Idee irgendwann hatte und nach England reiste um dem nachzugehen. Was tat sie? Sie setzte sich auf einen Stein in der Natur, sinnierte und kam zu dem Schluss, dass sie recht haben musste... Das schrieb sie auf. Seitdem wird auch immer Bacon genannt. Dabei weiß man von ihm z.B. eine Sache sehr gewiss: Er hasste Theater. ;)
Leider wurden diese Spekulationen ausgerechnet durch das Globe Theatre unter der Leitung von Mark Rylance wieder salonfähig gemacht und angeheizt. Verschwörungstheorien ziehen halt immer gut, weil sie spannende Geschichten abgeben. Quatsch ist das trotzdem.
***Sobald ich meine Unterlagen, die ich zur Prüfung verwendet habe, von einer Freundin, die ebenfalls gerade lernt, zurück habe, kann ich gerne noch einen ausführlicheren Kommentar zu dem Thema schreiben.
Ich bin kein Historiker, Theaterwissenschaftler, Literaturwissenschaftler etc. und ich wollte auch nicht sagen, dass diese Theorie meiner Meinung entspricht. Ehrlich gesagt hab ich dazu keine Ansicht. Aber du, Sonse, scheinst dich eingehender mit der Thematik beschäftigt zu haben, deshalb wird dein Argumentation sicherlich nicht falsch sein. Aber eine Frage hätte ich da noch: warum schrieb Shakespeare seinen Namen so oft anders? Der Grund würde mich interessieren, da ich bisher noch keine schlüssige Erklärung gefunden habe...
Nee, wollte dir jetzt auch nicht unterstellen, dass du daran glaubst. Den SPON-Artikel hatte ich vor kurzem auch gesehen. Das Thema wird halt immer wieder aufgewärmt. Zu deiner Frage: Ich habe meine Quellen ja leider gerade nicht parat, aber ich meine mich zu erinnern, dass es damals wohl völlig normal war den Namen abzukürzen oder ihn unterschiedlich zu schreiben. Da gibt es diverse Unterschriften von ihm, gleiche Handschrift, andere Schreibung. So absurd es für uns heute klingen mag, das war damals nicht so wichtig. Zu Shakespeares Zeiten begann glaube ich auch erst langsam Dinge zu dokumentieren und aufzubewahren. Nur darum gibt es ja sein Testament und ein paar Kauf- und Familienurkunden von ihm. Einige Jahrzehnte früher hätte es wohl nicht mal das gegeben. Denke es ging da mehr ums Prinzip des schriftlichen Festhaltens, allen Beteiligten war klar um wen es sich handelt oder so... Für uns ist das heute so kaum mehr vorstellbar. Wenn von uns jemand einen langen Namen hat, liest sich die Unterschrift auch nicht zwingend wie der korrekte Name, oder? ;)
Danke für deine Antwort. So leuchtet es ein. Kultur-und Wissenschaftsteile von Magazinen und Zeitungen faszinieren mich, da stösst man ab und an auf solche Artikel, die oft äußerst subjektiv geschrieben sind, leider. Und ich gestehe: nicht immer versuche ich dann, beide Seiten der Medaille zu beleuchten...
3 Kommentare
über William Shakespeare
Kommentar schreibenMuffin Man 2010/01/14 00:27:50
Kommentar löschenWhat if... William Shakespeare wrote "The Big Lebowski"?
http://www.runleiarun.com/lebowski/
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Sonse 2010/01/14 02:23:11
Antwort löschenKlasse! :)
Muffin Man 2009/12/06 14:55:46
Kommentar löschenShakespeare shakes the spear twice a day.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
patcharisma 2009/12/06 15:56:46
Antwort löschenAnd I thought it was the beer...
Strikerth 2009/12/06 21:03:10
Antwort löschenOh yeah and i was here...
Sonse 2009/12/04 17:02:47
Kommentar löschenDiese "Who wrote Shakespeare"-Debatte ist zwar äußerst spannend und vor allem amüsant, aber wenn man sich mal tiefer mit dem Thema befasst, kann man eigentlich nur zu dem Schluss gelangen, dass das alles Quatsch ist.
Ich habe mich damit u.a. im Zuge einer meiner Prüfungen befasst und keine, absolut keine von den "Anti-Stratfordians" (so nennt man diejenigen, die davon überzeugt sind, das Shakespeare nicht Shakespeare geschrieben hat) angebotene Alternative ist plausibler als die Tatsache, das wirklich Shakespeare (da gibt es zig Schreibungen des Namens, die Einzige die in Unterschriften nie verwendet wurde ist die heute gebräuchliche...) seine Dramen und Gedichte geschrieben hat.
Bedauerlicherweise fehlen von ihm eben einige wichtige Dokumente und Belege, die vermutlich 1666 verbrannt sind, und diese Lücken versuchen seit einiger Zeit viele im Wunsch mehr zu erfahren, mit Zwang zu schließen. Erstaunlich ist z.B. dass, soweit ich mich erinnere für 100-200 Jahre niemand auch nur die Autorenschaft in Zweifel zog. Und diese Mode ehrlich gesagt von ein paar *räusper* Spinnern gestartet wurde... Francis Bacon brachte, glaube ich, eine Amerikanerin mit ins Spiel, die diese fixe Idee irgendwann hatte und nach England reiste um dem nachzugehen. Was tat sie? Sie setzte sich auf einen Stein in der Natur, sinnierte und kam zu dem Schluss, dass sie recht haben musste... Das schrieb sie auf. Seitdem wird auch immer Bacon genannt. Dabei weiß man von ihm z.B. eine Sache sehr gewiss: Er hasste Theater. ;)
Leider wurden diese Spekulationen ausgerechnet durch das Globe Theatre unter der Leitung von Mark Rylance wieder salonfähig gemacht und angeheizt. Verschwörungstheorien ziehen halt immer gut, weil sie spannende Geschichten abgeben. Quatsch ist das trotzdem.
***Sobald ich meine Unterlagen, die ich zur Prüfung verwendet habe, von einer Freundin, die ebenfalls gerade lernt, zurück habe, kann ich gerne noch einen ausführlicheren Kommentar zu dem Thema schreiben.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
guggenheim 2009/12/04 17:12:16
Antwort löschenIch bin kein Historiker, Theaterwissenschaftler, Literaturwissenschaftler etc. und ich wollte auch nicht sagen, dass diese Theorie meiner Meinung entspricht. Ehrlich gesagt hab ich dazu keine Ansicht. Aber du, Sonse, scheinst dich eingehender mit der Thematik beschäftigt zu haben, deshalb wird dein Argumentation sicherlich nicht falsch sein. Aber eine Frage hätte ich da noch: warum schrieb Shakespeare seinen Namen so oft anders? Der Grund würde mich interessieren, da ich bisher noch keine schlüssige Erklärung gefunden habe...
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Sonse 2009/12/05 02:45:07
Antwort löschenNee, wollte dir jetzt auch nicht unterstellen, dass du daran glaubst. Den SPON-Artikel hatte ich vor kurzem auch gesehen. Das Thema wird halt immer wieder aufgewärmt. Zu deiner Frage: Ich habe meine Quellen ja leider gerade nicht parat, aber ich meine mich zu erinnern, dass es damals wohl völlig normal war den Namen abzukürzen oder ihn unterschiedlich zu schreiben. Da gibt es diverse Unterschriften von ihm, gleiche Handschrift, andere Schreibung. So absurd es für uns heute klingen mag, das war damals nicht so wichtig. Zu Shakespeares Zeiten begann glaube ich auch erst langsam Dinge zu dokumentieren und aufzubewahren. Nur darum gibt es ja sein Testament und ein paar Kauf- und Familienurkunden von ihm. Einige Jahrzehnte früher hätte es wohl nicht mal das gegeben. Denke es ging da mehr ums Prinzip des schriftlichen Festhaltens, allen Beteiligten war klar um wen es sich handelt oder so... Für uns ist das heute so kaum mehr vorstellbar. Wenn von uns jemand einen langen Namen hat, liest sich die Unterschrift auch nicht zwingend wie der korrekte Name, oder? ;)
guggenheim 2009/12/05 09:50:32
Antwort löschenDanke für deine Antwort. So leuchtet es ein. Kultur-und Wissenschaftsteile von Magazinen und Zeitungen faszinieren mich, da stösst man ab und an auf solche Artikel, die oft äußerst subjektiv geschrieben sind, leider. Und ich gestehe: nicht immer versuche ich dann, beide Seiten der Medaille zu beleuchten...
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