edit
Cast & Crew
Für diesen Film haben wir leider keine Cast & Crew Informationen.
Forum 0 Themen Neues Thema hinzufügen
Das Forum zu Dame, König, As, Spion ist noch leer. Schreib jetzt den ersten Beitrag zur Serie!
- Genre
- Politthriller, Drama, Agentenfilm
- Zeit
- 1970er Jahre, Kalter Krieg, Eiserner Vorhang
Videos zu Dame, König, As, Spion
Leider haben wir noch keinen Trailer.
Dame, König, As, Spion ansehen
Lieblingsserie von:
Bilder: Dame, König, As, Spion
Keine Bilder vorhanden.







Kommentare
über Dame, König, As, Spion
Kommentar schreibenSonse 2011/02/21 00:19:20
Kommentar löschenBloody brilliant: "Tinker, Tailor, Soldier, Spy" ist eine außerordentlich geniale BBC-Miniserie von der ich nach einer Woche noch immer ganz begeistert bin. Eine absolute 10! Ich hab nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Denkbar tiefste Verneigung.
Basierend auf der George Smiley-Romanreihe vom alten Spion David Cornwall, besser bekannt als John le Carré, entstand Ende der Siebziger diese siebenteilige Serie mit dem unvergleichlichen Sir Alec Guinness in der Hauptrolle. Die Fortsetzung "Smiley's People" habe ich bereits geordert.
Hier sucht Smiley nach der Identität eines Maulwurfs in den obersten Etagen des britischen Geheimdiensts. Ohne offiziellen Auftrag ist niemand unverdächtig und die Operation ist hochgeheim, oder wie eine Figur später sagt: "You have my total deniable blessing."
Was für eine wunderbare Spionage-Oper, ganz nach Churchills "A riddle, wrapped in a mystery, inside an enigma", symbolisiert durch die zunehmend zornigeren und schließlich gesichtslosen Matroschka-Puppen im wunderbaren Vorspann.
Le Carrés George Smiley und sein MI6 sind die Antithese zu Ian Flemings James Bond-Welt. Oder wie es in "The Spy Who Came in from the Cold" heißt: "What the hell do you think spies are? Moral philosophers measuring everything they do against the word of God or Karl Marx? They're not! They're just a bunch of seedy, squalid bastards like me: little men, drunkards, queers, hen-pecked husbands, civil servants playing cowboys and indians to brighten their rotten little lives. Do you think they sit like monks in a cell, balancing right against wrong?" Es gibt keine Gadgets, keine Schießereien, keine großen moralischen Kämpfe, Gut oder Böse, nur die Banalität des Alltags und die einzig wirklich mächtige Waffe ist Wissen.
Melancholisch, trocken, nihilistisch - so ist "Tinker, Tailor, Soldier, Spy". Männer reden. Sie reden in Räumen, an Tischen, in Parks, im stehenden Auto, im fahrenden Auto, in Büros, in Restaurants... Ein klein wenig Action gibt's nur ganz am Anfang und am Ende, Gewalt findet fast nur off-screen statt, und es war trotzdem oder gerade deshalb unglaublich spannend.
Denn diese Serie tut das, was ich immer enorm zu schätzen weiß, sie respektiert den Zuschauer. In dem scharfsinnigen, komplexen Plot mit seinen zahlreichen Figuren wird nichts wiederholt, Aufmerksamkeit und Mitdenken werden vorausgesetzt. Manche Handlungsentwicklung wird nicht mal in Dialogen ausgesprochen, sondern ist nur in Nuancen, den Gesichtern der Darsteller abzulesen.
Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich hatte bereits nach der ersten Szene ein breites Grinsen im Gesicht. Nach und nach betreten Männer, die sich kurze Zeit später als Hauptverdächtige herausstellen werden, einen Raum und setzen sich an einen Tisch. Jeder tut dies auf eine ganz spezielle, ihren Charakter bereits definierenden Art und Weise. All das dauert zwei Minuten, in denen kein Wort gesprochen wird. Als alle vier da sind, richtet sich der Mann am Kopf des Tisches auf, zündet sich eine Pfeife an, schlägt die überdimensionierte Akte vor sich auf und sagt ruhig: "Right... We shall start." Dann beginnt der Vorspann. Große Klasse!
Le Carrés eigene Agentenlingo von "Circus", "Lamplighters", "Scalphunters", "Babysitters" usw. hat man schnell erlernt. Die Dialoge mit ihrem trockenen Humor in teils wundervoll überakzentuiertem Englisch sind zum kringeln:
Roy Bland: It isn't ordinary flight information, Peter. The source is very private.
Toby Esterhase: Ultra, ultra-sensitive, in fact, Peter.
Peter Guillam: In that case, Toby, I'll try and keep my mouth ultra, ultra-shut.
Hach. Herrlich. :)
Daneben fühlt sich alles sehr deprimierend authentisch an. Von den Bezügen zu echten Fällen ganz zu schweigen. Während das Vorbild, Kim Philby, der für den Verräter hier Pate stand, wurde dessen Verrätergenosse Anthony Blunt just zur Zeit der ersten TV-Ausstrahlung überführt.
Schließlich thront jedoch Alec Guinness in seiner vielleicht besten Rolle als George Smiley über allem. Wortkarg und autoritär zieht er dich als Zuschauer in seinen Bann. Man kann den Blick nicht von ihm abwenden, aus Angst man könne auch nur den kleinsten Hinweis in seiner Mimik verpassen. Versnobt, verstockt, verletzlich und sarkastisch wenn nötig ("Have you noticed, Peter, that whenever I really trouble one of our acquaintances with my questions, he'll raise the matter of my failure as a husband... to confound me. Instructive!"), ist er ein durch und durch britischer Held. Er ist kein Typ den die meisten auch nur ein zweites Mal ansehen würden, er fährt keine teuren Autos, legt keine spärlich bekleideten Models flach, oder schlägt sich mit seinen Gegnern. Doch ist Smiley ein bei weitem stärkerer und bewundernswerterer Charakter als James Bond es je sein könnte. Meisterlich subtiles Schauspiel, Sir Alec!
Er ist jedoch nicht der einzige tolle Schauspieler hier. Sehr gefallen hat mir noch Michael Jayston als Peter Guillam, Ian Richardson als Bill Haydon, Bernard Hepton als Toby Esterhase, Ian Bannen als Jim Prideaux und Joss Ackland, der in keinem Film, der mit dem Kalten Krieg zu tun hat, fehlen darf. Schließlich ist auch noch Sir Patrick Stewart mit von der Partie, als Smileys russischer Gegenspieler Karla, der nur einen langen, wortlosen Auftritt hat, aber als Mann der die Fäden aus der Ferne zieht, durchweg präsent ist. Seine Besetzung verleiht "Tinker, Tailor, Soldier, Spy" für alle Sci-Fi-Fans einen zusätzlichen Bonus, nämlich das Quasi-Duell Captain Picard vs. Obi-Wan Kenobi.
Ich bin jetzt jedenfalls noch viel neugieriger auf die Neuverfilmung, die (hoffentlich noch) dieses Jahr in die Kinos kommen soll und mit Tomas Alfredson ("Låt den rätte komma in") als Regisseur und einer prächtigen Besetzung (Oldman als Smiley, Cumberbatch als Guillam (Juhu!), Christian McKay, Mark Strong, Ciarán Hinds, Colin Firth, Tom Hardy...) mich bereits vor Monaten halb ekstatisch den Vormerk-Knopf drücken ließ. Bring it on!
bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentar schreiben