Twin Peaks Kommentare

Mysterythriller, Drama, Kriminalserie 1990 - 1991

Kritiken (3) — Serie: Twin Peaks

Flibbo: Wie ist der Film?

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Für diesen Kommentar würden einige Leute den Autor wahrscheinlich am liebsten (*Trommelwirbel*) LYNCHen (*Tusch!*). Nichtsdestotrotz: „Twin Peaks“ ist eine ob ihrer Traumsequenzen und zahlreicher sonstiger Markenzeichen astronomisch überbewertete Serie. Auch durch die gut gezeichneten Charaktere und immer wieder kehrenden Handlungsorte, die man bald ins Herz schließt, verleitet „Twin Peaks“ fast unweigerlich dazu, die zahlreichen Längen, die unnötigen Nebenhandlungen und die holprige Weiterführung nach der Aufklärung des Mordes, um den es ursprünglich geht, einfach zu vergessen und sich die Anzahl sowie Intensität der Cliffhanger im Gedächtnis zu vervielfachen. Irgendwie schaffte es der eine oder andere gewitzte inszenatorische Einfall immer wieder, ganze Folgen, die eher nur so vor sich hin plätschern, aufzuwiegen. Ganz besonders aus dem Schneider ziehen konnte die Serie sich dadurch, dass sie nie zu einem richtigen Ende kam, mit dem man unter Umständen hätte unzufrieden sein können. So bleibt in den Köpfen ein anbetungswürdiges Mysterium.

Diese schleichende Musik zwischen Kitsch und Coolness, die den Vorspann seltsam geheimnisvoll und fast hypnotisch macht – nach einer Weile überspringt man den immer gleichen, langweiligen Vorspann nur noch. Ähnlich verhält es sich mit der Serie an sich. Ein imposanter Anfang, und dann lässt es irgendwann nach. Wie wohl jede Serie hat auch „Twin Peaks“ gewisse Durchhänger, vielleicht aber sogar mehr als normal. Dafür gibt es eben hier und da diese magischen Momente. Und es kommt wohl auch einfach auf dieses familiäre Feeling an, nachdem man selbst Twin Peaks kennen gelernt hat. Man überlegt hin und her, wer für einen selbst die Miss Twin Peaks wäre und steht in Gedanken an der Seite des sich perfekt ergänzenden Ermittler-Paares, bestehend aus Kleinstadt-Sheriff und FBI-Agent. Die Hotelerbin Audrey sagt zu Special Agent Cooper einmal, dass es nur ein Problem mit ihm gäbe: Er sei perfekt. Wohl nie hat diese Umschreibung besser auf einen Serienprotagonisten gepasst. Cooper ist die perfekte Hauptfigur in einer Serie mit Höhen und Tiefen, mal spannend, mal fad, mal lustig, mal unheimlich, mal irgendwas dazwischen. Perfekt? Nein. Seiner Zeit voraus? Vielleicht. Gut? Ja.

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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Gäbe es ein Reisebüro, welches Ferien ins Reich der Filmlandschaften vermitteln würde, dann ständen meine zukünftigen Urlaubsinvestitionen schon fest:
Zum einen ein Kurztrip nach Pandora zwecks neuen, blauem Katzenhaar-Bettvorleger, ein Erlebnisurlaub nach Springfield zum Abgleich der eigenen Lebensphilosophie mit der von Homer und zu guter Letzt ein One-Way-Ticket nach Twin Peaks, meinem persönlichen Florida.

Es sind nicht die schier unzählbare Anhäufung von Cliffhangern, die vielen clever ineinander verstrickten Plots, die vielen kleinen Geheimnisse, die einen bei der Stange halten und regelrecht süchtig machen - es ist die Sympathie, die zum einen die Autoren Lynch und Frost, aber auch der Zuschauer selbst diesem Panoptikum aus schrägen Persönlichkeiten und Orten entgegenbringt. "Twin Peaks" ist nicht einfach ein Serien-Schauplatz, es ist ein in sich funktionierender Mikrokosmos, dem man für 29 wundervolle Folgen beiwohnen darf, als hätte man selbst ein Häuschen inmitten von Douglas-Tannen.
Ein durch und durch gelungenes Konzept, denn auf diese Weise sehe ich den Verantwortlichen auch den kleinen Durchhänger inklusive seiner unnützen und teilweise albernen Kleinststories zwischen der Enthüllung des Mörders und dem Staffelfinale nach, die einem in der zweiten Season heimsuchen.

Einen gewissen Hang zur Mystik sollte man schon mitbringen ,für seine Reise in die Stadt des schwarzen Kaffees, des Kirschkuchens und der zerbrochenen Badezimmerspiegel; keineswegs abschrecken lassen sollte man sich aber vom "Akte X"-Vergleich (ja, ich zähle zu denjenigen, die den "X-Files" so garnichts abgewinnen können): Außer oberflächlichen Gemeinsamkeiten, wie der Tatsache, dass Duchovny auch hier (in der einzig wirklich guten Rolle seines bisherigen Lebens) auftaucht, gibt es nämlich nur wenig Vergleichbares - Lynchs magnus opus ist in Quintessenz (vorallem in den ersten 1,5 Staffeln) mehr Krimi-Soap-Opera denn Außerirrdischen-Hokuspokus.

Nichtsdestotrotz kann man natürlich den prägenden Einfluss von "Twin Peaks" und seiner Geheimnisse auf den Rest der nachfolgenden Mystery-Serien nicht verleugnen - noch ein weiterer guter Grund, warum man diese Serie zumindest einmal gesehen haben sollte.

Am Rande: Ans Herz zu legen ist allen Interessenten zwecks katastrophal gemasterter deutscher Synchro-Tonspur, die englische Sprachfassung...

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Hitmanski

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Man lernt eben nie aus :P


Schmax

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Apropo man lernt nie aus. Müsste es nicht magnum opus heißen?


Arakune: Das Manifest, CinemaForever...

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Eine legendäre Serie, die selbst heute immer noch Maßstäbe setzt. Die Atmosphäre ist einfach unglaublich; die Musik von Mastermind Angelo Badalamenti ist die perfekte Untermalung für diese Perle der Serienkunst; die Charaktere sind extrem charmant und wirken in keiner einzigen Szene lächerlich (trotz ihres [manchmal] fragwürdigen Kleidungsstiles); die Story bietet so viele Nebenplots und ist dermaßen spannend, dass man sich die Serie mindestens noch ein zweites Mal ansehen müsste, um alle Details zu entdecken (wobei ich glaube, dass da selbst ein zweites Mal nicht ausreicht); sie hat Bob, die wahrscheinlich gruseligste Serienfigur, die es je gab; und natürlich Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper. Einfach nur meisterhaft! Ich würde fast sagen, das war die Rolle seines Lebens.
Kurz und knapp: Man darf sich "Twin Peaks" wirklich nicht entgehen lassen, denn es ist vermutlich die beste Serie aller Zeiten. Die Mutter von Akte X und co. Und dafür werde ich David Lynch und Mark Frost auf Ewigkeiten lieben. Hach, ich könnte noch lange so für "TP" weiterschwärmen, ohne der Serie auch nur annähernd gerecht zu werden.
Seht lieber selbst und lasst euch vom Zauber der Wälder von Twin Peaks packen und mitreißen. Euch wird die Reise gefallen...

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Kommentare

über Twin Peaks

RiSiNGxSuN

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7.0Sehenswert

Twin Peaks, eine viel gelobte Serie und von vielen als eine der besten Serien aller Zeiten benannt, leider finde ich keinen Zugang zu der Serie, ich habe über 3 versuche gebraucht auch nur den Piloten zu beenden, ich sehe zwar in Ansätzen was so faszinierend an Twin Peaks sein soll aber das hilft mir nicht über das miese Schauspiel die Käsigen Dialoge und die fast schon 70er Jahre Optik nicht hinweg.
Das erzähl tempo ist es schon mal nicht was mich stört da ich True Detectiv für eine der besten Serien der letzten 5 Jahre halte...

Wenn ihr mir helfen könnt meldet euch bei mir...^^

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xedos666

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9.0Herausragend

Die Urmutter aller guten US-Serien.. Über 20 Jahre ist es her, dass ich alter Sack Twin Peaks seinerzeit im TV das erste Mal gesehen hatte. Und nun war es für mich Zeit, aus durchaus nostalgischen Motiven heraus diese völlig verrückte Mystery-Serie noch einmal auf DVD zu kaufen. Manchmal ist man enttäuscht, wenn man so etwas tut. Ich bin es nicht. Im Gegenteil, David Lynchs abgedrehtes Epos um Schuld, Sühne und das Mysterium verschiedenster Individuen im Mikrokosmos Twin Peaks fasziniert wie eh und je. Man taucht ein, leidet mit, freut sich mit, will richtig guten Kaffee trinken und Kirschkuchen essen. Man will Leo Johnson die Fresse polieren, der Log-Lady ihr Scheit wegnehmen und in den Fluss werfen und die ein oder andere 18jährige Maus schützend in seine Arme nehmen. Was meistens unnötig wäre, denn die Mädels kommen gut allein zurecht. Eigentlich das richtige für lange Winterabende, funktioniert aber auch im Hochsommer. Die Eulen sind nicht das was sie scheinen....

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timmoe

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9.0Herausragend

Fast pünktlich zum Erscheinen der Serie auf BluRay habe ich mir meinen zweiten Durchlauf gegönnt und bin immer noch fasziniert von der kleinen Stadt mit all seinen Intrigen, skurrilen Charakteren und den mysteriösen Wäldern.
Die zweite Staffel ist aus meiner Sicht etwas lang geraten und beinhaltet ein paar nicht notwendige Subplots, ansonsten kann man den Machern nicht viel vorwerfen.
Ich freue mich nun auf eine erneute Sichtung vom Prequel "Fire Walk With Me" inkl. der hochpreisig angekündigten Deleted Scenes mit 90 Min. Material :-*

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filmfreak180

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Genau wegen der schwachen zweiten Staffel mit den ganzen uninteressanten Subplots und dem Overacting einiger Schauspieler definitiv kein Meisterwerk, auch wenn "Twin Peaks" sicherlich sehr prägend für die TV-Geschichte war. Aber David Lynch war leider bisher noch nie mein Fall, obwohl vor allem die erste Staffel eine richtig tolle Atmosphäre aufgebaut hat...


fabian.ehrmantraut

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7.5Sehenswert

Sicher ein Meilenstein der Seriengeschichte, aber leider mittlerweile in einigen Bereichen sehr angestaubt. Und damit meine ich nicht nur technische, sondern auch schauspielerische und dramaturgische Aspekte.

Trotzdem unterhaltsam und sehenswert. nur hätte es entweder nur eine Staffel oder mehr als zwei geben müssen. So wirkt es wie zunächst künstlich in die Länge gezogen und dann doch abrupt zu Ende gebracht.

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Mr.English

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9.0Herausragend

Windom Earl: "Wir beide haben eine Verabredung, hier am Ende der Welt."

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Mr.English

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9.0Herausragend

Gerade das Finale gesehen. Bin total sprachlos, begeistert und verstört gleichzeitig. Eine so packende Atmosphäre wie in fast keiner anderen Folge. Schon der Storystrang mit dem Schlüssel wird super aufgelöst aber das Ende erst. Oh man. Ich komme noch nicht hinter alle Metaphern etc. aber Das was da passiert, ist eigentlich das einzig logische Ereignis, was sich aus der kompletten zweiten Staffel ablesen lässt. Nur hat man es nie bedacht. Ich bitte um Meinungen.

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LadyActress

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10.0Herausragend

Idee für ein Halloweenkostüm: Log Lady ...wäre eine interessante Möglichkeit :D
Nur müsste man dann leider die ganze Zeit ein Scheit herumtragen xDD

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maetti

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10.0Herausragend

Vorhersage 9,8 ....wow,wie recht MP hat von mir glatte 10 :-) super geile Serie

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FilmFreak2K13

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Bin zwar ein Kind der 90er, doch (im Gegensatz zu Akte-X) ging TP völlig an mir vorbei.

Konnte es aber letztes Jahr dank Lovefilm nachholen und musste feststellen dass ich die Serie tierisch langweilig fand. Hab nach 4 oder 5 Folgen aufgehört zu gucken und mir dann den Wikipedia Eintrag durchgelesen^^.

Ne, für mich war das nichts.

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Warriv

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7.5Sehenswert

Dank Amazon Instant Video habe ich die Serie jetzt in ca. 2 Wochen durchgesuchtet und ich muss jetzt einfach meinen Senf dazu abgeben.
Dale Cooper ist für mich einer der sympathischsten Charaktere der Serien-Geschichte, soviel steht auf jeden Fall fest. Generell war die Charakter-Entwicklung faszinierend. Und der Kaffee erst, den ich nebenbei getrunken habe - Den hätten Sie mal probieren müssen! Und der Kirschkuchen erst! Ein Gedicht! Aber kommen wir zurück zum Senf. Die Kriminalgeschichte rund um Laura Palmer ist fabelhaft inszeniert, ständig öffnen sich weitere Side-Storys, ohne sich zu verlieren. Diese ganzen Liebesgeschichten waren mir zwar stellenweise etwas zu teeniehaft, aber trotzdem irgendwie auf ihre eigene Art und Weise authentisch. Erwähnenswert ist hier besonders die Geschichte rund um Andy, Lucy und Dick (wobei ich Lucys deutsche Stimme auf Dauer schon ein wenig anstrengend fand). Aber ich möchte jetzt nicht zu weit ausschweifen - die erste Staffel hat mich auf jeden Fall in den Bann gezogen, den eine Serie haben sollte, damit ich die zweite Staffel sehen will. Gesagt, getan. Die zweite Staffel bringt die Story immer weiter ins Rollen und witzigerweise hatte ich mir bei einer Folge gedacht, dass jetzt nur noch Agent Mulder fehlt und dann David Duchovny tatsächlich eine Rolle hatte und diese auch wirklich großartig spielte. Leider verläuft sich die Serie aber auch in der zweiten Staffel. Der zweite Teil dieser Staffel war mir dann teilweise doch zu gewollt fantastisch und gestellt. All das gipfelte dann in einer letzten Folge, die für mich eines der schlechtesten Serien-Enden aller Zeiten darstellt. Ich fühlte mich wie auf einem Drogentrip, die Bank-Szene war total vorhersehbar und unnötig, die Donna-Szene war total bescheuert gelöst und von der Cooper-Szene ganz zu schweigen. Die Folge hat mir die Serie am Ende dann doch ein bisschen madig gemacht, wenngleich technisch gesehen die Cooper-Szene wirklich großartig war. Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt: Die Technik. Twin Peaks hat sehr viel rumexperimentiert und das ist auch eigentlich immer gut gelungen, klar waren manche Effekte in der heutigen Zeit schon sehr lahm, aber rückblickend hat mir der technische Aspekt doch sehr gut gefallen, bis auf eine Sache: Der Weißabgleich. Gibt es dafür einen tieferen Sinn, der sich mir nicht erschlossen hat, oder warum war in fast jeder Folge, wenn es dunkel war, der Weißabgleich falsch justiert? Das sollte doch eigentlich nicht vorkommen.
Alles in allem hat mir die Serie aber dennoch gut gefallen, nur dass sie mir am Ende ein wenig zu sehr Weltraum wurde.

---------------------SPOILER-ALARM--------------------

War Leland jetzt eigentlich auch in der schwarzen Hütte und ist wieder rausgekommen? Weiß das jemand? Ich meine, sonst hätte Bob ja ihn nicht besitzen können, oder nicht?

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MurmelTV

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9.0Herausragend

Juhu! Ein Ende, das gefällt!

Davon mal abgesehen ist "Twin Peaks" eine grandiose Serie mit vielen wunderbaren Charakteren, die man direkt ins Herz schließt. Besonders Dale Cooper hat es mir angetan, als ultra netter und fröhlicher Zeitgenosse mit einer Vorliebe zu schwarzen Kaffee und leckeren Kuchen. Ein FBI Agent, der sich sofort in das kleine, unscheinbare, aber mit Mysterien überhäufte Dort namens Twin Peaks verguckt hat.

Geheimnisvoll, intelligent erzählt, spannend, ergreifend und (fast) durchgehend packend inszeniert. Hier und da gibt es in der zweiten Staffel leider einige Längen, sowie Erzählstränge, die in meinen Augen nicht so viel Aufmerksamkeit benötigt hätten. Auch wenn das vielleicht das ist, was Twin Peaks auszeichnet: Es passiert so viel in diesem kleinen Ort, so viel, dass vieles nur nebenbei passiert, kleine Nebengeschichten, die die Stimmung abrunden.

Definitiv eine Serie, die man gesehen haben muss, wenn man Mysteriethrillern auch nur ein klein wenig abgewinnen kann. Zu stark sind die Aufnahmen und der Sog, der einen in diese Welt zieht, dank der grandiosen Kamera und dem stets passenden Soundtrack.

Das Ende gehört ganz nebenbei zu dem besten, was ich seit langem gesehen habe. "Endstufe" würde manch einer sagen!

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Oehli

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9.5Herausragend

Wie soll man bei dieser Serie eine ordentliche Bewertung schreiben ohne zu spoilern ...
Twin Peaks zieht einen gleich in den ersten Sekunden in seinen Bann, vor allem wenn Special Agent Dale Cooper zum ersten Mal auftritt und Diane spricht. Jede Folge endet so offen und beinahe perfekt, dass man gezwungen ist, sich die nächste Folge anzusehen. Zu Anfang klingt die Story platt .. totes Mädchen gefunden .. Mörder wird gesucht. Aber Twin Peaks ist anders. Ich weiß nicht genau, wie es David Lynch und Mark Frost es geschafft haben, aber es funktioniert und das beinahe perfekt. Die Serie beinhaltet einfach so vieles und geht dabei, wie bei Lynch üblich, ins Übernatürliche, was schon nach den ersten Folgen und vor allem ab Coopers Traum zu merken ist. Man fiebert mit jedem Charakter mit und fühlt sich einfach wohl in dem kleinen Örtchen Twin Peaks. Die erste Steffel ist durchgehend perfekt insziniert, bringt Spaß und macht Lust auf mehr. So beginnt auch die 2. Staffel jedoch wird sie, nachdem der Mörder gefunden ist, etwas langatmig. Man hätte durchaus ein paar Sachen streichen können, wie zum Beispiel James Aufenthalt in dem anderen Ort, komme nicht auf den Namen, wenn er überhaupt genannt wurde. Auch Nadine stört ab und zu und Bens "Wahnsinn" hätte man auch durchaus kürzen sollen. Aber gerade zum Ende hin ( Windom Earl und die schwarze Hütte) ist wieder weltklasse. Der Schluss ist radikal, ergreifend und tragisch.
Man hat es mich gestört, dass Twin Peaks nicht fortgesetzt wurde! Wer will denn nicht wissen, was aus Cooper wird ?! Was mit Audrey passiert ist ?! Traurig .. traurig...
Letztendlich meine absolute Lieblingsserie mit kleinen Aussetzern in der 2. Staffel.
Ein Muss!

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Mr.English

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9.0Herausragend

James:"Seit wann rauchst du?"[...] Donna:" Es hilft mir ruhiger zu werden"; James:" Seit wann bist du unruhig?" Donna:" Seit ich rauche denke ich!"

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jeffcostello

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10.0Herausragend

"Wissen sie warum ich schnitze, Sheriff?"
"Nein, wieso?"
"Ich finde es passt zu einer Stadt in der die Leute bei Gelb auf die Bremse, anstatt aufs Gas treten."
David Lynch bewegt sich mit seiner legendären Serie Twin Peaks quer und ständig wechselnd durch alle nur erdenklichen Genres, von der Soap Opera bis hin zum Myster Thriller lässt sich die Serie nie festlegen, erfindet sich ständig selbst neu und bleibt Folge für Folge aufregend. Unzählige mal bedeutungsvolle mal bedeutungslose Nebenhandlungsstränge werden werden aufgenommen, geben der Serie immer wieder eine neue, oftmals unerwartete Note, manchmal werden sie fortgesetzt und manchmal einfach fallen gelassen, aber alle bereichern das von David Lynch und Mark Frost geschaffene Universum, ein Mikrokosmos des Wahnsinns der ständig durch die Machenschaften seiner Einwohner unterzugehen droht, ein kleines groteskes, surreales und abstraktes Abbild der wirklichen Welt.
Um die Aufklärung des Mordes an Laura Palmer, die eigentlichen Prämisse der Serie, geht es nur sehr zweitrangig (ursprünglich wollte Lynch den Mord ganz unaufgeklärt lassen), es geht darum zu den dunklen, bedrohlichen Wahrheiten hinter der schönen Fassade vorzudringen, das Bild der scheinbar idyllischen Kleinstadt Twin Peaks zu zerstören, ihr ihre scheinbare Unschuld zu nehmen. Lynch inszeniert die Serie unterfüttert mit einer beständigenden, düsteren Grundstimmung großartig unterstützt von Angelo Badalamentis atmosphärischem Soundtrack, manchmal schwelgerisch schön und manchmal düster-schaurig.
Die große Meisterschaft von Lynchs Serie ist ihre große Menschlichkeit, so abwegig die Vorgänge manchmal auch erscheinen mögen bewahrt sich die Serie immer ihre ehrliche Menschlichkeit, die Figuren sind großartige komplexe Charaktere, nicht stumpf unterteilt in Gut und Böse, ambivalente Personen, voller Hoffnungen und Träume, die sie verzweifelt beschützen wollen, vor dem drohenden Untergang.
In nur 2 Staffeln gelang Twin Peaks sich als eine der Besten und Wichtigsten Fernsehserien aller Zeiten u positioniere und David Lynch schuf damit sein großes Meisterwerk

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FranklinFlyer

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geh einfach nochmal auf "kommentar schreiben"


jeffcostello

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Ja, gewöhnlich funktioniert das so, bei Serien scheint es aber komischerweise nicht möglich zu sein.


GamarnaNebel

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10.0Herausragend

Die von Mark Frost und David Lynch konzipierte Fernsehserie, welche von einer mysteriösen US-amerikanischen Kleinstadt und ihren Bewohnern handelt, bietet einen schwer zu definierenden Genremix.

Zum Teil ist sie eine Seifenoper voller Intrigen und Affären, die sich an den damals populären Edelsoaps (Dallas, Denver Clan) orientiert.
Auffällig ist die für Soap Operas typische Zopfdramaturgie, die die Folgen in verschiedene Sequenzen mit unterschiedlichen Handlungssträngen unterteilt, die nie gleichzeitig aufgelöst werden, sodass ständig ein Handlungsfaden offen bleibt.
Die Serie spielt mit den Genrekonventionen, bedient sie teilweise, um sie sogleich zu brechen und parodiert sie (vor allem in der fiktiven Serie „Einladung zur Liebe“, die von den Bewohnern der Stadt gebannt verfolgt wird). Die Charaktere sind komplexe Figuren, die häufig überraschen, ohne dass ihre Handlungen irgendwann beliebig wirken.

Stark hervor stechen auch die Einflüsse des Film Noir.
Die Suche nach dem Mörder der High School Schülerin Laura Palmer bildet (zumindest bis gut zur Hälfte der Serie) den roten Faden, von dem ausgehend man die Bewohner der Stadt kennen lernt.
Dies erinnert an die Filme der schwarzen Serie, in denen das Aufdecken eines Verbrechens ebenfalls der Ausgangspunkt ist, von dem aus die handelnden Personen erforscht werden.
Auch die Verwendung bestimmter Motive (die Femme Fatale) und Namen (der Name Laura verweist beispielsweise auf Otto Premingers gleichnamigen Film) zeigt die Einflüsse deutlich auf.

Auch Thriller- und Horrorelemente sind deutlich vertreten. Letztere vor allem in der Gestalt des Bob.

Weitere starke Merkmale des Werkes sind der skurrile Humor und, vielleicht das bemerkenswerteste, der Surrealismus, der vor allem in den Traumsequenzen bzw. den Szenen in der Schwarzen Hütte auffällt.

Abgesehen vom Pilotfilm (ca. 90 Minuten lang) und der Auftaktfolge zur zweiten Staffel (ebenfalls ca. 90 Minuten lang) handelt es sich ausschließlich um Folgen von ca. 45 Minuten Länge.
Die erste Staffel, bestehend aus dem Pilotfilm und sieben Folgen, ist etwas homogener als die folgende, was damit zusammenhängt, dass Lynch und Frost auch die Inhalte der Folgen, für die sie nicht selbst das Drehbuch schrieben, streng vorgaben und es praktisch kaum Handlungsstränge gab, die sich nur über wenige Folgen erstreckten.
Die erste Staffel geht nahtlos in die zweite über, jedoch gibt es in dieser auch viele kleinere Geschichten, die nur wenige Folgen andauern.
Dies ist zum Teil wohl dem Umstand geschuldet, dass deutlich mehr Folgen (22) zu füllen sind.
Nach der Auflösung des Mordes an Laura Palmer, und dem damit einhergehenden Verlust des wichtigsten Handlungsstrangs (der einem die einzelnen Bewohner der Stadt erst näher brachte), dauert es ein wenig, bis die Serie wieder an Fahrt gewinnt.
Alles endet in einen starken Finale.
Leider konnte einige Dinge nicht restlos aufgelöst werden, da eine dritte Staffel zwar geplant war, jedoch nicht zustande kam.
Andererseits passt der offene Schluss auch hervorragend zum mysteriösen Stil der Serie.

Trotz des hohen Niveaus der Serie stechen einige Episoden qualitativ noch etwas heraus.
So wurden die besten von David Lynch (der Pilotfilm und die Folgen 2, 8, 9, 14 sowie die finale Folge) bzw. Mark Frost (das vor Cliffhangern überbordende Finale der ersten Staffel) inszeniert.

Die Figuren sind vielschichtig und die Rollen gut besetzt, sodass es schwer fällt, jemanden herauszuheben.

Den stärksten Eindruck hinterlässt allerdings Kyle Maclachlans F.B.I. Special Agent Dale Cooper.
Der geniale Ermittler, der sich neben seiner an Sherlock Holmes erinnernden Beobachtungs- und Kombinationsgabe auch auf seine Intuition und esoterische Methoden verlässt, versprüht stets Optimismus und zeigt eine geradezu kindliche Freude, wenn es um die simplen Freuden des Lebens geht.

In der Serie wimmelt es geradezu von einzigartigen, vielschichtigen Charakteren.
Um nur einige weitere zu nennen:
Audrey Horne, gespielt von Sherilyn Fenn, die jugendliche Femme Fatale, die im Grunde ihrer Herzens eine empfindsame Seele ist; ihr Vater Benjamin Horne (Richard Beamer), der reiche, intrigante Hotelbesitzer; Leland Palmer (Ray Wise), der verzweifelte Vater der ermordeten Laura Palmer; Donna Hayward, die beste Freundin der Ermordeten, die den Täter um jeden Preis entlarven will.

Angelo Badalamentis stimmungsvolle Musik trägt entscheidend zur mysteriösen Atmosphäre der Serie bei.

Die deutsche Übersetzung ist manchmal etwas holprig und ungenau, insgesamt jedoch recht ordentlich. Die Synchronsprecher sind passend gewählt und zeigen eine gute Leistung.

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WalterPinkman97

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3.0Schwach

Ich halte die Serie "Twin Peaks", aus heutiger Sicht, für überbewertet. Ich habe mir vor einer Woche, ohne überhaupt vorher eine Episode gesehen zu haben, die "Twin Peaks - Definitive Gold Box Edition" für 49 Euro gekauft. Ich vertraute auf die Meinungen der Community auf IMDb und co. wurde jedoch bitter enttäuscht. Mieser Soundtrack, dilettantische Schauspieler und unsympathische Charaktere, mit Ausnahme von "Agent Cooper" auf den man hätte den Hauptfokus der Serie mehr hätte richten sollen. Oftmals kam es mir auch so vor als würde ich eine alte Seifenoper anschauen. Was die surrealen Träume und Visionen angeht habe ich in "Six Feet Under" und "Carnéval" bessere gesehen und die auch oft hochgelobte Kameraführung hat mich gar nicht beeindruckt. Trotz all dem habe ich bis Folge 14: Doppelspiel
(Double Play) durchgehalten. Aufgrund des sehr gelungenen Pilotfilmes und der wie ich zugeben muss interessanten Atmosphäre gebe ich der Serie trotzdem 3 Punkte.

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ataleofmemories

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ich weiß nicht, ich kann mich einfach nicht damit anfreunden und hab mir mehrere folgen angesehen, ich fand es einfach nur langweilig.. aber special agent cooper gefiel mir dennoch sehr, der viel zu wenig vorkommt, meiner meinung nach.

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ProsperDune

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10.0Herausragend

1) Albert Rosenfield.
-- "While I will admit to a certain cynicism, the fact is that I am a naysayer and hatchet-man in the fight against violence. I pride myself in taking a punch and I'll gladly take another because I choose to live my life in the company of Gandhi and King. My concerns are global. I reject absolutely: revenge, aggression and retaliation. The foundation of such a method... is love. I love you Sheriff Truman."

2) Special Agent Dale Cooper.
-- "I'm going to let you in on a little secret. Every day, once a day, give yourself a present. Don't plan it. Don't wait for it. Just let it happen. It could be a new shirt at the men's store, a catnap in your office chair, or two cups of good, hot black coffee. "

2 1/2) Diane
-- Der beste Freund des Menschen ist sein Diktiergerät.

3) Major Garland Briggs. (Don S. Davis ♥)
-- "[I fear] The possibility that love is not enough."

4) Gordon Cole. (David Lynch ♥)
-- "I PLAN ON WRITTING AN EPIC POEM ABOUT THIS GORGEOUS PIE."

5) Pete Martell. (Jack Nance ♥)
-- "The lonesome foghorn blows..."

6) Log Lady.
-- "Sometimes - well, let's say all times - things are changing. We are judged as human beings on how we treat our fellow human beings. How do you treat your fellow human beings? At night, just before sleep, as you lay by yourself in the dark, how do you feel about yourself? Are you proud of your behavior? Are you ashamed of your behavior? You know in your heart if you have hurt someone - you know. If you have hurt someone, don't wait another day before making things right. The world could break apart with sadness in the meantime."

7) Deputy Hawk.
-- "One woman can make you fly like an eagle, another can give you the strength of a lion, but only one in the Cycle Of Life can fill your heart with wonder and the wisdom that you have known a singular joy."

8) Andy.
-- "I'm a whole damn town!"

9) Harold Smith.
-- "Je suis une âme solitaire."

10) Bob.
-- Das Böse. [SPOILER: Es lässt mich nicht los, dass es siegt. Was ist, wenn die schwarze und die weiße Hütte derselbe Ort sind?]

11) Der Fichtenmarder!

[ . . . ]

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ProsperDune

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[ SPOILER ] Und er nimmt es ja sehr gut auf, dass sich Lucy am Ende für Andy entscheidet. Zudem wählt er die "richtige" Miss Twin Peaks, er ließ sich nämlich nicht von Mrs. Milford verführen. Dick ist ein totaler Vollidiot, aber ein herzensguter, obwohl er das nicht so oft zeigt. :)


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Klar. Eindimensionale Charaktere gibt es bei Lynch ja sowieso nicht.


Shuif

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Vorhersage 10 P.
Werd der Serie wohl mal ein Versuch geben.

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Velly

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Serien-Vorhersagen sind in der Regel meist etwas übertrieben. Aber 10 Punkte für Twin Peaks geht ohne Zweifel in die richtige Richtung ♥


Shuif

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Vorhersagen treffen bei mir meistens nicht ganz zu, aber die ganzen guten Bewertungen haben mich neugierig gemacht :)


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10.0Herausragend

Spoiler! Diesen Kommentar bitte auf garkeinen Fall lesen, wenn ihr die Serie noch sehen wollt!!!
Atemberaubend, einfach nur atemberaubend.
Die mit Abstand beste Serie, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Ich bin ziemlich betrübt, dass es jetzt vorbei ist, aber eigentlich darf ich das bei diesem grandiosen Ende garnicht sein.
Den Machern gelingt es die Serie zu einem perfekten Schluss zu führen, so und nicht anders musste sie enden. Jede Episode, die nach der jetztigen Endszene gedreht worden wäre, hätte sehr viel kaputt gemacht, denn so, wie es jetzt ist spielt sich das unvorstellbare Grauen, dass durch BOBs letzten Triumphzug ausgelöst wurde im Kopf des Zuschauers ab, er kann in seinem Kopf die Geschichte weiterspinnen und selbst ausmalen, was noch alles in Twin Peaks geschehen wird und somit weiß ich, dass TWIN PEAKS noch sehr lange in meinem Kopf herumschwirren wird und ich mich noch sehr viel mir der Serie auseinandersetzten werde. Die Welt, die David Lynch und Mark Frost hier kreiert haben hat mich nämlich nicht, wie bei vielen anderen Filmen und Serien kalt gelassen und ist teilnahmslos an mir vorbeigezogen, nein diese Welt hat mich ganz fest ergriffen und vollkommen vereinnahmt, sie wirkt wie ein besserer 3D-Film, bei dem man wirklich mitten im Geschehen steckt, mit beiden Füßen ganz real in Twin Peaks steht, alle Charaktere wirklich vor sich hat und ihnen ins Angesicht blick, jeden Traum von Special Agent Dale Cooper wirklich erlebt, selbst mit ihm die Schwarze Hütte besucht und bei allem, was sich dort abspielt wirklich dabei zu sein, selbst von BOB besessen ist oder von ihm terrorisiert wird und vor ihm vor Angst erstarrt, selbst den Kirschkuchen isst und den "verdammt guten Kaffee" trinkt, die Atmosphäre des Städtchens Twin Peaks mit dem ganzen Körper spührt, all die Gerüche, Geschmäcker, Geräusche und die wunderschöne Natur wahrnimmt, als wäre man wirklich dort. Ich kann ganz ohne Übertreibung sagen, dass ich noch nie so intensiv und tief in eine andere Welt abgetaucht bin. Mag sein, dass es euch verrückt, freakig, oder wie auch immer vorkommt, aber ich muss sehr oft über TWIN PEAKS nachdenken, selbst im Traum ließ sie mich nicht los und so kommt es, dass ich das ein oder andere Mal von dieser Serie geträumt habe (Ok, ich glaube, irgendetwas stimmt wirklich nicht mit mir.)

Doch was ist es, dass TWIN PEAKS so besonders macht ?

Ein Grund dafür ist natürlich die trügerische Idylle, die LYNCH und Frost hier kreiert haben. Auf dem ersten Blick (also nach den ersten Paar Episoden) wie die perfekte Idylle. Wunderschön gelegen, ruhig und friedlich, von der Hektik und den Wirren der Außenwelt ist nichts zu spüren, Alte Tugenden, wie Moral und Anstand haben noch einen Wert, die Menschen sind allesamt rechtsschaffend, freundlich und gut und das Grauen, welches die übrige Welt bisher immer und immer wieder erschütterte haben diesen Ort nicht im mindesten berührt. Twin Peaks ist wie ein vollkommen von der Außenwelt abgeschnittenes Paradies, eine Oase des Guten in einer ansonsten verdorbenen Welt. Doch nach und nach merkt man immer mehr, dass dieser Schein trügt und dass die Idylle und Fassade ist. Die Menschen hier sind genau so verdorben, geldgierig, skrupellos und kriminell, wie anderswo. Auch hier regiert das Geld, auch hier kann man niemandem trauen, auch hier geht man über Leichen um an sein Ziel zu kommen, auch hier steckt in jedem Menschen ein Monster, auch hier nutzt man andere aus, manipuliert sie und lockt sie in den Hinterhalt, auch hier sind Mord, Drogenhandel, Intrigen und Gewalt an der Tagesordnung, auch hier darf man niemandem den Rücken zudrehen, weil man Gefahr läuft, dass einem ein (sinnbildlicher) Dolch in den Rücken gestoßen wird. Und hier sind wir schon bei einer anderen Sache, die TWIN PEAKS so unfassbar genial macht: Die wundervoll ausgearbeiteten Charaktere. Hinter so gut, wie jedem Charakter lauern metertiefe Abgründe, die teilweise erst ganz spät und ganz unvermittelt zu Tage treten, jeder Charakter steckt ganz tief in einem Gewirr aus undurchdringlichen Verstrickungen, die jedoch immer irgendwie mit Intrigen, Betrug oder anderen kriminellen Machenschaften zu tun haben, die Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren sind hochkomplex und für den Zuschauer nicht leicht zu durchdringen, doch hierdurch entsteht natürlich auch eine große Faszination, da man immer tiefen in das Gewirr hineingezogen wird und das Fortlaufen der Serie bietet keine Lösung sondern eine noch viel größere Zahl an Knoten. Genial ist auch, dass die Serie zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar oder klischeehaft wirkt, die Anhäufung von Abgründen ist niemals platt und konstruiert sondern stets sehr realitätsnah und echt, genau so wie die Menschen in Twin Peaks sind die Menschen auch im richtigen Leben. Selbstverständlich spielen Lynch und Frost hier mit den Erwartungen der Zuschauer, denn von sympathischen und gut wirkenden Charakteren werden Abgründe und Machenschaften offenbart, die man vorher niemals für möglich gehalten hat und zu Beginn durchtrieben und hinterhältig wirkende Charaktere stehen am Ende als Witzfiguren oder zahme Lämmer dar, die nicht ansatzweise so gefährlich sind, wie man dachte. Fest steht, dass jeder in Twin Peaks durch unmoralische Mittel, wie Verrat und Betrug zum Ziel kommen, manchmal im größeren und manchmal im kleineren Rahmen, aber die Methoden sind stets die gleichen. Die Figuren in Twin Peaks sind so wie das Leeben in unserer Welt: verwirrend und betrügerisch.
All das hebt die Figuren jedoch deutlich von sonstigen Film/Serien-Charakteren ab, sie sind viel komplexer und tiefgründiger, sie sind viel echter, sie handeln wie richtige Menschen und wirken deshalb auch wie richtige Menschen und als solche nimmt man sie auch als Zuschauer wahr, wie richtige Menschen, die man schon lange kennt und einem deshalb irgendwie ans Herz gewachsen sind trotz als der Abgründigkeit und Boshaftigkeit (selbst eher unbedeutende Nebenrollen, wie z.B. Deputy Hawk) und deshalb verübelt man es der serie kein bisschen, dass es neben den Ermittlungen zu Laura Palmers Tod und der nachfolgenden Suche nach der Schwarzen Hütte noch etliche andere Handlungsstränge gibt, man begrüßt es viel eher. Ganz besonders stechen hier natürlich die beiden einzigen wirklichen Sympathieträger der Serie Special Agent Dale Cooper und Sheriff Hary S. Truman heraus. Besonders ersterer ist meiner Meinung nach einer der inspirierendsten Film/Serien-Charaktere überhaupt und mit seiner freundlichen aber bestimmten Art, seiner ansteckenden Euphorie, seinem Glauben an das Gute im Menschen, seiner erfrischenden Andersartigkeit und seiner entschiedenen Suche nach der Wahrheit, bei der er jedoch niemals außer Acht lässt, dass es noch etwas außerhalb der menschlichen Horizonts, etwas Übernatürliches gibt mein neuer absoluter Lieblingscharakter. Er personifiziert in einer verdorbenen Welt das Gute.

Eine weitere fasziniernde Sache an TWIN PEAKS ist natürlich BOB und die schwarze bzw. weiße Hütte. Twin Peaks wird nicht nur durch seine Abgründigkeit von innen aufgefressen, es steht zudem unter ständiger Bedrohung von außen, denn in den das Städtchen umgebenden Wäldern lauert das absolut Böse, hier dargestellt durch die schwarze Hütte. Der Eingang zur schwarzen sowie zur weißen Hütte liegt in den Wäldern von Twin Peaks, die schwarze Hütte ist ein Ort des Schreckens der durch Gefühle, wie Furcht und Angst und die weiße Hütte ein paradiesischer Ort der durch Liebe geöffnet werden kann. Die schwarze Hütte strahlt eine ungeheure Bedrohung und Macht aus, jemand der sich diese zu Nutze macht, kann damit die Schreckensherrschaft über die Welt übernehmen. Einer der Geister, der die schwarze Hütte bewohnt, ist BOB. Ein wesen dass ein ungeheures, perverses Vergnügen am Leid der Menschen hat und einen unstillbaren Drang verspürt zu morden und zu zerstören. BOBs einzige Erfüllung ist es einen Menschen zu quälen und ihm zu schaden. Zudem scheint BOB unaufhaltbar und unbesiegbar zu sein, denn er dringt in den Körper eines Menschen ein und ergreift Besitz von ihm, so das er fortan seinen Körper kontrollier und sein grausames Spiel treiben kann. Immer wieder terrorisiert er in Form ihres Vaters die Schülerin Laura Palmer heim und sucht sie Nachts auf um sie zu vergewaltigen. Diese wird dadurch vor allem seelsich verstört und geht immer mehr zu Grunde, BOB quälte sie fast ihr gesamtes Leben lang.
Der Geist BOB stellt hier das personifizierte Böse dar, etwas, dass ganz ohne Gefühle mordet, vergewaltigt und foltert aus reinem Vergnügen. Besonders gefährlich an BOB ist jedoch die Tatsache, dass man ihn nicht besiegen oder wenigstens zurückdrängen kann. Er ist körperlos, dringt ganz unvermittelt in das Leben eines Menschen ein, kontrolliert den Körper, vergiftet sein Heim, terrorisiert das Umfeld und man kann sich nicht vor ihm schützen, man ist ihm wehrlos ausgeliefert, es gibt kein Mittel um BOB wieder aus seinem Leben zu verbannen und den Schaden den er anrichtete ist unwiderruflich. Letztendlich gelingt es ihm sogar von Dale Cooper, dem personifizierten Guten Besitz zu ergreifen, das Böse siegt also endgültig über das Gute und der weg für BOBs Schreckensherrschaft ist somit frei, nichts kann ihn jetzt mehr aufhalten. Das schlimmste ist wahrscheinlich aber, dass es jeden treffen kann. Jemand, wie der Geist BOB macht Halt vor nichts und Niemandem, denn er kennt keinen Mitleid, keine Moral und keine Grenzen. Ich muss sagen, dass Lynch und Frost hier meine ultimative Horrorvorstellung umsetzten: Das unvermittelte und unaufhaltbare Eindringen des Bösen in das sichere Heim, dass jeden heimsuchen kann, weil das Böse vor niemandem halt macht und selbst stärker und mächtiger als das Gute ist. Ich denke auch in diesem Punkt, ist TWIN PEAKS sehr nahe an der Realität, denn auch in unserer Welt siegt das Böse immer wieder über das Gute.

Zu guter Letzt bleibt dann natürlich noch der Inszenierungsstil der TWIN PEAKS zu einem fast übermenschlichen Meisterwerk macht. Einerseits die warme, trügerische orange-braune Farbgebung in Twin Peaks und andererseits die Träume und Visionen von Dale Cooper, sowie die schwarze Hütte, welche wie ein Mysterium, etwas, das den menschlichen Horizont übersteigt, etwas das so wirkt, als sei es nicht von dieser Welt. Wie ein Ort voller Mysterien, Geheimisse und Wunder, aber auch voll Grauen, Verdorbenheit und Qualen. Generell sagen mir auch die Mystery-Elemente sehr zu und ich mag es, das hier längst nicht alles beantwortet wird und einige Frage offen bleiben.

Ich kann es nur nochmal sagen, TWIN PEAKS ist und bleibt für mich die beste Serie überhaupt, ich kann garnicht sagen, ob ich jemals soetwas großartiges gesehen habe. Ich brenne darauf noch mehr von david Lynch zu sehen, wenn seine Spiele auch nur ansatzweise so genial sind, wie TWIN PEAKS werde ich sie lieben, das weß ich. Gut, dass ich mir MULHOLLAND DRIVE und LOST HIGHWAY schon gekauft habe.

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Ich sehe mir die Serie gerade zum 2. Mal an und finde die Hälfte nachdem aufgedeckt wurde, wer Lauras Mörder war kein bisschen schlechter, dass alles davor. TWIN PEAKS ist für mich sowieso nicht nur Laura Palmers Tod und die damit zusammenhängenden Ermittlungen, es ist soviel mehr: Die Suche nach Bob und der schwarzen Hütte, Windom Earle, der Werdegang von Dale Cooper in Twin Peaks, das Peckard-Werk und das Ghostwood-Projekte, Das One-eyed Jack's, Nadines Geisteskrankheit, Donna und James Liebesgeschichte und ihre Suchee nach ihrem leiblicchen Vater, Lucys Versuche den richtigen Vater für ihr Kind zu finden usw. das alles sind Nebenplots, die so unglaublich amüsant, liebevoll und detailreich ausgearbeitet und spannend sind, dass sie für mich absolut zur Serie dazugehören und ich absolut nichts dagegen habe, wenn sie -nachdem der Hauptplot um Lauras Tod ja weggefallen ist- noch übrigbleiben und weitergeführt werden. Ich begrüße es sogar!
Allein wegen Dick Tremayne liebe ich die zweite Hälfte der 2. Staffel (obwohl da natürlich noch viel geniales hinzukommt, der meiner Meinung nach dafür sorgt, dass in der Serie kein Qualitätsbruch zu spüren ist).


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Ich weiß, das ist absolute Meinungssache, aber ich möchte die Serie auf keinen Fall anders haben, als sie jetzt ist.



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