Twin Peaks Kommentare

Mysterythriller, Drama, Kriminalserie 1990 - 1991

Kommentare zu Twin Peaks

  • 6 .5
    AvonBarksdale 07.09.2014, 15:44

    habe mich am Anfang der Serie auf eine Mysteryserie eingelassen
    am Anfang habe ich sehr lange auf die ersten richtigen Mysterymomente gewartet und auch allgemin fang die Serie sehr schleppend an, was mich fast dazu führte die Serie abzuschalten und nicht mehr weiterzuschauen
    habe sie dann doch zu Ende gesehen, mit der Zeit wurde es ein bisschen besser aber ich musste mich doch immer wieder überwinden weiterzuschauen.
    Hatte am Ende leider nicht das Gefühl das ich mir dachte zum Glück habe ich die Serie fertiggeschaut.
    Alles in allem finde ich die Serie überbewertet, aber sie hatte doch einige sehenswerte Momente, aber leider viel zu wenig von denen

    • 10
      MrDepad 15.08.2014, 20:34

      "She's dead... Wrapped in plastic."
      Die letzten knapp 10 Tage durfte ich wieder einmal einen cineastischen Urlaub der Extraklasse verbringen. Dank dem kürzlich veröffentlichten Blu-ray-Boxset erstrahlt Twin Peaks in neuem, farbenfrohen Glanz. Grund genug, sich wieder einmal in diese ganz besondere Kleinstadt zu begeben.
      "Twin Peaks" war bereits damals ein absolutes TV-Phänomen, welches die Fernsehlandschaft entscheidend prägen und verändern würde. Selbst bis heute hat die Serie immer noch nichts von ihrer einmaligen, verschrobenen sowie mystischen Faszination verloren.
      Mark Frost und David Lynch schufen eine ganz besondere Serie, die auf der einen Seite wie eine typische, mitunter schmalzige Soap-Opera aus den 90ern wirkt, in denen es sich viel um Familiengeschichten, Romanzen oder Figurenbeziehungen dreht. Natürlich ist da allerdings noch mehr, denn nicht ohne Grund war David Lynch an der Serie maßgeblich beteiligt. So erhält die Serie auf der anderen Seite eine mysteriöse, düstere, abgründige wie surreale Note, was in Verbindung mit den Soap-Elementen eine unvergleiche Mischung ergibt, wie man sie kein zweites mal finden wird.
      Allein den einzelnen Figuren könnte man aufgrund ihrer Einzigartig- sowie Vielschichtigkeit jeweils einen eigenen Eintrag hier widmen, doch in erster Linie sollte der Schauplatz selbst zunächst Erwähnung finden. Twin Peaks ist eine malerische, nahezu traumhafte Kleinstadt, die mit ihrer ländlichen Idylle, den vordergründig unglaublich sympathischen Bewohnern und den vielen ikonischen Plätzen (z.B. das Great Northern Hotel, das Double R Diner, das Roadhouse,...) immer wieder die Lust weckt, mal selbst dort Urlaub zu machen, wenn der Ort in Wirklichkeit so existieren würde.
      Aufhänger der Handlung ist der grausame Mord an der wunderschönen Schönheitskönigin Laura Palmer. Zur Aufklärung des Falls ermittelt nicht nur das lokale Sheriffs-Department, auch ein Special Agent des FBI reist in die Stadt, um den Mord zu untersuchen.
      Bereits früh kommt vor allem der Einfluss von David Lynch zu tragen. Was auch in seinen eigenen Regiearbeiten stets ein Motiv ist, ergründet der Meister des Surrealen in der Serie ebenfalls. Die schöne, strahlende Vorstadtfassade beginnt schnell zu bröckeln und Risse werden sichtbar. Niemand ist hier von der Persönlichkeit her so, wie es zunächst den Anschein hat und fast jeder beherbergt irgendein dunkles Geheimnis.
      So rückt der Mordfall zwar nicht vollständig aus dem Fokus, er ist aber bei weitem nicht das tragende Element der fortschreitenden Handlung. Frost und Lynch entwickeln viel mehr zahlreiche Nebenschauplätze, bei denen sämtliche Nebenfiguren zum Zug kommen und sich nach und nach ein immer weitläufigeres Bild einer Stadt entwickelt, in der nichts und niemand gewöhnlich zu sein scheint und es immer deutlicher wird, wie sehr das Wunderschöne neben dem Tiefdunkelsten existiert.
      Dabei kommt der Serie vor allem auch der einzigartige, atmosphärische Tonfall zu Gute, bei dem beispielsweise auf eine sehr ergreifende, tragische Szene ein Moment des puren Slapsticks folgen kann. So bleibt das Geschehen stets überraschend und unvorhersehbar.
      Die wenigen Episoden, bei denen Lynch persönlich Regie führte, stechen dann nochmal besonders hervor und beinhalten allesamt absolut geniale, abgedrehte oder besondere Merkmale, welche in dieser Form nur von Lynch stammen können. Elemente wie beispielweise der Red Room, die Black Lodge, ein tanzender Zwerg oder ein rätselstellender Riese bieten bis heute Zündstoff für Diskussionen und Analysen und verleihen der Serie weitere, unvergleiche Facetten.
      Frost und Lynch planten ursprünglich, den Mörder von Laura Palmer niemals zu enthüllen, doch der Sender machte aufgrund schwächelnder Quoten so großen Druck, dass sich die beiden gezwungen sahen, die Identität des Täters Anfang der 2. Season zu enthüllen. Viele sind der Meinung, dass die Serie besonders nach Episode 16 massiv einbricht.
      Es stimmt schon, die Handlung wirkt ab da zunächst etwas ziellos und die Abwesenheit von Lynch, der merklich weniger am Set anwesend war, macht sich durchaus bemerkbar. Trotzdem hat man sämtliche Figuren spätestens hier bereits fest ins Herz geschlossen, weshalb auch einige vielleicht etwas sehr alberne Nebenhandlungen kaum negativ ins Gewicht fallen und die Serie trotzdem bis zum Ende nochmal einen neuen, fesselnden Hauptplot erhält.
      Speziell die letzte Folge sollte auch noch besonders hervorgehoben werden. Wieder unter der Regie von Lynch persönlich wird hier nochmal ein dermaßen intensives, verstörend-bizarres Feuerwerk gezündet, dass man sogar so weit gehen kann zu sagen, dass sich die gesamte Serie nur wegen diesem Finale lohnt. Viele Fragen werden nochmal aufgeworfen, die hoffentlich niemals aufgelöst werden, damit das Mysterium "Twin Peaks" auch in Zukunft so reichhaltig wie eh und je verbleibt.
      Neben den zahlreichen, markanten Einstellungen und der allgemein sehr feinen, kunstvollen Kameraarbeit ist das Herzstück der Serie neben der einzigarten Atmosphäre, den fantastischen Charakteren und dem außergewöhnlichen Genre-Mix sicherlich die Musik von Angelo Badalamenti. Der Mann, der ohnehin für die meisten Soundtracks von Lynch´s Filmen verantwortlich ist, schuf hier sein persönliches Meisterwerk. Kompositionen wie beispielsweise das Twin Peaks Theme, Laura Palmer´s Theme, Audrey´s Dance oder Dance of the Dream Man sind geniale Ohrwürmer, die sich wahrscheinlich auf ewig ins Unterbewusstsein einbrennen. Hinzu kommt noch, dass besagte Songs und noch weitere nicht nur gelegentlich, sondern fast in jeder einzelnen Episode wiederholt zu hören sind. In anderen Serien würde so etwas sicherlich zu einem absoluten Overkill oder Nerv-Faktor führen, doch aufgrund der überragenden musikalischen Qualität wird hier nur noch mehr zum brillanten Gesamtbild beigetragen.
      Abschließend muss aber unbedingt noch eine Figur erwähnt werden. Der von Kyle MacLachlan gespielte Special Agent Dale Cooper darf zu den besten Figuren der gesamten Seriengeschichte gezählt werden. Coop ist ein absoluter Ehrenmann, der mit seiner überfreundlichen, warmherzigen und optimistischen Art perfekt in diese Kleinstadt passt. Im späteren Verlauf erhält allerdings auch er noch auffällig tiefergehende Hintergründe, die für den Endverlauf mehr als entscheidend sind. In ihm spiegelt sich außerdem mit Sicherheit auch viel von Lynch´s eigener Persönlichkeit wieder. Neben seiner Obession mit schwarzem Kaffee (Lynch selbst konsumiert gerne ungefähr 15 Tassen am Tag) ist es vor allem sein aufgeschlossenes Wesen, mit dem er sich auf jedes noch so rätselhafte, merkwürdige Ereignis einlässt, was wohl viel von Lynch´s Vorliebe mit dem Surrealen, Abgründigen abbildet, das tief hinter dem Gewöhnlichen verborgen liegt.
      Und so gebührt das abschließende Zitat auch Dale Cooper, durch welches die Serie dem Zuschauer trotz des erschütternden, bedrückenden Finales stets in positivster Form in Erinnerung bleiben dürfte:
      "Harry, I'm going to let you in on a little secret. Every day, once a day, give yourself a present. Don't plan it. Don't wait for it. Just let it happen. It could be a new shirt at the men's store, a catnap in your office chair, or two cups of good, hot black coffee. "

      16
      • 10
        g-sus 02.08.2014, 22:39

        Absolutes Meisterwerk!

        • 10
          Bastieff 02.08.2014, 11:12

          TWIN PEAKS von David Lynch und Mark Frost kann man wohl getrost als
          Opus Magnum (trifft vor allem für Lynch zu) bezeichnen. Das was hier über 1400 Minuten erschaffen wurde, wird wohl kaum zu toppen sein. Und nach drei Tagen war die Sichtung dieser Serie dann zu Ende.
          Obwohl ich eigentlich wenig an Serien schaue, reizte mich erstens die Ausgangslage sehr und zweitens, weil sie von Lynch – einem meiner Lieblingsregisseure – konzipiert wurde. Mystery und Horror sind u.a. sein Markenzeichen und davon bekommt man hier eine ganze Menge ab. Lynchüblich wird tief in die Seelen der Figuren geblickt, überspitzt dargestellt und in „bester“ Manier dekonstruiert.
          Ganz nach meinem Geschmack gibt es überall in der scheinbar idyllischen Stadt Haufenweise Rätsel und Geheimnisse. Diese ziehen mich magisch an, weil sie interessant inszeniert wurden und gleichzeitig fesseln. Meine Neugierde wird in allen Maßen strapaziert. Man will am liebsten jedes noch so kleine Geheimnis im Tageslicht sehen.
          Die Schauspieler sind perfekt gecastet worden. Jede Figur hat seine ganz bestimmte Agenda und ich nehme es ihnen auch jederzeit ab, was sie innerlich bewegt. Je länger die Serie dauert, desto mehr verändern sich viele der Charaktere – ob es einem gefällt oder nicht. Trotzdem kann man mit den Charakteren mitlachen und mitweinen. So unterschiedlich sie sind, so unterschiedlich sind auch die Szenen konzipiert. Hier spielen die Macher Lynch und Frost die gesamte Tonleiter an Emotionen herunter und zeigen, wie verschieden doch das Leben selbst sein kann. Das wirkt emotional sehr nah und lebensecht, als wie wenn die Macher ein Stückchen aus dem großen Kuchen des Lebens herausgeschnitten und diesen nun mit TWIN PEAKS benannt hätten. Für mich ist in letzter Konsequenz die Serie nicht nur ein Film, sondern auch das unverblümte Leben.
          Die trügerische Idylle wird von Komponist Badalamenti unwahrscheinlich gut festgehalten. Vor allem könnte ich mich in die Titelmelodie sofort hineinlegen und träumen, wie die anderen in Twin Peaks. Sie hallt bei mir noch immer nach und wird das vermutlich die nächste Zeit auch noch tun. Wunderschön, aber doch irgendwo traurig.
          Diese Serie hinterlässt bei mir persönlich – wie die Loglady selbst gesagt hat – eine Art Reflektion. Einerseits hat sie mich mitsamt ihrer Charaktere, ihrer Inszenierung und ihren Geheimnissen begeistert, andererseits das Ende maßlos schockiert. Infolgedessen las ich einige Kommentare auf MP und stellte fest, dass es nur so enden konnte bzw. durfte. Doch wieso gerade? Ich stehe vor einem Rätsel, das sich gut und schlecht anfühlt. Seltsam…
          Vielleicht kann mir da jemand per PM dazu etwas schreiben;)


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          • 7
            RiSiNGxSuN 27.07.2014, 22:26

            Twin Peaks, eine viel gelobte Serie und von vielen als eine der besten Serien aller Zeiten benannt, leider finde ich keinen Zugang zu der Serie, ich habe über 3 versuche gebraucht auch nur den Piloten zu beenden, ich sehe zwar in Ansätzen was so faszinierend an Twin Peaks sein soll aber das hilft mir nicht über das miese Schauspiel die Käsigen Dialoge und die fast schon 70er Jahre Optik nicht hinweg.
            Das erzähl tempo ist es schon mal nicht was mich stört da ich True Detectiv für eine der besten Serien der letzten 5 Jahre halte...

            Wenn ihr mir helfen könnt meldet euch bei mir...^^

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            • 9
              xedos666 21.07.2014, 11:50

              Die Urmutter aller guten US-Serien.. Über 20 Jahre ist es her, dass ich alter Sack Twin Peaks seinerzeit im TV das erste Mal gesehen hatte. Und nun war es für mich Zeit, aus durchaus nostalgischen Motiven heraus diese völlig verrückte Mystery-Serie noch einmal auf DVD zu kaufen. Manchmal ist man enttäuscht, wenn man so etwas tut. Ich bin es nicht. Im Gegenteil, David Lynchs abgedrehtes Epos um Schuld, Sühne und das Mysterium verschiedenster Individuen im Mikrokosmos Twin Peaks fasziniert wie eh und je. Man taucht ein, leidet mit, freut sich mit, will richtig guten Kaffee trinken und Kirschkuchen essen. Man will Leo Johnson die Fresse polieren, der Log-Lady ihr Scheit wegnehmen und in den Fluss werfen und die ein oder andere 18jährige Maus schützend in seine Arme nehmen. Was meistens unnötig wäre, denn die Mädels kommen gut allein zurecht. Eigentlich das richtige für lange Winterabende, funktioniert aber auch im Hochsommer. Die Eulen sind nicht das was sie scheinen....

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              • 9
                timmoe 17.07.2014, 09:26

                Fast pünktlich zum Erscheinen der Serie auf BluRay habe ich mir meinen zweiten Durchlauf gegönnt und bin immer noch fasziniert von der kleinen Stadt mit all seinen Intrigen, skurrilen Charakteren und den mysteriösen Wäldern.
                Die zweite Staffel ist aus meiner Sicht etwas lang geraten und beinhaltet ein paar nicht notwendige Subplots, ansonsten kann man den Machern nicht viel vorwerfen.
                Ich freue mich nun auf eine erneute Sichtung vom Prequel "Fire Walk With Me" inkl. der hochpreisig angekündigten Deleted Scenes mit 90 Min. Material :-*

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                • 7 .5
                  fabian.ehrmantraut 16.06.2014, 14:20

                  Sicher ein Meilenstein der Seriengeschichte, aber leider mittlerweile in einigen Bereichen sehr angestaubt. Und damit meine ich nicht nur technische, sondern auch schauspielerische und dramaturgische Aspekte.

                  Trotzdem unterhaltsam und sehenswert. nur hätte es entweder nur eine Staffel oder mehr als zwei geben müssen. So wirkt es wie zunächst künstlich in die Länge gezogen und dann doch abrupt zu Ende gebracht.

                  • 9
                    Mr.English 26.05.2014, 22:40

                    Windom Earl: "Wir beide haben eine Verabredung, hier am Ende der Welt."

                    • 9
                      Mr.English 26.05.2014, 22:18

                      Gerade das Finale gesehen. Bin total sprachlos, begeistert und verstört gleichzeitig. Eine so packende Atmosphäre wie in fast keiner anderen Folge. Schon der Storystrang mit dem Schlüssel wird super aufgelöst aber das Ende erst. Oh man. Ich komme noch nicht hinter alle Metaphern etc. aber Das was da passiert, ist eigentlich das einzig logische Ereignis, was sich aus der kompletten zweiten Staffel ablesen lässt. Nur hat man es nie bedacht. Ich bitte um Meinungen.

                      • 10
                        LadyActress 22.05.2014, 00:17

                        Idee für ein Halloweenkostüm: Log Lady ...wäre eine interessante Möglichkeit :D
                        Nur müsste man dann leider die ganze Zeit ein Scheit herumtragen xDD

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                        • 10
                          maetti 18.05.2014, 20:43

                          Vorhersage 9,8 ....wow,wie recht MP hat von mir glatte 10 :-) super geile Serie

                          • FilmFreak2K13 16.05.2014, 14:00

                            Bin zwar ein Kind der 90er, doch (im Gegensatz zu Akte-X) ging TP völlig an mir vorbei.

                            Konnte es aber letztes Jahr dank Lovefilm nachholen und musste feststellen dass ich die Serie tierisch langweilig fand. Hab nach 4 oder 5 Folgen aufgehört zu gucken und mir dann den Wikipedia Eintrag durchgelesen^^.

                            Ne, für mich war das nichts.

                            • 7 .5
                              Warriv 24.04.2014, 21:44

                              Dank Amazon Instant Video habe ich die Serie jetzt in ca. 2 Wochen durchgesuchtet und ich muss jetzt einfach meinen Senf dazu abgeben.
                              Dale Cooper ist für mich einer der sympathischsten Charaktere der Serien-Geschichte, soviel steht auf jeden Fall fest. Generell war die Charakter-Entwicklung faszinierend. Und der Kaffee erst, den ich nebenbei getrunken habe - Den hätten Sie mal probieren müssen! Und der Kirschkuchen erst! Ein Gedicht! Aber kommen wir zurück zum Senf. Die Kriminalgeschichte rund um Laura Palmer ist fabelhaft inszeniert, ständig öffnen sich weitere Side-Storys, ohne sich zu verlieren. Diese ganzen Liebesgeschichten waren mir zwar stellenweise etwas zu teeniehaft, aber trotzdem irgendwie auf ihre eigene Art und Weise authentisch. Erwähnenswert ist hier besonders die Geschichte rund um Andy, Lucy und Dick (wobei ich Lucys deutsche Stimme auf Dauer schon ein wenig anstrengend fand). Aber ich möchte jetzt nicht zu weit ausschweifen - die erste Staffel hat mich auf jeden Fall in den Bann gezogen, den eine Serie haben sollte, damit ich die zweite Staffel sehen will. Gesagt, getan. Die zweite Staffel bringt die Story immer weiter ins Rollen und witzigerweise hatte ich mir bei einer Folge gedacht, dass jetzt nur noch Agent Mulder fehlt und dann David Duchovny tatsächlich eine Rolle hatte und diese auch wirklich großartig spielte. Leider verläuft sich die Serie aber auch in der zweiten Staffel. Der zweite Teil dieser Staffel war mir dann teilweise doch zu gewollt fantastisch und gestellt. All das gipfelte dann in einer letzten Folge, die für mich eines der schlechtesten Serien-Enden aller Zeiten darstellt. Ich fühlte mich wie auf einem Drogentrip, die Bank-Szene war total vorhersehbar und unnötig, die Donna-Szene war total bescheuert gelöst und von der Cooper-Szene ganz zu schweigen. Die Folge hat mir die Serie am Ende dann doch ein bisschen madig gemacht, wenngleich technisch gesehen die Cooper-Szene wirklich großartig war. Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt: Die Technik. Twin Peaks hat sehr viel rumexperimentiert und das ist auch eigentlich immer gut gelungen, klar waren manche Effekte in der heutigen Zeit schon sehr lahm, aber rückblickend hat mir der technische Aspekt doch sehr gut gefallen, bis auf eine Sache: Der Weißabgleich. Gibt es dafür einen tieferen Sinn, der sich mir nicht erschlossen hat, oder warum war in fast jeder Folge, wenn es dunkel war, der Weißabgleich falsch justiert? Das sollte doch eigentlich nicht vorkommen.
                              Alles in allem hat mir die Serie aber dennoch gut gefallen, nur dass sie mir am Ende ein wenig zu sehr Weltraum wurde.

                              ---------------------SPOILER-ALARM--------------------

                              War Leland jetzt eigentlich auch in der schwarzen Hütte und ist wieder rausgekommen? Weiß das jemand? Ich meine, sonst hätte Bob ja ihn nicht besitzen können, oder nicht?

                              • 9
                                MurmelTV 15.04.2014, 18:26

                                Juhu! Ein Ende, das gefällt!

                                Davon mal abgesehen ist "Twin Peaks" eine grandiose Serie mit vielen wunderbaren Charakteren, die man direkt ins Herz schließt. Besonders Dale Cooper hat es mir angetan, als ultra netter und fröhlicher Zeitgenosse mit einer Vorliebe zu schwarzen Kaffee und leckeren Kuchen. Ein FBI Agent, der sich sofort in das kleine, unscheinbare, aber mit Mysterien überhäufte Dort namens Twin Peaks verguckt hat.

                                Geheimnisvoll, intelligent erzählt, spannend, ergreifend und (fast) durchgehend packend inszeniert. Hier und da gibt es in der zweiten Staffel leider einige Längen, sowie Erzählstränge, die in meinen Augen nicht so viel Aufmerksamkeit benötigt hätten. Auch wenn das vielleicht das ist, was Twin Peaks auszeichnet: Es passiert so viel in diesem kleinen Ort, so viel, dass vieles nur nebenbei passiert, kleine Nebengeschichten, die die Stimmung abrunden.

                                Definitiv eine Serie, die man gesehen haben muss, wenn man Mysteriethrillern auch nur ein klein wenig abgewinnen kann. Zu stark sind die Aufnahmen und der Sog, der einen in diese Welt zieht, dank der grandiosen Kamera und dem stets passenden Soundtrack.

                                Das Ende gehört ganz nebenbei zu dem besten, was ich seit langem gesehen habe. "Endstufe" würde manch einer sagen!

                                10
                                • 9 .5
                                  Oehli 14.04.2014, 15:07

                                  Wie soll man bei dieser Serie eine ordentliche Bewertung schreiben ohne zu spoilern ...
                                  Twin Peaks zieht einen gleich in den ersten Sekunden in seinen Bann, vor allem wenn Special Agent Dale Cooper zum ersten Mal auftritt und Diane spricht. Jede Folge endet so offen und beinahe perfekt, dass man gezwungen ist, sich die nächste Folge anzusehen. Zu Anfang klingt die Story platt .. totes Mädchen gefunden .. Mörder wird gesucht. Aber Twin Peaks ist anders. Ich weiß nicht genau, wie es David Lynch und Mark Frost es geschafft haben, aber es funktioniert und das beinahe perfekt. Die Serie beinhaltet einfach so vieles und geht dabei, wie bei Lynch üblich, ins Übernatürliche, was schon nach den ersten Folgen und vor allem ab Coopers Traum zu merken ist. Man fiebert mit jedem Charakter mit und fühlt sich einfach wohl in dem kleinen Örtchen Twin Peaks. Die erste Steffel ist durchgehend perfekt insziniert, bringt Spaß und macht Lust auf mehr. So beginnt auch die 2. Staffel jedoch wird sie, nachdem der Mörder gefunden ist, etwas langatmig. Man hätte durchaus ein paar Sachen streichen können, wie zum Beispiel James Aufenthalt in dem anderen Ort, komme nicht auf den Namen, wenn er überhaupt genannt wurde. Auch Nadine stört ab und zu und Bens "Wahnsinn" hätte man auch durchaus kürzen sollen. Aber gerade zum Ende hin ( Windom Earl und die schwarze Hütte) ist wieder weltklasse. Der Schluss ist radikal, ergreifend und tragisch.
                                  Man hat es mich gestört, dass Twin Peaks nicht fortgesetzt wurde! Wer will denn nicht wissen, was aus Cooper wird ?! Was mit Audrey passiert ist ?! Traurig .. traurig...
                                  Letztendlich meine absolute Lieblingsserie mit kleinen Aussetzern in der 2. Staffel.
                                  Ein Muss!

                                  • 9
                                    Mr.English 14.03.2014, 14:44

                                    James:"Seit wann rauchst du?"[...] Donna:" Es hilft mir ruhiger zu werden"; James:" Seit wann bist du unruhig?" Donna:" Seit ich rauche denke ich!"

                                    3
                                    • 10
                                      jeffcostello 11.02.2014, 13:48

                                      "Wissen sie warum ich schnitze, Sheriff?"
                                      "Nein, wieso?"
                                      "Ich finde es passt zu einer Stadt in der die Leute bei Gelb auf die Bremse, anstatt aufs Gas treten."
                                      David Lynch bewegt sich mit seiner legendären Serie Twin Peaks quer und ständig wechselnd durch alle nur erdenklichen Genres, von der Soap Opera bis hin zum Myster Thriller lässt sich die Serie nie festlegen, erfindet sich ständig selbst neu und bleibt Folge für Folge aufregend. Unzählige mal bedeutungsvolle mal bedeutungslose Nebenhandlungsstränge werden werden aufgenommen, geben der Serie immer wieder eine neue, oftmals unerwartete Note, manchmal werden sie fortgesetzt und manchmal einfach fallen gelassen, aber alle bereichern das von David Lynch und Mark Frost geschaffene Universum, ein Mikrokosmos des Wahnsinns der ständig durch die Machenschaften seiner Einwohner unterzugehen droht, ein kleines groteskes, surreales und abstraktes Abbild der wirklichen Welt.
                                      Um die Aufklärung des Mordes an Laura Palmer, die eigentlichen Prämisse der Serie, geht es nur sehr zweitrangig (ursprünglich wollte Lynch den Mord ganz unaufgeklärt lassen), es geht darum zu den dunklen, bedrohlichen Wahrheiten hinter der schönen Fassade vorzudringen, das Bild der scheinbar idyllischen Kleinstadt Twin Peaks zu zerstören, ihr ihre scheinbare Unschuld zu nehmen. Lynch inszeniert die Serie unterfüttert mit einer beständigenden, düsteren Grundstimmung großartig unterstützt von Angelo Badalamentis atmosphärischem Soundtrack, manchmal schwelgerisch schön und manchmal düster-schaurig.
                                      Die große Meisterschaft von Lynchs Serie ist ihre große Menschlichkeit, so abwegig die Vorgänge manchmal auch erscheinen mögen bewahrt sich die Serie immer ihre ehrliche Menschlichkeit, die Figuren sind großartige komplexe Charaktere, nicht stumpf unterteilt in Gut und Böse, ambivalente Personen, voller Hoffnungen und Träume, die sie verzweifelt beschützen wollen, vor dem drohenden Untergang.
                                      In nur 2 Staffeln gelang Twin Peaks sich als eine der Besten und Wichtigsten Fernsehserien aller Zeiten u positioniere und David Lynch schuf damit sein großes Meisterwerk

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                                      • 10
                                        GamarnaNebel 09.01.2014, 15:00

                                        Die von Mark Frost und David Lynch konzipierte Fernsehserie, welche von einer mysteriösen US-amerikanischen Kleinstadt und ihren Bewohnern handelt, bietet einen schwer zu definierenden Genremix.

                                        Zum Teil ist sie eine Seifenoper voller Intrigen und Affären, die sich an den damals populären Edelsoaps (Dallas, Denver Clan) orientiert.
                                        Auffällig ist die für Soap Operas typische Zopfdramaturgie, die die Folgen in verschiedene Sequenzen mit unterschiedlichen Handlungssträngen unterteilt, die nie gleichzeitig aufgelöst werden, sodass ständig ein Handlungsfaden offen bleibt.
                                        Die Serie spielt mit den Genrekonventionen, bedient sie teilweise, um sie sogleich zu brechen und parodiert sie (vor allem in der fiktiven Serie „Einladung zur Liebe“, die von den Bewohnern der Stadt gebannt verfolgt wird). Die Charaktere sind komplexe Figuren, die häufig überraschen, ohne dass ihre Handlungen irgendwann beliebig wirken.

                                        Stark hervor stechen auch die Einflüsse des Film Noir.
                                        Die Suche nach dem Mörder der High School Schülerin Laura Palmer bildet (zumindest bis gut zur Hälfte der Serie) den roten Faden, von dem ausgehend man die Bewohner der Stadt kennen lernt.
                                        Dies erinnert an die Filme der schwarzen Serie, in denen das Aufdecken eines Verbrechens ebenfalls der Ausgangspunkt ist, von dem aus die handelnden Personen erforscht werden.
                                        Auch die Verwendung bestimmter Motive (die Femme Fatale) und Namen (der Name Laura verweist beispielsweise auf Otto Premingers gleichnamigen Film) zeigt die Einflüsse deutlich auf.

                                        Auch Thriller- und Horrorelemente sind deutlich vertreten. Letztere vor allem in der Gestalt des Bob.

                                        Weitere starke Merkmale des Werkes sind der skurrile Humor und, vielleicht das bemerkenswerteste, der Surrealismus, der vor allem in den Traumsequenzen bzw. den Szenen in der Schwarzen Hütte auffällt.

                                        Abgesehen vom Pilotfilm (ca. 90 Minuten lang) und der Auftaktfolge zur zweiten Staffel (ebenfalls ca. 90 Minuten lang) handelt es sich ausschließlich um Folgen von ca. 45 Minuten Länge.
                                        Die erste Staffel, bestehend aus dem Pilotfilm und sieben Folgen, ist etwas homogener als die folgende, was damit zusammenhängt, dass Lynch und Frost auch die Inhalte der Folgen, für die sie nicht selbst das Drehbuch schrieben, streng vorgaben und es praktisch kaum Handlungsstränge gab, die sich nur über wenige Folgen erstreckten.
                                        Die erste Staffel geht nahtlos in die zweite über, jedoch gibt es in dieser auch viele kleinere Geschichten, die nur wenige Folgen andauern.
                                        Dies ist zum Teil wohl dem Umstand geschuldet, dass deutlich mehr Folgen (22) zu füllen sind.
                                        Nach der Auflösung des Mordes an Laura Palmer, und dem damit einhergehenden Verlust des wichtigsten Handlungsstrangs (der einem die einzelnen Bewohner der Stadt erst näher brachte), dauert es ein wenig, bis die Serie wieder an Fahrt gewinnt.
                                        Alles endet in einen starken Finale.
                                        Leider konnte einige Dinge nicht restlos aufgelöst werden, da eine dritte Staffel zwar geplant war, jedoch nicht zustande kam.
                                        Andererseits passt der offene Schluss auch hervorragend zum mysteriösen Stil der Serie.

                                        Trotz des hohen Niveaus der Serie stechen einige Episoden qualitativ noch etwas heraus.
                                        So wurden die besten von David Lynch (der Pilotfilm und die Folgen 2, 8, 9, 14 sowie die finale Folge) bzw. Mark Frost (das vor Cliffhangern überbordende Finale der ersten Staffel) inszeniert.

                                        Die Figuren sind vielschichtig und die Rollen gut besetzt, sodass es schwer fällt, jemanden herauszuheben.

                                        Den stärksten Eindruck hinterlässt allerdings Kyle Maclachlans F.B.I. Special Agent Dale Cooper.
                                        Der geniale Ermittler, der sich neben seiner an Sherlock Holmes erinnernden Beobachtungs- und Kombinationsgabe auch auf seine Intuition und esoterische Methoden verlässt, versprüht stets Optimismus und zeigt eine geradezu kindliche Freude, wenn es um die simplen Freuden des Lebens geht.

                                        In der Serie wimmelt es geradezu von einzigartigen, vielschichtigen Charakteren.
                                        Um nur einige weitere zu nennen:
                                        Audrey Horne, gespielt von Sherilyn Fenn, die jugendliche Femme Fatale, die im Grunde ihrer Herzens eine empfindsame Seele ist; ihr Vater Benjamin Horne (Richard Beamer), der reiche, intrigante Hotelbesitzer; Leland Palmer (Ray Wise), der verzweifelte Vater der ermordeten Laura Palmer; Donna Hayward, die beste Freundin der Ermordeten, die den Täter um jeden Preis entlarven will.

                                        Angelo Badalamentis stimmungsvolle Musik trägt entscheidend zur mysteriösen Atmosphäre der Serie bei.

                                        Die deutsche Übersetzung ist manchmal etwas holprig und ungenau, insgesamt jedoch recht ordentlich. Die Synchronsprecher sind passend gewählt und zeigen eine gute Leistung.

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                                          WalterPinkman97 04.01.2014, 18:45

                                          Ich halte die Serie "Twin Peaks", aus heutiger Sicht, für überbewertet. Ich habe mir vor einer Woche, ohne überhaupt vorher eine Episode gesehen zu haben, die "Twin Peaks - Definitive Gold Box Edition" für 49 Euro gekauft. Ich vertraute auf die Meinungen der Community auf IMDb und co. wurde jedoch bitter enttäuscht. Mieser Soundtrack, dilettantische Schauspieler und unsympathische Charaktere, mit Ausnahme von "Agent Cooper" auf den man hätte den Hauptfokus der Serie mehr hätte richten sollen. Oftmals kam es mir auch so vor als würde ich eine alte Seifenoper anschauen. Was die surrealen Träume und Visionen angeht habe ich in "Six Feet Under" und "Carnéval" bessere gesehen und die auch oft hochgelobte Kameraführung hat mich gar nicht beeindruckt. Trotz all dem habe ich bis Folge 14: Doppelspiel
                                          (Double Play) durchgehalten. Aufgrund des sehr gelungenen Pilotfilmes und der wie ich zugeben muss interessanten Atmosphäre gebe ich der Serie trotzdem 3 Punkte.

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                                          • ataleofmemories 25.12.2013, 23:07

                                            ich weiß nicht, ich kann mich einfach nicht damit anfreunden und hab mir mehrere folgen angesehen, ich fand es einfach nur langweilig.. aber special agent cooper gefiel mir dennoch sehr, der viel zu wenig vorkommt, meiner meinung nach.

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                                              ProsperDune 30.11.2013, 14:28

                                              1) Albert Rosenfield.
                                              -- "While I will admit to a certain cynicism, the fact is that I am a naysayer and hatchet-man in the fight against violence. I pride myself in taking a punch and I'll gladly take another because I choose to live my life in the company of Gandhi and King. My concerns are global. I reject absolutely: revenge, aggression and retaliation. The foundation of such a method... is love. I love you Sheriff Truman."

                                              2) Special Agent Dale Cooper.
                                              -- "I'm going to let you in on a little secret. Every day, once a day, give yourself a present. Don't plan it. Don't wait for it. Just let it happen. It could be a new shirt at the men's store, a catnap in your office chair, or two cups of good, hot black coffee. "

                                              2 1/2) Diane
                                              -- Der beste Freund des Menschen ist sein Diktiergerät.

                                              3) Major Garland Briggs. (Don S. Davis ♥)
                                              -- "[I fear] The possibility that love is not enough."

                                              4) Gordon Cole. (David Lynch ♥)
                                              -- "I PLAN ON WRITTING AN EPIC POEM ABOUT THIS GORGEOUS PIE."

                                              5) Pete Martell. (Jack Nance ♥)
                                              -- "The lonesome foghorn blows..."

                                              6) Log Lady.
                                              -- "Sometimes - well, let's say all times - things are changing. We are judged as human beings on how we treat our fellow human beings. How do you treat your fellow human beings? At night, just before sleep, as you lay by yourself in the dark, how do you feel about yourself? Are you proud of your behavior? Are you ashamed of your behavior? You know in your heart if you have hurt someone - you know. If you have hurt someone, don't wait another day before making things right. The world could break apart with sadness in the meantime."

                                              7) Deputy Hawk.
                                              -- "One woman can make you fly like an eagle, another can give you the strength of a lion, but only one in the Cycle Of Life can fill your heart with wonder and the wisdom that you have known a singular joy."

                                              8) Andy.
                                              -- "I'm a whole damn town!"

                                              9) Harold Smith.
                                              -- "Je suis une âme solitaire."

                                              10) Bob.
                                              -- Das Böse. [SPOILER: Es lässt mich nicht los, dass es siegt. Was ist, wenn die schwarze und die weiße Hütte derselbe Ort sind?]

                                              11) Der Fichtenmarder!

                                              [ . . . ]

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                                              • Shuif 06.10.2013, 01:48

                                                Vorhersage 10 P.
                                                Werd der Serie wohl mal ein Versuch geben.

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                                                  Dasprofil 26.08.2013, 19:49

                                                  Spoiler! Diesen Kommentar bitte auf garkeinen Fall lesen, wenn ihr die Serie noch sehen wollt!!!
                                                  Atemberaubend, einfach nur atemberaubend.
                                                  Die mit Abstand beste Serie, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Ich bin ziemlich betrübt, dass es jetzt vorbei ist, aber eigentlich darf ich das bei diesem grandiosen Ende garnicht sein.
                                                  Den Machern gelingt es die Serie zu einem perfekten Schluss zu führen, so und nicht anders musste sie enden. Jede Episode, die nach der jetztigen Endszene gedreht worden wäre, hätte sehr viel kaputt gemacht, denn so, wie es jetzt ist spielt sich das unvorstellbare Grauen, dass durch BOBs letzten Triumphzug ausgelöst wurde im Kopf des Zuschauers ab, er kann in seinem Kopf die Geschichte weiterspinnen und selbst ausmalen, was noch alles in Twin Peaks geschehen wird und somit weiß ich, dass TWIN PEAKS noch sehr lange in meinem Kopf herumschwirren wird und ich mich noch sehr viel mir der Serie auseinandersetzten werde. Die Welt, die David Lynch und Mark Frost hier kreiert haben hat mich nämlich nicht, wie bei vielen anderen Filmen und Serien kalt gelassen und ist teilnahmslos an mir vorbeigezogen, nein diese Welt hat mich ganz fest ergriffen und vollkommen vereinnahmt, sie wirkt wie ein besserer 3D-Film, bei dem man wirklich mitten im Geschehen steckt, mit beiden Füßen ganz real in Twin Peaks steht, alle Charaktere wirklich vor sich hat und ihnen ins Angesicht blick, jeden Traum von Special Agent Dale Cooper wirklich erlebt, selbst mit ihm die Schwarze Hütte besucht und bei allem, was sich dort abspielt wirklich dabei zu sein, selbst von BOB besessen ist oder von ihm terrorisiert wird und vor ihm vor Angst erstarrt, selbst den Kirschkuchen isst und den "verdammt guten Kaffee" trinkt, die Atmosphäre des Städtchens Twin Peaks mit dem ganzen Körper spührt, all die Gerüche, Geschmäcker, Geräusche und die wunderschöne Natur wahrnimmt, als wäre man wirklich dort. Ich kann ganz ohne Übertreibung sagen, dass ich noch nie so intensiv und tief in eine andere Welt abgetaucht bin. Mag sein, dass es euch verrückt, freakig, oder wie auch immer vorkommt, aber ich muss sehr oft über TWIN PEAKS nachdenken, selbst im Traum ließ sie mich nicht los und so kommt es, dass ich das ein oder andere Mal von dieser Serie geträumt habe (Ok, ich glaube, irgendetwas stimmt wirklich nicht mit mir.)

                                                  Doch was ist es, dass TWIN PEAKS so besonders macht ?

                                                  Ein Grund dafür ist natürlich die trügerische Idylle, die LYNCH und Frost hier kreiert haben. Auf dem ersten Blick (also nach den ersten Paar Episoden) wie die perfekte Idylle. Wunderschön gelegen, ruhig und friedlich, von der Hektik und den Wirren der Außenwelt ist nichts zu spüren, Alte Tugenden, wie Moral und Anstand haben noch einen Wert, die Menschen sind allesamt rechtsschaffend, freundlich und gut und das Grauen, welches die übrige Welt bisher immer und immer wieder erschütterte haben diesen Ort nicht im mindesten berührt. Twin Peaks ist wie ein vollkommen von der Außenwelt abgeschnittenes Paradies, eine Oase des Guten in einer ansonsten verdorbenen Welt. Doch nach und nach merkt man immer mehr, dass dieser Schein trügt und dass die Idylle und Fassade ist. Die Menschen hier sind genau so verdorben, geldgierig, skrupellos und kriminell, wie anderswo. Auch hier regiert das Geld, auch hier kann man niemandem trauen, auch hier geht man über Leichen um an sein Ziel zu kommen, auch hier steckt in jedem Menschen ein Monster, auch hier nutzt man andere aus, manipuliert sie und lockt sie in den Hinterhalt, auch hier sind Mord, Drogenhandel, Intrigen und Gewalt an der Tagesordnung, auch hier darf man niemandem den Rücken zudrehen, weil man Gefahr läuft, dass einem ein (sinnbildlicher) Dolch in den Rücken gestoßen wird. Und hier sind wir schon bei einer anderen Sache, die TWIN PEAKS so unfassbar genial macht: Die wundervoll ausgearbeiteten Charaktere. Hinter so gut, wie jedem Charakter lauern metertiefe Abgründe, die teilweise erst ganz spät und ganz unvermittelt zu Tage treten, jeder Charakter steckt ganz tief in einem Gewirr aus undurchdringlichen Verstrickungen, die jedoch immer irgendwie mit Intrigen, Betrug oder anderen kriminellen Machenschaften zu tun haben, die Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren sind hochkomplex und für den Zuschauer nicht leicht zu durchdringen, doch hierdurch entsteht natürlich auch eine große Faszination, da man immer tiefen in das Gewirr hineingezogen wird und das Fortlaufen der Serie bietet keine Lösung sondern eine noch viel größere Zahl an Knoten. Genial ist auch, dass die Serie zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar oder klischeehaft wirkt, die Anhäufung von Abgründen ist niemals platt und konstruiert sondern stets sehr realitätsnah und echt, genau so wie die Menschen in Twin Peaks sind die Menschen auch im richtigen Leben. Selbstverständlich spielen Lynch und Frost hier mit den Erwartungen der Zuschauer, denn von sympathischen und gut wirkenden Charakteren werden Abgründe und Machenschaften offenbart, die man vorher niemals für möglich gehalten hat und zu Beginn durchtrieben und hinterhältig wirkende Charaktere stehen am Ende als Witzfiguren oder zahme Lämmer dar, die nicht ansatzweise so gefährlich sind, wie man dachte. Fest steht, dass jeder in Twin Peaks durch unmoralische Mittel, wie Verrat und Betrug zum Ziel kommen, manchmal im größeren und manchmal im kleineren Rahmen, aber die Methoden sind stets die gleichen. Die Figuren in Twin Peaks sind so wie das Leeben in unserer Welt: verwirrend und betrügerisch.
                                                  All das hebt die Figuren jedoch deutlich von sonstigen Film/Serien-Charakteren ab, sie sind viel komplexer und tiefgründiger, sie sind viel echter, sie handeln wie richtige Menschen und wirken deshalb auch wie richtige Menschen und als solche nimmt man sie auch als Zuschauer wahr, wie richtige Menschen, die man schon lange kennt und einem deshalb irgendwie ans Herz gewachsen sind trotz als der Abgründigkeit und Boshaftigkeit (selbst eher unbedeutende Nebenrollen, wie z.B. Deputy Hawk) und deshalb verübelt man es der serie kein bisschen, dass es neben den Ermittlungen zu Laura Palmers Tod und der nachfolgenden Suche nach der Schwarzen Hütte noch etliche andere Handlungsstränge gibt, man begrüßt es viel eher. Ganz besonders stechen hier natürlich die beiden einzigen wirklichen Sympathieträger der Serie Special Agent Dale Cooper und Sheriff Hary S. Truman heraus. Besonders ersterer ist meiner Meinung nach einer der inspirierendsten Film/Serien-Charaktere überhaupt und mit seiner freundlichen aber bestimmten Art, seiner ansteckenden Euphorie, seinem Glauben an das Gute im Menschen, seiner erfrischenden Andersartigkeit und seiner entschiedenen Suche nach der Wahrheit, bei der er jedoch niemals außer Acht lässt, dass es noch etwas außerhalb der menschlichen Horizonts, etwas Übernatürliches gibt mein neuer absoluter Lieblingscharakter. Er personifiziert in einer verdorbenen Welt das Gute.

                                                  Eine weitere fasziniernde Sache an TWIN PEAKS ist natürlich BOB und die schwarze bzw. weiße Hütte. Twin Peaks wird nicht nur durch seine Abgründigkeit von innen aufgefressen, es steht zudem unter ständiger Bedrohung von außen, denn in den das Städtchen umgebenden Wäldern lauert das absolut Böse, hier dargestellt durch die schwarze Hütte. Der Eingang zur schwarzen sowie zur weißen Hütte liegt in den Wäldern von Twin Peaks, die schwarze Hütte ist ein Ort des Schreckens der durch Gefühle, wie Furcht und Angst und die weiße Hütte ein paradiesischer Ort der durch Liebe geöffnet werden kann. Die schwarze Hütte strahlt eine ungeheure Bedrohung und Macht aus, jemand der sich diese zu Nutze macht, kann damit die Schreckensherrschaft über die Welt übernehmen. Einer der Geister, der die schwarze Hütte bewohnt, ist BOB. Ein wesen dass ein ungeheures, perverses Vergnügen am Leid der Menschen hat und einen unstillbaren Drang verspürt zu morden und zu zerstören. BOBs einzige Erfüllung ist es einen Menschen zu quälen und ihm zu schaden. Zudem scheint BOB unaufhaltbar und unbesiegbar zu sein, denn er dringt in den Körper eines Menschen ein und ergreift Besitz von ihm, so das er fortan seinen Körper kontrollier und sein grausames Spiel treiben kann. Immer wieder terrorisiert er in Form ihres Vaters die Schülerin Laura Palmer heim und sucht sie Nachts auf um sie zu vergewaltigen. Diese wird dadurch vor allem seelsich verstört und geht immer mehr zu Grunde, BOB quälte sie fast ihr gesamtes Leben lang.
                                                  Der Geist BOB stellt hier das personifizierte Böse dar, etwas, dass ganz ohne Gefühle mordet, vergewaltigt und foltert aus reinem Vergnügen. Besonders gefährlich an BOB ist jedoch die Tatsache, dass man ihn nicht besiegen oder wenigstens zurückdrängen kann. Er ist körperlos, dringt ganz unvermittelt in das Leben eines Menschen ein, kontrolliert den Körper, vergiftet sein Heim, terrorisiert das Umfeld und man kann sich nicht vor ihm schützen, man ist ihm wehrlos ausgeliefert, es gibt kein Mittel um BOB wieder aus seinem Leben zu verbannen und den Schaden den er anrichtete ist unwiderruflich. Letztendlich gelingt es ihm sogar von Dale Cooper, dem personifizierten Guten Besitz zu ergreifen, das Böse siegt also endgültig über das Gute und der weg für BOBs Schreckensherrschaft ist somit frei, nichts kann ihn jetzt mehr aufhalten. Das schlimmste ist wahrscheinlich aber, dass es jeden treffen kann. Jemand, wie der Geist BOB macht Halt vor nichts und Niemandem, denn er kennt keinen Mitleid, keine Moral und keine Grenzen. Ich muss sagen, dass Lynch und Frost hier meine ultimative Horrorvorstellung umsetzten: Das unvermittelte und unaufhaltbare Eindringen des Bösen in das sichere Heim, dass jeden heimsuchen kann, weil das Böse vor niemandem halt macht und selbst stärker und mächtiger als das Gute ist. Ich denke auch in diesem Punkt, ist TWIN PEAKS sehr nahe an der Realität, denn auch in unserer Welt siegt das Böse immer wieder über das Gute.

                                                  Zu guter Letzt bleibt dann natürlich noch der Inszenierungsstil der TWIN PEAKS zu einem fast übermenschlichen Meisterwerk macht. Einerseits die warme, trügerische orange-braune Farbgebung in Twin Peaks und andererseits die Träume und Visionen von Dale Cooper, sowie die schwarze Hütte, welche wie ein Mysterium, etwas, das den menschlichen Horizont übersteigt, etwas das so wirkt, als sei es nicht von dieser Welt. Wie ein Ort voller Mysterien, Geheimisse und Wunder, aber auch voll Grauen, Verdorbenheit und Qualen. Generell sagen mir auch die Mystery-Elemente sehr zu und ich mag es, das hier längst nicht alles beantwortet wird und einige Frage offen bleiben.

                                                  Ich kann es nur nochmal sagen, TWIN PEAKS ist und bleibt für mich die beste Serie überhaupt, ich kann garnicht sagen, ob ich jemals soetwas großartiges gesehen habe. Ich brenne darauf noch mehr von david Lynch zu sehen, wenn seine Spiele auch nur ansatzweise so genial sind, wie TWIN PEAKS werde ich sie lieben, das weß ich. Gut, dass ich mir MULHOLLAND DRIVE und LOST HIGHWAY schon gekauft habe.

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                                                    Audreyfan 25.08.2013, 21:26

                                                    "I have no idea where this will lead us, but I have a definite feeling it will be a place both wonderful and strange."

                                                    Mit einem Vogel fing alles an. Hättet ihr mich vor einem Monat gefragt, ich hätte euch gesagt, dass Serien etwas für zwischendurch sind, etwas, das man guckt, wenn die Zeit zu knapp ist für einen Film. Ich hatte mir schon das ganze Jahr vorgenommen, Twin Peaks zu schauen und da erschien es natürlich als passend, dass arte die Serie komplett durchhechelte. Dann war es soweit: Die Eltern in Urlaub, satt vom späten Mittagessen und so noch genügend Energie um ein paar Folgen dieser hochgelobten Serie zu schauen. Die erste Staffel endete dann irgendwann mitten in der Nacht. Aber von vorne.
                                                    Ein süßer Vogel erscheint auf dem Bildschirm, sein Köpfchen zuckt zweimal, während die Intromelodie erklingt. Die Musik ist sehr beruhigend, mittlerweile entspanne ich mich sofort, wenn ich sie höre, werde glücklich und meine Konzentration steigt - vielleicht sollte ich die Melodie als Weckerton benutzen, wenn die Schule wieder anfängt. Es werden entspannte, ruhige Bilder von Twin Peaks gezeigt. Das Sägewerk, der Wasserfall...und es breitet sich eine friedliche Stimmung aus. Nur dass in Twin Peaks alles andere als Frieden herrscht. Twin Peaks ist eins diese naiven Städtchen mitten in der Natur, in der jeder jeden kennt und es wahrscheinlich so langweilig ist, dass man sich in öden Momenten wünscht, es möge doch bitte etwas passieren. Es passiert. Laura Palmer, ein beliebtes junges Mädchen, wird ermordet aufgefunden und ein anderes Mädchen, Ronette Pulaski, stolpert traumatisiert und sichtlich zugerichtet über eine Brücke. Der Mord hebt die ganze Stadt aus den Angeln. Das FBI wird hinzugezogen und Agent Dale Cooper macht sich auf nach Twin Peaks um das Geheimnis des Mordes zu lüften...
                                                    Ich will gar nicht so viel über die Story schreiben, weil es einerseits zu viel wäre und man anderseits am besten gar nichts über die Serie wissen sollte, bevor man sie schaut. Viel lieber will ich mich auf die Charaktere und den Stil der Serie konzentrieren, weil es auch die beiden Dinge sind, die mir am allermeisten an Twin Peaks gefallen haben.
                                                    Der Stil von Twin Peaks ist ein brillanter Misch aus Seifenoper, amerikanischen Krimis und Lynchs eigener Genialität. Jedesmal, wenn der Vorspann läuft, habe ich das Gefühl eine ruhige Welt zu betreten, aber es wird immer chaotischer, immer verrückter, surrealistischer. Twin Peaks war vielleicht mal eine ruhige Kleinstadt. Aber wie man so schön sagt, wo Licht ist, ist auch Schatten, beziehungsweise, je lieber es scheint, desto böser ist es in Wirklichkeit. Willkommen in der Welt von Twin Peaks!

                                                    "Damm good coffee!"

                                                    Neben der schon erwähnten tollen Stilmischung sind es vor allem die ganzen Protagonisten, die Twin Peaks zu so etwas Besonderem machen. Sie alle geben Twin Peaks das Herz und die Seele. Obwohl die Beziehungen aufgebaut sind wie in einer Seifenoper und sie sich mit alltäglichen Dingen plagen wie Liebe, häusliche Gewalt, Betrug, Ehrgeiz, Kummer, rutscht das Ganze kaum in Klischees ab und die Charaktere sind bis ins Tiefste ausgearbeitet.
                                                    Neben der ermordeten Laura Palmer, die die ganze Zeit wie ein Unglücksengel über allem schwebt, steht Dale Cooper im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist einer der liebenswertesten Charaktere, die ich je gesehen habe. Ich könnte ihm wirklich stundenlang zuhören. Er trinkt seinen Kaffee schwarz wie die mondlose Nacht, hebt die Hand um die Kellnerin am Fortgehen zu stoppen und erzählt ihr dann mit strahlendem Lächeln, dass ihr Kaffee absolut perfekt ist. Er liebt Kuchen und Donuts, wobei in der Serie bis auf ein paar Ausnahmen eigentlich immer süßes Zeug gegessen wird. Cooper ist eigentlich einer dieser immer dargestellten Agenten, gefasst, intelligent, furchtlos und vorausschauend. Trotzdem ist er anders als alle anderen. Vielleicht liegt es an seinem Hang zu spirituellen Dingen und andersartigen Ermittlungsideen. Er ist einfach offen für unterbewusste Dinge und gehört auf keinen Fall zu den Menschen, die nicht an die Bedeutungskraft von Träumen glauben. Er gerät nicht in Panik, wenn surrealistische Dinge passieren, sondern kriegt große Augen und schaut sich aufmerksam und staunend um. Auch er hat Schwächen und Ängste, die vor allem mit seinem Ex-Partner Windom Earle zusammenhängen.
                                                    Unterstützt wird Cooper von Agent Albert Rosenfield, ein ebenso intelligenter Mann, wie auch großmauliger. Anfangs kassiert er für seine Bemerkungen ein paar Ohrfeigen, aber dann gewinnt er Twin Peaks auf seine eigene Art und Weise lieb. Er erinnert mich irgendwie an eine provokantere Version von Saul Goodman aus Breaking Bad, ich weiß auch nicht recht wieso. Vielleicht hat sich Breaking Bad ein bisschen inspirieren lassen, vielleicht kommt auch einfach in jeder amerikanischen Serie ein DEA-Experte vor. Wie es auch ist, in Twin Peaks gebührt diese Ehre ganz Agent Dennis, ehm Denise, Bryson. Ein Licht geht auf, wenn er den Raum betritt und er ist ohne Zweifel der sympathischste Transvestit in der Film- und Fernsehgeschichte. Auch Lynch selber hat einen unvergleichbaren Auftritt als schwerhöriger Regional Chef Gordon Cole und ich frag mich, wie kommt Lynch bloß auf sowas? Einfach herrlich.
                                                    Die örtliche Polizei ist aber mindestens genauso wunderbar wie das FBI. Sheriff ist Harry Truman und auch wenn es Momente der Unprofessionalität gibt, wirkt er so wie ein Sheriff wirken sollte: Vertrauenswürdig, mutig und treu. Ergänzt wird sein Team durch Deputy Tommy Hill und Deputy Andy Brennan. Zweiterer ist mein Liebling von der Twin Peaks - Polizei. Er wirkt genauso wie die Stadt ziemlich naiv und unbedacht, versprüht aber wahre Leidenschaft, wenn es um die Liebe geht. Und die heißt in seinem Fall Lucy Moran. Sie ist die Empfangsdame mit wilder Frisur und einer piepsigen Stimme, die mir normalerweise auf die Nerven gehen würde, aber in dem Zusammenhang einfach nur süß ist. Wie bei Seifenopern üblich gibt es immer unzählig viele Handlungsstränge. Neben dem Geheimnis um Laura Palmer ist der Handlungsstrang um Lucy und ihren beiden Verehrern Andy und Richard einer davon. Lucy ist nämlich schwanger, aber weiß nicht von wem und rätselt wen von den beiden sie wirklich liebt und als Vater für ihr ungeborenes Kind will.
                                                    Ein weiterer Handlungsstrang spielt sich im Sägewerk ab. Dort leben Josie Packard, Catherine und Pete Martell. Josie ist die Besitzerin seitdem ihr Mann Andrew verunglückt ist. Sie ist eine hübsche Asiatin und eine der ersten Personen, die gezeigt wird, schließlich wird Laura Palmer von Pete Martell entdeckt. Außerdem hat sie eine Affäre mit dem Sheriff und ist nicht das, was sie zu sein scheint.
                                                    Catherine Packard ist eine tyrannische Frau, die am liebsten selber Besitzerin wäre, um eigene böse Pläne zu verwirklichen. Sie dominiert jeden in ihrer Umgebung und strahlt für mich trotz allem keine Unsymphatien aus, viel mehr umgibt sie eine bewundernswerte Aura, der man sich nicht entziehen kann.
                                                    Ihr Konkurrent ist Benjamin Horne, Besitzer des Hotels in dem Cooper lebt, eines Warenhauses und des Bordells One-Eyed Jack's, zu dem die Handlung früher oder später führen wird. Außerdem ist er der Vater von Audrey Horne und Johnny Horne.
                                                    Johnny ist geistig gestört und wird von Dr. Jacoby betreut, eine schrille Persönlichkeit, der vor allem in der ersten Staffel nur Glanzmomente hinlegt.
                                                    Audrey, neben Cooper meine liebste Figur der Serie wirkt zuerst wie ein verwöhntes, arrogantes Mädchen, entwickelt sich aber prächtig. Sie ist ebenso furchtlos wie Cooper und weiß wie sie sich selber einsetzt, um ans Ziel zu kommen. Sie zeigt aber auch, dass sie ihre Schwächen hat und ein Herz, das gebrochen werden kann. Ihr Auftreten gleicht dem einer Femme Fatale und die Namensauswahl erweist sich als gut ausgewählt, schließlich steckt in ihrer Nasenspitze (und auch in den Bogen ihrer Augenrauen) mehr Sex-Appeal als viele Frauen am ganzen Leib besitzen. Es sticht vielleicht nicht gleich hervor, aber es ist da (frei von Audrey Hepburn zitiert). Im Laufe der Serie versteht sie sich immer besser mit Donna Hayward, die früher die beste Freundin von Laura war. Sie ist mit James zusammen, der davor mit Laura zusammen war. Dieser Handlungsstrang ist so ziemlich das Einzige, was mir bei Twin Peaks missfällt. Anfangs ist es zwar nett romantisch, aber spätestens nach Donnas Wandlung zur rauchenden Möchtegern-Femme-Fatale nervt das Gesülze der beiden extrem.
                                                    Neben der Polizeiwache, dem Hotel und dem Sägewerk ist auch das Café, geleitet von Norma Jenning, ein wichtiger Handlungsort. Hier trinkt Cooper seinen ersten Kaffee, hier werden wichtige Gespräche geführt, hier verliebt man sich bei einem Stück Kuchen. Norma Jenning, die unter der überfürsorglichen Dominanz ihrer Mutter leidet und deren Mann im Knast sitzt, ist ehemalige Miss Twin Peaks und führte mit Laura ein Essen-auf-Rädern-Unternehmen. Sie hat zudem eine Affäre mit Ed Hurley, dem Vater von James und dem Ehemann von der rothaarigen Frau mit Augenklappe und Superkräften Nadine.
                                                    Zudem ist bei Norma auch Shelly Johnson angestellt, die eine Affäre mit Bobby Brigs hat. Dieser war mit Laura zusammen. Durch seine jugendlichen Rebellionen hat er öfters Streit mit seinem Vater Major Briggs. Unglücklicherweise ist die hübsche Shelly mit Leo verheiratet, der sie immer wieder schlägt und auch versucht umzubringen. Obwohl ich allen Grund hätte Leo zu verachten, empfinde ich in manchen Momenten doch Mitleid mit ihm.
                                                    Im Laufe der zweiten Staffel kommt auch Normas Schwester Annie nach Twin Peaks. Sie verleiht Cooper eine komplett neue Lebensfreude, die beiden verlieben sich. Doch es gibt da immer noch eine Vergangenheit und die heißt Windom Earle.
                                                    Neben all den aufgezählten Charakteren gibt es noch viele andere, wie zum Beispiel die Log Lady, der gut aussehende John Wheeler, der mysteriöse Pierre Tremond und man denke auch an die ganzen originellen geheimnisvollen Charaktere aus Coopers Träumen. Sie alle zu erfassen mit ihren Beziehungen, Aktionen und Auswirkungen würde locker ein ganzes Buch beanspruchen und jeder von ihnen wäre das auch wert.

                                                    "The owls are not what they seem."

                                                    Twin Peaks. Das könnten siebzehn Tage beziehungsweise dreizig Folgen Urlaub in einer Bilderbuch-Kleinstadt gewesen sein. Doch nichts ist so wie es scheint. Lynch scheut dem Unterbewussten nicht, das hat er noch nie getan. Die Protagonisten scheinen gar nicht so naiv zu sein, wie das Städtchen es vorgibt, denn sie leugnen nie das es nicht vielleicht doch da draußen etwas Böses ist. Es wird nie die Frage gestellt, ob es Geheimnisse gibt, es gibt sie einfach. Und sie müssen gelüftet werden. Oder?
                                                    Lynch zerstört die friedliche Atmosphäre, die der Vorspann suggeriert und lässt mich auf skurrile und liebenswerte Charaktere treffen. Er lässt Nebenplots entstehen, nur um sie gemein zu zerstören, er lässt Menschen 180-Grad-Wendungen machen und richtet meine Gänsehaut auf. Begleitet von einem Soundtrack, der stets die weiße Fahne schwenkt, suchte ich nach dem nächsten Moment und gäbe es da nicht noch das sogenannte Real Life und menschliche Bedürfnisse wie Hunger hätte ich die Serie noch schneller durchgeschaut. Das Vögelchen blieb immer dasselbe. Es zuckte zweimal und ich wusste: Es geht weiter. Immer tiefer in das dunkle Chaos der Welt, das nicht nur in Großstädten existiert sondern auch in idyllischer Natur. Vielleicht auch hier bei mir. Ja, vielleicht ist da draußen etwas. Ein Geheimnis, das niemand wissen kann, ohne dabei seine Seele zu lassen. Ein Geheimnis, das uns schlecht träumen lässt, unsere Welt aus den Angeln hebt, unsere Liebsten schreien und uns sterben lässt. Die Frage ist doch nicht, ob es so etwas gibt, sondern eher warum es so etwas nicht geben sollte. Vielleicht ist das die Offenbarung, die man immer in Filmen und anderen Serien sucht, die Weltbilderweiterung. Twin Peaks hat mir noch ein wenig mehr die Augen geöffnet für das Verrückte in dieser Welt. Und falls ich jemals Zweifel hatte an geheimnisvollen Dingen wie Aliens, Parallelwelten und bedeutungsvollen Träumen, nun, dann habe ich jetzt nur noch Zweifel an meiner eigenen Wahrnehmung. Denn Twin Peaks lässt nicht nur Cooper gegen seine Ängste kämpfen, sondern auch den Zuschauer. Jeder hat doch Angst, dass seine heile Welt zerstört wird.
                                                    Schon morgen könnte es soweit sein.
                                                    Danke, David Lynch für diese Serie *?*

                                                    "I'm going to let you in on a little secret. Every day, once a day, give yourself a present. Don't plan it. Don't wait for it. Just let it happen."

                                                    http://planetofpictures.blogspot.com/2013/08/twin-peaks-us-1990-1991-david-lynch.html

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