Puh. Mein lieber Scholli.
So ganz hat es dann wohl nicht geklappt, Mister Nolan.
Mit „The Dark Knight Rises“ bringt er nun seine Trilogie aus dem Batman – Universum zu Ende.
Mit „Batman Begins“ läutete er den Relaunch eines totgeglaubten Franchises ein, mit „The Dark Knight“ inszenierte er die folgerichtige und absolut mitreißende Fortsetzung.
Nun soll „The Dark Knight Rises“ der krönende Abschluss sein.
So viel zu Anfang: Er ist es nicht.
Dann fangen wir mal bei der Story an.
Diese ist langgestreckt auf satte 164 Minuten. Das macht gar nichts, solange Nolan auch etwas zu erzählen hat. Allerdings braucht der Film unglaublich lange um in Fahrt zu kommen. Viele neue Charaktere werden eingeführt, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Absolut unwichtige Plotwendungen werden eingeführt und ziehen das Geschehen nur unnötig in die Länge. Zudem bedient er sich gegen Ende dem wohl langweiligsten Mittel um Spannung zu erzeugen. Originalität geht anders. Hinzu kommt noch, dass sich hier und da kleine Logiklöcher einschleichen, die so in den Teilen zuvor nicht vorhanden waren. Das irritiert.
Jedoch fängt sich „The Dark Knight Rises“ nach dem mageren 1. Drittel aber und zeigt, was für ein großartiger Film er hätte sein können.
Da gibt es die eine oder andere wunderbare Szene. Augenblicke, die mitreißen, die fast an den Vorgänger heranreichen.
Doch leider sind diese rar gesät.
Das liegt einzig und allein am Script. Das gibt den Figuren, besonders den Bösewichten, zu wenig Raum. Bane, der ja eigentlich Batmans Nemesis auf physischer Ebene ist, bleibt blass. Das liegt nicht an Tom Hardy. Der Gute versucht das Beste aus seiner Rolle herauszuholen, allerdings wird er ziemlich verheizt. Das offenbart sich vor allem im Endkampf. Seine Ausstrahlungskraft ist dennoch beeindruckend, auch wenn die deutsche Synchro einiges kaputtmacht. Anne Hathaway als Catwoman überrascht. Das hätte ich ihr persönlich nicht zugetraut. Sie sorgt für einige vergnügliche Momente, allerdings bleibt ihr Hintergrund auch im Dunkeln. Joseph Gordon-Levitt fügt sich noch am Besten in das Ensemble mit ein, auch wenn das Aufdecken von Batmans Identität reichlich schwammig geraten ist. Am Schlimmsten hat es aber Marion Cottillard erwischt. Die Leinwandgöttin wird noch schnell irgendwo reingequetscht ohne jemals ihr Können zu zeigen bzw. die Chance dafür zu haben.
War „The Dark Knight“ noch unfassbar spannend, bot eine mitreißende Atmosphäre und gab seinem Bösewicht bzw. seinen Bösewichten genügend Raum, ist das im neuesten Streich nur sporadisch enthalten.
Das ist unfassbar schade und fällt umso mehr auf, wenn die Vorgänger vorher auf derselben großen Leinwand genossen wurden.
Versteht mich nicht falsch, „The Dark Knight Rises“ ist unterhaltsam und geizt nicht mit Schauwerten und 1a inszenierter Action. Allerdings schafft er es nicht, mehr zu sein als bloßes Blockbusterkino.
Dieses Gefühl, mit „The Dark Knight“ etwas Besonderes gesehen zu haben – ja – das spürt man hier vergebens.
Außerdem liefert Nolan so viele mögliche Neuanfänge, dass ruhig noch 4 Filme hinterher gedreht werden könnten. Auch wenn er nicht auf dem Regiestuhl sitzen wird.
Konsequent geht trotzdem anders.
Sehe ich ähnlich ... aber ich war schon ziemlich müde und war nicht mehr so aufnahmefähig um ein endgültiges Urteil zu bilden, aber wird auch so um die 7 Punkte landen.
Die Rückkehr der Jedi Ritter ist auch nicht besser als Das Imperium schlägt zurück. Trotzdem sind sich alle einig, das er einen würdigen Abschluss der Original Trilogie darstellt. Ein dritter Teil einer Trilogie muss in meinen Augen gar nicht der Beste sein. Er muss das vorher erschaffene einfach nur mit Würde zu Ende bringen.
@Marvel: Vom Hype habe ich mich eigentlich nicht wissentlich beeinflussen lassen. Der war/ist mir ziemlich egal. Sheeeeeep hat es schon richtig ausgedrückt. Nach den ersten zwei Filmen war die Erwartung einfach zu hoch.
@Slev: Perfekt gesagt!
Gute Kritik ;) vor allem deinem letzen Absatz stimme ich voll zu, hier wurde sich gekonnt eine Hintertür aufgelassen für mögliche Fortsetzungen, respektiv einen Robin Film...
Es ist schon erstaunlich wie unglaublich ähnlich Jane Fonda ihrem Vorbild sieht. Sie scheint direkt den Seiten des Kultcomic entsprungen zu sein.
Fonda füllt die Rolle der „Barbarella“ genau so aus, wie es von ihr erwartet wird.
Sie verbindet einen Funken Naivität mit einer gehörigen Portion Sexappeal. Dazu läuft sie in den knappsten Outfits durch die Gegend, hantiert mit Waffen und zerlegt sogar eine Lustorgel.
Was seine Besetzung angeht, hat „Barbarella“ schon einmal gehörig Pluspunkte gesammelt. Man muss Fonda einfach mögen, wirkt sie hier doch absolut unschuldig und süß.
Das „Barbarella“ zum Zeitpunkt seiner Entstehung für gehörig Aufsehen gesorgt hat, ist verständlich. Schließlich gibt es viel nackte Haut, jedenfalls für damalige Verhältnisse. Heute lockt das niemanden vorm Ofen hervor. Aber das Ganze passt doch einigermaßen, bedenkt man, dass das Ideal einer konfliktfreien Welt damals eben zelebriert wurde. Deshalb wären Sexeskapaden fehl am Platze, würde das doch dem Film seinen Charme und seine Naivität nehmen. Ein Sieg der Liebe eben.
Was bleibt sind absolut spaßige sonstige darstellerische Leistungen, seltsam- lustige Sets und Captain Dildano.
Die Story ist natürlich ziemlich abgedreht, allerdings keineswegs so over the top, wie es die Comicversion zelebriert. Hierbei hält sich der Film ziemlich zurück und konzentriert sich eigentlich nur auf das letzte Kapitel.
Insgesamt punktet „Barbarella“ mit seinem ausgefallenen Design, seinem Hang zum Trash und einer wunderbaren Jane Fonda.
Für manche ein absoluter Kultfilm, für die Anderen jedoch ein Relikt, dass, solange der Charme nicht verloren geht, ruhig noch einmal neu aufgelegt werden darf.
Egal zu welcher Sparte man schlussendlich gehört, gesehen haben sollte man „Barbarella“ auf jeden Fall schon einmal.
@lieber_tee: Jetzt, nachdem ich noch mal drüber gelesen habe, muss ich dir zustimmen. Da vermutet man mehr Punkte. Ich gehöre zu Gruppe 2. Für mich gehörig angestaubt, aber nicht ohne Charme. Allerdings wäre ich einer Neuauflage nicht abgeneigt.^^
Huch, danke für den Hinweis - da sind meine Finger wohl etwas schnell über die Tastatur geflogen ;) Jetzt ist es ausgebessert, aber die Wortneuschöpfung hatte tatsächlich was ;)
„Extrem laut und unglaublich nah“ überrascht.
Entgegen mancher Erwartungen bekommt der Zuschauer hier nicht ein vor Kitsch triefendes Machwerk geboten.
Viel eher nimmt er seine Charaktere überaus ernst, lässt uns am Schicksal des kleinen Jungen Oskar teilhaben.
Regisseur Stephen Daldry schafft es dabei zu beinahe jedem Zeitpunkt, die richtigen Knöpfe zu drücken.
Mit leisen Tönen bringt er uns die Leidensgeschichte rund um das Unglück 9/11 näher. Die Tragik des Geschehens, die Ungläubigkeit, das alles kommt verdammt ehrlich und unmittelbar daher.
Erstaunlich ist weiterhin, dass Sandra Bullock, die ich sonst eher meide, fantastisch spielt. Auch ein Max von Sydow bringt frischen Wind ins Geschehen. Allerdings sind die einzigen Figuren, die wirklich Profil erhalten, der Junge Thomas Horn und sein Filmvater Tom Hanks.
Hier lässt sich der Film angenehm viel Zeit das Innenleben der Beiden zu erforschen. Die Vater-Sohn- Beziehung wirkt glaubhaft, weswegen das bevorstehende Unheil den Zuschauer noch härter trifft. Den Namen Thomas Horn sollte man sich dabei merken, trumpft er hier doch auf und lässt seine älteren Schauspielkollegen weit hinter sich.
Allerdings ist seine Rolle hin und wieder etwas nervig, was sich mit fortlaufender Spielzeit immer mehr in den Vordergrund stellt. Das liegt aber nicht an seinem Schauspiel, sondern nur an seiner Rollenzeichnung. Der Geschichte an sich fehlen nötige Minuten, einige gezeigte Szenen wirken nicht, wie sie es könnten.
Es ist aber verständlich, dass nicht alles aus der Buchvorlage übernommen wurde, würde das doch jeglichen Rahmen sprengen. So bleiben einige interessante Wegpunkte zwar auf der Strecke, „Extrem laut und unglaublich nah“ wirkt dennoch.
Es endet natürlich tränenreich, was weder erstaunt noch verärgert.
Im Großen und Ganzen zählt „Extremely loud and incredibly close“ zu den besseren Vertretern des amerikanischen Gefühlskinos.
Überraschenderweise, das muss ich jedoch zugeben.
Auch ein Studio Ghibli kann nicht immer ein Meisterwerk nach dem anderen hervorbringen.
Hin und wieder passiert es eben.
Als Entschuldigung mag vielleicht gelten, dass hier nicht der Meister selbst am Werk war, sondern er seinem Sohn den Vortritt überlassen hat.
Goro Miyazaki will viel, das wird in „Die Chroniken von Erdsee“ überdeutlich. Immer wieder gibt es großartige Momente, tiefgründige Phrasen und interessante Plotwendungen.
Allerdings gelingt es dem Film nicht, seinen Zuschauer voll und ganz in seine Welt eintauchen zu lassen.
Dafür sind die Charaktere zu schablonenartig, haben kein nennenswertes Eigenleben. Das kann der Buchvorlage geschuldet sein, ich weiß es nicht.
Zeichnerisch geht „Die Chroniken von Erdsee“ in Ordnung, besonders schön ist er aber nicht. Hier schlägt sich möglicherweise die geringe Produktionszeit von ein paar Monaten nieder. Generell hätte das Projekt mehr Zeit benötigt. Mehr Sorgfalt im Ausbau der Charaktere, mehr Genauigkeit und volles Ausreizen der technischen Möglichkeiten.
Das soll nicht heißen, dass „Die Chroniken von Erdsee“ ein schlechter Film ist. Nur gemessen an seinen Vorgängern und auch Nachfolgern, ist er schon eine kleine Enttäuschung.
Der Zauber, der Ghibli- Filme unsterblich macht, fehlt.
Trotzdem immer noch knapp über dem Durchschnitt. Denn packende Momente, sowie eine in Grundzügen interessante Story besitzt er ja doch.
„Die Kunst des negativen Denkens“ ist mal wieder eine absolute Überraschung aus norwegischen Gefilden.
Da wird in gerade mal 79 Minuten mehr Menschlichkeit auf Bild gebannt als sämtliche Hollywoodfilme des letzten Jahres es vermochten.
Durch „Ziemlich beste Freunde“ sind Filme über Behinderte sowieso gerade aktuell.
Wo dieser jedoch aufhörte, fängt „Die Kunst des negativen Denkens“ erst an.
Manches mal bleibt einem das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken, so derart politisch unkorrekt geht es hier zu.
Da zeigt sich, dass „normale“ Menschen gestörter sind, als Behinderte. Dass alle ihre Fehler haben und niemand perfekt ist.
Dass das Leben doch überhaupt nicht lebenswert ist. Bringt man sich doch lieber um, oder?
Genau an diesem Scheidepunkt begegnen wir der Hauptfigur Geirr, der seit kurzer Zeit im Rollstuhl sitzt.
Zusammen mit einer Gruppe anderer Behinderter, seiner Frau und einer Psychiaterin versucht er sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Aber eigentlich stimmt das gar nicht, denn seine Frau versucht das.
Er hat nur keine Lust mehr. Auf gar nichts mehr. Ist doch sowieso alles egal.
Als dann die Gruppe bei den Zweien auftaucht, eskaliert die sowieso schon angespannte Situation vollends...
„Die Kunst des negativen Denkens“ ist ein wahres Sammelsurium an verschiedenster Filmgenres.
Komödie. Drama. Thriller.
Alles dabei.
Dass das alles in gerade mal 79 Minuten dermaßen gut gemixt wird, ist ein Kunststück. Schonungslos und mit demselben trockenen Humor ausgestattet wie sein Hauptcharakter, erobert „Die Kunst des negativen Denkens“ das Herz seiner Zuschauer im Sturm.
Eine weitere schwarze Perle aus Norwegen.
Norweger sind immer witzig. Nur eben sehr krude! :p
@ Andy: Mach das, wirst du bestimmt nicht bereuen. Erwarte aber nicht allzu viel. Ich habe mir ein bißchen mehr erhofft. Und mit knapp 80 Minuten ist der auch nicht lang...
Edward Zwick ist in so gut wie jedem Genre zu Hause.
Er kann historisches Material ebenso packend umsetzen, wie Thriller oder Dramen. Deshalb liegt es gar nicht so fern, dass er sich als Nächstes eine Romanze ausgesucht hat.
Eines vornweg, den erhofften frischen Wind bringt er mit „Love and other Drugs“ leider nicht zustande.
Dabei beginnt alles doch so gut.
Die erste halbe Stunde wird dem Zuschauer das Leben von Jake Gyllenhal näher gebracht. Dies besteht die meiste Zeit aus flirten, vögeln, flirten und vögeln.
Dies mag zwar nicht sonderlich innovativ sein, dank einiger guter Gags ist das jedoch verschmerzbar.
Sobald Anne Hathaway die Leinwand betritt, wird es sogar interessanter, da das Thema Parkinson auf den Tisch kommt.
Edward Zwick wird sich doch wohl nicht eine ernsthafte Studie über das Zusammenleben mit einem Parkinsonkranken ausgedacht haben?
Alle, die darauf hoffen, muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen.
Statt nun in die Tiefe zu gehen, nutzt er die Krankheit um hollywoodtypisch in Klischees zu verfallen. Die anfänglichen Schwierigkeiten verschwinden hinter einer Wand aus Kitsch, sodass Realismus keine Rolle mehr spielt.
Da hilft es auch nichts, dass Hathaway erstaunlich freizügig durch den Film läuft.
Wenn ein Film schon aus unerfindlichen Gründen in den 90ern spielen muss, wäre ein Wechsel 10 Jahre später ein leichtes gewesen.
Dann, wenn die Krankheit schon ein paar Stadien weiter ist und manch einer ins Grübeln kommt, ob er das noch lange durchhält.
Hier wäre aus „Love and other Drugs“ statt einer normalen RomCom vermutlich ein Meisterwerk geworden.
So allerdings verebben die guten Ansätze im Sande.
Hollywood obsiegt.
Wie könnte es anders sein?
Jo, das hat mich ja auch genervt. Das hätte so gut werden können. Eben wie ich es oben beschrieben habe. Allein deswegen müsste ich noch konsequenter in der Punktevergabe sein... ;)
Hätten sie mir doch mal das Drehbuch gegeben. :D
Den gegenwärtigen Trend, Regisseure aus dem Serienbereich nun große Filme auf die Leinwand bringen zu lassen, finde ich sehr lobenswert. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Serien das Kino inzwischen eingeholt, wenn nicht sogar schon überholt haben.
Bin gespannt. Am Dienstag ist es dann endlich soweit. Um 00:01 werde ich nach der Begutachtung der zwei Vorgänger hoffentlich nicht im Kinosessel vor mich hin schlummern und das letzte Werk der Trilogie verpassen...
Meine Damen und Herren,
hiermit habe ich für sie den Handlungsverlauf von „The Raid“ wahrheitsgetreu nachgestellt.
Achja, Spoiler natürlich inbegriffen.
Ganz ruhig Leute. Vor "Der Herr der Ringe" wurde Peter Jackson auch nichts zugetraut. Die Extended Versions von "Der Herr der Ringe" sind ja auch wirklich gelungen. Außerdem geht es ja nicht nur um den Hobbit, sondern auch um das Drumherum (Silmarillion etc.). Ich bin immer noch guter Dinge.
„Wann haben wir wieder Sex?“
„Ich hab Lust auf Bockwurst!“
So in etwa müsst ihr euch in „Cosmopolis“ etwaige Dialoge vorstellen.
Robert Pattinson sitzt dabei in seiner schicken Limousine und unterhält sich mit verschiedensten Leuten. Da kann es auch mal passieren, dass sie Beide völlig an sich vorbei reden. Das aber nicht mal in einem Satz, sondern ganze 10 Minuten lang. Das führt dazu, dass man sich ein Lachen oftmals nicht verkneifen kann.
Cronenberg pendelt hierbei sehr oft zwischen Satire und unfreiwilliger Komik. Hier und da haben die Gespräche tatsächlich Gehalt, erklären Vorgänge an der Börse, auf dem Weltmarkt und greifen verschiedenste Theorien auf. Hervorzuheben ist dabei der Dialog mit seiner führenden Theoretikerin. Hier flammt Interesse auf, wenn das Problem klar benannt wird und nicht drumherum geredet wird.
Allerdings ist das leider selten der Fall. Oftmals muss sich der Zuschauer bemühen um sein Interesse aufrecht zu erhalten. Da hilft auch eine überzeugende Optik und klasse Schauspieler nicht. Robert Pattinson passt in die Rolle des gefühlskalten Finanzhais wie die Faust aufs Auge, auch alle Nebendarsteller machen einen fabelhaften Job. Paul Giamatti ist dabei besonders hervorzuheben.
„Cosmopolis“ ist auch ein Film, der auf viele verschiedene Arten interpretiert werden kann. Das Wörtchen kann ist wichtig, denn man weiß nie, ob das wirklich auch das ist, was uns Cronenberg und DeLillo erzählen wollen.
Der Charakter Pattinson ist gefühlskalt und glaubt nur seinen Berechnungen. Ungereimtheiten oder Zufälle gibt es nicht. Alles geschieht genau nach seinem Muster. Taucht allerdings etwas auf, was vorher niemand vorhersehen konnte, eine asymetrische Prostata zum Beispiel, ist die Überraschung groß. Cronenberg nimmt sich hier viel Zeit seine Hauptfigur zu präsentieren. Das nutzt Pattinson um mal zu zeigen, was wirklich in ihm steckt. Anfangs ohne jegliche Regung, nicht einmal Sex bringt ihn dazu Emotionen zu zeigen, verändert er sich doch dank vielerlei Unvorhersehbarkeiten zusehends.
Das alles klingt super und bietet Basis für einen wirklich guten Film. Neben einem ambivalenten Charakter gibt es noch eine ordentliche Schippe Gesellschaftskritik, den Niedergang der Finanzwelt und eine Diskussion um den Nutzen von Kapitalismus.
Leider aber vergisst Cronenberg bei all den Themen eine den Zuschauer miteinbeziehende Inszenierung. Meistens dümpelt der Film vor sich hin und kann von seinen ausufernden Dialogen kaum getragen werden. Auch das Wortduell am Ende kann dem Film kaum Spannung hinzufügen.
„Cosmopolis“ mag irgendwo ganz viel zu erzählen haben, eine wichtige Botschaft besitzen, doch diese ist dank viel unfreiwilliger Komik und einer steifen Inszenierung ziemlich schwer zu erkennen.
Schade, denn seine faszinierenden Momente hat er sicherlich.
„L.A. Confidential“ ist düster, dreckig und ganz und gar nicht schön.
In dieser Welt hat jeder Dreck am Stecken.
Von Grund auf ehrlich und sympathisch ist niemand, selbst der Hauptdarsteller Guy Pearce wird getrieben von Arroganz und Egoismus.
Das soll jedoch kein Grund sein, Kritik auszuüben.
Viel mehr muss man den Film bzw. Regisseur Curtis Hanson loben, nichts zu beschönigen, sondern die Menschen nicht als bloße Helden zu zeichnen.
Er zeigt sie so, wie sie sind. Als Menschen mit Stärken und Schwächen.
Das ist auch der größte Verdienst von „L.A. Confidential“. Er erhält seine Glaubwürdigkeit dank seiner authentischen Charaktere.
Sei es ein oben erwähnter Guy Pearce, ein hitzköpfiger Russell Crowe oder ein schmieriger Kevin Spacey.
Sie alle sind ein Stück weit schlecht.
Die Geschichte selbst ist nicht ganz so kompliziert und verschachtelt wie sie es gerne hätte, bietet dafür aber doch ein paar Überraschungen.
Die Atmosphäre des Films wird dank der hervorragenden Kulissen und Sets verstärkt, auch der Score tut sein übriges.
Dank Hansons Gespür für Timing wird die Spannungsschraube gekonnt angezogen und in den richtigen Momenten auf den Zuschauer losgelassen.
Die geniale Verhörszene dürfte dabei als bestes Beispiel fungieren. Dermaßen gut inszeniert und eingefangen, dass die in dem Raum liegende Anspannung und Angst beinahe mit Händen zu greifen ist. Ganz großes Kino!
Gegen Ende schleichen sich doch ein paar zweifelhafte Entscheidungen mit ein, insbesondere was Kim Basingers Charakter Lynn Bracken angeht.
Nichtsdestotrotz ist „L.A. Confidential“ die Speerspitze des Genres und sollte jedem Filmfan ein Begriff sein.
Deine Kommentare
Bandrix
über The Dark Knight Rises Wed, 25 Jul 2012 16:06:58 -0000
Puh. Mein lieber Scholli.
So ganz hat es dann wohl nicht geklappt, Mister Nolan.
Mit „The Dark Knight Rises“ bringt er nun seine Trilogie aus dem Batman – Universum zu Ende.
Mit „Batman Begins“ läutete er den Relaunch eines totgeglaubten Franchises ein, mit „The Dark Knight“ inszenierte er die folgerichtige und absolut mitreißende Fortsetzung.
Nun soll „The Dark Knight Rises“ der krönende Abschluss sein.
So viel zu Anfang: Er ist es nicht.
Dann fangen wir mal bei der Story an.
Diese ist langgestreckt auf satte 164 Minuten. Das macht gar nichts, solange Nolan auch etwas zu erzählen hat. Allerdings braucht der Film unglaublich lange um in Fahrt zu kommen. Viele neue Charaktere werden eingeführt, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Absolut unwichtige Plotwendungen werden eingeführt und ziehen das Geschehen nur unnötig in die Länge. Zudem bedient er sich gegen Ende dem wohl langweiligsten Mittel um Spannung zu erzeugen. Originalität geht anders. Hinzu kommt noch, dass sich hier und da kleine Logiklöcher einschleichen, die so in den Teilen zuvor nicht vorhanden waren. Das irritiert.
Jedoch fängt sich „The Dark Knight Rises“ nach dem mageren 1. Drittel aber und zeigt, was für ein großartiger Film er hätte sein können.
Da gibt es die eine oder andere wunderbare Szene. Augenblicke, die mitreißen, die fast an den Vorgänger heranreichen.
Doch leider sind diese rar gesät.
Das liegt einzig und allein am Script. Das gibt den Figuren, besonders den Bösewichten, zu wenig Raum. Bane, der ja eigentlich Batmans Nemesis auf physischer Ebene ist, bleibt blass. Das liegt nicht an Tom Hardy. Der Gute versucht das Beste aus seiner Rolle herauszuholen, allerdings wird er ziemlich verheizt. Das offenbart sich vor allem im Endkampf. Seine Ausstrahlungskraft ist dennoch beeindruckend, auch wenn die deutsche Synchro einiges kaputtmacht. Anne Hathaway als Catwoman überrascht. Das hätte ich ihr persönlich nicht zugetraut. Sie sorgt für einige vergnügliche Momente, allerdings bleibt ihr Hintergrund auch im Dunkeln. Joseph Gordon-Levitt fügt sich noch am Besten in das Ensemble mit ein, auch wenn das Aufdecken von Batmans Identität reichlich schwammig geraten ist. Am Schlimmsten hat es aber Marion Cottillard erwischt. Die Leinwandgöttin wird noch schnell irgendwo reingequetscht ohne jemals ihr Können zu zeigen bzw. die Chance dafür zu haben.
War „The Dark Knight“ noch unfassbar spannend, bot eine mitreißende Atmosphäre und gab seinem Bösewicht bzw. seinen Bösewichten genügend Raum, ist das im neuesten Streich nur sporadisch enthalten.
Das ist unfassbar schade und fällt umso mehr auf, wenn die Vorgänger vorher auf derselben großen Leinwand genossen wurden.
Versteht mich nicht falsch, „The Dark Knight Rises“ ist unterhaltsam und geizt nicht mit Schauwerten und 1a inszenierter Action. Allerdings schafft er es nicht, mehr zu sein als bloßes Blockbusterkino.
Dieses Gefühl, mit „The Dark Knight“ etwas Besonderes gesehen zu haben – ja – das spürt man hier vergebens.
Außerdem liefert Nolan so viele mögliche Neuanfänge, dass ruhig noch 4 Filme hinterher gedreht werden könnten. Auch wenn er nicht auf dem Regiestuhl sitzen wird.
Konsequent geht trotzdem anders.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten
Bandrix Wed, 25 Jul 2012 16:08:22 -0000
Antwort löschenPS: Dank Alfred (Michael Caine) gibt es immerhin den einen oder anderen emotionalen und wirklich ergreifenden Moment.
filmschauer Wed, 25 Jul 2012 16:19:46 -0000
Antwort löschenTrotz deiner Kritikpunkte eine ziemlich hohe Wertung. :o
Wird trotzdem im Kino geguckt. Wegen Caine, ist ja klar. ;)
Schlopsi Wed, 25 Jul 2012 16:30:15 -0000
Antwort löschenAlfred hat sogar mir eine kleine Träne entlockt!
Bandrix Wed, 25 Jul 2012 16:33:18 -0000
Antwort löschen@filmschauer: Das stimm! Er ist ja auch nicht wirklich schlecht. Aber gemessen an den anderen schon eine Enttäuschung...
Caine ist wunderbar! :)
Punsha Wed, 25 Jul 2012 16:33:46 -0000
Antwort löschenUnd weil er einer der wenigen Lichtblicke war, hatte dann Nolan scheinbar nach dem ersten Drittel keine Verwendung mehr für ihn...
Sheeeeep Wed, 25 Jul 2012 16:35:28 -0000
Antwort löschenSehe ich ähnlich ... aber ich war schon ziemlich müde und war nicht mehr so aufnahmefähig um ein endgültiges Urteil zu bilden, aber wird auch so um die 7 Punkte landen.
>MARVEL< Wed, 25 Jul 2012 17:07:13 -0000
Antwort löschenVielleicht ist auch der Hype an der "niedrigen" Bewertung schuld?
Sheeeeep Wed, 25 Jul 2012 17:27:45 -0000
Antwort löscheneher die hohen Erwartungen nach den beiden ersten Filmen.
Slevin Kalebra Wed, 25 Jul 2012 17:27:55 -0000
Antwort löschenDie Rückkehr der Jedi Ritter ist auch nicht besser als Das Imperium schlägt zurück. Trotzdem sind sich alle einig, das er einen würdigen Abschluss der Original Trilogie darstellt. Ein dritter Teil einer Trilogie muss in meinen Augen gar nicht der Beste sein. Er muss das vorher erschaffene einfach nur mit Würde zu Ende bringen.
Alle 11 Antworten zeigen
Bandrix Wed, 25 Jul 2012 17:52:57 -0000
Antwort löschen@Marvel: Vom Hype habe ich mich eigentlich nicht wissentlich beeinflussen lassen. Der war/ist mir ziemlich egal. Sheeeeeep hat es schon richtig ausgedrückt. Nach den ersten zwei Filmen war die Erwartung einfach zu hoch.
@Slev: Perfekt gesagt!
Bastominator Wed, 25 Jul 2012 20:48:27 -0000
Antwort löschenGute Kritik ;) vor allem deinem letzen Absatz stimme ich voll zu, hier wurde sich gekonnt eine Hintertür aufgelassen für mögliche Fortsetzungen, respektiv einen Robin Film...
Bandrix
über Barbarella Mon, 23 Jul 2012 16:31:27 -0000
Es ist schon erstaunlich wie unglaublich ähnlich Jane Fonda ihrem Vorbild sieht. Sie scheint direkt den Seiten des Kultcomic entsprungen zu sein.
Fonda füllt die Rolle der „Barbarella“ genau so aus, wie es von ihr erwartet wird.
Sie verbindet einen Funken Naivität mit einer gehörigen Portion Sexappeal. Dazu läuft sie in den knappsten Outfits durch die Gegend, hantiert mit Waffen und zerlegt sogar eine Lustorgel.
Was seine Besetzung angeht, hat „Barbarella“ schon einmal gehörig Pluspunkte gesammelt. Man muss Fonda einfach mögen, wirkt sie hier doch absolut unschuldig und süß.
Das „Barbarella“ zum Zeitpunkt seiner Entstehung für gehörig Aufsehen gesorgt hat, ist verständlich. Schließlich gibt es viel nackte Haut, jedenfalls für damalige Verhältnisse. Heute lockt das niemanden vorm Ofen hervor. Aber das Ganze passt doch einigermaßen, bedenkt man, dass das Ideal einer konfliktfreien Welt damals eben zelebriert wurde. Deshalb wären Sexeskapaden fehl am Platze, würde das doch dem Film seinen Charme und seine Naivität nehmen. Ein Sieg der Liebe eben.
Was bleibt sind absolut spaßige sonstige darstellerische Leistungen, seltsam- lustige Sets und Captain Dildano.
Die Story ist natürlich ziemlich abgedreht, allerdings keineswegs so over the top, wie es die Comicversion zelebriert. Hierbei hält sich der Film ziemlich zurück und konzentriert sich eigentlich nur auf das letzte Kapitel.
Insgesamt punktet „Barbarella“ mit seinem ausgefallenen Design, seinem Hang zum Trash und einer wunderbaren Jane Fonda.
Für manche ein absoluter Kultfilm, für die Anderen jedoch ein Relikt, dass, solange der Charme nicht verloren geht, ruhig noch einmal neu aufgelegt werden darf.
Egal zu welcher Sparte man schlussendlich gehört, gesehen haben sollte man „Barbarella“ auf jeden Fall schon einmal.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
filmschauer Mon, 23 Jul 2012 16:47:19 -0000
Antwort löschenDem letzten Satz stimme vorbehaltslos zu, wobei ich den Film (außerhalb von Jane, versteht sich ;) ) absolut schrecklich fand.
lieber_tee Mon, 23 Jul 2012 18:28:30 -0000
Antwort löschen@ film,
warum "absolut schrecklich"?
@Band,
warum nur 5,5 ? Dein Kommentar liest sich nach mehr.
filmschauer Mon, 23 Jul 2012 22:03:32 -0000
Antwort löschen@lieber_tee: Weil dieser offensichtliche Trash-Faktor bei mir schlicht nicht gewirkt hat, sodass ich irgendwann mehr als angeödet war.
lieber_tee Mon, 23 Jul 2012 22:07:28 -0000
Antwort löschenauch im zeitlichen Kontext?
Alle 6 Antworten zeigen
filmschauer Mon, 23 Jul 2012 22:18:12 -0000
Antwort löschenSoweit ich mich erinnern kann, ja (Sichtung ist allerdings schon etwas her).
Bandrix Tue, 24 Jul 2012 11:06:08 -0000
Antwort löschen@lieber_tee: Jetzt, nachdem ich noch mal drüber gelesen habe, muss ich dir zustimmen. Da vermutet man mehr Punkte. Ich gehöre zu Gruppe 2. Für mich gehörig angestaubt, aber nicht ohne Charme. Allerdings wäre ich einer Neuauflage nicht abgeneigt.^^
Bandrix
Kommentare Mon, 23 Jul 2012 07:39:22 -0000
"Analatyikern" - hübsches Wort. ;)
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Miss Kubelik Mon, 23 Jul 2012 09:03:24 -0000
Antwort löschenHuch, danke für den Hinweis - da sind meine Finger wohl etwas schnell über die Tastatur geflogen ;) Jetzt ist es ausgebessert, aber die Wortneuschöpfung hatte tatsächlich was ;)
Bandrix
Kommentare Mon, 23 Jul 2012 07:13:39 -0000
Schöner Text.
Bin morgen auch in der Tripple - Preview und auch wenn es doof klingt: Etwas mulmig ist mir dann doch dabei.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Limenator Mon, 23 Jul 2012 09:40:44 -0000
Antwort löschenIch fühle genau dasselbe.
So ähnlich war es bei TDK und Heath Ledger...
Bandrix
Kommentare Sun, 22 Jul 2012 19:35:08 -0000
FRENZY!! :)
Super Antworten, schön ehrlich. So hab ichs gern. ;)
bedenklich? Kommentar gefällt mir 1 Antworten
*frenzy_punk<3 Mon, 23 Jul 2012 04:55:10 -0000
Antwort löschen:)
Bandrix
Kommentare Sat, 21 Jul 2012 17:19:30 -0000
Wunderbar geschrieben, auch wenn ich die Meinung überhaupt nicht teilen kann.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Bandrix
über Extrem laut und unglaublich nah Fri, 20 Jul 2012 14:04:21 -0000
„Extrem laut und unglaublich nah“ überrascht.
Entgegen mancher Erwartungen bekommt der Zuschauer hier nicht ein vor Kitsch triefendes Machwerk geboten.
Viel eher nimmt er seine Charaktere überaus ernst, lässt uns am Schicksal des kleinen Jungen Oskar teilhaben.
Regisseur Stephen Daldry schafft es dabei zu beinahe jedem Zeitpunkt, die richtigen Knöpfe zu drücken.
Mit leisen Tönen bringt er uns die Leidensgeschichte rund um das Unglück 9/11 näher. Die Tragik des Geschehens, die Ungläubigkeit, das alles kommt verdammt ehrlich und unmittelbar daher.
Erstaunlich ist weiterhin, dass Sandra Bullock, die ich sonst eher meide, fantastisch spielt. Auch ein Max von Sydow bringt frischen Wind ins Geschehen. Allerdings sind die einzigen Figuren, die wirklich Profil erhalten, der Junge Thomas Horn und sein Filmvater Tom Hanks.
Hier lässt sich der Film angenehm viel Zeit das Innenleben der Beiden zu erforschen. Die Vater-Sohn- Beziehung wirkt glaubhaft, weswegen das bevorstehende Unheil den Zuschauer noch härter trifft. Den Namen Thomas Horn sollte man sich dabei merken, trumpft er hier doch auf und lässt seine älteren Schauspielkollegen weit hinter sich.
Allerdings ist seine Rolle hin und wieder etwas nervig, was sich mit fortlaufender Spielzeit immer mehr in den Vordergrund stellt. Das liegt aber nicht an seinem Schauspiel, sondern nur an seiner Rollenzeichnung. Der Geschichte an sich fehlen nötige Minuten, einige gezeigte Szenen wirken nicht, wie sie es könnten.
Es ist aber verständlich, dass nicht alles aus der Buchvorlage übernommen wurde, würde das doch jeglichen Rahmen sprengen. So bleiben einige interessante Wegpunkte zwar auf der Strecke, „Extrem laut und unglaublich nah“ wirkt dennoch.
Es endet natürlich tränenreich, was weder erstaunt noch verärgert.
Im Großen und Ganzen zählt „Extremely loud and incredibly close“ zu den besseren Vertretern des amerikanischen Gefühlskinos.
Überraschenderweise, das muss ich jedoch zugeben.
bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Bandrix
über Die Chroniken von Erdsee Thu, 19 Jul 2012 14:05:13 -0000
Auch ein Studio Ghibli kann nicht immer ein Meisterwerk nach dem anderen hervorbringen.
Hin und wieder passiert es eben.
Als Entschuldigung mag vielleicht gelten, dass hier nicht der Meister selbst am Werk war, sondern er seinem Sohn den Vortritt überlassen hat.
Goro Miyazaki will viel, das wird in „Die Chroniken von Erdsee“ überdeutlich. Immer wieder gibt es großartige Momente, tiefgründige Phrasen und interessante Plotwendungen.
Allerdings gelingt es dem Film nicht, seinen Zuschauer voll und ganz in seine Welt eintauchen zu lassen.
Dafür sind die Charaktere zu schablonenartig, haben kein nennenswertes Eigenleben. Das kann der Buchvorlage geschuldet sein, ich weiß es nicht.
Zeichnerisch geht „Die Chroniken von Erdsee“ in Ordnung, besonders schön ist er aber nicht. Hier schlägt sich möglicherweise die geringe Produktionszeit von ein paar Monaten nieder. Generell hätte das Projekt mehr Zeit benötigt. Mehr Sorgfalt im Ausbau der Charaktere, mehr Genauigkeit und volles Ausreizen der technischen Möglichkeiten.
Das soll nicht heißen, dass „Die Chroniken von Erdsee“ ein schlechter Film ist. Nur gemessen an seinen Vorgängern und auch Nachfolgern, ist er schon eine kleine Enttäuschung.
Der Zauber, der Ghibli- Filme unsterblich macht, fehlt.
Trotzdem immer noch knapp über dem Durchschnitt. Denn packende Momente, sowie eine in Grundzügen interessante Story besitzt er ja doch.
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Tytus Sun, 22 Jul 2012 07:38:35 -0000
Antwort löschenDanke du hast mir vorgegriffen :D einfach nur Dito
Bandrix
über Die Kunst des negativen Denkens Wed, 18 Jul 2012 16:21:19 -0000
„Die Kunst des negativen Denkens“ ist mal wieder eine absolute Überraschung aus norwegischen Gefilden.
Da wird in gerade mal 79 Minuten mehr Menschlichkeit auf Bild gebannt als sämtliche Hollywoodfilme des letzten Jahres es vermochten.
Durch „Ziemlich beste Freunde“ sind Filme über Behinderte sowieso gerade aktuell.
Wo dieser jedoch aufhörte, fängt „Die Kunst des negativen Denkens“ erst an.
Manches mal bleibt einem das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken, so derart politisch unkorrekt geht es hier zu.
Da zeigt sich, dass „normale“ Menschen gestörter sind, als Behinderte. Dass alle ihre Fehler haben und niemand perfekt ist.
Dass das Leben doch überhaupt nicht lebenswert ist. Bringt man sich doch lieber um, oder?
Genau an diesem Scheidepunkt begegnen wir der Hauptfigur Geirr, der seit kurzer Zeit im Rollstuhl sitzt.
Zusammen mit einer Gruppe anderer Behinderter, seiner Frau und einer Psychiaterin versucht er sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Aber eigentlich stimmt das gar nicht, denn seine Frau versucht das.
Er hat nur keine Lust mehr. Auf gar nichts mehr. Ist doch sowieso alles egal.
Als dann die Gruppe bei den Zweien auftaucht, eskaliert die sowieso schon angespannte Situation vollends...
„Die Kunst des negativen Denkens“ ist ein wahres Sammelsurium an verschiedenster Filmgenres.
Komödie. Drama. Thriller.
Alles dabei.
Dass das alles in gerade mal 79 Minuten dermaßen gut gemixt wird, ist ein Kunststück. Schonungslos und mit demselben trockenen Humor ausgestattet wie sein Hauptcharakter, erobert „Die Kunst des negativen Denkens“ das Herz seiner Zuschauer im Sturm.
Eine weitere schwarze Perle aus Norwegen.
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JackoXL Wed, 18 Jul 2012 16:37:46 -0000
Antwort löschenKommt aus Norwegen. Kommentar ist trotzdem gut. ;)
filmschauer Wed, 18 Jul 2012 18:03:54 -0000
Antwort löschenEin feiner Film, genau nach meinem Humorverständnis. Auch die Norweger können verdammt nochmal witzig sein. Also bitte schnell ändern! ;)
Andy Dufresne Wed, 18 Jul 2012 21:02:34 -0000
Antwort löschenEndlich mal vormerken, will den schon ewig sehen...
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Bandrix Thu, 19 Jul 2012 06:58:40 -0000
Antwort löschenVerdammt, beim Drüberlesen hab ich mich genau das noch gefragt. Sorry! :D
Einar Mon, 11 Mar 2013 21:51:04 -0000
Antwort löschenNorweger sind immer witzig. Nur eben sehr krude! :p
@ Andy: Mach das, wirst du bestimmt nicht bereuen. Erwarte aber nicht allzu viel. Ich habe mir ein bißchen mehr erhofft. Und mit knapp 80 Minuten ist der auch nicht lang...
Bandrix
über Love and Other Drugs - Nebenwirkung inklusive Tue, 17 Jul 2012 16:22:50 -0000
Edward Zwick ist in so gut wie jedem Genre zu Hause.
Er kann historisches Material ebenso packend umsetzen, wie Thriller oder Dramen. Deshalb liegt es gar nicht so fern, dass er sich als Nächstes eine Romanze ausgesucht hat.
Eines vornweg, den erhofften frischen Wind bringt er mit „Love and other Drugs“ leider nicht zustande.
Dabei beginnt alles doch so gut.
Die erste halbe Stunde wird dem Zuschauer das Leben von Jake Gyllenhal näher gebracht. Dies besteht die meiste Zeit aus flirten, vögeln, flirten und vögeln.
Dies mag zwar nicht sonderlich innovativ sein, dank einiger guter Gags ist das jedoch verschmerzbar.
Sobald Anne Hathaway die Leinwand betritt, wird es sogar interessanter, da das Thema Parkinson auf den Tisch kommt.
Edward Zwick wird sich doch wohl nicht eine ernsthafte Studie über das Zusammenleben mit einem Parkinsonkranken ausgedacht haben?
Alle, die darauf hoffen, muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen.
Statt nun in die Tiefe zu gehen, nutzt er die Krankheit um hollywoodtypisch in Klischees zu verfallen. Die anfänglichen Schwierigkeiten verschwinden hinter einer Wand aus Kitsch, sodass Realismus keine Rolle mehr spielt.
Da hilft es auch nichts, dass Hathaway erstaunlich freizügig durch den Film läuft.
Wenn ein Film schon aus unerfindlichen Gründen in den 90ern spielen muss, wäre ein Wechsel 10 Jahre später ein leichtes gewesen.
Dann, wenn die Krankheit schon ein paar Stadien weiter ist und manch einer ins Grübeln kommt, ob er das noch lange durchhält.
Hier wäre aus „Love and other Drugs“ statt einer normalen RomCom vermutlich ein Meisterwerk geworden.
So allerdings verebben die guten Ansätze im Sande.
Hollywood obsiegt.
Wie könnte es anders sein?
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SoulReaver Tue, 17 Jul 2012 17:27:04 -0000
Antwort löschenAlso ich fand den ja richtig, richtig, richtig, richtig scheiße.
filmschauer Tue, 17 Jul 2012 17:34:13 -0000
Antwort löschenScheiße nicht, aber schon eher schlecht.
derlich Tue, 17 Jul 2012 20:09:13 -0000
Antwort löschenfand den auch richtig richtig scheiße. da lief nix zusammen
*frenzy_punk<3 Tue, 17 Jul 2012 20:25:00 -0000
Antwort löschenIch fand den auch nicht sonderlich prickelnd. Das mit dem Parkinson wurde doch dann voll in den Hintergrund geschoben. Naja ... Laaaangweilig. :D
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Bandrix Wed, 18 Jul 2012 14:43:21 -0000
Antwort löschenJo, das hat mich ja auch genervt. Das hätte so gut werden können. Eben wie ich es oben beschrieben habe. Allein deswegen müsste ich noch konsequenter in der Punktevergabe sein... ;)
Hätten sie mir doch mal das Drehbuch gegeben. :D
*frenzy_punk<3 Wed, 18 Jul 2012 16:38:40 -0000
Antwort löschenHätten die mal sollen. Ich glaub bei mir hat der Film 5.5 bekommen.
Bandrix
Kommentare Tue, 17 Jul 2012 10:02:08 -0000
Den gegenwärtigen Trend, Regisseure aus dem Serienbereich nun große Filme auf die Leinwand bringen zu lassen, finde ich sehr lobenswert. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Serien das Kino inzwischen eingeholt, wenn nicht sogar schon überholt haben.
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Bandrix
Kommentare Tue, 17 Jul 2012 09:10:26 -0000
Bin gespannt. Am Dienstag ist es dann endlich soweit. Um 00:01 werde ich nach der Begutachtung der zwei Vorgänger hoffentlich nicht im Kinosessel vor mich hin schlummern und das letzte Werk der Trilogie verpassen...
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sweetForgiveness Tue, 17 Jul 2012 09:47:30 -0000
Antwort löschenoh man bei mir erst Mittwoch....ich muss mich wohl den gesamten Mittwoch von MP fernhalten
Bandrix Tue, 17 Jul 2012 10:06:13 -0000
Antwort löschenHehe. Endlich mal habe ich was Besseres als du! :D
sweetForgiveness Tue, 17 Jul 2012 10:10:27 -0000
Antwort löschenVielleicht kann ich damit kontern, dass ich dafür an dem Dienstag Prometheus in der Sneak sehe??
Bandrix Tue, 17 Jul 2012 10:26:16 -0000
Antwort löschen.....STIRB!!! :D
Brennegan Tue, 17 Jul 2012 10:26:48 -0000
Antwort löschenJa, Bandrix, ist denn bei dir Batman-Nacht im Kino oder schaust du die ersten beiden Daheim?
Bandrix Tue, 17 Jul 2012 10:30:15 -0000
Antwort löschenOh ich sehe gerade, dass nächste Woche bei uns 3D- Sneak ist. Das heißt entweder "Merida" oder "Prometheus"!
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Bandrix Tue, 17 Jul 2012 10:30:42 -0000
Antwort löschen@Brennegan: Im Kino natürlich. :)
sweetForgiveness Tue, 17 Jul 2012 11:01:39 -0000
Antwort löschenMerida hab ich ja schon gesneaked :P und ich werde NICHT sterben!!
Bandrix
Kommentare Tue, 17 Jul 2012 07:22:48 -0000
Klasse ist auch der Trailer zum Star Wars - Onlinespiel. Hatte aber so auch nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun.
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Bandrix
über The Raid Mon, 16 Jul 2012 16:00:58 -0000
RATATATATATA.
DADADDADADA.
BOOOOM.
KLICK (Munition leer)
KLATSCHKLATSCH:
STECHSTECH.
KNIRSCHKNIRSCH- BRECH BRECH
PENG.
KLICK.
Meine Damen und Herren,
hiermit habe ich für sie den Handlungsverlauf von „The Raid“ wahrheitsgetreu nachgestellt.
Achja, Spoiler natürlich inbegriffen.
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filmschauer Mon, 16 Jul 2012 16:12:43 -0000
Antwort löschenIch glaube, du hast was vergessen: OUH, IH, AH, HUH (und das die ganzen Kampfhandlungen hinweg) und beim vorletzten fehlt eine Kleinigkeit... :D
Drogba11 Mon, 16 Jul 2012 16:30:11 -0000
Antwort löschenHört sich an, als könnte man sich eine Synchronisatin sparen...
Sheeeeep Mon, 16 Jul 2012 16:41:19 -0000
Antwort löschenerinnert mich an Robbenkloppa ;D
SpikeRT66 Mon, 16 Jul 2012 19:08:58 -0000
Antwort löschenBesser kann man den Film nicht zusammenfassen!!! *g*
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cpt. chaos Tue, 17 Jul 2012 16:08:54 -0000
Antwort löschenIch versuch mich trotzdem mal an dem Streifen, vielleicht ja genau mein Ding!? ;o)
*frenzy_punk<3 Tue, 17 Jul 2012 21:11:08 -0000
Antwort löschenImmerhin war das Ganze Gedöns ja "Ganz gut" :)
Bandrix
Kommentare Mon, 16 Jul 2012 12:31:40 -0000
"Star Wars" und "Firefly". Gute Mischung und deswegen auch bestimmt ein guter Praktikant. Herzlich Willkommen!
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Bandrix
Kommentare Mon, 16 Jul 2012 09:34:13 -0000
Ganz ruhig Leute. Vor "Der Herr der Ringe" wurde Peter Jackson auch nichts zugetraut. Die Extended Versions von "Der Herr der Ringe" sind ja auch wirklich gelungen. Außerdem geht es ja nicht nur um den Hobbit, sondern auch um das Drumherum (Silmarillion etc.). Ich bin immer noch guter Dinge.
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J!GS4W Mon, 16 Jul 2012 12:32:51 -0000
Antwort löschenBeim Silmarillion darf er sich nicht bedienen, weil die Familie Tolkien die Rechte besitzt und nicht Warner ;)
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Bandrix Mon, 16 Jul 2012 12:34:38 -0000
Antwort löschenWurde das nicht erst gesagt mit dem "Silmarillion"? Dachte, dass hätte ich des Öfteren mal gelesen...
Bandrix Mon, 16 Jul 2012 12:37:38 -0000
Antwort löschenTatsache. Gerade ein bisschen recherchiert. Die Erben finden seine Verfilmungen nicht wirklich gut. Unfassbar....
Bandrix
Kommentare Mon, 16 Jul 2012 08:44:10 -0000
Uih, das wird schwer. Da muss ich mich erst einmal entscheiden...
Aber schönes Ding!
Soll das eigentlich wieder anonym sein?
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Bandrix
über Cosmopolis Sat, 14 Jul 2012 14:36:50 -0000
„Wann haben wir wieder Sex?“
„Ich hab Lust auf Bockwurst!“
So in etwa müsst ihr euch in „Cosmopolis“ etwaige Dialoge vorstellen.
Robert Pattinson sitzt dabei in seiner schicken Limousine und unterhält sich mit verschiedensten Leuten. Da kann es auch mal passieren, dass sie Beide völlig an sich vorbei reden. Das aber nicht mal in einem Satz, sondern ganze 10 Minuten lang. Das führt dazu, dass man sich ein Lachen oftmals nicht verkneifen kann.
Cronenberg pendelt hierbei sehr oft zwischen Satire und unfreiwilliger Komik. Hier und da haben die Gespräche tatsächlich Gehalt, erklären Vorgänge an der Börse, auf dem Weltmarkt und greifen verschiedenste Theorien auf. Hervorzuheben ist dabei der Dialog mit seiner führenden Theoretikerin. Hier flammt Interesse auf, wenn das Problem klar benannt wird und nicht drumherum geredet wird.
Allerdings ist das leider selten der Fall. Oftmals muss sich der Zuschauer bemühen um sein Interesse aufrecht zu erhalten. Da hilft auch eine überzeugende Optik und klasse Schauspieler nicht. Robert Pattinson passt in die Rolle des gefühlskalten Finanzhais wie die Faust aufs Auge, auch alle Nebendarsteller machen einen fabelhaften Job. Paul Giamatti ist dabei besonders hervorzuheben.
„Cosmopolis“ ist auch ein Film, der auf viele verschiedene Arten interpretiert werden kann. Das Wörtchen kann ist wichtig, denn man weiß nie, ob das wirklich auch das ist, was uns Cronenberg und DeLillo erzählen wollen.
Der Charakter Pattinson ist gefühlskalt und glaubt nur seinen Berechnungen. Ungereimtheiten oder Zufälle gibt es nicht. Alles geschieht genau nach seinem Muster. Taucht allerdings etwas auf, was vorher niemand vorhersehen konnte, eine asymetrische Prostata zum Beispiel, ist die Überraschung groß. Cronenberg nimmt sich hier viel Zeit seine Hauptfigur zu präsentieren. Das nutzt Pattinson um mal zu zeigen, was wirklich in ihm steckt. Anfangs ohne jegliche Regung, nicht einmal Sex bringt ihn dazu Emotionen zu zeigen, verändert er sich doch dank vielerlei Unvorhersehbarkeiten zusehends.
Das alles klingt super und bietet Basis für einen wirklich guten Film. Neben einem ambivalenten Charakter gibt es noch eine ordentliche Schippe Gesellschaftskritik, den Niedergang der Finanzwelt und eine Diskussion um den Nutzen von Kapitalismus.
Leider aber vergisst Cronenberg bei all den Themen eine den Zuschauer miteinbeziehende Inszenierung. Meistens dümpelt der Film vor sich hin und kann von seinen ausufernden Dialogen kaum getragen werden. Auch das Wortduell am Ende kann dem Film kaum Spannung hinzufügen.
„Cosmopolis“ mag irgendwo ganz viel zu erzählen haben, eine wichtige Botschaft besitzen, doch diese ist dank viel unfreiwilliger Komik und einer steifen Inszenierung ziemlich schwer zu erkennen.
Schade, denn seine faszinierenden Momente hat er sicherlich.
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Bandrix
über L.A. Confidential Mon, 09 Jul 2012 16:40:55 -0000
„L.A. Confidential“ ist düster, dreckig und ganz und gar nicht schön.
In dieser Welt hat jeder Dreck am Stecken.
Von Grund auf ehrlich und sympathisch ist niemand, selbst der Hauptdarsteller Guy Pearce wird getrieben von Arroganz und Egoismus.
Das soll jedoch kein Grund sein, Kritik auszuüben.
Viel mehr muss man den Film bzw. Regisseur Curtis Hanson loben, nichts zu beschönigen, sondern die Menschen nicht als bloße Helden zu zeichnen.
Er zeigt sie so, wie sie sind. Als Menschen mit Stärken und Schwächen.
Das ist auch der größte Verdienst von „L.A. Confidential“. Er erhält seine Glaubwürdigkeit dank seiner authentischen Charaktere.
Sei es ein oben erwähnter Guy Pearce, ein hitzköpfiger Russell Crowe oder ein schmieriger Kevin Spacey.
Sie alle sind ein Stück weit schlecht.
Die Geschichte selbst ist nicht ganz so kompliziert und verschachtelt wie sie es gerne hätte, bietet dafür aber doch ein paar Überraschungen.
Die Atmosphäre des Films wird dank der hervorragenden Kulissen und Sets verstärkt, auch der Score tut sein übriges.
Dank Hansons Gespür für Timing wird die Spannungsschraube gekonnt angezogen und in den richtigen Momenten auf den Zuschauer losgelassen.
Die geniale Verhörszene dürfte dabei als bestes Beispiel fungieren. Dermaßen gut inszeniert und eingefangen, dass die in dem Raum liegende Anspannung und Angst beinahe mit Händen zu greifen ist. Ganz großes Kino!
Gegen Ende schleichen sich doch ein paar zweifelhafte Entscheidungen mit ein, insbesondere was Kim Basingers Charakter Lynn Bracken angeht.
Nichtsdestotrotz ist „L.A. Confidential“ die Speerspitze des Genres und sollte jedem Filmfan ein Begriff sein.
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Bandrix
Kommentare Fri, 06 Jul 2012 13:13:21 -0000
Verdammt, schon wieder vergessen zu sagen: Die Blu Ray bitte.
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annaberlin Fri, 06 Jul 2012 14:02:15 -0000
Antwort löschenok
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barstel Fri, 06 Jul 2012 15:21:17 -0000
Antwort löschenUnd wenns einem egal ist einfach frei lassen?
annaberlin Fri, 06 Jul 2012 15:38:55 -0000
Antwort löschenYo!