Bandrix - Bandrixs Kommentare zu Filmen

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Bandrix
über Die sieben Samurai

8.0Ausgezeichnet

Das ist er also.
DER Klassiker von Altmeister Akira Kurosawa.
„Die sieben Samurai“, der auch gleichzeitig als Vorlage für den Westernklassiker „Die glorreichen Sieben“ Pate stand.
Die Geschichte rund um eine Gruppe Samurai, die sich aufmacht um ein Dorf vor Banditen zu schützen ist schlicht und schnell erzählt.
Was Kurosawas Film aber abhebt sind die grundverschiedenen Charaktere, von denen jeder unterschiedlich ist und seine eigenen Stärken besitzt.
Hierbei sticht natürlich Mifune wieder deutlich hervor, hat er doch den prägnantesten Charakter von allen abgestaubt.
Der Film wirkt an einigen Stellen leider schon überholt.
Damit sind weder Darsteller noch Sets gemeint, sondern die technische Umsetzung.
Die Kämpfe wirken hin und wieder arg langatmig und haben nichts gemein mit der heutigen Dynamik und Schnelligkeit. Dennoch ist „Die sieben Samurai“ immer spannend, weiß man doch nie wer am Leben bleibt und wer stirbt. Das wirkt insofern, da ja jeder der Protagonisten absolut glaubwürdig gezeichnet worden ist und sein Verlust deshalb beim Zuschauer nachwirkt.
Da verzeiht man schon mal altertümlich wirkende Schnitte. Immerhin ist der Film auch schon gute 58 Jahre alt.
Filmhistorisch ist „Die sieben Samurai“ ein Schwergewicht, obwohl er hier und da eine Länge aufzuweisen hat. Bei einer derartigen Überlänge ist das aber nicht verwunderlich.
Zwar nagt der Zahn der Zeit weiter an ihm, doch ist er immer noch zu Recht ein Klassiker und bleibt in den Annalen der Filmgeschichte bestehen.

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Drogba11

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Den heutigen Sehgewohnheiten kann der Film natürlich nicht mehr entsprechen, dabei war er für seine Zeit wohl sogar relativ "actionreich". Es liegt am heutigen Zuschauer, ob fehlende Dynamik und Schnelligkeit kritisiert werden oder nicht, ich vermute die meisten finden ihn wie du etwas langatmig.
Was ich mich allerdings frage, ist, ob moderne (Action-)Szenen in ihrer Struktur wirklich besser sind. Meiner Meinung nach ist die technische Umsetzung auch dank digitaler Hilfsmittel mittlerweile sehr gut, doch zum Teil gibt es auch große Schwächen. Zum Beispiel sind mir die Kämpfe in Transformers oder Quantum Trost viel zu hektisch, so dass man keinen Überblick mehr hat. Das muss jeder für sich selbst beurteilen, aber in "Die sieben Samurai" gefallen mir die langen Einstellungen und festen Kamerapositionen usw. Dabei wird ein Angriff häufig nacheinander aus mehreren Richtungen gezeigt und man sieht einen Kämpfer eine Weile reiten und vereinzelt mit dem Schwert herumschlagen oder ähnliches, anstatt im Sekundentakt intensive Kampfszenen zu zeigen. Beides kann sehenswert sein, solange es gut gemacht ist. Leider hat der Durchschnittszuschauer von heute keine große Aufmerksamkeitsspanne mehr und er verliert schneller die Geduld. Daher sind besonders Actionszenen häufig reine Schauwerte, wogegen in "Die sieben Samurai" damit einfach die Geschichte erzählt wird.
Ich sehe in dem Film einen zeitlosen Klassiker, der nichts an Spannung eingebüßt hat, eher sind die Gewohnheiten des Publikums in Frage zu stellen.


JimiHendrix

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stimme deinem kommentar zu brandix, hatte auch meine probleme mit der trägheit der action.
habe dem glaube ich bei der ersten sichtung 7.0 punkte verpasst. doch schau ihn dir ruhig nochmal an, bei mir wurde er von mal zu mal besser - also eine zweitsichtung lohnt sich ;)


Bandrix
über Winter's Bone

8.0Ausgezeichnet

Kein Spaß.
Kein Lächeln.
Kein Lachen.

Alles hässlich, trostlos und karg.
Die Landschaft.
Die Menschen.
Die Arbeit.
Kurz gesagt: Das Leben.

So in etwa sieht es in „Winters Bone“ aus. Der Film ist durch und durch pessimistisch, schickt seine Protagonistin durch den Abfall der menschlichen Gesellschaft, lässt sie menschliche Härte spüren und nur selten deren Wärme.
Hier hat man keine Freunde. Jedenfalls nicht besonders viele.
Eigentlich passiert in „Winters Bone“ nicht sonderlich viel.
Allerdings wird dieses „nicht sonderlich viel“ dermaßen gut präsentiert, dass der Zuschauer nur schwerlich den Blick abwenden kann.
Den Film durchzieht eine durchdringende Atmosphäre, die geprägt ist von Düsternis, kalten Farben und einer Spur Hilflosigkeit.
Es macht keinen Spaß der großartigen Jennifer Lawrence bei ihrer Tortur zuzusehen.
Es zaubert kein Lächeln auf das Gesicht, wenn sie sich immer mehr Gefahren aussetzen muss.
Es entfacht auch kein herzhaftes Lachen, wenn diese in Film gewandelte Trostlosigkeit schließlich endet.
Nein.
Aber aller Negativität zum Trotz vergeht die Laufzeit wie im Fluge und „Winter’s Bone“ kann auch dank der vielen überragend aufspielenden und auch überragend hässlichen Darsteller restlos überzeugen.
Dennoch ist man am Ende froh, in einer sozial gefestigten Gegend(wie realistisch das im Film gezeigte Umfeld nun auch sein mag) zu wohnen und solch ein Schicksal nicht sein Eigen nennen zu müssen....

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sweetForgiveness

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Ach meine erste Sneak...Nostalgie


Bandrix

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Dann gleich so ein Brett von einem Film? Glück gehabt!


Bandrix
über Glaubensfrage

8.5Ausgezeichnet

Wieso wundern sich die Intendanten der Öffentlich/Rechtlichen denn über sinkende Zuschauerzahlen?
Wenn weiterhin absolute Perlen einfach ins Nachtprogramm geschoben werden, dass auch ja niemand sie entdeckt, dann sollte sich nicht gewundert werden.
Auch „Glaubensfrage“, basierend auf einem Bühnenstück, ereilte dieses Schicksal.
Das ZDF versuchte mal wieder zu vertuschen, dass auch ihr Programm einiges an Qualität zu bieten hat und verbannte den Film auf den Sendeplatz um Halb Eins.
Per Zufall stieß ich darauf und schaltete aufgrund der späten Uhrzeit Gott sei Dank nicht ab.
Was uns Regisseur John Patrick Shanley hier bietet, ist nämlich Schauspielkino in seiner reinsten Form.
Mit einem traumhaften Cast entspinnt sich hier ein Drama um einen möglichen Kindsmissbrauch an einer katholischen Schule.
Rund um die Frage, ob diese Gräueltat nun wirklich stattgefunden hat, entwickelt sich ein packender und mitreißender Film, der seine gesamte Spannung nur aus den Dialogen zieht.
Hier macht sich seine Herkunft bemerkbar, da auch die Zahl der Schauplätze begrenzt sind und die Dialogszenen ungeheuer viel Platz einnehmen.
Die 3 Hauptcharaktere zerfleischen sich hierbei beinahe und der Zuschauer weiß nicht, ob und wem er nun glauben soll. Der Originaltitel „Doubt“ ist um einiges passender.
Meryl Streep zementiert ihren Ruf als einmalige Darstellerin wieder einmal und liefert sich mit dem Priester Phillip Seymour Hoffman ein ums andere mal packende Wortgefechte. Die Dialoge fliegen dabei so schnell und tödlich umher wie Kugeln und die Situation spitzt sich von Minute zu Minute weiter zu.
Der Zuschauer kann gar nicht anders als mitzufiebern. Die durchaus verständlichen Meinungen der beiden Charaktere sorgen dafür, dass in ihm immer ein Funken Zweifel zurückbleibt.
Man will dem Priester unbedingt glauben. Allerdings sprechen Beweise gegen ihn. Die arme Amy Adams wird hierbei mit in diesen Machtkampf hineingezogen und ähnlich wie sie, wissen auch wir nicht, wem wir nun glauben sollen.
Wer absolut überzeugende und brillante schauspielerische Leistungen, ein vor Spannung knisterndes Drama und kaum zu überbietende Dramatik sehen will, der ist mit „Glaubensfrage“ bestens bedient.

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Bandrix
über Somewhere

7.0Sehenswert

„Somewhere“ zeigt nichts.
Weder macht die Hauptfigur eine nennenswerte Entwicklung durch, noch gibt es einen Spannungsbogen oder gar eine wirkliche Handlung.
Der Zuschauer wird einfach mitten ins Leben des Schauspielstars Johnny Marco (Stephen Dorf) geworfen. Wir sehen ihm dabei zu, wie er Auto fährt, Interviews gibt, mit Freunden abhängt und Frauen anmacht.
Allerdings merkt man recht schnell, dass ihn sein Leben überhaupt nicht mehr fordert.
Kein Spaß, obwohl die Welt denkt, er hätte das perfekte Leben.
Keine Aufregung trotz unzähliger Partys, Frauen und schnellen Autos.
Die Einzige, die seine Lebensgeister wiedererwecken kann, ist seine kleine Tochter, wunderbar gespielt von Elle Fanning.
Dakota Fanning muss die nächsten Jahre gehörig aufpassen, sonst läuft ihr ihre kleine Schwester gehörig den Rang ab.
Solange Marco von ihr umgeben ist, macht sein Leben wieder Spaß.
Das heißt aber nicht, dass „Somewhere“ nun in die Gänge kommen und eine richtige Geschichte erzählen würde.
Nein.
Der Film dümpelt vor sich hin. Wie also schafft es Sofia Coppola ihren Film trotzdem sehenswert zu gestalten?
Das liegt zum einen an dem harmonisch agierenden und vor allem glaubhaft wirkenden Familiengespann Stephen Dorf und Elle Fanning.
Die Vater- Kind- Beziehung nimmt man ihnen ohne zu zweifeln ab. Dann wäre da noch Coppolas Inszenierungsstil, der, obwohl der Plot komplett im Stillstand verharrt, Interesse weckt.
Das ist an und für sich ein Kunststück, denn eigentlich hat „Somewhere“ keine Story.
Dennoch offenbart der Film deutlich die innere Leere des Hauptcharakters und lockert diese mit einigen skurrilen Szenen auf.
Sollte geneigter Zuschauer in der richtigen Stimmung sein und dem Stil von Coppola etwas abgewinnen, kann (fast) bedenkenlos zugegriffen werden.
Fast, weil Sofia Coppola es einem wirklich nicht leicht macht.

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Uli Kunkel

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Von "Lost In Translation" abgesehen hat leider keiner ihrer Filme für mich so richtig überzeugend funktionieren wollen.
Schönste Einstellung in "Somewhere": man sieht Dorff auf einer Luftmatratze aus der Vogelperspektive im Pool treiben. Langsam driftet er, Kopf voran, aus dem Bild. Nette beiläufige Allegorie auf Stillstand und Ziellosigkeit.


Kana

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Coppolas Stil ist klasse. Sehr guter, treffender Kommentar. Ich fand damals den Rahmen, den das Autofahren darstellt, besonders gelungen..


Bandrix
über Kill the Boss

7.0Sehenswert

Allen Unkenrufen zum Trotz macht „Kill the boss“ erstaunlich viel Spaß.
Zwar sitzt nicht jeder Gag zu 100 Prozent, aber im Großen und Ganzen macht der Film wenig falsch.
Die Truppe rund um den wie immer charismatischen Jason Bateman reitet sich im Versuch ihre Chefs umzubringen immer tiefer in die Gülle und weiß irgendwann nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Natürlich kommen sie immer wieder vom Regen in die Traufe, was den Pechvögeln jede Menge Ärger, dem Zuschauer aber wiederum jede Menge Spaß bereitet.
„Horrible Bosses“ (so der Originaltitel) hätte hier und da natürlich noch etwas mehr über die Stränge schlagen und mehr Mut beweisen können. Letztlich ist das Geschehen doch eine Spur zu zahm, doch die vertrackten Situationen, in die sie sich immer wieder hineinmanövrieren, sind einfach urkomisch.
Letztlich liegt das aber auch an den Nebendarstellern, die an ihren Rollen sichtlich Spaß haben. Jennifer Aniston spielt die nymphomanische Chefin mit Bravour, auch Colin Farrell gibt sich da wenig. Kevin Spacey spielt den Unsympath gekonnt. Auf der Promotour zu diesem Film behielt er diese Art einfach bei und brachte so den Interviewpartner einer großen deutschen Fernsehzeitschrift damit zur Weisglut.
„Horrible Bosses“ macht Spaß und ist eindeutig einer der besseren Vertreter unter all den R- Rating- Komödien, die zurzeit in Mode kommen.

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dmtjdc

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"...Ich kenne die Dame ja nicht, aber ich ahne was sie noch so gefragt haben könnte, was da gar nicht auftaucht, und bei Yellow Press kriegt er Kontaktallergie...."

"Mr.Spacey, alle reden davon wie gay sie sind, und unsere Leserschaft besteht vorrangig aus Millionen einfältiger Leistungsgesellschaftsschafe, die nichts Besseres zu tun haben, als sich für das Privatleben von Leuten zu interessieren, die kreativer und mutiger als sie selbst sind.
Damit wir was zu tratschen haben: Stimmt`s? "

Geiles Interview, aber lange nicht Kinski-Qualität. ^^


Sonse

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@dmtjdc:
Das ist bspw. eine Möglichkeit. ;)

Das hier fand ich schon immer eines der gelungeneren rel. spontanen, kurzen Interviews mit ihm persönlich, weil so hab ich ihn erlebt:
http://www.youtube.com/watch?v=9LyE2pcbp1M
Nur so als Gegenbeispiel.


Bandrix
über Cloud Atlas - Alles ist verbunden

7.5Sehenswert

„Cloud Atlas“ ist, ähnlich wie „Tree of Life“ vor einem Jahr, ein Film an dem sich die Geister scheiden.
Die Einen sind der Meinung, der Film wäre hohle Phrasendrescherei ohne viel Sinn oder gar tiefere Ebene dahinter bzw. darunter. Die Anderen jubeln, „Cloud Atlas“ würde endlich wieder das bieten, was dem Kino schon lange gefehlt hat. Große Emotionen, bedeutende Gesten – die reinste (Kino)- Magie also.
Hm.
Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob „Cloud Atlas“ überhaupt eine tiefere Botschaft besitzt. Natürlich, alles ist in diesem Film irgendwie verbunden. Der Eine liest ein Buch, dessen Inhalt im nächsten Abschnitt behandelt wird, während diese Person aus dem vermeintlichen Roman einen Jackenknopf verliert, der von Tom Hanks in der Zukunft gefunden wird.
Aber reichen diese kleinen Ereignisse (ein paar mehr sind es natürlich schon) wirklich aus um eine tiefere Bedeutung in diesem Episodenfilm zu erkennen?
Die Antwort lautet: Nein.
Das mag alles, wenn man es denn bemerkt, ganz interessant sein, täuscht jedoch nur darüber hinweg, dass es „Cloud Atlas“ an Verbindungen fehlt.
Jede Episode für sich ist durchaus unterhaltsam, zuweilen sogar fesselnd. Einige der Schauspieler agieren so gut wie lange nicht mehr. Vor allem Tom Hanks darf sich richtig austoben und liefert den Beweis, dass ihm böse Figuren verdammt gut stehen. Bitte gebt ihm in Zukunft mehr davon!
Die erste Dreiviertelstunde ist jedoch etwas schwer, was aber in der Natur der Sache liegt. Der Zuschauer braucht Zeit um sich an die vielen Erzählstränge zu gewöhnen, die Figuren einordnen zu können und Schlüsse zu ziehen.
Ist das jedoch erst einmal geschafft, zieht „Cloud Atlas“ den Zuschauer tatsächlich in seinen Bann. Der Film schafft es seine eigene Dynamik zu entwickeln und die Spannung nach jedem Schnitt zu steigern. Mit zunehmender Laufzeit hechten alle Episoden ihren jeweiligen Höhepunkten entgegen, wodurch sich die Spannung verdichtet und der Zuschauer in jedem(!) Storystrang mitfiebert. Begünstigt wird das noch durch die fabelhafte Filmmusik, die auch von Tom Tykwer mitgeschrieben wurde.
Doch die hohen Ziele, die sich die Filmemacher selbst gesetzt haben – also ein Epos über Geburt, Leben und Tod zu schaffen – erreichen sie nicht. „Cloud Atlas“ ist, trotz vieler unglaublich gelungener und emotionaler Szenen, nicht wirklich tiefgründig. Auch wenn er das mit Sicherheit gerne sein würde. Damit meine ich nicht, dass er auf emotionaler Ebene versagt. Mitfiebern wird man, ob man jedoch etwas aus dem Film mitnimmt, etwas, über das man noch längere Zeit nachdenkt, das bezweifle ich.
Jedenfalls ist „Cloud Atlas“ mit seinen großen Bildern, der Vielzahl an Charakteren und dem Ehrgeiz seiner Macher wie fürs Kino geschaffen. Nicht einfach zu goutieren, jedoch nicht schwer zu verstehen. Erstaunlich ist auch die Brutalität mit der der Zuschauer manchmal konfrontiert wird. Das erwartet man bei einer so großen Produktion nicht.
Dieser Mut ist es, der dem heutigen Kino fehlt. Der Mut etwas Großes zu schaffen, das vielleicht nicht der breiten Maße zusagt.
Ich jedenfalls hätte gerne mehr davon.
PS: Hat noch jemand die Hauptfigur aus „Frauen hinter Gittern“ während der Altersheim- Episode in der Bar als Komparsin gesehen? Ein guter Lacher! ;)
PPS: Die Maske hat teilweise einen solch guten Job hingelegt, dass ich tatsächlich drei Verwandlungen nicht einmal bemerkt habe!

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DerDude_

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Ich gebe dir recht das den Leuten der Mut fehlt großes zu schaffen aber vielleicht sollten Tykwer und die Wachowski Brüder darüber nachdenken ob da nicht vielleicht auch großer Mist rauskommen kann !


Bandrix

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Na dann ist es ja gut, dass "Cloud Atlas" kein großer Mist geworden ist.


Bandrix
über 7 Psychos

9.0Herausragend

Niveauvoll gesneaked #12.
Wieder einmal luden die Jungs vom Casino zur Sneak. Dieses mal allerdings zum Spotlight Special. Der Film war also schon vor Beginn bekannt.
„7 Psychos“, der neue Streifen von Martin McDonagh, der mit „Brügge sehen…und sterben“ für ziemliche Furore im Filmbusiness gesorgt hat.
Und eines gleich mal vorweg: „7 Psychos“ hält das Niveau konstant.
Der Film geht ab wie Schmidts Katze um es mal salopp auszudrücken.
Angeführt von einem unheimlich starken Schauspielensemble, dass bis in die kleinsten Nebenrollen prominent besetzt ist, begibt sich McDonagh auf eine Odyssee mit seinen sieben Psychopathen.
Das Drehbuch, das quasi im Film selbst erst geschrieben wird, enthält markige Sprüche in Hülle und Fülle, aberwitzige Szenen und makabre Einfälle.
Selten hat es ein Regisseur geschafft brutale Gewalt mit Komik derart gekonnt zu verbinden.
Gliedmaßen werden abgetrennt? Kein Problem, das Publikum lacht lauthals mit. So etwas erlebt man nur allzu selten und das dürfte auch der Punkt sein, an dem der Film bei vielen scheitern wird.
Neben der überaus harschen Bildsprache und dem schwarzen Humor ist es jedoch die Story samt skurriler Figuren, die den Spaß bei „Seven Psychos“ ausmachen. Sei es Colin Farrell als überforderter Autor, Christopher Walken (endlich mal wieder!!!!) als Quäker oder Sam Rockwell (klasse!) als nerviger Kumpel. Sie alle leben ihre Rollen und füllen sie aus.
So macht Kino Spaß. „7 Psychos“ bringt frischen Wind ins Kino, sorgt mit seiner Mischung aus Gangsterfilm und Selbstfindungstrip für staunende Gesichter und hat mit Woody Harrelson noch einen der lustigsten Gegenspieler der jüngeren Kinogeschichte auf Lager.
Martin McDonagh ist ein aufsteigender Stern am Kinofirmament. Man darf gespannt sein, was noch alles von ihm kommen wird.

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Tyler.Fincher

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Auch wenn ich dafür wahrscheinlich gehauen werde aber meine Erwartungen bzgl. "Der Hobbit" sind nicht so euphorisch wie beim Rest.^^


Bandrix

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Euphorisch muss man auch nicht sein, aber ein Must- See ist und bleibt er dennoch. ;)


Bandrix
über Warrior

9.0Herausragend

Etwas Angst hatte ich vor „Warrior“ irgendwie schon.
Schließlich fielen ihm so ziemlich jedes MP- Mitglied, auf dessen Meinung ich etwas gebe, zum Opfer.
Wurden zu heulenden Schoßhündchen.
Konnten sich ihrer Tränen nicht erwehren.
Zur Unterstützung zwang ich sogar meine bessere Hälfte mitzuschauen. Nur für das Protokoll: Sie hasst solche Sportdramen und kann nichts mit ihnen anfangen.
Was man in einer Beziehung nicht alles für Opfer bringt...
Aber egal, ich schweife ab.
Mit höchstmöglichem Respekt wagte ich mich also an diesen Kampfsportfilm. Machte mich auf das Schlimmste gefasst.
Doch, das zumindest schon mal vornweg, geweint habe ich nicht. Es war jedoch verdammt knapp davor.
Alles, was in „Warrior“ geschieht, ist vorhersehbar. Schon von Anfang an ist klar, wie der weitere Film verläuft. Wendungen sind schon drei Ecken vorher erkennbar und das Drehbuch spult eigentlich nur die üblichen Stationen eines Underdogfilmes ab.
Doch hierbei ist es nicht wichtig WAS passiert, sondern WIE es passiert.
Und hier punktet Gavin Hoods Film auf ganzer Linie.
Angefangen mit den Kämpfen, die überraschend rar gesät sind.
Mehr Atmosphäre, Spannung, Dramatik und Wucht kann man in einem solchen Film nicht verlangen. Es stimmt einfach alles.
Die Choreographien sind knüppelhart, wodurch das Leiden der Darsteller, aber auch ihr unbändiger Siegeswille beinahe mit Händen zu Greifen ist.
Die Szenen, in denen das Publikum gezeigt wird, sprühen beinahe vor elektrisierender Spannung. Genau so hat das auszusehen und nicht anders.
Die Darsteller tun ihr Übriges um dem Film seine nötige Glaubwürdigkeit zu vermitteln.
Allen voran Joel Edgerton und Tom Hardy. Beide haben hart für diesen Film trainiert und das sieht man. Vor allem Hardy weist eine physische Präsenz auf, die einem vor Angst die Knie schlottern lassen. Er ist ein wahres Tier und seine Ringgegner können einem nur Leid tun.
Vom schauspielerischen Standpunkt aus ist aber Edgerton weiter vorne, sowie der bravourös spielende Nick Nolte.
Auch der Score ist zu jeder Zeit passend und schraubt die Spannung und Dramatik noch einmal ein ganzes Stück höher.
„Warrior“ funktioniert auf emotionaler Ebene perfekt. Ohne Wenn und Aber.
Trotz der Vorhersehbarkeit gelang Hood mit diesem Film ein ergreifendes Stück Kino, das berührt und dem Zuschauer den Hals zuschnürt.
Auch wenn ich nicht weinen musste, „Warrior“ gehört zum besten der letzten Zeit.
Muss ich dazu auch erwähnen, dass meine bessere Hälfte, obwohl sie solche Filme hasst, fast noch mehr mitgefiebert hat als ich?

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BratislavMetulski

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Ich musste zum Schluss des Filmes hin weinen, gebe ich auch offen zu.


cpt. chaos

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Hey Mädels, nun hört mal auf euch lächerlich zu machen! Dies ist ein Männerfilm für knallharte Kerl wie uns!!! ;o)))


Bandrix
über In Ihrem Haus

6.5Ganz gut

Niveauvoll gesneaked # 11
Frohe Kunde für die Sneakfans meines Programmkinos. Nicht nur einmal im Monat, nein, ganze zweimal wird unser Spotlight nun stattfinden. Ab jetzt also doppelt so viel hochkarätiges Kino, das wahrscheinlich sonst an mir vorbeigehuscht wäre.
Zum ersten male präsentierten uns die Jungs einen französischen Film. Hierbei handelt es sich um den neuesten Streich von Francois Ozon.
„In ihrem Haus“.
Die Story ist relativ simpel, bietet aber genügend Spielraum um den Zuschauer zu fesseln und mitzureißen.
Ein Schüler schreibt einen Aufsatz. An für sich nichts Besonderes. Er schreibt diesen jedoch über seinen Mitschüler Rapha. Er beschreibt seine Familie, sein Haus, sein Leben.
Dabei macht er aus seiner Verachtung keinen Hehl. Sein Literaturlehrer wird auf ihn aufmerksam, entdeckt er doch das große Talent dahinter. Der Schüler nimmt seine Geschichte allerdings immer ernster, dringt immer tiefer in das Leben der Familie ein und bringt so einiges durcheinander.
Das hört sich zum einen originell und zum anderen ziemlich spannend an.
Tatsächlich ist es das zu weiten Teilen auch. Die Darsteller sind ein Glücksgriff, vor allem der junge Ernst Umhauer weiß, seine Obsession überzeugend rüberzubringen. Sehr zurückhaltend und doch präsent.
Leider aber verliert die Geschichte im letzten Drittel gehörig an Drive. Wirkliche Überraschungen sind Fehlanzeige, Spannung kommt nur noch selten auf und aus dem verheißungsvollem Beginn wird wenig herausgeholt.
Das heißt jedoch nicht, dass „In ihrem Haus“ ein misslungener Film ist!
Im Gegenteil. Er fasziniert über große Strecken und Ozon scheut nicht vor allerlei skurrilen Szenen, die das Spielchen zwischen Lehrer und Schüler hervorragend veranschaulichen.
Jedoch bringt eine Figur das Problem des Films mit einem(sinngemäßen) Zitat auf den Punkt: „ Ein Buch muss immer so enden, dass der Zuschauer zwar nie darauf kommt, aber letztendlich sagt: Anders hätte es gar nicht enden können!“
Tja. Leider muss ich sagen, dass ich mir das Ende so oder ähnlich hätte denken können. Keine Überraschung, nichts Aufsehenerregendes. „In ihrem Haus“ fließt einfach weiter ohne wirkliches Ende. Schade.
Denn zu einem guten Buch gehört nicht nur ein gelungener Anfang, sondern ein mindestens ebenbürtiger Schluss.

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Bandrix
über Dredd

7.0Sehenswert

„Dredd“ ist, in Anbetracht der Flut an 80er und 90er Jahre Remakes ein echter Glücksgriff.
Er scheut sich nicht davor, seine Action mit aller Härte zu zelebrieren. Seine Judges sind harte Dreckskerle, die unerbittlich ihren Weg durch feindliche Linien suchen und nur zerstörte Leiber zurücklassen.
Natürlich kommen Kritiker nun mit Worten wie „menschenverachtend“ oder „gewaltverherrlichend“.
Gähn.
Was erwarten die denn von einer kompromisslosen Comicadaption, die in einer harten und korrupten Welt spielt. In der die einzige Instanz, die für Recht und Ordnung sorgt, eben jene Judges sind? Pinke Einhörner und Menschen, die Händchen haltend auf den Straßen singen?
Karl Urban macht dabei Sylvester Stallone alle Ehre, was das Herunterziehen der Mundwinkel angeht. Er scheint tatsächlich der perfekte Typ für die Rolle des Judge Dredd zu sein. An seine Seite gesellt sich Neuling Olivia Thirlby, die erstaunlich gut an der Seite Urbans passt. Kämpferisch, hart und doch keine langweilige Kampfamazone a la Michelle Rodriguez. Verdammt gut aussehend noch dazu. Thirlby ist vielleicht sogar die Überraschung des Films. Obwohl Lena Heday (Game of Thrones) als fiese Ma Ma auch etwas für sich hat.
Kommen wir aber nun zum Wichtigsten Merkmal des Films. Die Action.
Die geizt nicht mit Blut, Leichen und Explosionen. Zwar nutzt sich das im Verlauf des Filmes etwas ab, „Dredd“ hat jedoch einen erfreulich hohen Body Count und schafft es, seiner ungemein harschen Brutalität tatsächlich so etwas wie Ästhetik zu verpassen. Selbst die grausamsten Morde sind dermaßen umwerfend gefilmt, dass schon fast Kunstwerke auf der Leinwand zu betrachten sind. Wären da nicht die zerschossenen Körper…
Dabei wendet Regisseur Pete Traviss einen lustigen Trick an um diese Actionszenen so gut es geht in die Länge zu ziehen. Die Droge Slow Mo lässt den Konsumenten das Geschehen in gerade mal einem Prozent der wirklichen Zeit erleben. Wie überaus praktisch. Hierbei sind die 3D- Szenen wirklich eine Augenweide, auch wenn sonst, was den Effekt angeht, wenig los ist.
Was Story angeht, ist bei „Dredd“ naturgemäß nicht viel zu holen. Braucht es ja auch nicht. Dank der wohltuend umsichtigen Kameraführung, dem Verzicht auf Wackelkamera, der passenden Chemie der zwei Hauptdarsteller und Mut zur Härte ist „Dredd“ eine Spaßgranate.
So und nicht anders geht Actionkino.

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Bandrix
über Gnomeo und Julia

5.0Geht so

Nun ja.
Die Zeiten, in denen Animationsfilme noch ausnahmslos für gute Qualität standen, sind leider vorbei.
Auch „Gnomeo und Julia“ setzt diesen Trend fort und reiht sich bestenfalls im Mittelmaß an.
Von der Story her noch einigermaßen frisch und halbwegs originell, hapert es doch an der Umsetzung.
Die ist nämlich überaus bieder, überraschungsarm und vor allem witzfrei geworden. Selten darf herzlich gelacht werden, wenn überhaupt, dann bahnt sich mal ein Schmunzler den Weg von unserem Gehirn hin zu unseren Gesichtsmuskeln.
Mag die Grundidee noch die Erwartungen nach oben schrauben, fällt diese mit jeder weiteren Filmminute weiter. Alle paar Minuten ein guter Gag reicht eben nicht für einen sehenswerten Film.
Die Animationen sind wie zu erwarten gelungen und wenigstens ist das Gesehene auch schnell wieder vorbei.
„Gnomeo und Julia“ ist weder besonders gelungen, noch über alle Maßen schlecht.
So etwas nennt man dann wohl puren Durchschnitt.

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Bandrix
über Vielleicht lieber morgen

8.5Ausgezeichnet

Eines mal vorweg genommen. Wer auch immer für den absolut dämlichen deutschen Titel „Vielleicht lieber morgen“ verantwortlich ist, gehört gefeuert.
Der Titel lässt nämlich auf eine lahme RomCom schließen, die sich nicht von den vielen Vertretern seiner Art unterscheidet. Was unheimlich schade ist und wohl auch der Grund, wieso ich der einzige männliche Vertreter im Publikum war.
Dabei ist „The Perks Of Being A Wallflower” vielmehr ein liebevoll inszeniertes Drama rund um einen introvertierten Einzelgänger, der gerade seine High School – Laufbahn anstrebt.
Klar, auch das gab es schön häufig zu begutachten. Aber selten vorher schaffte es ein Film sich derart unbeschwert, leichtfüßig und doch bodenständig an Themen wie Homosexualität, Erste Liebe, Außenseiterdasein, Missbrauch und dem Erwachsenwerden heran zu fühlen.
Das ist mal ein Coming-of –Age- Film, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient.
Logan Lerman in der Hauptrolle spielt Charlie, ein Junge, der keine Freunde hat, psychisch etwas angeknackst wirkt und auch sonst nicht viel zu sagen hat. Lerman ist dabei so dermaßen fantastisch, dass es mich wundert – wird er doch sonst in langweiligen Fantasyschinken verheizt. Der Typ hat tatsächlich Talent! Öfter mal einen kleinen, aber feinen Film wie diesen tut ihm sichtlich gut.
Seine Figur ist anfangs so allein gelassen, unbeholfen und hilflos, dass das Zusehen fast weh tut. Dies ändert sich jedoch Gott sei Dank, wenn er Emma Watson und Co. kennen lernt. . Ihre Darstellung ist dermaßen wild, ehrlich, schonungslos und herzergreifend, dass auch sie zum Gelingen des Filmes gehörig beiträgt. Ab diesem Moment wandelt sich der Film vom Außenseiterdrama zu einer Geschichte rund ums Erwachsenwerden und Traumabewältigung. Überhaupt Emma Watson. Dabei besitzt der Film so dermaßen viele eindringliche und glaubwürdige Momente, dass sämtliche Charaktere wie aus dem wirklichen Leben entsprungen wirken. Ein großes Lob hierbei an den Regisseur und Drehbuchautor Stephen Chbosky. Er nimmt seine Figuren ernst, deren Gefühle und Handlungen sind nachvollziehbar und realistisch.
Zusammen mit der wunderbaren Kamera und dem hypnotischen Soundtrack ergibt sich mit „The Perks Of Being A Wallflower“ ein kleiner, aber feiner Film, der berührt, fasziniert und gleichzeitig Spaß macht. Zwar das meiste nicht wirklich neu, aber endlich einmal realitätsnah umgesetzt. Wurde auch mal Zeit.

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cpt. chaos

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Hört sich mächtig interessant an - gleich mal vorgemerkt!


MasterZ

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Ich war auch der einzige männliche Besucher. Am Ende hörte ich aber sehr viele Jugendliche die sich fragten was jetzt wirklich Abging.
Was den Titel betrifft stimme ich dir voll und ganz zu und dein Review ist wie so oft wirklich schön geschrieben.


Bandrix
über Possession - Das Dunkle in dir

4.0Uninteressant

Gesneaked.
Es ist Halloween und wie der Zufall so will ein Mittwoch. Mittwoch ist in unserer beschaulichen Kleinstadt nichts weiter als SNEAKTAG.
Und was passt besser zu Halloween als ein Horrorfilm in der Sneak um diesen Tag auch gebührlich zu feiern?
Eben. So gut wie nichts.
Nur sollte dann der gezeigte Film auch tatsächlich gruseln und nicht das gesamte Genre der Lächerlichkeit preisgeben.
So geschehen bei „Possession“, dem Überraschungserfolg aus den USA. Warum auch immer.
Schon die Exposition zieht sich unglaublich in die Länge. Zwar wird den (meisten) Figuren für einen Horrorfilm überraschend viel Tiefe verliehen, dann sollte zumindest die anschließende Dämonenjagd spannend sein.
Die Vaterfigur, gespielt von Jeffrey Dean Morgan, kommt wunderbar sympathisch rüber. Auch seine Tochter nervt nicht, die Chemie der Beiden stimmt.
Es sind also einigermaßen gute Voraussetzungen um wirklichen Grusel aufkommen zu lassen, denn die Charaktere sind dem Zuschauer nicht gleichgültig.
Doch leider versagt „Possession“ auf ganzer Linie, sobald die Horrorelemente endlich zum Zug kommen, bzw. kommen sollten.
Die Geschichte rund um einen Dämon, der keine Lust auf seine enge Kiste hat, verläuft nach dem Schema F. Alles so schon mal gesehen, nichts Neues oder gar Interessantes. Dann leider auch noch teilweise dermaßen unfreiwillig komisch, dass „Possession“ schon parodistische Züge annimmt. Laute und herzhafte Lacher sind aufgrund der teilweise unfassbar depperten Szenen vorprogrammiert.
Was mit dem Talent Ole Bornedals passiert ist, kann ich nicht sagen. Das ist tatsächlich der Regisseur von „Freeze“ und „Bedingungslos“?!? Und wo war Sam Raimi als das Drehbuch besprochen wurde? Er als Produzent und Horrorspezialist muss doch gemerkt haben, was für ein Murks gerade fabriziert wird.
Traurig, traurig. Da helfen auch keine guten darstellerischen Leistungen und die eine oder andere optisch nette Szene.
„Possession“ schrammt knapp am Prädikat Totalausfall vorbei. Gruseln geht irgendwie anders.

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Bandrix
Kommentare

Klasse Film, klasse Interview und klasse Band. Schön, wie sie manchmal selbst über sich lachen müssen!

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Bandrix
Kommentare

Puh. Sehr heftig. Aber interessant. Bin mal gespannt.

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Bandrix
über Oh Boy

8.5Ausgezeichnet

Niveauvoll gesneaked #9
Jetzt hört mal alle her!
Alle, die sagen, Deutsche könnten keine Filme machen. Das deutsche Kino ist tot und jeder deutsche Film einfach nur langweilig, grottig und auf Gutdeutsch gesagt SCHEIßE.
Dass dieser Standpunkt vollkommen überholt und falsch ist, ist nicht erst seit gestern offensichtlich. Ich halte euch hiermit den Stinkefinger vor die Augen. Und dieser Stinkefinger heißt:
„Oh Boy“.
Hierbei handelt es sich um das Erstlingswerk des Regisseurs Jan Ole Gersters.
Eine fantastische Reise in das Leben eines Mittzwanzigers in Berlin, der jegliche Motivation irgendwas zu erreichen, verloren hat und nur vor sich hin lebt.
Mal trifft er sich mit seinem besten Kumpel, mal trifft er eine Frau und doch umklammert ihn stets der Mantel der Perspektivlosigkeit.
Was mache ich hier? Wie sieht die Zukunft aus? Warum? Wieso? Weshalb?
All das beschäftigt Niko, kongenial gespielt von Tom Schilling. Er weiß nicht wohin mit sich selbst, seinen Platz in der Welt hat er noch nicht gefunden.
Wir begleiten ihn einen Tag in seinem Leben. Dort begegnet er vielen Menschen. Alle mit ihren Eigenartigkeiten, alle irgendwie skurril und doch aus dem realen Leben gerissen.
Das Besondere daran ist, dass sie alle, trotz mal mehr, mal weniger Screentime, tatsächlich Leben einverleibt bekommen. All die Personen, die Niko auf seiner Reise trifft, wirken echt. Vom enttäuschten Vater (Ulrich Noethen ist fantastisch!) über den einsamen alten Mann in der Bar (Martin Gwisdek) und die Beinahe- Freundin (Friederike Kempter ganz stark!).
Dabei hat „Oh Boy“ nicht einmal eine stringente Story. Seine Faszination erhält der Film allein von seinen Darstellern, den punktgenauen und realistischen Dialogen und dem besonderen Flair Berlins, das sich aus den Schwarz- Weiß – Bildern ergibt. Die Kamerarbeit tut ihr Übriges dazu.
„Oh Boy“ ist ein Film der mehr über das Leben sagt, als so viele Filme, die es vor ihm versuchten. Er fängt die Perspektivlosigkeit Nikos und seiner gesamten Generation perfekt ein.
Mal traurig, melancholisch, dann wieder heiter und sorgenfrei-unbekümmert. „Oh Boy“ ist ein Portrait einer Generation, die droht, sich zu verlieren.
An alle Zweifler des deutschen Films. Schaut euch „Oh Boy“ an und verstummt. Dieser Film gehört nämlich zum Besten, das der deutsche Film in letzter Zeit hervorgebracht hat und landet in den Bestenlisten 2012 unter Garantie sehr weit vorne.
Ich brauch jetzt erstmal einen Kaffee…

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Telebaum

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nicht nur du hast mich an der Nase herumgeführt, all diese Lobeshymnen auf diesen film, man sollte einfach nichts erwarten, dann wird man hinterher weniger enttäuscht sein, es liegen halt Welten zwischen solch einem Erstling und etwa einem Film von Petzold


Bandrix

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Wenn du meinst.


Bandrix
über James Bond 007 - Skyfall

8.5Ausgezeichnet

Lange hat es gedauert.
Ganze drei Filme benötigte Craigs Bond um der zu werden, der er sein sollte. Eine Mischung aus alt und neu. Eine Mixtur bestehend aus den Zutaten des modernen und des „altbackenen“ James Bonds.
Nach dem verheißungsvollen Auftakt „Casino Royale“ folgte bekanntlich der etwas missratene „Quantum Trost“. Durchaus spannend die Frage, was nun Sam Mendes mit der Reihe vorhatte. Denn dieser Teil ist der Wendepunkt in Craigs Bond- Ära. Würde „Skyfall“ nicht funktionieren, ich wette mit euch, wir würden bald ein neues Gesicht als unser aller Lieblingsagent im britischen Geheimdienst begrüßen.
Doch Gott sei Dank macht „Skyfall“ fast alles richtig.
Die Actionszenen sind so fulminant wie realistisch. Geringer Einsatz von CGI und dem damit einhergehenden Gigantismus. Natürlich gibt es auch massig brachiale Stunts, aber das gehört eben zu Bond dazu.
Daniel Craig verkörpert seine Figur wieder mal einwandfrei. Er darf sogar wieder Gefühle zeigen! Mendes gesellt ihm einen der originellsten und besten Bondbösewichte seit Ewigkeiten an die Seite. Gerade wenn der Film sein Tempo zurückschraubt, kommt Javier Bardem um die Ecke und legt locker flockig eine wunderbar pointierte und lässige Performance hin. Wer war noch mal dieser Mathieu Amalric in „Quantum Trost“? Hier haben wir endlich wieder einen Fiesling mit Profil, Grips und boshaft- schelmischen Grinsen. Wahnsinn!
Diverse Neuzugänge fügen sich fabelhaft in das Bonduniversum ein. Naomi Harris mit einem rasiermesserscharfen Auftritt sorgt für eine gewisse weibliche Härte, während Ralph Fiennes eine kleine, aber feine Rolle innehat. Judi Dench ist sowieso über alle Zweifel erhaben. Ihr wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, generell ist dieser Bond sehr auf seine Charaktere zugeschnitten und weniger auf bloßes Actionfeuerwerk. Ben Wishaw spielt einen zeitgemäßen Q. Nerdig, trockener Humor – passt.
Einziger Wehmutstropfen ist die Rolle des Bondgirls Berenice Marlohe. Ist ihre Einführung noch wirklich gelungen, auch die obligatorische Verführung durch Bond, so ist ihre Screentime doch schmerzlich kurz. Schade, das wäre das i- Tüpfelchen gewesen.
Hauptaugenmerk liegt aber klar auf den Figuren – sprich die Story. Die ist zwar nicht sonderlich weitreichend oder gar komplex. Allerdings lässt sie den Hauptfiguren genügend Raum zur Entfaltung. Der Zuschauer erfährt mehr über Bonds und Ms‘ Vergangenheit. Einzig und allein Bardems Gründe für seine Taten sind bei genauerer Überlegung etwas dünn und unausgereift. Auch das Schicksal der Disc, um die sich anfangs alles dreht, wird komplett in den Hintergrund gedrängt – wenn nicht sogar vergessen.
Macht aber nichts.
„Skyfall“ hat genug gelungene Szenen, die dank Mendes Gespür für Timing voll überzeugen. Die Action ist auf den Punkt inszeniert, ist – im Gegensatz zu vielen Genrevertretern – wunderbar übersichtlich und punktet mit einigem trockenen Humor. Außerdem gibt es doch die ein oder andere Reminiszenz auf die älteren Bonds.

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jollyroger

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Ah, nach deinem Kommentar kuck ich mir den dann wohl doch sogar noch an, schön geschrieben.


dopodynamite

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Klasse Kommentar! Stimme zu 100% überein!


Bandrix
über Hotel Transsilvanien

5.0Geht so

Quietschbunt, turbulent, fröhlich, gutmenschlich und alles andere als böse.
Klingt nicht nach einem Film mit unserem Lieblingsvampir Dracula? Nun ja, ist es doch. Irgendwie.
Im neuesten Animationsabenteuer aus dem Hause Sony „Hotel Transsylvanien“ eröffnet der böseste aller Vampire ein Hotel für verfolgte Monster. Hier will er ihnen eine Auszeit gönnen, eine menschenfreie und somit belastungsarme Umwelt.
Klingt witzig und ist es zunächst auch.
Die verschiedenen Gäste im Hotel sorgen für einige Lacher und Sympathien. Das Geschehen bleibt kurzweilig und amüsant – bisher alles bestens.
Dann kommt jedoch ein Menschlein zufällig in das Hotel und die Story entwickelt sich zum typischen Einerlei a la Ich-verändere-meine-Sichtweise-und-mache-alles-besser.
Schade.
Die Idee hätte nämlich viel mehr zu bieten gehabt. Stattdessen folgt der Film ausgetretenen Pfaden, überrascht überhaupt nicht mehr und gerät zum eintönigen Stationenlauf.
Der einzige Grund, warum tatsächlich hier und da noch ein Lacher zu finden ist, sind die Nebenfiguren, die tatsächlich etwas kreativ sind und dank ihrer Art Spaß machen.
Querverweise auf Horrorklassiker gibt es natürlich – allerdings nicht in dem Umfang, wie ich es mir gewünscht hätte. Die 100. Imitation eines Bela Lugosi ist einfach nicht mehr komisch, sondern einfach nur noch ausgelutscht.
Die Hauptstory um Vater und Tochter ist hier und da ganz nett, kann aber, wie schon gesagt, kaum überraschen. Für die Kleinen natürlich nicht weiter schlimm, das ältere Semester wird jedoch nicht ganz so gut unterhalten.
Wenigstens ist „Hotel Transsylvanien“ dank seiner Geschwindigkeit nicht langweilig. Zwar wird natürlich einiges an Potenzial liegengelassen, für den Durchschnitt reicht es allerdings. Immerhin ist der Beginn tatsächlich lustig und der Rest schnell vorbei.
Für Kinder optimal, für Ältere eher nicht.

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Bandrix
über Savages

5.0Geht so

Blake Lively ist doof. So, jetzt ist es raus.
Den gesamten Film über nervt sie. Nur wenige Szenen, in denen sie glücklicherweise mal die Klappe hält. Ob das aufgrund ihres mangelnden Schauspieltalents oder nur an der schrecklichen Rollenzeichnung ihres Charakters liegt, kann ich schwerlich beurteilen. Am Ende lag es vielleicht sogar an Beidem. Wer weiß.
Oliver Stone. Das war der Regisseur, der früher Maßstäbe setzte. Der mit „Platoon“ und „Geboren am 4. Juli“ jedem bewies, was er konnte und der in den 90ern mit dem so brutal wie stylischen „Natural Born Killers“ polarisierte und gleichzeitig auch faszinierte.
Es scheint, als ob er dies nun mit „Savages“ wiederholen wollte.
Schnelle Schnitte, wahnsinnig coole Optik, brutale Actionszenen und das sonnige Kalifornien als kontrastreicher Hintergrund. Dazu zwei passende coole Jungs, Aaron Johnson (Kick Ass) und Taylor Kitsch. Letzterer überrascht, denn seine schauspielerische Leistung ist tatsächlich annehmbar.
Inhaltlich ist „Savages“ kaum der Rede wert. Wieder mal irgendwelche Drogendeals, Kartelle, korrupte Bundesagenten und zwei Kerle, die aus dem Business aussteigen wollen.
Nix neues an der Drogenfront also.
Zu dieser Drogenstory gesellt sich nun auch noch eine Kidnapperstory, wird doch Lively dummerweise vom bösen mexikanischen Kartell entführt. Die zwei Jungs machen sich sofort auf sie mit aller Gewalt zurückzuholen, was sich dem Zuschauer nicht erschließen will – denn Lively ist doof. Und nervt. Beschwert sich bei ihrem Kidnapper, dass sie keinen Salat bekommt. Das sagt ja wohl alles.
Dann ist da noch die Chefin des Kartells, Salma Hayek. Diese formvollendete Frau, die wirklich etwas Schwung in dieses Kasperletheater hätte bringen können. So nicht, ihre deutsche Synchronstimme verpasst ihr einen Akzent, der eher an russische Mafia erinnert, als an mexikanischen Akzent. Außerdem ist ihre Rolle genauso schwach geschrieben, wie die von Lively.
Gäbe es nicht Benicio Del Torro als überraschend witziger Killer, John Travolta als leicht überforderter Bulle – es gäbe nichts, was „Savages“ aus der Versenkung holen würde.
Gewiss, technisch ist der Film wunderbar, aber ehrlicherweise erwartet man von einem Oliver Stone genau das. Und mehr.
Gibt’s aber leider nicht.
„Savages“ ist oberflächliches Geplänkel , das vielleicht irgendwo provozieren will. Nur hat das derselbe Regisseur schon fast 20 Jahre zuvor mit „Natural Born Killers“ besser hinbekommen.
Was bleibt sind einige gelungene Einzelszenen, ein missratenes Ende und überzeugende Darsteller. Bis auf Lively. Die ist doof. Und nervt.

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kinogaengerin

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"Blake Lively ist doof." Ich kann leider nicht klicken... :(


Bandrix
über The Host

7.0Sehenswert

Tja, einfach macht es „The Host“ dem Zuschauer nicht.
Zu viele Genres in einem, zu viel gewollt und dann zu wenig erreicht.
Oder doch nicht?
Regisseur Joon-ho Bong vermischt seinen Monsterfilm mit Elementen aus dem Bereich Familiendrama und Komödie. Dazu wird noch schnell etwas Kritik an Politik geübt.
Das ergibt ein nicht ganz rundes, sondern eher eckiges Rad, das es schwer hat beim westlichen Besucher wirklich zu funktionieren.
Die Darsteller sind im Großen und Ganzen in Ordnung, leider aber macht die Synchronisation vor allem in den Momenten der Trauer so einiges kaputt und zieht den Film in die Lächerlichkeit.
Davon aber mal abgesehen, ist „The Host“ oft spannendes und unterhaltsames Genrekino. Natürlich hin und wieder seltsam und irritierend, aber nicht schlecht.
Lässt man sich auf diese illustre Mischung ein, kann man einigermaßen gut unterhalten werden. Ich glaube auch, dass hier sogar eine Zweitsichtung mehr als angebracht ist, da man bei der Erstsichtung mit dem Gezeigten doch arg verprellt wird.
Inszenatorisch gesehen, ist „The Host“ aber nichts vorzuwerfen. Gerade der erste Auftritt des Monsters ist gekonnt eingefangen.
Hätte der Film auf seinen komödiantischen Anteil verzichtet, wäre sogar noch mehr daraus geworden. Aber so sind die Asiaten in ihren Filmen nun mal.
Sehr abgedreht.
Das muss man schon mögen, denn Mainstream ist das sicherlich nicht.

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