dark shadows versprach viel, hielt allerdings nur wenig ein.
kurzweilig, unterhaltend aber auch nicht mehr.
anfangs beginnt es vielversprechend, plaetschert im verlauf jedoch nur noch nuechtern vor sich hin.
vorhersehbar, was bei dieser art film allerdings weniger dramatisch ist, als vielmehr dieses durcheinander einer geschichte, der man zwar folgen kann, es jedoch nicht immer will.
gut gespielt, gut besetzt, ein lacher hier, ein lacher da, aber insgesamt leider wenig stimmig.
der film driftet gegen ende ins laecherlich alberne ab und vieles bleibt einfach nur sinnfrei.
vom dream team burton&depp habe ich mir mehr erhofft.
eine wunderbar stimmungsvolle erinnerung an eine wunderbar verzauberte zeit.
wer einmal in der bar25 zu gast war, weiss wovon ich rede.
die bildsprache ist, trotz der fehlenden professionalitaet sehr gelungen und mit der musikalischen untermalung kommt eine herrlich nostalgische stimmung auf, die einen sofort in den bann der legendaeren bar25 zieht.
was jedoch verloren geht sind die menschen, die all das erst moeglich und gross gemacht haben.
und das sind nicht etwa nur die leute die diese welt erbaut haben, sondern eben auch die, die sie tag ein tag aus besuchten. das puplikum der bar25 kommt hierbei viel zu kurz und auch das schoen malen und weglassen, realer nebenwirkungen des tagelangen feierns werden hier erst gar nicht angesprochen.
aber fuer die, die noch einmal in diese welt eintauchen wollen, absolut zu empfehlen!
der gute harry, pardon daniel hat sich wirklich muehe gegeben und sicherlich auch eine gute leistung abgeliefert, nichts desto trotz faellt es schwer, ihn als erwachsenen vater anzusehen, was wohl einerseits an seiner jahrelangen rolle als harry potter lag und andererseits an seinem alter.
die story, nun ja. vllt. bin ich die einzige, aber erinnerte mich doch stark an sleepy hollow. haette die zickige dame in schwarz noch ein pferd gehabt und waere ohne kopf losgeritten, waere mir wohl kein unterschied (rein storytechnisch) aufgefallen. was absolut nichts mit der klasse der beiden filme zutun hat, denn diese liegen sehr weit auseinander.
auch der schluss kam wenig ueberraschend und so muss ich sagen, ueberzeugt dieser film nicht.
dennoch gibt's fuenf punkte, fuer eine schoene atmosphaere, tolle bildsprache und fuer einen kurzen moment des schreckens, was aber wohl eher an meiner vorhergehenden unaufmerksamkeit lag, als an der szene ansich.
schwer zu sagen, was mir am wenigsten an diesem film gefiel. sei es die ueberaus schlechte leistung lily collins, oder aber doch der bauernhumor, der mir kein einziges laecheln entlocken konnte.
alles in allem keine wirklich neue, oder gar kreative umsetzung von schneewittchen.
einzig ueberzeugt hatte mich julia roberts, als boese koenigin.
die einzige figur in diesem film die soetwas wie substanz und persoenlichkeit aufflackern lies.
gaehnende langeweile gepaart mit flachem humor und schlechter besetzung. julia und die gute kamera reisen es raus, sonst waeren es statt vier, glatt null von zehn geworden.
ich kann nicht verstehen, weshalb eines der schrecklichsten ereignisse unserer zeit immer wieder fuer hollywood stoff herhalten muss. ausschlachten, geld verdienen mit dem tod tausender.
natuerlich sollte sowas nie in vergessenheit geraten und natuerlich sollte auch aufgezeigt werden, wie es den hinterbliebenen erging, aber muss das immer auf der grossen leinwand sein, fuer 10 euro eintritt und einer tuete popcorn auf dem schoss?!
sei es drum, hier meine bewertung.
laesst man die tatsache 11 september ausser acht, ist der film wirklich gelungen. sehr stark besetzt, sehr schoen, liebevoll und intelligent erzaehlt. mal mit den augen eines kindes, mal mit dem verstand einen fuches. abenteuerlich, bewegend, traurig, teils sogar witzig, aber vor allem eines, ruehrend.
das verhaeltnis zwischen kind und eltern ist einmalig, fast rosarot und trotzdem lehnt man sich zurueck und erinnert sich an seine kindertage. kleine szenen, wie das knien von dem tuerschlitz, der zettel mit einem pfeil an einer bar, das liebevolle streichen ueber's haar, das schattenspiel zum einschlafen, oder einfach das halten einer kleinen hand, die unter dem bett hervor guckt, fluestern dir gaensehaut zu.
Das schlimme Ereignis diente vor allem erst einmal als Buch Stoff. Und ich kann dir nur ans Herz legen, das Buch von Safran Foer zu lesen und den Film ganz schnell wieder zu vergessen. Der ist nämlich WEIT vom Buch entfernt
zugegeben, lange weile kam bei diesen film nicht auf.
ganz nette kameraarbeit, eine ordentliche besetzung und die story war ok, wenn auch nicht brilliant.
letzteres lag wohl an der tatsache, dass die drehbuchautoren leider versaeumt haben, sich mal eine NZT zu werfen.
geschadet haette es sicher nicht, denn ueber den ein oder anderen intelligenten handlungsstrang haette ich mich durchaus gefreut.
eigentlich trifft der film genau meinen geschmack, hat mich dann aber in der letzten halben stunde enttaeuscht. deshalb nur sieben von zehn, was ja auch nicht schlecht ist.
sehr schoene kamera, ein mehr als ueberzeugender hauptdarsteller und kontrovers grenzenueberschreitend, wie ich's gern habe.
die perfekte mischung aus ironie, splatter, comedy, einer geballten ladung hass auf den abschaum des menschlichen abgrunds und vielen boesewichten und helden in einer schowkulisse eines blutruenstigen maerchens fuer erwachsene.
manchmal sieht man einen film und hat das gefuehl, die welt koennte draussen stehen bleiben und man wuerde es nicht bemerken..
ein klein bisschen war es hier auch so.
nach ein paar anfaenglichen schwierigkeiten entwickelte dieser film sich ganz leise und vorsichtig und bot drei sagenhafte hoehepunkte, die einen bewegten, bis zum ende hin zu sehen.
gut, es gab vllt. ein paar kleinere logikfehler und das ende war dann nicht mehr all zu sehr ueberraschend, als er seinen alten bekannten nach 25 jahren wieder trifft, aber waere man dem verlauf nicht aufmerksam gefolgt, haette sich das voraussehen als durchaus schwierig gestalten koennen.
da die geschichte immer genau dort weiter erzaehlt wurde, wo die meisten aufhoeren, hatte man schoene spannungsmomente und minuten, in denen man sich fragte, was wohl noch alles auf einen zukommen mag.
ich mochte das zusammenspiel der protagonisten, den humor, der ab und durchblitzte, die etwas steife lovestory, ja selbst die war angenehm, (auch wenn ich kein fan solcher bin) und die seichte und zugleich bedrueckende weise, wie dieser film erzaehlt wird.
mit dem hintergrund einen roman zu schreiben allerdings, um diese sicht zu erklaeren, konnte ich weniger anfangen, da fehlte es mir eindeutig an kreativitaet.
vllt. liegt es an der spaeten stunde, oder an der sentimentalen weihnachtszeit, aber mir gefiel dieser film gut und bekommt somit sieben punkte.
da blieb mir doch, nach ende des films, wirklich fast zehn minuten lang die spucke weg!
dieser film schafft es, alle, aber auch wirklich alle erdenklichen genres in sagenhafte 83 min. unterzubringen und laesst dabei nichts aus.
komoedie, thriller, geiseldrama, familiendrama, politthriller, ein bisschen "fantasy", der wilde westen meets kriegsfilm und zum guten schluss noch ein paar blutige verkohlte leichen. bÄm!
der film ist ( und an dieser stelle entschuldigt bitte meine ausdrucksweise, aber es trifft einfach den nagel auf den kopf ) mitten in die fresse!
liebt ihn oder hasst ihn. ich war unfassbar gut und kurzweilig unterhalten.
zu schnell, zu viel und auch zu wenig.
das faellt mir als erstes ein, muesste ich den film in einem satz beschreiben.
gott sei's gedankt, dass ich hier ein wenig weiter ausholen darf.
die thematik, spitze. eine aufarbeitung der jugend.
kontrovers, provozierend, da die kleine hauptdarstellerin zu beginn der dreharbeiten selbst gerade einmal zehn jahre alt war und teilweise habe ich mir gewunescht, sie waere es im film auch geblieben.
ein wenig zu ueberzogen, ein bisschen zu wenig kunst, und viel zu schell zum ende gekommen.
ein bisschen wie schlechter sex mit einem tollen mann.
der film weist eindeutig potential auf, zeigt sich teilweise ungeschoent und echt und doch widerum teilweise zu kitschik und klischeebehaftet.
die kunstszene ist voll von drogenabhaengigen kinderschaendern, die die ganze zeit von kunst reden, ihre eigene jedoch nicht mit einer beschreibung/begruendung rechtfertigen koennen und zudem noch an nichts weiter als an geld interessiert ist. hmm, nein. so kann und will ich das nicht stehen lassen.
das ende kam abrupt, sinnlos und voellig aus dem zusammenhang gerissen.
die deutsche synchronisation ist absolut fail! und nimmt dem film sicher einiges an charakter.
schade, soviel potential und nur halb ausgeschoepft. trotzdem gab es ein paar hoehepunkte und szenen, die ergreifendund absolut anders waren, deshalb 6,5 von 10.
ich moechte ja mal behaupten, dass es mir eigentlich nicht an tiefgang und verstaendnis fuer das etwas andere kinoprogramm fehlt, dennoch muss ich sagen, taxi driver hat in mir nicht viel geruettelt.
es tut mir fast ein wenig weh, da ich mir diesen "kultfilm" lange aufgehoben habe und mit grossen erwartungen ran gegangen bin, zu gross, wie sich nun heraus stellte.
was gibt es zu sagen, schauspielerisch, gar keine frage, ausgezeichnet, ach was sage ich, absolute perfektion!
das fremdschaemgefuehl des armen taxi fahrers, der sich zu mehr berufen fuehlte, als nur hinterm lenkgrad zu sitzen und dies durch mehr oder minder dumme kommentare versuchte zu unterstreichen, ueberkam mich des oefteren.
man hatte mitleid, so plump und psychotisch, wie er sich anstellte und wahrscheinlich, zumindest anfangs, keine boese absicht dahinter steckte.
da er aber dennoch ziemlich einseitig fuhr und vor lauter klischee den wald, in diesem falle die welt, nicht mehr sah, die eben mehr als nur schwarz oder weiß ist, hielt sich dann auch mein mitleid in grenzen.
gedrueckte stimmung, schoene szenerie, aber story? na ja, mehr als platt und fuer meine begriffe zu einfach.
zumal ich ihn in keiner sekunde als held wahrnehmen konnte.
er knallt ein paar leute ab, statt sich um die wurzel allen uebels gedanken zu machen. er verachtet zuhaelter und nutten, die freiwillig anschaffen, guckt aber gern pornofilme und unterstuezt somit nichts anderes als kaeufliche liebe. das kleine, arme maedchen, welches er zum schluss vor der boesen welt rettete, saß schon einmal in seinem wagen, da hat er aber keinen finger geruehrt. ehrenhaft?! hmm..
er mag maenner nicht, die druck ausueben, tut aber genau dasselbe bei seiner anfaenglichen bekannten.
ich weiss nicht so recht, aber ausser dass seine frisur zum schluss der wahnsinn war, und er vor dem spiegel abgeht wie john wayne, ist er mir mehr als suspekt und unsympathisch.
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund, Kiddo: Der abstoßende Charakter des Hauptdarstellers mit seinem nervigen Geschwafel und seiner Doppelmoral machen das Anschauen des Filmes leider zu einer Tortour. Die Tatsache, dass genau diese Fokussierung auf einen Antihelden das damals geradezu revolutionäre in Hollywood war, macht es leider auch nicht erträglicher und auch nicht die brilliante schauspielerische Leistung. Klar: der Film wollte schocken, dem konservativen Amerika seine Doppelmoral vor Augen führen, mit diesem personifizierten "psychotischen Kollateralschaden" des Vietnamkrieges, dennoch finde ich auch gerade die Glorifizierung von Selbstjustiz im Film sehr erschreckend. Ich stimme dir soweit zu, finde es jedoch etwas verstörend, wie du Menschenhandel/Prostitution - und insbesondere hier: Prostitution einer Minderjährigen - mit Pornofilmen gleichsetzt.
Außerdem würde ich den Film schon wegen seiner Bedeutung für - und seinen massiven Einfluss auf - die Entwicklung der Filmindustrie schon als "sehenwert" einstufen. Ich persönlich war jedoch nach dem Anschauen auch maßlos enttäuscht.
die tatsache, mit einer frau zum ersten date in ein pornokino zu gehen, sich darueber aufzuregen, dass sie es verstoert, aber gleichzeitig ueber prostitution im allgemeinen, (nutten, usw. wurden sie betitelt) als abschaum, der beseitigt werden muss, zu bezeichnen, ist fuer mich, entschudligung unfassbar widerspruechlich und alles andere als revolutionaer.
ich denke auch nicht, dass ich den film falsch verstanden habe, ich habe ihn vllt. mit anderen augen gesehen und sehr kritisch beaeugt. ich denke, auch mir steht ein urteil zu, auch wenn ich nicht die meinung der masse teile, ohne unterstellt zu bekommen, ich haette ihn nicht verstanden. danke.
Ja, genau das ist die Szene, die Travis Bickle eindeutig als kranken Soziopath zeigen soll: er sieht seinen Fehler nichteinmal ein, geschweige denn, dass er kapiert, dass man eine Frau beim ersten Date nicht in ein Pornokino ausführt. Die Szene war im prüden Amerika der 80er Jahre noch ein viel größerer Aufreger, als sie es jetzt für dich noch ist: was das angeht, liegst du also vollkommen auf der Linie der "Masse", deswegen funktioniert sie ja auch, um ihn definitiv als Antihelden zu etablieren.
Jedoch waren bis dahin SÄMTLICHE Hauptfiguren in Hollywoodfilmen nachamenswerte, moralische gesellschaftskonforme Helden. Und das revolutionäre ist eben NICHT, sein Verhalten/Charakter selbst, sondern eben diese simple Tatsache. Das hätte also auch sämtliche andere Aktion sein können, die sagt: "was ist das für ein kranker Arsch??" Ohne Taxi Driver hätte es wohl viele spätere Werke mit Antihelden im Fokus - so ziemlich jeden Tarrantinofilm also - nicht gegeben. Deshalb gebe ich dafür 2,5 Bonuspunkte zum Mittelmaß: der Film und die folgenden Debatten über ihn hatten einen direkte verändernde Auswirkung auf die Gesellschaft.
Dessen ungeachtet: genau diese Szene hat den Film für mich auch in der Folge unerträglich gemacht und das ist eine Frage von Gefühlen beim anschauen und nicht des "Verstehens". Deswegen ist es auch keine Frage, über die sich diskutieren lässt. Dessen ungeachtet sind viele hohe Noten hier definitiv eine Folge von "Herdentrieb" und "Kultfilm"-Status.
es ging mir hierbei nicht um die szene an sich (und was die szene bewirken sollte, ist mir durchaus bewusst), sondern um die doppelmoral die stoert. wie kann es sein, dass so ein wunderwerk an film, sich solche logischen patzer leistet?
der antiheld status meines erachtens voellig fehl verliehen. da gibt es weitaus bessere filme, die ebenfalls alt sind und nicht konventionell, siehe "el topo", der und das nur nebenbei, sechs jahre frueher erschien. das nenne ich mal einen film! und nicht solch langweilige, moechtegern schocker.
ich habe auch keine lust, mich hier weiter erklaeren zu muessen. falls jetzt immer noch fragen zu bereits erwaehnten aeusserungen offen sein sollten, muss ich leider sagen, kommentar falsch verstanden.
Es wird erwähnt, dass Bickle bei den Marines - sprich in Vietnam - war. Man weiß heute, dass Soldaten nach Kriegen meist an einer sog. Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden und tlw. kaum zu resozialisieren sind, aufgrund der Grausamkeiten, die sie gesehen und begangen haben. Bickle zeigt sämtliche Symptome, die diese psychische Krankheit ausmachen. Dazu gehört z.B. die emotionale Abgestumpftheit, die sich u.a. in seiner offensichtlichen Doppelmoral zeigt, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und vor allem die Schlafstörungen. Damals war diese Krankheit selbstverständlich nicht offiziell anerkannt, dann hätte der Staat seinen "Helden" ja Geld zahlen müssen. Deswegen war dieser Film - ob er einem nun gefällt oder nicht - wichtig. Die Bundeswehr tut sich heute noch schwer, kranke Soldaten zu entschädigen. Es ist also kein logischer Patzer: im Gegenteil. Diese objektive Tatsache hat aber nichts damit zu tun, ob du den Film nun subjektiv magst oder nicht.
Danke für den Tip: der Film hört sich interessant an und ich nehme stark an, dass er die Vertreter von "New Hollywood" auch stark beeinflusst hat und somit indirekt auf die Gesellschaft gewirkt hat. Ich bezweifle jedoch, dass ein mexikanischer Film direkt groß wahrgenommen wurde und deshalb - leider - wiedereinmal "die Großen" den Ruhm für Veränderung gerntet haben.
ich bin der Meinung, der Film will auch zum Ende hin Travis nicht als "Helden" verehren. Es geht doch viel mehr darum, die Doppelmoral dieser Gesellschaft zu zeigen, in der ein Typ zum Helden hochstilisiert wird, der Selbstjustiz übt, während sich niemand darüber ereifert, dass die Polizei nichts gegen die Prostitution von Kindern unternimmt.
Ich finde auch die Szene unmittelbar vor seinem "Feldzug" (wenn man so will) interessant, als er bei der Rede des Senators auftaucht und in seine Jacke greift, als würde er eine Waffe ziehen wollen. Schließlich flüchtet er ja dann, weil er von einem Bodyguard gejagt wird. Man kann da natürlich viel rein interpretieren, aber es könnte auch ein Wink dahingehend sein, dass er in seinem Hass auf alles und jeden geplant hat den Senator umzubringen. Er hasst ja gewissermaßen die komplette Gesellschaft und somit nicht nur die Verbrecher, Zuhälter, Prostituierten, sondern auch die Polizisten und Politiker, die nichts dagegen unternehmen.
Ich bin ganz deiner Meinung, dass der Film/Regisseur genau das sagen möchte. Ich glaube nur nicht, dass es das ist, was tatsächlich beim Durchschnittszuschauer als Message damals auch hängen geblieben ist/heute hängen bleibt. Manch Regisseur überschätzt fahrlässig den Intellekt der Zuschauer, so dass oft der gegenteilige Effekt erzeugt wir. ganz konkretes Beispiel: nach der Übertragung von Boxkämpfen im Fernsehen steigt tatsächlich an den Abenden die Zahl der Schlägereien. So werden sich hier ohne ausdrückliche "szenische/moralische" Stellungnahme vornehmlich die Befürworter von Selbstjustiz/Todesstrafe bestätigt sehen, denn hey: siehe da, der gewaltätig handelnde Schizzo-Spacko scheint auch plötzlich die Aufmerksamkeit der Spiesser Tussy gewonnen zu haben, wo er nun in der zeitung ist. ;)
Ich muss dir voll und ganz recht geben, dass viele kritische Filme oder auch "Kunst" im Allgemeinen (mal als Übergriff auch für Musik, Bücher, etc.) von der breiten Masse sicherlich missverstanden werden. Allerdings ist jetzt die Frage, ob Kunst die Aufgabe hat, alle Menschen, die sich mit ihr beschäftigen, zu belehren? Im Grunde sind ja die meisten Erwachsenen mehr oder weniger mündige Bürger, die über ihr Tun entscheiden können und sich der Konsequenzen eigentlich bewusst sein müssten. Ob durch solche Filme jemand zum Attentäter wird kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, dazu hab ich von Psychologie zu wenig Ahnung, aber ich wage es zu bezweifeln (und wenn, dann spielen da wesentlich mehr Faktoren mit rein behaupte ich mal). Wenn sich nun also ein paar in ihrer Selbstjustiz-Fantasie bestätigt sehen, dann kann man das leider nicht ändern, aber vielleicht stößt der Film ja auch auf ein paar aufmerksame Zuschauer, denen er als Denkanstoß dient. Übrigens glaube ich auch nicht, dass sich jemand, der die Aktion von Travis gut findet, sich mit ihm wirklich identifizieren könnte. Er ist ja trotzdem eine sehr ambivalente Persönlichkeit, der ja durch sein Verhalten in anderen Belangen wieder eher abstoßend wirkt.
Das meine ich doch: eine abstoßende Persönlichkeit begeht eine abstoßende Tat. Der Film nimmt doch am Schluß Stellung: er suggeriert, er sei ein Held. Punkt. Die meisten DEUTSCHEN Kritiker heute unterstellen doch einfach, was der Regisseur damit erreichen wollte. "Zum Nachdenken anregen" und den ganzen Bullshit. Der Film wurde 1970 in einer Gesellschaft gedreht, wo Todesstrafe in weiten Kreisen eine unbestrittene und gewollte Realität darstellte und teils heute noch darstellt. Der wollte einfach sagen: der ist ein Held, der handelt, der knallt die Ärsche einfach ab. Punkt. Ich mag dieses Geheuchel der Fans des Films nicht, die einfach nicht zugeben wollen, dass sie auch ganz gerne mal mit ner Knarre losziehen wollen um ihre Minderwertigkeitskomplex so los zu werden, da sie zu faul sind, auf anderem wege gesellschaftlich was zu bewegen und die Gründe gegen Todesstrafe und Selbstjustiz einfach aufgrund mangelnder Intelligenz nicht verstehen.
Handelnde in Filmen müssen sich nicht an Gesetze halten ... und bei meinem Beispiel mit dem Boxkampf - wie auch bei Ballerspielen - wirkt sich sowas NUR auf das Verhalten derjenigen Menschen aus, die bereits real selbst Erfahrung mit körperlicher Gewalt hatten. Natürlich sollte sich Kunst an denen nicht orientieren, es jedoch vielleicht im Hinterkopf behalten.
Aber die Fans des Films sollen doch hier bitte nicht einfach dem Regiesseur mehr positive Hintergedanken andichten, als er eigentlich hatte, nur damit sie den Film gleichzeitig gut finden können UND mit ihrem Moralkodex vereinbaren können.
mir ist schleierhaft, wie ein film dieser klasse, zu so viel ruhm kommen konnte.
gut, die beiden protagonisten uebertrumpfen sich mit ihrer leistung in diesem streifen, aber wo bitte bleibt der inhalt, der einen film erst richtig leben einhaucht?
hier war davon nichts zu spueren. lieblos plaetschert eine geschichte vor sich hin, die nichts, aber auch rein gar nichts erzaehlt, mir keinen einzigen denkanstoß liefert und schlussendlich mich nicht einmal mit dem gescheiterten ehepaar mitfuehlen laesst.
dennoch gibt es ein paar punkte, die mir sehr zusagten.
zum einen schauspielerisches talent, zum anderen ein paar situationen, die spass machten, anzusehen. das spiel des kennenlernens, das hin u her switchen zwischen heute u gestern und das verhaeltnis eines liebenden vaters zu seiner tochter.
das waren schoene eindruecke, die mich bis zu letzt hoffen ließen, dass dieser film doch noch mit einer story ums eck kommt. vergebens gehofft.
Bringt es ganz klar auf den Punkt, was mich noch nervt ist: Die Tochter ist 4 oder 5 Jahre alt? Nach 5 Jahren soll eine Liebe so dermaßen in die Brüche gehen? Deren Leben so von eintönigkeit und langweile geprägt, das Sie keinen Bock mehr auf Ihn und den ganzen Scheiß hat?
die drei punkte gehen einzig auf das konto von frau aniston.
kinderfeindlich, emotionslos, witzlos und mit allen klischees bedient, ist dieser film nicht einmal mehr seichte nachmittagsunterhaltung.
nun, dieser film scheint zu polarisieren.
die einen empfinden wirkliches und aufrichtiges mitgefuehl, die anderen verspueren nur gaehnende langeweile beim zusehen.
ich muss gestehen, es ist der film, der mir seit langem mal wieder ein paar traenen entlocken konnte. es war ehrlich, ungeschoent, es war das wahre leben eines ehepaares, die sich liebten, aufrichtig liebten, bis ihnen das leben ein strich durch die rechnung machte.
das agieren der hauptfigur, mit all seinen fehlern, die nun wirklich kaum symphatie aufkommen ließen, ist teils unverstaendlich, teils doch wieder nachvollziehbar, aber vor allem ist es eins, menschlich.
das auf und ab einer romanze, die immer wieder an den huerden der realitaet scheitert, das fliehen in die arme einer anderen, aus sehnsucht nach der frau, die er einst liebte, aber unlaengst an dem krebs ihr sein verlor, lange vor ihrem eigentl. ableben, all diese geschehennisse, moegen sie sich in diesem film auch ab und an in die laenge ziehen, machen ihn einzigartig und mehr als sehenswert.
schade finde ich persoenlich nur, dass zwar das verhaeltnis zwischen mann und frau in solch einer situation perfekt inszeniert wurde, das kind und dessen eindruecke aber viel zu kurz kamen.
alles in allem ein herzzerreißender film, der wirklich sehenswert ist.
ein ruhiger, suptiler film, der seine staerke in der bildsprache, in dem spiel der darsteller und der damit verbundenen stimmung findet.
von mir aus haette man auf das ein oder andere gesprochene wort verzichten koennen, um dies noch klarer zu unterstreichen.
das verhaeltnis zweier schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein koennten, scheint nur in den kritischsten situationen zu stimmen und die beiden auf einer ebene zu verbinden.
die hilflose und die starke, die traeumerin und die realistin, durch nichts weiter vereint, als das eigene blut.
doch beide finden sich gegen ende des films in einer voellig anderen position gegenueber ihrer schwester wieder.
fast ein rollentausch der fliessend mit dem ende der welt einhergeht.
schoener film, ein wenig kitschik vllt. aber absolut sehenswert.
Ein bisschen zu langatmig und schwer wurde dieser Film anfaenglich einzig von der Symphatie des Geoffrey Rush, der in der Rolle des Lionel brillierte, getragen.
Es brauchte allerdings eine knappe Std bis dieser Film wirklich interessant wurde und begann Tiefgruendig zu werden.
Der Auftritt von Colin Firth ueberzeugt durch eine fast fehlerfreie Darstellung seiner Rolle welche sehr facettenreich war und eine tolle Entwicklung im Film nahm.
Die Herzenswaerme der entstandenen Maennerfreundschaft ist fuer mich allerdings auch alles, womit dieser Film ueberzeugen kann, denn Spannung oder gar Handlungsstraenge die mehr zu bieten hatten, als ein oberflaechliches Problem dessen Besonderheit nur darin liegt, dass es einem Koenig das Lebens erschwerte, kamen leider nicht auf.
Vielleicht trifft der Film allgemein nicht ganz meinen Geschmack, aber weshalb genau er nun als Oscaranwerter durchgeht, bleibt mir ein Raetsel. In etwa wie bei Toy Story 3.
Sei es drum, sieben Punkte hat die Geschichte, die herzallerliebst erzaehlt wurde dennoch verdient. Nicht weniger, vor allem aber auch nicht mehr.
Winter's Bone, Hillbilly Epos der Extraklasse mit Tiefgang der einen verdammt harten und gewollt rauen Beigeschmack hat.
Ein realistischer Film gepaart aus Western, Thriller und Drama der von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einer grossartig schwermuetigen Stimmung daher kommt, dass sich der Zuschauer warm anziehen muss.
Beeindruckend ist nicht nur die fantastische Jennifer Lawrence, auch allen anderen Darstellern nimmt man ihr schweres und tristes Leben in der grauen Einoede voll und ganz ab.
Wichtig finde ich persoenlich die Tatssache, dass hier endlich mal wieder ein Film auf den Leinwaenden laeuft, bei dem es sich nicht um eine billige Hollywoodlovestory handelt, oder gar mit schlechten Sexszenen glaenzen muss und es so auch ganz ohne diese herkoemmlichen Stilmittel zur Nominierung bei den diesjaehrigen Academy awards geschafft hat. Ich druecke die Daumen.
Zumindest bis ich "True Grit" noch nicht gesehen habe, ist Winter's Bone mein persoenlicher Favorit.
Perfekt besetzt und wenn man hierzu noch die außerordentliche Umsetzung der eigentlich weniger spannenden Story nimmt, gibt's gleich sieben Punkte. Keiner haette das besser gemacht als Fincher. Von der Glanzleistung Eisenberg's ganz zu schweigen.
Kurzweiliges Abendprogramm, danke dafuer.
Weil ich vorher meist nicht wissen kann, ob mir ein Film nun gefaellt oder nicht.
Und nur weil der erste Teil nicht gut war, heisst das nicht automatisch, dass der zweite Teil ebenfalls zum gaehnen langweilig sein muss. Haette man ihm in dem zweiten Teil die Kinderkrankheiten ausgetrieben, haette es mich sicher ueberzeugt, aber alles in allem ist es eine verdammt schlechte Umsetzung bei einem Thema das mich eigentlich gruseln sollte.
Von diesem Film ( und das passiert nicht oft) bin ich dann doch ein wenig hin und her gerissen..
Deshalb auch erst der Kommentar und dann eine Bewertung auf der Skala.
Schwierig Emotionen fuer Die Charaktere zu entwickeln, da sie so realistisch sind, so grob boese wie auch gute Seiten haben, die in diesem Film staetig wanken, dass man sich kaum traut, sie in selbige Kategorien zu ordnen.
In diesem Western siegt nicht wie ueblich das Gute ueber dem Boesen und nicht alle Cowboys sind im Grunde ihres Herzens Edelmaenner oder gar Trunkenbolde, Schießwuetige Narren, oder verschroben versteckte Helden.
Etwas komplett anderes und in meinen Augen auch unvergleichbares wurde hier von Clint Eastwood abgeliefert.
Allerdings finde ich die Handlung des Films ( seien die Schauspieler hier noch so brilliant und perfekt besetzt) etwas fad.
Dadurch wirkte der Film und durch eine eher ruhige Erzaehlung hin und wieder langatmig.
Wer es schafft, sich davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, wird zum Ende allerdings belohnt, mit einem netten Showdown der allerdings zu erahnen ist und schoen inszenierten Szenen.
Trotz dessen macht dieser Film Spass und lohnt sich.
Deine Kommentare
bibi_kiddo
über Dark Shadows 2012/05/21 13:22:19
dark shadows versprach viel, hielt allerdings nur wenig ein.
kurzweilig, unterhaltend aber auch nicht mehr.
anfangs beginnt es vielversprechend, plaetschert im verlauf jedoch nur noch nuechtern vor sich hin.
vorhersehbar, was bei dieser art film allerdings weniger dramatisch ist, als vielmehr dieses durcheinander einer geschichte, der man zwar folgen kann, es jedoch nicht immer will.
gut gespielt, gut besetzt, ein lacher hier, ein lacher da, aber insgesamt leider wenig stimmig.
der film driftet gegen ende ins laecherlich alberne ab und vieles bleibt einfach nur sinnfrei.
vom dream team burton&depp habe ich mir mehr erhofft.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Bar25 - Tage außerhalb der Zeit 2012/05/14 21:03:41
eine wunderbar stimmungsvolle erinnerung an eine wunderbar verzauberte zeit.
wer einmal in der bar25 zu gast war, weiss wovon ich rede.
die bildsprache ist, trotz der fehlenden professionalitaet sehr gelungen und mit der musikalischen untermalung kommt eine herrlich nostalgische stimmung auf, die einen sofort in den bann der legendaeren bar25 zieht.
was jedoch verloren geht sind die menschen, die all das erst moeglich und gross gemacht haben.
und das sind nicht etwa nur die leute die diese welt erbaut haben, sondern eben auch die, die sie tag ein tag aus besuchten. das puplikum der bar25 kommt hierbei viel zu kurz und auch das schoen malen und weglassen, realer nebenwirkungen des tagelangen feierns werden hier erst gar nicht angesprochen.
aber fuer die, die noch einmal in diese welt eintauchen wollen, absolut zu empfehlen!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Die Frau in Schwarz 2012/04/16 23:55:52
fsk 12?! hakt's?!
der gute harry, pardon daniel hat sich wirklich muehe gegeben und sicherlich auch eine gute leistung abgeliefert, nichts desto trotz faellt es schwer, ihn als erwachsenen vater anzusehen, was wohl einerseits an seiner jahrelangen rolle als harry potter lag und andererseits an seinem alter.
die story, nun ja. vllt. bin ich die einzige, aber erinnerte mich doch stark an sleepy hollow. haette die zickige dame in schwarz noch ein pferd gehabt und waere ohne kopf losgeritten, waere mir wohl kein unterschied (rein storytechnisch) aufgefallen. was absolut nichts mit der klasse der beiden filme zutun hat, denn diese liegen sehr weit auseinander.
auch der schluss kam wenig ueberraschend und so muss ich sagen, ueberzeugt dieser film nicht.
dennoch gibt's fuenf punkte, fuer eine schoene atmosphaere, tolle bildsprache und fuer einen kurzen moment des schreckens, was aber wohl eher an meiner vorhergehenden unaufmerksamkeit lag, als an der szene ansich.
fazit: kann man gucken, muss man aber nicht.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen 2012/04/11 22:53:53
schwer zu sagen, was mir am wenigsten an diesem film gefiel. sei es die ueberaus schlechte leistung lily collins, oder aber doch der bauernhumor, der mir kein einziges laecheln entlocken konnte.
alles in allem keine wirklich neue, oder gar kreative umsetzung von schneewittchen.
einzig ueberzeugt hatte mich julia roberts, als boese koenigin.
die einzige figur in diesem film die soetwas wie substanz und persoenlichkeit aufflackern lies.
gaehnende langeweile gepaart mit flachem humor und schlechter besetzung. julia und die gute kamera reisen es raus, sonst waeren es statt vier, glatt null von zehn geworden.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Extrem laut und unglaublich nah 2012/02/21 13:45:12
ich kann nicht verstehen, weshalb eines der schrecklichsten ereignisse unserer zeit immer wieder fuer hollywood stoff herhalten muss. ausschlachten, geld verdienen mit dem tod tausender.
natuerlich sollte sowas nie in vergessenheit geraten und natuerlich sollte auch aufgezeigt werden, wie es den hinterbliebenen erging, aber muss das immer auf der grossen leinwand sein, fuer 10 euro eintritt und einer tuete popcorn auf dem schoss?!
sei es drum, hier meine bewertung.
laesst man die tatsache 11 september ausser acht, ist der film wirklich gelungen. sehr stark besetzt, sehr schoen, liebevoll und intelligent erzaehlt. mal mit den augen eines kindes, mal mit dem verstand einen fuches. abenteuerlich, bewegend, traurig, teils sogar witzig, aber vor allem eines, ruehrend.
das verhaeltnis zwischen kind und eltern ist einmalig, fast rosarot und trotzdem lehnt man sich zurueck und erinnert sich an seine kindertage. kleine szenen, wie das knien von dem tuerschlitz, der zettel mit einem pfeil an einer bar, das liebevolle streichen ueber's haar, das schattenspiel zum einschlafen, oder einfach das halten einer kleinen hand, die unter dem bett hervor guckt, fluestern dir gaensehaut zu.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
littleaga 2012/02/23 16:28:35
Antwort löschenDas schlimme Ereignis diente vor allem erst einmal als Buch Stoff. Und ich kann dir nur ans Herz legen, das Buch von Safran Foer zu lesen und den Film ganz schnell wieder zu vergessen. Der ist nämlich WEIT vom Buch entfernt
bibi_kiddo
über Ohne Limit 2012/01/12 01:39:38
zugegeben, lange weile kam bei diesen film nicht auf.
ganz nette kameraarbeit, eine ordentliche besetzung und die story war ok, wenn auch nicht brilliant.
letzteres lag wohl an der tatsache, dass die drehbuchautoren leider versaeumt haben, sich mal eine NZT zu werfen.
geschadet haette es sicher nicht, denn ueber den ein oder anderen intelligenten handlungsstrang haette ich mich durchaus gefreut.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Hobo with a Shotgun 2011/12/10 00:24:55
eigentlich trifft der film genau meinen geschmack, hat mich dann aber in der letzten halben stunde enttaeuscht. deshalb nur sieben von zehn, was ja auch nicht schlecht ist.
sehr schoene kamera, ein mehr als ueberzeugender hauptdarsteller und kontrovers grenzenueberschreitend, wie ich's gern habe.
die perfekte mischung aus ironie, splatter, comedy, einer geballten ladung hass auf den abschaum des menschlichen abgrunds und vielen boesewichten und helden in einer schowkulisse eines blutruenstigen maerchens fuer erwachsene.
beide daumen senkrecht nach oben.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über In ihren Augen 2011/12/09 07:14:25
manchmal sieht man einen film und hat das gefuehl, die welt koennte draussen stehen bleiben und man wuerde es nicht bemerken..
ein klein bisschen war es hier auch so.
nach ein paar anfaenglichen schwierigkeiten entwickelte dieser film sich ganz leise und vorsichtig und bot drei sagenhafte hoehepunkte, die einen bewegten, bis zum ende hin zu sehen.
gut, es gab vllt. ein paar kleinere logikfehler und das ende war dann nicht mehr all zu sehr ueberraschend, als er seinen alten bekannten nach 25 jahren wieder trifft, aber waere man dem verlauf nicht aufmerksam gefolgt, haette sich das voraussehen als durchaus schwierig gestalten koennen.
da die geschichte immer genau dort weiter erzaehlt wurde, wo die meisten aufhoeren, hatte man schoene spannungsmomente und minuten, in denen man sich fragte, was wohl noch alles auf einen zukommen mag.
ich mochte das zusammenspiel der protagonisten, den humor, der ab und durchblitzte, die etwas steife lovestory, ja selbst die war angenehm, (auch wenn ich kein fan solcher bin) und die seichte und zugleich bedrueckende weise, wie dieser film erzaehlt wird.
mit dem hintergrund einen roman zu schreiben allerdings, um diese sicht zu erklaeren, konnte ich weniger anfangen, da fehlte es mir eindeutig an kreativitaet.
vllt. liegt es an der spaeten stunde, oder an der sentimentalen weihnachtszeit, aber mir gefiel dieser film gut und bekommt somit sieben punkte.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Red State 2011/12/09 04:22:32
da blieb mir doch, nach ende des films, wirklich fast zehn minuten lang die spucke weg!
dieser film schafft es, alle, aber auch wirklich alle erdenklichen genres in sagenhafte 83 min. unterzubringen und laesst dabei nichts aus.
komoedie, thriller, geiseldrama, familiendrama, politthriller, ein bisschen "fantasy", der wilde westen meets kriegsfilm und zum guten schluss noch ein paar blutige verkohlte leichen. bÄm!
der film ist ( und an dieser stelle entschuldigt bitte meine ausdrucksweise, aber es trifft einfach den nagel auf den kopf ) mitten in die fresse!
liebt ihn oder hasst ihn. ich war unfassbar gut und kurzweilig unterhalten.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über I'm not a F**king Princess 2011/12/09 02:50:47
zu schnell, zu viel und auch zu wenig.
das faellt mir als erstes ein, muesste ich den film in einem satz beschreiben.
gott sei's gedankt, dass ich hier ein wenig weiter ausholen darf.
die thematik, spitze. eine aufarbeitung der jugend.
kontrovers, provozierend, da die kleine hauptdarstellerin zu beginn der dreharbeiten selbst gerade einmal zehn jahre alt war und teilweise habe ich mir gewunescht, sie waere es im film auch geblieben.
ein wenig zu ueberzogen, ein bisschen zu wenig kunst, und viel zu schell zum ende gekommen.
ein bisschen wie schlechter sex mit einem tollen mann.
der film weist eindeutig potential auf, zeigt sich teilweise ungeschoent und echt und doch widerum teilweise zu kitschik und klischeebehaftet.
die kunstszene ist voll von drogenabhaengigen kinderschaendern, die die ganze zeit von kunst reden, ihre eigene jedoch nicht mit einer beschreibung/begruendung rechtfertigen koennen und zudem noch an nichts weiter als an geld interessiert ist. hmm, nein. so kann und will ich das nicht stehen lassen.
das ende kam abrupt, sinnlos und voellig aus dem zusammenhang gerissen.
die deutsche synchronisation ist absolut fail! und nimmt dem film sicher einiges an charakter.
schade, soviel potential und nur halb ausgeschoepft. trotzdem gab es ein paar hoehepunkte und szenen, die ergreifendund absolut anders waren, deshalb 6,5 von 10.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Taxi Driver 2011/12/08 11:29:42
ich moechte ja mal behaupten, dass es mir eigentlich nicht an tiefgang und verstaendnis fuer das etwas andere kinoprogramm fehlt, dennoch muss ich sagen, taxi driver hat in mir nicht viel geruettelt.
es tut mir fast ein wenig weh, da ich mir diesen "kultfilm" lange aufgehoben habe und mit grossen erwartungen ran gegangen bin, zu gross, wie sich nun heraus stellte.
was gibt es zu sagen, schauspielerisch, gar keine frage, ausgezeichnet, ach was sage ich, absolute perfektion!
das fremdschaemgefuehl des armen taxi fahrers, der sich zu mehr berufen fuehlte, als nur hinterm lenkgrad zu sitzen und dies durch mehr oder minder dumme kommentare versuchte zu unterstreichen, ueberkam mich des oefteren.
man hatte mitleid, so plump und psychotisch, wie er sich anstellte und wahrscheinlich, zumindest anfangs, keine boese absicht dahinter steckte.
da er aber dennoch ziemlich einseitig fuhr und vor lauter klischee den wald, in diesem falle die welt, nicht mehr sah, die eben mehr als nur schwarz oder weiß ist, hielt sich dann auch mein mitleid in grenzen.
gedrueckte stimmung, schoene szenerie, aber story? na ja, mehr als platt und fuer meine begriffe zu einfach.
zumal ich ihn in keiner sekunde als held wahrnehmen konnte.
er knallt ein paar leute ab, statt sich um die wurzel allen uebels gedanken zu machen. er verachtet zuhaelter und nutten, die freiwillig anschaffen, guckt aber gern pornofilme und unterstuezt somit nichts anderes als kaeufliche liebe. das kleine, arme maedchen, welches er zum schluss vor der boesen welt rettete, saß schon einmal in seinem wagen, da hat er aber keinen finger geruehrt. ehrenhaft?! hmm..
er mag maenner nicht, die druck ausueben, tut aber genau dasselbe bei seiner anfaenglichen bekannten.
ich weiss nicht so recht, aber ausser dass seine frisur zum schluss der wahnsinn war, und er vor dem spiegel abgeht wie john wayne, ist er mir mehr als suspekt und unsympathisch.
alles in allem, maximal mittelmaß.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten
WaaayneTrain 2011/12/17 23:42:07
Antwort löschenNachvollziehbar, doch: klischee? Wo? Und es war definitiv nicht die absicht, travis als helden darzustellen.
Gentleman Jack 2011/12/21 16:46:01
Antwort löschenDu nimmst mir die Worte aus dem Mund, Kiddo: Der abstoßende Charakter des Hauptdarstellers mit seinem nervigen Geschwafel und seiner Doppelmoral machen das Anschauen des Filmes leider zu einer Tortour. Die Tatsache, dass genau diese Fokussierung auf einen Antihelden das damals geradezu revolutionäre in Hollywood war, macht es leider auch nicht erträglicher und auch nicht die brilliante schauspielerische Leistung. Klar: der Film wollte schocken, dem konservativen Amerika seine Doppelmoral vor Augen führen, mit diesem personifizierten "psychotischen Kollateralschaden" des Vietnamkrieges, dennoch finde ich auch gerade die Glorifizierung von Selbstjustiz im Film sehr erschreckend. Ich stimme dir soweit zu, finde es jedoch etwas verstörend, wie du Menschenhandel/Prostitution - und insbesondere hier: Prostitution einer Minderjährigen - mit Pornofilmen gleichsetzt.
Außerdem würde ich den Film schon wegen seiner Bedeutung für - und seinen massiven Einfluss auf - die Entwicklung der Filmindustrie schon als "sehenwert" einstufen. Ich persönlich war jedoch nach dem Anschauen auch maßlos enttäuscht.
WaaayneTrain 2011/12/23 18:04:19
Antwort löschenFilm falsch verstanden.
bibi_kiddo 2012/01/10 01:14:21
Antwort löschenalso, ich stelle klar:
die tatsache, mit einer frau zum ersten date in ein pornokino zu gehen, sich darueber aufzuregen, dass sie es verstoert, aber gleichzeitig ueber prostitution im allgemeinen, (nutten, usw. wurden sie betitelt) als abschaum, der beseitigt werden muss, zu bezeichnen, ist fuer mich, entschudligung unfassbar widerspruechlich und alles andere als revolutionaer.
ich denke auch nicht, dass ich den film falsch verstanden habe, ich habe ihn vllt. mit anderen augen gesehen und sehr kritisch beaeugt. ich denke, auch mir steht ein urteil zu, auch wenn ich nicht die meinung der masse teile, ohne unterstellt zu bekommen, ich haette ihn nicht verstanden. danke.
Gentleman Jack 2012/01/11 17:02:58
Antwort löschenJa, genau das ist die Szene, die Travis Bickle eindeutig als kranken Soziopath zeigen soll: er sieht seinen Fehler nichteinmal ein, geschweige denn, dass er kapiert, dass man eine Frau beim ersten Date nicht in ein Pornokino ausführt. Die Szene war im prüden Amerika der 80er Jahre noch ein viel größerer Aufreger, als sie es jetzt für dich noch ist: was das angeht, liegst du also vollkommen auf der Linie der "Masse", deswegen funktioniert sie ja auch, um ihn definitiv als Antihelden zu etablieren.
Jedoch waren bis dahin SÄMTLICHE Hauptfiguren in Hollywoodfilmen nachamenswerte, moralische gesellschaftskonforme Helden. Und das revolutionäre ist eben NICHT, sein Verhalten/Charakter selbst, sondern eben diese simple Tatsache. Das hätte also auch sämtliche andere Aktion sein können, die sagt: "was ist das für ein kranker Arsch??" Ohne Taxi Driver hätte es wohl viele spätere Werke mit Antihelden im Fokus - so ziemlich jeden Tarrantinofilm also - nicht gegeben. Deshalb gebe ich dafür 2,5 Bonuspunkte zum Mittelmaß: der Film und die folgenden Debatten über ihn hatten einen direkte verändernde Auswirkung auf die Gesellschaft.
Dessen ungeachtet: genau diese Szene hat den Film für mich auch in der Folge unerträglich gemacht und das ist eine Frage von Gefühlen beim anschauen und nicht des "Verstehens". Deswegen ist es auch keine Frage, über die sich diskutieren lässt. Dessen ungeachtet sind viele hohe Noten hier definitiv eine Folge von "Herdentrieb" und "Kultfilm"-Status.
bibi_kiddo 2012/01/12 19:53:18
Antwort löschenes ging mir hierbei nicht um die szene an sich (und was die szene bewirken sollte, ist mir durchaus bewusst), sondern um die doppelmoral die stoert. wie kann es sein, dass so ein wunderwerk an film, sich solche logischen patzer leistet?
der antiheld status meines erachtens voellig fehl verliehen. da gibt es weitaus bessere filme, die ebenfalls alt sind und nicht konventionell, siehe "el topo", der und das nur nebenbei, sechs jahre frueher erschien. das nenne ich mal einen film! und nicht solch langweilige, moechtegern schocker.
ich habe auch keine lust, mich hier weiter erklaeren zu muessen. falls jetzt immer noch fragen zu bereits erwaehnten aeusserungen offen sein sollten, muss ich leider sagen, kommentar falsch verstanden.
Gentleman Jack 2012/01/13 00:19:08
Antwort löschenEs wird erwähnt, dass Bickle bei den Marines - sprich in Vietnam - war. Man weiß heute, dass Soldaten nach Kriegen meist an einer sog. Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden und tlw. kaum zu resozialisieren sind, aufgrund der Grausamkeiten, die sie gesehen und begangen haben. Bickle zeigt sämtliche Symptome, die diese psychische Krankheit ausmachen. Dazu gehört z.B. die emotionale Abgestumpftheit, die sich u.a. in seiner offensichtlichen Doppelmoral zeigt, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und vor allem die Schlafstörungen. Damals war diese Krankheit selbstverständlich nicht offiziell anerkannt, dann hätte der Staat seinen "Helden" ja Geld zahlen müssen. Deswegen war dieser Film - ob er einem nun gefällt oder nicht - wichtig. Die Bundeswehr tut sich heute noch schwer, kranke Soldaten zu entschädigen. Es ist also kein logischer Patzer: im Gegenteil. Diese objektive Tatsache hat aber nichts damit zu tun, ob du den Film nun subjektiv magst oder nicht.
Danke für den Tip: der Film hört sich interessant an und ich nehme stark an, dass er die Vertreter von "New Hollywood" auch stark beeinflusst hat und somit indirekt auf die Gesellschaft gewirkt hat. Ich bezweifle jedoch, dass ein mexikanischer Film direkt groß wahrgenommen wurde und deshalb - leider - wiedereinmal "die Großen" den Ruhm für Veränderung gerntet haben.
Irreversibel 2012/02/24 00:38:38
Antwort löschenich bin der Meinung, der Film will auch zum Ende hin Travis nicht als "Helden" verehren. Es geht doch viel mehr darum, die Doppelmoral dieser Gesellschaft zu zeigen, in der ein Typ zum Helden hochstilisiert wird, der Selbstjustiz übt, während sich niemand darüber ereifert, dass die Polizei nichts gegen die Prostitution von Kindern unternimmt.
Ich finde auch die Szene unmittelbar vor seinem "Feldzug" (wenn man so will) interessant, als er bei der Rede des Senators auftaucht und in seine Jacke greift, als würde er eine Waffe ziehen wollen. Schließlich flüchtet er ja dann, weil er von einem Bodyguard gejagt wird. Man kann da natürlich viel rein interpretieren, aber es könnte auch ein Wink dahingehend sein, dass er in seinem Hass auf alles und jeden geplant hat den Senator umzubringen. Er hasst ja gewissermaßen die komplette Gesellschaft und somit nicht nur die Verbrecher, Zuhälter, Prostituierten, sondern auch die Polizisten und Politiker, die nichts dagegen unternehmen.
Gentleman Jack 2012/02/24 13:47:04
Antwort löschenIch bin ganz deiner Meinung, dass der Film/Regisseur genau das sagen möchte. Ich glaube nur nicht, dass es das ist, was tatsächlich beim Durchschnittszuschauer als Message damals auch hängen geblieben ist/heute hängen bleibt. Manch Regisseur überschätzt fahrlässig den Intellekt der Zuschauer, so dass oft der gegenteilige Effekt erzeugt wir. ganz konkretes Beispiel: nach der Übertragung von Boxkämpfen im Fernsehen steigt tatsächlich an den Abenden die Zahl der Schlägereien. So werden sich hier ohne ausdrückliche "szenische/moralische" Stellungnahme vornehmlich die Befürworter von Selbstjustiz/Todesstrafe bestätigt sehen, denn hey: siehe da, der gewaltätig handelnde Schizzo-Spacko scheint auch plötzlich die Aufmerksamkeit der Spiesser Tussy gewonnen zu haben, wo er nun in der zeitung ist. ;)
Alle 11 Antworten zeigen
Irreversibel 2012/02/25 15:31:53
Antwort löschenIch muss dir voll und ganz recht geben, dass viele kritische Filme oder auch "Kunst" im Allgemeinen (mal als Übergriff auch für Musik, Bücher, etc.) von der breiten Masse sicherlich missverstanden werden. Allerdings ist jetzt die Frage, ob Kunst die Aufgabe hat, alle Menschen, die sich mit ihr beschäftigen, zu belehren? Im Grunde sind ja die meisten Erwachsenen mehr oder weniger mündige Bürger, die über ihr Tun entscheiden können und sich der Konsequenzen eigentlich bewusst sein müssten. Ob durch solche Filme jemand zum Attentäter wird kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, dazu hab ich von Psychologie zu wenig Ahnung, aber ich wage es zu bezweifeln (und wenn, dann spielen da wesentlich mehr Faktoren mit rein behaupte ich mal). Wenn sich nun also ein paar in ihrer Selbstjustiz-Fantasie bestätigt sehen, dann kann man das leider nicht ändern, aber vielleicht stößt der Film ja auch auf ein paar aufmerksame Zuschauer, denen er als Denkanstoß dient. Übrigens glaube ich auch nicht, dass sich jemand, der die Aktion von Travis gut findet, sich mit ihm wirklich identifizieren könnte. Er ist ja trotzdem eine sehr ambivalente Persönlichkeit, der ja durch sein Verhalten in anderen Belangen wieder eher abstoßend wirkt.
Gentleman Jack 2012/02/25 17:25:46
Antwort löschenDas meine ich doch: eine abstoßende Persönlichkeit begeht eine abstoßende Tat. Der Film nimmt doch am Schluß Stellung: er suggeriert, er sei ein Held. Punkt. Die meisten DEUTSCHEN Kritiker heute unterstellen doch einfach, was der Regisseur damit erreichen wollte. "Zum Nachdenken anregen" und den ganzen Bullshit. Der Film wurde 1970 in einer Gesellschaft gedreht, wo Todesstrafe in weiten Kreisen eine unbestrittene und gewollte Realität darstellte und teils heute noch darstellt. Der wollte einfach sagen: der ist ein Held, der handelt, der knallt die Ärsche einfach ab. Punkt. Ich mag dieses Geheuchel der Fans des Films nicht, die einfach nicht zugeben wollen, dass sie auch ganz gerne mal mit ner Knarre losziehen wollen um ihre Minderwertigkeitskomplex so los zu werden, da sie zu faul sind, auf anderem wege gesellschaftlich was zu bewegen und die Gründe gegen Todesstrafe und Selbstjustiz einfach aufgrund mangelnder Intelligenz nicht verstehen.
Handelnde in Filmen müssen sich nicht an Gesetze halten ... und bei meinem Beispiel mit dem Boxkampf - wie auch bei Ballerspielen - wirkt sich sowas NUR auf das Verhalten derjenigen Menschen aus, die bereits real selbst Erfahrung mit körperlicher Gewalt hatten. Natürlich sollte sich Kunst an denen nicht orientieren, es jedoch vielleicht im Hinterkopf behalten.
Aber die Fans des Films sollen doch hier bitte nicht einfach dem Regiesseur mehr positive Hintergedanken andichten, als er eigentlich hatte, nur damit sie den Film gleichzeitig gut finden können UND mit ihrem Moralkodex vereinbaren können.
bibi_kiddo
über Blue Valentine 2011/10/17 01:21:48
mir ist schleierhaft, wie ein film dieser klasse, zu so viel ruhm kommen konnte.
gut, die beiden protagonisten uebertrumpfen sich mit ihrer leistung in diesem streifen, aber wo bitte bleibt der inhalt, der einen film erst richtig leben einhaucht?
hier war davon nichts zu spueren. lieblos plaetschert eine geschichte vor sich hin, die nichts, aber auch rein gar nichts erzaehlt, mir keinen einzigen denkanstoß liefert und schlussendlich mich nicht einmal mit dem gescheiterten ehepaar mitfuehlen laesst.
dennoch gibt es ein paar punkte, die mir sehr zusagten.
zum einen schauspielerisches talent, zum anderen ein paar situationen, die spass machten, anzusehen. das spiel des kennenlernens, das hin u her switchen zwischen heute u gestern und das verhaeltnis eines liebenden vaters zu seiner tochter.
das waren schoene eindruecke, die mich bis zu letzt hoffen ließen, dass dieser film doch noch mit einer story ums eck kommt. vergebens gehofft.
fazit:
kann man gucken, muss man aber nicht.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Zhenji 2011/12/28 10:27:13
Antwort löschenBringt es ganz klar auf den Punkt, was mich noch nervt ist: Die Tochter ist 4 oder 5 Jahre alt? Nach 5 Jahren soll eine Liebe so dermaßen in die Brüche gehen? Deren Leben so von eintönigkeit und langweile geprägt, das Sie keinen Bock mehr auf Ihn und den ganzen Scheiß hat?
bibi_kiddo
über Meine erfundene Frau 2011/10/12 21:20:55
die drei punkte gehen einzig auf das konto von frau aniston.
kinderfeindlich, emotionslos, witzlos und mit allen klischees bedient, ist dieser film nicht einmal mehr seichte nachmittagsunterhaltung.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Love Life - Liebe trifft Leben 2011/10/12 21:09:17
nun, dieser film scheint zu polarisieren.
die einen empfinden wirkliches und aufrichtiges mitgefuehl, die anderen verspueren nur gaehnende langeweile beim zusehen.
ich muss gestehen, es ist der film, der mir seit langem mal wieder ein paar traenen entlocken konnte. es war ehrlich, ungeschoent, es war das wahre leben eines ehepaares, die sich liebten, aufrichtig liebten, bis ihnen das leben ein strich durch die rechnung machte.
das agieren der hauptfigur, mit all seinen fehlern, die nun wirklich kaum symphatie aufkommen ließen, ist teils unverstaendlich, teils doch wieder nachvollziehbar, aber vor allem ist es eins, menschlich.
das auf und ab einer romanze, die immer wieder an den huerden der realitaet scheitert, das fliehen in die arme einer anderen, aus sehnsucht nach der frau, die er einst liebte, aber unlaengst an dem krebs ihr sein verlor, lange vor ihrem eigentl. ableben, all diese geschehennisse, moegen sie sich in diesem film auch ab und an in die laenge ziehen, machen ihn einzigartig und mehr als sehenswert.
schade finde ich persoenlich nur, dass zwar das verhaeltnis zwischen mann und frau in solch einer situation perfekt inszeniert wurde, das kind und dessen eindruecke aber viel zu kurz kamen.
alles in allem ein herzzerreißender film, der wirklich sehenswert ist.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Melancholia 2011/10/10 12:57:37
ein ruhiger, suptiler film, der seine staerke in der bildsprache, in dem spiel der darsteller und der damit verbundenen stimmung findet.
von mir aus haette man auf das ein oder andere gesprochene wort verzichten koennen, um dies noch klarer zu unterstreichen.
das verhaeltnis zweier schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein koennten, scheint nur in den kritischsten situationen zu stimmen und die beiden auf einer ebene zu verbinden.
die hilflose und die starke, die traeumerin und die realistin, durch nichts weiter vereint, als das eigene blut.
doch beide finden sich gegen ende des films in einer voellig anderen position gegenueber ihrer schwester wieder.
fast ein rollentausch der fliessend mit dem ende der welt einhergeht.
schoener film, ein wenig kitschik vllt. aber absolut sehenswert.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über The King's Speech - Die Rede des Königs 2011/02/20 05:47:59
Ein bisschen zu langatmig und schwer wurde dieser Film anfaenglich einzig von der Symphatie des Geoffrey Rush, der in der Rolle des Lionel brillierte, getragen.
Es brauchte allerdings eine knappe Std bis dieser Film wirklich interessant wurde und begann Tiefgruendig zu werden.
Der Auftritt von Colin Firth ueberzeugt durch eine fast fehlerfreie Darstellung seiner Rolle welche sehr facettenreich war und eine tolle Entwicklung im Film nahm.
Die Herzenswaerme der entstandenen Maennerfreundschaft ist fuer mich allerdings auch alles, womit dieser Film ueberzeugen kann, denn Spannung oder gar Handlungsstraenge die mehr zu bieten hatten, als ein oberflaechliches Problem dessen Besonderheit nur darin liegt, dass es einem Koenig das Lebens erschwerte, kamen leider nicht auf.
Vielleicht trifft der Film allgemein nicht ganz meinen Geschmack, aber weshalb genau er nun als Oscaranwerter durchgeht, bleibt mir ein Raetsel. In etwa wie bei Toy Story 3.
Sei es drum, sieben Punkte hat die Geschichte, die herzallerliebst erzaehlt wurde dennoch verdient. Nicht weniger, vor allem aber auch nicht mehr.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Winter's Bone 2011/02/20 01:07:53
Winter's Bone, Hillbilly Epos der Extraklasse mit Tiefgang der einen verdammt harten und gewollt rauen Beigeschmack hat.
Ein realistischer Film gepaart aus Western, Thriller und Drama der von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einer grossartig schwermuetigen Stimmung daher kommt, dass sich der Zuschauer warm anziehen muss.
Beeindruckend ist nicht nur die fantastische Jennifer Lawrence, auch allen anderen Darstellern nimmt man ihr schweres und tristes Leben in der grauen Einoede voll und ganz ab.
Wichtig finde ich persoenlich die Tatssache, dass hier endlich mal wieder ein Film auf den Leinwaenden laeuft, bei dem es sich nicht um eine billige Hollywoodlovestory handelt, oder gar mit schlechten Sexszenen glaenzen muss und es so auch ganz ohne diese herkoemmlichen Stilmittel zur Nominierung bei den diesjaehrigen Academy awards geschafft hat. Ich druecke die Daumen.
Zumindest bis ich "True Grit" noch nicht gesehen habe, ist Winter's Bone mein persoenlicher Favorit.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über The Social Network 2011/02/19 22:39:22
Perfekt besetzt und wenn man hierzu noch die außerordentliche Umsetzung der eigentlich weniger spannenden Story nimmt, gibt's gleich sieben Punkte. Keiner haette das besser gemacht als Fincher. Von der Glanzleistung Eisenberg's ganz zu schweigen.
Kurzweiliges Abendprogramm, danke dafuer.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
bibi_kiddo
über Paranormal Activity 2 2010/11/10 14:58:42
schlecht-schlechter-paranormal activity2. und dabei war der erste in sachen lange weile schon kaum zu toppen, skala von 1-10=gaehn!
bedenklich? Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Heman66 2010/11/10 15:36:33
Antwort löschenWarum dann erst angeschaut?
bibi_kiddo 2011/02/20 01:14:22
Antwort löschenWeil ich vorher meist nicht wissen kann, ob mir ein Film nun gefaellt oder nicht.
Und nur weil der erste Teil nicht gut war, heisst das nicht automatisch, dass der zweite Teil ebenfalls zum gaehnen langweilig sein muss. Haette man ihm in dem zweiten Teil die Kinderkrankheiten ausgetrieben, haette es mich sicher ueberzeugt, aber alles in allem ist es eine verdammt schlechte Umsetzung bei einem Thema das mich eigentlich gruseln sollte.
bibi_kiddo
über Erbarmungslos 2010/08/31 13:43:36
Von diesem Film ( und das passiert nicht oft) bin ich dann doch ein wenig hin und her gerissen..
Deshalb auch erst der Kommentar und dann eine Bewertung auf der Skala.
Schwierig Emotionen fuer Die Charaktere zu entwickeln, da sie so realistisch sind, so grob boese wie auch gute Seiten haben, die in diesem Film staetig wanken, dass man sich kaum traut, sie in selbige Kategorien zu ordnen.
In diesem Western siegt nicht wie ueblich das Gute ueber dem Boesen und nicht alle Cowboys sind im Grunde ihres Herzens Edelmaenner oder gar Trunkenbolde, Schießwuetige Narren, oder verschroben versteckte Helden.
Etwas komplett anderes und in meinen Augen auch unvergleichbares wurde hier von Clint Eastwood abgeliefert.
Allerdings finde ich die Handlung des Films ( seien die Schauspieler hier noch so brilliant und perfekt besetzt) etwas fad.
Dadurch wirkte der Film und durch eine eher ruhige Erzaehlung hin und wieder langatmig.
Wer es schafft, sich davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, wird zum Ende allerdings belohnt, mit einem netten Showdown der allerdings zu erahnen ist und schoen inszenierten Szenen.
Trotz dessen macht dieser Film Spass und lohnt sich.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten