Die französische Autorin und Regisseurin Mia Hansen-Løve erzählt nach ihrem Langfilmdebüt "Tout est pardonné" mit "Der Vater meiner Kinder" erneut ein zweigeteiltes Drama, das in seiner zweiten Hälfte den Tonfall wechselt und den Fokus von der Hauptfigur auf die Nebenfiguren lenkt. Ihre Inszenierungen erkunden die Folgen des Verlustes eines geliebten Menschen, die Leere gleichermaßen wie die Chancen. Hansen-Løves neuer Film, der in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury in der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet wurde, schildert seine Dramatik jedoch noch reduzierter und subtiler als der Vorgänger, setzt noch stärker auf Gesten statt auf Aussprachen und Gefühlsbekundungen und ist in seiner feinsinnigen Zurückhaltung umso einnehmender und wirkungsvoller.
Die Szenenfolge ist ähnlich lose wie in 27 Missing Kisses. Dort hielt aber der Fokus auf die unkonventionelle Hauptfigur die Erzählung zusammen, während sie hier recht oberflächlich und konzeptlos zwischen den Charakteren und Genres pendelt. Zu mehr als ein paar charmanten Einfällen und einigen hübschen Landschaftstotalen wurde die Regisseurin von ihrem Blitzschlag leider nicht inspiriert.
Anstatt sich auf die Schwierigkeiten des Abschiednehmens und auf die Entwicklungen der Figuren zu konzentrieren, wie es Alice Sebold in der gleichnamigen literarischen Vorlage tut, verwandelt Jackson das Familiendrama in einen Fantasy-Thriller, der ständig in Aktion und Effekte flüchtet, wenn es zwischenmenschlich kompliziert und unangenehm werden könnte, und dabei abrupte Tonfallsprünge zwischen Komik, Sentiment und Spannung hinlegt. [...] Unverfänglich und unmissverständlich ist die gesamte Inszenierung von In meinem Himmel. Als überdeutliche Metaphern dienen ausgehende Kerzen und geköpfte Cola-Flaschen. Die Kamera ist permanent am schwenken und zoomen. Tonspur und Soundtrack möchten uns fast ohne Pause dazu drängen, wechselweise betroffen oder beängstigt zu sein.
Obwohl Poppes neuestes Werk vereinzelt zu bedeutungsvolle Dialoge und Metaphern präsentiert und nicht jedes ästhetische Stilmittel überzeugt, ist es sein bislang gelungenster Film, da er sich auf einen kleineren Personenkreis konzentriert und formal weniger Mätzchen leistet. In erster Linie wird er von dem nuancierten Spiel der Darsteller getragen und von der Musik des Schweden Johan Söderqvist (Tannöd, 2009), der die Seelenzustände der Protagonisten eindringlich vertont hat.
Es ist eine größtenteils trübsinnige, vereinzelt komische, insgesamt etwas eintönige Coming-of-Age-Odyssee, die Autorin und Regisseurin Xiaolu Guo in ihrem Spielfilmdebüt entwirft. [...] Trotz einiger plumper Stilmittel, der wenig originellen Ästhetik und den Schwächen des Drehbuchs vermag She, a Chinese zu fesseln. Meis Abfolge persönlicher und beruflicher Abhängigkeiten und Ausbeutungen wirkt auf Dauer zwar zu eindimensional und lässt die Geschichte schließlich auf der Stelle treten, ihre wortkarge Undurchsichtigkeit und stoische Stehaufmännchenmentalität machen sie aber zu einem eigenwilligen und spannenden Charakter, der im Gegensatz zu manchen Nebenfiguren keinen nationalen oder religiösen Stereotyp darstellt.
Das Fischkind ist ein schwer greifbares Exemplar eines Films. Eine kuriose Kreuzung aus Transparenz und Hintergründigkeit, Ausformulierung und Andeutung. Nach Puenzos Geschichte eines Zwitters ist diesmal ihre Inszenierung das seltene, mit sich kämpfende und faszinierende Mischwesen.
Einige Szenen, die eigentlich dramatisch oder anrührend sein wollen, wirken durch die holprige Umsetzung an den Haaren herbeigezogen oder unfreiwillig komisch. [...] In den albernen Fantasie-Sequenzen und trutschigen Revue-Nummern fällt das begrenzte Budget unangenehm auf. Dramaturgie und Schnitt lassen jedes Gespür für einen dynamischen und harmonischen Erzählrhythmus vermissen. Liebeslied hat gute Chancen, der unstimmigste Film des Jahres zu werden.
Nord erzählt eine weitgehend vertraute, geradlinige Geschichte mit wenigen Überraschungen. Seine Stärken liegen in der feinen Beobachtungsgabe des dokumentarfilmerfahrenen Regisseurs, den visuellen und narrativen Details seiner Inszenierung, Loes knappen Dialogen und dem minimierten Spiel des Hauptdarstellers. In Nord ragt besonders das Reduzierte heraus.
Das Einnehmende an der Erzählung ist eine für die Regisseurin ungewöhnliche Schwerelosigkeit. Wenn es später eigentlich tragisch werden soll, gelingt ihr allerdings kein überzeugender Tonfallwechsel. Als Momentaufnahme junger Liebe funktioniert der Film über weite Strecken sehr gut, weniger aber als deren dramatische Verlaufsgeschichte. Gegen Ende greift Campion leider wieder auf frühere Stilmuster zurück und präsentiert uns erneut eine Frau, die ein bisschen zu kunstvoll leidet.
Nach Full Metal Village (2006) ist Sung-Hyung Cho erneut ein besonderer Heimatfilm gelungen. [...] Die persönlichen Erzählungen der Frauen, von denen zwei ihre Kinder in Südkorea zurücklassen mussten, als sie nach Deutschland auswanderten, bilden den emotionalen Kern von Endstation der Sehnsüchte und sorgen dafür, dass er eine Balance zwischen Witz und Ernst hält.
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über Der Vater meiner Kinder 2010/03/31 10:11:10
Die französische Autorin und Regisseurin Mia Hansen-Løve erzählt nach ihrem Langfilmdebüt "Tout est pardonné" mit "Der Vater meiner Kinder" erneut ein zweigeteiltes Drama, das in seiner zweiten Hälfte den Tonfall wechselt und den Fokus von der Hauptfigur auf die Nebenfiguren lenkt. Ihre Inszenierungen erkunden die Folgen des Verlustes eines geliebten Menschen, die Leere gleichermaßen wie die Chancen. Hansen-Løves neuer Film, der in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury in der Reihe Un Certain Regard ausgezeichnet wurde, schildert seine Dramatik jedoch noch reduzierter und subtiler als der Vorgänger, setzt noch stärker auf Gesten statt auf Aussprachen und Gefühlsbekundungen und ist in seiner feinsinnigen Zurückhaltung umso einnehmender und wirkungsvoller.
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über The Rainbowmaker 2010/02/18 12:26:32
Die Szenenfolge ist ähnlich lose wie in 27 Missing Kisses. Dort hielt aber der Fokus auf die unkonventionelle Hauptfigur die Erzählung zusammen, während sie hier recht oberflächlich und konzeptlos zwischen den Charakteren und Genres pendelt. Zu mehr als ein paar charmanten Einfällen und einigen hübschen Landschaftstotalen wurde die Regisseurin von ihrem Blitzschlag leider nicht inspiriert.
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critic.de (Birte Luedeking)
über In meinem Himmel 2010/02/10 09:28:59
Anstatt sich auf die Schwierigkeiten des Abschiednehmens und auf die Entwicklungen der Figuren zu konzentrieren, wie es Alice Sebold in der gleichnamigen literarischen Vorlage tut, verwandelt Jackson das Familiendrama in einen Fantasy-Thriller, der ständig in Aktion und Effekte flüchtet, wenn es zwischenmenschlich kompliziert und unangenehm werden könnte, und dabei abrupte Tonfallsprünge zwischen Komik, Sentiment und Spannung hinlegt. [...] Unverfänglich und unmissverständlich ist die gesamte Inszenierung von In meinem Himmel. Als überdeutliche Metaphern dienen ausgehende Kerzen und geköpfte Cola-Flaschen. Die Kamera ist permanent am schwenken und zoomen. Tonspur und Soundtrack möchten uns fast ohne Pause dazu drängen, wechselweise betroffen oder beängstigt zu sein.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Trouble the Water 2010/02/01 10:50:08
Obwohl Poppes neuestes Werk vereinzelt zu bedeutungsvolle Dialoge und Metaphern präsentiert und nicht jedes ästhetische Stilmittel überzeugt, ist es sein bislang gelungenster Film, da er sich auf einen kleineren Personenkreis konzentriert und formal weniger Mätzchen leistet. In erster Linie wird er von dem nuancierten Spiel der Darsteller getragen und von der Musik des Schweden Johan Söderqvist (Tannöd, 2009), der die Seelenzustände der Protagonisten eindringlich vertont hat.
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critic.de (Birte Luedeking)
über She, A Chinese 2010/01/12 11:27:57
Es ist eine größtenteils trübsinnige, vereinzelt komische, insgesamt etwas eintönige Coming-of-Age-Odyssee, die Autorin und Regisseurin Xiaolu Guo in ihrem Spielfilmdebüt entwirft. [...] Trotz einiger plumper Stilmittel, der wenig originellen Ästhetik und den Schwächen des Drehbuchs vermag She, a Chinese zu fesseln. Meis Abfolge persönlicher und beruflicher Abhängigkeiten und Ausbeutungen wirkt auf Dauer zwar zu eindimensional und lässt die Geschichte schließlich auf der Stelle treten, ihre wortkarge Undurchsichtigkeit und stoische Stehaufmännchenmentalität machen sie aber zu einem eigenwilligen und spannenden Charakter, der im Gegensatz zu manchen Nebenfiguren keinen nationalen oder religiösen Stereotyp darstellt.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Das Fischkind 2010/01/04 09:55:27
Das Fischkind ist ein schwer greifbares Exemplar eines Films. Eine kuriose Kreuzung aus Transparenz und Hintergründigkeit, Ausformulierung und Andeutung. Nach Puenzos Geschichte eines Zwitters ist diesmal ihre Inszenierung das seltene, mit sich kämpfende und faszinierende Mischwesen.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Liebeslied 2009/12/02 13:05:28
Einige Szenen, die eigentlich dramatisch oder anrührend sein wollen, wirken durch die holprige Umsetzung an den Haaren herbeigezogen oder unfreiwillig komisch. [...] In den albernen Fantasie-Sequenzen und trutschigen Revue-Nummern fällt das begrenzte Budget unangenehm auf. Dramaturgie und Schnitt lassen jedes Gespür für einen dynamischen und harmonischen Erzählrhythmus vermissen. Liebeslied hat gute Chancen, der unstimmigste Film des Jahres zu werden.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Nord 2009/12/02 13:00:26
Nord erzählt eine weitgehend vertraute, geradlinige Geschichte mit wenigen Überraschungen. Seine Stärken liegen in der feinen Beobachtungsgabe des dokumentarfilmerfahrenen Regisseurs, den visuellen und narrativen Details seiner Inszenierung, Loes knappen Dialogen und dem minimierten Spiel des Hauptdarstellers. In Nord ragt besonders das Reduzierte heraus.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Bright Star - Meine Liebe. Ewig. 2009/11/18 12:20:13
Das Einnehmende an der Erzählung ist eine für die Regisseurin ungewöhnliche Schwerelosigkeit. Wenn es später eigentlich tragisch werden soll, gelingt ihr allerdings kein überzeugender Tonfallwechsel. Als Momentaufnahme junger Liebe funktioniert der Film über weite Strecken sehr gut, weniger aber als deren dramatische Verlaufsgeschichte. Gegen Ende greift Campion leider wieder auf frühere Stilmuster zurück und präsentiert uns erneut eine Frau, die ein bisschen zu kunstvoll leidet.
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critic.de (Birte Luedeking)
über Endstation der Sehnsüchte 2009/10/16 15:37:51
Nach Full Metal Village (2006) ist Sung-Hyung Cho erneut ein besonderer Heimatfilm gelungen. [...] Die persönlichen Erzählungen der Frauen, von denen zwei ihre Kinder in Südkorea zurücklassen mussten, als sie nach Deutschland auswanderten, bilden den emotionalen Kern von Endstation der Sehnsüchte und sorgen dafür, dass er eine Balance zwischen Witz und Ernst hält.
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