ChristiansFoyer
ChristiansFoyer heißt rückwärts gelesen ReyofSnaitsirhc , ist 30 Jahre alt. ChristiansFoyer hat sich Sun, 28 Dec 2008 17:27:35 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1311 Filme bewertet und legendäre 484 Kommentare geschrieben. Ich bin ein begeisterter Filmfan mit 'na ziemlich großen DVD-, Blu-ray- und Video-Sammlung. Ziehe zwei Stunden Kino jederzeit zwei Wochen Strandurlaub vor und in jedem Geschäft führt der Weg zuerst in die Heimkinoabteilung. Kann mich an vertracktem Kopfkino, bei dem ich am Ende kein Wort kapiert hab, ebenso erfreuen, wie am hirnfreien Actionkracher und es ist vor allem die Begeisterung für das Thema Film, die mein Blog in den Vordergrund stellen und vermitteln soll (das schützt Schlechtes selbstverständlich nicht vor’m Verriss). Also, man sieht und liest sich auf http://christiansfoyer.de/ Mehr
| Name | rückwärts gelesen ReyofSnaitsirhc |
|---|---|
| Alter | 30 |
| Schreibt sonst für | http://christiansfoyer.de/ |
| Meine Lieblingsschauspieler: | eine kleine Auswahl: Russell Crowe ° George Clooney ° Julianne Moore ° Cate Blanchett ° Michael Caine ° Christian Bale ° Don Cheadle ° Kate Winslet ° Rachel Weisz ° Viggo Mortensen ° Philip Seymour Hoffman ° John C. McGinley ° Marisa Tomei ° Robert Downey jr °... |
| Ich bin Fan von: | Daniel Craig, Steve McQueen, Christian Bale, Julianne Moore, George Clooney, Don Cheadle, Robert Downey Jr., Catherine Keener, Rachel Weisz, John C. McGinley, Brad Pitt, Dante Spinotti, Russell Crowe, Kate Winslet, Hugh Jackman, Natalie Portman, Natascha McElhone, Maggie Gyllenhaal, Laura Linney, Tom Wilkinson, Ellen Burstyn, Ryan Gosling, Paul Thomas Anderson, Kevin Spacey, Darren Aronofsky, Peter Jackson, David Fincher, Stan Winston, Jackie Earle Haley, Tobey Maguire, Michael Mann, Robert De Niro, Meryl Streep, James Cameron, Ewan McGregor, Michael Caine, Johnny Depp, Cate Blanchett, Viggo Mortensen, Sean Penn, Colin Farrell, Clint Eastwood, Martin Scorsese, Thomas Jane, Edward Norton, Jennifer Connelly, Charlize Theron, Philip Seymour Hoffman, Susan Sarandon, Morgan Freeman, Sigourney Weaver, Christopher Nolan, Felicity Jones, Bryan Cranston, Michael Fassbender, Neil Patrick Harris, Kevin Kline, Trine Dyrholm, Dwayne Johnson |
| Meine Lieblingsregisseure: | eine kleine Auswahl: Ridley Scott ° Peter Jackson ° Darren Aronofsky ° David Fincher ° Sean Penn ° Paul Thomas Anderson ° Michel Gondry ° Christopher Nolan ° Clint Eastwood °... |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Dieses Instrument kann lehren, es kann aufklären, ja, es kann sogar inspirieren. Aber das kann es nur in dem Maße, in dem Menschen entschlossen sind, es genau zu diesem Zwecke einzusetzen. Andernfalls sind es nur viele Kabel und Leuchten in einem Schrank" (Edward R. Murrow) |
| Über mich | Ich bin ein begeisterter Filmfan mit 'na ziemlich großen DVD-, Blu-ray- und Video-Sammlung. Ziehe zwei Stunden Kino jederzeit zwei Wochen Strandurlaub vor und in jedem Geschäft führt der Weg zuerst in die Heimkinoabteilung. Kann mich an vertracktem Kopfkino, bei dem ich am Ende kein Wort kapiert hab, ebenso erfreuen, wie am hirnfreien Actionkracher und es ist vor allem die Begeisterung für das Thema Film, die mein Blog in den Vordergrund stellen und vermitteln soll (das schützt Schlechtes selbstverständlich nicht vor’m Verriss). Also, man sieht und liest sich auf http://christiansfoyer.de/ |
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jollyroger Thu, 16 May 2013 12:31:47 -0000
Antwort löschenDoch so gut für dich? Na gut, dann halt doch vorgemerkt..:)
ChristiansFoyer Thu, 16 May 2013 12:34:20 -0000
Antwort löschenTotally in love with it. Wie eigentlich immer, wenn's Luhrmann ist ;)
[...]Mit Benedict Cumberthreat und seinem John Harrison bekommt „Star Trek Into Darkness“ schließlich ohne langes Zögern sein röhrendes Plottriebwerk eingebaut, die Anschläge der Ein-Mann-Massenvernichtungswaffe treffen die Föderation hart und unerwartet und sorgen für den schnellen Wiederabriss und Neuaufbau einiger Handlungspunkte. So verliert Kirk sein Kommando über die Enterprise nur für ein…
[...]Mit Benedict Cumberthreat und seinem John Harrison bekommt „Star Trek Into Darkness“ schließlich ohne langes Zögern sein röhrendes Plottriebwerk eingebaut, die Anschläge der Ein-Mann-Massenvernichtungswaffe treffen die Föderation hart und unerwartet und sorgen für den schnellen Wiederabriss und Neuaufbau einiger Handlungspunkte. So verliert Kirk sein Kommando über die Enterprise nur für ein paar wenige Leinwandminuten, ehe die Situation ihn auf die Brücke zurück katapultiert. Der Trip Into Darkness legt einen Warp-Schub nach dem anderen nach, die Zweifel an der Mission der eigentlich doch non-militärischen Enterprise werden wegtorpediert und neben seinem lens flare-Wahn setzt Abrams ein zweites Trademark: JEDE ruhige Szene in eine plötzliche Lärm- und Actionexplosion kollabieren zu lassen. Spock und Uhura diskutieren ihre schwierige Beziehung durch – BÄMMMMS Klingonenagriff! Uhura versucht, die Konfrontation mit den stirnmarkanten Gegnern mit Worten zu lösen – BÄMMMMS Laserfeuer und zerteilte Körper! Tatsächlich arbeitet dieses Prinzip irgendwie für den Plot, der eben auch eine Abhandlung über die Blindwütigkeit im Kampf gegen den Terror ist. Besonders nachdrücklich eingefangen, wenn der rachegetriebene Kirk wie von Sinnen und bis zur Erschöpfung auf Harrison einprügelt und dieser die Schläge reaktionslos wegsteckt. Dennoch overkillt’s „Star Trek Into Darkness“ mehrmals, das Klingonenintermezzo wäre ohne krach-lärmende Verfolgungsjagd ausgekommen und insgesamt stützt sich der Film diesmal zu stark auf seine Actionbeats.[...]
[...]Doch es passt schon mit dieser gewaltigen space opera, die auf den Pioniergeist ihres Erbes zugunsten anderer Themen verzichtet und ihre Figuren eine Reihe von Reifeprüfungen durchlaufen lässt und bei aller darkness zum Glück den Humor nicht ganz vergisst. Karl Urban redet als „Pille“ McCoy fast nur noch in zynisch-blumigen Metaphern, die Bromance zwischen Kirk Chris Pine und Spock Zachary Quinto wird in der Gegensätzlichkeit des temperamentvollen Captains und des gefühlsgedrosselten Logikfanatikers zu amüsanten Wortgefechten genutzt und wie im Vorgänger bekommen alle aus der zweiten Reihe ihr kleines Episödchen spendiert. Nicht immer ganz angemessen (Chekov Anton Yelchin als hysterischer Warpkern-fix-it-Pavel), aber immerhin. Mit den Klingonen und dem unterschwellig drohenden Krieg und der Militarisierung der Sternenflotte (worin sich die Terroranalogie nahtlos zur Realität fortsetzt…) leistet das Script auch noch ein bißchen build up für einen dritten Teil, dem man die friedliche Erkundungserkenntnis und den pazifistischen Grundgedanken am Ende von „Star Trek Into Darkness“ nicht so recht abnimmt. Eigentlich geht’s erst jetzt so richtig los. Der Weltraum. Unendliche Weiten und so…[...]
[...]„Star Trek Into Darkness“ ist laut, zu actiondominiert und lässt sich auf ein gewagtes Spiel auf einem Feld ein, das die alte Crew einst ganz ausgezeichnet bespielt hat. Da können die neuen Enterprise’ler zwar nicht gewinnen, ein dauerpushendes Bombastabenteuer in den diesmal wirklich recht dunklen Tiefen des Alls ist’s dennoch geworden. Die neue Crew macht weiterhin viel Spaß und hilft, das Spektakel zu unterfüttern (wenn auch nicht so sehr, wie es nötig wäre) und ein „Star Trek“ zu schaffen, das bei aller tricktechnischen Brillianz und Actiondominanz dem naiven Charme seiner vierzigjährigen Historie weiterhin treu bleibt. Die politaktuellen Bezüge tun ihr übriges. Star Trek lebt. Vermutlich long and weiterhin successful.[...]
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Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade
ChristiansFoyer 7.5 "Sehenswert" Sat, 04 May 2013 15:42:57 -0000
[...]Kriminelle auf der Flucht gepaart mit einem „ex-con tries to do good“-Part – da ist der Variationsspielraum minimal und genaugenommen versuchen Ruzowitzky und Autor Zach Dean sich erst gar nicht an etwas Neuem. „Deadfall“ ist eine Anordnung, an bestimmten Stellen positioniert und dann laufen gelassen. Der Film ist sehr komprimiert erzählt, über kaum achtundvierzig Stunden erstreckt sich die…
[...]Kriminelle auf der Flucht gepaart mit einem „ex-con tries to do good“-Part – da ist der Variationsspielraum minimal und genaugenommen versuchen Ruzowitzky und Autor Zach Dean sich erst gar nicht an etwas Neuem. „Deadfall“ ist eine Anordnung, an bestimmten Stellen positioniert und dann laufen gelassen. Der Film ist sehr komprimiert erzählt, über kaum achtundvierzig Stunden erstreckt sich die Handlung. Länger würden wohl die meisten nicht brauchen, um mit der hotten Olivia Wilde deeply in love zu fallen und die Parabelhaftigkeit der Geschichte verlangt auch nicht unbedingt nach mehr. „Deadfall“ ist gespickt mit symbolischen Bezeichnungen von Engeln und Teufeln, während sich die Figuren in einer Grauzone dazwischen bewegen, die Gut- oder Bösartigkeit ihres Handelns definiert sich stets am Gegenüber: da kommt ein unschuldiger Engel in Gestalt eines Cops, will nach einem Unfall helfen und wird vom Teufel Addison erschossen, da schlägt und bedroht ein teuflischer Stiefvater seine Frau in einer abgelegenen Waldhütte und plötzlich-Engel Addison greift zum Schutz der Kinder ein.[...]
[...]Abzüge gibt’s, da keiner der drei Familienstränge über seine Grundzüge hinaus geht, keiner erreicht das Zentrum seines Konflikts.[...]Gelungen ist „Deadfall“ dennoch, pragmatisch, schroff und in ein tiefes Stimmungsbett versunken, mit ein paar überraschend brutalen und blutigen Einlagen und tadellosen Schauspielleistungen. Olivia Wilde zeigt mehr als nur Talent zum Tragen spärlicher Bekleidung, der abgebrühte Eric Bana bekäme auf seinem Trip durch die weiße Wildnis die neunzig Minuten auch allein geschultert, springt ohne großes Ächzen in den „kalter Killer-Antiheld“-Spagat aus verabscheuungswürdiger Reu- und Rücksichtslosigkeit und einem nachvollziehbar-benickenswerten code of conduct. Son of Anarchy Charlie Hunnam wird vermutlich demnächst dank Guillermo del Toros „Pacific Rim“ richtig durchstarten und erweist sich hier als der bessere Channing Tatum: Hunnam sieht dem Populärminimalmimiker ähnlich, ein bißchen ähnlich klingen sogar die Namen, nur was die Anzahl der möglichen Gesichtsausdrücke und deren Aussagefähigkeit angeht, da ist Hunnam mindestens zweihundert Seiten im Schauspielratgeber voraus.[...]
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[...]1,96 Meter groß, über 100 Kilo schwer, ein Brustkorb wie ein Gebirge – die Adaption von Lee Childs Romanfigur „Jack Reacher“ hätte eigentlich unter Schirmherrschaft der WWE Studios entstehen müssen, mit John Cena, Triple H oder Jack Swagger in der Titelrolle. Mehr als lächerlicher C-Action-Trash à la „The Marine“ oder „12 Rounds“ wär’s dann natürlich nicht geworden. Der slow builder-Thriller…
[...]1,96 Meter groß, über 100 Kilo schwer, ein Brustkorb wie ein Gebirge – die Adaption von Lee Childs Romanfigur „Jack Reacher“ hätte eigentlich unter Schirmherrschaft der WWE Studios entstehen müssen, mit John Cena, Triple H oder Jack Swagger in der Titelrolle. Mehr als lächerlicher C-Action-Trash à la „The Marine“ oder „12 Rounds“ wär’s dann natürlich nicht geworden. Der slow builder-Thriller mit Actiondezenz und dem konstitutionell gröbst unpassenden Tom Cruise in der Hauptrolle, den nun Oscar-Autor („The Usual Suspects“) Christopher McQuarrie liefert, ist da freilich das bessere „Jack Reacher“-Produkt. Aber, denn der Vergleich zu den Catcherfilmfestspielen allein wäre unfair, auch generell ist die 60 Millionen „günstige“ Produktion ohne dicke Blockbusterallüren ein rau-rammiges Defibrilat gezielter Spannungs- und Adrenalinstöße, nah an der kinematographischen Illusionslosigkeit des Crime-Sujets aus den ‘60ern und ‘70ern. Peter Yates‘ „Bullitt“ mit Steve McQueen von 1968 ist so ein früher Krimi-Actioner, an den „Jack Reacher“ in seinen konzentrierten Szenenfolgen, dem akribischen Ermittlungsschwerpunkt und der unterkühlten Vorgehensweise Reachers erinnert, den vor vierzig Jahren vermutlich wirklich King of Cool McQueen gespielt hätte.[...]
[...]»You think I’m a hero? I am not a hero. I’m a drifter with nothing to lose. I disappear. And if you’re smart, that scares you. Because I’m in your blind spot. And I have nothing better to do.« „Jack Reacher“ ist ein starker Crime Thriller, dessen Actionszenen sicher nicht vom Hocker hauen – aber wo steht denn auch geschrieben, dass sich das heutzutage JEDER Film auf die to do-Liste schreiben muss?! Ist doch wunderbar, dass zwischen den ganzen sich gegenseitig übertrumpfenden Comicspektakeln und sonstigen Effektkrachern mal ein Streifen den Fuß vom Dauergas nimmt und sich auf ein Erzählniveau einlässt, aus dem die Action in gesunder Dosierung hervorsticht, statt es zu bestimmen oder zu überlagern. Cruise als kompromissloser Ein-Mann-Gerechtigkeitssinn führt die Story souverän an, während McQuarrie sich der Trendhopperei verwehrt und ein straightes, aber nicht völlig kantenloses Destilat bodenständiger tough guy-Actioner serviert.[...]
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[...]„Iron Man 2“ litt ein bißchen darunter, viel Zuarbeit für die „Avengers“ leisten zu müssen, und „Iron Man 3“ ist nun seinerseits die Nachbetrachtung und Ausarbeitung einer Frage Captain Americas aus Joss Whedons Milliardenhit: was ist Tony Stark, nimmt man die Rüstung weg? Genie, Millionär, Playboy, Philanthrop lautete dessen eitel-dreiste Antwort, das genügt mittlerweile aber nicht mehr: das…
[...]„Iron Man 2“ litt ein bißchen darunter, viel Zuarbeit für die „Avengers“ leisten zu müssen, und „Iron Man 3“ ist nun seinerseits die Nachbetrachtung und Ausarbeitung einer Frage Captain Americas aus Joss Whedons Milliardenhit: was ist Tony Stark, nimmt man die Rüstung weg? Genie, Millionär, Playboy, Philanthrop lautete dessen eitel-dreiste Antwort, das genügt mittlerweile aber nicht mehr: das Aufeinandertreffen mit Supersoldaten, Halbgöttern aus Asgard und einer zerstörerischen außerirdischen Macht hat Spuren hinterlassen und Starks zusammengeschrumpfte Selbstwahrnehmung als Mann in einer Blechdose und seine Abhängigkeit von dieser High Tech-Ummantelung wird in „Iron Man 3“ abgehandelt, wie ein brutaler, eiskalter Entzug. „Tony Stark“ müsste der Film eigentlich heißen, das ist keine Superheldengeschichte über das Hineinwachsen in die Verantwortung der Maske, kein ihr gerecht werden or whatever – das ist ein Film über das Hervortreten, der Schritt aus dem Schatten der Maske. Gar nicht uninteressant, das. Nachteil jedoch: „Iron Man 3“ löst sein simples Titelversprechen nicht ein. Starks Technik ist mittlerweile so weit, dass er die Suits via Headset steuern kann oder sie sich gleich vollständig autark bewegen, vernetzt durch ein zentrales Gehirn, die Computerstimme Jarvis. Stark selbst IM Anzug in Action: weniger häufig als noch in den ersten beiden Filmen. Befremdlich, dieser hochezüchtete Technizismus, zu dem sein Schöpfer in Sucht wie Abnabelung zugleich agiert und der einem grundlegenden Merkmal der gesamten Superheldengeschichte das Fundament zerbröselt, wenn hinter dem Superhelden plötzlich der Mensch fehlt. Ein ständiges Element von „Iron Man 3“: leere Hüllen und der Zweck, zu dem sie taugen.[...]
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[...]Junge, gutaussehende Menschen fangen auf dem Gelände öffentlicher Bildungseinrichtungen spontan zu singen und zu tanzen an - »geh mir weg mit sowat«, denkt man da, in Erinnerung an DAS Teenie-Phänomen vor der „Twilight“-Emovampwelle. Die „High School Musical“-Trilogie und ihre Disneybubimilchgesichtergang um Zac Efron, Vanessa Hudgens & Ashley Tisdale... Oh dear. Gefolgt von der TV-Musical…
[...]Junge, gutaussehende Menschen fangen auf dem Gelände öffentlicher Bildungseinrichtungen spontan zu singen und zu tanzen an - »geh mir weg mit sowat«, denkt man da, in Erinnerung an DAS Teenie-Phänomen vor der „Twilight“-Emovampwelle. Die „High School Musical“-Trilogie und ihre Disneybubimilchgesichtergang um Zac Efron, Vanessa Hudgens & Ashley Tisdale... Oh dear. Gefolgt von der TV-Musical Dramedy Serie „Glee“. Uff. Und dann kommt GQ-Redakteuer Mickey Rapkin mit einem Sachbuch namens „Pitch Perfect: The Quest for Collegiate A Cappella Glory“ daher, in dem er vom Collegetrend vokalistischer Auseinandersetzungen und des musikalischen MashUp’ens berichtet und das wird dann sogar noch verfilmt und... »Oh Mann, geh mir weg mit sowat!« Oder? Nee, her damit und am besten gleich auch mit dem Sequel, das letztens auf der CinemaCon für 2015 angekündigt wurde! Woher dieser Überschwang? Ganz einfach: „Pitch Perfect“ von Broadway-Regisseur und Spielfilmdebütant Jason Moore macht Spaß. Richtig doll. Obwohl, nein Quatsch, weil da (halbwegs) junge und (ein paar) gutaussehende Menschen auf dem Gelände öffentlicher Bildungseinrichtungen spontan zu singen und zu tanzen anfangen und weil die Musikkomödie neben „21 Jump Street“ mit das frechste, witzigste, spitzzüngigste und schlaueste aus dem Lachgenre ist, was es in letzter Zeit so zu sehen und hören gab.
Der völlig unerwartete Kotzgag zum Ausklang des Prologs setzt gleich mal ein Stimmungszeichen. „Pitch Perfect“ ist keine dieser bunt gezuckerten wutzidutzi Plüschvorstellungen eines Teenagerlebens, Überzeichnungen zielen hier in ganz andere Richtungen. Aber ♫haaaiaiaiaiihalt♫ den Publikumscatch legt der perfekte Pitch schon vorher hin, indem er die berühmte Universal-Hymne ver-a cappella’t und sich zu eigen macht, wie zuletzt das Nerdfest „Scott Pilgrim vs. the World“, der den weltumrundenden Schriftzug der Produktionsfirma optisch und akkustisch auf 8-bit runterrenderte. Sowas macht halt immer Laune. Ansonsten, wenn die Story ans Laufen kommt, scheint Jason Moores Spielfilmdebüt eben dieser Umstand, ein SpielfilmDEBÜT zu sein, erstmal Schwierigkeiten zu bereiten: die Außenseiterin, die den Anschluss scheut, der Sunnyboy, der Interesse zeigt und zunächst die kalte Schulter kassiert, das Auftauen, der Wettbewerb und so weiter – alles Formel, alles so ganz auf Nummer sicher getippt. Und darin badend. Das ist nämlich keineswegs einer inszenatorischen Unsicherheit geschuldet, das sind keine tappsigen Anfängerschritte über bekanntes Gebiet. Moore vollführt eine ganz bewusste Verbeugung vor seinen Genrevorbildern, bennent mit John Hughes‘ coming of age-Klassiker „The Breakfast Club“ eines ganz deutlich, und spielt andererseits auf einer sich selbst gewahren Ebene mit den Klischees, mit der Vorhersehbarkeit und lässt einen, genau wie die filmisch nachholbedürftige Beca, dennoch die Magie entdecken, die all diese erzählerischen Mechanismen so klassisch hat werden lassen. Das wirkt in „Pitch Perfect“ nicht unoriginell, sondern zeitlos.[...]
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Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
ChristiansFoyer 9.0 "Herausragend" Thu, 18 Apr 2013 17:59:03 -0000
[...]Ein junger, kameraunerfahrener Inder, ein Rettungsboot und ein 1,7 Millionen Gallonen Wasser fassender Tank in einer stillgelegten Flughafenhalle, das sind die spröden Eckpunkte von „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“. Und heraus kommt ein Film, der etwas selten gewordenes verströmt: pure Leinwandmagie. Der einen Bilderfantasmus beschwört, der einmal wieder vergessen lässt, was die vielen MakingOfs,…
[...]Ein junger, kameraunerfahrener Inder, ein Rettungsboot und ein 1,7 Millionen Gallonen Wasser fassender Tank in einer stillgelegten Flughafenhalle, das sind die spröden Eckpunkte von „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“. Und heraus kommt ein Film, der etwas selten gewordenes verströmt: pure Leinwandmagie. Der einen Bilderfantasmus beschwört, der einmal wieder vergessen lässt, was die vielen MakingOfs, Audiokommentare und Effect Reels einen über VFX-Shots gelehrt haben. Ang Lees „Life of Pi“ ist einer dieser Filme, die ganz weit die Arme öffnen und denen man es nicht verweigern kann, in sie hinein zu gleiten und sich mitziehen zu lassen. Die ächzende Stahlkonstruktion in einer kahlen Halle wird zu einem Ozean voller Wunder, das Rettungsboot zum Revier eines krallenpeitschenden Tigers und dieser junge, kameraunerfahrene Inder, Suraj Sharma sein Name – er wird der Reiseführer einer farbenprächtgen, aussichtslosen, glaubensschenkenden und kräfteverzehrenden Erkenntnisfahrt.
„Life of Pi“, eine Rückkehr zum staunend er- und durchlebten, statt schnöde wegkonsumierten Wunder Film. Und das mit gleich drei heiklen Hürden: Wasser und Tiere, zwei unkalkulierbare Faktoren, die so manchem Studioboss die Nachtruhe abspenstig machten und heute von der Tricktechnik zumindest dressiert wurden – und Religion. Bevor der Schiffbruch mit Tiger sein Titelversprechen einlöst geben Ang Lee und Scriptwriter David Magee der Yann Martel-Adaption die Zeit, eine kleine philosophische Lehre über drei der großen Glaubensrichtungen zu sein, den Hinduismus, das Christentum und den Islam. Wobei, „Lehre“ ist mal das ganz falsche Wort. Der Film (und natürlich auch seine Vorlage) legt ein Verständnis von Glauben dar und vereint in der Figur des Piscine Molitor Patel den denkbar rationalsten Begriff, den ein Glaubensgedanke nur haben kann und dessen Fehlen das eine doch vom anderen trennt: Offenheit. Esoterischer Quatsch? Nein, exoterisches Begreifbarmachen einer Gottzuwendung, einem Suchen nach Glaube und seinen Ausprägungen: Halt, wenn alles verloren scheint, Anklage, wenn alles verloren ist, und die Frage nach dem Grund für all den Verlust. „Life of Pi“ geht unaufdringlich, auf angenehme Weise damit um, dass sein Hauptcharakter die Antworten im Glauben sucht, ist ja schließlich auch nichts grundsätzlich verkehrtes dran und die Sache an sich kann wenig dafür, zu welchen Zwecken und Taten ihr Name missbraucht wird. „Life of Pi“ jedenfalls lässt den Glauben als etwas hoffnungsvolles erleben, ohne ihn in irgendeiner Ausprägung als spirituelles Ultimativum zu zelebrieren, ohne ihn unhinterfragt als Leitlehre zu beknien. Er bleibt eine Möglichkeit. Ein Weg. Oder einfach nur die bessere Geschichte.[...]
[...]Die Rahmenhandlung mit dem Autoren auf der Suche nach einer Geschichte und dem erwachsenen Pi ist ein recht abgenudelter Erzählkniff, wird aber vom zurückgenommenen Rafe Spall und besonders dem umwerfenden Irrfan Khan ähnlich mühelos getragen, wie Suraj Sharma und Tiger Richard Parker den Hauptteil des Films stemmen. Gerade an Khan hängt in der Rückbetrachtung der Ereignisse das volle gefühlsbeladene Gewicht der Story und wie er hier den traurigsten und bewegendsten Moment seiner unfassbaren Reise in der Gegenwart spiegelt – schlicht herzzerreißend. Also dann, um es mit den abgewandelten Worten von Douglas Adams zu beschließen: »So long, Ang Lee, and thanks for all the fish. And the tiger. Und alles andere.«[...]
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[...]Die Welt von „Dredd“ bleibt eine vage, grob umrissene Skizze, Politik und Grundsatzdebatten über Ethik und Moral des faschistoiden Justiz- und Gesellschaftssystems werden anderswo geführt, jedenfalls nicht in den neunzig Minuten des Films, in denen alles an Gewalt und Methoden zur Herrschaftsaufschwingung nur eine natürliche Reflexion ihrer verkommenen Oberflächen ist. Die Welt von „Dredd“…
[...]Die Welt von „Dredd“ bleibt eine vage, grob umrissene Skizze, Politik und Grundsatzdebatten über Ethik und Moral des faschistoiden Justiz- und Gesellschaftssystems werden anderswo geführt, jedenfalls nicht in den neunzig Minuten des Films, in denen alles an Gewalt und Methoden zur Herrschaftsaufschwingung nur eine natürliche Reflexion ihrer verkommenen Oberflächen ist. Die Welt von „Dredd“ ist eine des ununterbrochenen, zur Normalität gewordenen Ausnahmezustandes, in der es für den Titel„helden“ nur zwei Dinge in Relation zu setzen gibt: das Verbrechen und das Gesetz, aus denen sich die Kausalitäten des Urteilsspruchs und der Vollstreckung ableiten. Besonders auf der exekutiven Ebene ist das justiziarisch von jeder Diffizilität befreit, denn ein Gesetz zu repräsentieren UND es im selben Moment durchzusetzen bedeutet für den Film letztlich nur eines: hordenweise Kriminelle werden von Dredd zerschossen, durch die Wand genagelt, verbrannt, von seiner Knarre, dem Lawgiver, in den unterschiedlichen Modulationen der Handfeuerwaffe hingerichtet. Dredd selbst? Eine Instanz, ein Neo-Fatalist in der Personifizierung eines unabänderlichen Schicksals, ein Batman ohne Bruce Wayne, ein Superman ohne Clark Kent, ein RoboCop ohne Murphy inside, in ihrem Kontext die konsequenteste Verkörperung einer Unumgänglichkeit: the job’s gotta be done.
Krasse Sache: trotz seiner ikonographisch-archaischen Titelfigur ist „Dredd“ nicht die Geschichte des Judges, sondern die zweier Frauen, die sich auf unterschiedlichen Bahnen ihren Weg durch ihre gewaltverschlungene Umwelt schlagen. Die telepathisch begabte Cassandra Anderson muss sich nicht nur als angehender Judge beweisen, sondern als strahlengeschädigte Mutantin um eine sehr viel grundlegendere Anerkennung kämpfen. Die X-Men wissen, worum’s geht. Das spielt im Film auch wieder keine besonders vordergründige Rolle, aber Dredds abfälliges »she’s a mutant« und Graffitischmierereien drücken die Stimmung gegenüber den Strahlungsopfern aus. Auch aus Olivia Thirlbys Spiel, unter der anfänglich nur versucht harten Schale scheint es hervor, dieses Bewusstsein der eigenen Andersartigkeit. Rekrutin Anderson geht während ihres ersten Tages im praktischen Dienst, an der Seite des wohl entmenschlichsten aller Kollegen, durch ein Stahlbad, anfangs schrecken sie noch die Vollstreckung, Zweifel wallen auf ob eines Rechtssystems, das im Extremfall keine Verfahren kennt, erschütternd die erste Tötung, die Dredd sie zu vollziehen auffordert und der spätere Erkenntnismoment, einer ärmlich hausenden Familie den Vater genommen zu haben. Doch wie schon gesagt: Dredd verirrt sich nicht in moralische Grauzonen, Andersons Weg ist keine Abspaltung von der Unerbittlichkeit ihres Mentors, ihre Aufgabe ist nicht das Hinterfragen, sondern lediglich das Erkennen und Umsetzen der Antwort: »I am the law. Negotiation’s over. Sentence is death.«[...]
[...]„Dredd“ stellt sich dennoch selbst eine Hürde in den Weg, die der Film nicht überspringen kann: früh, nämlich ab dem Eintreffen in Peach Trees, pendelt sich der Überlebenskampf der Judges auf einem gewissen Niveau in Sachen Härte, Tempo und Intensität ein – und dann verharrt „Dredd“ dort, schlägt nicht nach unten aus, leider jedoch auch nicht nach oben. Da ist hin und wieder nochmal ein einzelner Kill, der aus der Massenabschlachtung der Gegnerhorden hervorsticht, ein paar stylische Kamerafahrten und sowas, aber DER Moment – der fehlt. „Dredd“ is‘ fett, „Dredd“ is‘ Brett – und „Dredd“ hinterlässt einen gewissen »was, das war’s jetzt?«-Eindruck. „Dredd“ ist ein Präludium, eine Hinführung zu mehr, die Einleitung zu etwas Größerem, wohin man mit diesem Charakter gehen kann. Und wozu es nach den desaströsen Einspielergebnissen wohl nur in Comicform kommen wird. Was auf eine Weise schade ist, die den Film „Dredd“ als einzelnes bei weitem übersteigt: das ist kein schnullidulli PG13/FSK12-Actionfilmchen, keine glattgebürstete »allen soll’s gefallen«-Ware, sondern ein stinkiger, pissiger, rauer und blutiger auf’s-Maul-Treter ohne glatt polierte Oberflächen, wie Hollywood ihn eben nur noch selten rausrotzt. Und jetzt wohl auch erstmal wieder länger nicht mehr. Zumindest nicht im Actionbereich, der halt wirtschaftlich weniger ertragreich ist als das Horrorkino, das gerade mit dem „Evil Dead“-Remake richtig Kasse macht, welches nur ein Drittel des auch schon relativ günstigen „Dredd“ gekostet hat.[...]
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Bandrix Sat, 13 Apr 2013 19:01:36 -0000
Antwort löschenSelbe Einschätzung. Es ist einfach verdammt schade, dass "Dredd" an den Kinokassen nicht überzeugen konnte. Hoffentlich wird er auf dem DVD- Markt mehr einschlagen!
ChristiansFoyer Sat, 13 Apr 2013 19:03:48 -0000
Antwort löschenZumindest für ein Comic-Sequel scheint's ja zu reichen: http://www.ign.com/articles/2013/04/11/dredd-3d-sequel-comic-teased
sophia090 Sat, 13 Apr 2013 21:06:53 -0000
Antwort löschenhallo ich kann hier nicht schreiben wegen spam :( komm mal bitte zu (kommstdu punk net)
mein nik ist ( engel2525) habe auch bilder da und es ist alles kostenlos da
lg
k o m m s t d u n eT
[...]Einen Aspekt seines Regiehandwerks beherrscht Joseph Kosinski wirklich gut, nämlich mit dem Finger auf Concept Designs seiner Art- und Effect-Departments zu zeigen und unter deren Mithilfe ausdefinierte Styles für seine SciFi-Welten zu erschaffen. Das gelang ihm bei „Tron: Legacy“, schlicht einer der audio-visuell geilsten Filme der letzten Jahre, und das gelingt ihm auch bei „Oblivion“. Auf…
[...]Einen Aspekt seines Regiehandwerks beherrscht Joseph Kosinski wirklich gut, nämlich mit dem Finger auf Concept Designs seiner Art- und Effect-Departments zu zeigen und unter deren Mithilfe ausdefinierte Styles für seine SciFi-Welten zu erschaffen. Das gelang ihm bei „Tron: Legacy“, schlicht einer der audio-visuell geilsten Filme der letzten Jahre, und das gelingt ihm auch bei „Oblivion“. Auf den ersten, oft überwältigenden Blick zumindest. Ansonsten sollte der Enddreißiger mal darüber nachdenken, zukünftig nur noch die ersten Drittel seiner Filme selbst zu inszenieren, wenn er seine Panoramen entfaltet, seine Storyboards und Previz‘ zu beeindruckenden Kompositionen finalisiert und seine Ideen andeutet – um dann den eigentlichen Plot, die Figurenzeichnung und die Dramaturgie unter andere, fähigere Leitung abzustellen. Genau wie die Cyberspace-Dröhnung von vor drei Jahren verreißt Kosinski auch seine Postapokalypse, sobald der Punkt erreicht ist, an dem die Hülle mit Masse zu füllen wäre. Sowohl „Tron: Legacy“ wie auch „Oblivion“ schaukeln sich anfangs in einen sehr eigenwilligen Rhythmus nur anseitsweise expositorischer und narrativer Bildgewalt ein, nur um dann, wenn Fäden geknüpft und verbunden werden müssten, in ein unrundes Gewirre aus planloser Existenzialismuseierei und ein simples Nachstellen von allem, was Kosinski so als Einfluss begreift, zu münden. Und das entspircht nicht dem Credo eines Genres, das im besten Falle immer mehr zu sagen hat, als es lediglich zeigt.[...]
[...]Es ist am Ende nichtmal enttäuschend oder gar ärgerlich, in welch luftleeren Raum der missverstandenen Huldigung (im Zweifelsfall immer bei Tarantino nachfragen, wie man das richtig macht) Kosinski seinen „Oblivion“ lenkt, das bleibt ein jederzeit mit einem gewissen Grundinteresse verfolgbarer Film, egal wie viele Beats und Impulse er als Überbrückungskabel seiner Narration anschließt. Egal allerdings zuvorderst in dem Sinne, dass „Oblivion“ kaum etwas in seine emotionalen Rücklagen investiert. Ein Film für die grundlegend wahrnehmenden, nicht für die empfindenden Sinnesorgane. Zwischen Hauptdarsteller Tom Cruise und den weiblichen Co-Stars Andrea Riseborough und Olga Kurylenko zündet keine Reaktion, gar nicht mal mangelndem Talent geschuldet, Riseborough macht ihre Sache sogar sehr ordentlich, von Kurylenko ist halt nicht mehr zu erwarten, als das Umsetzen grober Regieanweisungen in grobe Mimik. Eher ist’s problematisch, dass die fast zwanzig Jahre jüngeren Actricen neben Cruise bisweilen wie Schulmädchen wirken, was die Riseborough zumindest durch ihre diszipliniert-unterkühlte Ausstrahlung wettmacht, die gefühlsbundmäßig wichtigere Kurylenko hingegen nicht, und ihre wahre Bedeutung für Jack und die Story daher enervierend unglaubwürdig rüberkommt, je mehr diese Bedeutung zur Tragfläche des absturzbedrohten Fluges „Oblivion“ wird. Ähnliches gilt für Morgan Freeman, der mehr als sein eigenes Internet meme posiert, als dass er einen Charakter verkörpert. Cruise indes reißt seinen Part mit der Routine aus dreißig Jahren genereller Leinwanderfahrung und vielen im speziellen ähnlichen Typen runter, erforschen, schießen, rennen, Erinnerungen suchen, eine Mischung aus WALL•E und Bourne und letztlich eben ganz der Cruise, der Tom, der Star, das Image…[...]
Fazit: Wie so oft - eine recht substanzlose Hülle, dafür eine ausnehmend ansehens- und -hörenswerte. Der Anfang schafft ein beeindruckend schönes und sehr eigenes Stimmungsbild, ehe der Film sich an allzu viele altbekannte Plotpanels aus gut fünfzig Jahren Genregeschichte verschenkt.
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Dr. Tyrell Thu, 11 Apr 2013 18:11:51 -0000
Antwort löschenNimm das bitte als konstruktive Kritik; deine Texte sind extrem Sperrig.
Da du versuchst sehr ernst und eloquent zu schreiben, behindern Fehler in der Grammatik und verschachtelte Endlos-Sätze, zumindest bei mir, den Lesefluss, sodass ich meist gleich zu Fazit übergehe.
LG
[...]Ein oder sogar DAS Problem seines bisherigen Schaffens beseitigt David Ayer allerdings nicht durch Wackelkamera und fake documentary-Style: „End of Watch“ hat den Atmosphäretank voll, ist als Milieuschilderung durchaus packend und insgesamt schön dreckig und geschickt in Szene gesetzt, ein urbaner Thriller mit rauem Asphalt unter den Sohlen und Blut an den Händen – was dem Film fehlt, ist eine…
[...]Ein oder sogar DAS Problem seines bisherigen Schaffens beseitigt David Ayer allerdings nicht durch Wackelkamera und fake documentary-Style: „End of Watch“ hat den Atmosphäretank voll, ist als Milieuschilderung durchaus packend und insgesamt schön dreckig und geschickt in Szene gesetzt, ein urbaner Thriller mit rauem Asphalt unter den Sohlen und Blut an den Händen – was dem Film fehlt, ist eine erzählerische Originalität. Die Sequenzen, oder auch nur Momente, in denen sich Stilistik und Narration zu einem symbiotischen Wirken verbinden, mehren sich erst zum Ende, die meiste Zeit ist „End of Watch“ in seinem Ablauf ein Cop-Thriller mit Charakterdramaeinschlag, wie es herkömmlicher nicht zu artikulieren ist, nur die Präsentation ist halt mal divergent. Wobei Ayer aus den Digicam-, Uniform- und Dienstwagenkameraperspektiven ohnehin früh ausbricht und letztlich eine bunte Allerleipaella aus first und third person-shots anrührt und die Aufnahmequelle wild zuckend von Schulter- zu Gewehr- zu feststehender Perspektive wechselt. Das fordert die üblichen paar Minuten der Eingewöhnung, funktioniert dann aber auch dann, wenn der Film ganz klar aus handlungsexterner Position gefilmt wird und seinen Ansatz damit eigentlich selbst entkonstruiert, zum Beispiel bei einer Sexszene oder auf der Grillparty einiger Ghettostyler mit anschließendem Drive-by. Doof wär’s allerdings ebenso, wenn hier neben Cop Taylor, der seinen Alltag für Studienzwecke aufzeichnet, noch mehr Figuren mit Kamera in der Hand drauflos pesen würden, wirkt’s doch schon bei den bösen Hispanos reichlich gestellt (um mal gar nicht davon anzufangen, dass die hier permanent Beweismaterial gegen sich abfilmen…).
Sein Echtheitszertifikat bekritzelt sich „End of Watch“ also selbst und das nicht nur in Bezug auf die Technik. Vieles vom Dialog zwischen Taylor und Zavala ist improvisiert und wirkt oft ein bißchen so, als hätten sich die Schauspieler Jake Gyllenhaal und Michael Peña nicht besonders viel zu erzählen gewusst und einfach mal kräftig ins Blaue geraten, worüber sich zwei Cops auf Streife wohl so unterhalten. Heraus kommen dabei Gespräche, die öfters banal mit authentisch verwechseln – zwei Begriffe, die nicht unbedingt ungleich sind, die in ihrer Vermengung aber häufig am Zentrum von „End of Watch“ vorbeipalavern: die angeblich tiefe Freundschaft der Cops klingt mit Sätzen wie »I love you, bro« und »I know, bro« formuliert nach vielem, und Männer haben’s ja eh nicht so mit Gefühlen und bla, aber eine enge und durch die Jahre des gemeinsamen Einsatzes stahlgebadete Verbundenheit hört man da trotzdem zu selten heraus, zumal viel small talk während des routinemäßigen Streetchecks eben rüberkommt, als würden sich die Kumpelcops doch erst seit zwei, drei Wochen kennen und über Oberflächlichkeiten hinaus noch nicht so recht warm miteinander sein. Zum Ausgleich setzt „End of Watch“ auf dramatische Momente, wie die Rettungsaktion dreier Kinder aus einem brennenden Haus oder Heimvideoclips auf der Geburtstagsfeier von irgendeiner Verwandten Zavalas, um das dicke Band zwischen den beiden zu knüpfen, das der Film an anderer Stelle durch sein phrasenhaftes Schwadronat wieder aufribbelt.[...]
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[...]Wrights dritter großer Historienstoff nach „Pride & Prejudice“ und „Atonement“ erfüllt Kostüm- und Ausstattungsfreunden jeden Herzenswunsch, lässt die Figuren aber auch gelegentlich auf einem kargen Bühnenbild ganz mit ihren Emotionen allein. Deren Nachfühlbarkeit beschränkt sich natürlich durch Wrights so künstlerisch wertvollen wie künstlichen Ansatz, „Anna Karenina“ ist eh schon nicht…
[...]Wrights dritter großer Historienstoff nach „Pride & Prejudice“ und „Atonement“ erfüllt Kostüm- und Ausstattungsfreunden jeden Herzenswunsch, lässt die Figuren aber auch gelegentlich auf einem kargen Bühnenbild ganz mit ihren Emotionen allein. Deren Nachfühlbarkeit beschränkt sich natürlich durch Wrights so künstlerisch wertvollen wie künstlichen Ansatz, „Anna Karenina“ ist eh schon nicht das ewige Plädoyer für die Liebe gegen alle Widerstände, Wright sucht die Distanz zum nahesten aller Gefühle, formuliert die Liebe als Abbildung eines einschränkenden und reglementierenden gesellschaftlichen Habitats – oder eben: als eine Aufführung. Im pompösen Theater der Sinnestäuschung. Formal ist das bisweilen brilliant, in einzelnen Szenen bildgestalterisch erschlagend kreativ und waghalsig oder einfach nur wunderschön, wenn Wright das Theaterkonstukt aufbricht und man sich plötzlich in weiten verschneiten und später sonnenüberfluteten Feldern wiederfindet. Diese dienen der parallelen Liebesgeschichte um den anfangs verschmähten Kostja Ljewin und seiner Angebeten Kitty als ländlich-naturalistisches Gegenstück zur abstrakten und artifiziellen Bühnenkonstruktion des russischen Hochadels und seiner Entlarvung.[...]
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[...]Zwar knüpft „Retaliation“ an die losen Fäden von „The Rise of Cobra“ an, wirft ansonsten aber eher einen verschämten Blick über die Schulter, wie auf den Kumpel, der einen hinter’m Rücken gerade mit irgendeiner geekig-freakigen Aktion lächerlich macht, während man versucht, die Schulschönheit mit Coolness zu beeindrucken.[...]Die Regenbogenfarbbombe, die „The Rise of Cobra“ auf der Leinwand…
[...]Zwar knüpft „Retaliation“ an die losen Fäden von „The Rise of Cobra“ an, wirft ansonsten aber eher einen verschämten Blick über die Schulter, wie auf den Kumpel, der einen hinter’m Rücken gerade mit irgendeiner geekig-freakigen Aktion lächerlich macht, während man versucht, die Schulschönheit mit Coolness zu beeindrucken.[...]Die Regenbogenfarbbombe, die „The Rise of Cobra“ auf der Leinwand explodieren ließ, wird ansonsten auf Erdfarben runtergegradet, die Aufträge der Joes werden von abgespacten futuristischen Gadgets nur noch peripher unterstützt, statt das Superduperbeschleunigungsanzüge und sonstige geht-nicht-gibt’s-nicht-Technik die Gefechte bestimmen.
„G.I. Joe: Retaliation“ macht auf Kriegsactioner, wie ihn die „Call of Dutys“ und „Battlefields“ und „Medal of Honors“ nowadays definieren, wirkt geradezu verlegen und in „hoffentlich geht das gut…“-Haltung zusammengekauert, wenn er Namen wie Snake Eyes, Storm Shadow, Hard Master oder Cobra Commander erstmals erwähnen und’s mit denen auch noch ernst meinen muss. Die Joes im ersten Teil waren dieser ultrakrasse und von allem abgesonderte Kampfhaufen, eine betont internationale und multikulturelle Eingreiftruppe im globalen Einsatz gegen das Böse, im Nachfolger nun weicht dieser etwas akzentuiertere Ansatz einem eher plumpen Soldatenstolz, einem strammstehenden und brav salutierenden Vaterlandsdienst mit stars’n’stripes-Patriotismus und auf den unterbetonten persönlichen Ebenen der Joes einer militärischen Komplexbewältigung, bis die Fronttauglichkeit mit zackigem Gruß anerkannt und geehrt wird. Wohl auch eine Reaktion der Macher, das uramerikanische Kulturgut des Spielzeuginfanteristen nach den vor allem national enttäuschenden Einspielzahlen des Vorgängers nun ordentlich und sachgemäß auf Publikumswirksamkeit zu trimmen. So richtig störend oder zu sehr ins politisch-konservative (Rechts)Extrem gedacht wird’s nicht in „G.I. Joe: Retaliation“, und doch stand es den Joes im Vorgänger besser, sich in dieser Hinsicht ein bißchen bedeckter und weniger mit in Wort und Tat mitwehender Flagge zu präsentieren.[...]
[...]The Heavys ♫How You Like Me Now♫ dröhnt über den Abspann von „G.I. Joe: Retaliation“ und diese Songauswahl kann eigentlich kein Zufall sein: Jon M. Chus Sequel ist im Grunde die ständige Frage und verzweifelte Antwortsuche, ob er’s denn nun besser macht als Teil Eins, ob man ihn so präsentiert denn nun lieber mag, diesen irrsinnigen Kosmos aus Supersoldaten, Ninjas, Cobra Commandern und nuklearer Megabedrohung. Eine recht missliche Lage, aus der sich der Film nie befreien kann, denn natürlich ist man geneigt zu sagen, dass mehr handgemachte Action gegenüber dem CGI-Overkill von „The Rise of Cobra“ ein deutlicher Pluspunkt ist – aber es passte da halt, dass die Joes ihre Basis unter dem Wüstensand verbargen, die Schurken ihr Hauptquartier unter’m Nordpol, es schuf überhaupt erst einen eigenen Kosmos, wie konsequent Stephen Sommers sein Material hochpushte und ohne Rücksicht immer noch beklopptere Szenen aneinander klatschte. „Retaliation“ ist viel gebremster, eigenschaftsloser, das Soap-mäßige Figurenkonstrukt der ersten Runde weicht in dieser Zweiten ein paar Blassnasen, zwischen denen man sogar Channing Tatum vermisst, aber im allgemeinen die Kernigkeit des Erstlings fehlt, der auf Helden- und Schurkenseite mit Marlon Wayans, Sienna Miller, Christopher Eccleston, Dennis Quaid, Adewale Akinnuoye-Agbaje und Joseph Gordon-Levitt auftrumpfte, und der bei allem Kinderquatsch mehr Härte und Konsequenz in den Actionszenen bot, egal um wie vieles echter die nun in „Retaliation“ sind. Der bleibt am Ende ein solider Krachbummfilm mit Figuren, die wie zufällig komische Namen tragen und teils ein bißchen schräg ausschauen.[...]
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Seraph Thu, 25 Apr 2013 19:35:07 -0000
Antwort löschenSuper Kommentar, besser hätte man es nicht ausdrücken können. Wunderbar!
MfG
[...]„Lawless“ ist das filmische Äquivalent des Begriffes „Hörensagen“. Das ist nachgespielte, jedoch keine erfühlte Geschichte, abgebildete, jedoch nicht vertiefte Gestrigkeit von Wertbildern, Gesellschafts- und Gesetzesstrukturen. Die Bondurants stellen sich selbst immer wieder heraus (»You tryin’ to intimidate us, Sheriff? Huh?! We’re Bondurants!«) oder werden von ihrer Umgebung herausgestellt,…
[...]„Lawless“ ist das filmische Äquivalent des Begriffes „Hörensagen“. Das ist nachgespielte, jedoch keine erfühlte Geschichte, abgebildete, jedoch nicht vertiefte Gestrigkeit von Wertbildern, Gesellschafts- und Gesetzesstrukturen. Die Bondurants stellen sich selbst immer wieder heraus (»You tryin’ to intimidate us, Sheriff? Huh?! We’re Bondurants!«) oder werden von ihrer Umgebung herausgestellt, ihr Name fällt in jeder dritten Dialogzeile – doch was die Geschwister, ihre ganze Sippe jenseits des Mythos um sie herum so besonders macht, sie zu einem zentralen Punkt des Schmuggelgeschehens im ländlichen Franklin County hebt, das bleibt vage und wie so vieles an „Lawless“ ein reines Gedankenkonzentrat, verhaftet in der Erzählperspektive Jack Bondurants.
Zu kurz kommt das größere Zeitbild, an dem sich die Bondurants relativieren und brechen. Der Chicagoer Mobster Floyd Banner etwa, der bei ihrer passiven ersten Begegnung ordentlich Eindruck bei Jack hinterlässt, könnte als eine Koordinate dienen, ist aber nicht mehr als ein Gary Oldman-Cameo, während die gesamte übrige Umwelt der Brüder ein Gitternetz aus ähnlich gelagerter Korruption und dem Ausnutzen des Mittels der Gewalt ist, die Bondurants als Teil davon zu selten loslassend, um ihnen als Figuren und den Ereignissen eine Schwere zu verleihen. Dafür sind Nick Caves Script und John Hillcoats Inszenierung durchwoben von den Klassikern der Genredramaturgie, die sich in den ersten fünfzehn, zwanzig Minuten allesamt in voller Schärfe abzeichnen. Die love interests für Forrest und Jack, die Vergeltung nach einer beinahe tödlichen Attacke, der Tod einer Nebenfigur mit emotionalem Wert für mindestens eine der Hauptfiguren, die Schlusseskalation im Kampf gegen das nicht sonderlich gesetzestreue Gesetz, dessen Gesicht zur Visage des fingerbreit gescheitelten Charlie Rakes verzerrt wird. Das sind Bedienbilder, so alt wie der Gangsterfilm selbst. „Lawless“ verpasst es, auf rein erzählerischer Ebene aus dieser Gleichgängigkeit herauszuragen, seine Figuren einzigartiger zu gestalten, mehr als nur eine nett ausgestattete Bewegtbildmontage einiger Charakteristika der Great Depression zu sein.
Doch diese stramme perspektivische Fokussierung, die Sicht der Dinge aus Jack Bondurants Augen, machen den Film im Gleichmaß schwach und stark. Forrest und Howard sind, wer sie aus seiner Sicht sind, diese übergroßen Bruderfiguren, die eine Legende der Unsterblichkeit umgibt, sie sind eine Vorstellung Mann, der der Junge Jack auf seinem Pfad zum Erwachsenwerden nachzueifern sucht, dem gegenüber er sich ständig zu beweisen versucht; und schon steckt ein Sinn dahinter, warum die beiden so sporadisch in der Handlung auftauchen, ihr Handeln so episodisch wirkt und immer wieder und oft „nur“ etwas darstellt, dem Jack nacheifert. Ehe er sich aus ihrem Schatten vorwagt. Jacks Perspektive rechtfertigt, warum es scheint, als trügen die Bondurants als einzige ihr Rückgrat nicht bloß zur Stütze der Körperhaltung, während alle anderen in ihrer Anwendung von Gewalt auslösender, in ihrem Nachgeben willensschwächer, gar in ihrer Physis eingeschränkter wirken. Jacks Perspektive rechtfertigt, warum der Film die Bondurant-Brutalität zum guten, gerechtfertigten Handeln verklärt, als logische Reaktion auf korrupte oder sonstwie moralisch entartete Umstände. Die Brüder sind keine Heroen; sie sind es aus Jacks Sicht, die „Lawless“ allerdings nicht dem Zuschauer aufzwingt, da der Film eben so frei von Tiefgang bleibt, Forrest und Howard ins Verhältnis zu Jack setzt, sie als die zwei, drei Schritte weiter auf der Leiter zeigt, die der jüngste Bruder zu erklimmen erhofft, dies aber aufgrund ihrer sonstigen beinahe vollständigen Leere nicht unbedingt zu einem erstrebenswerten Ziel im allgemeinen ausruft, sondern höchstens zu einer Notwendigkeit innerhalb ihrer Epoche. Harte Zeiten verlangen harte Kerle. No more, no less.[...]
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[...]„Taken 2“ könnte sich seine repetitiv-banale Einleitung komplett sparen, die Familie direkt in Istanbul zusammenführen, ein paar erklärende Worte und dann zum Punkt. Aber wenn’s dann endlich ans Entführen und Rache machen geht offenbart sich erst, was für ein Komplettreinfall das hier eigentlich ist: „Taken 2“ teilt ein paar Shots und Schauplätze über den Dächern der türkischen Millionenmetropole…
[...]„Taken 2“ könnte sich seine repetitiv-banale Einleitung komplett sparen, die Familie direkt in Istanbul zusammenführen, ein paar erklärende Worte und dann zum Punkt. Aber wenn’s dann endlich ans Entführen und Rache machen geht offenbart sich erst, was für ein Komplettreinfall das hier eigentlich ist: „Taken 2“ teilt ein paar Shots und Schauplätze über den Dächern der türkischen Millionenmetropole mit dem Opener von „Skyfall“, wirkt aber nicht bloß im Gegensatz zum letzten Bond ansonsten wie ein billig runtergekurbelter C-Actioner. Als hätten ein paar YouTube-Amateure ihre Videoauarüstung mit in den Urlaub genommen und einen Fanfilm gedreht. Schon „Taken 1“ war in Zeiten von Bourne, Bond und Bauer kein ausgeschöpftes Optimum in Sachen Verfolgungsjagden, Schießereien, Kloppereien und Foltereinlagen, doch der war sauber gefilmt und mit Dampf unter der Haube, „Taken 2“ indes stolpert wie ein eşek mit Hufschiefstand und Hüftlähmung herum, Kameramann Romain Lacourbas steht kaum mal da wo er müsste und selbst der unumstößliche Liam Neeson wirkt diesmal behäbig in seinen Aktionen, schwerfällig in seinen Moves, da muss schon ein überhektischer Schnitt helfen, um eine Unze Dynamik aus den Fights herauszukitzeln.[...]
[...]Den undankbarsten Part in diesem den-Fuß-nicht-von-der-Bremse-Krieger bekommt Famke Janssen: als Xenia Ohne…äh…Onatopp einst James Bond durchgewalkt, als Jean Grey/Phoenix den Krallenmann Wolverine um den Finger gewickelt und ihm mit ihrer Psych-Power das Fleisch vom Adamatium geschält – und in „Taken 2“ gibt’s nur die von Beginn an lamentierende und flennende Opferrolle und ständige Rettung, nur um wieder zurück gelassen und von neuem entführt zu werden. Um dann wieder gerettet werden zu müssen. Und das, wo man der toughen Holländerin ein bißchen ass gekicke an der Seite Neesons doch viel eher abgenommen hätte, als die Mischung aus Entschlossenheit und Rumjammerei, mit der sich Maggie Grace zum kurzzeitigen Sidekick aufschwingt. Sobald Mills wieder die schwarze Lederjacke überstreift gehört der Rest der Show aber eh ihm allein, nach überlangem Herumgeirre und Nachverfolge der Stationen seiner Entführung darf noch ein bißchen Dresche ausgeteilt werden, die bestimmt noch ein paar mehr Albaner wütend zurück lässt, ehe zwei arschlahme boss fights „Taken 2“ beschließen. Ein in Gänze überflüssiges Sequel, in allen Punkten schwächer als der wenigstens solide Vorgänger.[...]
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[...]Leidenschaft und vielleicht sogar Schönheit haben in Arnolds und Kays Beziehung die Tests der Zeit nicht bestanden, und um gemeinsam weiterzugehen müssen die beiden ihre irgendwann erwachsene Scheu vor’m Körper des anderen überwinden. Recht mager, könnte man meinen, wenn das alles sein soll, was „Hope Springs“ nach drei Jahrzehnten als Problem einer verfahrenen Ehe sieht. Doch wenn das alles…
[...]Leidenschaft und vielleicht sogar Schönheit haben in Arnolds und Kays Beziehung die Tests der Zeit nicht bestanden, und um gemeinsam weiterzugehen müssen die beiden ihre irgendwann erwachsene Scheu vor’m Körper des anderen überwinden. Recht mager, könnte man meinen, wenn das alles sein soll, was „Hope Springs“ nach drei Jahrzehnten als Problem einer verfahrenen Ehe sieht. Doch wenn das alles wäre, dann hätte Frankel keinen Film, sondern lediglich einen überlangen Viagra-Werbespot, »Bügel die Alte auch noch im Alter, Alter!«. Der Sprung vom ersten Gespräch mit Dr. Feld, hin zu dessen Fragen und Ratschlägen in Bezug auf Sex ist tatsächlich einigermaßen heftig, wie der Film dann damit umgeht allerdings ausdifferenziert und aufrichtig. »Na los, Tommy Lee, pack die Meryl halt an«, könnte man denken, doch „Hope Springs“ schafft es, diese unsichtbare Barriere zwischen den beiden, diese Hemmung des Miteinanders, dieses Schwerfallen von Berührung und sich berühren zu lassen in einer Weise zu vermitteln, die manchmal Heiterkeit hervorruft – meist aber echtes Mitleid und Beklommenheit weckt. Da beginnt eine Szene wie ein old aged „American Pie“, da gehen Kay und Arnold ins Kino und sie versucht ihm eine lang gehegte und nie ausgesprochene Sehnsucht zu erfüllen, indem sie ihm in der Öffentlichkeit einen zu blasen beginnt und zunächst, noch witzig, an Platzmangel und Dunkelheit scheitert – und dann, final, an ihrer Unfähigkeit und Erfahrungslosigkeit auf oralem Gebiet und vor allem dem nicht genügenden Willen zur Überwindung ihres eigentlichen Unwills.
Sex als Kopf- und nicht Körperproblem und das nicht mal dann als peinliche Zotenparade, wenn Meryl Streep den Oralverkehr auf dem Klo mit Bananen übt. Schon ein kleiner und auch in der Frequenz seiner Wiederholungen immer wieder gelingender Kunstgriff, dieser „Hope Springs“. Je höher die Hoffnung für Kay und Arnold nach Teilerfolgen springt, desto heftiger stürzen sie durch irgendeinen Auslöser zurück in ihr scheinbar auswegloses Loch, meist durch eine weitere Schimpftirade Arnolds oder ein weiteres Scheitern im Bemühen, ihre einstige Nähe zu rekonstruieren. Entscheidendes bleibt unausgesprochen, Wahrheiten nicht beim Namen genannt, andere hingegen bekommen beide nicht aus ihrer gegenwärtigen Vorstellung vom anderen gelöst. Bis kurz vor Schluss hält der Film die Frage offen, ob dieses Paar noch zueinander gehört, die Frage, ob sie voneinander getrennt nicht weniger allein wären, bis zum Schluss lässt er beiden die Möglichkeiten einer bitteren Erkenntnis und eines Schritts zur Seite, um endlich wieder vorwärts zu kommen. Und wenn „Hope Springs“ an einer Stelle ins Dunkel blendet hätte er einen wunderbaren Schlusspunkt darin finden können, seinen Figuren diese Möglichkeiten weiter offen zu halten. Bis dann ein kurzer Epilog und eine bis in den Abspann hinein getragene Sequenz folgen und diese vorher so bemerkenswert ehrliche Studie über Liebe und Alter, Vergänglichkeit und Trotz, Wunsch und Wahrheit etwas entwürdigen.[...]
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[...]Gestatten, „Premium Rush“, die Stahlrossversion von „The Fast and the Furious“. An den prolligen PS-Heuler dürften David Koepp und Co-Autor John Kamps bei ihrem Script kaum zuerst oder überhaupt gedacht haben, Verwandtschaften sind aber zu erkennen. Wilees Off-Kommentar stellt nicht nur ihn als Bürojoballergiker und Adrenalinjunkie vor, sondern seinen Berufszweig außerdem als Subkultur verschworener…
[...]Gestatten, „Premium Rush“, die Stahlrossversion von „The Fast and the Furious“. An den prolligen PS-Heuler dürften David Koepp und Co-Autor John Kamps bei ihrem Script kaum zuerst oder überhaupt gedacht haben, Verwandtschaften sind aber zu erkennen. Wilees Off-Kommentar stellt nicht nur ihn als Bürojoballergiker und Adrenalinjunkie vor, sondern seinen Berufszweig außerdem als Subkultur verschworener Akrobaten des gyroskopischen Effekts. Ein Leben nach eigenen (Straßenverkehrs)Regeln, eine unterstützende, einander auffangende und, wenn’s sein muss, sich vom Asphalt kratzende Gemeinschaft. Was alles noch viel weiter hergeholt und viel weniger ernst zu nehmen klingt, als das Raser-Macker-Poser-Bitches-Beats-Tuning-Loyalty-Respect-Getue des großen Bruders mit den aufgemotzen zehn Sekunden-Boliden. „Premium Rush“ ist, genau wie „The Fast and the Furious“, ein purer Kompensationsfilm, ein tempogeladener Hineinreißer in ein Milieu, ein Lebensgefühl, das überzogen und absurd wirken mag, darin aber gleichwertig eine starke Faszination abstrahlt.[...]
[...]Beide Filme bedienen sich der Emotionsauslebung eines Grundbedürfnisses, der Freiheit. Dominic Torettos »I live my life a quarter mile at a time. Nothing else matters. For those ten seconds or less, I’m free.« und Wilees »I like to ride. Fixed gear. No brakes. Can’t stop. Don’t want to, either.« liegen nah beeinander, Lebenseinstellungen ohne Limits, kein Binden und kein Beugen an und vor Autoritäten und Gesetzen. „Premium Rush“, der Film, diese Subkultur der Fahradkuriere machen einfach Bock, soviel Bock, dass da ein Sequel her muss, ach was, ein ganzes Franchise um diese rasenden Reifenjongleure, umbenannt in „The Bikes and the Bruises“, und im fünften Teil muss Dwayne „The Rock“ Johnson drauflos drahteseln – *ähem* – okay, so weit wird’s kaum kommen und ganz unbedingtst sein muss das wohl auch nicht. Für mehr als diesen einen fun ride ist „Premium Rush“ dann doch zu spezifisch, aber darüber hinaus vor allem zu substanzlos, obgleich die Story versucht, ihrer simplen Prämisse Komplexität beizumengen, was nicht halb so gut klappt, wie den Film einfach losrasen zu lassen. Flashbacks um die chinesische Studentin Nima und den zockenden und verschuldeten Cop Bobby Monday fransen „Premium Rush“ aus und geben Wilees Lieferung und seinem unerbittlichen Verfolger einen Hintergrund, der wie Handbremse angezogen und Pedalbremse durchgetreten zugleich wirkt.[...]
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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben
ChristiansFoyer 2.0 "Ärgerlich" Thu, 14 Feb 2013 10:43:49 -0000
[...]„Die Hard 6“ dann bitte im Altersheim, McClane vs. Alzheimer und die Dekubitusvorsorge vernachlässigende Schwestern, (Treppen)Live(ter) Free or Die (Ret)Hard(ed). „Stirb langsam 5“ protzt mit Schauwerten, ist ansonsten aber eine banale bis überkonstruierte Hohlfrucht, komplett von den Werten ihrer Ursprünge entkernt und statt saftigem Fruchtfleisch gibt’s bloß geschmacksneutrale Pampe. Irgendeinen…
[...]„Die Hard 6“ dann bitte im Altersheim, McClane vs. Alzheimer und die Dekubitusvorsorge vernachlässigende Schwestern, (Treppen)Live(ter) Free or Die (Ret)Hard(ed). „Stirb langsam 5“ protzt mit Schauwerten, ist ansonsten aber eine banale bis überkonstruierte Hohlfrucht, komplett von den Werten ihrer Ursprünge entkernt und statt saftigem Fruchtfleisch gibt’s bloß geschmacksneutrale Pampe. Irgendeinen anderen Titel drauf, Bruce Willis streichen und Bulldoggenkopf Jai Courtney allein durch dieses Vehikel streifen lassen, ohne eine DER Actioninkonen im Vorbeigehen komplett lächerlich zu machen – dann wär’s bloß ein egaler 08/15-Actioner gewesen, um ein frisches Gesicht ein bißchen zu pushen. Aber das Ding ist Teil einer Reihe, einer Mythologie und scheißt als solcher auf alles, was diese im Schweiße und Blute ihres Angesichts geschaffen hat. Die Vater/Sohn-Kiste ist Scriptwriting aus der ersten Stunde des Grundkurses, die Action ist gut, aber der Streifen auch einzig darauf ausgelegt, die Plan- und Umsetzphasen der Stuntkoordinatoren und Visual Effects Supervisor haben unschwer erkennbar den meisten Platz im Drehplan eingenommen, doch das soll hier schließlich ein Film sein und keine Brachendemo. McClanes Sprüche fallen in Qualität und überstrapazierter Häufigkeit bis in den Niveaukeller durch, vor allem sein Beharren auf Urlaub und das eindimensionale Gezänke mit Courtney nerven. Zumal eh klar ist, bis wann die beiden sich versöhnt haben werden. Und bad guys gewinnen weder dann an Schneid, wenn ein blöder Twist sie erst kurz vor Ende enttarnt, noch wenn ihre Handlanger Tänzchen aufführen und ansonsten debiler tun, als man es sein müsste, um diesen Film zu ertragen.[...]Ach, und eins noch: die Szene, in der sich Model Yuliya Snigir aus ihrer Bikerkluft schält, war im Trailer länger. Und nackter. So wird nicht nur das „Die Hard“-Versprechen nicht eingelöst, sondern der „Strip Slow“-Moment genausowenig. Yippee-ki-fuck-yay, Motherfucker…[...]
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
[...]Grahame-Smith, der zuvor Jane Austens Literaturklassiker „Pride and Prejudice“ um ein „and Zombies“ erweiterte oder auch das „Big Book of Porn“ verfasste, schrieb „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ als biografischen Action-Horror, als Sammlung geheimer Aufzeichnungen einer der bedeutendsten Personen der US-Geschichte und, so irre das auch klingt, als Verknüpfung verbürgter historischer Ereignisse…
[...]Grahame-Smith, der zuvor Jane Austens Literaturklassiker „Pride and Prejudice“ um ein „and Zombies“ erweiterte oder auch das „Big Book of Porn“ verfasste, schrieb „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ als biografischen Action-Horror, als Sammlung geheimer Aufzeichnungen einer der bedeutendsten Personen der US-Geschichte und, so irre das auch klingt, als Verknüpfung verbürgter historischer Ereignisse mit übernatürlichen Eingriffen eines geheimen Blutsaugerbundes. Und so kreuzt dann auch Bekmambetovs „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ völlig quer drehende, overstylte und brutal auf cool gedrehte Sequenzen mit solchen, die auch ohne großen Bruch in Spielbergs Award-Favoriten „Lincoln“ geschnitten werden könnten, fängt an wie „Batman Begins“, wird in der Mitte fast Polit-, Bürgerkriegs- und Charakterdrama, ehe ein furioser „Mad Max 2“-Schlussakt die schräge Prämisse nochmal voll auskostet. Formell, das deuten die Verweise wohl schon an, hat „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ nichts neues und wenig eigenes zu bieten, klingt zu Anfang beinahe wortgenau wie Christopher Nolans „Dark Knight“-Auftakt, mit Lehren rund um Rache und Schuld und deren Kanalisierung, den Trainingsmontagen und so weiter.[...]
[...]Das ist mehr Storybouncing denn –telling, was der Ernsthaftigkeit und Humorfreiheit, mit der „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ von seinem Blutsaugerkillerpräsidenten berichtet, eigentlich sogar noch heftigeren Wind entgegenbläst, als jede verzerrte Vampirfratze. Ironie ist auch nicht immer das Weihwasser filmgewordenen Kasperletheaters, hätte hier aber nicht geschadet und sich durch Lincolns Off-Kommentar angeboten, der jedoch schwer und bitter bleibt. Dennoch macht „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ Spaß, wenn schon nicht in seiner polithistorischen Deutung der Ereignisse, so doch zumindest immer dann, wenn’s den Vampiren so richtig an den Saft geht. Lincoln lässt die Axt wirbeln, was meistens nicht besonders zweckdienlich, aber cool ausschaut. Das R-Rating macht sich bezahlt, alles andere als kindgerecht wirbelt Abe durch die Reihen der Untoten, trennt Köpfe und Gliedmaßen ab, dass das schwarze Blut nur so sprudelt. Seine anfängliche Unsicherheit und kräfteverhältnismäßige Unterlegenheit nutzt „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ wiederum nicht für humoristische Einlagen, sondern ausschließlich zum Push von Grusel- und Gefahrensituationen, wenn sich Lincoln beispielsweise wie Schlachtvieh kopfüber gehängt in einem Keller voller ausgebluteter Menschenleiber wiederfindet und ihm ein ähnliches Schicksal droht.[...]
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[...]Eine wirkliche Herausforderung sind die bösen Buben in „Stirb langsam 4.0“ nur dann, wenn McClane der Technikfirlefanz übertölpelt und schwupps ist das groooooße Manko des Films herausgelesen: es gibt keine echte Bedrohung. Mit Kopfschüssen hingerichtete Geiseln, zum Absturz gezwungene Passagierflugzeuge, Bombenattentate auf Kaufhäuser und Schulen – DAS ist konkreter, handfester Terror. Eine…
[...]Eine wirkliche Herausforderung sind die bösen Buben in „Stirb langsam 4.0“ nur dann, wenn McClane der Technikfirlefanz übertölpelt und schwupps ist das groooooße Manko des Films herausgelesen: es gibt keine echte Bedrohung. Mit Kopfschüssen hingerichtete Geiseln, zum Absturz gezwungene Passagierflugzeuge, Bombenattentate auf Kaufhäuser und Schulen – DAS ist konkreter, handfester Terror. Eine Handvoll Typen, die in einem Container Alt, Ctrl und Enter drücken und damit den Berufsverkehr lahm legen und den Strom abschalten – DAS wirkt nie erschreckend, es sei denn, man zuckt bereits im Stau oder Newsberichten über unwetterbedingt vorübergehend zusammengebrochene Energieversorgungsnetze zusammen. Das ist sicher alles unangenehm und wenig erfreulich, aber dammit, das sind letztlich ein paar großflächigere Alltagsprobleme und keine erschreckende, atemstockende »oh my god, what have they done?!«-Bedrohung. Oder zumindest fühlt es sich im Film eben nicht so an.[...]
[...]„Stirb langsam 4.0“ begnügt sich, vor allem gemessen am Standart der Vorgänger, mit einer Buchhalterbedrohung und ist dabei nicht phasenweise, sondern annähernd komplett durchgehend absolut spannungsfrei.[...]Der ganze Film fühlt sich schlicht nicht wie McClanes und zwingend NUR McClanes Kampf an, nie war es weniger plausibel, dass nur er allein den „safe the day“ machen kann, nie waren die Hinleitungen auf die Fährte der Terroristen mehr aus der Luft gegriffen und weniger exklusiv für McClanes Instinkt reserviert, nie war es so wenig nachvollziehbar und unbegründet, dass nicht armeenweise auf die Jagd nach den bad guys gegangen wird. Zumal Gabriel und seine Truppe es tunlichst unterlässt, mit Konsequenzen kataklysmischen Ausmaßes zu drohen, so im Sinne von »hey, wir können nicht nur mit euren Ampeln rumspielen, sondern haben auch eure Waffensysteme unter Kontrolle, also kommt uns nicht in die Quere oder ihr kassiert den big bang!«. Nichts dergleichen.
Stattdessen hat man den supersmarten Cyberterrorhacker am Start und der hat irgendwann ob McClanes Eingreifen keinen besseren Plan, als gegen eines der old school’sten Schurkengesetze zu verstoßen: »don’t bring the heros kids to the party«. Halbherzig back to basics, indem man McClane so eine zusätzliche persönliche Motivation spendiert, als Plot Point aber so abgeranzt, wie die Feinrippsammlung des Cops. 1993 nahm die Schwarzenegger’sche Selbstparodie „Last Action Hero“ auch den Typus „Tochter des Helden“ auf’s Korn und vierzehn Jahre danach will „Stirb langsam 4.0“ das tatsächlich noch als involvierendes Element verkaufen, die teenage-aufsässige Lucy Gennaro, die mit Papa eigentlich auf Kriegsfuß steht, aber sich mit Knarre am sturen Kopf auf ihre Gene besinnt und plötzlich den Mini-McClane mit Busen, frechen Sprüchen und vorgerecktem Kinn raushängen lässt.[...]
[...]Allerdings verkommen der Film und seine Actionszenen nicht zur reinen CGI-Schlacht, der praktische Effekt scheint zumindest als Grundgerüst Vorrang zu haben und bis auf ein paar Ausnahmen (die Szene im Tunnel, in der sich Autos um und über McClane und Farrell hinweg überschlagen…) fehlt es den großen Krawumm-Sequenzen von „Stirb langsam 4.0“ durchaus nicht an Qualität. Der Shootout zu Anfang ist recht stark, die Verfolgungsjagden zumindest okay, der via Polizeiauto vom Himmel geholte Hubschrauber mag zwar physikalische und logistische Gesetze ebenso in den Wind schießen, dennoch ist das prinzipiell ein gelungener McClane-Moment. Auch die weiteren Gefechte, unter anderem mit der kampfkundigen Maggie Q, gehen für sich genommen absolut klar, das ist grundsolide bis ziemlich gute Action – die nur, im Gegensatz zu ihren Vorgängern, in einem gnadenlos langweiligen Kontext stattfindet.[...]Auch aufgrund der vollzogenen Rating-Trimmung. Wo in früheren Teilen satt der Lebenssaft aus Schusswunden hervorborst und ein »fuck« und sonstige Fluchwörter sich ans nächste reihten bleibt Teil Vier selbst bei schwerstem MG-Feuer relativ sauber, McClanes Kippenkonsum hat sich auf Null gesenkt und seine Catchphrase »Yippee-ki-yay, Motherfu…« wird durch den Lärm eines Pistolenschusses um ihre letzte Silbe gebracht. Dies wurde erst in einem späteren Unrated-Cut mittels nachträglich geänderten Dialogen und eingefügtem CGI-Blut korrigiert – auch so eine moderne Vorgehensweise, mit der ein John McClane nichts anzufangen wüsste und lieber nochmal die VHS-Kasetten mit den alten Filmen einlegen würde…[...]
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[...]Die nie besonders autoritätsfügsame Kodderschnauze McClane muss sich dem Willen und makaberen Humor eines zunächst gesichtslosen live or die-Terrorhasardeurs beugen und ist mit dem „Pech“ geschlagen, dass dieser ihn in der miesest möglichen Verfassung zum Tanz bittet. McClane ist fertig mit sich und der Welt, noch bevor ihm die ersten Kugeln um die Ohren schwirren, noch bevor der Feinripp sich…
[...]Die nie besonders autoritätsfügsame Kodderschnauze McClane muss sich dem Willen und makaberen Humor eines zunächst gesichtslosen live or die-Terrorhasardeurs beugen und ist mit dem „Pech“ geschlagen, dass dieser ihn in der miesest möglichen Verfassung zum Tanz bittet. McClane ist fertig mit sich und der Welt, noch bevor ihm die ersten Kugeln um die Ohren schwirren, noch bevor der Feinripp sich braun von Dreck und blutrot zu verfärben beginnt. So richtig good old McClane ist das erstmal nicht mehr, so richtig mag man den zwar schnodderigen, aber prinzipien- und pflichtbewussten Cop in diesem Daueraspirinschlucker nicht wiedererkennen.[...]
[...]„Stirb langsam: Jetzt erst recht“ legt sehr viel direkter als die Vorgänger sofort los, prescht mitten ins Geschehen vor, Aufgabe folgt Aufgabe und erste ordentlich krachende Actionwummsen werden von der Leine gelassen (U-Bahn-Crash) und als Willis ob der Unwahrscheinlichkeit seines Überlebens seinen trademark’igen irren Lachanfall auspackt ist auch McClane wieder da. Sobald sich jedoch zur Sezessionskrieg-Hymne ♫When Johnny Comes Marching Home♫ die wahren Absichten der Terroristen aus dem vengeance scheme herausschälen wird alsbald klar, dass der ganze Plot für einen „Stirb langsam“-Film eigentlich relativ ungeeignet und widersinnig ist.[...]Der Bulle aus New Yersey hat erstmals ein Heimspiel, Spielwiese ist nicht ein einziger, abgegrenzter Ort, sondern ganz New York, der Faktor Zeit spielt eine wichtigere Rolle als das Maß Raum – alles soweit okay und eine gelungene Kombination aus geographischer Weitläufigkeit und den verrinnenden Minuten als Ersatz für klaustrophobische Enge. ABER: sobald sich der persönliche Feldzug gegen McClane als penibel geplantes Ablenkungsmanöver offenbart wird’s haarig in der Suppe.
Ohne Simons Bombenspielchen hätte der abgehalfterte und vom Dienst freigestellte McClane seinen Tag mit der Pulle am Hals verbracht und hätte so vor sich hin oxidiert, vom Bombenterror in NY bestenfalls im Fernsehen erfahren, in seinem kopfschmerzbelasteten Zustand aber wohl kaum ins Geschehen eingegriffen. Stattdessen aber wird McClane von Simons Rätseln und Kinderspielchen und den zugehörigen Szenarien bei der Ehre und den Eiern gepackt und damit überhaupt erst in die Situation gehievt, mal wieder mit aller Beharrlichkeit gegen den Terror anzutreten, Simon züchtet sich das unberechenbarste und widerstandsfähigste aller Risiken bei der Umsetzung seines Masterplans also selbst heran, päppelt McClane wie ein angeschlagenes Küken auf und hat es schließlich mit einem Raubvogel zu tun. Und DAS unterläuft das „Stirb langsam“-Muster dann doch radikal, wo doch McClane sonst die unerwünscht heiß lodernde Flamme unter dem Kochtopf des Terrorimus und sein unbrechbares Durchhaltevermögen der ständige Biss in den Arsch der bad guys ist und nicht deren Wöllknäuel. Mehrere Gelegenheiten, McClane auszuschalten und seinen Plan nicht weiter zu gefährden, lässt Simon ungenutzt verstreichen, ehe sein Rachemotiv zuletzt ohnehin relativ platt weggehandelt wird.[...]
[...]Das macht aus dem Film in einer Zeit, in der zunehmend CGI und die Hochglanzästethik gepaart mit Millitärpropaganda und Debilhumor eines Michael Bay Einzug im Genre hielten, immer noch einen weit über Durchschnitt anzusiedelnden Actioner, dem nicht komplett die „Stirb langsam“-Identität abhanden kommt, dem aber dieses gewisse Feeling etwas verloren geht, der ein paar der prägnantesten Alleinstellungsmerkmale der Reihe zu weit von ihrem Kern wegvariiert, beziehungsweise sie zu hart in ein Gegenteil verkehrt. „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ vertauscht Spannung und Rasanz mit, teils kopfloser, Hast und Hektik.[...]
[...]Willis bekommt McClane im Laufe des Films wieder auf Betriebstemperatur, die Verweise und Bezugspunkte zum ersten Teil (der zweite wird komplett ignoriert) sind zahlreich, mal versteckt, mal offensichtlich, mal entscheidender Teil der Handlung, mal easter egg. Dennoch verliert „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ gerade das interne Kräftemessen mit dem Original, Jeremy Irons bleibt blasser als Alan Rickman und wo der schmierig grinsend noch selbst die Hirnmasse einiger Geiseln über den Fußboden verteilte und William Sadler im zweiten Teil mit sardonischer Befehlsgewalt ein voll besetztes Flugzeug zum Absturz zwang beschränkt sich Irons auf… Kinderreime. Für ihn müssen sich Sängerin Sam Phillips und Nicholas Wyman als fiese Ostblockkarikaturen die Hände dreckig machen. Und der drangeklatschte Showdown darf sich leider zu einem echten Lowlight der Reihe zählen, dem es in der deutschen Synchronfassung sogar am berühmten »Yippee-ki-yay, Motherfucker« fehlt.[...]
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Gästebuch
sushi97 Fri, 22 Mar 2013 10:32:04 -0000
Sehr interessante Lieblingsfilme, von denen nich viele noch nicht kenne. Werde mir sie bei geeigneter Zeit anschauen. Deine Film-Kentnisse sind sehr groß und vielleicht kann ich von dir den ein oder anderen Film "abschauen". Deshalb die Anfrage ;)
Liebe Grüße sushi97
bestseimon Sun, 28 Oct 2012 13:56:39 -0000
Sympathischer Profiltext und unterhaltsame Kommentare, pardon Kritiken, dazu noch interessante Lieblingsfilme. :) Würde mich freuen, wenn du meine Anfrage annimmst.
LG
Sonse Wed, 17 Oct 2012 15:06:55 -0000
Hey, knapp daneben, aber du hast mich trotzdem deutlich beim Trailer-Quiz geschlagen. Glückwunsch und danke fürs Spielen! :)
Benner Wed, 12 Sep 2012 15:15:15 -0000
Achje, da dachte ich, dass ich schon hier mit dir befreundet gewesen bin. Ist natürlich selbstredend angenommen die Anfrage :) Man liest sich hier oder bei fb :)
LG Timo
Joeyjoejoe17 Mon, 04 Jun 2012 17:53:51 -0000
Als Verfolger deines Blogs via Facebook dachte ich, dass ich dir hier auch mal ne Anfrage schicke.
Marie Krolock Thu, 24 May 2012 09:46:39 -0000
Danke und gerne angenommen :)
Sonnige Grüße aus Berlin
crab1973 Sun, 20 May 2012 14:17:45 -0000
Schicke, nachdem ich mich ein bisschen auf Deinem Blog und bei FB umgesehen habe auch eine Anfrage.
lieber_tee Sat, 19 May 2012 16:09:14 -0000
Ja, eine schnelllebig-virtuelle Zeit. Drei Jahre ist doch schon echt lang, es gibt den MP-Laden doch gerade erst knapp 5 Jahre. Passt doch gut zur den z.Z. oft zitierten "guten ALTEN" MP-Zeiten. War eigentlich damals wirklich alles besser?
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rückwärts gelesen ReyofSnaitsirhc ist Kritiker für http://christiansfoyer.de/.
rückwärts gelesen ReyofSnaitsirhc schreibt als Kritiker für http://christiansfoyer.de/.




















[...]„The Great Gatsby“ ist ein Baz Luhrmann-Film, für diese Feststellung bräuchte es den directed by…-Credit während des Abspanns nicht. Der exzessive visuelle Rausch, die anachronistische Songauswahl, eine ewige Geschichte, ungebunden an Zeit und Ort, auch wenn die vehemente Präsentation sich darin ergeht, die Symbolik des Vorhangs bei seinen vorigen Werken und des Rahmens bei „The Great Gatsby“,…