ChristiansFoyer

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ChristiansFoyer heißt jetzt Cellurizon.de , ist 31 Jahre alt. ChristiansFoyer hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1351 Filme bewertet und legendäre 528 Kommentare geschrieben. Ich bin ein begeisterter Filmfan mit 'na ziemlich großen DVD-, Blu-ray- und Video-Sammlung. Ziehe zwei Stunden Kino jederzeit zwei Wochen Strandurlaub vor und in jedem Geschäft führt der Weg zuerst in die Heimkinoabteilung. Kann mich an vertracktem Kopfkino, bei dem ich am Ende kein Wort kapiert hab, ebenso erfreuen, wie am hirnfreien Actionkracher und es ist vor allem die Begeisterung für das Thema Film, die mein Blog in den Vordergrund stellen und vermitteln soll (das schützt Schlechtes selbstverständlich nicht vor’m Verriss). Also, man sieht und liest sich auf ►http://cellurizon.de/ Mehr


Planet der Affen: Prevolution
Planet der Affen: Prevolution

ChristiansFoyer 7.5 "Sehenswert"

[...]„Rise of the Planet of the Apes“ verschenkt sich weder an den Usus moderner, aufhängerlastiger Blockbuster, bei denen nach der Grundprämisse nicht mehr viel kommt, noch gerät Rupert Wyatts Reboot in irgendeiner Weise besonders originell in Rhythmus und Struktur.[...]Das ist dramaturgisch das ganz kleine Einmaleins der effizienzerprobten Storytellingmechanismen, leicht zu durchschauen, aber wirkungsvoll. Wyatt, Jaffa und seine Mitschreiberin Amanda Silver denken und deuten „Rise of the Planet of the Apes“ nicht um unnötig viele Ecken, auf der Handlungs- und Figurenebene bleiben sie schlicht und klar (um mal das negativ besetzte „stereotyp“ zu vermeiden). Hierbei ist nicht etwa nach Versäumnissen im Script zu suchen, das ist viel mehr eine graduelle Zwangsläufigkeit der Erzählperspektive: die liegt nur stellvertretend beim nominellen Lead James Franco und geht zunehmend in den Besitz des hochintelligenten Schimpansen Caesar über. Der Menschenaffe ist nicht der heimliche, er ist der eigentliche Hauptdarsteller von „Rise of the Planet of the Apes“, was sich aus seinen Wahrnehmungen und Empfindungen heraus ergibt ist die Story, der Kern und, Pathos voraus, das Herz und die Seele des Films. Caesars gesteigerter Intellekt befähigt ihn nicht nur zur Lösung von Geschicklichkeitsaufgaben, er potenziert seine Eigenwahrnehmung, sein Verständnis von evolutionärer und rassenethischer Hierarchie, die das Tier vom Menschen unterscheidet und es, in der Deutung der Menschen, der vermeintlich höheren Spezies untertan macht. Und er begreift seine Fähigkeiten in Relation zu den biologischen Restriktionen des Menschen, der als unspezialisiertes Mängelwesen die Herrschaft über das Tier lediglich aus der Arroganz evolutionärer Transformativität heraus beansprucht: die erlernten und entwickelten Fähigkeiten, zu sprechen, zu forschen, zu schaffen, zu unterdrücken.

Wahnhaft, selbstversessen und gierig zeigt „Rise of the Planet of the Apes“ das Streben nach dem Beheben und Perfektionieren der Fehlerhaftigkeit des Konzeptes Mensch, das Krankheit und Verfallsprozessen genauso wie environmentalen Veränderungen letztlich nicht gewachsen ist und deren einziger Vorteil darin liegt, dass das Tier allgemein dies nicht erkennt, beziehungsweise es nicht in seiner Natur liegt, dies zum Nachteil des Menschen zu verkehren. Bis Caesar kommt.[...]Der Ausbruch der Affen aus ihrer Gefangenschaft, die Stürmung der Labore und der Showdown auf der Golden Gate Bridge können im Ausmaß nicht mit den gängigen Superheldenfilmen und Blockbuster-Konsorten mithalten, bieten jedoch eine Intensität, die selbige oft nicht mitbringen. Es hat Gewicht, wenn Caesar sich erhebt. Bedeutung, Nachdruck. Seine Geschichte, seine Reise bis an diesen unvermeidlichen Punkt ist stets Zentrum des Films und nicht nur die Randnotiz, die an überproportionierten Krawallsequenzen heftet. „Rise of the Planet of the Apes“ begeistert und berührt mit einer emotionalen, affektiv erreichten Wucht, die dem Geschehen zu Grunde liegt, wie schlicht dieses auch in seinen Teilen gestaltet sein mag. Es sind die Augen Caesars, die eine nachvollziehbare Geschichte von Erwachen und Erkenntnis, Unterdrückung und Protest erzählen, mit vielen Referenzen an den Originalfilm geschmückt (auch wenn manche arg bemüht wirken), ausgewogenen Actionanteilen und straffem Tempo.[...]

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Das Phantom Kommando
Das Phantom Kommando

ChristiansFoyer 7.0 "Sehenswert"

[...]„Das Phantom-Kommando“ lässt BetrachtungsMÖGLICHKEITEN zu, die ihn von sonstigem Propagandadreck der Reagan-Zeit abheben und dem Krawallszenario einen subversiven Reiz verleihen.[...]Das Geschehen nimmt zunehmend sarkastische Züge an, es antwortet seinem Zeitgeist mit einer radikalen Überhöhung und bewusst soziopathisierten Hinterfragung seiner Hauptfigur und ihrer Handlungen. Subversion ist dabei das vom Film selbst genannte Stichwort: da verbringt Ex-Colonel Matrix in der Anfangsmontage weichgezeichnet glückliche flauschibauschi Idyllstunden mit seiner Tochter, der krasse Gegenentwurf zu den späteren Gewaltakten, die beiden motschen mit Eis rum und knuschelwuscheln ein Reh und lachen und knuddeln – und dann sagt Matrix am Frühstückstisch, zwischen Saft und Sandwiches: »When I was a boy and rock and roll came to East Germany, the Communists said it was subversive. Maybe they were right.«[...]Ein Jahr, nachdem während eines allgemeinen Hochgefühls von national pride und stars’n’stripes[...]in diese rotweißblau gefärbte Stimmung hinein der wohl missverstandenste Song aller Zeiten, Bruce Springsteens regierungs- und kriegskritisches Born in the USA, zur zweiten Nationalhymne aufgestiegen war, erwähnt Matrix, Ziehkind des kommunistischen Feindbildes, die subversive Kraft des Rock’n’Roll. Das ist weder Zufall, noch Nebensächlichkeit, um Schwarzeneggers breiten Akzent zu erklären, das ist vielmehr das vielleicht hinterhältigste Zwinkern, mit dem ein Actionfilm jemals ein reflektionsunfähiges Publikum verarscht und bloßgestellt hat.[...]

[...]Der ganze Film ist letztlich Widerhall einer Art von „Betriebsblindheit“ jener Zeit, sobald die Fahne im Wind weht und »U-S-AAAA!« gechantet wird, und des kriegsverherrlichenden Post-Vietnam-Duktus der Genreproduktionen der Epoche. Matrix‘ alleingängiger Rachefeldzug gegen die Kräfte des Bösen fährt schließlich zweierlei auf. Einerseits ist das pures, spaßwillig konsumiertes „Arnold can“-Spektakel: »Hey Arnold, can you jump off of a starting plane?« »Yees, Ei kähn!« »Hey Arnold, can you turn a car around?« »Foor schuar!« »Hey Arnold, can you lift a callbox?« »Yees, butt whoot foar?« Egal, macht er halt einfach. Mit solchen lächerlichen Aktionen, Schnittfehlern und grützendoofen Dialogen heizt „Das Phantom-Kommando“ die Partystimmung hoch, wie kaum ein zweites Schwarzenegger-Vehikel. Andererseits aber, und darin macht sich der Film extrem geschickt die eklatanten Schauspiellimitationen des Österreichers zu Nutze, zeigt der Film einen rücksichtslos seine Interessen durchsetzenden Soziopathen, eine Bedrohung für’s Gemeinwohl. Matrix zertrümmert Eigentum und die Knochen unbescholtener Wachmänner, Heimat und Feind haben gleichermaßen unter den Ausmaßen seines Gegenschlages zu leiden, Zivilbevölkerung so sehr wie Militärangehörige. Zwangsweise wird die Stewardess Cindy in das Geschehen verwickelt und nie war Schwarzenegger ungehobelter und einsilbiger mit einem weiblichen Co-Star, sein John Matrix ist nichts als eine zielgerichtete Tötungsmaschine ohne jede Art von Sozialvernunft und kollateralem Respekt. Und genau SO einen Typen hätte der bewundernde General Kirby am Ende liebernd gerne wieder in seiner Truppe, für die braucht man Männer wie Matrix, SOLCHE Männer gewinnen Amerikas Kriege… Das ist so beißend überzogen, wie die gesamte finale Schlacht auf einer Insel und den Horden von Gegnern, die Schwarzenegger mit MG, Pistole, Messer, Machete, Gartenwerkzeug, Granaten und bloßen Händen massakriert.[...]

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Escape Plan
Escape Plan

ChristiansFoyer 6.0 "Ganz gut"

[...]Darüber, ob Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger und ihre Art von Filmen heutzutage noch irgendjemand braucht, kann man sicher ausgiebig diskutieren und die Kassenzahlen sprechen ja eindeutig dagegen – und trotzdem ist es mindestens für Kinder der seelig-verklärten 1980er einfach schön, dass die Recken neben den ganzen CGI-Spektakeln ihr ehrliches Ding noch ein paar Jahre weitermachen, solange sie noch können. „Escape Plan” ist nichts dolles, aber solide Unterhaltung für Fans der Veteranen. Und damit alles, was er sein muss.[...]Nach dem Auftragskiller in „Assassins“, dem Bombenentschärfer in „The Specialist“ oder dem Bergretter in „Cliffhanger“ spielt Stallone den altbekannten schwermütigen „besten Mann, um den Job zu erledigen“, in diesem Fall einen Ausbruchsspezialisten, der ein persönliches Trauma zu bewältigen versucht, wobei Nachdenklichkeit bei Sly wie gewohnt nach Vorstufe zur Narkolepsie wirkt. Den unverkrampfteren Part mit der ebenfalls gewohnten Prise (Selbst)Ironie nimmt Schwarzenegger ein, der als österreichelnder Emil Rottmayer seine losgelösteste Actionfilm-Performance seit dem parodistischen „Last Action Hero“ abliefert, kulminierend in »Deine Mutter«-Gags und dem aberwitzigsten Ausraster seit »Put dät cookie dauwn, NAU!«[...]Mit einem ausgefeilteren Script hätte sich sicherlich mehr aus „Escape Plan“ heraus holen lassen, von Breslins anfänglicher Ausbruchsraffinesse mit selbstgebauten Sextanten und nett visualisierter Blaupausenanalyse bleibt da nichts mehr übrig und am Ende reicht Schwarzenegger und Stallone, was ihnen auch vor dreißig Jahren gereicht hat: Waffengewalt und ein explodierender Bodycount. Simpel, hart und ehrlich, die 80er eben.[...]

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Rush - Alles für den Sieg
Rush - Alles für den Sieg

ChristiansFoyer 8.0 "Ausgezeichnet"

[...]Mit „Rush“ entwickelt das „Frost/Nixon“-Team um Autor Peter Morgan und Regisseur Ron Howard aus einer der intensivsten sportlichen Rivalitäten der Formel-1-Geschichte ein starkes Charakter-Action-Drama.[...]Ein ganz und gar unantastbarer Start/Ziel-Sieg ist sicherlich auch „Rush“ nicht: einige der offenbar unvermeidlichen Sportfilmklischees und Pathetisierungen, Dramatisierungen und Zuspitzungen von Ereignissen sind seit ewig überrundet und nehmen halt trotzdem weiterhin am Genre teil.[...]Auf dem Siegerpodest dieses Films steht aber eindeutig Daniel Brühl. „Rush“ gehört Brühl und zwar so sehr, dass er mühelos auch ein allein auf Lauda fixiertes BioPic gestemmt hätte, seine Performance ist die Traktion zwischen Zuschauer und Film. Nicht nur immitiert der gebürtige Spanier und Wahl-Berliner den Österreicher perfekt (würd’s nur darum gehen hätt’s ja auch Matze Knop getan…), Brühl IST mit jeder Silbe, jeder Geste und jedem Blick die Rennsportlegende und legt nichts geringeres als eine Monsterleistung hin, sobald er im Bild ist schnellt „Rush“ an die Spitze. Die mit Abstand dramatischsten Minuten des Films, Laudas verheerender Unfall auf dem Nürburgring und der anschließende Überlebens- und Rehabilitationskampf im Krankenhaus, gehören sicherlich zu den eindringlichsten und bewegendsten Sequenzen des Filmjahres 2013.[...]

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Don Jon
Don Jon

ChristiansFoyer 4.5 "Uninteressant"

[...]Selbstbewusst und ein gutes Stück weit selbstgewahr geht Joseph Gordon-Levitt nach einigen Kurzfilmen sein Spielfilmdebüt an, spielt mit der Spitzbübigkeit seines Grinsens mit Klischees und Bildnissen herum, studiert in einer immer wieder ablaufgleichen Wiederholungsspule den Alltag eines unsympathischen Banalos, dem man schon nach ein paar Minuten mal so richtig gerne die Pommade aus der Frisur bürsten würde.[...]Natürlich ist es eine tolle und kluge Idee, eine solche Knallcharge mit seinen XXX-Vorlieben eine vom Blondschopf zu den High Heels RomCom-geprägte Traumfrau begehren zu lassen, die höhepunktfixierten Bummsnummern der Rammelindustrie gegen die Biederbettenrealitäten zu schneiden und die Vorstellungswelten von „Liebe“ des einen und des anderen Mediums neckisch kollidieren zu lassen und natürlich findet Gordon-Levitt dafür einige spritzig-spitze Bilder: so erstrahlt Jons Angebetete, Barbara *Achtung* Sugarman, selbst in der spärlich beleuchteten Disco noch in einer Flut goldgelber Umschleierung und der gemeinsame Kinobesuch von „Special Someone“ mit Channing Tatum und Anne Hathaway zerpflückt sarkastisch die Formelhaftigkeit der heutigen Liebeskomödie. Alles gut und nett, aber Gordon-Levitts Intentionen in Ehren: mehr als gewolltes, hip-süffisantes IN-Trend-Gehasche ist sein Film meistens nicht. Vieles an, beziehungsweise eher in diesem „Don Jon“ wirkt dann wiederum so unintoniert luftleer, als hätte Gordon-Levitt das Drehbuch letztlich eben doch nur um die Idee zur Gelegenheit herum ersonnen, Scarlett Johansson mal an Brüste und Hintern zu fassen.[...]

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Die Tribute von Panem - Catching Fire
Die Tribute von Panem - Catching Fire

ChristiansFoyer 5.0 "Geht so"

[...]Und dann kommt da diese Katniss Everdeen, hält drei Finger in die Luft, gibt ein Pfeifkonzert mit Spotttölpeln und whooow, it’s revolution, baby! Warum ERST JETZT, im 75. Jahr der Hungerspiele? Warum durch IHRE Taten, worin liegt deren Besonderheit? Ist sie der erste Tribut in einem Dreivierteljahrhundert, der sich während der Spiele für einen anderen eingesetzt hat? Der erste, der widerständlerisches Verhalten dem Kapitol gegenüber gezeigt hat? Und warum gibt irgendwer in den Distrikten einen Dreck auf ihre Fake-Liebe zu Peeta? Dort, wo Eltern ihre Kinder entrissen werden?[...]Viel zu viele Fragen, um der Illusion des Films zu folgen. Es bleibt permanent präsent, dass das alles keinen Sinn zu haben scheint, weil die „Panem“-Filme keinerlei Relationen innerhalb ihrer dargestellten Welt setzen, keine organische Umgebung jenseits des akut Gezeigten spür- und erfühlbar machen, eine größere Stimmung, die sich von außen in das Geschehen transferiert, ihm Gewicht und Bedeutung verleiht.[...]Am Ende schneidet das Sequel dennoch leich verbessert im Vergleich zum Vorgänger ab, „Catching Fire“ macht mehr Druck, wirkt nicht nur dank der erträglichereren Kameraarbeit cinematischer, auf Kosten der Logik und konsistenter Charaktere steigert sich zumindest das Drama und gewährt einen Anschlag von „Mitfiebern“.[...]Jennifer Lawrence überzeugt weiterhin im geforderten Spektrum der Rolle, die an sich ist allerdings ein gewaltiges Trugbild: Katniss ist nur die Beilage eines Gerichtes, das von ganz anderen gekocht wird, die im Hintergrund einen umständlichen Plan mit ihr durchziehen. Eine starke Frauenfigur? Mitnichten. Im Gegenteil: zig Mal bekommt sie während beider Filme gesagt, bloß nicht sie selbst zu sein! Und dieses „sie selbst“, was fällt den Panem-Filmen da an starker Persönlichkeitsausprägung ein? Widerspenstigkeit. Zwei Filme lang von männlichen Wunschbildern fremdbestimmt und umgeformt. Und wie oft tut Katniss gerade in „Catching Fire“ denn etwas, dass NICHTS mit dem Beschützen ihrer Loverboys zu tun hat? Wie oft leidet und weint und kreischt sie verzweifelt ob des schwindenden Wohls der Männer in ihrem Leben? Aber hey, yippieyeah: was für ’ne starke Frauenfigur… May the box office numbers be in her favor.[...]

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Thor 2: The Dark Kingdom
Thor 2: The Dark Kingdom

ChristiansFoyer 7.0 "Sehenswert"

[...]„Thor: The Dark World“ und ganz besonders natürlich die Heimat des Helden Asgard und seine Mitstreiter streifen den Pappmaché- und Plastiklook der Franchise-Eröffnung ab, der unangenehmst an die Saban Entertainment-Produktion „The Mystic Knights of Tir Na Nog“ (wie „Power Rangers“ im Mittelalter plus Titelsong der Kelly Family) erinnerte, und polieren das Götterreich einerseits auf und patinieren es gleichzeitig.[...]Einige eingestreute inszenatorische Kniffe, wie die „Ocean’s“-mäßige plan’N’execute-Montage, drücken den Film in Tempo und Esprit runter, ehe zum Showdown alle Welten in Reihe stehen und die Gäule mit den Machern durchgehen: keine Ahnung, was sich da am Ende abspielt, ganz ehrlich. Natalie Portalman? „Thortal“? Irgendein Portalirrsinn auf jeden Fall, durch den Thor und Malekith von Welt zu Welt hüpfen und stürzen. Ist aber cool. Schöne Abwechslung zur städtevernichtenden Klimaktik eines „Man of Steel“, eines „The Avengers“ etc. Wie inzwischen gewohnt macht Marvel mit „Thor: The Dark World“ mehr Türen auf als zu und hinterlässt ein paar spannende Optionen für den Donnerbengel. Soweit ist dessen zweites Solo ein spaßiges, gestalterisch bisweilen verzückendes und in den etablierten Konfliktpunkten der Charaktere mit Weitsicht und Stringenz weitergedachtes SciFi-Abenteuer ohne echten Mindblower, aber mit vielen Eyepoppern, überqualifizierter Besetzung und guten Actionsequenzen. Thor will return. Das ist nun keine Drohung mehr, sondern ein gerne entgegen genommenes Versprechen.[...]

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Runner Runner
Runner Runner

ChristiansFoyer 4.0 "Uninteressant"

[...]Mit seinen postkartentauglichen, von „Avatar“-Kameramann Mauro Fiore eingefangenen Ansichten vom exotischen Costa Rica (ähnlich verklärt präsentiert wie Kuba in der aktuellen DSDS-Staffel, aber whatever…) bietet „Runner Runner“ immerhin einen satten optischen Reiz, in seiner vollkommenen Variationslosigkeit generischer Thriller-Elemente aber null erzählerischen Wert. Der eifrig-naive Neuling trifft den charmanten, doch abgebrüht-abgründigen Alpha Dog, verguckt sich in die Vorzeigeschönheit von dessen Company, ein verbissener FBI-Mann mit rich man-Allergie mischt sich ein und der schmierig-einheimische Korruptling macht erst Trivialplauderei, ehe er zu Drohgebärden ansetzt. Kennt man alles, rasselt der Film nur so runter und besonders die love story zwischen Justin Timberlake und einer in Karottensaft getunkten Gemma Arterton ist steif und unsexy.[...]Einen wirklichen Einblick ins schmutzige Geschäft mit Konten, Login-Daten und Akquirierung der Online Poker-Gemeinde liefert „Runner Runner“ auch nicht, das Setting bleibt reines Stichwort mit ein paar abgedroschenen Zocker-Weisheiten aus dem Off und ein bißchen Anlehnung an reale Begebenheiten und ansonsten jeder Menge austauschbarer Handlungselemente.[...]

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Daydream Nation - Drei sind einer zu viel
Daydream Nation - Drei sind einer zu viel

ChristiansFoyer 9.0 "Herausragend"

[...]„Daydream Nation“ ist so ein typischer kleiner Indie-Schmeichler mit Split Screens und Parallelmontagen, Texteinblendungen und unchronologischer Erzählung, ohrmuschelbecircender Knuffelpopsongauswahl mit Stücken von Stars oder Emily Haines, und bevölkert von Figuren und Ereignissen mit launigem Skurriculum Vitae. Das wäre aber noch nicht unbedingt gut. So ein „typischer kleiner Indie-Schmeichler“ lockt doch meist Liker und Hater gleichermaßen, die Formeln scheinunabhängiger Produktionen mögen sich manche immer wieder geben, andere ödet das an. „Daydream Nation“ ist dann aber doch nicht sooooo „typisch“, kein pseudolebensweises Getue und hipcooles Gelaber wie in „Happythankyoumoreplease“ und „Juno“, keine „Little Miss Sunshine“-Niedlichmoral und kein Absurdistanpanorama auf brüchig zusammengeholzten Stelzen: nee, „Daydream Nation“ ist ein Film mit der seltenen Eigenschaft, nicht Szene für Szene wie die dreiunddrölfzigste Wiederkäuung des selben Schemas zu wirken und außerhalb des »been there, done that«-Kosmos zu stehen. Das Panoptikum aus Kiffern, Losern, Stonern, Depries, einem Serienkiller und Kat Dennings kommt nicht mit der neuesten Geschichte daher, löst sich in den Methoden seiner Erzählung aber in eine ganz eigene Sphäre, eine träumerische Stimmung. Der Titel entstammt nicht bloß einem Sonic Youth-Album, er passt auch perfekt zum Feel des Films: eine kleine, kaffkomprimierte Nation der Weggetretenen, der Tagträumer.[...]

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The Philosophers - Wer überlebt?
The Philosophers - Wer überlebt?

ChristiansFoyer 4.5 "Uninteressant"

[...]Man stelle sich vor, was für ein guter Film „The Philosophers“ hätte werden können… Die Prinzipien utilitaristischer (und damit teilweise schlicht menschenverachtender) Vernunft ausgetestet an einer Gruppe theoretischer Konstrukte, deren Gefühlsebene unaufhaltsam in die Gleichung involviert wird. Das hätte wahnsinnig viel Raum geboten, nur nutzt John Huddles bloß die Besenkammer. Die erste halbe Stunde entwickelt sich durchaus involvierend, der klassischer Narration entsagende Ansatz ist mal was anderes, nur trägt er den Film nicht mehr, sobald Huddles sich nicht mehr vollkommen darauf verlässt. Was schließlich bleibt ist eye candy, nette Panoramaaufnahmen, solide Effekte, gutaussehende Darsteller in schick designten Klamotten und mit perfekt gestylten Frisuren, die selbst nach einem Jahr Bunkerleben nicht aus der Form geraten. Das Rollenspiel der Studenten bleibt auf seine Oberbegriffe beschränkt und nach dem starken Auftakt reichen die Denkansätze nicht weiter als bis zur nächsten Wand. Der Score von Nicholas O’Toole und KoЯn-Frontmann Jonathan Davis ist unspektakuläres Elektrogedudel, das keinerlei Akzente setzt. „The Philosophers“: ein Lehrstück ungenutzten Potenzials…[...]

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Pacific Rim
Pacific Rim

ChristiansFoyer 8.0 "Ausgezeichnet"

[...]„Pacific Rim“ wickelt einem ordentlich die Locken ab, wenn der Film in die Vollen geht, die kreischenden und schnaufenden Gewalten und der blanke, kindische Bock darauf, dass sich Monster und Mechs die Fressen polieren, sich Gliedmaßen abtrennen, mit Säure rumätzen, die Eingeweide aus den Leibern reißen und alles mögliche mehr; das hat der Gigantenkreaturenfilm in solcher Form noch nicht geboten. Guillermo del Toro hantiert hier nicht viel mit Subtext rum, die Figuren und die Geschichte von „Pacific Rim“ sind klar im Angesicht der drohenden Apokalypse gestrickt und werden nicht zu irgendwas hoch metaphorisiert, auch wenn es ganz winzige Ankläge in gewisse Richtungen gibt, als zum Beispiel kurz mal jemand erwähnt, dass erst die schwindende Ozonschicht und die Umweltverschmutzung den Kaiju die passende Atmosphäre für ihre Invasion geschaffen haben. Aber ansonsten wird die Prämisse so simpel umgesetzt, wie sie eben ist, und verdammt: das ist in diesem Fall auch genau richtig so. Keiner muss mehr Shakespeare’esque Dramen vortragen oder tiefenpsychologische Entwicklungen durchlaufen, wenn es nur noch auf die eine Frage ankommt: die oder wir…[...]

[...]„Pacific Rim hat ein paar Schwächen und dennoch ist das Ding ein absolutes Brett. Nicht mehr, als man nach den gigantomastastischen Trailern erwarten konnte, vielleicht manchenteils sogar eher ein bißchen weniger, weil eben auch die Action nicht ganz ohne Mängel ist – aber der pure Spaß am Monstergekloppe bügelt die ohnehin nicht allzu schwerwiegenden Schnitzer aus.[...]

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Sequels, die das Original toppen

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Gästebuch

Nikoprot

Schachtelsätze und Anglizismen FTW! Tolle Kritiken und toller Blog. Deswegen die Anfrage. :)

The Freewheelin Fonda

Dass ich hier erst so spät auf dein Profil stoße ;)
Glaube wir passen filmtechnisch ganz gut zueinander und dein Profiltext gefällt mir auch sehr gut.
Ich lasse dir mal ne Anfrage da :)

Beeblebrox

Wow, waren wir hier echt noch nicht befreundet? :O

sushi97

Sehr interessante Lieblingsfilme, von denen nich viele noch nicht kenne. Werde mir sie bei geeigneter Zeit anschauen. Deine Film-Kentnisse sind sehr groß und vielleicht kann ich von dir den ein oder anderen Film "abschauen". Deshalb die Anfrage ;)
Liebe Grüße sushi97

Vic Mackey

Schöner Blog, tolle Kritiken... Freunde? ;)

bestseimon

Sympathischer Profiltext und unterhaltsame Kommentare, pardon Kritiken, dazu noch interessante Lieblingsfilme. :) Würde mich freuen, wenn du meine Anfrage annimmst.
LG

Sonse

Hey, knapp daneben, aber du hast mich trotzdem deutlich beim Trailer-Quiz geschlagen. Glückwunsch und danke fürs Spielen! :)

Benner

Achje, da dachte ich, dass ich schon hier mit dir befreundet gewesen bin. Ist natürlich selbstredend angenommen die Anfrage :) Man liest sich hier oder bei fb :)
LG Timo

Joeyjoejoe17

Als Verfolger deines Blogs via Facebook dachte ich, dass ich dir hier auch mal ne Anfrage schicke.

Marie Krolock

Danke und gerne angenommen :)
Sonnige Grüße aus Berlin


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