ChristiansFoyer - ChristiansFoyers Kommentare zu Filmen

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http://christiansfoyer.de/ (ChristiansFoyer)
über Das gibt Ärger

4.5Uninteressant

[...]Die Urgewalt aus „Warrior“ gegen den Katastrophenverhinderer aus „Unstoppable“, Bane vs. Capt’n Kirk, Spy vs. Spy, Tom Hardy vs. Chris Pine – booyah! Dazu Reese Witherspoon, die in ihrer all-American girl legally Blondheit sicher nix für jedermanns Geschmack ist, aber doch ein zumutbareres Begierdeobjekt abgibt, als die Kolleginnen Sarah Jessica Parker oder Katherine Heigl es aktuell auf die Leinwand bekommen – boo(na)yah! Drei Namen, viel Trivial- und Nerdgequatsche und viel Potenzial um vieles und viel mehr richtig zu machen als die Genrekonkurrenz der prämissenähnlichen Action-RomComs. Wenn Zweifel an „This Means War“ bestanden, so trugen diese ein kryptisches Namenskürzel als Synonym: McG. Booooonay, brüllen da die Fanboys auf. Aber McG-Bashing ist blöd und nicht Ziel dieser Besprechung, zumal das Problem bei der Regie höchstens darin zu suchen ist, dass der in allen Bereichen zu biedere „This Means War“ ein paar mehr durchgeballerte visuelle Spielereien und verrückte Ideen à la „Charlie’s Angels“ hätte vertragen können, um entweder so schlecht zu werden, dass man’s gesehen haben muss, oder eben anspruchslos gut zu unterhalten. Stattdessen bewahrheitet sich mal wieder: langweiliger Durchschnitt ist der wahre Feind…[...]

[...]In der Introsequenz sieht der Arbeitsalltag der beiden Kumpel-Spione FDR und Tuck ähnlich dem der Engel von Charlie aus: bestens gedresst und gestylt flottsprüchig an einem exotischen Schauplatz unterwegs, statt Martial Arts-Wirbel und wilden wirework-Einlagen gibt’s handfeste Haue und vermehrten Schusswaffeneinsatz, dazu blitzlichtgewittriger Schnitt und auch der Gewaltgrad ist wie schon in McG’s Serienadaptionen nicht ohne, zwar nicht exorbitant oder wirklich blutig, aber auch die Engel boten bei aller Überstilisierung besonders im Sequel mehr als zartes Püppigezanke. Die ganze Szene ist mit ihrem german Schurken, den Hechtsprüngen und Ballereien und einem typschen Bösewichtsmoment (»warum steht der da rum und schießt nicht einfach!?«) überhaupt nicht ernst zu nehmen und wirkt in ihrer ganzen Attitüde wie eine Folge „Alarm für Cobra 11“, nur ohne Autos und Autobahn. Wo allerdings das deutsche Qualitätsfernsehen kaum Verschnaufpausen und plausible Storyentwicklung bietet lehnt sich „This Means War“ nach dem bleihaltigen Auftakt erst mal gaaaanz weit zurück. Über eine halbe Stunde vergeht, bis zum nächsten Mal die Kugeln fliegen, bis dahin bestimmen Gefühle und Sprüche den Flugverkehr. Actionfilme muss man ja selten wegen zu wenig Action kritisieren, „This Means War“ aber schon. Der geht so sehr in RomCom mit Spy-Touch über, dass jede weitere Einlage mit Knarre und Prügel zu sehr gemusst, zu wenig gewollt und im Kontext irgendwie nicht richtig gekonnt wirkt.[...]

[...]Erst als der Kleinkrieg der Spione seinen Anfang nimmt schöpft „This Means War“ langsam so ein paar Tropfen Lachwasser ab, was seinen Höhepunkt in der Paintballszene findet, in der Tuck Lauren seine gefährliche Seite zeigen will und dabei haufenweise Kids und aufgebrachte Erwachsene per Farbpatrone und –granate niedermetzelt und überdeutlich zeigt, in welche Richtung „This Means War“ hätte zielen sollen: die Special Skills der Top-Spione möglichst alltägliche Situationen infiltrieren und auseinander nehmen lassen. Das macht der Film neben dem Farbkugelmassaker aber viel zu selten und wenn es so richtig ans Eingemachte zwischen FDR und Tuck geht viel zu brav: der eine schickt eine Drohne hinter dem anderen her und bekommt dafür beim eigenen Date einen Betäubungspfeil in den Hals geschossen bevor’s zum Beischlaf kommt. Lahm.[...]

[...]Wenn man von „This Means War“ allerdings nicht erwartet oder sich schnell damit abzufinden bereit ist, dass der nicht mehr, nichts anderes und nichts originelleres als die brachenübliche Action-RomCom bietet, wenn es einen nicht stört, dass alles nicht so richtig in die Pötte kommt und in Allgemeingebräuchlichkeiten des Genres vor sich hin schmort, DANN kann man den Film sicher als von sympathischen Darstellern getragenes Kurzweil durchwinken oder vielleicht sogar als höchst überkanditelte Anmahnung des US Patriot Acts und des Wahns des im Internetzeitalter üblich gewordenen background checks von Date- und Flirtpartnern aufnehmen. Aber auch diese Deutung gelangt schließlich nur dort an, wo es bei „This Means War“ alles anfängt und aufhört: nicht genutztes Potenzial. Hardy, Pine und Witherspoon spielen’s nett und sogar für Til Schweiger findet sich eine Rolle, die den german export und Mangelmimiker nicht überfordert. Schurke Heinrich bekommt kaum die Minute an Screentime voll, guckt böse und damit hat es sich. Ein bad guy vom Schlage eines Christopher Walken… nee, überhaupt mehr Christopher Walken hätte dem Film gut getan: Unerwartetes, Abgedrehtes, unvorhergesehen Überbetontes, eine Tanzeinlage aus dem Nichts, absonderlich-spezieller Humor… Verdammt, soviele Worte gemacht und dabei hätte der folgende Satz gereicht: „This Means War“ hat nicht genug Christopher Walken![...]

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http://christiansfoyer.de/ (ChristiansFoyer)
über The Divide

4.0Uninteressant

[...]„The Divide“ ist hart, abstoßend und widerlich, eines aber ist er nicht: differenziert. Die Entwicklung der Figuren von Überlebenden zu derangierten Fratzen der Entmenschlichung wird von „Frontière(s)“-Macher Xavier Gens und dem Autoren-Duo Karl Mueller und Eron Sheean zwar einerseits mit erbarmungsloser Härte durchgezogen und in teils schwer verstörende Szenen gepackt, andererseits aber ist „The Divide“ darin wenig clever, wenig im Zwischenton ausgespielt, sondern mehr mit der Trommel eingehämmert und in seiner extrem reduzierten Figurenzeichnung an einige wenige Kerncharakteristika geknüpft, die einfach in ihr extremes Gegenteil verkehrt oder auf eine widerwärtige Spitze getrieben werden. Wenn sich letztlich ausnahmslos jede Figur dorthin entwickelt, wo man sie bereits nach wenigen Minuten Film zum Ende hin vor sich sieht, dann sind selbst die schockierendsten Momente eben kein generisches Abbild zerbrechender Gesellschafts- und Gruppenstrukturen, keine magenverschnürende Sezierung psychologischer Prozesse im Angesicht von Stress, Trauer, Wut und Ängsten – es ist einfach nur die matte, degoutante, verabscheuungswürdige Aneinanderkettung einer klar herauszulesenden Drehbuchlogistik. Push das Weichei to the limits und es wird sich unerwartet heftig wehren, lass den lockeren Typen es sich zutrauen, eine Leiche zu zerhacken und er wird danach komplett durchdrehen, gib der Frau eine harte Vergangenheit und als einzige wird sie Zukunft haben, usw.[...]

[...]„The Divide“ metaphorisiert, paraphrasiert und allegorisiert seine schockierenden Ereignisse auch immer wieder zu Zerrbildnissen jüngerer US-amerikanischer Geschichte und Volkes Gefühlslage. Der wutzuckende Mickey vermutet hinter dem vernichtenden Atomanschlag immer wieder islamistischen Terror, er selbst ist ein 9/11-Traumatisierter, dessen Stimme niemand hören will und dessen Tragik auch dann niemanden interessiert, als er auf Fotos mit Frau und Kind zu sehen ist, während Josh und Bobby im Angesicht des Grauens jedes Gewissen verlieren, reuelos und mit brutaler Lust zu foltern, zu erniedrigen, sexuell zu dominieren beginnen und nicht erst, als sie sich symbolisch die Schädel kahl rasieren, vom Film zu einer Art Vertreter der Generation „jung, labil, Soldat“ erklärt werden, die im Bunker quasi einige der unfassbaren Kriegsverbrechen nachspielen, die von US-Truppen seit 2001 begangen wurden (der Abu-Ghuraib-Folterskandal etc.). Martialisch wird zum Beispiel außerdem ein Zeitungsschnipsel mit Ex-Präsident George W. Bush und seinem Ruf nach Vergeltung ins Bild gerückt und auch im Luftschutzkeller bleibt kein Platz mehr für Kompromisse und Verhandlungen, nichtmal unbedingt das Gesetz des Stärkeren gilt – sondern die Hand dessen, der sich am weitesten zu entmenschlichen bereit ist.[...]

[...]Letztlich verpufft so viel Bedeutungsträchtigkeit aber dahinter, dass „The Divide“ einen Teil seiner Figuren zu grotesken Freaks hochjazzt und der andere Teil farblos egal bleibt, was in dieser Kombination zu keinem Ergebnis führt, das auch nur halb so weit mitreißen könnte, wie es das sollte und müsste, um den wirklich umnagelnden Apokalypsen-Horror-Thriller zu bieten, der „The Divide“ sein will. Der Film besäße einige sich verflucht tief einbohrende Szenen, wenn es denen nur gelingen täte, die Worte und Seiten des Scripts vergessen zu machen, mit denen sie konstruiert wurden. Der Schlussakt lässt schließlich alle Anspannung und alles an Grauen erlebte in eine Erruption der Gewalt münden, ist in seiner Auflösung, wer sich gegen wen richtet, so alphabetär, wie in seiner Intensität dadurch abgemildert, dass der Film mit recht unpassenden Kamerakaspereien anfängt, die sich in der sonstigen, nur selten auf solche Weise unterbrochenen Unter- und auf’s wesentliche gerichteten Stilisierung und Dreckigkeit von „The Divide“ nicht richtig anfühlen. Irgendwelche Guy Ritchie- oder David Fincher-„Panic Room“-Gedächtnismätzchen hätt’s nicht gebraucht. Besser macht’s Jean-Pierre Taiebs Musik, die trotz wiederkehrender Themen mehr Charakter als einige der Figuren ausweist, nicht bloß Horror- und Psychosenklänge runterrezitiert, sondern in vielen Momenten das pure Gefühl der Verzweiflung heraushebt und es als solches stehen lässt, ohne es gleich in wie auch immer ge- oder entartete Form der (Un)Tat zu übersetzen, wie der Film es ansonsten tut. Ein bißchen öfter in diese leisere Richtung gedacht, ein bißchen mehr an Persönlichkeit und Empfindung für die Figuren aufgebaut und sich nicht bloß darauf verlassen, dass Menschenverächter und Zyniker das schon in ihrer »ja ja, wir Menschen, schlimm, schlimm…«-Haltung abnicken – „The Divide“ hätte einen nächtelang verfolgen können. Tut es so aber nur bis zum nächsten Morgen und dem Ende dieser Kritik, das hiermit dann auch erreicht wäre.[...]

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http://christiansfoyer.de/ (ChristiansFoyer)
über Men in Black 3

6.5Ganz gut

[...]Nicht frei von Schwächen, aber stark genug, um diese wenigstens für 105 Minuten auszublenden. Trotzdem die Schwächen zuerst: „Men in Black 3“ ist in vielen entscheidenen Storypunkten wieder Altbekanntes. Da ist der böse Außerirdische, der es auf ein ungewöhnlich kleines Ding von außerordentlich großer Bedeutung abgesehen hat, die Zeit ist wieder knapp und am Ende startet unter diesen und jenen zu schaffenden Voraussetzungen ein Raumschiff. Bis es zu Agent Js Zeitreise und seiner Begegnung mit dem jungen K kommt gibt’s außerdem nicht wenig an Unlogik zu schlucken. Der Gefängnisausbruch des neuen Bösewichts Boris führt den zwar gelungen ein, geht ihm mit Hilfe seines Fangirls Lily aber so leicht von der wortwörtlichen Hand, dass sich schon die Frage stellt, warum der Fiesling und sein Bunny vierzig Jahre damit gewartet haben. Die selbe Zeit lässt sich unverständlicherweise die Invasionsarmee, die nach der Vernichtung des Agent K aus der Vergangenheit erst an dem Tag auf der Erde ankommt, an dem J in einer K-losen Gegenwart erwacht. Und warum der sonst so rücksichtslose und brutale Boris ausgerechnet den Typen am Leben lässt, der ihm die Zeitreise ermöglicht und so überhaupt erst die Möglichkeit offen lässt, dass ein Man in Black ihm durch die Zeit folgen kann, ist ebenfalls nicht gerade die durchdachteste Handlung der Filmgeschichte. So richtig bewusst werden einem solche Böcke aber erst nach dem Film und das spricht für dessen Unterhaltungswert.[...]

[...]Der bärtige Rampensauschurke Boris mit seinem stachelverschiessenden Parasiten in der Handfläche macht einfach Laune, der ist nicht ganz so ein Highlight, wie Vincent D’Onofrios Edgar the Bug aus dem ersten, aber um einiges imposanter als der pflanzententakelige Magerhaken Lara Flynn Boyle im zweiten Teil. Den fresh princenden Will Smith könnte man stundenlang gegen die undurchdringliche Wand aus Grummel aka Tommy Lee Jones anrennen sehen, ohne dass der Spaß daran verloren ginge. Rick Bakers Kreationen und MakeUp-Effekte sind einmal mehr klasse, kleinere und größere Hints auf Promi-Aliens von Lady Gaga (wie naheliegend…) über Tim Burton bis Mick Jagger gibt es reichlich zu entdecken und die Zeitreise in die 1960er ist letztlich weit mehr als eine Storyausrede. Sicher wird das Setting nicht voll ausgespielt, allerdings hätte aus „Men in Black 3“ auch allzu leicht wieder nur eine wahllose Aneinanderkettung von Einfallsschnippseln werden können, stattdessen leistet der Film aber wirklich etwas für seine beiden Hauptfiguren und ihre Beziehung. Immer wieder deutet sich an, dass in der Vergangenheit etwas zwischen Agent K und Agent J vorfallen wird, etwas fundamentales für ihre gemeinsame Gegenwart, ein prägendes Erlebnis in, wie sich herausstellt, ihrer beider und nicht nur Ks Leben. Damit zu jonglieren und mit der Auflösung am Ende nicht zu enttäuschen, sondern bis zum dicken Kloß im Hals zu berühren ist für solch action- und comedylastiges Entertainment-Kino wie „Men in Black“ schon eine verflucht tolle Leistung, vor allem wenn man bedenkt, wie kläglich der zweite Teil mit seiner 08/15-Love Story daran scheiterte, das so entbehrungsreiche Leben der Männer in Schwarz zu emotionalisieren.[...]

[...]Back in black und zurück zu früher Form: „Men in Black 3“ ist sehr ordentliches Unterhaltungskino, das sich einige Schnitzer mehr als der erste Teil erlaubt, aber längst nicht so viele wie der zweite. Die Gag-Rate hätte noch höher sein können, einigen der einseitigen Kabbeleien zwischen J und K bleibt allzu schnell die Luft weg, dafür fällt eben der emotionale Part überraschend einnehmend aus. An den Effekten und generell der Optik gibt’s wenig zu mäkeln, der Zeitsprung zum Beispiel ist phantastisch visualisiert und ja allein in seiner Ausführung schon so simpel wie genial. Viele schräge Aliens, ein schön fieser Schurke, ein paar verpasste und einige genutze Gelegenheiten – „Men in Black 3“ wäre ein nicht bestmöglicher, aber schon gelungener Abschluss der Reihe. OB es überhaupt einer ist werden wohl die Zahlen zeigen, wobei der Film bei derartigen Budget-Regionen durchaus Probleme mit der Wirtschaftlichkeit bekommen könnte. Und wer weiß, vielleicht traut sich ja irgendwann mal irgendwer an ein R-Rated-Reboot, das sich näher an die Comicvorlage hält, in der etwa Zeugen nicht geblitzdingst, sondern entsorgt werden und die MIB insgesamt eine sehr viel weniger heldenhafte, sondern höchst fragwürdige Truppe sind, die es neben Außerirdischen auch mit anderen paranormalen Phänomen und Erscheinungen zu tun bekommt. Aber eigentlich muss das auch nicht sein. Einfach erstmal „Men in Black 3“ gucken und nach dem blöden zweiten Teil Versöhnung mit J und K feiern.[...]

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zum Artikel Was haltet ihr von Dark Shadows?

Auf drei Kritiker-Profile zu verlinken, die alle nicht öffentlich sind und damit nur zu eurer "Huch!"-Seite führen finde ich ja irgendwie witzlos...

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the gaffer

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Wurde korrigiert.


http://christiansfoyer.de/ (ChristiansFoyer)
über In guten Händen

6.5Ganz gut

[...]Den Inhalt von „Hysteria“ zu formulieren hat etwas von einer Runde des Gesellschaftsspiels Tabu. Beschreibe Tanya Wexlers Film, ohne die folgenden Begriffe zu verwenden:
- geil
- ungef…t
- sexuelles Verlangen
- fingern
- (weiblicher) Orgasmus
Im Groben handelt „Hysteria“ genau davon: geile, ungef…te Frauen wenden sich mit ihrem sexuellen Verlangen an einen Doktor und lassen sich so lange fingern, bis sie zum Orgasmus kommen. Im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts wäre das so formuliert nicht bloß ein Tabu, sondern vielmehr eine Undenkbarkeit: wo die Ejakulation des Mannes der Fortpflanzung dient, hätte ein vergleichbarer Lusthöhepunkt der Frau doch gar keinen wirklichen Zweck! Ergo gibt es ihn nicht. Für die Doktoren Dalrymple und Granville hat es somit auch nichts sexuelles, wenn sie den Frauen ihr rein medizinisches Vermögen zu Nutze machen, um sie von ihren Ausbrüchen der Hysterie zu kurieren. Sie behandeln ein schweres Leiden und befriedigen kein Verlangen. Undenkbar schließlich, ein weiblicher Orgasmus… Selbst heute, fast anderthalb Jahrhunderte der Aufklärung später, irgendwie noch nicht so richtig etabliert, schließlich gipfelt der gewöhnliche Hetero-Porno im Cumshot des Mannes und nicht dem Zucken der Frau…[...]

[...]Hugh Dancy macht das als Granville ganz sympathisch, mit britisch-elitärer, gentleman’liker Würde inklusive einiger Momente hibbeliger Überforderung – also so, wie Namensvetter Grant das oft vorgemacht hat. Most memorable character in movie history wird man so nicht – selbst wenn man nebenbei den Vibrator erfindet! Neben dem ganzen female empowerment und medizinischer Revolution ist „Hysteria“ nämlich ganz klar ein BioPic des phalloiden Freudenspenders: wie hat’s das von einem schnaufenden Generator betriebene Gerät vom medizinischen Instrumentarium zum handlichen Lustbringer im Nachtschränkchen der Damenwelt geschafft? Das ist in der retrospektiven Betrachtung witzig zu verfolgen und sorgt für ein paar besondere Augenblicke, die dem ansonsten etwas sehr gewöhnlichen Film fehlen. Der wagt sich erzählerisch nun wahrlich nicht auf Neuland; das Granvilles Gefühle alsbald in Richtung der unkonventionellen Charlotte ausschlagen ist so sicher wie das Stöhnen der Frauen während seiner Behandlung, womit „Hysteria“ sich früh ein doch sehr enganliegendes Korsett umschnallt und zumindest narrativ nicht viel mehr hergibt, als die übliche RomCom. Außergwöhnlich machen’s halt die historischen Umstände, die Wexler gleich in mehrere Richtungen beleuchtet (medizinisch, gesellschaftlich, sozialistisch, rechtlich, sexuell), darüber aber keine ehrlich herzberührende, sondern eine zweckmäßige Liebesgeschichte erzählt. Den gut aufgelegten Darstellern klaut dabei ein famoser Rupert Everett als snobistisch-unverblümter Lord Edmund St. John-Smythe die Show.[...]

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zum Artikel Hanni & Nanni vs Twilight

Whao. Noch nichtmal 9 Uhr und schon kann und will ich die Worte "voll", "total" und "cool" für den Rest des Tages nicht mehr hören...

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über Dark Shadows

7.0Sehenswert

[...]»Sometimes it lasts in love, but sometimes it hurts instead«, weiß Sängerin Adele in ihrem Grammy-Hit Someone Like You, und tatsächlich steht sie auf dem Prüfstand, die Liebe zwischen und zu Burton und Depp. Die so einzigartige Handschrift des Regisseurs mit ihren Verzierungen und Schnörkeln, ihren kräftigen Schwüngen und bewussten Zacken konnte seit Anbruch der 2000er nicht immer den mittelmäßigen („Alice in Wonderland“) bis schlechten („Planet of the Apes“) Film verbergen, den sie vortrug. Die Masche des Stars, sich hinter Schminke und Klamotte zu verbergen und eine exzentrische Figur zu schaffen ist eben kaum noch mehr als das: eine Masche, langweilig auf die Dauer. Burton und Depp, zwei, die bisweilen nur noch Trugbilder ihres eigenen Erbes zitieren und darstellen. Auf „Dark Shadows“ trifft das derart drastisch formuliert erstmal nicht zu. Der ist zu Anfang schlicht klasse, der ist zu Anfang die pure, der Sargesruhe entstiegene Lust am Burton’schen Kino der schaurig-phantastischen Bilder. Johnny Depp bietet hier sicher seine beste in aufwendiger Kostümierung und Maskierung vorgetragene Vorstellung seit langem. Da steckt in vielen Gesten zwar immer noch der elende Jack Sparrow in seinen Handgelenken und Fingern, insgesamt hat Depp aber endlich mal wieder richtig Freude an einer Figur. Der nur kurze nebelumwebte Anblick Liverpools im späten 18. Jahrhundert, das aufblühende Küstenstädtchen Collinsport, eine steil ins Meer hinausragende Klippe, das tragische Ende einer Liebe und der Fluch eines Lebens, das keines mehr ist, ein Begräbnis für einen Toten, der nicht sterben kann, der Zeitsprung um fast zwei Jahrhunderte, eine junge Frau im Zug auf dem Weg nach Collinsport und zu den Opening Credits läuft Nights in White Satin von The Moody Blues. Tim, Johnny, da seid ihr ja wieder![...]

[...]Ganz so toll wie dieser Einstieg bleibt „Dark Shadows“ nicht und im Rückblick bleibt es leider auch der Einstieg selbst nicht, denn der sät die größten Probleme, deren mehr und minder gewichtige Auswüchse der Film schließlich abzuernten hat. „Dark Shadows“ setzt sich aus vielen Subplots zusammen, den größeren dramaturgischen Überbau bildet die Auseinandersetzung mit der immer noch sehr aktiven Angelique Bouchard, die den Kampf um die Geschäftsvormacht so wenig aufgibt, wie jenen um Barnabas‘ Herz. Der Vampir und die Hexe treffen mehrmals aufeinander, balzen um Geld und Liebe, verachten und begehren einander und vögeln auf dem Höhepunkt ein Büro kurz und klein. Eva Green ist heißer als die Feuer der Hölle, in die Barnabas sie hinabwünscht, seine Widerstandsschwäche gegenüber ihrer Verführung also trotz der wahren großen Liebe in Person Josettes/Victorias nur zu verständlich – dennoch fehlt’s hier an einigem. Das Wiedersehen der verruchten Fluchlady und ihres untoten Begehrs ist so unumgänglich, wie es repetitiv arrangiert wird, der Zank der beiden Kreaturen kommt auch nach zweihundert Jahren Denkpause nicht recht vom Fleck und was genau da, abgesehen von der körperlichen Anziehung, vor allem aus ihrer Sicht zwischen den beiden herrscht, hat „Dark Shadows“ zu Anfang nicht sehr umfänglich erklären wollen. Sie steht auf ihn, er will sie nicht und liebt ’ne andere, sie ist sauer und zu seinem Pech eine Hexe und das daraus generierte Hü und Hott, Peitsche geben und Leine lassen ist bis zum Schluss stets das Selbe vom Gleichen.[...]

[...]Und dann wären da noch die letzten gut zwanzig Minuten. Worauf, auf welche Auseinandersetzungen und finalen Konflikte „Dark Shadows“ hinauslaufen wird, ist völlig klar. Dass Burton auf den Schlussmetern aber beginnt, sich von einem Selbst- ins nächste Fremdzitat und wieder zurück zu stürzen und einen fürcherlich, FÜRCHTERLICH miesen Showdown inszeniert, bei dem von der Dramaturgie über ein paar noch schnell reingequetschte Character Twists bis hin zu den Special Effects mal NICHTS stimmt, das war so nicht abzusehen. Spätestens hier offenbart sich dann auch die größte Schwierigkeit mit der Hexe Angelique, die dank Eva Greens berstendem Sex Appeal auf der Ebene des verführerischen Lasters funktioniert, von dem Barnabas nicht loskommt, nicht aber als wirkliche Bedrohung, da der Rahmen ihrer Fähigkeiten immer so weit verengt oder ausgebreitet wird, wie der Film es gerade braucht.[...]

[...]„Dark Shadows“ kann es nicht mit den besten Burton/Depps aufnehmen, Edward hätte ihn gestutzt, der kopflose Reiter und Sweeney Todd hätten zur gemeinsamen Bluttat angesetzt, um das vampirische Treiben noch ein bißchen brutaler dastehen zu lassen, und Ed Wood würden hier die fliegenden Untertassen, die Zombies, das Angora fehlen. Tolle Momente versammelt der Film trotzdem noch genügend, die meisten ausgehend von Barnabas‘ zahlreichen Aha-Erlebnissen mit dem neuen Zeitgeist und Burtons ungebrochenem visuellen Geschick, das ihn immer irgendwie knapp über der Wasserkante halten wird. Der Soundtrack ist großartig, die Gastauftritte von Christopher Lee und Alice Cooper (Barnabas: »The ugliest woman I’ve ever seen.«) eine nette Dreingabe, das anspielungsreiche 70ies-Setting (im örtlichen Kino läuft „Deliverance“, im Fernsehen klassische „Scooby-Doo“-Folgen,…) insgesamt sehr schön. Wenn die Story nur nicht so unentschlossen-ungenutzt auf der Strecke bleiben würde, entweder den Mut hätte, einige Figuren bloß für’s Sequel aufsparend anwesend sein zu lassen, oder das Ding durchziehen und mit einer halben Stunde mehr Laufzeit alle ein paar weitere Schritte machen ließe. Und wenn nur dieser fürcherliche, FÜRCHTERLICHE Showdown nicht wäre…[...]

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über Hell

7.5Sehenswert

[...]Burning down the earth: Endzeitszenarien bringen stets dieses gewisse Faszinosum mit, so etwas bloß niemals selbst er- und durchleben zu wollen, davon aber dennoch allein des Ausblicks auf die Zerstörtheit von allem Bekannten gepackt zu sein. Die Cormac McCarthy-Adaption „The Road“ und „The Book of Eli“ sind Beispiele jüngeren Datums, denen sich Nachwuchsfilmer Tim Fehlbaum mit seinem „Hell“ zum zumindest visuellen Vergleich stellen muss – was natürlich so wenig fair ist, wie erfreulich ist, dass er ihn besteht. „Hell“ etabliert seine »It’s the end of the world as we know it, and I feel hot«-Apokalypse mit simpler, aber im Ergebnis beeindruckender und voll überzeugender Technik. Durch eine Überbelichtung ist der Bildhintergrund ein permanentes grelles Sepia-Gleißen, so undurchdringlich wirkend, wie sonst das Dunkel der Nacht oder die graue Schwere dichten Nebels. Wie in Danny Boyles fast-Meisterwerk „Sunshine“ wird der einst lebenspendende Feuerball am Firmament zur unzügelbaren Bedrohung, zum Symbol der Fehlbarkeit des Konzeptes Mensch, das gegen die Unerbittlichkeit und Unverhandelbarkeit solcher Mächte zum Scheitern verdammt ist. „Hell“ spielt gerade einmal fünf Jahre nach seinem Produktionsdatum und ohne das Fehlbaum en détail darauf eingeht steht für ihn und seinen Film fest, dass keine Gesellschaftsstruktur und keine Form des sozialen Gefüges standhält und das Zusammenschlüsse höchstens in kleinen Interessengruppen Bestand haben, wenn der Feind einer ist, den man nicht besiegen und den man nicht aussperren kann.[...]

[...]Die Konstellation mit den Schwestern Marie und Leonie ist sicher weder originell, noch in irgendeiner Form besonders aufbereitet: nach dem Tod der Mutter ist ihr Verhältnis nicht das einfachste und noch dadurch erschwert, dass sich mit Philipp jemand von außen in ihren Verbund gedrängt hat, den Leonie so wenig als Begleiter oder gar Anführer ihrer Gruppe akzeptiert, wie sie ihn an Maries Seite sehen will oder deren Fürsorge ohne Widerspruch annimmt. Fehlbaum macht aber nicht den Fehler, diese Konstellation mit zu schwerer Fracht zu behängen, ihm genügen wenige, aber treffende und schön mit dem Setting interagierende Momente, um die Figuren zueinander zu positionieren. Zwar stanzt Fehlbaum auch einige handelsübliche Formen aus dem Stoff seiner Figuren, leitet Spannungsmomente aus dem gängigen »Du bleibst im Wagen/an einem beliebigen für sicher erachteten Ort« ab, dennoch werden in „Hell“ nicht bloß ein paar Marionetten durch’s Bild gezogen, sondern vor dem Hintergrund einer lebensbedrohlichen Welt einfache, aber nachvollziehbare Motive geschaffen. Was für die zweite Hälfte des Films noch viel wichtiger ist als für die erste.[...]

[...]Mit Maries Eintreffen auf dem Bauernhof verliert sich das Postapokalypse-Thriller-Drama in Richtung Backwood Horror, spürt also gleich noch einem zweiten Sub Genre nach, das man sonst über irgendwelche „Wrong Turn“s nach Deutschland exportieren muss, oder gleich ein „Texas Chainsaw Massacre“ veranstaltet. Stilecht in der modernen Gestaltung der Heldinnen solcher Filme trägt Hannah Herzsprungs Marie eine zeitlang nur noch die Unterwäsche am Leib und insgesamt nimmt Väterchen Zufall das Heft des Storyfortlaufs öfter mal in die Hände, dennoch geht der Genrebruch von statten, ohne dass „Hell“ an Intensität und Spannung verliert. Das Gleißen der Sonne weicht einer fahlen, nie ganz dunklen Nacht und die ständige Bedrohung der Hitze rückt hinter jenen Wahnsinn, den sie in den Köpfen einiger Übriggebliebener ausgelöst hat. Mit Schlachthaus-Sets und einem sehr speziellen Abendessen (bzw. Früstück) bei der Bauersfamilie fährt „Hell“ bekannte Referenzen auf, setzt diese aber nicht zu klischeeüberladen ein und hievt auch die fundamentalistischen Ansichten der Bauerngemeinde in keine allzu degenerativen Zusammenhänge, sondern reflektiert mit einem bedrückenden Realismus die Konfrontation einer Gesellschaftsschicht mit dem Untergang und dem Drang zum Fortführen ihrer Werte.[...]

[...]Außerdem verschont einen Fehlbaums „Hell“ mit einer totgerittenen Genreströmung, nämlich der Überbrutalisierung seiner Szenerie. Die Beklemmung entsteht aus dem sauberen Aufbau der Charaktere, was bei der ganzen »show everything, hide nothing«-Genreverwandtschaft ja nur noch in den seltensten Ausnahmen der Fall ist. Ob und inwieweit man den Genrewechsel gutheißt ist, um nochmal eine Parallele zu Boyles „Sunshine“ zu ziehen, sicher so sehr Geschmackssache, wie dessen monster-of-the-week-Finish, wenngleich der Bruch in „Hell“ viel sauberer ist und weit weniger tendenziell unnötig wirkt. Herzsprung, die ohnehin klasse spielt, bietet sich ein plausibler Rahmen, um Marie in eine immer stärkere Entschlossenheit zu steigern und in einer Welt, in der nichts Unwichtiges mehr zählt, für das Wichtigste zu kämpfen, was ihr geblieben ist. Maries Wille und Opferbereitschaft für ihre Schwester Leonie lässt dabei in manchem Moment an einen noch ganz anderen Film denken, und zwar James Camerons „Aliens“, in dem Sigourney Weavers Ripley in einem verzweifelten Akt gegen die Alienkönigin und ihre Xenomorph-Brut antritt. Den Part des Obermonstrums übernimmt in „Hell“ die einschmeichelnd-einschüchternde Angela Winkler, die in einer beunruhigenden Ruhe selbst die perfidesten Ziele ihrer Kommune vorträgt. Creepy as hell![...]

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über Der gestiefelte Kater

5.5Geht so

[...]„Der gestiefelte Kater“ ist ein gutes (oder schlechtes, je nach dem…) Beispiel, dass sich selbst die gelungenste Nebenfigur nicht so einfach in den Mittelpunkt einer eigens auf sie zugeschnittenen Geschichte rücken lässt. Der charme-schnurrende Latino-Fellträger mit all seinem Machismo funktionierte toll neben dem schwatzhaften Esel und dem grummeligen Oger in „Shrek“, ergänzte deren Dynamik und muss diese nun selbst erzeugen, was die ersten gut fünfzehn Minuten von „Der gestiefelte Kater“ nicht besonders gut klappt. El diablo gato wirft mit Onelinern und Punchlines um sich und wird mitsamt seines Filmes Opfer all dessen, was in durchschnittlichen DreamWorks-Produktionen zu stinken beginnt, sobald Seh- und Hörnerven das Grundschulalter erfolgreich durchlaufen haben: sujetgebundene blöde Sprüche und Wortspiele, seit Stummfilmzeiten abgenudelter Slapstick, überlange Tanz- und Musiknummern, die der erste „Shrek“ noch so brüllkomisch verschreckte. Der Kater wird seiner Grundsätze entsprechend vorgestellt, als Pussy Lover, Leche-Liebhaber, Outlaw, gerissener Gauner mit Ehre und Stolz, Degen-Derwisch und Tanzteufel. Alles sehr schematisch und auf die Niedlichkeit des Fellknäuls im Kontrast zu seinem heroisch-posenden Pathos gepolt, was schon ganz witzig ist, wenn der Kater zum Beispiel erst entschlossen und fluchend dahin marschiert und im nächsten Moment verspielt einem Lichtpunkt nachjagt. Putzig, aber sowas kann man auch bei der eigenen Katze beobachten.[...]

[...]Was die einem eher selten erzählt, ist ihre Backstory. Die präsentiert in einem ausgedehnten Flashback allerdings „Der gestiefelte Kater“ für seinen Titelhelden, und das sogar ziemlich gut. Diese zehn Minuten des Rückblicks auf den Kater als kleines, kulleräugiges Miezchen, das vor den Toren eines Waisenhauses in San Ricardo ausgesetzt und von der herzlichen Imelda aufgenommen wird und sich mit dem Außenseiter-Ei Humpty Dumpty anfreundet, sind ohne große Übertreibung mit die besten, reifesten und emotionalsten, die DreamWorks auf narrativer Ebene bislang überhaupt geboten hat. Der große Hauptplot von „Der gestiefelte Kater“ ist im Grunde kaum der Rede wert, überraschungsfrei und ein typisches Bandarbeitsprodukt, darin bettet sich aber dieses Kleinod von einem Flashback ein und verleiht selbst den offensichtlichsten Entwicklungen einen Hauch von more than meets the Ei. Brüderliche Freundschaft, Verrat, Enttäuschung, Vergebung: große Themen werden da aufgestoßen, zwar auch alles nichts Neues, aber für den Kater, oder besser die Art, in der DreamWorks ihn zeichnet, natürlich vorzüglich geeignet, um seinem Abenteuer ein paar klassische Züge alter Swashbuckler- und Western-Streifen zu verleihen und ihn wenigstens ein Stück weit wegzuschieben vom reinen Routineruntergerassel.[...]

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FlintPaper

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Joa, das wird spätestens bei den dämlicheren Moves in der zweiten Hälfte der Szene (kitter litter oder was war das lol XD?) etwas zu dämlich.


ChristiansFoyer

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Ganz genau...


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über The Cold Light of Day

1.0Ärgerlich

[...]„The Cold Light of Day“ ist nicht im positiven Sinne klassisch, der ist uninspiriert, im negativsten Sinne. Reeds „The Third Man“, Hitchcocks „North by Northwest“, Polanskis „Frantic“, vermengt mit dem von der „Bourne“-Trilogie etablierten Actionszenenzutatenwerk. Nach der vielgelobten Jean-Claude Van Damme-Selbstreflexion „JCVD“ verschleiert der französische Regisseur Mabrouk El Mechri hier jedes Streben nach originärem Schaffen und malt lieber mit fettem Edding nach, was die Meister seines Fachs zuvor mit leichtem Pinselschwung uraufführten. Den einen Gnadenpunkt ‚verdient‘ sich „The Cold Light of Day“ eigentlich nur dadurch, dass es ab einer gewissen Zeit irgendwie perfide-amüsant zu beobachten ist, wie Henry Cavill, immerhin der neue Superman, beim verzweifelten Versuch, seine Familie zu befreien, eine nach der anderen auf’s Maul gezimmert kriegt und wie eine Valium-Flipperkugel durch die Szenerie wankt und geschubst wird. Cavill ist somit zwar überzeugend überfordert, nur leider von allem. Auch der im Verhältnis zu seiner minimalen Präsenz überproportional beworbene Bruce Willis wertet „The Cold Light of Day“ nicht auf. Der hätte seinen Kürzestauftritt auch via Videokonferenz runterreißen können, verklemmt gucken, einige Male »Will. Will!« rufen, brüllen, röcheln, ein paar Hiebe verteilen und Grünschnabel Cavill zeigen, wie man’s macht; und das war’s für die Action-Ikone. Paycheck, please.[...]

[...]Die nach der Entführung der Shaws zunehmende Anwesenheitspflicht von Actionszenen behandelt Mabrouk El Mechri genau so: als Pflicht. Statt Kür und wenigstens für ein bißchen Aufregung gut zu sein ruckeln die Schießereien und Verfolgungsjagden so höllisch, als spiele man ein High End Video Game auf einem Steinzeit-PC. Die bad guys und girls setzen ihre Kugeln immer artig daneben, sobald sie auf Will schießen, eine close combat-Kloppeszene zwischen dem Helden wider Willen und einem »who was that again?«-Typen ist ein Witz ohne Pointe. Die Verfolgungsjagden, zu Fuß, auf den Dächern Madrids und mit Auto, sind hüftsteif und so aufregend wie Feierabendverkehr in einem Hartz IV-Dorf. Aus der „Bourne“-Trilogie oder den Craig-Bonds wird hier zu zitieren versucht, bis es ausschaut wie die The Asylum-Version der Action-Thriller-Messlattenleger. Und auch seinen Schauplatz Madrid versteht „The Cold Light of Day“ nicht zu nutzen. Schon gar nicht, wenn die Hälfte der Ansicht eines weitläufigen Platzes in der Innenstadt aus einem riesigen Werbeplakat für deutsches Automobilgut besteht. Da rückt der Kinofilm dann noch ein bißchen näher an die TV-Unterhaltung heran, wo es ja nicht unüblich ist, dass sich bildschirmfüllendes Anpreisungsmaterial auch mitten in der Sendung störend ins Bild quetscht.[...]

[...]„The Cold Light of Day“ ist wie ein Zauberer, der einen miesen und durchschaubaren Trick aufführt, aber viel Heckmeck und Firlefanz drumherum veranstaltet und am Ende ganz ganz viel wirres Zeugs faselt und sein Publikum so doch noch verwirrt bekommt, nur um sich dann für die Erklärung zu wichtig zu sein, wie er’s denn nun gemacht hat. Handlungsstränge und –details werden nur temporär angerissen, wie etwa die Frage, ob Wills Vater Martin nun ein Verräter und Überläufer war, was dann letztlich anscheinend schlicht deswegen nicht sein kann, weil Bruce Willis ihn gespielt hat, mehr Erklärung gibt’s nicht. Stattdessen erdreistet sich „The Cold Light of Day“ tatsächlich, so etwas wie Sequel- oder gar Franchise-Willen anzudeuten, woraus aber kaum was werden dürfte. Whiney little Will ist nun wahrlich kein Fortsetzungsmaterial. Eine „zwei schwarze Autos tuckeln durch’s nächtliche und noch zusätzlich runtergedunkelte Madrid und zwischendurch steht Terrassengestühl im Weg“-Szene ist nach einer bereits armseeligen Parkhausschießerei dann der endgültige Tiefpunkt des Films. Beinahe Leid tun kann’s einem um Sigourney Weaver, die genau wie Cavill und seine Begleiterin Verónica Echegui mit gegrunzten ein- bis zwei-Wort-Sätzen überbrücken, dass auf den letzten zwanzig Drehbuchseiten wahrscheinlich keine richtigen Dialoge mehr standen. Und wenn schon die Macher kein Interesse an „The Cold Light of Day“ hatten, muss man’s als Zuschauer schon gar nicht haben. Selbst der Kasper aus der letzten Reihe, der sich während der Vorstellung mit allem, dem Handy, seinen Uschis, mit Klatsch und Tratsch beschäftigt hat, nur dem Film keine Aufmerksamkeit gönnte, wenn selbst der die Storytwists lauthals im Vorraus anzukündigen im Stande ist – dann ist aber etwas ordentlich falsch gelaufen.[...]

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über Marvel's The Avengers

9.0Herausragend

[...]»If our last movies sucked, you can be damn sure we’ll AVENGE them!« Das ist auch bitter nötig, liebe Rächer: nachdem die Earth’s Mightiest Trailercampaign im letzten Jahr mit „Thor“ und „Captain America – The First Avenger“ die Vorfreude und den Glauben an ein funktionierendes Zusammenwirken der Marvel-Superheldenbande eher dämpfte hat Joss Whedons „The Avengers“ tatsächlich einiges wieder gutzumachen. Und schau da: es ist das versprochene Highlight geworden, mit dem zumindest ich SO nicht gerechnet hatte: „The Avengers“ ist bombastogasmische Comic-Action, bei der fast alles stimmt und die die Lust am Superheldenkino nach dem Durchhänger des letzten Jahres wieder so richtig entfacht.[...]

[...]Wahrlich amazing, incredible, astonishing, wie nun Joss Whedon plötzlich alles ans miteinander Funktionieren bringt, was so unvereinbar schien: „The Avengers“ ist ein exquisit zusammengestelltes Superheldenbuffet, ein richtig reichhaltiges und perfekt arrangiertes, bei dem keine Sekunde Zweifel aufkommen, dass Pommes blau-weiß-gelb-rot-grün und die diversen Beilagen nicht schmecken könnten. Nach durchwachsenen fünf vorangegangenen Akten ist der sechste Akt ein einziger Höhepunkt, „The Avengers“ ist tasächlich wie die finale Ausgabe eines Comic-Storyzyklus, bei dem nicht jedes Autoren/Zeichner-Duo zuvor das Optimum herausgeholt hat, das zum Abschluss aber die besten Künstler und Schreiber ranlässt.[...]

[...]Dass die ganz unterschiedlichen Motivlagen des Trios Iron Man, Captain America und Thor erstmal zu einer hammer-, eisen- und schildfesten Klopperei führen ist eine der brettigsten Szenen in „The Avengers“; so cool, das es fast bedauerlich ist, dass irgendwann doch wieder nur Schurken verhauen werden. DER Haudrauf schlechthin ist aber natürlich die grüne Wutbolle Hulk und was der hier vom Stapel lässt hat neben ordentlich RUMMS auch den richtigen Antipol: in einer Truppe aus freiwilligen Helden ist Bruce Banner der Verfluchte, die in ihm tobende Kraft ein Verhängnis für ihn und eine Gefahr für ausnahmslos jeden in seiner Nähe, sobald der Hulk entfesselt wird. Die schwierigste und uneindeutigste Figur des Films, die Mark Ruffalo mit der gegebenen Jekyll/Hyde’schen Bipolarität perfekt spielt, als brüllendes Mostrum mit Szenenapplausgarantie und als von der unkalkulierbaren Seite des eigenen Selbst stetig Getriebener.[...]

[...]Etwas gibt’s an „The Avengers“ aber doch zu Meckern, bevor man ihn zum ultimativen Superheldenfilm erklären könnte, wenn’s auch etwas ist, womit er seiner Herkunft schon wieder vollauf gerecht wird. Ausschweifende Zyklen haben es in der Comicwelt nicht selten an sich, auf den letzten paar Seiten eine ganz plötzliche Lösung für ein auswegloses Problem daher zu konstruieren, um überhaupt zu einem Ende kommen zu können, aus dem die Guten als Sieger hervorgehen. So macht’s auch „The Avengers“ und das ist leider so ein »oahh, come on…«-Moment geworden, der die superheftige Invasion recht ruppig abbrechen lässt. Außerdem, obwohl’s die wohl witzigste und am meisten Fanservice liefernde Szene des Films ist: ein bißchen weniger erniedrigend hätte auch der so gelungene Schurke Loki seinen Meister finden können…[...]

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Punsha

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Ich sitze in etwa einer Stunde drin, zusammen mit zwei Freunden, die keinen (!) einzigen der Filme um die Superhelden gesehen haben. Ich hoffe das geht trotzdem gut mit denen. ;)


ChristiansFoyer

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Hm, könnte schwierig werden, viel Exposition gibt's hier nicht, die werden ziemlich im kalten Wasser landen ;)


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zum Artikel 5 nackte Fakten über... Scarlett Johansson

Still too much Babyspeck. Das dürfte meinem Anderthalbjährigen gefallen, mir aber nicht so. Schauspielerisch scheint's nach den ganzen mehr oder weniger reizreduzierten Comicverfilmungen in den letzten Jahren auch ein bißchen still zu stehen. Trotzdem eine der angenehmeren Erscheinungen unter den aktuellen twentysomethings...

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ChristiansFoyer

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Ist gar nicht böse gemeint, sie hat halt nur so ein rundes, pralles, manchmal backenaufgepustetes Gesicht, das mich immer ein bißchen an Babyspeck denken lässt. Das macht sie nun nicht unattraktiv, aber auch nicht angeilenswert. Just my two cents...


AlArenal

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Ich dachte ich hätte bislang alle Filme mit ihr gesehen, doch sowas ist mir nicht aufgefallen.


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zum Artikel Welchen Hulk bringt ihr lieber auf die Palme?

Der sträflich unterschätzte 2003er HULK ist klar der bessere Film und Bana der bessere Banner.

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über Jane Eyre

9.0Herausragend

[...]Cary Fukunagas ruhige Regie zelebriert einen unsentimentalen Anti-Pomp; wo man historische Stoffe sonst für ihre Ausstattung, Set- und Kostümdesign fast schon aus Grundsatz lobt reduziert „Jane Eyre“ seine Reize auf das Pragmatischste. Da ist nichts schwelgerisches, weder in der Geschichte der armen Gouvernante und des reichen Gutsbesitzers, noch in ihrer Bebilderung; so spröde wie sie und so schroff wie er ist ebenso die Landschaft nur von rauer und verweigernder Schönheit. Dem Film und seiner viktorianischen Zeit fehlt jeglicher Hauch von Wärme, selbst Kerzen und Kaminfeuer haben nichts gemütliches, fast als gäben sie ihr Licht nur widerwillig her und sie werfen damit breite und bedrohende Schatten rund um die Figuren, engen sie ein in den weiten Räumlichkeiten und Fluren von Thornfield Hall, rücken ihnen die Wände ein bißchen näher auf den Leib. Erst mit den aufkeimenden Gefühlen Jane Eyres und Edward Rochesters beginnt der Frühling zu knospen, doch auch der begehrt nur kurz gegen die Allgegenwart der Schwere und Beklemmung auf.[...]

[...]Ähnlichen Hang zu vollkommener gestalterischer Entromantisierung bot zuletzt wohl der teilweise geradezu hässliche „The Libertine“, der seine Epoche als gelbstichig-faulige Suhlgrube der Dekadenz und Widerwärtigkeit inszenierte. Beide Ansätze bilden das Fundament für überwältigend präzise Charakterdarstellungen. Wo in „The Libertine“ ein virtuos aufspielender Johnny Depp und Samantha Morton brillieren sind es in „Jane Eyre“ als zigste Inkarnationen der berühmten Vorlage Mia Wasikowska und Michael Fassbender: was war die junge Australierin für eine glanzlose „Alice in Wonderland“ und was ist sie hier für ein Mysterium, eine Erscheinung mit außerweltlicher Aura und was hat der Deutsch-Ire in den letzten Monaten auf sich aufmerksam gemacht und was liefert er hier für eine Offenbarung an schauspielerischem Vermögen. »You secured the shadow of your thoughts«, urteilt Rochester an einer Stelle nicht ohne Bewunderung über Janes Zeichnungen und auch die Figuren in Fukunagas Film sind oft nur der Schatten eines Gedanken, fast grob skizziert, wenn besonders Fassbender mit einer unvorausahnbaren Plötzlichkeit einen Gefühlswandel oder –ausbruch begeht und Wasikowska in ihrem Bedürfnis und auf ihrer Suche nach Nähe seine Annäherungsversuche zunächst wissentlich missversteht und übergeht, ehe ihr Selbstverständnis genügt, um ihre sozialen und gesellschaftlichen Unterschiede nicht mehr im Widerklang ihres Stolzes zu betrachten.[...]

[...]Immer wieder nimmt die überwiegend in Rückblenden erzählte Tragik der Jane Eyre ihrer Vorlage entsprechend fast Horror’esque Züge an. Wo die Atmosphäre ohnehin von der Tristesse eines entbehrungsreichen Lebens geprägt ist, ohne allerdings zum elegischen Klagelied zu werden, bedient sich Fukunaga einer wirkungsvollen Schockmoment-Dramatugie, von knarzenden Geräuschen auf der Tonspur bis hin zu jump scares. Der Auflösung der Ereignisse, die sich des Nachts auf Thornfield Hall ereignen, misst Fukunaga dabei keinen alles hinter sich drückenden Konklusionszweck bei, es ist letztlich nur ein weiteres Teilchen im schicksalsbehafteten Zueinander und voneinander weg der Liebenden, ein weiteres Fortreißen des Hoffnungsvollen und des sicher geglaubten, das Jane nur wieder aus den Händen nimmt, was sie gerade erst darin aufgefangen hatte.[...]

[...]Wer seine Liebesfilme rosarot braucht und voller verklärender Magie, der ist mit „Jane Eyre“ ganz falsch beraten. Natürlich klingt die Sprache und klingen besonders die Liebesschwüre Rochesters bisweilen wie pures Schmalzgebäck, aber einmal den Blick in Fassbenders Augen riskiert und man nimmt ihm jede Silbe ab, wie er sie spricht. Dass der Film das Schema des Hoffnung machens und wider zerbrechens, des Hinreichens und wieder Wegnehmens, im Zehnminutentakt durchexerziert und Janes Antagonist damit keine Person, sondern die Vergänglichkeit selbst wird, ist in der Zurückführung auf den Erzählrhythmus die kleine, aber deutliche Schwäche „Jane Eyres“: der stete Trug des hell aufleuchtenden Lichts und der unweigerlich folgende Schatten lassen in ihrer Erwartbarkeit keine wirkliche emotionale Anteilnahme zu, Janes entbehrungsreiche Geschichte verläuft vielmals tragisch, jedoch fern. Passend dazu gestaltet Fukunaga das Ende ein bißchen offener und uneindeutiger, als die Vorlage.[...]

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über The Help

8.5Ausgezeichnet

[...]„The Help“ legt den Fokus nicht auf die großen Geschichten, die sich vor den Augen der Nation und der gesamten Welt zwischen 1955 und 1968 ereigneten, sondern beleuchtet eines der unzähligen eher im Schatten gebliebenen Kapitel der Unterdrückung und des aufkeimenden, anfangs zaghaften, doch bestimmten Aufstandes: die im Gesamten fiktive, allerdings von realen Ereignissen und Erlebnissen wohl nicht gänzlich unberührte Geschichte von „The Help“ richtet den Blick auf das Schicksal schwarzer Hausmädchen, die ein Jahrhundert nach dem offiziellen Ende der Sklaverei der weißen Oberschicht weiterhin zu Diensten verpflichtet sind, um sich und ihren eigenen Familien bei schlechter Bezahlung ein bescheidenes Leben zu finanzieren. In seiner filmischen Umsetzung erweist sich „The Help“ als perfekter Hollywood-Stoff: knapp zweieinhalb Stunden edelstes Abspielen der Emotionsklaviatur, Rührsal, Kitsch, Klischee, Komik, Kontraste und in all dem zum Glück aufrichtig genug, um ein wirklich schöner Film zu sein.[...]

[...]Große Gefühle, große Gesten, das breit vorgetragene Leid, die überschäumende Freude, die klar definierten und dramaturgisch exakt positionierten Figuren, Helden zum Anhimmeln, Schurken zum Verteufeln, die zwei bis vier Stunden des Eintauchens in aufwallende und (über)dramatisierte Welten – das meint man, wenn man von der Traumfabrik spricht. Und, ohne dass die Geschichte oder die Ausmaße den Rahmen der Epik erreichen würden, vieles davon ist auch in etwa „The Help“. Hollywoodkino, wie es wohl kaum thematisch, aber in seiner ganzen Machart ebenso vor sechzig, siebzig Jahren hätte entstehen können, eine Zuwendung an den Kitsch, ein Nicht-Zurückschrecken vor Klarheit statt Uneindeutigkeit; ein Film, bei dem sich die Rückenlehne gleich doppelt bequem anfühlt und der besonders seines herausragend agierenden Ensembles die meiste Zeit mühelos vergessen macht, wie „bewusst“ das alles in genau diese Richtung inszeniert ist.[...]

[...]„Superficial Housewives“ könnte „The Help“ auch heißen. Oder „Racsist Hairspray Bitches“. Oder „ A White Girl makes the Difference“. Oder „Black Women‘s Courage“. Diese Alternativtitel machen es wohl schon deutlich: „The Help“ stellt ganz klar voneinander abgezäunte Gegen- und Grundsätze in Interaktion, vor dem Hintergrund, das Rassismus und Rassentrennung nicht nur wissentlich geduldet wird, sondern zur Etikette gehört und gesetzlich vorgeschrieben ist und drakonische Strafen für Zuwiderhandlungen in Aussicht stehen, seien sie ausführender oder eben helfender Art. Und dennoch: dünnes Eis ist es nicht, auf das sich „The Help“ hinauswagt, eher schon glattes und das in dem Sinne, dass der Film das allzu tiefe Kratzen und Bohren zum Bloßlegen verborgenerer Schichten unterlässt, seiner Wohlfühligkeit in einigen krasseren Szenen zwar die Hände an die Kehle legt, aber von da aus schon wieder direkt zum Schulterstreichler übergeht. Aber… darf man das? Sich wohlfühlen bei einem Film über Diskreminierung und Rassismus? Muss man sich dabei nicht wie von Stacheldraht umwickelt statt auf Daunen gebettet fühlen? Damn it, nein! Denn Betroffenheit ist kein Mitgefühl und Mitgefühl kein Zeichen von Verständnis und ein aufdiktiert mieses Gefühl keines von Dauer und Wahrhaftigkeit. Taylor inszeniert „The Help“ in einer veritablen Mischung aus Tragik, Komik und Melodramatik, die nur ganz selten nicht da anschlägt, wo sie soll. Der Film unterlässt es, die Geschichte der Hausmädchen zum allzu deutlichen Synonym für den Kampf um Gleichheit und Gerechtigkeit der schwarzen Bevölkerung insgesamt zu erklären, er lässt ihnen ihre Erlebnisse und überproportionalisiert sie und ihr anfangs stilles Aufbegehren nicht.[...]

[...]Angesichts dessen, was Hollywood in seinen „pure enjoyable entertainment“-Filmen sonst so an Problemwelten präsentiert ist „The Help“ ein Wohl unter vielen Übeln, berührend und belustigend gleichermaßen. Ein Nach- und Mitempfinden wird trotz des Themas nicht nur aus Leidensbildern generiert, soviel Bitterkeit wäre dem auch nicht angemessen, denn wenn diese erniedrigten Frauen nicht mehr lachen würden hätten ihre Unterdrücker längst über sie triumphiert. Ein paar Schwächen bleiben in den 140 Minuten Laufzeit nicht aus; das die selbstbewusste Skeeter innerhalb der Handlung nach schnell überwundenem Widerstand doch in den Armen eines konturlosen Typen landet erhält narrativ keinerlei Gewicht, ihre Bindung an ihr ehemaliges Hausmädchen Constantine wird mit einem schwülstigen Flashback arg schnell weggehandelt, wie der Film überhaupt auf diesen spannenden und emotionalen Aspekt insgesamt ein bißchen weitreichender hätte eingehen können. Annähernd jeder Punkt, in dem man „The Help“ seine Klischeelastigkeit ankreiden könnte oder wo Über- und vereinfachte Zeichnungen an Authentizität kosten, sind es die Darstellerinnen, die den Film vorm Sinkflug ins Seichte bewahren.[...]

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über Real Steel

6.5Ganz gut

„Real Steel“ oder: Steven Gätjens Spielfilmdebüt ;)

[...]Hinter der scheinbar kreuzbekloppten Idee von „Real Steel“ steckt in ihrem grobsten Zug tatsächlich ein Genius der SciFi-Literatur: 1956 wurde in einer Ausgabe von Fantasy & Science Fiction die Kurzgeschichte „Steel“ veröffentlich, verfasst vom „I Am Legend“-Autor Richard Matheson. 1963 diente die Vision einer Zukunft, in der Roboter statt Menschen zwischen den Seilen stehen, als Vorlage für eine Episode des Mystery/SciFi-Kults „Twilight Zone“ und ist nun, über fünfzig Jahre nach ihrem Erscheinen, der Ausgangsgedanke für eine BigBudget-Hollywoodproduktion. Viel mehr als die Prämisse bleibt beiden aber nicht mehr gemein, Zynismus und Härte der Vorlage weichen in „Real Steel“ einer Vater/Sohn- und from-rags-to-riches-Story klassischen Couleurs.[...]

[...]Die Story vom abgebrannten Nichtsnutzvater, der nach Jahren des Egotrips und der Verblendung seinem herzöffnenden Kind begegnet und endlich die good old Grundwerte in sich entdeckt, Verantwortungsbewusstsein und so, trägt den ergrauten Bart mindestens so lang, wie jene vom Underdog im Kampf gegen alle Widerstände. „Real Steel“ trägt also soviel Bart, dass er ihn bei den Modewochen des nostalgischen Plot Developments als knöchellanges Kleid verkaufen kann. Das SciFi-Setting rüttelt nicht groß an dem sehr klassischen Erzählkonstrukt, denn abgesehen von den Robotern ist es schlicht nicht anwesend. „Real Steel“ spielt in keiner allzu weit entfernten Zukunft und bleibt ganz nah am Jetzt und mit dem Gestern verwachsen und verwurzelt. Shawn Levy zelebriert keine permanenten visuellen Ablenkungsmanöver, sondern bekennt sich zum Altbackenen. Da brummt sein einsamer Held Charlie Kenton zu melancholischen Folk-Klängen im Truck die Landstraßen entlang und präsentiert seinen ramponierten Roboter erstmal nicht in futuristischen Hallen, sondern vor einem cowboyhuttragenden Publikum in der texanischen Pampa und der stiefelscharrende Geldeintreiberschurke wartet gleich hinter der nächsten Tränke.[...]

[...]Von kaltherziger Dystopie ist in „Real Steel“ nichts zu spüren, das ist ein hemdsärmeliger back to basics-Film, der sich naiv-optmistischen Blickes nicht an Zyniker, sondern an Romantiker, an Junge und Junggebliebene, an die Blumenpflücker, nicht die –zertreter wendet. Könnte also ein ganz schrecklicher Film sein, denn wo bisher positive Attribute wie „nostalgisch“, „klassisch“ und „Romantiker“ aufgeführt wurden, könnte man auch „kalkuliert“, „ideenlos“ und „Ahnungslose“ schreiben. Zumal die raubeinige Landstraßenromantik sich vielleicht noch um Kampfroboter erweitern lässt und natürlich sind auch die allgegenwärtigen Windparks und der damit abgegebene Kommentar zur Umweltverschmutzung, sowie die dezente Anprangerung der Kommerzialisierung des Sports und des barbarischen menschlichen Willens zur brutalen Unterhaltung ganz süß und blütenreinherzig – die zahlreichen wenig subtilen Produktplatzierungen aber pures Kalkül, die Story tatsächlich ohne den Funken einer Idee und ein Spannungsbogen wahrlich nur für die Ahnungslosen überhaupt vorhanden. ABER: „Real Steel“ meint’s nicht böse mit seinem Publikum, der sieht und setzt eine kindliche Begeisterungsfähigkeit für sich und seine einfache Geschichte voraus.[...]

[...]Wäre aber auch verwunderlich gewesen, hätte Levy hier einen Schlag weit mehr als die harmlosen Kalamitäten seiner „Night at the Museum“-Entertainer in „Real Steel“ investiert. Levys Filme bieten die Problemwelten eines Ostereis, bei dem nicht alle Farben sauber ineinander laufen, bilden den stimmungsmäßigen Gegenentwurf zu von Trier’scher Gemütszustandsbewältigung à la „Antichrist“. Ein Kampf Roboter gegen Stier und Charlies rücksichtsloses Sorgerecht-gegen-Cash-Geschäft mit seinem Sohn sind schon fast radikale Grenzüberschreitungen im kunterbunten Levy-Land. Alles nichts, womit man zur Jahrmarktsattraktion würde, aber dafür gibt’s in „Real Steel“ natürlich die Robo-Boxer. Die machen sich, und auch das in der Tradition guten Unterhaltungskinos, nicht allzu breit, werden genügsam und effektiv und tricktechnisch einwandtfrei ein- und umgesetzt. Auf Anraten von Produzent Steven Spielberg und ganz im Sinne des 2008 verstorbenen Special Effects-Gurus Stan Winston stammen die tonnenschweren Kloppemaschinen nicht einzig aus dem Rechner, sondern sind in vielen Szenen als animatronische Modelle tatsächlich physisch anwesend, was der Glaubwürdigkeit der Kolosse natürlich nur hilfreich sein kann. Die Kämpfe sind spaßig und verhältnismäßig hart. Was allerdings DIE große Faszination am Robot Boxing ausmacht, dieses von Jackmans Figur angedeutete »die Menge wollte immer mehr und brutalere Kämpfe« und drum zerlegen sich nun die Blechbüchsen und die ganze Welt gröhlt dazu – so richtig zündet diese angebliche Faszination und ihre fehlenden Beschränkungen nicht.[...]

[...]Ohne Vergleich mit „Rocky“ will auch diese Besprechung nicht auskommen, einfach aus Spaß an banaler Analogie: „Real Steel“ ist der „Rocky“ für die Generation Special Effects, für die Generation HipHop (soso, Eminem ist also auch 2020 noch populär…), ist der „Rocky“ für eine Generation, die mit einem nuschelnden, triefäugigen Schweineschwartenschläger aus Philadelphia nix anfangen kann. Wer aber nach der modernen sportfilmisch-dramatischen Äquivalenz zu Stallones Fäuste-Saga sucht, der ist mit Gavin O’Connors „Warrior“ besser beraten.[...]

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stuforcedyou

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Schicksal? Der liegt hier rum und wird heute angeschaut. Du, ich, Kämpferdramen, da scheint es eine Verbindung zu geben. ;)


ChristiansFoyer

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Und guess what: "Real Steel" gibt's nächste Woche bei mir zu gewinnen! Aber damit haste dann ja eh nix mehr zu tun ;)


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zum Artikel Ashton Kutcher wird Steve Jobs spielen

Poor Steve. Fragt sich jetzt gemeinsam mit Charlie Harper, womit er DEN verdient hat...

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Charlie HARPER ist auch tot, ja ;)


alex023

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Stimmt, mein Fehler. (Dass der auch in der Serie den gleichen Vornamen haben musste, der Sheen...:D)


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zum Artikel Mark Wahlberg redet mit Plüschtieren im Ted Trailer

Wenn schon so'n quatschendes CGI-Getierse dann soll's wenigstens fluchen wie die Hölle...

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zum Artikel Arnie-Ersatz Colin Farrell im Total Recall-Trailer

Ich finde ja nicht, dass der Film beweisen muss, ob er an das Original heranreicht. Solange damit nicht "We Can Remember It for You Wholesale" gemeint ist, die erwähnte PKD-Story. Unter dem Aspekt, das sowohl der Verhoeven-Film, wie auch dieser hier Umsetzungen bzw. Interpretationen selbiger Geschichte sind, Verhoevens eine sehr freie, Wisemans eine dem Vernehmen nach treuere, halte ich "Total Recall" für keinen so überflüssigen Film, wie die (nicht wirklich gerechtfertigte) Brandmarkung "Remake" ihn erscheinen lässt.

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mitcharts

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Da kannst du sie lesen: http://www.sas.upenn.edu/~cavitch/pdf-library/Dick_Wholesale.pdf


ChristiansFoyer

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Thanx!


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über Zwei an einem Tag

5.0Geht so

[...]Der Liebesfilm ist ein ganz tolles Genre. Dem gehen einfach nie die Ideen aus. April, April. Und nun zu „One Day“. Der basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von David Nicholls und der Autor hatte tatsächlich eine Idee: seine Romanze zwischen Emma und Dexter erstreckt sich zwar über einen Zeitraum von zwanzig Jahren, spielt sich konkret aber an nur zwanzig Tagen ab, nämlich immer am 15. Juli, beginnend 1988. An dieses Konzept hält sich auch Lone Scherfigs Film und hängt lediglich hinten ein paar Jährchen dran, um etwas näher am Jetzt zu enden. Liebesfilme in Zeitsprüngen zu erzählen und sogar aus der Chronologie zu reißen ist kein ungewöhnliches Mittel, um die eigentlich starre Zielfixierung des Genres wenigstens ein bißchen durcheinander zu wühlen, was aber natürlich den Nachteil des Anorganischen mit sich bringen kann. Der Weg der Figuren zum unvermeidlichen Zueinander wirkt nicht mehr natürlich, sondern nur noch mehr konstruiert und in seinen Wegpunkten zu deutlich ausgewählt und für subtile Entwicklung fehlen die Zwischentöne. Das wird in „One Day“ zum überdeutlichen Problem, denn dass die Ereignisse zudem noch allesamt am immer wieder gleichen Tag ihren fortgangsentscheidenden Lauf nehmen ist letztlich arg viel Konzept und arg wenig Fluss.[...]

[...]Nicholls ist ebenfalls für das Drehbuch zu „One Day“ verantwortlich und (in Unkenntnis der Vorlage vermutet) auch das mag kein Vorteil für den Film sein. Als Romanautor die nötige Distanz zum eigenen Werk aufzubringen, um die Ausschweifungen eines weit über 500seitigen Wälzers auf 104 relevante Minuten runter zu dezimieren dürfte kaum die leichteste Übung sein. Die sich durch das Voranspringen um immer wieder ein weiteres Jahr teils radikal verändernden Lebenswelten der beiden Hauptcharaktere sorgen einerseits für Überraschungen und überraschen manchmal gerade durch ausgebliebene Veränderungen, andererseits hält diese „Aha!“-Wirkung weder den ganzen Film durch an, noch ersetzt sie, was an Figurenentwicklung verloren geht. Emma und Dexter werden von Zeit und Raum so weit auseinanderdividiert und auf DEN einen (längst nicht immer gemeinsamen) Tag beschränkt, dass weder ihre Beziehung zueinander noch jeder für sich wirklich ein Gefühl dafür losgetreten bekommt, dass man da gerade einen Menschen im Wandel betrachtet. Die werden von A über J nach O bis hin zu Z verschoben und das sie dafür E und M und R passieren mussten glaubt man diesen Figuren nicht.[...]

[...]Das verschuldet aber nicht nur die Struktur des Films und noch weniger die Darsteller, sondern die sehr grobschablonige Zeichnung der Protagonisten. Verwöhnter reicher Bengel suhlt sich in den oberflächlichen Freuden des Lebens und verpasst dabei sein wahres Glück, mausgraues Mauerblümchen schafft’s nicht aus dem Schatten der Selbstzweifel. Er fällt auf’s Maul und erlebt Läuterung, sie macht die Haare anders, tut die Brille runter und zeigt mehr Busen…ähhh…schreibt ihr Buch und fällt auf. Das ist so originell wie einmal vorwärts und einmal rückwärts von 1 bis 3 zählen und das „One Day“ nicht komplett so stromlinienförmig, ambitionslos und ärgerlich vorhersehbar seinem Ende entgegen läuft wie die Mehrzahl seiner Genrekollegen liegt im Detail begründet: wenn die breite Spanne der zwei Jahrzehnte schon nicht für vielfältige Figurenentwicklung genutzt wird, so doch wenigstens für massig herzliche und nette Zeitgeistverweise. Die Erwähnung der Premierenfeier von Spielbergs Jurassic Park, die Watchmen-Graphic Novel, Emmas Skepsis gegenüber diesen neumodischen Handy-Dingern, die Klamotten, das Design, der Soundtrack – das ist eine schöne Entdeckungstour vom Ende der 1980er bis heute, immer wieder mit kleinen Hinweisen, entweder artikuliert oder ganz schnell am Bildrand vorbeigehuscht. Sehr liebevoll und nicht krampfhaft auf Nostalgie gemacht.[...]

[...]Anne Hathaway und Jim Sturgess spielen ihre Parts da überzeugend, wo das Buch ihnen nicht unbedingt eine Hilfe ist. Hathaway, deren Gesicht ja fast nur aus Augen, Mund und Nase besteht, genügen tatsächlich entschminkte Lippen und eine Brille, um total unscheinbar auszusehen und somit ist auch der Wandel hin zur körper…ähhh…selbstbewussteren Schönheit kein Problem. Sie spielt frisch und echt, mit Witz und dem Charme, den es braucht, um glaubhaft zu machen, dass sie einem zwanzig Jahre lang nicht aus dem Kopf geht. Wie Dexter mit seinem Leben, so weiß auch Sturgess erst spät etwas mit seiner Rolle anzufangen, den aufgedrehten Partymacker spielt er, wie man den halt schon zigmal gesehen hat, ein gehobenes Arschloch mit frecher Schnauze. Spielt Sturgess nicht zum ersten Mal, steht ihm aber weiterhin nicht besonders gut. Erst einer der radikalen Brüche in Dexters Leben bietet Strugess Gelegenheit, Talent zu Verletzlichkeit und angeknackster Psyche zu offenbaren. Mit der stets tollen Patricia Clarkson teilt er eine der besten und eine der wenigen wirklich berührenden Szenen des Films.[...]

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